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Bundeszentrale für politische Bildung Zurück zu den antikommunistischen Wurzeln

Pauline Jäckels

Kommentar von

Pauline Jäckels

Die Bundeszentrale für politische Bildung soll sich wieder mehr mit Linksextremismus beschäftigen. Linke sollte das weder überraschen noch empören.

G leich zweimal landet die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) innerhalb weniger Wochen in den Schlagzeilen. Ende Juli trat nach nur sechs Monaten im Amt ihr Leiter Sönke Rix zurück. Nun gab die Behörde bekannt, als Teil einer Neuausrichtung wolle sich die bpb wieder verstärkt auf Linksextremismus konzentrieren. Linke sind darüber empört – aber warum eigentlich?

Ob es einen direkten Zusammenhang zwischen Rix’ Weggang und der Neuausrichtung gibt, lässt sich nur mutmaßen. Klar ist, dass der SPD-Linke Rix sich in einer eher undankbaren Situation wiederfand: mit Innenminister Alexander Dobrindt ein CSU-Mann über ihm, der seit Beginn seiner Amtszeit versucht haben soll, auf die Behörde Druck auszuüben.

Klar ist auch: Für Dobrindt ist eine Neubesetzung ein Gewinn. Dass er ausgerechnet den linken SPDler zum bpb-Präsidenten ernannt hatte, löste bei Konservativen Unmut aus; die Welt warnte vor einem linken Chefideologen. Und natürlich wird Rix’ Weggang es dem CSU-Minister erleichtern, die Bundeszentrale in ihrer Ausrichtung nach rechts zu verschieben.

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Dass Dobrindt dies tut und damit auch Linksextremismus stärker in den Fokus rücken soll, reiht sich zwar in eine allgemeine Rechtsverschiebung ein. Aber überraschen sollte das Linke nicht.

Die öffentliche Meinung beeinflussen

Die Bundeszentrale produziert jährlich unzählige politische Informationsmaterialien, deren Konsequenz die Beeinflussung der öffentlichen Meinung ist. Die Institution war schon immer ein Machthebel, den In­nen­mi­nis­te­r*in­nen eben bedienen – mal die SPD, die mit dem Ex-Leiter Thomas Krüger natürlich im Jahr 2000 einen SPDler an die Spitze setzte, und mal die Union.

Zum anderen wurde die Institution unter Konrad Adenauer genau dafür gegründet, die kapitalistisch organisierte Demokratie zu propagieren – und solche Ideologien, die diese hinterfragt, zu bekämpfen, von rechts wie links. Antikommunismus war von Beginn an Kernaufgabe der bpb. Und er wird es bleiben.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Pauline Jäckels

Pauline Jäckels Meinungsredakteurin

Redakteurin im Meinungsressort seit April 2025. Zuvor zuständig für die parlamentarische Berichterstattung und die Linkspartei beim nd. Legt sich in der Bundespressekonferenz gerne mit Regierungssprecher:innen an – und stellt manchmal auch nette Fragen. Studierte Politikwissenschaft im Bachelor und Internationale Beziehungen im Master in Berlin und London.
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59 Kommentare

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  • yohak yohak

    " mal die SPD, die mit dem Ex-Leiter Thomas Krüger natürlich im Jahr 2000 einen SPDler an die Spitze setzte, und mal die Union."

    Realität ist: seit 2000 ist ununterbrochen stets ein SPD-Mann an der Spitze. Selbst zu Zeiten der schwarz-gelben Koalition!

  • David Lejdar

    Sowas wäre meiner Ansicht nach besser bei "akademischem Rat" aufgehoben, der halt mit akademischen Begriffen arbeitet, statt mit Schlagwörtern (siehe z.B. wie Freiheit als ganz wichtig gilt, und aber kein Ding für Bund Taliban Zugang zu sensiblen Daten zu geben).

    Ähnlich, Verfassungsschutz bei apolitischen Staatsoberhaupt, statt sich darauf zu verlassen, dass jeder Parteiminister über jedweden Interessenkonflikt erhaben ist, wenn es um Parteigenossen oder Opposition geht.

    • Janix

      @David Lejdar:

      Ich habe Sie noch nicht ganz verstanden.

  • Janix

    Thomas Krüger war ein recht geschmeidiger Ost-SPD-ler mit Selbstmarketing-Qualitäten. Der/die Neue wird einiges zu tun haben, um die BpB modern und zielführend zu gestalten. Und so sehr ich die Bücher dort schätze, wird es mehr als dessen bedürfen.



    Demokratieschutz vor Neonazis ist auch BpB-Aufgabe, ja, eigentlich der Taufstein. Zumal uns inzwischen die Alliierten nicht mehr herauspauken werden.

  • Franz Hofer

    Was war gut am Kommunismus ?

    • Comerade Aardvark

      @Franz Hofer:

      Gab ja noch nie einen richtigen, da können Sie jede_n Kommunist_in fragen.

    • Janix

      @Franz Hofer:

      Welchem?

      Anderes Thema: Was vermuten Sie nach dem jetzigen Kapitalismus mit seinen Schwachstellen als Nächstes?

      • Comerade Aardvark

        @Janix:

        "den" Kapitalismus gibt es ja auch nicht. Es sind eher dutzende Kapitalismen, unterschiedlich moderiert, reguliert oder gesteuert, mit etlichen Schnittstellen zueinander. Davon kann sich jeder, unterschiedlich gut und schnell, wandeln. "Danach" kann auch nie sein, je nachdem, wie der Wurm sich windet.



        Wenn wir ein riesiges Glück haben, wird's ein Bisschen wie Star Trek. Aber wohl eher nicht.

  • Lothar Heusch

    Sollte wohl heißen "demokratisch organisierter Kapitalismus" ...

  • fly

    So klar ist es längst nicht.



    Allein die Schriftenreihe lenkt immer wieder den Blick kritisch auf die Zeit des Faschismus und auf die Gräueltaten. Viele aktuelle Gesellschaftsthemen werden aufgegriffen und das nicht aus einer anti-woke Perspektive. AuchTAZ Autorinnen, z.b. Frau Herrmann, haben einer Veröffentlichung ihrer Bücher zugestimmt. Das wird sich auch mit neuem Chef kaum ändern. Und kritische Auswirkungen des Kommunismus darf man auch kritisch sehen.

  • Flix

    Die starke öffentliche Fixierung Dobrindts auf den Linksextremismus zeigt einmal mehr die in der Union vorhandene Nähe zu Trump und der MAGA Bewegung. Ablenkung und Relativierung, um den eigenen stramm rechten Kurs zu rechtfertigen.

  • Jalella

    Richtig. Wen das wundert, der wundert sich auch morgends über den Sonnenaufgang. Rechte machen rechte Politik. Und dazu gehört es (undemokratisch, wie sie nun mal sind), den politischen Gegner zu verfolgen.

    Die heutige Zeit macht einem so einiges leichter. Inzwischen ist die Frage "was ist links, was ist rechts?" relativ einfach. Links steht auf der Seite des Grundgesetzes und des Rechtsstaats, rechts eher nicht. Links vereint, rechts spaltet. Wer heute für die Einhaltung des Grundgesetzes beharrt, der wird leicht von den Rechten als "linksradikal" bezeichnet. Und er muss damit rechnen, wegen Gründung einer kriminellen Vereinigung vor Gericht gezerrt zu werden, wenn er die Regierung zur Verfassungstreue aufruft.

    Und natürlich wird das massive Problem des Rechtsextremismus verneidlicht und "Linksterror" aufgeblasen. Was hätte man sonst von einem AfD-Innenminister mit csU-Parteibuch erwartet?

    • JAJA

      @Jalella:

      "Links steht auf der Seite des Grundgesetzes und des Rechtsstaats, rechts eher nicht." Meinen Sie das ernst?! Und wer rechts ist, ist Nazi, stimmt's? Ich bin froh, dass sich unsere Politik von der teilweise linken Ausrichtung wieder Richtung Mitte bewegt, wo sie auch am Besten aufgehoben ist. Links ist genauso wie rechts zu einseitig und Einstellungen wie die Ihre Ursache für eine Reihe von Problemen. Eine gesunde Balance ist das A&O.

    • Willi Müller alias Jupp Schmitz

      @Jalella:

      Volle Zustimmung!



      Und -



      Der Wunsch der InnenministerInnen seit Seehofer, Faeser, und jetzt Dobrindt ist kein



      "Zurück zu den antikommunistischen Wurzeln"



      Ist eher ein alter Hut

    • Budzylein

      @Jalella:

      Das Eintreten für Grundgesetz und Rechtsstaat ist nicht linksextremistisch, und Linksextremisten wie z. B. die Mao- und Stalinfans von der MLPD treten nicht für Grundgesetz und Rechtsstaat ein.

      Eine Massenbewegung vor einigen Jahren, die auf Demonstrationen ausdrücklich die Einhaltung der Verfassung forderte und die Regierung beschuldigte, gegen Grundrechte zu verstoßen, waren übrigens die organidierten Gegner der Corona-Maßnahmen, die aber von niemandem als "Linksextreme" bezeichnet wurden (und es auch nicht waren), sondern eher als Rechtsextreme, die angeblich eine "verfassungswidrige Delegitimation des Staates" betrieben.

    • Flix

      @Jalella:

      Wie heißt es so schön: „Ein kluges Wort, und schon ist man Kommunist.“ Aus Sicht der Parteien am rechten Rand, und dazu gehören inzwischen große Teile der Union, scheint das wohl sinngemäß zutreffend zu sein..

      • AllesWirdGuter

        @Flix:

        Das sagt sicher niemand kluger

  • Sole Mio

    Politisch gesehen



    Was extrem rechts ist muss nach links, was extrem links is nach rechts.

    Damit wird, wie auf einer Waage, das Gleichgewicht gehalten,

  • Karl Heinz

    Unter anderem auch die taz lebt von der Meinungsfreiheit, die die Partei und ihr Zentralorgan „Neues Deutschland“ (nd) damals nie zugelassen hat. Insofern kann die Autorin des Kommentars eigentlich ganz zufrieden sein.

  • Zippism

    Ein Demokrat ist nicht nur gegen Rechtsextremismus, sondern gegen jede Ideologie, die die freiheitliche Demokratie abschaffen will. Dazu zählen selbstverständlich auch kommunistische und sozialistische Diktaturmodelle sowie linksextreme Bestrebungen. Wer bei Extremismus nur nach rechts schaut, betreibt keine politische Bildung, sondern politische Einseitigkeit.

    • Janix

      @Zippism:

      Es kann die Gefahr auch von links kommen, natürlich - empirisch sind zugleich die Nazis und Vereinfacher von rechts das Problem.



      Gegen neue Nazis und ein neues Megaloman-Deutschland ist die BpB errichtet worden. Jetzt hätte sie also da einiges zu tun. Sollte sie auch dürfen.

      • Zippism

        @Janix:

        Das eine schließt das andere nicht aus. Wer aus der Existenz einer größeren Bedrohung ableitet, andere extremistische Ideologien seien zweitrangig, misst mit zweierlei Maß. Die Bundeszentrale ist keine Behörde gegen Rechtsextremismus, sondern für politische Bildung und den Schutz der freiheitlich-demokratischen Grundordnung – und die wird von Rechts-, Links- und religiösem Extremismus gleichermaßen abgelehnt. Wer nur in eine Richtung schaut, macht aus politischer Bildung politische Schwerpunktsetzung.

    • Oleg Fedotov

      @Zippism:

      Zustimmung, aber das sehen viele hier (in ihrer linken Blase) leider nicht.



      Wobei es eine wirkliche Mitte ja gar nicht gibt. Man ist immer etwas mehr links oder rechts davon, bewegt sich aber im Rahmen des GG. Gefährlich sind doch nur die Ränder, wie z.B. der NSU, die Antifa und halt deren politische "Arme" in den Parlamenten wie die AfD oder das BSW

  • Pawel_ko

    Und es ist gut so. Ich und meine Familie haben selbst unter einem kommunistischen Regime gelitten. Diese romantisierung in Deutschland finde ich daher brandgefährlich.

    Korruption, willkürliche Verhaftungen, kein Essen, Oppositionelle auf der Straße niedergeknüppelt, Enteignungen...und hier laufen die Kids (und nicht mehr ganz so kleinen Kids) mit Hammer und Sichel rum.



    Ein Schlag ins Gesicht für alle Hinterbliebenen die geliebten Menschen in irgendwelchen Gulags verloren haben.



    Für mich gehört dieses Symbol genau so verboten wie das Hakenkreuz.

    • Captain Hornblower

      @Pawel_ko:

      Mann kann es auch übertreiben. Ja es gibt, eine gewaltbereite linke Gruppe und davon hatten welche einen Hammer mit.



      Ob einer oder mehrere davon ist nicht genau bekannt.



      Jetzt aber so zu tun als wären da ganze Horden unterwegs halte ich nicht gerade für seriös.

      • rero

        @Captain Hornblower:

        Spannend, dass Sie mit Hammer und Sichel nichts mehr anfangen können.

      • Hugo

        @Captain Hornblower:

        Pawel meint wohl die Verwendung kommunistischer Symbole im mehr oder weniger politischen popkulturellen Zusammenhängen. Che als alter Stalinist z.B. hat da auch mehr als nur bißchen Ambivalenz.

      • Dr. McSchreck

        @Captain Hornblower:

        Es geht doch nicht um diese linksextremen Straftäter, die gerade vor Gericht stehen, sondern um linke Diktaturen. Das zeigt insbesondere diese (zutreffende) Beschreibung:

        Korruption, willkürliche Verhaftungen, kein Essen, Oppositionelle auf der Straße niedergeknüppelt, Enteignungen

        • Captain Hornblower

          @Dr. McSchreck:

          Da habe ich wohl was gründlich missverstanden.



          Mein Fehler.

  • Michael Vonau

    Klingt prinzipiell schlüssig. Aber vielleicht ein bisschen verfrüht. Bisher sehe ich noch keine Zeichen dieser rechts-konservativen Tendenz im Programm der bpb. Vielleicht ein bisschen mehr Geduld und weniger Aktionismus.

  • Worgt Michael

    Eine bpb unter Dobrindt verdient diesen Namen nicht.



    Die bpb sollte völlig unabhängig von Ideologien



    sein und Informationen bereitstellen, mit



    deren Hilfe man sich eine Meinung bilden kann.



    Persönlich halte ich die Publikationen der bpb



    oft für fragwürdig und auch nicht besonders



    wissenschaftlich .



    Diese werden wohl noch fragwürdiger in der



    Zukunft sein.

  • Jochen Laun

    Ich verstehe nicht, was an Antikommunismus falsch sein soll, Außer Repression, Entrechtung, Verarmung und unzähligen Toten hat der Kommunismus in der realen Welt nicht viel vorzuweisen.

    • Troll Eulenspiegel

      @Jochen Laun:

      Sage ich auch immer zum Antikapitalismus: Ist nix falsches daran. Aber der Bürger braucht es offenbar, dass es welche gibt, bevorzugt arme Menschen oder Migranten, die eine Stufe unter ihm stehen.

      • rero

        @Troll Eulenspiegel:

        Deshalb ließ der Realsozialismus auch quasi keine Migration zu.

        War vermutlich zu kapitalistisch.

        So ändern sich die Zeiten.

        Nicht mal mehr der Antikapitalismus ist mehr, was er mal war.

        Alles geht den Bach runter.

      • Worgt Michael

        @Troll Eulenspiegel:

        .... der Mensch tritt gern nach unten



        , nach oben ist ihm es viel zu anstrengend .

  • Ohne_Mitte_geht_nix

    Was spricht denn dagegen, unsere Demokratie auch gegen Kommunismus und Linksradikalismus zu schützen? Ist beides nicht besser als Rechtsradikalismus, den es ebenfalls zu bekämpfen gilt.

    • Francesco

      @Ohne_Mitte_geht_nix:

      Sie meinen so a la McCarthy?

      • rero

        @Francesco:

        Geht doch auch ohne McCarthy.

  • Axel Schäfer

    Seit der Mittelstufe ab ca. Mitte der 1970er nutze ich die Informationsschriften der Bundeszentrale und auch der Hessischen Landeszentrale konnte allerdings bis jetzt keine dezidierte Rechtslastigkeit feststellen. Wenn man sich die DDR allerdings nachträglich schön reden möchte und für eine kommunistische Alternative zur kapitalistisch organisierten Demokratie der BRD halten möchte, kann man das anders sehen, aber ich dachte das wäre solchen Spinnern vom BSW vorbehalten.

  • Sonnenhaus

    Nein, das überrascht niemanden; weder Links noch Rechts und auch nicht die Mitte. Herr Dobrinth hat schon als Verkehrsminister nach alten Managementrezepten gekocht und die DB nach dem gloreichen Beginn von Mehrdorn den Weg bereitet zur Vollendung. Herr Dobrinth hat seinen aktiven Anteil an dem heutigen Infrastrukturdesaster bei der DB, aber auch am Mautdebakel der CSU.



    So lässt sich analysieren, wird das analog im Innenministerium nicht viel besser werden. Daher ist es keine Überraschung mit solch alten Zöpfen daher zu kommen, zum strategischen Wohle der AfD.

  • Andreas Flaig

    Der Rücktritt ist die Joker Karte für Dobrindt-

    "Rechtsextremismus" weist laut Kriminalstatistiken (z. B. vom Bundesamt für Verfassungsschutz) in vielen westlichen Ländern ein deutlich höheres Gesamtaufkommen an politisch motivierter Gewalt auf als der Linksextremismus.



    Häufiger aufsuchende, lebensgefährliche Angriffe gegen Personen aufgrund ihrer Herkunft, Religion oder sexuellen Orientierung.

    Wen wundert irgendwas noch...

  • Reinhold Böhmer

    Bravo, perfekt auf den Punkt. Sachkunde plus Hintergrundwissen machen es möglich!

  • Ricky-13

    taz-Foto: *Ein Mann aus der Vergangenheit? Innenminister Dobrindt*

    Warum das Fragezeichen? Viele CDU/CSU-Politiker leben doch immer noch in den 1950'er Jahren und halten an überholten gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen Modellen fest.

  • Aurego

    Wir sollten uns mit unseren echten Problemen beschäftigen. Wenn man verstanden hat, dass die ursprüngliche Idee des Kommunismus aus einem exzessiven Raubtierkapitalismus heraus entstanden ist, weiß man, dass man Linksextremismus relativ einfach dadurch zurückdrängen kann, indem man sich um wirtschaftliche und soziale Gerechtigkeit kümmert. Wer diesen Gedanken dann auch schon für linksextrem hält, hat die Dynamik der Französischen Revolution nicht verstanden. Herrn Dobrindt traue ich ein vertieftes Verständnis jedoch nicht zu, nachdem ich gesehen habe, wie er insbesondere als Verkehrsminister agiert hat.

  • Mendou

    Also mit 19 Jahren Erfahrungen unter einem kommunistischen Regime und allem was ich später bei Solschenizyn gelesen habe, halte ich es für Selbstverständlich, das man die Demokratie auch gegen Kommunisten und andere Linksextreme verteidigen muss.

    • Der olle Onn

      @Mendou:

      Wo waren Sie denn da? Bei den Roten Khmer? Die wollten ja sowas wie einen Steinzeit-Kommunismus einführen.



      Da der Kommunismus bisher lediglich eine angestrebte Utopie von Staaten war, deren Führer sich selbst als sozialistisch interpretierten, kann es praktische Erfahrungen - noch dazu jahrzehntelange - ja eigentlich nicht geben.



      siehe weiter unten...

      • Mendou

        @Der olle Onn:

        Netter Versuch, die Kommunisten in der DDR haben immer klar gemacht das wir erst auf dem Weg in den Kommunismus sind und den längst nicht erreicht haben. Der real existierende Sozialismus und die Diktatur des Proletariats sind notwendige Vorstufen. Es war trotzdem eine kommunistische Diktatur, auch wenn sie den idealen Endzustand Kommunismus nicht erreicht hatte.

    • Jalella

      @Mendou:

      Aber wenn in der Wohnung Schlangen und Ratten hausen, ist es vielleicht nicht so klug, mit der Fliegenklatsche nach Stechmücken zu schlagen - auch wenn die lästig sind.

    • Leser32

      @Mendou:

      Mit gut 40 Jahren Erfahrung BRD kann ich Ihnen guten Gewissens versichern, dass unsere Demokratie weder gegen Linksextreme noch gegen Kommunisten akut verteidigt werden muss.

      Personen aus diesen Lagern gibt es natürlich hierzulande, aber sie sind auch nicht ansatzweise eine ernstzunehmende politische Kraft.

      ...anders als der erstarkende rechtsextreme Faschismus, gegen den sich die bpd hoffentlich auch künftig mit aller gebotenen Kraft stemmen wird.

      • Francesco

        @Leser32:

        Und die Linksextremen heute haben Null mit dem Sozialismus a la Sowjetunion oder DDR am Hut.

    • Altbayer

      @Mendou:

      Herzlichen Dank!

    • Stefan Schmitt

      @Mendou:

      Kommunismus als Theorie und Kommunismus als historisches Herrschaftssystem sind nicht dasselbe. Und nach Ansicht der meisten Historiker gab es bisher keinen Staat, der den Kommunismus im eigentlichen Sinn verwirklicht hat.



      Kapitalismuskritik würde es heute wohl besser treffen, aber dann würde ja das alte Feindbild der soz. Dikatatur aus dem kalten Krieg wegbrechen.

    • Ingo Bernable

      @Mendou:

      Aus dem Kommunistischen Manifest:



      "Sind im Laufe der Entwicklung die Klassenunterschiede verschwunden und ist alle Produktion in den Händen der assoziierten Individuen konzentriert, so verliert die öffentliche Gewalt den politischen Charakter. Die politische Gewalt im eigentlichen Sinne ist die organisierte Gewalt einer Klasse zur Unterdrückung einer andern. Wenn das Proletariat im Kampfe gegen die Bourgeoisie sich notwendig zur Klasse vereint, durch eine Revolution sich zur herrschenden Klasse macht und als herrschende Klasse gewaltsam die alten Produktionsverhältnisse aufhebt, so hebt es mit diesen Produktionsverhältnissen die Existenzbedingungen des Klassengegensatzes, die Klassen überhaupt, und damit seine eigene Herrschaft als Klasse auf.



      An die Stelle der alten bürgerlichen Gesellschaft mit ihren Klassen und Klassengegensätzen tritt eine Assoziation, worin die freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für freie Entwicklung aller ist."



      Keine staatliche, politische Gewalt, keine herrschende Klasse, auch nicht die von Parteifunktionären, freie Entwicklung für alle. Klingt das nach Mauer, Stasi, Gulag oder überhaupt nach etwas gegen das man sich "verteidigen muss"?

      • Aurego

        @Ingo Bernable:

        Man sollte dabei jedoch auch die Situation der damaligen Arbeiter und die Verteilung der Vermögen in der Mitte des 19. Jhdts. im Blick haben. Es gab durchaus Situationen, in denen auf streikende Arbeiter scharf geschossen wurde. Jeder soziale Aufstieg war wesentlich schwieriger.



        Nachdem sich - wenigstens in Deutschland und Österreich - der herrschende Adel durch den 1. Weltkrieg selbst entmachtet hatte, sind einige Forderungen sozusagen ja bereits erfüllt worden.

      • rero

        @Ingo Bernable:

        Dann machen Sie sich mal Gedanken, wie man in der klassenlosen Gesellschaft mit Andersdenkenden umgeht.

        Die lösen sich ja nicht einfach in Luft auf.

      • AllesWirdGuter

        @Ingo Bernable:

        Hier wird von überholten kapitalistischen Modellen geredet, aber dann zitiert man hier ein Modell von 1848

      • Budzylein

        @Ingo Bernable:

        Gegen das Kommunistische Manifest muss sich niemand verteidigen. Das ändert aber nichts daran, dass diejenigen, die es auf ihre Fahnen schrieben, Mauern, Stasis und Gulags errichtet hatten, nachdem sie an die Macht kamen. Nein, das war nicht der wahre Kommunismus, aber die bisherige Erfahrung hat gezeigt, dass es den noch nie gab, wenn kommunistische Parteien regierten. Man könnte daraus lernen: Wer Kommunismus anstrebt, sollte sich von kommunistischen Parteien tunlichst fern halten.

    • Lowandorder

      @Mendou:

      Jau! Dob🐂t kann bestimmt noch nen Redenschreiber gebrauchen - wa! 🧐🙀