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Merz zu Krankenversicherungen Löblicher Sinneswandel

Manuela Heim

Kommentar von

Manuela Heim

Überraschend hält Kanzler Merz das Zweiklassensystem bei der Krankenversicherung für ungerecht. Die Privaten will er natürlich nicht abschaffen.

I m vergangenen Jahr sagte der gerade verabschiedete SPD-Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach im taz-Interview, irgendwann werde die Bürgerversicherung, also das Zusammenführen von privater und gesetzlicher Krankenversicherung, kommen. Selbst SPD und Grüne hätten schließlich eine ganze Weile gebraucht, um sich der Ungerechtigkeit bewusst zu werden. Nun, könnte man meinen, ist es auch bei der CDU und Kanzler Friedrich Merz so weit.

Das Nebeneinander von privater und gesetzlicher Versicherung löse ein massives Problem im Gerechtigkeitsempfinden der Bevölkerung aus, sagte Merz nämlich am Montag in einer Pressekonferenz nach den für die CDU desaströsen Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin.

Mal abgesehen davon, dass Merz gerne mal Sachen sagt, die er oder ein Sprecher von ihm danach wieder zurücknimmt oder abschwächt, ist diese Aussage doch bemerkenswert. Das wachsende Gefälle in der Behandlung von privat und gesetzlich Versicherten war schließlich nur noch für solche Menschen zu ignorieren, die selbst überwiegend privatversichert sind und daher nie wochen- oder gar monatelang auf einen Fachärztintermin warten müssen. Die CDU/CSU trug da bisher die größten Scheuklappen.

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Natürlich will Merz nicht die private Krankenversicherung abschaffen. Der Kanzler habe „nur die Terminvergabe“ gemeint, heißt es nun beschwichtigend aus der CSU.

Diese Termine werden inzwischen vor allem über Online-Plattformen vergeben, die Privatversicherten regelmäßig zeitnahe Termine und gesetzlich Versicherten oft genug gar keine Termine anbieten. Mit entsprechenden Folgen für den Krankheitsverlauf und das Gerechtigkeitsempfinden in der Gesellschaft.

Wenn die CDU/CSU jetzt so weit ist, immerhin dieser Ungerechtigkeit ernsthaft einen Riegel vorzuschieben, wäre das schon mal ein echter Sinneswandel. Für die Frage einer Bürgerversicherung braucht es vielleicht noch ein paar mehr bewusstseinserweiternde Wahlergebnisse.

Nach dem Erfolg der AfD bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt bangen viele Menschen um die Zukunft, es droht die erste AfD-Regierung. Das wäre eine (weitere) Zäsur für Deutschland. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Manuela Heim

Manuela Heim Gesundheit und Soziales

Redakteurin in der Inlandsredaktion, schreibt über Gesundheitsthemen und soziale (Un-) Gerechtigkeit.
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56 Kommentare

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  • Hans - Friedrich Bär

    Das Nebeneinander hat für die gesetzlich Versicherten auch Vorteile : 1) Die jährlichen Prämiensteigerungen von 12 bis 18% der privat Versicherten bleiben ihnen erspart. 2) Sie haben uneingeschränkte Wechselmöglichkeiten innerhalb der GKV. Privat Krankenversicherte sind den Prämiensteigerungen deshalb ausgeliefert weil sie die Wechselmöglichkeiten in die/der GKV nicht haben.

    Dass Ärzte ein Nebeneinander von 1. und 2. Klasse wie in der Bahn betreiben sollten sie nicht. Ärzte haben sich zuerst nach den med. Notwendigkeiten zu richten. Das steht in der Bundesärzteordnung und den Ärzteordnungen der Länder.

    Die Themenwahl wirkt wie ein Ablenkungsmanöver von den kürzlichen Wahlniederlagen. Unter Berücksichtigung der kürzlich von der Regierung selbst erzwungenen Kürzungen für die gesetzlich Versicherten finde ich den Zeitpunkt und den Zweck unpassend, da es sich um ein ausgesprochen sensibles Thema für Gesunde und Kranke handelt.

  • Carsten S.

    Wir müssen die privaten auch gar nicht abschaffen. Gesetzliche Basisversicherung für alle, und die privaten als Zusatzversicherung nach Bedarf, Geschmack und Geldbeutel wäre aus meiner Sicht perfekt.



    So, wie in der (sonst gar nicht so sozialistischen) Schweiz.

  • Selbstauslöser

    F. Merz erklärte öffentlich am 21.9.26, er teile die Einschätzung der Bevölkerung, daß das Nebeneinander von gesetzlichen und privaten Kranken- und Pflegeversicherungen ein massives (Gerechtigkeits-)problem sei. Daran müsse man etwas ändern. Darüber werde man reden.



    Am nächsten Tag erklärt die Regierungssprecherin im Bundeskanzleramt auf Nachfrage von Frontal/ZDF: „Der Bundeskanzler hat das System der Krankenversicherung nicht in Frage gestellt.“



    Die Grundvoraussetzung, um Macht über andere zu erlangen: etwas anderes sagen, als man meint. Lehrte schon Machiavelli.

  • Andreas_2020

    Sorry ich kaufe Merz nicht, aber das ihn die Ungerechtigkeiten in Deutschland umtreiben. Seine Reformen sind im Grunde genommen auf dem Level der Agenda 2010, sie werden dazu führen, dass Durchschnittsmenschen viel an sozialer Sicherheit und Garantien einbüssen. Mehr nicht. Und schon heute hängt die Gesundheit vieler Menschen davon ab, ob es überhaupt Ärzte vor Ort gibt und ob sie einen nehmen und wirklich behandeln. Trotzdem ist es schwierig und schwergängig, wenn junge Leute Medizin studieren wollen. Es gäbe viele Maßnahmen, um die Situation zu verbessern, bislang hat die CDU nicht wirklich daran mitgewirkt.

    • Schmetterling

      @Andreas_2020:

      Natürlich interessiert den Merz das nicht. Er will drüber reden, um von den desaströsen Wahlergebnissen und dem in der CDU grasierenden Antisemitismus abzulenken. Und wenn wir dann mal drüber geredet haben, tun wir natürlich nichts dagegen. Ob er sich damit einen Gefallen getan hat stelle ich mal in Frage...

  • Fred Feuerstein

    Das Kalkül des Blackrock-Kanzlers Merz ist doch ein anderes: Wie komme ich legal an die rund 355 Milliarden Euro der Privaten Krankenversicherungen, die aus Altersrückstellungen und verzinsten Kapitalanlagen resultieren . Da sind doch GKV und Pflegeversicherung gleich 3 mal saniert und es bleibt noch etwas Spielgeld über.Und das Ganze begründe ich mit Gerechtigkeit.Passt alles auf einen Bierdeckel.(Vorbild Kirchner Argentinien 2008, da waren es allerdings nur 30 Milliarden Dollar aus den privaten Pensionskassen)). Coup gelungen.

    • Altbayer

      @Fred Feuerstein:

      Gähn! Die Pensionskassen in Deutschland wurden bereits zwischen 1990 und 2010 zweimal komplett geleert? Offizielle Begründung: Die Sicherung der Rente...

    • Comerade Aardvark

      @Fred Feuerstein:

      Dieses Kalkül hat man ja bisher eher der SPD mit ihrer "Bürgerversicherung" unterstellt, aber ja, klar - mit dem Geld könnte man schön was anstellen, mindestens eine Legislatur lang, vielleicht sogar zwei!

  • Karla Columna

    Es gibt in Berlin eine Orthopädiepraxis, bei der es auf demselben Stockwerk und unter demselben Namen links die Privatpraxis gibt (leise Musik, eine wellnessartige Lounge, und erkennbar wenig Patienten, die dort stehen - mehr weiß ich nicht, da ich nicht privat versichert bin) und rechts ist die Variante für gesetzlich Versicherte (keine Musik, an der Rezeption eine Schlange, Wartezimmer war voll, hektisch liefen Ärzte herum, die zehn Minuten pro Patient haben). Immerhin der ausgefallen Aufzug betraf alle Patienten gleichermaßen.

    • sneaker

      @Karla Columna:

      Wobei ein Privatarzt auch durch eine gesetzlich versicherte Person genutzt werden kann. Allerdings muss man dann alles selbst bezahlen.

    • Minderleister

      @Karla Columna:

      Dieses Apartheitssystem habe ich auch schon mal in nur einer Praxis gesehen (ebenfalls Orthopädie). Wie im Flugzeug mit Business- und Economy-Class.

    • fly

      @Karla Columna:

      Wenn auf der anderen Seite nur wenig Patienten in aller Ruhe behandelt werden, kommt auch diese Seite schnell an ihre Rentabilitätsgrenze, da der Abrechnungssatz meist bis 2,3 versichert ist. Wobei dieser Faktor standardmäßig gebraucht wird, obwohl es oftmals nicht gerechtfertigt ist. Aber ja, die Praxis wird schon ihren Schnitt machen - gerade in der Orthopädie geht vieles, auch vieles was nicht dringend nötig ist.

      • Carsten S.

        @fly:

        Ja, Bänderrisse am Sprunggelenk werden bei Kassenpatienten konservativ versorgt und bei Privatpatienten werden sie operiert.



        Im Ergebnis gibt es keinen Unterschied.

  • Sikasuu

    Letzten Sonntag, vor dem "Schock" am Abend, zur Kaffeezeit, Besuch eines "Bekannten" (GKV)!



    ----



    Zufällig lag der Kassenzettel der "Apotheke" noch auf dem Tisch. Er las den!



    "Ach, du nimmst auch dieses "Herzmedikament"?



    "Ja, muss!"



    "Das kostet > 350 € pro Packung?"



    "Ja!"



    "Das nehme ich (der o.a.) schon seit mehreren Jahren, doch dass DAS so teuer ist, war mir nicht bewusst!"

    Btw. Ob der Preis gerechtfertigt ist, will & kann ich nicht entscheiden, doch dass GKV‑Versicherte zu oft kaum einen Überblick über ihre, die wirklichen "Krankheitskosten" haben, belegt nicht nur das o.a. "Nebenbeigespräch!"

    Ps. Über die Kosten der letztlich erfolglosen "CA.Op & anschließender Chemo" meiner "Liebsten" & dem Jahr, das wahrscheinlich Grund meiner Herzprobleme war, möchte ich gar nicht erst anfangen! :-(

    • nappy

      @Sikasuu:

      "dass GKV‑Versicherte zu oft kaum einen Überblick über ihre, die wirklichen "Krankheitskosten" haben"



      ---



      "Die Kassen sind seit 01.01.2012 verpflichtet, ihre Versicherten auf Antrag über die in einem Zeitraum von mindestens 18 Monaten vor Antragstellung in Anspruch genommenen Leistungen und die Kosten zu unterrichten."



      www.krankenkassen-...skunft-424514.html

      Man muss es also nur wissen WOLLEN!

      Übrigens:



      Meine Mutter hatte Brustkrebs.



      Als ich zur Vorsorge zu meiner damals (nach Umzug) neuen Gynäkologin ging, schickte sie mich zur Mammographie - zur Sicherheit.



      Ich telefonierte genau 10 Radiologen durch und überall wurden mir Termine in 6 bis 8 Monaten angeboten. Und niemand hatte nach dem Grund gefragt, also ob zum Beispiel ein "Tastbefund" vorliegt. Nach der Krankenkasse haben sie aber alle gefragt.



      Hätte es einen Tastbefund gegeben - in 6 Monaten hätte ich bei einer aggressiven Brustkrebs-Art schon tot sein können!

      Der Termin-Vorteil der PKV-Patienten ist also ein GEWALTIGER!

    • Fred Feuerstein

      @Sikasuu:

      Das kann ich nur bestätigen:Xarelto als Blutverdünner kostet ca soviel für 98 Tabletten. Erst wenn der Patentschutz ausgelaufen ist, gibt es in der GKV die Nachahmer, die Privaten legen einem das schriftlich nahe. Es wäre wirklich hilfreich, auch bei der GKV Kostentransparenz zu üben , ohne dass eine Zuzahlung fällig wird.

  • Minderleister

    Unlängst ist mir bei der Suche nach einem neuen HNO-Arzt einer untergekommen, der ausschließlich Privatpatienten und Selbstzahler behandelte. Angesichts der exorbitanten Ausbildungskosten gerade von Medizinern, die in Deutschland von der Allgemeinheit der Steuerzahler getragen werden, dürfte dergleichen gar nicht erlaubt sein.

  • Oliver Tiegel

    Der Artikel ist viel zu kurz. Nach der Einleitung in dieser spannenden Thematik ist quasi sofort Schluss. Schade

  • Janix

    In der Tat ist da unser System ineffizient und wirkt auch nicht gerecht - das einzige Heilmittel ist die Bürgerversicherung für alle nicht, doch ein auch symbolisch wichtiger Schritt. Merz sollte den Mut haben, so etwas durchzuziehen, wenn er wirklich als Reformkanzler in die Bücher will. Abnabelung von den Finanz- und Versicherungskonzernen würde auch der Union insgesamt guttun.

  • Bolzkopf

    Stimmt diese Ungerechtigkeit muss weg.

    Kann ja nicht sein, dass "Privatversicherte" im Krankenhaus im Schnitt drei Tage länger bleiben müssen.

    Kann ja nicht sein, dass "Privatversicherte" mit tausenden von Euros in Vorkasse gehen müssen bis sich die Privatversicherung bequehmt mal die Versicherungsleistungen rauszurücken.

    Kann ja nicht sein, dass "Privatversicherte" regelmäßig auf überhöten Arztrechnungen sitzenbleiben.

    Kann ja nicht sein, dass viele Leistungen die bei der GKV vorgeschrieben sind "Privaten" nicht zustehen.

    Kann ja nicht sein, dass "Private" keine Elektronische Gesundheitsakte bekommen.

    Kann ja nicht sein, dass "Gesetzliche" keine Ahnung haben was der Arzt so bei der Krankenkasse abrechnet.

    Kann ja nicht sein, dass "Gesetzliche" keine Ahnung haben wieviel der Arzt den Krankenkassen für welche Leistung in Rechnung stellt.

    Kann ja nicht sein, dass "Gesetzliche" keine Ahnung haben an welchen Tagen sie in der Praxis waren - zumindest der Arztabrechnung nach ...

    Jaja, kann alles nicht sein ...

    • nappy

      @Bolzkopf:

      "Kann ja nicht sein, dass "Gesetzliche" keine Ahnung haben was der Arzt so bei der Krankenkasse abrechnet"



      ---



      Das ist falsch.



      Wenn ein Versicherter will, kann er die Aufstellung mindestens der letzten 1,5 Jahre erhalten.

      " Die Kassen sind seit 01.01.2012 verpflichtet, ihre Versicherten auf Antrag über die in einem Zeitraum von mindestens 18 Monaten vor Antragstellung in Anspruch genommenen Leistungen und die Kosten zu unterrichten."



      www.krankenkassen-...skunft-424514.html

    • PartyChampignons

      @Bolzkopf:

      Sie haben hier bewusst oder unbewusst den wichtigsten Punkt weggelassen:



      Kann ja nicht sein, dass Privatversicherte in sämtlichen Arztpraxen und Krankenhäusern bevorzugt werden, viel schneller Termine bekommen, die bessere Behandlung und die besseren Zimmer bekommen.....

      • Hans - Friedrich Bär

        @PartyChampignons:

        Ja natürlich ist das so : Weil die privat Krankenversicherten vom Arzt eine Rechnung bekommen, die sie innerhalb von vier Wochen nach Zugang bezahlen müssen um rechtlich nicht in Verzug zu geraten. Dabei darf es dem Arzt egal sein ob die private Krankenversicherung die Rechnung dem Patienten/ Versicherten vollständig erstattet oder nicht.



        Für die gesetzlich Versicherten bezahlt die kassenärztliche Vereinigung einmal im Vierteljahr. Wenn sie dem Arzt die Abrechnung kürzt, muss er sich mit der mächtigen kassenärztlichen Vereinigung streiten, nicht mit dem gesetzlich Versicherten selbst. Das sind doch ganz erhebliche Vorteile für die gesetzlich Versicherten.

  • Mondschaf26

    „Überraschend hält Kanzler Merz das Zweiklassensystem bei der Krankenversicherung für ungerecht."



    Nein. Merz hält das System nicht für ungerecht. Er hat festgestellt, dass es von Bürger:innen so empfunden wird. Also wird er vorschlagen, dass GKV-Versicherte sich zusätzlich privat versichern müssen, um die Gerechtigkeitslücke zu schließen. [/sarkasmus]

  • warum_denkt_keiner_nach?

    Nach den bisherigen Erfahrungen mit Merz wird die "Angleichung" wohl so aussehen, dass die Leistungen der gesetzlichen Versicherung zusammen gestrichen werden und dafür dann eine Plicht eingeführt wird, für diese Leistungen eine private Versicherung abzuschließen. Schließlich müssen die Versicherungskonzerne auch leben. Evtl. gibt es dann noch 2€ Zuschuss aus der Staatskasse...

    • Martin Rees

      @warum_denkt_keiner_nach?:

      Beispiel Niederlande:



      Eine 1:1-Kopie sei unmöglich...



      Gesundheitsökonom Stefan Greß, Fulda, dazu mit Fakten und Hintergründen



      Quelle:



      gegenbefund.de/kra...e-pkv-abschaffung/



      Ein Blick auf die Nachbarn hier im Westen schadet an dieser Stelle keinesfalls!



      Sie hatten ursprünglich ein aus Deutschland importiertes System, bis 2006.

  • Wanderin

    Ja und er hat sich neulich stark gegen die AfD abgegrenzt! Ich sehe in letzter Zeit, dass ständig der Rücktritt von Merz gefordert wird. Wen möchten die Linken, die das fordern, denn stattdessen lieber haben? Dobrindt? Jemanden vom ultra-rechten CDU-Flügel?

  • Kabelbrand Höllenfeuer

    Dieser Doctolib-Terror ist einfach nur widerwärtig. Arztpraxen sind faktisch oft telefonisch gar nicht mehr zu erreichen und Termine werden willkürlich und ohne weitere Rücksprache geändert. Zitat: "Genau dafür ist Doctolib ja da.".



    Über die Arztpraxen, die tatsächlich 2 verschiedene Eingänge für Privat- und Kassenversicherte haben, will ich lieber gar nicht erst reden.

    • T-Rom

      @Kabelbrand Höllenfeuer:

      Terminvergabe zumindest in Teilen digital laufen zu lassen ist ja erst einmal nicht verkehrt, sondern kann es für alle Beteiligten vereinfachen. Dass man das System noch verbessern kann ist ja unbenommen.

    • Astrid Sehnefeld

      @Kabelbrand Höllenfeuer:

      "Arztpraxen sind faktisch oft telefonisch gar nicht mehr zu erreichen"



      Der Trend geht zur Zweitnummer für Privatversicherte...



      Ich habe keine Probleme egal welche Praxis zu erreichen. Spätestens beim zweiten klingeln werde ich auffallend freundlich am Hörer begrüßt - bei jedem Arzt.



      Nur wenn ich irgendwo zum ersten Mal anrufe sind Praxen schwer bis unmöglich zu erreichen.

    • Martin Rees

      @Kabelbrand Höllenfeuer:

      "Arztpraxen sind faktisch oft telefonisch gar nicht mehr zu erreichen"



      In einigen Praxen "arbeitet" Aaron in der Organisation und Koordination "mit", ein KI-Assistent als System mit angenehmer Stimme und mit glaubwürdiger Kompetenz in der Praxisorganisation.



      www.hna.de/welt/ar...m-zr-93907449.html

  • Axel Schäfer

    Na, warum wird sich da kaum ernsthaft was ändern? Kleiner Spoiler, 93% der Beamten und Richter sind privat versichert und stellen über 50% der privat Versicherten. Ein sog. Ökonom verkündete eben im Radio, man müsste einfach die Beiträge der GKV erhöhen und den Ärzten mehr Geld geben, damit die auch Anreize haben gesetzlich versicherte zu behandeln...



    So schön einfach kann die Welt sein wenn man komplett weltfremd ist.

    • Sikasuu

      @Axel Schäfer:

      Kleiner Spoiler, 93% der Beamten und Richter sind privat versichert und stellen über 50% der privat Versicherten.



      ----



      Kleine Berichtigung!



      " .... müssen sich privat teilversichern! ". Weil der Dienstherr sich weigert, anstelle der Beihilfe den "Arbeitgeberanteil", der sehr hoch sein kann, an die GKV zu bezahlen.



      Btw. Außerdem müssen die o.a. Ehe-Partner & Kinder auch noch privat "mitversichern"! In der GKV sind die kostenlos mit drin!



      Also, erst rechnen & dann schimpfen. Denn Zahlen sagen oft etwas ANDERES als der Bauch meint! :-(

    • Astrid Sehnefeld

      @Axel Schäfer:

      "man müsste einfach die Beiträge der GKV erhöhen und den Ärzten mehr Geld geben, damit die auch Anreize haben gesetzlich versicherte zu behandeln"



      Eben, so wird ein Schuh draus.



      Aber da plärrt ja jeder das die Beiträge zu teuer wären...



      ...weil was in der Diskussion immer nicht stattfindet, PKV Versicherte zahlen deutlich mehr für ihren 'Luxus'

      • nappy

        @Astrid Sehnefeld:

        " "man müsste einfach die Beiträge der GKV erhöhen und den Ärzten mehr Geld geben, damit die auch Anreize haben gesetzlich versicherte zu behandeln"

        Eben, so wird ein Schuh draus."



        ---



        Sehe ich völlig anders!

        Niedergelassene Ärzte bekommen im Jahr alle 6-stellig. Das reicht locker!



        Und die Ärzte in meinem Leben, die ich deutlich am SCHLECHTESTEN fand, für die war GELD der höchste Anreiz, und auf dem Weg dahin haben sie auch mal die Patienten am ausgestreckten Arm verhungern lassen!



        Beispiel:



        Nachdem mich so ein Arzt (Orthopäde) mal als "austherapiert" erklärt hatte, wollte er mir eine Stoßwellentherapie andrehen - natürlich selbst zu bezahlen, nur "ein paar Hundert D-Mark für die Gesundheit"! Arzt gewechselt, Krankengymnastik verschrieben bekommen - nie wieder Probleme gehabt!

        Nächstes Beispiel:



        So mancher Arzt hat meine chronische Krankheit als Cash-Cow gesehen und mich jedes Quartal untersucht, obwohl es jahrelang ging und keinerlei zusätzlichen Erkenntnisgewinn ergab, weil der Zustand schlicht gleichblieb! Aber die Ärzte konnten die Untersuchung jedes Quartal abrechnen, also ... !



        Ich zog um und - ZACK! - anderer Arzt und 1x/Jahr war plötzlich "genug"!

  • Sikasuu

    Merz habe nur deutlich gemacht, dass man das Gefühl der Ungerechtigkeit in der Bevölkerung ernst nehme, ...



    ----



    Kann "unser Fritz" KEIN Fettnäpfchen auslassen?

    Gefühlte Ungerechtigkeit!

    Das mal übersetzt: GKV-Patienten begreifen nicht, dass SIE & PKV‑Patienten gleich behandelt werden?

    Das mag vielleicht in einigen Fällen stimmen. Doch spätestens, wenn es um Termine, Arztwechsel, teilweise auch ums KH usw. geht, stimmt das REAL nicht!

    Klar gibt es "gute Gründe" für die PKV! Wenn z.B. Beamte, Selbstständige usw. in der GKV wären, es gar eine "Bürgerversicherung" gäbe, müssten Bund, Länder, Kommunen, usw. massiv Beiträge dazu übernehmen. Die Beihilfe für Beamte ist weit kostengünstiger.

    Mein Fazit: ER, s.o. kann's einfach nicht! Doch nicht seine "missverständlichen Sprüche" sind dabei mMn. das Problem, sondern seine "leicht antiquierte Sicht der politischen Wirklichkeit" & der Menschen "in DIESEM unserem LANDE" DIE belegen, dass er "wirklich nur 3. Wahl" zu sein scheint!"



    Ps. Neuwahlen fürchten mMn. beide Regierungsparteien wie der Teufel das Weihwasser & ein Kanzlerwechsel ist deswegen "unmöglich" weil mMn. niemand in der CDU den Job im Moment freiwillig haben will!

  • fly

    Tatsächlich gibt es auch Ärzte, die da kaum einen Unterschied machen, sprich privat Versicherte können manchmal ebenfalls monatelang warten. Im Schnitt bekommen die eher einen Termin. Aber an dem Eingangsstatement sieht man, dass es nicht die PV Versicherten sind, die das Problem darstellen, sondern die Ärzte, die sich für deutlich höheren Verdienst entscheiden. Besonders auffällig ist der Termineffekt in Investorenfinanzierten Gemeinschaftspraxen. Darin gibt es aber Ärzte, die ein geregeltes, gutes Gehalt einer stressigen Geldmaximierung vorziehen.

    • T-Rom

      @fly:

      Das Grundproblem ist in der Tat die unterschiedliche Vergütung für GKV und PV Patienten. Wenn man das ändert, werden sich viele Probleme ganz von selber lösen bzw verbessern.

    • Janix

      @fly:

      Nur mit Gesetzlichen und ohne IGEL-Mätzchen oder anderem Sondervergüteten könnte eine Praxis sich kaum tragen, das nehme ich meinen Gewährsleuten da schon ab.



      Doch das System ist verderbt, wenn ausgerechnet die Mehrverdiener sich da herausziehen können und die anderen nicht. etc. etc. etc. - Merz sollte den Mut zur Bürgerversicherung aufbringen.

      • nappy

        @Janix:

        "könnte eine Praxis sich kaum tragen"



        ---



        Sie kennen also einen Arzt, der "in der Platte" und zur Miete wohnt, weil er sich mehr nicht leisten kann?



        Ich nicht. Und da ich schon ein Laben lang krank und auch noch öfter umgezogen bin, habe ich seeeeeeehr viele Ärzte gesehen!

        • EffeJoSiebenZwo

          @nappy:

          Warum sollte er da leben? Hat schließlich idR ein recht anstrengendes Studium hinter sich, mit vielen Praktika, AiP in div Teilzeitmodellen und trotzdem einiges an Nacht- u Doppelschichten, bevor dann der Facharzt oder die Niederlassung winkt. Ich sehe nicht , wieso ein Arzt deswegen schlechter wohnen sollte als jemand in sog. mittleren Management oder also IGM- / VW Facharbeiter?

        • Janix

          @nappy:

          Ich kenne zufällig sowohl Taxifahrer und auch Ärzte sehr gut. Ich kenne dabei eher geldgetriebene und eher nicht geldgetriebene Ärzte. Selbst der wohl Idealistischste und Fleißigste unter ihnen, der u.a. auch mal einfach Obdachlose so behandelte, hatte zwei Wartezimmer - nahm aber die Privaten dennoch nicht früher dran, Chapeau.



          Ja, ich kenne auch einen aktuellen Fall, wo eine Fach-Praxis mit einer hinzu angestellten Ärztin so deutlich Verluste machte, dass da eine einvernehmliche Trennung nötig war.

          Bei der GKV ist die Vergütung im Vergleich zur PKV arg niedrig angesetzt, denn ausgerechnet die Vielverdiener sind ja skurrilerweise beim Beitragen entlang des Einkommens faktisch herausgenommen.



          Wobei sich durch die Entbudgetierung seit ca. einem Jahr wohl auch ein wenig änderte und ja: ein Arzt/ eine Ärztin, die halbwegs Bürokratie und Geld beherrscht, wird in der Regel ein gutes Auskommen haben, nicht nur in der Radiologie.



          Ran ans System müssen wir wohl. Bei uns ist viel gut, aber viel auch unnötig teuer und umständlich.

  • Astrid Sehnefeld

    Was ist daran ungerecht?



    Ich bezahle schließlich deutlich mehr.



    Wer eine bessere Behandlung oder frühere Termine möchte, muss sich nur privat versichern - es steht jedem frei🤷



    Wem die Beiträge zu teuer sind, der muss sich verbeamten lassen. Dann übernimmt der Dienstherr je nach Familienstand, Alter und Bundesland 50 bis 70 Prozent als Beihilfe, für Kinder 80 Prozent - für Polizisten, Soldaten und Berufsfeuerwehr meist 100 Prozent.



    Und wem das Beamtenleben zu dröge ist, der möge Lehrer werden - auch da gibt's Beihilfe vom Staat.



    Wer sich den privaten Luxus leisten will, der hat natürlich für seine höheren Beiträge eine bessere Behandlung verdient und wer für den täglichen Ablauf des Staates von Wichtigkeit ist (Lehrer, Polizisten, Soldaten, etc), der gehört allein schon aus Staatsinteresse natürlich ebenfalls bevorzugt behandelt.



    Dass Ärzte und Krankenschwestern als auch Altenpfleger ebenfalls in den Beamtendienst gehören sollten steht auf einem anderen Blatt - DASS sollte wirklich geändert werden.

    • nappy

      @Astrid Sehnefeld:

      "Wer sich den privaten Luxus leisten will, der hat natürlich für seine höheren Beiträge eine bessere Behandlung verdient"



      ---



      Kann ich nicht entscheiden, ob das jeder VERDIENT. Aber KRIEGEN kann man das mit viel Geld - stimmt!

    • nappy

      @Astrid Sehnefeld:

      "muss sich nur privat versichern - es steht jedem frei"



      ---



      Falsch.



      Mich hat schon mit 25 keine haben wollen: zu viele chronische Krankheiten und Schäden.



      Die Privaten sind also UNSOLIDARISCH, überlassen Fälle wie mich nur zu gern den GKV.

      • EffeJoSiebenZwo

        @nappy:

        Die sind nicht unsolidarisch, sondern haben als privatwirtschaftliche Unternehmen das Risiko der Insolvenz, wenn ihre Einnahmen aus Prämien kontinuierlich kleiner sind als ihre Ausgaben. Die müssen also ihr Risiko kalkulieren, können sie meist auch sehr gut. Vermutlich hat ihnen die PV schon einen Vertrag angeboten, nur waren die Prämien eben sehr hoch, vermute ich?

    • PartyChampignons

      @Astrid Sehnefeld:

      Als ob jeder die Möglichkeit hätte sich privat zu versichern, als ob jeder die Möglichkeit hätte mal eben Beamter zu werden und als ob jeder die Möglichkeit hätte mal eben Lehrer zu werden, äußerst zynischer Kommentar, lässt mich etwas fassungslos zurück

    • Janix

      @Astrid Sehnefeld:

      Das schien mir nicht sarkastisch gemeint zu sein ...



      Eher: Sollen sie doch Kuchen essen?

      Privat versichern gibt es übrigens erst ab X Euro (oder Beamte). Bizarr dürfen die Reicheren wählen, die anderen nicht. ???



      Sie meinen Zusatzversicherungen, vermutlich, extra drauf noch mal.

      Die Verwaltung und Kosten dieser vielen Wucherungen bleibt dann auf den Praxen und den Versicherten kleben.



      Bürgerversicherung ist eine Option

      • Altbayer

        @Janix:

        Die Wahlmöglichkeit, zwischen GKV und PKV, entfiel mit der Beförderung vom A 6 auf A 7. Ich wurde PKV, ob ich nicht wollte, oder nicht wollte. Bis A 7 stand mir die Fahrkarte zweiter Klasse zu - ab A 8 "der ersten Klasse". Was zu einer lustigen Bahnfahrt führte, in der sich der gesamte Kollegenkreis ( A 9 bis A 12 ) aus Solidarität zu mir in die zweite Klasse setzte. Der "Schatzmeister" unserer neuen zentralen Stelle "jubelte". Mit der Privatisierung hatte sich auch dieses Recht für die C-Dienste erledigt. Zweite Klasse, aus! DER KONZERN - nicht der Staat! - "muss sparen"

    • warum_denkt_keiner_nach?

      @Astrid Sehnefeld:

      "Wer eine bessere Behandlung oder frühere Termine möchte, muss sich nur privat versichern - es steht jedem frei🤷"

      Definitiv nein.

      • Astrid Sehnefeld

        @warum_denkt_keiner_nach?:

        Das war nicht sarkastisch gemeint und natürlich steht es jedermann frei sich privat zu versichern.



        Entweder über Zusatzversicherungen oder man braucht aktuell für die PKV mindestens 77.400€ Jahresbruttoeinkommen.



        Das durchschnittliche Jahresbruttoeinkommen für Vollzeitbeschäftigte in Deutschland lag in 2025 bei 57.408€...



        Die PKV ist also keinesfalls ein Club mit unüberwindlichen Grenzen - anstrengen, was leisten und 33% über dem Durchschnitt verdienen, dann klappts 👍

        • warum_denkt_keiner_nach?

          @Astrid Sehnefeld:

          Ach so zynisch war das gemeint. Einfach genug verdienen.

          Eigentlich sollten mal alle, die für wenig Geld schuften, 4 Wochen streiken, damit die Besserbekommenden ihre Arroganz verlieren.

        • sàmi2

          @Astrid Sehnefeld:

          Die Versicherungspflichtgrenze erreichten 2025 nur schätzungsweise 25% der Vollzeitbeschäftigten in Deutschland, deutlich über 70% leisten also nicht genug. 2027 dürfte der Anteil der Menschen noch steigen, die zu faul sind, sich für einen Zugang zur PKV anzustrengen - dann steigt nämlich voraussichtlich die Versicherungspflichtgrenze auf 84.150 Euro. (DAS war Sarkasmus.)

          Ihre Meinungsfreiheit in allen Ehren, aber mit der Realität hat das nichts zu tun.

          www.destatis.de/DE.../PD26_113_621.html

          www.pkv.de/verband...-weiter-erschwert/

        • Janix

          @Astrid Sehnefeld:

          Sie meinen das ernst?



          Nach Ihren eigenen Worten, Ihrem letzten Satz steht es nicht jedem frei, regulär in die Private. Sie schreiben es selbst.

  • Annette Thomas

    Bewusstseinserweiternde Wahlergebnisse. Schön!



    Bzw. eigentlich nicht, denn die Schnittmenge mit "destabilisierenden Wahlergebnissen" wird bei fast 100% liegen...