Superreiche und Klimakrise : Ein Leben ohne Privatjet ist machbar
Das reichste eine Prozent hat schon jetzt ihr gesamtes CO2-Jahresbudget aufgebraucht. Klimaschutz bei ihnen einzufordern, ginge ganz ohne Härten.
Foto: Jonathan Brady/dpa
D as reichste Prozent der Weltbevölkerung hatte schon am 10. Januar die gesamte Menge an Treibhausgasen ausgestoßen, die ihm für das gesamte Jahr 2026 zusteht. Das hat die Entwicklungsorganisation Oxfam berechnet. Sie setzt als legitime CO2-Menge für eine Person in einem Jahr 2,1 Tonnen an. Der Rechnung nach steht also jeder Person dieselbe Menge CO2 zu.
Die Realität sieht aber eben anders aus. Viele Menschen nehmen sich mehr heraus – aber einige wenige tun das exzessiv. Daten des „Stockholm Environment Institutes“ zeigen, dass das reichste Prozent der Weltbevölkerung 2023 für 75,1 Tonnen CO2 pro Person verantwortlich war. Daraus abgeleitet haben die Superreichen also nach nur zehn Tagen das aufgebraucht, was ihnen 365 Tage reichen müsste. Das ist inakzeptabel – und ein Grund mehr, gegen den übermäßigen Reichtum vorzugehen.
Die Debatten um die Erbschaftsteuer oder auch eine Vermögensteuer zeigen leider, dass die Bundesregierung daran kein Interesse hat. Bei einem Kanzler Friedrich Merz (CDU), der selbst als reich gilt, ist das wohl auch kaum überraschend. Dabei geht es um Staatseinnahmen, die gebraucht werden – auch für den Klimaschutz.
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Das Schöne daran, Klimaschutz von Reichen einzufordern, ist ja: An keiner Stelle müsste die Politik aufwändig überprüfen, ob sie nicht irgendeine soziale Härte verursacht. Diese Frage verlangsamt klimapolitische Debatten schließlich üblicherweise – teilweise zu Recht. Ob die Pendler*innen noch gut zur Arbeit kommen, wenn man Benzin aus Klima-Gründen verteuert, aber der ÖPNV auf dem Land ausgedünnt ist, ist eine wichtige Frage. Oder ob Mieter*innen überlastet werden, wenn zur Mietenexplosion noch eine Umlage für energetische Sanierung hinzukommt.
Auch die durchschnittsdeutsche Person trägt mit um die 10 Tonnen CO2-Ausstoß pro Jahr viel Klimaschuld, kann also nicht mit Klimaschutz verschont werden. Die Klimapolitik muss (und kann!) nur gut sozial flankiert werden. Aber: Ein Leben ohne Privatjet, Superyacht und Weltraum-Tourismus ist zumutbar. Einfach so, völlig unflankiert.
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