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Stressbedingte Ausfälle Ungesunde Arbeitswelt

Eva Fischer

Kommentar von

Eva Fischer

Berufstätige waren 2025 so häufig wie nie stressbedingt krank. Kein Wunder, denn die viele Arbeit ist für niemanden dauerhaft machbar.

E s war nicht verwunderlich, was die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) kürzlich mitteilte: Berufstätige sind im vergangenen Jahr so häufig wie noch nie aufgrund von Stressdiagnosen im Job ausgefallen. Laut KKH sind die Krankentage diesbezüglich seit 2017 um 80 Prozent gestiegen, sind also dabei, sich zu verdoppeln. Die Gründe: ein zu hohes Arbeitspensum, ständige Überstunden, Existenzängste, das Aufweichen der Arbeitszeitgrenzen, Konflikte mit Vorgesetzten, aber auch das Privatleben.

Die Arbeitswelt und ihre Norm der 40-Stunden-Woche sind nicht das, was sie einmal waren. 40 Stunden unter Hochdruck panisch durchzuackern ist nicht das Gleiche, als 40 Stunden gemütlich vor sich hin zu werkeln. Und bei der heutigen Arbeitsverdichtung tun die Menschen in der Regel Ersteres. Auch die Techniker-Krankenkasse (TK) berichtet, dass das Stressempfinden der Deutschen kontinuierlich steigt. Laut den TK-Daten fühlen sich lediglich 8 Prozent der Befragten nicht gestresst.

Stress und Angst haben zahlreiche negative Effekte auf unsere Gesundheit und unser Miteinander. So vermindert Stress unser Empathievermögen, macht uns gereizter, weniger rücksichtsvoll und mindert die Impulskontrolle. Eine Folge sind häufigere persönlichere Konflikte am Arbeitsplatz, was wiederum Stress erzeugt.

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Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten linken Meinungsspektrums.

Aber auch die Freizeit ist stressiger geworden, unter anderem auch, weil die Zeit der Hauspersonen-Ehen vorbei ist, auf der die Vollzeitnorm basiert. Denn wenn man sich nach einem 8-Stunden-Tag um nichts anderes mehr kümmern muss, weil der Kühlschrank voll, das Essen auf dem Tisch, die Wäsche gewaschen, die Sozialkontakte gepflegt und das nächste Wochenende geplant ist, dann ist der Alltag nicht mehr so stressig. Und es bleibt Zeit, sich um sich selbst zu kümmern.

Die Zahlen der KKH zeigen abermals: Unser Arbeitspensum ist nicht mehr zeitgemäß und schlicht nicht dauerhaft machbar. Das sollte auch die Politik endlich einsehen und entsprechend handeln.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Eva Fischer

Eva Fischer Themenchefin

Jahrgang 1989; seit Anfang 2025 bei der taz, derzeit als Themenchefin, Nachrichtenchefin und CvD bei taz.de. Vorherige Stationen: u.a. EU- und Nato-Korrespondentin in Brüssel beim Handelsblatt, Redakteurin für Internationale Politik beim Tagesspiegel, Redakteurin bei der ZDF-Talkshow "Markus Lanz". Wirtschaftspsychologie-Studium mit Schwerpunkt Arbeits- und Organisationspsychologie und dem Nebenfach Politikwissenschaft, Besuch der Holtzbrinck-Journalistenschule, gelernte Medienkauffrau Digital und Print beim Spiegel-Verlag. Und auch ausgebildete Yogalehrerin.
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45 Kommentare

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  • Meine Theorie: Die Bekämpung des alltäglichen Gebrauchs von Alkohol und Zigaretten (auch während der Arbeitszeit) hat zur Erhöhung des wahrgenommenen Stress' geführt. Wenn ich so die Geschichten von früher höre...

    • @Chris McZott:

      Morgens um 10 Besuch vom Kunden und erstmal von der Sekretärin Aschenbecher und Cognac heranschaffen lassen...

      • @Suryo:

        07:00 Uhr morgens Bier+Jägermeister-Frühstück dann kann es losgehen aufm Bau

  • Ich bin zwar "erst" Baujahr 1982, aber mein Eindruck ist, dass in den letzten 10-15 Jahre die Hemmschwellen, jemanden stressbedingt krankzuschreiben und sich selbst diesbezüglich krankschreiben lassen zu wollen, deutlich gesunken sind, während gleichzeitig die Toleranz auf Seiten der Arbeitgeber deutlich gestiegen ist.

    Bitte nicht falsch verstehen: ich halte das für eine sehr gute Entwicklung. Aber es fällt mir schwer, als Hauptgrund für die Zahlen an Krankschreibungen zu akzeptieren, dass die Arbeit mehr und unerträglicher geworden sei. Das passt einfach nicht damit zusammen, wie ich die Generation meiner Eltern hab schuften sehen und wie ich nun meine und jüngere Generationen arbeiten sehe. Und wieder bitte nicht falsch verstehen: Niemand arbeitet heute zu wenig! Aber früher war es kaum weniger, soweit ich das einschätzen kann.

  • An jene hier, die fragen, ob unsere Eltern oder Großeltern nur so vor sich hin gewerkelt hätten:

    Nein, natürlich nicht. Aber sie hatten zB keine Emails, die blitzschnell versandt und auf die möglichst schnell eine Antwort erwartet wird, sondern es lief die Korrespondenz per Post. Kein Kunde erwartete eine blitzschnelle Rückmeldung. Sie hatten auch kein Handy, mit dem einem ein Chef spät abends eine Nachricht schicken kann. Es gab auch keine Videokonferenzen und noch viel früher nicht mal Computer, sondern Schreibmaschinen.

    Der technische Fortschritt, und das wissen wir doch alle, hat eben nie zu weniger Arbeit geführt, sondern immer nur dazu, dass erwartet wird, dass in der ersparten Zeit ein höheres Pensum erledigt wird.

  • Ich habe, im Gegensatz zu einigen anderen, bereits in drei anderen Laendern gearbeitet. Eines nicht in der EU.

    In der USA hat man mir, auf meine Nachfrage nach 38 Stunden, geantwortet: Sie bieten keine Teilzeit an... Und es war kein Bullshit-Job, sondern einen, für den es ein abgeschlossenes Studium benötigte. Ich arbeite seit sieben Jahre wieder hier und kann bei so Artikeln nur grinsen, da werden sich einige noch sehr wundern in Zukunft.

    • @ToMuch:

      Die USA, das Land der unbegrenzten Idiotien. Und die ausbeuterische Arbeitswelt sieht in den USA so aus: Die reguläre Vollzeitwoche liegt bei rund 40 Stunden, wobei ständige Überstunden die Wochenarbeitszeit schnell auf 60 Stunden anwachsen lässt. Es gibt in den USA auch kein Bundesgesetz, das bezahlten Jahresurlaub vorschreibt. Die meisten Arbeitgeber gewähren vertraglich nur 10 bis 15 bezahlte Urlaubstage. Auch Krankentage (sogenannte "Sick Days") sind separat geregelt und oft auf wenige Tage im Jahr begrenzt. Einen Schutz vor Kündigungen wie im deutschen Arbeitsrecht gibt es auch nicht. Die US-Unternehmen reden auch immer gerne davon, dass man ja eine 'große Familie' ist. Wenn dann aber ein "Familienmitglied" mal krank wird oder ein paar Tage mehr Urlaub haben möchte, dann ist es schnell vorbei mit der Familienzugehörigkeit, denn dann ist er/sie gefeuert.

      Warum schreibe ich das alles? Nun ja, wie es ausschaut möchte Friedrich Merz das alles auch gerne in Deutschland einführen. Für seine 'arbeitsreiche Tätigkeit als Lobbyist' für BlackRock (etwa ein bis zwei Tage pro Woche hat er da laut SPIEGEL "gearbeitet") erhielt Merz übrigens ein Jahresgehalt im sechsstelligen Bereich.

    • @ToMuch:

      "Und es war kein Bullshit-Job, sondern einen, für den es ein abgeschlossenes Studium benötigte."

      Daraus springt einem Arroganz und Verachtung von allen möglichen Dienstleistern entgegen. Jeder Schulbusfahrer ohne Studium hat eine unfassbare Verantwortung. Ohne Klempner läuft hier nichts, erst recht keine Wärmewende. Das u.v.a.m. sind garantiert keine Bullshit Jobs!

    • @ToMuch:

      Too much?

      🇺🇸 - ich war da nie! But



      Eine ruhrpöttlerisch getunte Lebensgefährtin



      Hat es einige Zeit in Washington, D.C. staatlicher Bereich gearbeitet.



      Irgendwann kamen wir auch auf Arbeitszeiten etc. zu sprechen.



      “Ja. Ja. Hör bloß auf! Nix Ruhrpottmaloche.



      Die spielen nen ganz langen Ball.



      Die gehen zwischendurch Einkaufen zum Friseur usw usf



      Niemand sagt was - weil die das ja alle machen!“



      Fakt ist 🤖



      Die Vergleichbarkeit der Länder bei den Arbeitszeiten scheitert in der politischen Debatte meist an einem klassischen Rechenfehler: dem Vermischen von Teilzeit- und Vollzeitdaten. Aktuelle Zahlen von Eurostat und der OECD zeigen drastische Unterschiede, je nachdem, welchen Indikator man wählt.



      Die zwei Seiten der Arbeitszeit-StatistikDie Verzerrung wird im direkten Ländervergleich sofort deutlich:Tatsächliche Wochenarbeitszeit (Alle Erwerbstätigen): Berechnet man den Schnitt über alle Beschäftigten (Vollzeit + Teilzeit), landet Deutschland extrem weit hinten. Der Grund ist die außergewöhnlich hohe Erwerbsquote von Frauen, die in Deutschland sehr oft in Teilzeit arbeiten.Wöchentliche Arbeitszeit (Nur Vollzeitbeschäftigte): Blendet man den Teilzeiteffekt aus und vergleicht nur

  • "vDie Arbeitswelt und ihre Norm der 40-Stunden-Woche sind nicht das, was sie einmal waren. 40 Stunden unter Hochdruck panisch durchzuackern ist nicht das Gleiche, als 40 Stunden gemütlich vor sich hin zu werkeln. "

    Wer arbeitet denn 40 Stunden unter "Hochdruck? Das Einzige was "Hochdruck" auslöst ist in den allermeisten Fällen die Angst irgendeine oberwichtige Chat-Nachricht auf dem Smartphone zu verpassen.

    Wie hoch war eigentlich der Krankenstand bei unseren Eltern und Großeltern, die 48 und mehr Wochenstunden gearbeitet haben?

    • @Tom Tailor:

      Köstlich! Schon einmal 178 Stunden in drei Wochen durchgearbeitet?!? Wir Beamten tun ja nix! :D

    • @Tom Tailor:

      Köstlich! Schon einmal 178 Stunden in drei Wochen durchgearbeitet?!? Wir Beamten tun ja nix! :D

    • @Tom Tailor:

      Unsere Eltern und Großeltern haben eher selten je 48 Stunden gearbeitet. Das waren in aller Regel die Männer. Und die sind früh gestorben.

      • @nihilist:

        Oma und Opa haben zusammen eine eigene Bäckerei geleitet, später dann ist nur noch Opa arbeiten gegangen, für Oma gab es vier Kinder zu erziehen, einen Garten, dreimal so groß wie das Haus zu bewirtschaften, das Haus in Schuss zu halten (Handwerker wurden keine gerufen es wurde alles selber gemacht) und nebenbei wurde sich noch ehrenamtlich in der Kirche engagiert und alten und kranken geholfen. Ich denke Oma hat mindestens genausoviel gearbeitet wie Opa, gleiches gilt für meine Eltern. Beschwert hat sich trotzdem niemand. Früh gestorben ist man damals aus anderen Gründen wie zum Beispiel mangelnde Sicherheit am Arbeitsplatz oder einfach viel schlechtere medizinische Versorgung als heute.

    • @Tom Tailor:

      Unvergleichbar, weil damals auch mit einer Grippe oder mit Beschwerden in den Gelenken weitergearbeitet wurde. Wer sich deswegen ausruhte, galt als faul.

      Dank moderner Aufklärung und Sensibilisierung gegenüber Krankheiten machen Menschen bereits bei den kleinsten Beschwerden krank oder gegen sechs Wochen in Reha. So soll es auch sein, so bleibt der Arbeiter auch mit 75 noch fit.

      • @Troll Eulenspiegel:

        "...so bleibt der Arbeiter auch mit 75 noch fit."



        Was er ja demnächst brauchen wird, wenn's so weitergeht...



        Aber Gottchen: Ich habe vor ungefähr zehn oder zwölf Jahren auch mal erst nach drei Tagen "normalem" Schichteinsatz realisiert, dass ich eigentlich Fieber hatte (wenn auch recht niedriges) und sich gerade eine Lungenentzündung entwickelte... Kommt schon mal vor -man soll ja als verantwortungsvoller Mitarbeiter vor allem drauf achten, dass der Laden läuft.



        Viel krasser war, dass es über die Jahre eine erschreckend hohe Anzahl von Kollegen gab, die sich mit Burnout in die Frühverrentung verabschiedeten, aufgrund des stetig wachsenden Drucks von oben.

  • "Die Arbeitswelt und ihre Norm der 40-Stunden-Woche sind nicht das, was sie einmal waren. 40 Stunden unter Hochdruck panisch durchzuackern ist nicht das Gleiche, als 40 Stunden gemütlich vor sich hin zu werkeln."

    Aha? Da haben also die Generationen zuvor, auf dem Bau, in Industrie und Handwerk, am Fließband, in der Pflege, in 3er Schichten, etc. so "vor sich hingewerkelt"? Und wie erklärt sich die Autorin, dass die durchschnittliche Wochenarbeitszeit in Deutschland zu den drei niedrigsten in Europa gehört, bei den die Krankheitstagen aber im oberen Mittelfeld liegt? Weil hier unter Hochdruck geackert wird, während der Rest Europas eher "vor sich hinwerkelt"?



    Der Artikel macht mich echt sprachlos.

  • Unsere Eltern haben mehr gearbeitet und unsere Großeltern noch mehr, schon alleine weil das Leben an sich schon viel härter war und viel weniger Luxus und annehmlichkeiten der heutigen Zeit bot. Bei meinem Vater waren 14 Stunden schichten, wenn es viel zu tun gab normal, 6 Tage arbeiten war ebenfalls normal. Selbst heute mit 64 Jahren hat er noch Bereitschaft und wenn es erforderlich ist fährt er Nachts oder Sonntags in die Firma....ich denke ein großes Problem ist, dass wir heutzutage einfach nicht mehr mit Belastungen umgehen können und auch überhaupt nicht mehr beigebracht bekommen mit Belastungen umzugehen, wir sind eine Jammergesellschaft geworden.

    • @PartyChampignons:

      Schon eher!

    • @PartyChampignons:

      Und Ihre Mutter?

      • @nihilist:

        Die hat ebenfalls ihr ganzes Leben gearbeitet, war Selbstständig und hat sich nebenbei noch um meine Oma gekümmert die mit im Haus gewohnt hat. Auch sie hatte ein Leben und erfreut sich bester Gesundheit. Bei uns war nix mit Mama macht den Haushalt während Papa arbeiten geht, hier haben beide beides gemacht.

    • @PartyChampignons:

      Da vergleichen Sie Äpfel und Birnen. Die Verdichtung der Arbeit hat Arbeit und ihre Folgen stark verändert. In den meisten Bereichen haben Arbeitszeitverkürzungen durch Verdichtung zu mindestens gleichbleibender Produktivität geführt. Das Band und sein Takt sind für viele durch die Aufträge auf dem Tablet ersetzt worden (Lieferprekariat bis irgendwas mit Medien). Zwang des lebenslangen Lernens, der Takt der Arbeit greift für viele auf die Freizeit über, schöne neue Arbeitswelt.

  • One of the main points • Arbeitsverdichtung🫵

    “Die Arbeitswelt und ihre Norm der 40-Stunden-Woche sind nicht das, was sie einmal waren. 40 Stunden unter Hochdruck panisch durchzuackern ist nicht das Gleiche, als 40 Stunden gemütlich vor sich hin zu werkeln.



    Und bei der heutigen Arbeitsverdichtung tun die Menschen in der Regel Ersteres.…“

    Reminiszenz - etwas her - aber…



    Arbeitszeitverdichtung - im Bereich öffentlicher Dienst - via LPVG LandespersonalvertretungsR



    NRW - erwies es sich in den 10 Jährchen + als äußerst schwierig die “gern genommenen“ mit Belastung steigenden - (lediglich) Arbeitszeitverkürzungen - via Mitbestimmung etc sozial einzuhegen.



    Letzteres gelang häufig trotz ausführlichen Erörterungen “…vor und hinterm Tresen“ nicht oder nicht wirklich.



    Die Folgen liegen wie beschrieben und belegt auf der Hand.



    Mich hat es immer mehr als irritiert daß Dienstherren geneigt waren - die Personalräte



    “ außen vor zu halten“ !🧐🙀



    (btw ausgerechnet NRW-LPVG - mit eher bedienstetenunfreundlichen Schlag!;((

  • "...die viele Arbeit ist für niemanden dauerhaft machbar."



    Ein ganz klarer Hinweis auf eine grundsätzlich faule Arbeitshaltung, würde unser geschätzter Bundeskanzler vermutlich sagen.

  • halleluja.



    und diese tatsache, die ich eins-zu-eins genau so erlebe, kombiniert mit gary exonomics, das bewusstsein, dass die kaufkraft jahr um jahr sinkt und trotz besserer bildung der lebensstandard immer weiter sinkt, kombiniert mit merz´wahn, wir müssen alle mehr arbeiten, sonst kann sich deutschland nicht mehr seinen wohlstand halten - welchen wohlstand bloss, seinen?

    • @the real günni:

      Es gibt keine bessere Bildung. Mit den Schulbüchern aus der Hauptschule von vor vielen Jahren wären Gymnasiasten von heute überfordert.

  • Wird jemand gezwungen, 40 Stunden zu arbeiten? Ich glaube nicht.

    Wie sieht es denn bei der TAZ aus? Ackern Sie auch panisch durch den Tag?

    • @Dirk Osygus:

      Presse-Journalismus ist allgemein _kein Bullshitjob.

      • @Janix:

        "Presse-Journalismus ist allgemein _kein Bullshitjob."

        Was ist denn ein Bullshit-Job?

        Wenn dieser Artikel nicht geschrieben worden wäre, was wäre dann?

        Wenn die Altenpflegerin morgens wegen Krankheit nicht aufsteht, was ist dann?

        Diese ständige akademische Überheblichkeit ist mit ein Grund für den Aufstieg der extremen Rechten, die die "Eliten" verachtet.

    • @Dirk Osygus:

      Die wenigsten. Man sollte aber auch bedenken das ca. 25 Prozent der Arbeitnehmer von 15 Euro Stundenlohn profitiert hätte vor der letzten Bundestagswahl. Die haben wohl keine Wahl.

      Die dürfen sich aber bei SPD und Grüne bedanken, anstatt eine Diskussion zu entfachen um es in die EU Mindestlohnrichtline zu schreiben, haben sie es still und heimlich zur EU geschickt ohne darüber zu diskutieren , weil man wollte sich ja das Wahlkampfthema 15 Euro mindeststundenlohn nicht entgehen lassen.

  • Klar, es gibt Arbeit, und jemand macht sie auch hier im Inland. "Bedürfnisse" dürfen dabei auch ins Blickfeld rücken: Was "muss" wirklich sein und was ist nur Statusgehampel und Konsum-Ablenkung von der Leere sonst? Warum nicht etwa Teilzeit ins Auge fassen?



    Doch allgemein ist die Verdichtung wohl da - etwas Hirnfreies zwischendurch macht die KI oder die Werkstudi, also wird's erst recht pausenlos. Die Zahl 8 % lässt erschrecken.

  • Wie richtig dort steht: Stressgefühl! Haben Sie Stress um Job? Klar, wer sagt da nicht ' ja ' zu.



    Mal Bullshit Jobs abräumen, mal Themen sauber verteilen.



    Haben unsere Eltern nur so vor sich hingewerkelt? Oder die 60 Jährigen?



    Mal persönlich entschleunigen.fie da so gestresst sind.



    Was ist eigentlich Stress? Für mich: Nicht mehr ein- noch auswissen wie es weitergeht. Panik.



    Alles andere halte ich für Empathiegedöns.... "och du Arme, hast aber auch so viel zu tun". Ein Massenphänomen, das so typisch Deutsch ist, allein die Art der Diskussion.... nämlich ein ganzer Wust von Punkten, keiner richtig auflösbar?

  • Auch wenn ich mich damit unbeliebt mache - ich sag's dennoch:



    Wenn ich bis zu 200 mal pro Tag auf mein Smartphone starren würde, wäre ich am Ende des Tages auch gestresst.

    • @Il_Leopardo:

      Damit machst du dich nicht unbeliebt. Der Einfluss digitaler Medien und Bildschirmkonsum auf das Stresslevel ist klar wissenschaftlich nachgewiesen.

    • @Il_Leopardo:

      Das ist definitiv Teil des Problems

    • @Il_Leopardo:

      Da saß ich letztens im Bus einem vermutlichen 70er gegenüber. Gute 20km Stadtverkehr lang hat der gescrollt und gescrollt. Dann hat er das Gerät ausgeschaltet und in die Brusttasche seines Hemdes gesteckt. Für geschlagene 15 Sekunden...



      Ich bin im Übrigen selbst ein 70er - hat also nix mit Altersdiskriminierung zu tun...

      • @Der olle Onn:

        Wenn es nicht der Busfahrer war, hat es zumindst nicht zum Stresslevel der Arbeit beigetragen...

  • Da wir leider in einer Oligarchie leben, wo die reichen Familien ihre Interessen über Politik und Medien gezielt platzieren, und gleichzeitig die Demographie ein Sinken der Bevölkerungszahl vorhersieht, wird das Arbeitspensum vorraussichtlich eher noch steigen als sinken, und damit auch logischerweise stressbedingte Ausfälle.

    Aber wie sagte doch unser Champagner-schluerfender Bundeskanzler aus der Mittelschicht mit den Privatflugzeugen: Wir Deutschen sind einfach zu faul.

  • Egal, Merz will Schmerz. Wer Burnout hat, soll es als stolze Narbe tragen. Der 12h-Arbeitstag wird kommen.

    • @Troll Eulenspiegel:

      Momentan erzählt Friedrich Merz ja den Bürgern ständig, dass sie gefälligst mal mehr arbeiten sollen, denn schließlich darf der Wohlstand der Reichen nicht durch den Müßiggang der kleinen Arbeitnehmer in Gefahr geraten.

      Die Merz(CDU)/Söder(CSU)/Klingbeil(SPD)-Koalition treibt nur noch die kleinen Bürger vor sich her, während die Reichen in diesem Land immer reicher werden.

      Apropos 'reicher werden'. Wenn man reich mit Aktien wird, dann muss irgendein "armes Schwein" in der Welt ja dafür schuften (Aktien arbeiten nämlich nicht), der vielleicht nicht einmal so viel verdient, dass er 3 Mahlzeiten für seine Familie am Tag zusammenbekommt.

      Die Denkweise des ausufernden Kapitalismus - der Mensch und Natur ausbeutet - wird immer schlimmer.

      Und jetzt haben wir sogar einen BlackRock-Lobbyisten zum Kanzler gemacht, der wohl 'ab und zu' mal im Privatflugzeug über seine deutschen "Untertanen" fliegt und schaut ob die Arbeiter auch fleißig für seine reichen Aktienfreunde malochen.

      • @Ricky-13:

        Ständig erzählt der Kanzler das gerade nicht, muss nämlich mit Kabinettsumbildung selbst arbeiten. :)

  • "die viele Arbeit ist für niemanden dauerhaft machbar"

    Bereits bei dieser Einleitung musste ich laut lachen. Was für ein First-World-Problem!

    Menschen sind zu vielem in der Lage, können mit Anstrengung erhebliche Dinge meistern. Dazu gehört auch lebenslanges Arbeiten. Allerdings bedarf es dazu Anreize und diese sind in unserer Gesellschaft immer schwerer zu setzen.

    Aber statt dessen die Schlussfolgerung: "unser Arbeitspensum ist nicht mehr zeitgemäß und schlicht nicht dauerhaft machbar".

    Willkommen im gesellschaftlichen Verfall ...

    • @Leo Onlin:

      So billig ist es leider nicht. Zumindest nicht immer und überall.



      Ich habe rund zwanzig Jahre lang in einem Vierschichtunternehmen gearbeitet. Als ich dort mit Mitte Vierzig anfing war es noch im Aufbau, an der sehr großen Produktionsanlage - ca. 25m lang und 5m breit - waren bei Temperaturen bis 40° Celsius in 12 Stunden-Wochenendschichten sechs bis sieben Leute beschäftigt. Als ich in Rente ging gab es am selben Arbeitsplatz nur noch deren drei, die zudem auch mit dem Abtransport des Fertigmaterials beschäftigt waren, den vorher ein Staplerfahrer übernehmen musste. Darüber hinaus kamen an anderen Arbeitsplätzen stetig neue Aufgaben, wie Verpackung und Abtransport der Fertigprodukte und immer umfangreichere Dokumentation hinzu, die Zeit fraßen. Und vor allem die Entspannungsminuten zwischen den einzelnen Tätigkeiten gegen Null schrumpfen ließen. Man musste da schon recht erfahren und routiniert sein um zwischenzeitliche Störungen zu meistern.



      Und als sei das alles noch nicht genug beschlossen die amerikanischen Shareholder in einem Handstreich die bezahlten Pausen abzuschaffen... Nein - nicht die Pause an sich - das wäre dann doch nicht gegangen - sondern nur deren Bezahlung.

      • @Der olle Onn:

        Kenne ich so ähnlich, allerdings waren im 4-Schichtbetrieb am Wochenende auch immer acht Stunden die Regel. Mittlerweile ist der Laden runter auf 3-Schichtbetrieb, dafür sind es dank des Klimas jetzt mehr Tage mit 35 bis 40 Grad, auch weil die Maschinen zusätzlich den Laden aufheizen und aufgrund der Temperaturen öfter mal die weiße Flagge raushängen lassen. Pausen werden auch nicht bezahlt, man muß ja irgendwie auf die vereinbarten 37 Stunden pro Woche runterkommen. Bei dem mittlerweile zusätzlichen Dokumentationsblabla kann man locker auch eine Sekretärin mit Schlepptop mitschleifen. Die Besetzung wurde von fünf auf drei Leute reduziert und jedes Mal bricht Panik aus, wenn jemand krank wird oder Urlaub hat. Scheint also in der Produktion ein gängiges Vorgehen zu sein, dafür sind bei uns die Büros gut besetzt (natürlich klimatisiert).

    • @Leo Onlin:

      Wie sollen denn die Anreize aussehen? Das Leben besteht nur aus Arbeit und wer nicht mitmacht, verhungert?

      Natürlich ist Arbeit notwendig. Aber nicht grenzenlos. Niemand sollte sich für die Profite anderer krank schuften müssen.