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Linkspartei in Baden-WürttembergThe Länd sieht rot

Kommentar von

Korbinian Strohhuber

Erstmals könnte die Linke in den Landtag von Baden-Württemberg einziehen. Progressive im Südwesten haben kaum eine Alternative.

Das Spitzentrio zur Landtagswahl in Baden-Württemberg 2026: Mersedeh Ghazaei (l-r), Kim Sophie Bohnen und Amelie Vollmer Foto: Bernd Weißbrod/dpa

V or der Bundestagswahl 2025 noch totgesagt, ist die Linkspartei derzeit im Höhenflug. Zum Anfang dieses Jahres zählt sie rund 123.000 Mitglieder, doppelt so viele wie ein Jahr zuvor. Die Neuen waren mal bei den Grünen oder mal bei der SPD, manche kommen sogar aus dem linksautonomen Spektrum. Wiederum andere haben zuvor mit linker Politik und Theorie ziemlich wenig am Hut gehabt. Einen Nachteil hat das gewiss auch: Diese bunte Truppe beisammen zu halten und auf Linie zu bringen, dürfte einigen in der Parteispitze gerade ziemliches Kopfzerbrechen bereiten.

Nun steht aber erstmal anderes an. Fünf Landesparlamente werden dieses Jahr neu gewählt, die Linke will an den Erfolg der Bundestagswahl anknüpfen. Den Beginn macht die Landtagswahl in Baden-Württemberg. Am 8. März, der auch der Internationale Frauentag ist, könnte den Linken ein Coup gelingen: Bislang haben sie es noch nie in den Stuttgarter Landtag geschafft, nun sehen die letzten Umfragen die So­zia­lis­t*in­nen stabil bei sieben Prozent.

Bild: privat
Korbinian Strohhuber

ist Redakteur bei kontext. Er hat Kommunikations- und Politikwissenschaft studiert und ist extra für den Job bei der Wochenzeitung ins „schöne Schwabenländle“ (Strohhuber) gewechselt.

Linke-Stars wie Heidi Reichinnek, Fraktionschefin im Bundestag, werden bei diesem Erfolg, sofern er sich verwirklicht, von großer Bedeutung gewesen sein. Nicht umsonst tourt die Parteiprominenz – neben Reichinnek auch die beiden Parteichefs Jan van Aken und Ines Schwerdtner – in den Wochen vor der Wahl durch Schwaben und Baden. Am höchsten ist das Wählerpotential beim linken-typischen Milieu: jung, vorwiegend weiblich, akademisch. Passend tritt die Linke mit drei Frauen unter 30 Jahren als „Spitzentrio“ an, die einzigen Frontfrauen überhaupt bei dieser Wahl.

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Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten, linken Meinungsspektrums.

Abseits von den bundesweit zutreffenden Gründen lässt sich der gestiegene Zuspruch mit dem sonstigen politischen Angebot in Baden-Württemberg erklären. Die soziale Schieflage im Land, der Stellenabbau in der Automobilbranche und die hohen Mieten in Städten wie Stuttgart, Heidelberg und Freiburg sind zentrale Themen der Linken. Als Stimme für soziale Gerechtigkeit und eine alternative Politik wirkt sie authentisch: Ihre Abgeordneten werden die Mandatszeit auf zwei Legislaturperioden begrenzen und die Diäten deckeln. Mit Sozialsprechstunden, Heizkostenchecks und Haustürwahlkampf sind sie nah an den Problemen der Bürger*innen.

Konkurrenz haben sie im linken Lager damit eigentlich kaum. Seit 15 Jahren stellen die Grünen mit Winfried Kretschmann den Ministerpräsidenten. Er mag zwar einen großen Teil der bürgerlichen Gesellschaft zu ihrer Zufriedenheit vertreten haben. Aber die progressive Wählerschaft dürfte damit hadern, mit ihrer Stimme erneut den Grünen einen Regierungsauftrag zu erteilen. Nun eben mit Cem Özdemir statt Kretschmann an der Spitze.

Der grüne Anwärter auf das höchste Landesamt ist es selbst, der in den vergangenen Wochen die Sonderrolle seines vom Realo-Flügel dominierten Landesverbandes betont hat: Dieser sei sowas wie die „CSU der Grünen“, der einen unabhängigen Kurs auch „gegen Widerstände in der Partei“ fährt, sagte er der Süddeutschen Zeitung im Interview. An anderer Stelle hebt er stolz hervor, dass seine Grünen schon Kontakt zu Wirtschaftsverbänden gesucht haben, bevor das bei den Bundesgrünen überhaupt denkbar gewesen wäre.

Özdemir und Merz

Der wirtschaftsnahe Kurs schreckt eine linke Wählerschaft ab. „S'Hemd schwitzt net alloi“, gibt der gebürtige Schwabe und Sohn türkischer Einwanderer wiederholt zum Besten. Alle müssen anpacken, soll das heißen. Dabei klingt er, als könnte er sich ziemlich gut mit CDU-Kanzler Friedrich Merz verstehen. Auch einen Feiertag wäre Özdemir für die Wirtschaft zu opfern bereit. Zugunsten der Autoindustrie geben sich er und Kretschmann auch beim EU-weiten Verbrenner-Aus bis 2035 flexibel. Nicht einmal Anzeichen von Bauchschmerzen, die Bundesgrüne noch zu Ampel-Zeiten bei Kompromissen zum Ausdruck brachten, sind dabei zu vernehmen. Zum anderen hat sich gezeigt, wie ökologische Kernpositionen der Partei angesichts realpolitischer Verantwortung erodieren.

Die grüne Umweltministerin Thekla Walker glänzte nicht gerade beim Skandal um ein Treibhausgasleck bei einem Chemiekonzern im Kreis Heilbronn. Bereits Anfang 2024 wurde sie darüber informiert, dass Tonnen an Schwefelhexafluorid seit geraumer Zeit in die Atmosphäre strömen. Die Öffentlichkeit erfuhr erst im vergangenen Dezember davon. Und mehr als einmal klagte die Deutsche Umwelthilfe gegen die baden-württembergische Landesregierung, weil diese sich nicht an ihr eigenes Klimaschutzgesetz hielt.

Natürlich trat vor allem die Koalitionspartnerin CDU in Sachen Klimaschutz auf die Bremse. Doch stets war es die Kretschmann-Partei, die in den vergangenen zehn Jahren des gemeinsamen Regierens bemüht war um Harmonie. Nie stellten sich die Grünen auf die Hinterbeine. Nicht, als ein CDU-Staatssekretär eigenmächtig einen Vertrag zur Einführung der Palantir-Software bei der Polizei unterzeichnete. Auch nicht, als CDU-Bauministerin Nicole Razavi die Städte Konstanz und Mannheim aus der Mietpreisbremse ausnahm. Das alles dürfte zwar einigen in der Grünen-Fraktion nicht gefallen haben, Widerstand war aber nicht laut zu vernehmen.

Eine Koalition jenseits von Schwarz-Grün scheint derzeit ausgeschlossen, die CDU liegt in den Umfragen vorne. Wer angesichts der grünen Zahnlosigkeit enttäuscht ist, hält Ausschau nach Alternativen. Die SPD wirkt blass und muss mit ihrem historisch schlechtesten Ergebnis rechnen. Ihr Spitzenkandidat Andreas Stoch hat sich zudem ins Abseits gestellt mit der Ansage, unbedingt regieren zu wollen – zur Not auch mit der FDP und CDU. Eine klima- und sozialpolitische Wende wäre in dieser Konstellation nicht zu erwarten.

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Die Linke hat den Vorzug, keinen Anspruch auf irgendwas zu erheben, außer eine laute Opposition zu sein. Einen kostenlosen Nahverkehr und einen kostenlosen Bildungsweg von der Kita bis zur Uni sowie ihre Ideen für die Entlastung auf dem angespannten Wohnungsmarkt werden sie damit nicht umsetzen. Aber sie können die politische Agenda mitbestimmen und damit auch die Grünen zwingen, sich ein sozialeres Profil zuzulegen. Kurzum: Veränderungen bewirken, ohne mitzuregieren.

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124 Kommentare

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  • Aufgrund welcher überragenden politischen Erfolge



    / Umsetzungen kandidiert Cem Özdemir eigentlich wieder, oder sieht es sich nur noch bis zur Rente als Berufspolitiker, parteiübergreifend als Alibi



    - Quoten Migrant der ganzen,



    " Regierungsflotte " ?

    • @Alex_der_Wunderer:

      "Quoten-Migrant" ist auch so ein Begriff, der gegen die Wahl der Linkspartei spricht. Nicht nur Antisemitismus ist dort das Problem. Auch Rassismus ist dort mit der BSW nicht aus der Partei raus gezogen.

      • @Prinz Leonce vom Königreiche Popo:

        @ Prinz Leonce vom Königreiche Popo



        Kleine Information an Sie - Fakten sind keine Begrifflichkeiten.



        Lassen Sie sich doch bitte nicht immer wieder von Parlamentariern vorführen.

  • In den aktuellen Umfragen liegen die Grünen nur noch knapp hinter der CDU und haben nun eine reale Chance den Ministerpräsidenten zu stellen.

  • Vorwärts immer, rückwärts nimmer! Die Faust zum Gruße!

  • Schritt für Schritt schrotten junge Menschen das Fundament der SPD, die Menschen, die der Linkspartei beitreten und sich dann auch noch dort engagieren, die tragen die Reste der SPD davon und das ist auch der Grund, warum das im Süd-Westen jetzt läuft. Die SPD bringt den Wählern dort nicht mehr das klare Statement, was es im Angesicht eines neoliberalen Merz und einer wiedererstarkten Union in Stuttgart eben braucht. Wenn es die Linke schafft, werden da noch mehr Menschen mitmachen und beitreten. Wir können gerade sehen, wie es ist, wenn eine Partei sich langfristig auf den Weg macht. Ähnlich war das MItter der 1980er mit den Grünen, damals waren sehr viele Mitglieder jung, kamen aus den Unis und Fachhochschulen. Das war das Fundament für den Siegeszug der Grünen. Das ging übrgins auch zu Lasten der SPD und der Siegeszug der Linken reduziert die SPD direkt. Diese Partei frisst sich direkt in die Millieus und Themen rein, vielfach mit viel Gespür und Humor. Sollte dieser Trend anhalten, wird es für die Jusos eng, dann gibt es authentische Jusos, MItgliederd er Linken, die jung und gebildet, engagiert und klassenbewusst sind...

    • @Andreas_2020:

      Glückauf - kann ich da nur sagen & welcome

      & grad mal nur zum Beidspiel mit



      SPezialDemokratensegen plus Tarnfleck



      “Kamikazedrohnen für die Bundeswehr



      Wie die Rüstungsindustrie auf Staatskosten profitiert



      Die Bundeswehr will neue Waffen kaufen: Kamikazedrohnen. Großaufträge gehen nun an zwei Start-ups – obwohl sich deren Drohnen erst beweisen müssen.“ 🙀🧐🥳



      Ja wie? Dess hettemer doch scho mal! Gell



      share.google/VboMsdf7jUlWnMe01



      Die Präsentation eines aus Holz und Pappe bestehenden verkleinerten Modells des geplanten HS 30 fand am 28. März 1956 vor dem Verteidigungsausschuss des Bundestages statt. Die Schweizer Firma Hispano-Suiza stellte dieses Modell vor, um den Schützenpanzer (lang) HS 30 zu präsentieren, der später in der HS-30-Affäre um Franz Josef Strauß eine zentrale Rolle spielte.



      tatsächliche HS 30 war ein 14,3t schwerer Schützenpanzer, der sich später als technisch mangelhaft herausstellte (schwache Ketten, Probleme bei Motor und Getriebe).



      Bilder des Holzmodells selbst sind in den öffentlichen Archiven rar, jedoch wird der Vorfall oft im Kontext der frühen Beschaffungsprobleme der Bundeswehr dokumentiert. Bilder des späteren, HS finden sich im Bundesarchiv

  • Danke für die klare Einordnung.

  • Und wieder liest man hier in Kommentaren das gebetsmühlenartige Narrativ eines "Antisemitismus der DIE LINKE", von einer sich nicht genügend distanzierenden DIE LINKE und (natürlich!) Linken von Antisemitismus, Hamas...



    Aber kann es Antisemitischeres geben, als die Perfidie zu behaupten, eine ganze Kette fanatischer, ultrareligiöser, völkisch-autoritärer Regierungen, ihr korruptes Führungspersonal, das jeder rechtsstaatlichen Verurteilung widersteht, die unabweisbare Praxis der Entrechtung, Enteignung, Vertreibung, Besetzung, Ausweitung seiner Geografie, die vielen Toten, seien quasi und letztlich legitimer Ausdruck jüdischer Existenz, des jüdischen Kulturkreises in der Welt. Der legitime und zu Normalisierende Ausdruck israelischer Gesellschaft - "Der einzigen Demokratie in der Region"?

    Ich folge diesem antisemitischen Narrativ nicht. Ich glaube nicht, dass das den jüdischen Kulturkreis, das Jüdische, oder eine demokratische Gesellschaft repräsentiert.

    Ich sehe darin einen Antisemitismus der Moderne, der letztlich "dem Juden" unterstellt kollektiv so zu sein, wie es die radikalsten antisemitischen Zuschreibungen seit je her behaupteten.

    • @Elise Hampel:

      Ich stimme mit Ihnen überein, dass es statthaft ist, die Heuchelei - möglicherweise Perfidie (?) - derjenigen anzuprangern, die den Antisemitismus-Vorwurf pauschal gegen Linke richten, um damit ihr (partei)politisches Süppchen zu kochen. Oder noch schlimmer: jede Kritik an der menschenrechtswidrigen israelischen Politik gegenüber den Palästinensern (aber auch dem aggressiven Auftreten Israels im Libanon) mit dem Antisemitismus-Verdikt zum Schweigen bringen zu wollen.



      Charlotte Wiedemann hat im Kontext der deutschen Erinnerungskultur die Heuchelei der selbsternannten Antisemitismus-Jäger hierzulande treffend aufs Korn genommen: taz.de/Deutsche-Er...spolitik/!6157492/



      Und wahrscheinlich ist Ihr Begriff „Antisemitismus der Moderne“ auch nicht ganz abwegig, um die Geisteshaltung jener zu beschreiben, die in allem und jedem - vor allem aber bei Linken und Muslimen - Antisemitismus wittern, um ihre eigene illiberale Agenda zu verbergen und Deutschland in geschichtsrevisionistischer Manier wieder rein waschen zu wollen.



      „Schaut her, wir haben unsere Lektion aus der Shoa gelernt.“ Nein eben nicht, wenn israelische Kriegsbrechen in Gaza relativiert oder gerechtfertigt werden.

      • @Abdurchdiemitte:

        Ich verwende "Antisemitismus der Moderne" für das, was tatsächlich wirklich und oft ehrlichen Herzens meiner Ansicht nach (noch) nicht als eine Modernisierung antisemitischer Stereotype, Ressentiments Traditionen begriffen ist.



        Z.B. funktioniert der oft gesprochene Satz "In Deutschland ist für jüdische Menschen kein sicheres, friedliches und selbstverständlich respektiertes Leben möglich" im Kontext mit der scheinbaren Plausibilität "Israel ist für Menschen des jüdischen Kulturkreises die einzig sichere und gesicherte Heimstatt"



        als faktische Funktion einer antisemitischen Realität für meine Deutschen Mitbürgerinnen und Nachbarn des jüdischen Kulturkreises: Sicher seien sie nur in ihrem eigenen Staat. Eigentlich sind sie "Israelis" ihr Land Israel. Dessen Geografie dabei noch nicht mal alle "aufnehmen" könnte und kann - ohne gleichzeitig bereits ansässige Bevölkerung zu entrechten, zu enteignen, zu vertreiben.

        "Kampf gegen den Antisemitismus" wäre also und müsste lange schon die Schaffung von Verhältnissen und Wirklichkeit sein, aus der nicht überall auf der Welt und eben auch in Deutschland meine jüdischen Nachbarinnen und Mitbürger glauben nach Israel zu müssen.

    • @Elise Hampel:

      Der Ton macht die Musik und die Auswahl der Angriffsziele. Tatsache ist, dass Israel von vielen Linken AUFFÄLLIG kritisch beäugt wird - zumal im Vergleich zu anderen Staaten, die es mit den Menschenrechten nicht so genau nehmen. Auch die Rufe nach Sanktionen sind radikaler und ausgrenzender, als man das gegenüber anderen "Bad Boys" der Zeitgeschichte hört. Hinzu kommen Narrative über die aktuelle Rolle Israels, die vor antisemistischen Klischees nur so strotzen.



      Es ist also in der Tat nicht notwendigerweise so, als würden alle Juden von diesen Kreisen über den Kamm "Israel" geschert (obwohl leider auch das durchaus passiert und zu Ausschreitungen gegenüber Juden außerhalb Israels führt - wofür die antiisraelischen Brandredner natürlich KEINE Verantwortung übernehnmen wollen), aber umgekehrt schwingen merklich bei der Anti-Haltung gegenüber dem Land antisemitsche Ressentiments mit. Von der teilweisen Verharmlosung von Organistationen, die offen die Vernichtung Israels anstreben, fange ich gar nicht erst an.



      Sich als linke Partei von diesen Tendenzen glaubhaft - also z. B. ohne dreimal so langes "ABER..." dahinter - zu distanzieren, ist zumindest in Deutschland eine Bringschuld.

      • @Normalo:

        Wenn lediglich der Ton die Musik macht, dann hat die Mitforistin @Elise Hampel sachlich wahrscheinlich nicht ganz unrecht, selbst wenn Sie den Ton als übersteuert empfinden.



        Ja, Antisemitismus betrifft auch Die Linke. Aber seit 1949 gibt sich Deutschland der Lebenslüge hin, es hätte die richtigen Lehren aus dem Holocaust gezogen, indem es genüge, Israel wirtschaftlich und mit Waffen zu versorgen. Über Polizeistreifen vor Synagogen und Hakenkreuz-Schmierereien müsse man dann nicht mehr reden..



        Spätestens seit dem Gaza-Krieg ist dieses Paradigma jedoch zerstört.



        Wer es aber in Frage stellt, wird mit einem wütenden Antisemitismus-Verdikt belegt (es nennt sich israelbezogener Antisemitismus).



        Ich warne aber davor, jegliche Kritik an Israel, ja selbst die Kritik am Zionismus - genauer: die Entwicklung des Zionismus von einer jüdisch-emanzipatorischen Idee hin zu einem rassistischen, ethnonationalistischen Konzept - als Spielart des Antismitismus zu markieren.



        Zumindest verengt das Diskursräume, im schlimmsten Fall führt es in den Autoritarismus, wenn Andersdenkende mundtot gemacht werden sollen (s. auch die Schlagloch-Kolumne von Charlotte Wiedermann).

        • @Abdurchdiemitte:

          Ich denke, ich habe ziemlich genau beschrieben, wo ich den Antisemitismus wittere. Davon werde ich nicht abgehen, auch wenn Sie natürlich Recht haben, dass man den Vorwurf auch missbrauchen kann.



          Und sorry, Ihre Antwort ist genau das, was ich in meinem letzten Absatz spitz andeutete: Ein GANZ kurzes, vages Zugeständnis am Anfang, und dann folgt nur noch wortreiches und den Spieß möglichst rumdrehendes "Aber...". Antisemitismus ist ein No-Go in der deutschen Politik. Wenn man, wie sie eingestehen, davon "betroffen ist", dann sollte man das ausräumen, bevor man den unvermeidlichen, in die umgekehrte Richtung ausgestreckten Finger rausholt.

          • @Normalo:

            Widerspreche Ihrem GEFÜHL, Israel werde "AUFFÄLLIG oft von vielen Linken kritisch beäugt" Zumal das aus meiner Sicht auffällig oft vor allem parteipolitisch gegen DIE LINKE ins Feld geführt wird. Die noch mal was anderes als die Linke ist.



            Die Linke ist historisch ja schon immer eine nicht näher beschriebene Kollektiv-Erzählung für und gegen alles, was die politische Rechte, was die "Reaktionäre Internationale" (Macron) immer schon für den Untergang des Abendlandes, von Sitte und Anstand ausgab.

            Die "Besonderheit" der Kritik an Israel -also ihrer Regierungen seit Jahrzehnten- speist sich schon mal daraus, dass Regierungen Deutschlands keine Waffen, Munition, Ausrüstung, Unterstützung an Hamas, Hizbollah und (hoffentlich schon lange) zum Beispiel an den Iran liefert.



            An Israel aber eben doch.



            Damit fällt schon mal ein Ziel weg, das es auffällig oft notwendig machte, noch einmal ganz anders über Hamas, Hizbollah, oder den Iran zu reden: Wären Regierungen Deutschlands ihr Waffenlieferant.

            Einigkeit - bis in die überwiegende, auch nur irgendwie bedeutende Linke - herrscht also bereits darüber, nicht mit Hamas, Iran verbündet, an ihrer Bewaffnung beteiligt zu sein.

  • Die Linke braucht man in BW nicht wirklich. „ Dampfplauderer“ sagen wir hier dazu, viel Geschwätz, wenig Substanz und vor allem keine Verantwortung.



    Frau Reichinek ist die typische Vertretung dieses inhaltslosen Konzepts getragen von einer Social Media Kampagne. Das war es aber dann auch!

    • @Flocke:

      Mir geht es bei meinem sogleich nachfolgenden fragenden Vergleich nicht um einen Wahlerfolg der Die Linke, aber auch nicht um Schelte an ihr: was haben denn die CDU und die Grünen im Ländle geleistet? .. Sicherlich, dann aber auch nicht bei der Die Linke, kann man nicht allein auf Parteien schauen, sondern auf die Tat- und Finanzkraft (im Wesentlichen Bund und Land zuständig) von Kommunen.

    • @Flocke:

      Trifft es genau:



      „ Dampfplauderer“ sagen wir hier dazu, viel Geschwätz, wenig Substanz und vor allem keine Verantwortung.



      Das es funktioniert, erkennt man gut an der AFD und im Speziellen an deren Spitzenkandidat im Ländle.



      Wie viele % bekommen die? Ca. 20.



      Noch Fragen?

    • @Flocke:

      Weil....?

      • @Earth & Fire :

        …weil inhaltsleer! Nur was erarbeitet wird lässt sich verteilen. Die Linke und „links“ glauben, dass es Geld von Himmel regnet, ist aber leider nicht so. Enteignung von Vermietern ist so ein Beispiel, indem geträumt weiter billig auf Kosten des Staates wohnen zu können. Wird niemals gehen, es sei den, man will DDR Verhältnisse zurückhaben.



        Ungeachtet dessen ist Frau Reichinek ein „No Go“. In Österreich sagen wir dazu „ gschrierenes Weib“ , braucht niemand, der burgeoise Audi A8 is da nur noch das Tüpfelchen auf dem i.

        • @Flocke:

          Als Ökonom muss ich klar sagen, dass Sie sich mit solchem Unsinn für jegliche Diskussion disqualifizieren. Es lässt sich nur unter Anerkennung der wissenschaftlich belegten Ausgangslage über die Folgeseite diskutieren.

        • @Flocke:

          Das ist falsch, Geld ist für einen Staat kein knappes Gut. Er tätigt seine Zahlungen immer von einem Konto bei der eigenen Zentralbank und empfängt dort auch die Steuerzahlungen. Technisch sind seine Zahlungen also ein elektronisches Gelddrucken und die Steuereinnahmen eine elektronische Geldverbrennung:



          politischeoekonomi...ben-taetigen-kann/



          Ein weiteres Märchen ist, dass Gelddrucken immer Inflation verursacht. Das ist nur in ganz seltenen Fällen der Fall: Bei Vollbeschäftigung und bei einer angbebotsinduzierten Hyperinflation. Nur dann sollte eine Schuldenbremse greifen ( www.geldfuerdiewel...gen-buch-inflation ).

    • @Flocke:

      So klingt Pfeifen im Wald.

      Als Stammtischrede über das was halt so zeitgenössisch als "Linke" immer schon von der Gestaltung der gesellschaftlichen, ökonomischen und sozialen Verhältnisse fern zu halten ist.



      Im Interesse von eigentlich wem?

      Würde man mit Ihnen die Vereinbarung treffen, jede und jeder setzt seine gesamte ökonomische und soziale Existenz auf das Ergebnis einer ordentlichen Beweisaufnahme, vor einem ordentlichen Gericht. Kann sie also an den anderen komplett verlieren, ergibt die Beweisaufnahme sachlich, inhaltlich, an Tatsachen und überprüfbaren Fakten gemessen zwingend ein anderes Urteil,



      Sie wären vielleicht nicht so locker mit der Behauptung, bei der DIE LINKE handele es sich nur um "Geschwätz" "inhaltslose Konzepte" und eine "Social-Media-Kampagne"

      Ich schätze DIE LINKE hätte auf der von Ihnen behaupteten Grundlage weder über Jahrzehnte in der Kommunalpolitik zahlreich Amt und Mandat, noch einen Ministerpräsidenten, noch einem regierenden Senat in Berlin in alltäglicher politischer Verantwortung und Gestaltung angehören können.

      Aber vielleicht wollen Sie einfach nicht fleissig, redlich, realistisch und leistungsbereit sein. In Fragen seriöser Diskurse.

    • @Flocke:

      Na Na - da sind zum übergeraschten Schneeeinbruch Frau Holle n paar größere Kiesel zwischen die Flocken geraten - hm.



      Und wer selbst im Glasgeschwätzhaus sitzt - soll sich besser im Dunkln ausziehn! Gelle



      Normal Schonn

      unterm——



      Feine Vorbilder hams dazu im Ländle jja zur Genüge! Gellewelle



      “ Mann hampeln Sie nicht so herum ,



      Sie sind ja Geschäftsführer und nicht Geschwätzführer"



      Da konnte selbst der Pälzer Helmut 🥬 - sich das Lachen nicht verkneifen! Woll



      Frau Tratschke fragt /‚Wer war‘s?



      www.youtube.com/watch?v=WXoHOvxRu9U



      Na klar wer sonst •

  • Schlimm, dass die Kommunisten von heute nicht mal mehr welche sind. Mir gehen die Feindbilder aus!

  • Die Grünen wollen die Liberale Partei der Zukunft werden. Wirtschaftswachstum um jeden Preis soll den wohlhabender Mittelstand als Zielgruppe erreichen...mit ein bisschen Öko-Tünche. So beschrieb der Grünen Parteichef vor zwei Wochen der ZEIT die Transformation der einstigen Öko-Partei. Wachstum, Wohlstand plus Hybrid-Auto lautete die Devise. Dafs reptäsentiert im Ländle Özdemir als Spitzenkandidat, der vor allem Arrogant wirkt. Im Ländle öffnet sich deshalb eine Chance für die "Linke" in den Landtag zu kommen, die auf Rechtsliberal getunten Grünen hoffen, so auf Augenhöhe mit der CDU zu bleiben.

    • @Philippe Ressing:

      Die Grünen wollen nicht erst eine liberale Partei werden. Sie sind schon immer eine sozialliberale ökologisch orientierte Partei gewesen. Das Geschwätz von den "rechtsliberal getunten Grünen" resultiert nur aus dem Unvermögen der Linkspartei mit ihrem Programm für ihre zur AfD weggelaufenen Wähler, für die sie einstmals stand, noch Politik machen zu können.

    • @Philippe Ressing:

      Ich glaube nicht, dass die Grünen liberal sein wollen, sie sind einfach sehr gut ausgebildet, selten arbeitslos, oft im höheren Drittel bei EInkommen und nicht selten erben sie gut (von Eltern, die meist nicht grün waren). Das Milieu der Grünen ist auch ohne Sozialstaat und Wohngeld gut überlebensfähig. Diese Menschen können sich gut über ihre Leistung und ihre Leistungsfähigkeit definieren, aber sie müssen das nicht mit Trompeten herbeimusizieren, sie haben das schon. Auch die Kinder und Jugendlichen dieser Grünen sind meist auf dem Gymnasium, gehen zur Uni und haben kulturelle Bildung erhalten. Die Grünen organisieren mehr oder weniger Bildung- und Leistungseliten, hier zählt nicht der krasse Aufriss, sondern das Nieveau, deswegen werden die Grünen nicht zur FDP, aber ihre Partei kommt aus dem bürgerlichen Milieu und das beeinflusst sie politisch.

  • Ich entscheide den Artikel nicht zu lesen.



    Die Linkspartei wird ein bisschen gehyped..paar Details..dies..das.



    Wenn Özdemir dann verloren hat, kriegen die Linken (und deren WählerInnen) die Schuld, weil sie nicht taktisch genug geschlossen Grün gewählt haben.



    Richtig ist, es liegt am schon als Landwirtschaftslobby-Minister dauereingeknickten Kandidaten und den vielen reichen, weil Steuern "gestaltenden" (alle so clever!), dummen und auch daher egoistischen €DU Wählern nebst Gattinnen.



    Nach uns die Sinn-Flut.

    • @So,so:

      Haha, Sinn-Flut ist gut! Herr Sinn lässt regelmäßig eine ganze Flut von ökonomischem Halbwissen ab. Er konnte z.B. noch nicht schlüssig erklären, warum mehr Geld vom Staat auch bei hoher Arbeitslosigkeit zu Inflation führen soll.

      • @Earth & Fire :

        an Herrn (Un-) Sinn hatte ich noch nicht mal gedacht .



        Aber stimmt.

  • Es tut mir leid, aber genau das ist doch das Problem. Die Linke stellt sich ( wie im Text gefordert) auf die Hinterbeine und betreibt fundamental Opposition. Damit punkten sie bis zu einem gewissen Grad bei den Studentenstädten und in sozialen Milieu. Viel mehr ist da nicht drin. Und die große Mehrheit der Bevölkerung schreckt sie damit ab.



    In BaWü gerade auf dem Land ist die AfD vergleichsweise stark. Gerade bei den Bauern.

    • @Duplozug:

      Die Linke müsste noch besser über rechte Märchenerzählungen aufklären.

  • Fass mal z‘samm -

    Nagel mal nen Pudding an die Wand -



    Nach allen Hosenlöchern offen! Gell



    Fläddle🥣 halt •

    • @Lowandorder:

      Sorry - meinte damit - naturellement - die -



      Vert Bourgeoise im Lände - na logo •

  • Gut! Endlich!

    • @Land of plenty:

      👍, denn wer noch sozial denken kann, der wählt 'Die Linke' (meinetwegen auch die Grünen), aber nicht die konservativ-neoliberalen "Volksvertreter" aus der CDU/CSU/SPD/FDP/AfD, sonst haben wir hier auch bald US-amerikanische Verhältnisse, wo nur noch die Superreichen das Sagen haben.

      • @Ricky-13:

        👍👍



        Jupp

  • Willst du nix verändern, dann wähle Links. 7% heißt: Außer haltlos rumprovozieren geht nicht viel.

    • @Tom Farmer:

      Hier hat jemand eindeutig noch nicht das Programm der Linken gelesen.

    • @Tom Farmer:

      Anders formuliert:

      Wählt nicht die Linke! (Die wählen eh nur wenig Menschen, daher können die nichts verändern.)



      Wählt lieber die gleichen Parteien, die alle wählen und bisher gewählt haben! (Die verändern zwar nichts, aber sie könnten es wenigstens, weil sie genug Stimmen bekommen.)

      /Sarkasmus (aber wie ernst kann der ursprüngliche Kommentar bitte gemeint gewesen sein?)

    • @Tom Farmer:

      Wen oder was müsste man denn wählen um was zu verändern und warum?

      • @Nansen:

        Das ist die 1 Mio Dollar Frage.



        Ich befürchte wählen oder nichtwählen ist derzeit egal. Der einzige Grund noch wählen zu gehen ist die AfD kleinzuhalten. Blöd nur, bei der erwartbaren Politik der dann Gewählten wird die dennoch stärker...., bei der nächsten Wahl.

        • @Tom Farmer:

          Und was bedeutet das jetzt für Ihren ersten Kommentar?

  • Die Linken würden, so wie die Grünen auch, in der Verantwortung dann erfahren müssen, dass viele Ideologien an der Realität scheitern.

    Die Situation in der Automobilindustrie zu lösen traue ich ihnen am wenigsten zu.

    Wir haben für die Anzahl an Menschen zu wenige Wohnungen in unserem Land.



    Die beste Lösung wäre mehr zu bauen. Dafür bedarf es Rohstoffen, die wir aber im Abbau begrenzen zugleich aber auch die Wiederbenutzung von Baumaterialien einschränken. Dazu wahnsinnige Genehmigungsverfahren, die teilweise aufwendiger und teurer sind als das Bauen selbst. Das hat noch keine Regierung in den Griff gebracht.

  • BaWü ist also ein kontrastreiches Land, wo Stadt- und Landbevölkerung wirklich sehr unterschiedlich wählen. Einerseits konnten Rechtsaußenparteien speziell dort nicht erst seit neuestem immer wieder ungewöhnlich gute Ergebnisse erzielen (erinnert sich noch jemand an die "Republikaner"?). Dem stehen aber - auch prä-Kretsche - die ersten grünen Mehrheiten und Oberbürgermeister gegenüber. Die dortigen Grünen mag im Vergleich zur Restpartei ein deutlich schwärzlicher Schleier umwehen, aber sie sind immer noch linker als so mancher SPD- oder JEDER Unions-Landesverband - und konnten sich dort durchsetzen.



    Nur eins mögen sie im Ländle (außerhalb des hängengebliebenen Studi-Revoluzzer-Milieus) notorisch eher nicht so: Rote - egal ob zart- oder sattrot. Von daher sind 7% sicher ein Erfolg, aber dabei wird's dann wahrscheinlich auch bleiben.

    • @Normalo:

      Diese 7% Linke sind also das Wählerpotential, das die Grünen links liegen lassen, um mit der Mitte alleine auf insgesamt über 20% zu kommen.



      Linke Grüne wären für mich nicht wählbar.



      Aus meiner Sicht machen die Grünen hier etwas wirklich richtig.

      • @Carsten S.:

        Erinnern wir uns daran, dass die Grünen in BaWü in ihren Hochzeitsn unter Kreischmsnn auch schon mal über 30% geholt haben (und damit deutlich über der CDU lagen)?



        Also doch wohl nicht alles richtig gemacht.😉

        • @Abdurchdiemitte:

          Kretschmann kann es halt nicht ewig machen. Aber das ist Biologie, kein Fehler der Partei. ;-)

      • @Carsten S.:

        Die Frage ist halt, wieviel von der eigenen Agenda man unter den Teppich kehren muss, um diesen "Durchbruch" zu schaffen. Der Wähler gibt's, der Wähler nimmt's. Am Ende hast für das ganz Wenige, was Du trotz Anbiedern an die breiten Wählerschichten (die Dich in Reinform für unwählbar halten würden) doch durchgesetzt hast, dass sie Dich wieder ins zweite Glied schicken. So sieht das andere Extrem zum Sterben in einsamer politischer Schönheit aus. Dass man die goldene Mitte zwischen beiden Extremen getroffen hat, wird einem mit Glück die Geschichtsschreibung bescheinigen. Die Anhänger der Extrempositionen aber können das aus Prinzip nicht zugestehen. Die werden immer kümen, man sei zu weit in die jeweils andere Richtung abgedriftet.

    • @Normalo:

      "---notorisch eher nicht so: Rote - egal ob zart- oder sattrot.""



      ==



      Die SPD erzielt in Baden-Württemberg traditionell in den stärker urbanisierten und industriell geprägten Regionen ihre höchsten Wahlergebnisse. Einige Beispiele :



      =



      --Neckar-Odenwald-Kreis: SPD 2024 mit 19,8 %



      --Mannheim (Stadtkreis): Mannheim ist SPD-Hochburg und erreichte 2024 -- 18,5 % der Stimmen.



      --Heidelberg : Ähnlich wie Mannheim -- SPD 15,9%



      --Region Ludwigsburg: Besonders in den städtischen Räumen um Stuttgart SPD -- 15,2%, wie Ludwigsburg SPD -- 15,2% und Nürtingen und Göppingen ist die SPD verankert,



      =



      Die deutsche Märzrevolution 1848 begann nicht nur in Baden, sondern endete auch hier -- in diesem Sinn prägte die SPD historisch Koalitionen in Baden die Weimarer Zeit entscheident mit.



      =



      Klartext: Die SPD schwächelt im Süden - okay - aber eine angebliche behauptete angeborene Abstinenz der Schwaben gegen die Sozialdemokratie ist ein korrekturbedürftiges stark hinkendes Vorurteil.



      Die schlechte Nachricht: Die SPD ist wie ein Kanarienvogel



      im Kohlebergbau - das Thermometer ihrer Schwäche zeigt den Vormarsch der Rechtsextremisten an.

      • @zartbitter:

        Den letzten Satz finde ich sehr bedenkenswert. Aber ansonsten wage ich, bei meinem "Vorurteil" zu bleiben. Hehre Wurzeln der Sozialdemokratie ersetzen keine Wählerstimmen. Und Ergebnisse in Landtagswahlen früher um die 30% und seit der Wende bis auf einmal immer darunter (zuletzt im freien Fall) sind beileibe keine "standesgemäßen" Werte für die SPD in einem so hoch industrialisierten Bundesland.



        Dass es in ein paar Städten nicht ganz so mies lief wie vielleicht anderswo, ändert aus meiner Sicht nichts daran, dass weder SPD noch Linke in BaWü insgesamt je wirklich den Fuß in die Tür bekommen haben. Ein paar Leuchttürmchen machen noch keinen Sonnenschein. Als nächstes weisen Sie noch auf München und Nürnberg und behaupten, die SPD sei ja in Bayern so furchtbar stark...



        Nix für ungut, aber wenn Sie diese Zahlen für einen starken Rückhalt in der Bevölkerung halten, dann ist das schon ein Eingeständnis, dass die wahren Früchte der Macht im Ländle für die Partei einfach zu hoch hängen.

        • @Normalo:

          BaWü ist also ein kontrastreiches Land, wo Stadt- und Landbevölkerung (...) unterschiedlich wählen - dieser Satz stammt von Normalo. Und Normalo 22.52 macht jetzt eine Rolle rückwärts - um was zu erzählen?

          • @zartbitter:

            Wie es oben steht: Es gibt in BaWü - meist auf dem Land - erstaunlich viele Rechtsaußen, aber andererseits auch eine bundesweit einzigartige - überwiegend urban basierte -Bereitschaft, den Grünen eine Chance zu geben, und nicht nur die eine. Das IST kontrastreich. Nur ist eben zwischen all dem Grün, Schwarz, Braun und auch einem überdurchschnittlich stabilen gelben Tupfer der Platz für Rot schon seit Jahrzehnten eher kurz gekommen.



            Das fliegt dort einfach nicht wirklich. Und darüber können auch vereinzelte "Hochburgen", wo es noch für über 15% reicht, nur Jemanden hinwegtäuschen, der das Tiefstapeln schon so verinnerlicht hat, dass er es gar nicht mehr bemerkt.

    • @Normalo:

      "...aber sie sind immer noch linker als so mancher SPD- oder JEDER Unions-Landesverband..."

      Praktisch kann man in BW zwischen den etwas angenehmeren grünen Konservativen und den schwarzen Konservativen wählen. Die SPD ist eine Splittergruppe und AfD und FDP verbieten sich von selbst.

      Also bleibt eigentlich nur die Linke 😎

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        ...KANN man so sehen, tut eine kleine Minderheit - denn 7% sind nunmal genau das - auch wirklich. Und ein unerschrockenes Häuflein (das immer noch fast anderthalb Mal soviel Stimmgewalt hat wie die Linken-Fans) hält sogar der SPD die Stange.



        Nur: 80+% sehen es NICHT so, wollen entweder nicht "progressiv" sein oder verstehen darunter etwas anderes, nicht-rotes. Daran wird auch der nächste Realo auf dem Grünen-Thron nichts ändern.

        • @Normalo:

          Ja und? Das nette an einer Demokratie ist ja, dass jeder wählen kann, wen er will. Und das Menschen verschiedener Meinung sein dürfen.

          Eins ist aber absolut sicher. Die Grünen in BW sind nicht Links. Sie wären sogar beleidigt, wenn man sie so bezeichnet.

          Übrigens. Der Cem ist recht sympathisch und zählt zu den wenigen glaubwürdigen Politikern in der Partei. Da ist in den letzten Jahren viel den Bach runter gegangen.

          • @warum_denkt_keiner_nach?:

            Wie Sie vielleicht bemerkt haben, galt mein Ausgangsposting der politischen Zusammensetzung der Wählerschaft in BaWü und nicht so sehr der feinzisellierten Einordnung der dortigen Grünen in Rechts-Links-Schemata: Auch wenn sie aus tiefroter Sicht nicht "links" sein mögen, ist doch eine "progressive" Besonderheit des Ländle, dass Grüne sich überhaupt dort so durchsetzen konnten. Und das sehe ich halt als Kontrast zu den ebenfalls dort ungewöhnlich starken ultrarechten Tendenzen. Und ja: "Richtig rot" kann man immer wählen (und soll das auch gern, wenn man davon überzeugt ist), aber in BaWü ist man damit eben strukturell eine überschaubare Minderheit.

            • @Normalo:

              "... aber in BaWü ist man damit eben strukturell eine überschaubare Minderheit."

              Hätte man 2001 auch über die Wähler der Grünen gesagt 😊 Wer einen Grünen Ministerpräsidenten prophezeit hätte, wäre ins PLK gekommen.

              Und wir haben große Veränderungen im Land. Der Motor Automobilindustrie stottert. Wohin sich die Wähler dann wenden, ist noch nicht klar. Klar ist nur, dass die AfD die schlechteste Variante wäre.

              • @warum_denkt_keiner_nach?:

                Natürlich können Sie immer auf die Zukunft setzen. Nur tun das Sozialisten in BaWü eben schon seit sehr langer Zeit vergeblich - und zwar immer mit denselben, x-fach durchgekauten Ansätzen.

                Die Grünen in BaWü waren übrigens vor zwanzig Jahren längst auf dem Weg zu Volkspartei, stellten in Konstanz und Freiburg den OB und knabberten ernsthaft am großen schwarz-gelben Kuchen, aus dem dann auch später der Großteil ihrer Stimmen herrührte.



                Die Linke wird an diesen Kuchen in BaWü nie herankommen. Sie wird vielleicht ein paar Brosamen aus der uberschaubaren Fundi-Ecke ergattern können, die bei den dortigen Grünen noch nie wirklich was zu sagen hatte, aber da wo die Grünen die 20, 30 Prozent Stimmen eingesammelt haben, wird sie nie als Alternative gesehen werden. Daneben kann noch sie schauen, was sie der SPD von ihrem kleinen Katzentisch-Teller klauen kann. Das war's dann auch - realistisch betrachtet.



                Aber hören Sie nie auf zu träumen!

                • @Normalo:

                  "Die Grünen in BaWü waren übrigens vor zwanzig Jahren längst auf dem Weg zu Volkspartei..."

                  Ja? Landtagswahl 2001 7,7%. Ca. der Umfragewert der Linkspartei.

                  • @warum_denkt_keiner_nach?:

                    "Auf dem Weg" ist nicht dasselbe wie "schon da", aber der Weg war erkennbar: Auf kommunaler Ebene waren die Grünen da schon längst eine Macht und teilweise eben sogar bereits mehrheitsfähig. So fängt es an, und DANN stellt man irgendwann auch den Ministerpräsidenten.



                    Genau dieses organische Breitmachen aus einer soliden Wählerbasis heraus werden Sie bei der Linken in BaWü vergebens suchen. Da kommt die Kraft eher von der Berliner Star-Power und eben daher, dass in BaWü eine (traditionell kleine, aber vorhandene) Nische gerade unterbesetzt ist.

                    • @Normalo:

                      Na ja. Wir sollten diese Diskussion besser in ein paar Jahren fortsetzen. Die Zeiten sind turbulent und die Entwicklung ist nicht absehbar.

  • "Die Linke hat den Vorzug, keinen Anspruch auf irgendwas zu erheben, außer eine laute Opposition zu sein."

    Ein Satz über den man nachdenken muss. So frage ich mich, warum die Linke nicht Umwelthemen im Wahlkampf in BW thematisiert, um den Grünen Stimmen abzujagen. Das Versagen der grünen Umweltministerin spricht Bände!

    Brauchen wir nicht, denn mt der Betonung aufs Soziale ziehen wir genug Stimmen, denken die linken Strategen vermutlich und machen es sich damit sehr bequem.

    Dabei ist das Tor bei den Grünen meterweit offen: der Handelsvertrag Mercosur wird von Özdemir mit Schelte für die eignen EU-Grünen durchgewinkt, obwohl Umweltschützer und hunderte Wissenschaftler warnen, dass durch Mercour die gesamte Amozonasregion ökologisch kippt und Freihandel nicht den Armen, sondern vor allem den Profiteuren in den reichen Industriestaaten nutzt.



    Der Leitspruch der Grünen Jugend im Ländle "Think global, act local" ist also bei gernauer Hinsicht nichts anders als eine Täuschung, Lüge,



    Genau so vermutlich wie die kämpferische Attitüde des linken Spitzentrios in BW, das sorgsam inzensiert wirkt.

    Politik heute ist: "kein Anspruch mehr auf irgendwas" außer die eigene Inzensierung.

  • Eine Partei die es schafft strengeren Umweltschutz, mehr Staatsausgaben, mehr Arbeitnehmerrechte und weniger Deinduatrialisierung zu kombinieren.

    Trick: „Keinen Anspruch auf irgendwas [gemeint Regierungsverantwortung UND Realitätsbezug] zu erheben“.

    Super.

    • @Tim Hartmann:

      Das Konzept ist nicht ganz neu: U2 gewann 1995 die begehrte EMA für "Best Group", und Bono begann die Dankesrede so:



      "We didn't publish a record, U2 didn't put out an album, we didn't go on tour - THAT must be trick!!"

  • Mit den 7% der Linkspartei könnten die Grünen wieder den Ministerpräsidenten stellen.

    • @Prinz Leonce vom Königreiche Popo:

      Weil die Linke den Schwarzen Stimmen abnimmt? 🤔

      • @FriedrichHecker:

        Sie hat es doch auch geschafft, viele Stimmen an die AfD zu verlieren (Arbeiter, Arbeitslose). Nur bei den Grünen und der SPD Wähler zu wildern bringt die wesentlichen Themen null voran. Und eine Einbahnstraße, die Wähler populistisch vorbereitet bevor die dann zum Original wechseln braucht auch niemand.

    • @Prinz Leonce vom Königreiche Popo:

      ... die mittigen Wähler ...



      sollte das heissen.

    • @Prinz Leonce vom Königreiche Popo:

      Wenn sie denn die mitziehen Wähler noch bei der Stange halten könnten. Was ich sehr bezweifle.

  • Die Linke hängt in den Gewinnen aus der Bundestagswahl fest - in BW bei 7% (seit Mai 2025) und in der Bundesrepublik bei 10%. Das bedeutet: Die Linke konnte durch Ihre Oppositionsarbeit keine weiteren Punkte generieren. Ob die Linke das bemerkt hat? - oder hat sie unter Umständen auch Antworten auf das Feststecken in einer Sackgasse?



    =



    In BW geht es um Özdemir oder Hagel - und Versuche Özdemir in die Ecke von Merz zu drängen hilft niemandem - und den Linken schon gar nicht.

    • @zartbitter:

      Na ja, bei allen anderen Parteien ist ja derzeit auch nicht viel Bewegung drin, mit Blick auf die bundesweiten Umfragen (in BaWü übrigens haben die Grünen nach einer aktuellen Umfrage doch noch eine Aufholjagd zur CDU gestartet, möglicherweise könnte es am 8. März noch spannend werden).



      Ein kleiner Lichtblick in dieser Gemengelage könnte sein: auch die Umfragewerte der AfD stagnieren, leider auf viel zu hohem Niveau. Hat die Partei ihren Peak damit möglicherweise schon erreicht?

      • @Abdurchdiemitte:

        Na ja, die "Familienpolitik" der AfD kommt halt nicht so gut, da nicht jede/r einen AfD-Onkel hat, der ihn/sie anstellt.



        😁

  • Die Landtagswahl in Baden-Württemberg markiert das Ende einer Ära der Selbstgefälligkeit. Nach Jahren unter Kretschmann sind die Grünen zur bloßen Verwaltungsinstanz des Status quo verkommen. Wer einst angetreten ist, um das Ländle zu ökologisieren, liefert heute nur noch konservative Realpolitik mit grünem Anstrich. Dieses Versagen bei Mieten, Bildung und echtem Klimaschutz hat ein Vakuum hinterlassen, das die Linke nun mit beeindruckender Vitalität füllt.



    ​Besonders das Gesicht der neuen Linken macht Hoffnung: Es sind die jungen, progressiven Frauen, die hier mit Schärfe und Verstand hervorstechen. Während die etablierten Parteien in verkrusteten Strukturen verharren, bringen diese Frauen Themen wie soziale Gerechtigkeit und feministische Ökonomie mit einer Energie auf die Agenda, die man in Stuttgart lange vermisst hat. Sie sind der notwendige Antidot zum Rechtsruck und zur grünen Beliebigkeit. Diese jungen Stimmen beweisen: Fortschritt ist weiblich, mutig und links!

    • @amigo:

      Ach ja? Und die wollen die Herausforderungen des Stellenabbaus in der Automobilbranche lösen? Ich lach mich kaputt.

      • @Emmo:

        Automobilbranche?



        Ist das nicht der Verein, der regelmäßig Sachen verschläft und/oder verschleppt, um sich dann mit Steuergeldern die Dividenden retten zu lassen.



        Natürlich alles im Interesse der Arbeitnehmer.



        Darf ich mir dann für den Pott auch Glas-, Stahl- und Steinkohle zurückwünschen?

      • @Emmo:

        Jede Stadt in BaWü über 30000 Einwohner plant eine Straßenbahn und beginnt gestützt durch ein Landesprogramm mit dem Bau. Dann kann sich die Automobilbranche verlässlich umorientieren und den jüngeren Arbeiter*innen eine weniger schädliche Zukunftsperspektive bieten.

        • @My Sharona:

          Dazu ein paar Fragen aus der Realität:

          1. Auf welchem Baum wachsen die Planer?

          2. Wann genau tritt Deutschland aus der EU aus, dass die Straßenbahnen nicht als Ergebnis einer verpflichtenden europaweiten Ausschreibung im wesentlichen in Polen, Tschechien oder Ungarn gebaut werden?

          3. Wo steht die Gelddruckmaschine, mit der Sie es sich nach dem EU-Austritt leisten könnten, auf die Bauteile aus Ländern mit 20-30% geringeren Produktionskosten zu verzichten?

          • @FriedrichHecker:

            Meine Antwort war ein rhetorischer Fingerzeig: Transformation muss man gestalten nicht abwehren.



            Zu Ihren Fragen: (1) Prioritäten setzen; eine landeseigene Planungsgesellschaft wäre auch denkbar. (2) Wenn die Tech-Konzerne aus BaWü ihr Pulver wert sind, steckt natürlich sehr viel ihrer Technik in den andernorts zusammengebauten Straßenbahnen. (3) Gegenstandslos, siehe (2).

            • @My Sharona:

              Ad 1) Die Frage war nicht, wo die angestellt werden, sondern wo die herkommen sollen. Eine Planungsgruppe Schieneninfrastruktur in Stuttgart gibt es schon bei einer landeseigenen Gesellschaft, die nur Infrastruktur im Raum Offenburg/Freiburg betreibt (und dafür Leistungen bei Fremdunternehmen aus Karlsruhe einkauft). Die bekommt aber auch kaum Personal, weil sie nur versucht mit ihrer tarifgebundenen, aber nur mäßig konkurrenzfähigen Bezahlung berufserfahrene Mitarbeiter bei Ingenieurbüros abzuwerben.

              Ad 2/3) So funktionieren Ausschreibungen nicht. Es geht darum, das ausgeschriebene Lastenheft mit einem möglichst niedrigen Preisschild zu versehen.



              Das einzuhalten, ist nach deutschem und europäischem Vergaberecht sekundär, solange man Referenzen vorweisen kann... 150% der geforderten Leistung liefern zu können ist toll. Aber den Zuschlag muss der bekommen, der bei 70% vom Preis 98% Leistung liefert aber 100% verspricht.



              Dementsprechend lassen schon heute die hiesigen "Tech-Konzerne" für solche Aufträge in Osteuropa produzieren, sonst säßen schon lange die Vertragspartner für die Lieferung von in Deutschland eingesetzten Straßenbahnen und Bussen in Opole, Bydgosz, Szolnok...

              • @FriedrichHecker:

                Dass es nicht einfach wird, war mir schon klar, ohne Ihre scheinbare Nähe zum Maschinenraum europaweiter Ausschreibungen zu teilen. Mir geht es tatsächlich und ganz ernsthaft um die Frage: tun wir irgendwem einen Gefallen, wenn - darum ging es ursprünglich - die Automobilindustrie staatlicherseits auch noch ermutigt wird an perspektivisch nicht verkaufbaren Produkten festzuhalten? Wäre es nicht für alle besser, die ökologische Transformation der Wirtschaft voranzutreiben und zu gestalten? Und wenn die Grünen in BaWü es nicht mehr in sich haben, diesen politischen Impuls zu setzen, dann bin ich froh, wenn die Linke es tut (und nebenbei noch viele andere Themen in den Parlamentsbetrieb einspeist, die bisher in BaWü hinten runterfielen).

      • @Emmo:

        Am besten garnicht. Wer die Automobilbranche weiter verteidigen will, will den Planeten nicht retten. Er will, dass Sklaverei weiter Bestand hat, Hauptsache er wird von A nach B fahren können.



        Ja, auch E-Autos ziehe ich mit ein: Kinderarbeit in Coltan-Minen, Umweltverschmutzung durch Lithiumabbau und wer nun denkt, Erdölproduktion ist besser, der soll bitte die toxisch verseuchten Böden in Nigeria ansehen.

        • @Troll Eulenspiegel:

          Einverstande. Aber die Linkspartei beansprucht das ja als eines ihrer Kernzlthemen (siehe Artikel). Und da frage ich mich: ok, und wie???

  • Links und Ländle ist wie Spätzle mit Ketchup. Wer‘s braucht.

    • @vieldenker:

      Kurz und gut!

  • Ich finde das Framing immer witzig. In Süddeutschland wählen sie seit Jahrzehnten reaktionär und radikal-bürgerlich aber werden jetzt für eine Linkspartei bei 5% als letzter Hort der Progressiven gefeiert. Dagegen hat die Linkspartei in meinem Wahlkreis jahrzehntelang über 20% geholt und steht auch jetzt immer noch über 10%, aber wir hier sind ja bekanntlich alles Nazis.



    Es wird sowieso spannend zu sehen wie in den nächsten 20 Jahren die westdeutsche Gesellschaft auf die Deindustialisierung, schwindenden Wohlstand und Überalterung reagieren wird. Mal sehen was dann noch bleibt vom "besseren" Teil des Landes.

    • @Šarru-kīnu:

      Wenn die Linke über den momentanen Hype hinaus eine deutschlandweite Perspektive haben will, dann sollte sie eine glaubhafte wirtschafts- und finanzpolitische Alternative skizzieren und dabei kritische Wissenschaftler & Unternehmerinnen für sich zu gewinnen versuchen. - Die ganzen "identitätspolischen" Streitereien sind dagegen völlig für den A... Auf diesem Feld kann und wird nur die Rechte gewinnen.

    • @Šarru-kīnu:

      Die AfD hat doch schon letzte Bundestagswahl manche ländlichen Wahlkreise in den Zweitstimmen gewonnen, bei der nächsten Bundestagswahl wird das Land vielfach blau sein. Zwar nur Hellblau und nicht Dunkelblau wie im Osten, aber Anfangs war das dort auch Hellblau und das hat für das Verdikt gereicht.

    • @Šarru-kīnu:

      Hier geht es aber ja nicht um Westdeutschland, sondern konkret um den Süden des Landes und dass der "reaktionär und radikal-bürgerlich" und im Zweifel auch mal ziemlich braun-blau ist, ist wirklich nichts Neues. Dass bei sehr ähnlichen Wahlergebnissen der Rechten bis extrem Rechten der Osten gerne als Dunkeldeutschland, der Süden aber als konservativ-bürgerlich dargestellt wird ist eine absolut treffende Beobachtung. Und dafür braucht man in Bayern und Baden-Württemberg nicht mal sinkenden Wohlstand, Überalterung oder Wendegeschädigte, das ist leider einfach der Standard im Alpen(vor)Land.

  • Auch für Die Linke im Ländle gilt: mehr Form und Symbolik als Inhalt.

    • @Bartleby der Schreiber:

      Das stimmt. Gilt aber auch für alle anderen, besonders für die regierenden Grünen. Als Wähler würde ich mich da doch für die überzeugendere symbolische Performance entscheiden. Aus meiner Sich derzeit halt die Linke (sorry fürs wiederholte „Fremdgehen“, gute alte Tante SPD).



      Wahlenthaltung käme für mich nicht in Frage.

  • Bevor die Linke (und ganz besonders die Linke in Berlin) sich nicht ganz eindeutig von den antisemitistischen Strömungen in ihrer Partei distanziert und das Problem löst, ist sie für mich komplett unwählbar.

    • @Dirk Osygus:

      Besser wir bleiben beim Antimigrantismus der anderen Parteien. Das trifft sicher weniger Menschen. Und was ist eigentlich mit der Riviera in Gaza? Schnell ein Ticket für den Sommer buchen.

    • @Dirk Osygus:

      Stimmt.

    • @Dirk Osygus:

      Eine eindeutigere Distanzierung vom israelbezogenen Antisemitismus würde der Linken wohl einen Teil ihrer aktivistischen Basis kosten (ich denke da etwa an Berlin-Neukölln), wobei ich denke, dass das Thema außerhalb der linken Berliner Blase in der „Fläche“ - so auch bei den anstehenden Landtagswahlen - wohl kaum eine Rolle spielen dürfte,



      Insofern wäre eine Trennung von antisemitischen Positionen zwar einigermaßen risikoarm, aber vor den Landtagswahlen wird die Parteispitze versuchen, jeglichen innerparteilichen Streit zu vermeiden. Da unterscheidet sich Die Linke halt auch nicht von anderen Parteien.



      Und noch etwas: natürlich ist es möglich, palästina-solidarisch zu sein ganz ohne antisemitische Untertöne. Aber in einem derart polarisierten Antisemitismus-Diskurs, wie wir ihn derzeit in Deutschland erleben, ist es sehr schwierig, überhaupt noch die differenzierten Zwischentöne wahrzunehmen. Die Haltung zu Israel ist hierzulande ja zu einer Glaubensfrage geworden.

    • @Dirk Osygus:

      100% d'accord.

    • @Dirk Osygus:

      Im Artikel ging es, wenn ich das richtig verstanden habe, um Baden-Württemberg und nicht um Berlin. Und worin genau äußert sich der besagte Antisemitismus?

    • @Dirk Osygus:

      Das sehe ich genauso.



      Es gibt viele Aspekte, die die Linke anspricht, die auf die Tagesordnung gehören und Druck von links schadet Grünen und SPD sicherlich nicht.



      Aber beim Thema "Antisemitismus in den eigenen Reihen" versagt die Linke gnadenlos und in unverantwortlicher Art und Weise. Das macht diese Partei nicht nur unwählbar, sondern diskreditiert sie ebenfalls.

      • @Katharina Reichenhall:

        Unwählbar macht die Haltung der Linken zu Israel-Palästina sie aus Mangel an sinnvollen Alternativen nicht. Das die Partei aber, im Gegensatz zu vielen linken Parteien in Europa und der Welt, es nicht schafft sich ganz eindeutig gegen die Kampagne der ständigen Unterstellungen von Antisemitismus und gegen die Kriegsverbrecher in Jerusalem und ihre Helfer in Deutschland zu positionieren diskreditiert sie in der Tat.

      • @Katharina Reichenhall:

        Schwerdtner und van Aken wollen wohl nicht den offenen Konflikt mit dem aktivistischen, palästinasolidarischen Teil der Partei eingehen..



        Nach dem über Jahre andauernden zermürbenden parteiinternen Gehackel mit der Wagenknecht-Truppe (die man ja gerade erst losgeworden ist) irgendwie verständlich, aber mutiger und überzeugender wäre es von der Parteispitze doch, mit der autoritären, dem israelbezogenen Antisemitismus zugeneigten Linken (auch in den eigenen Reihen) in die Auseinandersetzung zu gehen.



        Das sehe ich nicht anders als Sie und meine Unterstützung hätte Die Linke, würde sie hier eine definitive Klärung/Abgrenzung herbeiführen.



        Im Gegensatz zu Ihnen (und @Dirk Osygus) ist Die Linke für mich deshalb jedoch nicht unwählbar. Warum? Derzeit besetzt aus meiner Sicht (leider) nur Die Linke überzeugend die Themen, auf die es ankommt, um die Demokratie vor dem weiteren Vormarsch des Autoritarismus und Faschismus zu schützen.

        • @Abdurchdiemitte:

          "Warum?"

          Es geht hier halt um Antisemitismus und nicht um andere Positionen. Dass das ein Ausschlusskriterium für Wähler ist, ist mMn absolut verständlich. Und dass der Diskurs so verengt ist, hat eben auch ganz viel mit dem "aktivistischen, palestinasolidarischen" Klientel zu tun.



          Ich werds nie nachvollziehen können, warum sich Menschen in diesem Konflikt radikal einseitig positionieren. Egal auf welcher Seite. Und solange rote Dreiecke, Hamas Parolen und pauschale Israelkritik immer wieder auftauchen und nicht klar und deutlich geächtet werden, muss sich die Linke halt entscheiden zwischen diesen Leuten und Leuten, die sie ansonsten wegen anderer politischen Themen wählen würden.

          • @Deep South:

            Ich glaube - in Anbetracht der Zahlen in deutschen Umfragen zum Israel-Palästinakonflikt wie bspw. www.giga-hamburg.d...k-ein-meinungsbild - dass die Distanzierung von vermeintlichem Antisemitismus - der im übrigen oft nicht drin steckt, wo das Label draufgeklebt wird - der Linken schadet. Die Zahlen stützen eher die Gegenthese: Es würde der Partei "Die Linke" ihr viel mehr schaden, wenn sie die propalästinensischen Strömungen zur Seite wischte! um es klar zu sagen: Echter Antisemitismus ist nicht zu decken, aber der ist auch strafbar! Aber anderes, was bestimmte Kreise so labeln, ist es nicht und es ist nicht richtig, vor deren Deutungshoheit zu buckeln. Eine Partei, die dies aber täte würde - siehe die Meinungsumfragen - keine Stimmen gewinnen. Die gravierenden menschen- und völkerrechtlichen Probleme in Israel, Gaza und Palästina kann man in unserer liberalen Demokratie nicht einfach per "Antisemitismus"-Vorwurf übertünchen. Und das ist gut so.

            • @JK83:

              "Es würde der Partei "Die Linke" ihr viel mehr schaden, wenn sie die propalästinensischen Strömungen zur Seite wischte!"

              Niemand sagt, dass sie das pauschal tun sollen. Es ist sogar richtig und notwendig, auf das Leid der Palestinänser aufmerksam zu machen. Nur eben ohne Juden und Israelhass.



              "Echter Antisemitismus ist nicht zu decken, aber der ist auch strafbar! Aber anderes, was bestimmte Kreise so labeln, ist es nicht und es ist nicht richtig, vor deren Deutungshoheit zu buckeln."

              Wer leugnet, dass es in diesen Bewegungen und auch innerhalb der Partei immer wieder zu echtem Antisemitismus kommt -ich hab hier ganz klar geschrieben, was für mich darunter fällt- und glaubt, dass es irgendeiner kruden Deutungshoheit unterliegt wie man die Massaker sdes 7. Oktober wertet, der outet sich selbst als Teil des Problems.

              Hier mal zum Beispiel.

              www.rbb-online.de/...ismus-problem.html

              Das ist blanker Antisemitismus. Und das hat an keiner Stelle irgendwas mit der ebenso einäugigen Begriffsdefinition irgendwelcher Pro Israel Hardliner zu tun.

              • @Deep South:

                Ich habe den "Kontraste"-Beitrag gelesen. Wir sind hier genau am springenden Punkt. Ich sage ihnen 2 Dinge:

                1) Die Beispiele bei "Kontraste" sind kein klarer Antisemitismus. Ich begründe es: Nirgends fällt alleine das Wort "Jude". Nirgends. Fast alles dort ist - heftiger - Politikstreit. Wer dort Antisemitismus deklariert, der setzt die Grenzen der Staatsräson mit dem Beginn des Antisemitismus gleich und das ist aus mehreren Gründen falsch!

                2) Es ist sehr klar und weiß jeder, dass junge Menschen sehr viel stärker emotional reagieren und politisch denken und agieren - auf jeder Seite. Das ist eine Tatsache die wiederum mehr als einen Grund hat. Ich sehe also durchaus, dass die Beispiele aus der Linksjugend bei "Kontraste" sehr einseitig sind und zum Beispiel bei dem "Holocaust"-Vergleich in der BRD an das Strafrecht reichen. Und dort gehört es auch hin! Aber man kann und darf es umdrehen. Was für alte Etablierte "normal" ist - zum Beispiel die Politik in Israel und die Entwicklung hin zum immer weiteren Landraub - ist es nicht. Die Älteren sind blind und werden energisch von jungen auf diese Blindheit hingewiesen. Das braucht auch jede Demokratie zur Entwicklung udn Erneuerung.

  • Die seltsamen Seiten der Linken spielen im Land weniger eine Rolle, gewiss. Ich wünsche da auch den Einzug, um Ideen in den Landtag zu bringen.



    Zugleich: die Klimaliste etwa gäbe es schon auch noch, und auch nicht jede/r Grüne dort ist gleich Özdemir oder autofixiert oder so. Auch da gibt es einige Argumente, auch aus progressiver Sicht.

    • @Janix:

      Die Klimaliste hat keine Chance auf Repräsentation im Landtag und die angeblich progressiven Grünen in BaWü haben dann Null Einfluss auf die Politik ihrer Partei und sollten diese vielleicht wechseln, wenn sie nicht nur Stimmvieh für Özdemirs bürgerlich-konservative Koalition sein wollen.

      Es ist vollkommen richtig. Wer soziale, ökologische, progressive Politik möchte, kann derzeit nur die Linke wählen. Und zwar nicht nur in BaWü! Überall sonst werfen sich Grüne und SPD der Union an den Hals, um blos nicht ihrer eigentlichen Kernklientel gerecht zu werden.

      • @TeeTS:

        Stimme zu. In den Umfragen erleben wir derzeit aber auch eine Aufholjagd der beden-württembergischen Grünen gegenüber der CDU. Das wird am Ende wahrscheinlich nicht reichen, um sich wieder auf Platz 1 zu setzen, aber es zeigt, dass die strukturell konservativen Wähler im Ländle am Ende dann doch das Altbewährte wählen. Und dazu gehören halt auch die verbürgerlichten Kretschmann/Özdemir-Grünen.



        Aber 7% für Die Linke im Südwesten wären, wenn auch keine Revolution, so doch ein schöner Achtungserfolg

        • @Abdurchdiemitte:

          …anschließe mich both

  • In vielen Bereichen wäre die Linke für mich tatsächlich die erste Wahl, aber ihr Hamas- und russlandfreundlicher Pseudopazifismus ist leider ein No-Go. Bleiben wieder nur die Grünen als kleineres Übel...

    • @CarlaPhilippa:

      Oder man schaut bei Landtagswahlen nicht zuerst auf die Außenpolitik.

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        Das ist Innenpolitik.

        Die Pro-Hamas-Demos finden hier statt, die antisemitischen Straftaten ebenfalls.

        Russlandfreundlicher Pseudopazifismus finden Sie in mehreren Landesparlamenten.

        Muss man mögen.

        • @rero:

          Seien wir ehrlich: Pro-Palästina-Demos werden vom deutschen Michel doch eher deshalb abgelehnt, weil sie dessen (konservatives) Ordnungsempfinden empfindlich stören, weniger wegen der antisemitischen Tendenzen, die dort auftreten.



          Man echauffiert sich in (klein)bürgerlichen Kreisen über „den“ Juden Netanyahu, der in Gaza Völkermord betreibe, um im gleichen Atemzug gegen „linke Chaoten“ und „islamische Fanatiker“ auf Palästina-Demos abzuledern. Habe ich selbst so erlebt in Diskussionen.



          Ein kruder Mix aus unterschwelligem bürgerlichen Antisemitismus und (unkritisch pro-israelischen) Bildzeitungs-Weisheiten.

        • @rero:

          Sowohl Russland, als auch Palästina liegen (noch) außerhalb Baden Württembergs. Also Außenpolitik.

          • @warum_denkt_keiner_nach?:

            Aber die Demos finden hier statt.

            Für mich ist beispielsweise die Linke wegen ihres Zündelns mit Antisemitismus in Bezug auf Israel hier in Deutschland unwählbar.

            Mit Außenpolitik hat Antisemitismus in Deutschland kaum zu tun.

            Der Umgang mit Russland ist in weiten Teilen Wirtschafts- und Verteidigungspolitik.

            Auch auf Länderebene.

            In globalisierten Zeiten mit starker Migration ist "Palästina liegt außerhalb Deutschlands, also ist es Außenpolitik." deutlich unterkomplex.

          • @warum_denkt_keiner_nach?:

            Stehen an Synagogen und jüdischen Kindergärten in BW keine Polizisten zur Bewachung?

            • @2Cents more :

              Sitzt dort die Regierung Netanjahu?

              Soweit ich weiß, benutzen die Synagogen und jüdischen Kindergärten Deutsche jüdischen Glaubens. Und natürlich muss der deutsche Staat seine Bürger beschützen. Er beschützt ja auch andere Objekte. Z.B. Moscheen.

              • @warum_denkt_keiner_nach?:

                Nur werden die Moscheen gerade nicht von pro-pali-solidarischen Aktivisten attackiert.

                Dass diese Leute Kindergärten in Deutschland mit vermutlich vorwiegend deutschen Kindern bedrohen, spricht ebenfalls dafür, dass der Ort, wo die Regierung Netanjahu sitzt, keine bedeutende Rolle spielt, sondern es ein innenpolitisches Problem ist.

                Welches die Linke nicht lösen wird.

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        Das wird es sein.

    • @CarlaPhilippa:

      Ja, es ist schon etwas zum Schmunzeln wie die Linke hier in dem Beitrag von Herrn Strohhuber in allen Punkten hochgejubelt wird. Es gäbe genug Kritikpunkte die man wenigstens am Rande erwähnen könnte, aber das fehlt hier vollkommen.



      Warum die Grünen seit 2011 im Ländle regieren? Eigentlich beantwortet das Strohhuber schon. Er sieht hier jedoch nur die negativen Seiten. Die Grünen in Baden-Württemberg machen Realpolitik. Viele Dinge kann man eben nur finanziell stemmen wenn die Wirtschaft auch funktioniert. Dann kann man Umweltthemen auch wirklich gut umsetzen. Wenn man die Wirtschaft kaputt macht, ja dann hat man erst mal weniger Abgase, jedoch weniger Arbeitsplätze und Geld...

      "Die Linke hat den Vorzug, keinen Anspruch auf irgendwas zu erheben, außer eine laute Opposition zu sein." Dafür muss man sie nicht unbedingt im Parlament sitzen zu haben.

      • @si tacuisses:

        Allerdings spielen die Themen Antisemitismus/Israel außerhalb der Berliner Hauptstadtbubble kaum eine Rolle. Vielleicht noch die Haltung zu Putin-Russland und dem Krieg in der Ukraine, was aber eher aufs Konto der AfD einzahlt als auf das des BSW.



        Insofern hat die Linke im Ländle auch keine Not, sich in innerparteiliche Auseinandersetzungen zu begeben oder irgendwelche Themen zu bespielen, die ihr bei ihren potentiellen Wählern schaden könnten. Die Bilanz von Grün/Schwarz im Ländle bietet hier ausreichend Angriffsfläche.

        • @Abdurchdiemitte:

          Die Wähler unterscheiden da aber nicht zwischen BaWü-Linken und Bundeslinken oder Berliner Linken.



          Das gleiche machen wir doch auch nicht mit der CDU und unterscheiden zwischen den Landesverbänden. CDU-Wähler = Merz-Fan.

          Nein das Thema Antisemitismus/Israel ist schon ein Problem der Linkspartei!

          • @Walterismus:

            Es gibt aber jeweils länderspezifische Themen, die für die Wähler eines Bundeslandes relevanter sein können als die Bundespolitik und die schon dazu beitragen können, dass Parteien entgegen dem Bundestrend entweder gestärkt oder geschwächt aus einer Landtagswahl hervorgehen. Und es macht absolut Sinn, dass es diese föderalen Strukturen gibt. Wer in Berlin Die Linke wählt, muss es in BaWü noch lange nicht tun.



            Ich würde behaupten, dass das Thema linker/israelbezogener Antisemitismus für die überwiegende Mehrheit der Linken-Wähler bei ihrer Wahlentscheidung vollkommen ohne Relevanz ist und erst recht keine explizite Zustimmung zu irgendwelchen antisemitischen Positionen bedeutet, die in dieser Partei möglicherweise kursieren.



            Die derzeit ‚in Mode‘ gekommene Fokussierung auf israelbezogenen Antisemitismus verstellt möglicherweise den Blick auf den breiteren gesellschaftlichen Antisemitismus, der jedoch viel unterschwelliger daherkommt als auf Linksjugend-Kongressen. Insofern ein Thema (ohne abzulenken!), mit dem wir uns auch in der gesamten gesellschaftlichen Breite auseinandersetzen müssen.

            • @Abdurchdiemitte:

              Also bei mir hätte das aufjedenfall Auswirkungen und ich kenne viele denen das ähnlich geht. Auch die Russlandpolitik und Außenpolitik ist vielen ein Dorn im Auge, weshalb Sie die Linke weder auf Länder noch auf Kommunaler Ebene wählen würden.

              Die Menschen unterscheiden selten zwischen Bundes- und Landespartei oder Partei eines anderen Bundeslandes. Sieht man auch an den Wahlergebnissen der Bundesländer, wo die Landtagswahlergebnisse ziemlich ähnlich zu den Bundeswahlergebnissen in den jeweiligen Ländern.

              Es ist eine Partei, auch wenn die unterschiedlichen Landesverbände verschieden sind.