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Mann fährt Frau und Kinder totKein Führerscheinentzug nach tödlichem Unfall

Im Oktober 2024 erfasste ein Autofahrer auf einem Gehweg eine Frau und zwei Kinder mit seinem Wagen und tötete sie. Nun hat der Prozess in Esslingen begonnen.

Der Tatort. Esslingen, 22. Oktober 2024 Foto: sdmg/dpa

Aus Esslingen

Jürgen Brand

Vor dem Amtsgericht im baden-württembergischen Esslingen hat in dieser Woche ein Prozess um einen jener Verkehrsunfälle begonnen, die in den vergangenen beiden Jahren immer wieder bundesweit für Entsetzen, manchmal auch für wilde Spekulationen gesorgt haben: Ein Autofahrer erfasste auf dem Gehweg Fußgänger und tötete sie. Konkret geht es in Esslingen um einen Unfall im Oktober 2024. Die Opfer: eine 39 Jahre alte Mutter und ihre beiden kleinen Söhne, drei und sechs Jahre alt.

Die Staatsanwaltschaft beschuldigt den Fahrer der fahrlässigen Tötung in drei tateinheitlichen Fällen sowie der fahrlässigen Körperverletzung. Letzteres, weil der Fahrer eines an einer Ampel wartenden Fahrzeugs durch umherfliegende Teile verletzt worden war. Für die Staatsanwältin steht fest, dass der Fahrer Gas- und Bremspedal verwechselt hat. Die Verteidigung macht dagegen technische Mängel geltend, der SUV soll plötzlich von allein beschleunigt haben. Zunächst sind mindestens vier weitere Verhandlungstage angesetzt.

Der Prozess beginnt an einem typischen Nicht-Wintertag im Neckartal, nicht richtig kalt, überhaupt nicht warm. Auf dem gepflasterten Hof vor dem Eingang zum Amtsgericht warten ein Kamerateam, Fotografen, schreibende Journalistinnen und Journalisten auf gesprächsbereite Verfahrensbeteiligte: Angehörige, Vertreter der Nebenkläger. Vereinzelt findet sich jemand, allzu viele sind es nicht. Wer ins Gebäude will, muss geduldig Schlange stehen. Keine Taschen, keine Handys, Kontrollen wie am Flughafen, inklusive Abtasten. Auf die Frage, ob das inzwischen immer gemacht werde, antwortet einer der Justizmitarbeiter knapp: „Immer öfter.“

Die Esslinger Amtsrichterinnen und -richter urteilen in einem herrschaftlichen und geschichtsträchtigen sanierten Gebäude. Den großen, hohen, hellen Saal 1 schmückt ein barockes Deckengemälde mit dem Titel „Das gute Regiment der Stadt Esslingen“. Der Kontrast zu den Ereignissen, die direkt darunter manchmal auch bis in brutale Details erörtert werden, könnte kaum größer sein. Als einer der Zeugen an diesem Tag auf Nachfragen Einzelheiten zum Zustand der Unfallopfer beschreiben muss, brechen die Angehörigen in Tränen aus. Die Sitzung muss unterbrochen werden.

Fast alle Plätze im Verhandlungsaal belegt

Im Saal sind die meisten Plätze besetzt mit Angehörigen, Freunden und Bekannten der Betroffenen, Mitarbeitenden von Anwaltskanzleien, vereinzelt auch damals beteiligte Einsatzkräfte, noch weniger Dauerbesucher von Verhandlungen, die es an vielen Amts- und Landgerichten gibt. Und für Esslinger Verhältnisse viele Medienvertreter.

Einige wenige Stühle bleiben frei. Gegenüber an der anderen Saalseite sitzt erhöht die Richterin, rechts der Beschuldigte mit seinem Anwalt, links die Staatsanwältin und ein Gutachter, ganz links dahinter die drei Nebenkläger mit ihren Anwälten und einer Italienisch-Dolmetscherin. Nebenkläger sind der Ehemann und die Eltern der getöteten Frau. Sie haben Frau und Söhne, Tochter und Enkelkinder verloren.

Die Anklageschrift beschreibt das Geschehen an jenem trockenen, hellen Herbstnachmittag sachlich nüchtern: Der Beschuldigte sei mit seinem Fahrzeug auf der einstigen Bundesstraße, einer geraden, übersichtlichen Strecke unterwegs gewesen. 50 km/h war damals dort die zulässige Höchstgeschwindigkeit. Laut Staatsanwaltschaft näherte sich der angeklagte Stuttgarter einer schon seit 30 Sekunden Rot zeigenden Ampel mit einer Geschwindigkeit von 62 km/h.

An der Ampel warteten bereits Fahrzeuge. Dann habe der Fahrer Gas- und Bremspedal verwechselt, das Fahrzeug beschleunigte rapide. Um den Zusammenstoß mit den wartenden Fahrzeugen zu vermeiden, sei der Fahrer nach rechts auf den Gehweg ausgewichen, wo die Mutter mit ihren Kindern lief. Laut Anklage betrug die Kollisionsgeschwindigkeit 98 km/h. Bei einer Ausweichbewegung nach links über die freie Gegenfahrbahn und den angrenzenden Bereich wäre lediglich Sachschaden entstanden. Das Fahrzeug sei laut einem Gutachten in einem technisch einwandfreien Zustand gewesen.

Der Beschuldigte äußert sich an diesem ersten Verhandlungstag nicht, das überlässt er seinem Verteidiger. Der verliest eine persönliche Erklärung des Beschuldigten an die Angehörigen. Darin drückt er sein tief empfundenes Mitgefühl aus. Er habe in den vergangenen Monaten seit dem Unfall immer wieder versucht, Worte zu finden. Aber nichts, was er sage, könne den Verlust lindern oder ungeschehen machen.

Zwischen dem Beschuldigten und den Angehörigen der Opfer hatte es seit dem tödlichen Unfall keinerlei Kontakt oder Verständigungsgespräche gegeben. Das wurde auch bei den Vernehmungen von zwei Polizeibeamten und einer -beamtin an diesem Nachmittag wiederholt thematisiert: Weder am Unfallort noch später beispielsweise bei einem Telefongespräch habe der Beschuldigte sich nach den Opfern oder den Angehörigen erkundigt, lediglich einmal von einer „schlimmen Sache“ gesprochen. Das sei „verstörend“ gewesen, sagte einer der Beamten.

Angeklagter hat immer noch seinen Führerschein

Gleich zu Beginn des Prozesses äußerten alle drei Nebenklagevertreter ihr Unverständnis darüber, dass dem Beschuldigten nicht nach §111a der Strafprozessordnung die Fahrerlaubnis entzogen worden sei. Das geschieht in der Regel beispielsweise nach Unfällen unter Alkohol- oder Drogeneinfluss oder Unfallflucht, um die Allgemeinheit zu schützen. Es müssen also „dringende Gründe“ dafür vorliegen. In diesem Fall hatten Blutuntersuchungen direkt nach dem Unfall keine Hinweise auf Alkohol oder Drogen ergeben.

Der Beschuldigte zeigte sich auch insofern kooperativ, als er Handy und Passwort dafür sofort aushändigte. Die Nebenklage beantragte unter Hinweis auf eine frühere Alkoholabhängigkeit des Beschuldigten weitere Untersuchungen und den Entzug der Fahrerlaubnis. Die Verteidigung verwies auf die Ergebnisse der Blutuntersuchung und wies Teile des Antrags als Spekulation zurück. Man habe erst einmal zu klären, wie sich der Unfall überhaupt zugetragen habe. Die Richterin nahm den Antrag entgegen, ohne darüber zu entscheiden.

Unter den Zeugen war auch ein Polizeibeamter, der im Juni 2024 – also rund vier Monate vor dem Esslinger Unfall – mit der Aufnahme eines tödlichen Verkehrsunfalls im nahen Nürtingen befasst gewesen war. Dort hatte ein 54-jähriger SUV-Fahrer eine Fußgängergruppe erfasst. Zwei junge Frauen waren dort gestorben. Die Erkenntnisse aus dem Geschehen dort seien in die Unfallaufnahme in Esslingen eingeflossen, so der Beamte.

Die Verhandlung wird am 24. Februar fortgesetzt. An der Unfallstelle in Esslingen-Weil wurde einige Wochen nach dem Unfall Tempo 30 als zulässige Höchstgeschwindigkeit festgesetzt. Nach Angaben der Stadt gegenüber dem SWR im vergangenen Jahr gibt es dort regelmäßig Geschwindigkeitsmessungen. Allein in einer Woche im Juli 2025 waren demnach an der Stelle 3.000 Autos zu schnell unterwegs.

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98 Kommentare

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  • Gideon , Moderator*in

    Vielen Dank für eure Beiträge, wir haben die Kommentarfunktion geschlossen. Die Moderation

  • Das Hin und Her in den Kommentaren, das Gerätsel und die Vermutungen, warum rechts oder links ausgewichen worden ist und warum nicht andersrum usw. drängt wieder mal die Frage auf, was ein vollautomatisch oder autonom fahrendes Auto gemacht hätte. Die Antwort: Das, was ihm einprogrammiert worden ist. Und das wird nicht sein, den Insassen zu gefährden. Mit welchem Argument sollte ein Fahrzeug, daß das täte, auch verkauft werden? Der -dann automatisierte- Egoismus wird grenzenlos sein.

  • SUV oder nicht, Entschuldigung oder nicht, das ist irrelevant für den passierten tödlichen Unfall. Die Situation ist vielmehr ein Musterbeispiel für die Dringlichkeit, längst existierende Assistenzsysteme erweitert verpflichtend zu machen. Steuern aus der Fahrbahn heraus, massiv Beschleunigen gegen grosse Hindernisse, das kann ein System abfangen, zumindest und auch im Zweifel so weit dass wenigstens die Unfallfolgen verringert werden.

    Neben den rechtlichen Konsequenzen muss technisch kommen, was schon seit Jahren geht. Weise Reden hinterher sind einfach, Sicherungen vorher sind wichtig. Ein Schild "30" ist das auch nicht, vor allem nicht wenn einer falsch lenkt und aufs falsche Pedal tritt.

    • @EricU:

      Ist die Frage ... wenn in diesem Fall die Anklage recht hat, spricht das für Assistenzsysteme.

      Aber wenn die Verteidigung recht hat, spricht das eher für weniger technische Integration, denn das gab es tatsächlich schon bei modernen Autos: Steuersignale werden verfälscht oder ein Teenager auf der anderen Seite der Welt hackt sich rein ...

  • Wie aussichtsreich ist wohl die Verteidigungsstrategie mit dem angeblichen technischen Fehler, angesichts des Gutachtens, nach dem "das Fahrzeug [...] in einem technisch einwandfreien Zustand gewesen [sei]".

    • @la suegra:

      Moderne Fahrzeuge zeichnen ständig alle Fahrzustände auf, von der Gaspedalstellung über die Geschwindigkeit bis zur Betätigung der Bremse. Ich habe schon solche Steuergeräte aus Fahrzeugen ausgebaut, die gingen nach richterlicher Anordnung zur Auswertung. Die nimmt dann wohl ein Sachverständiger vor.

  • Es ist immer tragisch, wenn Menschen warum auch immer aus dem Leben gerissen werden.

    Aber ich kämpfe jetzt gerade mit Brechreiz. Denn vor wenigen Tagen durfte ich in der taz lesen, dass der Mensch, der einen anderen Mensch mit in den Tod riß, indem er ihn vor einen Zug gestoßen hat, als Täter mit Migrationshintergrund und Aufenthalt in einem Flüchtlingslager ja wohl auch ein Opfer war.

    Die taz findet hier warme Worte für die Angehörigen, die bei einem Verkehrsunfall Kinder und Enkel verloren haben.



    Bei dem Artikel über den erweiterten Suizid, bei dem eine 18jährige ermordet wurde, drehte sich alles nur um den eventuell traumatisiert gewesenen Täter.

    Man kann beide Artikel für sich genommen, mitsamt den grundsätzlichen Fragen, die sie aufwerfen, stehen lassen.



    Stehen sie aber nebeneinander, ist es eine widerliche Sache bei einem Mord die Partei des Täters zu ergreifen, bei einem Verkehrunfall aber plötzlich auf die law & order Seite zu wechseln - wovor man bei dem Mord aber eindriglichst warnte.

    Das Mord ein Kollateralschaden der Einwanderung, ein SUV der 62km/h fährt fast Vorsatz. Ernsthaft, taz?

    • @Gedankenverloren:

      2.840 Verkehrstote in 2025! Und Sie sprechen angesichts der tragischen Tat von Hamburg - ein Suizidaler riss eine Unbeteiligte mit in den Tod - von einem „Kollateralschaden der Einwanderung“?



      Beide Vorfälle auf die Weise, wie Sie es tun, überhaupt miteinander in Verbindung zu bringen, finde ich schon sehr befremdlich. Oder es zeugt von einer gewissen politischen Agenda, die ich sonst nur von der AfD kenne. Aber ich will Ihnen mal nichts unterstellen.



      Übrigens: wenn in Zusammenhang mit dem Hamburger Fall schon von einem Kollateralschaden gesprochen wird, dann doch wohl eher von einem des Gesundheitssystems bzw. der psychosozialen Versorgung traumatisierter Geflüchteter.



      Und wie sieht es eigentlich mit der Betreuung psychisch gefährdeter Autofahrer aus? Wie viele tickende Zeitbomben sitzen da wohl täglich hinterm Steuer?



      Ich warte übrigens seit 5 Monaten auf einen Neurologentermin, so viel nur zum Thema überlastetes Gesundheitssystem (da hat doch neulich in der taz jemand argumentiert, nicht mal für Biodeutsche gäbe es ausreichend Therapieplätze, aber … of topic).

  • Also ich finde das Tmepolimit auf 30 zu reduzieren ist völlig überflüssig. Erstens fahrer war fast doppelt so schnell, zweitens verwechselt nicht jeder Gas und Bremse. Macht also an sich kein Sinn. Daraufhin stellt sich mir schon die Frage wieso der Mann noch sein Führerschein hat??? Er ist bei KLAREM VERSTAND und verwechselt die Pedale, ist die Person überhaupt fähig eine KFZ zu führen??? Vorallem wenn ich das lese das dort 30 sekunden rot ist und der einfach mit 62 fährt ...... lass doch dein Fahrzeug umweltschonend ausrollen.

    Ich bin unter Drogen(halozinogene Drogen, kein Gras) und ohne Scheibenwischer gefahren, ich musste sogar zum Fenster rausschauen. Ich war auch defintiv nicht fahrtüchtig und hab mein Pedal nicht verwechselt. Wie kann man also bei völliger Klarheit das Pedal verwechseln? Wie schon gesagt stellt sich mir die Allgmeine Frage "Ist die person überhaupt fähig ein KFZ zu führen?" und bist das geklärt ist sollte er auch nicht am Straßenverkehr teilenehmen dürfen.

    Ich hab überigends an dem Tag hab ich auch mein Führerschein abgeben und mit viel aufwand wieder bekommen, wenn ich nun das lese frage ich mich warum. Ich war unfallfrei unterwegs und bin es bis heute.

  • Selbst wenn die Geschichte des Defekts wahr sein soll, ist es eine Sauerei keine Worte des Verzeihens an die Opferfamilien zu richten.



    Das sieht mir sehr danach aus, dass da jemand ein kleinen Fehler mit schrecklichen Auswirkungen gemacht hat und sich dem nicht stellen möchte.

    • @Angst Hase:

      Dieser scheinbare Mangel an Mitgefühl ist unserem Justizsystem geschuldet. Eine Kontaktaufnahme wird als Schuldeingeständnis gewertet, jeder Anwalt wird Ihnen also vor dem Prozeß davon abraten. Aus diesem Verhalten kann man also nicht auf fehlende Reue, Verantwortung oder Gewissen schließen.

      • @Gedankenverloren:

        Das sind jetzt große Worte und ich lehne mich da weit aus dem Fenster:



        Aber wer eine Mutter und ihre Kinder tot fährt, braucht keinen Rechtsbeistand. War es ein technischer Fehler ist das in modernen Autos leicht nachweisbar und somit die Schuldfrage geklärt. Heißt der Kontakt zur Familie wäre juristisch problemlos gewesen.



        Und wenn es menschliches Versagen war, dann hat man dafür einzustehen. Wenn man eine Mutter und ein Kind aus dem Leben reißt, sollte das eigene Leben nicht wichtiger und die Angst vor Strafe nicht größer sein, als der Wille Reue zu zeigen und den Kontakt zu den Angehörige und Hinterbliebenen zu suchen.



        Große Worte, ich weiß. Keiner will ins Gefängnis. Aber gewisse Taten, ob Absicht oder nicht, verdienen eine Konsequenz und die hat man dann zu tragen.

      • @Gedankenverloren:

        Im vorliegenden Fall würde ich als Anwalt dringend zu einem Schuldeingeständnis raten. Es macht sicher keinen Spaß sich als Angeklagter vom Sachverständigen als Lügner hinstellen zu lassen und verringert sicher auch nicht die zu erwartende Strafe.

        Ein Freispruch ist angesichts der Faktenlage völlig ausgeschlossen.

  • 2024:



    2770 Verkehrstote.

    • @Thomas Böttcher:

      Verglichen mit den Zahlen vor 50 Jahren ist das unglaublich wenig.



      Dass man zu einer Demo, einem Konzert, einem Töpfermarkt fahren kann, auch wenn dort kein hinreichender ÖPV vorhanden ist, hat einen Preis.

      Die Freigabe von Cannabis hat zu einer deutlichen Zunahme von psychotischen Erkrankungen geführt.



      Die zerstören nicht selten Existenzen, stigmatisieren, wirken sich lebenslang aus, zerstören Familien.



      Also sofort wieder verbieten?

      Jede Form von Freiheit, auch Bewegungsfreiheit, hat ihren Preis.

      Das merkt man hier am Alpenrand, wenn wir im Winter sehr oft Nachrichten darüber lesen, dass Skifahrer mit teils tödlichem Ausgang kollidieren, Tourengeher Lawinen auslösen, in denen andere Tourengeher sterben.

      Provokativ, aber wahr: Eine Welt, in der es nicht möglich ist, andere zu gefährden, zu verletzen und im schlimmsten Falle auch zu töten, wäre ein Gefängnis.

      Jedes System, das Menschen Verantwortung zugesteht, muss in Kauf nehmen, dass es dabei auch Versagen und bittere Konsequenzen geben wird.

      • @Gedankenverloren:

        "Die Freigabe von Cannabis hat zu einer deutlichen Zunahme von psychotischen Erkrankungen geführt."



        Erstens wäre das ja wohl erst mal zu belegen, Zweitens stand der Fahrer wohl gar nicht unter Drogeneinfluss. Wa soll also dieser Vergleich?

  • Das Fahrzeug war ein Audi Q3. Das ist ein Fahrzeug, dass in der Größe zwischen Kompakt- und Mittelklasse platziert ist, also ein durchschnittlich großes Auto. Pedalverwechslung ist am wahrscheinlichsten, weil die Bremsen grundsätzlich stärker als der Antrieb dimensioniert sind. Wobei heutige Assistenten im Auto auch gerne gefährlichen Unfug machen.



    Auch ein Autofahrer kann nach einem Unfall unter Schock stehen. Sonst hat man hier doch viel Nachsicht mit Leuten, die unabsichtlich zu Tätern werden. Da dieser drogenfrei war, mit den Ermittlern kooperiert und nicht den Anschein auf Vertuschung gemacht hat, ist ein vorzeitiger Führerscheinentzug nicht vorgesehen.



    Das Problem lag nicht an der Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h, die Kollision erfolgte mit mindestens 98 km/h (es wird grundsätzlich konservativ gerechnet), da sind auch Zweiräder tödlich und bei 30 km/h läge die Kollisionsgeschwindigkeit immer noch bei über 80 km/h. Unnütze Symbolpolitik.

    • @Luftfahrer:

      Konservativ gerechnet ist der 62 km/h gefahren.



      Auf dem Tacho standen wohl > 70 km/h.



      Und das vor dem "versehentlichen Beschleunigen" bis zur Kollision.

      Erlaubt waren höchstens 50 km/h. Das ist viel weniger.



      War bei dem Auto dieser Geschwindigkeitsbegrenzungsassistent defekt, oder mutwillig ausgeschaltet?

  • Warum ist dort jetzt Tempo 30? Der Unfallfahrer war mit weit über 90 unterwegs und nicht mit 50 wie damals vorgeschrieben.

    • @ZTUC:

      Eine (verzeih mir) dumme Frage. Wie oben beschrieben ist es eine gerade Strecke die zum schneller fahren praktisch einlädt. Schon vor den Unfall (?) war der Fahrer deutlich zu schnell. Und Messungen zeigen: es ist immer noch so das Fahrer dort rasen. Trotzdem helfen Tempolimits. Bei erlaubten 50 km/h fahren die Leute vielleicht 60. Bei erlaubten 30 sind es um die 40 km/h. Zwar noch zu schnell aber immer noch besser als wenn sie mit 60 Sachen angebrettert kommen.



      Zum Artikel: Egal ob der Fahrer früher (wann? vor 10 Jahren?) mal mit Drogen Probleme hatte: zu dem Zeitpunkt war er clean. Da sehe ich keine Probleme wenn er den Führerschein behält. Sein Anwalt macht allerdings schlechte Witze wenn er den Zwischenfall auf das Auto schiebt. Das Gutachten ist klar: "Das Fahrzeug sei laut einem Gutachten in einem technisch einwandfreien Zustand gewesen."



      Was dort passiert ist, darüber kann man nur spekulieren. Vermutlich war der Fahrer in Eile, hat etwas vor sich hingeträumt und wäre fast aufgefahren. Statt zu bremsen gab er Gas, Lenker zur Seite gerissen. Ende.

  • Der Reflex, nach einem solchen tragischen Ereignis dem Verursacher kräftig auf die Finger zu klopfen, sei es durch Freiheitsentzug oder für manchen noch schwererer wiegenden Führerscheinentzug, liegt nahe. Dabei ist das Problem oftmals eher im System zu finden. Autos und Fußgänger (Radfahrer) vertragen sich einfach nicht. In einer Umwelt welche inzwischen komplett mit Blechlawinen zu gepflastert ist, muss so etwas früher oder später passieren und Menschen machen nun einmal Fehler.



    Das mag sich für die Angehörigen der Opfer zynisch anhören, doch auch sie fahren vermutlich ein KFZ und könnten jederzeit in solch einen Unfall verwickelt werden.



    Mir wäre eine Welt mit etwas weniger automobilem Wahnsinn lieber. Da allerdings diese Blechlawinen in Zukunft eher zu als abnehmen, weil viele nun einmal dazu neigen eine eigentlich ganz gute Sache so lange zu übertreiben bis sie sich ins Gegenteil verkehrt, versucht die Industrie durch selbstfahrende Fahrzeuge diesem und anderen Problemen wie bspw. Stauvermeidung Herr zu werden. Inwieweit und ob dies der Lebensqualität weiteren Abbruch beschert, steht auf einem anderen Blatt.

    • @jDoll:

      Eine Familie überfahren ist doch nicht "in einen Unfall verwickelt werden"

  • Schön, dass es hier die Kommentarfunktion gibt. So kann man, zwischen dem üblichen Meinungen zu großen oder schnellen Autos, die im Artikel fehlenden Informationen finden: es war kein wirkliches SUV, sondern nur ein kleiner Audi Q3, es war weder ein junger Mann mit Leih-AMG noch ein verwirrter Opa.

    Bleib die Frage: wie lange fuhr der Mann sein Auto? Konnte er damit schon sicher umgehen? Das klingt irgendwie nach Automatikgetriebe und fehlende Erfahrung. Also ein tragischer Unfall und kein SUV-System-Versagen. Leider werden die wichtigen Infos hier nicht geliefert. Schade.

    • @Otto Mohl:

      Natürlich ist der QR auch ein SUV und damit bei Kollisionen besonders gefährlich (insb für Fußgänger und Radfahrer). Zugegeben bei der Geschwindigkeit wäre auch ein Smart tödlich gewesen.



      .



      Sich mit 62 kmh einer längst roten Ampel nähern spricht nicht gerade für den Fahrer, ob erfahren oder nicht.



      .



      Gaspedal und Bremse sind bei Automatik genauso positioniert wie bei Autos mit Gangschaltung.



      .



      Rechtzeitiges allmähliches Abbremsen hätte die Verwechslung schnell offensichtlich gemacht.

      • @sociajizzm:

        SUV ist eine Marketing Bezeichnung.



        So ein Fahrzeug in der Größe ist genau so gefährlich wie andere der Größe.



        Das FZ meiner Frau, auch ein SUV, ist kleiner, leichter und sparsamer als ein Golf.



        Ein Mini ist größer.

    • @Otto Mohl:

      Der normale Mensch hat zwei Füße und bei linksgelenkten Fahrzeugen sind Gas und Bremse rechts und werden mit dem rechten Fuß betätigt, der linke Fuß ist für Kupplung oder hat bei Automatik nichts zu tun. Bremsen und Gasgeben sind also in jedem Fall rechts und nicht zu verwechseln. Wenn ich mal Automatik fahre trete ich vielleicht auch mal die nicht vorhandene Kupplung, aber da passiert nichts weiter.

  • So ein "dünner" Artikel: Eine empörende Überschrift, die total catscht, aber dann kommt nix mehr: Die brennende Frage "Was war das für ein Fahrer?" wird total offen gelassen! Ok, er stand nicht unter Alkohol, und er hat keinen Opferkontakt/-ausgleich gesucht; aber mehr erfährt man nicht. War der 20 oder 80? Ist der schon mal aufgefallen (Punkte in Flensburg)? Und so weiter... was soll so ein Artikel? Kein Qualitätsjournalismus... obwohl die taz gerne für sich in Anspruch nimmt, solchen zu liefern...

  • 1. was ist mit den Schöffen?



    2. Ohne Schöffen gibt es maximal 2 Jahre Straferwartung, mit Schöffen 4 Jahren.



    3. Das Grundrecht auf Leben und körperlicher Unversehrtheit gilt nicht im Straßenverkehr. Das erleben wir in fast jedem Prozess.

  • Dem Unfall Fahrer geht es eher nicht gut, vermutlich.Unabhängig davon: 62 km/h sind zu schnell! Unabhängig davon, Wer einen technischen Mangel nicht beherrscht, welcher in Kfz vorkommen kann (besonders in modernen Autos) ist für das führen eines Autos nicht geeignet und darf keinen Führerschein besitzen, nur meine Meinung.Ein Gehweg ist bigger Risk als links vorbei. Entweder links vorbei oder rechts in die Pampa. Gehwege sind tabu. Außerdem , die Bremse stoppt auch leistungsstarke Autos und würgt den Motor ab. War diese auch unwirksam? Würde das Auto gehäckt.

  • "Für die Staatsanwältin steht fest, dass der Fahrer Gas- und Bremspedal verwechselt hat. Die Verteidigung macht dagegen technische Mängel geltend, der SUV soll plötzlich von allein beschleunigt haben."



    M.E. trifft wahrscheinlich beides zu.



    Der Fahrer will heftig bremsen, erwischt aus Versehen das falsche Pedal, tritt voll durch, schaltet damit den ECo-Modus aus, und die Karre schießt für den Fahrer völlig überraschend voll los...



    Moderne Autos haben zu viel Spielzeug, das der Verkehrssicherheit keineswegs zuträglich ist. So habe ich meiner Frau und mir streng verboten, (a) den Eco-Modus einzuschalten und (b) während der Fahrt am Bordcomputer rumzuspielen.

    • @sollndas:

      "So habe ich meiner Frau [...] streng verboten..." Da ist es, das Patriarchat!!!1!

    • @sollndas:

      Interessante Theorie. Hat nur 1 Haken. Der Eco Modus kann beim Q3 eben nicht durch das Gaspedal ausgeschaltet werden.



      .



      Dafür muss der Modus geändert werden.



      .



      Der Fahrer war schon während er sich der Ampel näherte zu schnell. Wer macht denn bitte eine Vollbremsung, wenn er/sie an eine längst rote Ampel kommt?



      .



      Hier ist nix mit technischem Versagen. Und was Ihre Vorteile zum Economy Modus angeht, empfehle ich das Autohandbuch Mal zu checken. Das ist eben nicht bei jedem Fahrzeug so, wie Sie es beschreiben.

    • @sollndas:

      Ich habe ein großes Problem mit der "Verwechslung". Sowas kommt vor, wenn "Schaltfahrer" auf Automatik umsteigen o.ä. Wer längere Zeit ein Auto mit Automatik oder anderen Hilfen fährt, ist das gewohnt und erwischt nicht einfach so das falsche Pedal. Ich kann mir so etwas nur erklären, wenn noch andere Umstände dazu kommen. Massive Ablenkung oder ähnliches.

    • @sollndas:

      Wenn der Eco modus ausgeschaltet ist, beschleunigt das Fahrzeug schon mit voller Leistung, bevor das Gaspedal ganz durchgetreten ist.



      Plausible Erklärung für "Gas- und Bremspedal verwechselt", abseits medizinischer Ursachen, wäre eine cruise-control / Tempomat. Die Füße bequem abgestellt, Lieblingsmusik an, huch, Kreuzung. Fuß hoch, Pedal treten, aber das falsche erwischt. Das würde auch die Wahrnehmung als 'technischer defekt' abdecken. Was so banal beginnt eskaliert durch Übermotorisierung und schnell schaltendes bzw. stufenloses Automatikgetriebe gepaart mit fahrerseitiger Überforderung zur Katastrophe.



      Und da bin ich ganz bei Ihnen, zuviel Technik / Convenience, zuwenig Fokus auf Fahren und Sicherheit.

      • @normsen:

        Mit Cruise Control wäre er aber nicht mit 62 kmh gefahren, es sei denn er hat absichtlich eine höhere Geschwindigkeit eingestellt.



        .



        Das Auto hätte dann wohl auch rechtzeitig gebremst.



        .



        Der Q3 hält automatisch den Abstand ein und fährt auch selbständig an in dem Modus.



        .



        Cruise control in der Stadt zu benutzen wäre schon ein schwerer Fehler, das ist nur für Landstraße und Autobahn gedacht.

      • @normsen:

        Ich nutze den Tempomat gern, aber dann park ich nur den linken Fuss neben dem Kupplungspedal, der rechte ist immer in lockerer Bereitschaft bei Gas und Bremse.

        Früher hat das BMW angesichts der bescheidenen Bremsleistungen ja in der Werbung als "aktive Sicherheit" verkauft, nach dem Motto bremst nicht vernünftig, dafür kann man aber besser überholen.

    • @sollndas:

      Danke für die Ergänzung.

      Als jemand, der noch nie Autos mit Bordcomputer oder mit Eco-Modus gefahren ist, schien mir das höchst seltsam.

    • @sollndas:

      Was hat der Eco Modus mit dem Unfall zu tun? Und was fahren sie für ein komisches Auto bei dem der Eco Modus einfach durch einen Tritt aufs Gaspedal deaktiviert wird? Bei mir muss ich eine Taste drücken um den Modus zu deaktivieren.

      • @charly_paganini:

        Das klingt für mich eher nach einem Tempomat als nach einem Eco-Modus.

        Mein Tempomat deaktiviert sich in dem Moment, in dem ich irgendein Pedal auch nur berühre.



        In meinem Auto ist der Ökomodus da um die Motorleistung zu drosseln und das muss ich aktivieren/deaktivieren.



        Innerhalb der Stadt bin ich also immer im Ökomodus unterwegs.

        Für mich klang der Unfall eher nach ungeübten Automatik-Fahrer.

  • Wieso wird eigentlich mehrfach darauf hingewiesen -auch im Zusammenhang mit dem anderen tödlichen Unfall, das es jeweils SUV's waren. Da wird wohl wieder ein narrativ bedient, das SUV's als grundsätzlich "Böse" abstempelt. Bei einer Aufprallgeschwindigkeit von 98 km/h hatten die Frau und ihre Kinder keine Chance gehabt, auch nicht gegen einen Kleinwagen. Die Verurteilung wird nicht einfach werden. Möglicherweise kommt nur fahrlässige Tötung im Strassenverkehr in Betracht, da kein Vorsatz zu erkennen ist. Die falsche Reaktion nach rechts auszuweichen ist tragisch, aber als Augenblicksentscheidung nachzuvollziehen. Im Bruchteil einer Sekunde zu entscheiden ist niemals überlegt sondern intuitiv -hier leider falsch.

    • @Krumbeere:

      Natürlich sind SUVs böse.



      Jeder dieser Menschen argumentiert mit besserer Sicht und besserer Ladekapazität und das einzige was wirklich zählt, ist ein rollendes Wohnzimmer zu haben um auch den Nachbarn zu zeigen, dass man viel Geld hat.

      Währenddessen in Japan: Freiwilliges Denkverbot, man begnügt sich mit dem ÖPNV und kleinen Autos, während SUVs eine Randerscheinung bleiben. Wer was großes zu transportieren hat, beauftragt eine Firma.

      Währenddessen in der dritten Welt: Müssen Schrottfahrzeuge fahren, die hierzulande nicht mehr durch den TÜV kommen. Transportiert wird auf dem Dach, sofern das Fahrzeug noch eines hat. Aber sowas sieht ja auch unzivilisiert aus, aus Sicht der Deutschen.

    • @Krumbeere:

      @ Krumbeere



      Da sehns' e mal, wat für'n Glück Sie hatten nicht gerade, statt der Frau und ihren Kindern, am Unfallort gewesen zu sein.



      Ein Sekündchen, für eine falsche Entscheidung, wie oft bekommen wir denn die Chance so'ne Entscheidung zu treffen....

    • @Krumbeere:

      Weil SUVs stählerne Ellenbogen sind. Wer so was fürs Ego braucht, signalisiert, daß er überall durchkommen will - ohne Rücksicht auf Verluste, die ja nicht an ihm hängenbleiben würden. Alle anderen kommen ganz gut auch eine oder ein paar Nummer(n) kleiner, billiger und sauberer ans Ziel.

      • @dtx:

        Sehe viele brauchen SUVs wegen der Einstiegshöhe (Mobilitätseingeschränkte), andere wegen des Raumangebots (umgangssprachlich Dicke), wieder andere bevorzugen SUVs wegen der erhöhten Sitzposition die für mehr Rundumsicht sorgt und generell alle schätzen die gerade Ladekante hinten.



        Die meisten SUVs bieten die Möglichkeit eine dritte Sitzreihe bei Bedarf zu installieren, so können auch mal Kinder und Enkel gleichzeitig mit.



        Für mich das beste und praktische Auto überhaupt. Fahre es mit Freude und gern.

        • @Antje1971:

          "Sehe viele brauchen SUVs wegen der Einstiegshöhe..."

          Genau die nervt mich am SUV meines Chefs. Dort muss ich immer reinklettern, obwohl ich 1,80 groß bin. Ist eben Geschmackssache.

    • @Krumbeere:

      "Die falsche Reaktion nach rechts auszuweichen ist tragisch, aber als Augenblicksentscheidung nachzuvollziehen."

      Sie können es nachvollziehen, dass man als AutofahrerIn auf einen Gehweg fährt, um nicht auf der Straße ein anderes Auto zu beschädigen? Ich bin Autofahrerin und kann es nicht nachvollziehen; für Autofahrer sind Gehwege tabu, das sollten wir doch alle verinnerlicht haben.

      • @*Sabine*:

        Woraus schließen Sie, dass er kein anderes Auto beschädigen wollte?

        Haben Sie schon mal die Möglichkeit bezogen, dass er sich vielleicht nicht selbst tot fahren wollte und den Fahrer im Auto davor gleich mit, indem er in ein dieses Auto rein fährt?

        Sie scheinen ein bestimmtes Bild von Autofahrern zu haben, wenn Sie diesen unterstellen, dass sie materielle Schäden über Menschenleben stellen.



        Das ist schade.

      • @*Sabine*:

        Der Fahrer merkt, das was schief läuft und muss in Sekundenbuchteilen entscheiden. Es bleibt keine Zeit, um eine überlegte Entscheidung zu treffen -er reagiert nur... hier leider die falsche Reaktion. Wieso gehen Sie eigentlich davon aus, der Fahrer wollte kein anderes Auto beschädigen? In dieser Situation denkt der Fahrer gar nichts, er reagiert nur -zum Denken bleibt keine Zeit.

        • @Krumbeere:

          Wer ein so schlechtes Reaktionsvermögen hat und dazu noch in der Stadt zu schnell fährt, sollte seinen Führerschein abgeben.

        • @Krumbeere:

          "Wieso gehen Sie eigentlich davon aus, der Fahrer wollte kein anderes Auto beschädigen?"

          Ob er konkret kein anderes Auto beschädigen bzw. keinen Auffahrunfall verursachen wollte, kann ich selbstverständlich nicht wissen. Aber welchen Grund hätte es für ihn sonst noch geben können, statt auf ein anderes Auto auf den Gehweg zu fahren? Dass sich auf einem Gehweg Menschen aufhalten, weiß man, meiner Meinung nach, auch in einem solchen Moment. Und weshalb nach rechts ausweichen, auf den Gehweg und nicht nach links, auf die Straße? Weil da eben auch Autos sind.

          • @*Sabine*:

            Alles was Sie schreiben soll man also innerhalb von Sekundenbruchteilen entscheiden?



            Das ist höchstwahrscheinlich ein Reflex gewesen.

    • @Krumbeere:

      Kann ich Ihnen gerne erklären, SUVs sind groß, haben Kanten und werden immer schwerer und stabiler. Soll heißen, der Fahrer ist sicher, alle anderen außerhalb des Fahrzeuges allerdings nicht.

      • @Impe:

        Impe, es handelt sich um einen Audi Q3. Der hat keine Kanten. Gewicht 1,6 bis 1,8 Tonnen. Allrad könnte er haben, aber ins Gelände fährt auch damit niemand.



        Ein E Auto vergleichbarer Größenordnung wiegt - ganz nebenbei - 2 bis 2,5 Tonnen.



        Soviel zu den Fakten. Daß es aber unbedingt ein böser SUV sein muss, versteht sich von selbst.

        • @Mal Nombre:

          Vor fünfzig Jahren wogen in der Oberklasse (Mercedes) etliche Fahrzeugtypen gerade mal halb so viel.



          Das wirksame Gewicht bei einem Unfall steigt exponentiell im Verhältnis zur Masse des Fahrzeugs...



          Weiß man alles, baut aber trotzdem immer schwerere Pkws ... und - da haben Sie Recht - ist das nicht nur bei SUVs so.

        • @Mal Nombre:

          Zitat: "Daß es aber unbedingt ein böser SUV sein muss, versteht sich von selbst."

          Ja nun, wer hat denn auch den Kerl die Kiste aufgezwungen? Die Presse? Die Foristen hier? Oder war er es nicht vielmehr selbst, der unbedingt diesen Panzer haben mußte, obwohl er damit nicht klarkommen würde?

        • @Mal Nombre:

          Es geht nicht um böse, das ist Quatsch. Es geht darum, wie hoch die Schnauze des Autos ist. Je höher, desto wahrscheinlicher ist es, dass der Fußgänger unter dem Auto landet und von den 1,5 Tonnen aufwärts zerquetscht wird. Bei einem Auto mit niedriger Schnauze ist es wahrscheinlicher über das Auto zu fliegen. Da ist die Überlebenswahrscheinlichkeit wesentlich höher.

          • @Donni:

            Hinzu kommt das Kinder von Fahrer leichter übersehen werden.

  • Die deutsche Justiz ist nur noch eine große Lachnummer.



    Armselig wie diese Machtmenschen, namens Richter, urteilen.



    Was hatte der auf dem Gehweg zu suchen?



    Wer nachgewiesen Schuld am Tot von Menschen trägt, darf nie wieder Auto fahren. Punkt!



    Anders, wenn es unverschuldet geschah.

    • @Mc Nair:

      Absolute Zustimmung. Das ist ein Freifahrtschein und kommt immer wieder vor - LKW-Fahrer fährt Kind beim Abbiegen tot - kann man nichts machen, er ist zwar schuld, braucht aber den LKW-Schein zum Broterwerb; mehrfach mit Verkehrsdelikten auffällige Spätjugendliche fahren Abiturientin - auch auf dem Bürgersteig - tot, Bewährungsstrafe, da unzurechnungsfähig unter Alkoholeinfluss und gute Sozialprognose. Ich verstehe das überhaupt nicht - weder persönlich noch mit Abstand - und kann mir das nur so erklären: Es ist eine heilige Kuh. Autos sind ein wichtiges Produkt, das sich gut verkauft und geliebt wird, darum gibt es kein echtes Tempolimit und die Strafen sind moderat. Würde man rigoros vorgehen, wären zu viele dagegen: Wer fährt schon überland mit 70/80 und in der Stadt mit 30. Da kommt man ja nicht an. Und das Risiko - geschenkt.

    • @Mc Nair:

      "Wer nachgewiesen Schuld am Tot von Menschen trägt, darf nie wieder Auto fahren. Punkt!"

      Rechtskräftig nachgewiesen ist eine Tat immer erst mit dem rechtskräftig werden eines Urteils.

      Was ich überhaupt nicht lustig finde, sind Kommentare, die solche Vorkommnisse ausnutzen um Rechtsstaatlichkeit anzugreifen.

    • @Mc Nair:

      Manchmal hilft es, nicht nur die Überschrift zu lesen und dann gleich loszuwettern. In diesem Verfahren gibt es noch gar kein Urteil, eine richterbeleidigung hat hier keine Grundlage.

  • "Die Verteidigung macht dagegen technische Mängel geltend, der SUV soll plötzlich von allein beschleunigt haben"

    Wer's glaubt. Habe bis vor kurzem KfZ-Haftpflicht-Schäden bei einer großen Versicherung bearbeitet. Wie oft die Leute diese Ausrede nennen, es müsste riesige Rückrufaktionen geben.



    Es sind meist ältere Semester mit recht neuen Fahrzeugen mit Automatikgetriebe...

    • @fourorty:

      Es sind meist ältere Semester mit recht neuen Fahrzeugen mit Automatikgetriebe...

      Na Klar ; weil die älteren Fahrzeuge in Umweltzonen nicht mehr fahren dürfen oder vom TÜV herausgeprüft werden und die neue mit Klickibunti so vollgepackt sind daß sich keiner mehr auskennt !

      • @carl fisher:

        Mag sein, aber dann ist es doch immer noch eine freie Entscheidung, ein Fahrzeug zu fahren, das man offensichtlich nicht sicher bedienen kann. Wer das tut, muss auch die Verantwortung für diese Entscheidung übernehmen.

  • Es ist ein moralischer Offenbarungseid: Jahr für Jahr nimmt Deutschland tausende Verkehrstote und zehntausende Schwerverletzte als gottgegebenes Schicksal hin, nur um das Dogma der uneingeschränkten Autofreiheit nicht anzutasten. Während europäische Nachbarn mit der „Vision Zero“ ernst machen, sakralisiert die deutsche Politik eine Infrastruktur, die schwächere Verkehrsteilnehmer zu Hindernissen degradiert.



    ​Jedes tote Kind auf dem Schulweg ist eines zu viel – doch in Debatten um Tempolimits oder Parkraummanagement zählt die Bequemlichkeit oft mehr als die körperliche Unversehrtheit. Wir lassen tonnenschwere SUV durch enge Innenstädte panzern und wundern uns über die Aggressivität auf den Straßen. Wer Sicherheit und Platz für Menschen fordert, wird als Ideologe beschimpft, während die reale Gefahr in Form von Stahlmassen täglich an uns vorbeirauscht.



    ​Dieser Autowahn ist keine Freiheit, sondern eine Gefährdung des Gemeinwohls. Es wird Zeit, den öffentlichen Raum nicht nach Hubraum, sondern nach Menschlichkeit zu verteilen. Ein Recht auf Rasen gibt es nicht – ein Recht auf Leben hingegen schon.

    • @amigo:

      Dem ist nichts - aber auch gar nichts - hinzuzufügen!

    • @amigo:

      Stichworte "Autowahn" sowie "Recht auf Leben":



      Die Autolobby spielt früher oder später die Karte mit den Arbeitsplätzen. Sozial ist, was/wer "Arbeit" schafft.



      Damit ist diese Diskussion dann gleich wieder vorbei.

    • @amigo:

      Mit 20 hatte ich kein Problem damit, mit 160 Autobahn zu fahren. Mein Vater hat es ja auch so gemacht. Heute würde ich am liebsten immer nur mit 100 oder 80 auf der rechten Spur mitschwimmen. Ich bin erst 47 und könnte immer noch problemlos 160 oder schneller fahren. Aber ich habe dazugelernt und weiß, dass es schlecht ist für die Umwelt und Sicherheit. Eigentlich ein No-brainer. Je mehr man mit den Jahren mitkriegt und die Materie versteht, desto vernünftiger, grüner und linker wird man.

  • Für die "Erklärung", das Auto habe plötzlich von selbst beschleunigt, muss der Autofahrer hoffentlich den Beweis erbringen. Ich denke, es war ein Aussetzer, versehentlich Gas gegeben. Dann allerdings die fatale Fehlentscheidung, die um ein vielfaches verletzlicheren Fußgänger anzusteuern, statt die in ihren Autos einigermaßen geschützten Autofahrenden. Hat er intuitiv nicht das teure Blech beschädigen wollen?

    • @Suspicion:

      Naja, wenn ein Fahrzeug mit über 60 kmh frontal auf ein anderes Fahrzeug prallt sind auch für den Fahrer die Überlebenschancen nicht sehr groß... Im Punkt des Ausweichens dürfte er also das für sein eigenes Überleben günstigste getan haben... Das Auto ist so oder so Schrott...

      • @Tobias Eckert:

        Den Artikel nicht gelesen? Zitat: "Bei einer Ausweichbewegung nach links über die freie Gegenfahrbahn ..."

        Stattdessen rechts an der Schlange vorbei. Macht man ja auf der Autobahn auch so.

        • @dtx:

          Das sind Entscheidungen, die intuitiv innerhalb von Sekunden getroffen wird. Im den Gegenverkehr zu lenken, ist meist nicht der erste Refelex.

  • So ist es eben in Deutschland. Was sind schon drei junge Menschen wert, wenn man nur seinen SUV -auch zu schnell- fahren kann. War ja "nur ein Versehen" Gaspedal und Bremse zu verwechseln. Wer älter ist als 70 - dem wird das zur Last gelegt und dem wird empfohlen, den Lappen abzugeben. Es ist vollkommen unverständlich, warum diesem Fahrer nicht mal der vorübergehende Entzug des Führerscheins droht... Dass in nur EINER Woche 3000 Autos an dieser Unfallstelle zu schnell waren, das spricht Bände über die Moral einer extrem großen Anzahl von Verkehrsteilnehmern - doch es kümmert keinen, wenn man so milde -wenn überhaupt- bestraft wird.

    • @Perkele:

      Wenn dort die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 auf 30, warum überhaupt, geändert wurde, ist das nicht ungewöhnlich.

      • @ZTUC:

        Weil 30 sicherer ist als 50.



        Kommt es zu einem Unfall mit 30 gibt es weit seltener Todesfälle, das sollte daher auch Standard in der Innenstadt sein.

  • Garantiert war der Fahrer älter als 80 und dann kommt die Staatsanwaltschaft immer automatisch da drauf, dass der Fahrer nur Bremse und Gaspedal verwechselt haben könnte. Es wird irgendwie nie was anderes unterstellt in dieser altersklasse

    • @Horst Sörens:

      Laut anderen Quellen ist das „garantiert“ falsch. Er soll 54 Jahre alt gewesen sein.



      Bleibt die Frage, warum es passiert ist. Doch eine Verwechslung, weil gerade von irgendwas abgelenkt? Egal, wenn es kein technischer Defekt war, was unwahrscheinlich ist, muss eine Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung erfolgen.

  • Das lässt einen echt sprachlos zurück. Also ich würde meinen Führerschein freiwillig abgeben, wenn ich auf diese Weise Menschen getötet hätte. Aber in Deutschland haben Autos offensichtlich immer Vorfahrt.

    • @mwanamke:

      Da haben Sie recht.



      Würde ich einen solchen Unfall verursachen, und sei es auch nur fahrlässig, würde ich mich nie wieder ans Steuer setzen.

    • @mwanamke:

      genau.

    • @mwanamke:

      Der Beschuldigte spricht von einem technischen Defekt. Wenn zum Beispiel die Bremsen Ihres Wagens versagen, würden Sie deswegen Ihren Führerschein abgeben? Welche Schuld den Angeklagten trifft, soll ja das Verfahren herausfinden. Bis zum Abschluss gilt die Unschuldsvermutung.

      • @ZTUC:

        Das ist aber ein komischer technischer Defekt. Solche Autos sollten aus dem Verkehr gezogen werden. Ich habe im Übrigen nicht von einer Schuld im rechtlichen Sinne geschrieben, sondern von dem Verantwortlichkeitsbewusstsein des Fahrers.

      • @ZTUC:

        Sie werden es nicht für möglich halten: Ich (kein Autofahrer) würde meinen durchaus vorhandenen Führerschein deshalb abgeben, weil ich nicht ertragen könnte zumindest mitschuldig am Tod der Opfer zu sein. - Egal ob da ein technischer Defekt vorlag oder nicht...

    • @mwanamke:

      Anschließe mich - wie kann jemand nachdem er drei Menschen getötet hat noch ruhig schlafen, geschweige denn ruhig WEITERFAHREN?!

      • @Rufus:

        Wenn man sich nicht ein mal nach den Opfer erkundigt, kann man das.

      • @Rufus:

        Woraus schließen Sie, dass der Fahrer ruhig schläft und weiterhin Auto fährt?



        Ich habe den Artikel jetzt mehrfach gelesen und konnte nichts finden.



        Könnten Sie mir da bitte weiterhelfen?

    • @mwanamke:

      Wenn du über 90 bist, bist Du dringend auf dein Auto angewiesen, weil du nicht mehr selber gehen kannst und auch überhaupt nichts mehr siehst und hörst. Da ist dann ein Auto schon sicherer

      • @Horst Sörens:

        Wenn du über 90 bist solltest du ein Auto fahren, dass nicht so PS stark ist und außerdem nicht unbedingt mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs sein.

      • @Horst Sörens:

        "Wenn du...überhaupt nichts mehr siehst und hörst..."

        Bist du nach StVO fahruntüchtig und hast am Steuer nichts verloren.

        • @warum_denkt_keiner_nach?:

          Unglaubliche Ausreden sind offensichtlich ganz in Mode.

      • @Horst Sörens:

        Wie komme ich dann ins Auto?

        • @Francesco:

          Das schafft man meist noch gerade so.

      • @Horst Sörens:

        Sie haben ihren Beitrag nicht als Ironie gekennzeichnet – aber nichts anderes kann gemeint sein?!

        • @Rufus:

          Nein nein, keine Ironie. Das ist wirklich das Mindset der Deutschen.



          Und wer zu gebrechlich ist oder einen Fahrdienst benötigt, der hat seinen Status verspielt.

          • @Troll Eulenspiegel:

            Ich glaube schon, dass das Ironie ist.



            .



            Eben weil es das bestehende Mindset parodiert, indem es auf die Spitze getrieben wird.

        • @Rufus:

          Ob der Beitrag nun ironisch gemeint war, weiß ich nicht.

          Aber er enthält viel Wahres.

          Manche Alte können besser Auto fahren als laufen.

          Für sie ist das Auto die einzige Möglichkeit, selbst zum Arzt zu kommen, einkaufen zu gehen etc.

          • @rero:

            ... und natürlich brauchen die einen SUV wegen des besseren Einstiegs und müssen immer zu schnell unterwegs sein. So ein älterer Mensch verwechselt halt auch mal gern Gas und Bremse, das ist halt Schicksal, Kollateralschaden halt. >