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Berichterstattung über die Klimakrise Wir waren doch schon weiter

Ann-Kathrin Leclere

Kommentar von

Ann-Kathrin Leclere

Extreme Wetterereignisse sind medial präsent. Aber über die Klimakrise, die dahinter steht, berichten Medien immer weniger.

W aldbrände in Spanien, Frankreich und Portugal, Überschwemmungen in Japan, 10.000 Hitzetote in Deutschland meldet das RKI. Über all diese Ereignisse wird berichtet – zumindest solange sie aktuell sind. Doch ausgerechnet die Berichterstattung über ihre gemeinsame Ursache, die Klimakrise, nimmt ab. Und das ist ein Problem.

Dabei waren wir doch auch mal an einem anderen Punkt. Das Bewusstsein für die Klimakrise war in vielen Redaktionen gewachsen, nicht zuletzt durch den Höhepunkt von Fridays for Future. Klimapolitik wurde zunehmend als Maßstab für Regierungshandeln betrachtet – ähnlich wie Außen- oder Sozialpolitik. Zwischenzeitlich wurden in Medienhäusern sogar neue Klimaredaktionen oder Tools geschaffen. Heute ist vieles davon zurückgegangen.

Wie deutlich dieser Rückgang inzwischen ist, zeigt eine aktuelle Untersuchung der Initiative Klima° vor acht. Demnach ist der Anteil der Sendeminuten zur Klimaberichterstattung in den Hauptprogrammen von ARD und ZDF auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Erhebung vor fünf Jahren gefallen. Während 2023 noch rund zwei Prozent der gesamten Sendezeit auf Klimathemen entfielen, liegt der Anteil inzwischen bei unter einem Prozent. Im Ersten sank er auf 0,8 Prozent, im ZDF auf 0,7 Prozent vom Gesamtprogramm.

Klimaberichterstattung seit 2023 mehr als halbiert

Die Klimaberichterstattung hat sich damit seit 2023 mehr als halbiert. Selbst die außergewöhnlichen Hitzewellen im Mai und Juni dieses Jahres führten laut der Untersuchung nicht zu einem Anstieg der Berichterstattung. Aufmerksamkeit entstand vielmehr durch politische Konflikte wie den Streit um das Heizungsgesetz.

Auch das Grimme-Institut kritisierte in diesem Jahr bei der Nominierung zu ihren Fernsehpreisen, dass Beiträge zu gesellschaftlich relevanten Themen wie dem Klima im Fernsehprogramm fehlten.

Gleichzeitig zeigt eine aktuelle Studie in der Fachzeitschrift Nature Climate Change, dass Klimathemen überwiegend in Informationsformaten stattfinden und dort vor allem Menschen erreichen, die sich ohnehin für das Thema interessieren. Wer Nachrichten seltener verfolgt oder der Klimakrise skeptisch gegenübersteht, kommt mit entsprechenden Inhalten kaum in Berührung. Die Forschenden fordern deshalb, Klimathemen stärker auch in unterhaltenden Formaten zu verankern.

Wer nicht Bescheid weiß, reagiert auch nicht

Die Herausforderung bei der Klimaberichterstattung ist, dass sie nicht erst stattfinden darf, wenn Häuser unter Wasser stehen oder der Urlaub nicht stattfinden kann, weil es am Strand brennt. Sie muss Zusammenhänge erklären, wissenschaftliche Erkenntnisse verständlich einordnen und zeigen, welche politischen Entscheidungen folgen müssen.

Dabei verständlich zu bleiben und Sachen gleichzeitig nicht zu stark zu vereinfachen, ist anspruchsvoll. Aber gerade diese Einordnung ist bei dem komplexen Thema Klimakrise eben die Verantwortung von Journalismus.

Wenn die Klimakrise in den Medien weniger Raum erhält, verringert sich die Möglichkeit, Ursachen, Folgen und Lösungswege öffentlich zu diskutieren. Und eine Gesellschaft kann auf Herausforderungen und Zusammenhänge, über die sie kaum informiert wird, nur schwer angemessen reagieren.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Ann-Kathrin Leclere

Ann-Kathrin Leclere

Aus Kassel, lange Zeit in Erfurt gelebt und Kommunikationswissenschaft studiert. Dort hat sie ein Lokalmagazin gegründet. Danach Masterstudium Journalismus in Leipzig. Bis Oktober 2023 Volontärin bei der taz. Jetzt Redakteurin für Medien (& manchmal Witziges).
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88 Kommentare

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  • Ricky-13

    taz: *Extreme Wetterereignisse sind medial präsent. Aber über die Klimakrise, die dahinter steht, berichten Medien immer weniger.*

    Vielleicht möchte der ÖRR (ARD und ZDF) den Kanzler nicht verärgern. Friedrich Merz wird sich ja ohnehin nicht um Klimaschutz kümmern. Die "Schornsteine" des klimaschädlichen Wirtschaftswachstums - worin die Zukunft der jungen Leute verheizt wird - sollen bei ihm sogar noch mehr "rauchen".

  • Querbeet

    Ich kann den Eindruck überhaupt nicht teilen.

  • Sisone

    Na dann, Frau Leclere! Mit gutem Beispiel vorangehen!







    Natürlich kann man nicht einmal von der taz, erwarten, dass ein Thema, dass den Zeitraum von Jahrzehnten umfasst, der Dauerbrenner in einer Tageszeitung ist, zumal ja irgendwie fast alles schon mal gesagt (und geleugnet) wurde. Trotzdem ist es bedauerlich, wie oft das vielleicht wichtigste Thema überhaupt, schließlich geht es um die Zukunft der Menschheit, ganz schnell aus dem Bewusstsein verschwindet, wenn irgendetwas ganz wichtiges irgendwo auf der Welt passiert (so wichtig, dass nächste Woche keiner mehr darüber spricht).







    Aber Sie, Frau Leclerc, haben es in der Hand! Ich musste bis 2023 zurückgehen, um eine Artikel von Ihnen explizit zu diesem Thema zu finden.







    (taz.de/Globale-Dur...-steigt/!5942016/)

    Mehr davon!

  • Josef 123

    "Die Klimaberichterstattung hat sich damit seit 2023 mehr als halbiert. Selbst die außergewöhnlichen Hitzewellen im Mai und Juni dieses Jahres führten laut der Untersuchung nicht zu einem Anstieg der Berichterstattung."

    Gefühlt schaut es -zumindest bei mir- völlig anders aus. Kaum eine Tageszeitung oder ein Magazin, bei dem das kein Thema war, kaum ein Einschalten des Radio- oder TV-Gerätes, bei dem es nicht nach kurzer Zeit um "Klima" und "Klimawandel" im weiteren Sinn ging. Nachrichtensendungen, Wettervorhersagen mit laufend neuen Temperaturrekorden, tägliche TV-Magazine auf sämtlichen Sendern: Hitzetote, Waldbrände, trockenfallende Flüsse und Seen; dazu Publikumsbefragungen auf der Straße: Was halten Sie von den Folgen der Klimakrise? Was muss der Staat unternehmen, um seine Bürger zu schützen? Wie kann ich meinen Rasen retten?: Alles wurde unter "Klimakrise" subsumiert. Beinahe täglich.

    Aber vielleicht lese ich andere Zeitungen und schalte TV- und Radiogeräte zu anderen Zeiten ein.

  • Offebacher

    Die große Zeit von Fridays for Future war Ende der 2010er Jahre. Was ist seitdem passiert: Corona, Krieg in Europa, Krieg im Nahen Osten, Inflation, Anstieg der Arbeitslosenanzahl in Deutschland um mehr als 50 % (von unter 2 auf über 3 Millionen) und und und ... bei diesen täglichen Sorgen rückt die schleichende Klimakrise aus dem persönlichen Blickfeld, ausser die Temperaturen steigen auf mehr als 35 Grad Celsius oder der geplante Urlaub am Mittelmeer fällt wegen Bränden aus.

  • Black & White

    Ich kann gut nachvollziehen, dass das Interesse nachgelassen hat.

    Vorreiter der Klimabewegung wie "Fridays for Future" haben inzwischen auch andere Schwerpunkte wie der Kampf für Palästina und den Kampf gegen Rechts etabliert. Das Klimathema ist nicht mehr das alleinige Thema, auf das sich alles konzentriert. Die "Letzte Generation" hat sich wahrscheinlich aufgrund Erfolglosigkeit aufgelöst. Diese Guppe hatte zumindest dem Interesse am Klimaschutz stark geschadet.

    Die gelebte Klimapolitik der Ampel, als auch der jetzigen Regierung war/ist stümperhaft und chaotisch, mit einem Wort: kastastrophal. Allein das nicht durchdachte "Heizungsgesetz" hätte viele Menschen in existenzielle Nöte bzw. Sorgen gestürzt. Die aktuelle Lösung kann ebenfalls nicht zufriedenstellend sein.

    Die Menschen haben inzwischen so viele Sorgen, dass die Klimapolitik und die entsprechende Berichterstattung an Priorität verloren hat.

    Und letztlich sind die Menschen die moralischen Belehrungen von den Klimaschutz-Befürwortern leid.

    Wenn man eine Begeisterung für den Klimaschutz entfachen könnte, es positiv besetzen würde, dann könnte wir dem Klimaschutz und der Berichterstattung ein neues Leben einhauchen.

  • anarchos

    Tja, die Sahel-Zonen breiten sich halt aus. Und es gibt nicht nur eine südliche, sondern auch eine im Norden: Nach Aussagen von Wissentschaftlern gehört da Spanien, Südfrankreich, Italien bis zur Höhe von Rom, der Balkan, vor allem der südlichere Teil mit Griechenland dazu, ebenso die Türkei. Sie wurden, wie üblich, ausgelacht.



    "Sahelzone" bedeutet ja nicht, daß dort nur Wüste ist, aber die Versteppung nimmt zu.



    Und das Mittelmeer ist, gemessen an der Sahara, nur ein nicht mal halb so großes Binnenmeer, welches in seiner langen Geschichte schon öfters ausgetrocknet ist.

    • Astrid Sehnefeld

      @anarchos:

      Die Sahara und die Sahelzone sind zwei völlig verschiedene Paar Schuhe.



      Die Ausbreitung der Sahara kann mit der Great Green Wall aufgehalten werden.



      Da geht's zuallererst um Wind. Das gleiche war auch schon vor 100 Jahren im mittleren Westen der Fall. Nicht nachhaltiger Anbau und Dürre in Kombination lösten die Dust Bowl Stürme aus. Durch den Great Plains Shelterbelt wurde das erfolgreich unterbunden.



      Und das Mittelmeer kann nicht austrocknen so lange der Zugang zum Atlantik da ist. Nur wenn die Straße von Gibraltar verschlossen ist kann das Mittelmeer austrocknen, bspw zuletzt während der Messinischen Salinitätskrise.

  • dirk resühr

    Warum wohl?



    Unsere Wirtachaftsministerin versäumt keine Gelegenheit, den "offenen" techn. Fortschrit zu verlangen, was für sie und die Union ausschlieslich fossile Brennstoffe meint. Herr Merz lässt sie wirken, mit ihm als Steuervermeidungsspezialist wirds keinen Fortschritt geben. Das müssen wir erstmal schlucken.

    • Griffendorff

      @dirk resühr:

      Informieren Sie sich über das Atlas Network, das Prometheus Institute, den "Wirtschaftsrat" der Union.

  • Jalella

    Ja, ist mir auch aufgefallen, dass da niemand mehr drüber spricht. Entweder haben die Leute einfach resigniert (passiert eh nix), oder sie ignorieren es ("früher war's auch warm"). Ich denke, es ist Möglichkeit drei: die Leute glauben, das wär's jetzt gewesen mit der Klimakatastrophe. Wir haben nix getan und jetzt haben wir den Salat. Müssen wir halt gucken, wie wir das beste mit der Hitze machen.

    Aber das ist ein Problem. WIr sind klimatechnisch jetzt da, wo wir nach dem Klimaabkommen (1,5°C Ziel) hingekommen wären, wenn wir alles nur mögliche unternommen hätten. Haben wir aber nicht. D.h., das jetzt ist der bestmögliche Zustand wenn wir etwas getan hätten. Aber da wir es witziger finden, z.B hunderte Milliarden in den ultimativen Klimakiller Militär zu stecken, statt etwas Sinnvolles damit zu machen, geht es eben weiter die Temperaturkurve hoch:

    youtu.be/xWWXD_NKp...56DJvA0kTS7&t=2688

    Und wir streben ein 3 bis 4 Grad-Ziel an, wenn man das so bezeichnen will. Meine Prognose: wir werden uns in20 Jahren nach den 6000 Hitzetoten in einer Juniwoche zurücksehnen.

    Dabei sind Hitzetote nichts gegen die Hungersnöte, die wir dann auch aus hier sehen.

    • Astrid Sehnefeld

      @Jalella:

      "...die Hungersnöte, die wir dann auch aus hier sehen."



      Hungersnöte in Europa?



      Das ist ein völlig unrealistisches Angstszenario.



      Wir können einzig Fisch und nicht heimische Obst- und Gemüsesorten nicht abdecken.



      Bei allem anderen, vor allem den Grundnahrungsmitteln, hat Europa einen Selbstversorgungsgrad von weit über 100%.



      Kartoffeln 150%, Zucker 150%, Fleisch und Milch 115%, Getreide 100%, etc...



      Der knapp erscheinende Wert von 100% beim Getreide resultiert vor allem von der Biomassenutzung, denn 14% der landwirtschaftlich genutzten Fläche Deutschlands werden aktuell für die Produktion von Biomasse verwendet zur Treibstoff- und Wärmeproduktion.



      Das sind enorme Reserven an Anbaufläche, sollten sie zur Lebensmittelproduktion benötigt werden.



      Überdies verfügt die EU und vor allem auch Deutschland über weitere große Reserven, die wir aktuell wegen Umweltschutz nicht landwirtschaftlich nutzen - 6,6% der Gesamtfläche Deutschlands stehen unter Naturschutz.



      Auch diese Flächen könnten bei Benötigung zu großen Teilen intensiv landwirtschaftlich genutzt werden.



      Hungersnöte in Europa und speziell in Deutschland sind absolut nicht realistisch, auch nicht bei 3 und 4 Grad Klimaerwärmung.

      • Drabiniok Dieter

        @Astrid Sehnefeld:

        Was nützen die potenziell nutzbaren landwirtschaftlichen Flächen, wenn die Grundwasserpegel weiter fallen, Hitzeperioden die Böden austrocknen und erodieren lassen, Starkregenereignisse die Ackerkrumme wegspült, die Binnenwasserstraßen entweder durch Niedrig- oder Hochwasser als Transportwege nur eingeschränkt nutzbar sind, die Kraftwerke und Industrieanlagen infolgedessen nicht ausreichend gekühlt oder betrieben werden können …



        Daraus muss man kein Angstszenario ableiten. Gewiss nicht. Aber mit Blauäugigkeit allein kommt man auch nicht weiter. Der Kampf ums Wasser hat doch schon längst auch bei uns begonnen.

        Zur Info: www.deutschlandfun...konflikte-100.html

        • Astrid Sehnefeld

          @Drabiniok Dieter:

          Es wird in Europa keinen Wassermangel geben.



          Nie.



          Wasser ist nur noch nicht knapp genug, als das sich mit Entsalzung genügend Profit verdienen lässt.



          Meer- und Brackwasser



          kann mittels Umkehrosmose unter hohem Druck durch Membrane gepresst werden, die die Salze zurückhalten.



          Rund 80% aller Anlagen weltweit nutzen aktuell diese Methode.



          Daneben gibt's noch die thermische Entsalzung. Dabei wird das Wasser erhitzt bis es verdampft und anschließend kondensiert, um reines Wasser zu gewinnen.



          Und es gibt auch noch die physikalische Wasseraufbereitung. Das funktioniert mittels Systemen wie spezialisierten magnetischen oder mineralischen Aufbereitern, welche die Struktur von Mineralien im Wasser so verändern, dass die Salze weniger Schäden anrichten, ohne das Wasser komplett zu entsalzen.



          Circa 180 Länder weltweit nutzen Entsalzungsanlagen und einige, zum Beispiel die Golfstaaten, decken bereits bis zu 90% ihres Trinkwassers aus Entsalzung.



          Das mögen keine flächendeckenden Lösung für arme Staaten sein, aber für Europa ist das technisch als auch finanziell problemlos machbar und wird auch so kommen.



          Wasser ist keine Frage des Mangels, sondern des Geldes.

          • Drabiniok Dieter

            @Astrid Sehnefeld:

            Ich teile Ihren Optimismus nicht. Technisch ist vieles möglich, aber nichts davon gib es zum Nulltarif. Z. B. den enorm hohen Energiebedarf und den hohen CO₂-Ausstoß bei der Meerwasserentsalzung sowie die Auswirkungen auf die Meeresbiologie (veränderte Wasserchemie) in den Einleitungsgebieten der Sole. Die Preise für Nahrungsmittel werden steigen. 80 % unseres Wassers wird in der Landwirtschaft verbraucht. Zudem wollen die Investoren der Industrieanlagen eine jährliche steigende Rendite, die nur über den Wasserpreis zu erzielen ist.



            Die anderen oben von mir genannten Probleme bleiben trotzdem bestehen. Und die noch nicht ausreichend vorhandenen erneuerbaren Energien werden schon für so viele gegenwärtige und künftige technologische Vorhaben verplant, dass es eng werden dürfte, alle Träume Wirklichkeit werden zu lassen.



            Wir sind ein reiches Land. Aber die ökologischen Probleme verstärken sich gegenseitig und verursachen Kosten, die kontinuierlich ansteigen werden. Wir müssen gerade deshalb sparen und sorgsam mit den natürlichen Ressourcen umgehen. Alles andere ist schlicht verantwortungslos gegenüber der Zukunft.

            • Astrid Sehnefeld

              @Drabiniok Dieter:

              Alles was sie schreiben stimmt - darum sagte ich ja: Wasser ist keine Frage des Mangels, sondern des Geldes.



              Und darum schrieb ich auch: das ist keine flächendeckende Lösung für arme Staaten.



              Aber für Europa wirds reichen - und die Festung Europa wird schließlich nicht umsonst gebaut...



              Oder was glauben Sie, warum sich Europa so einigelt und selbst die Grünen EU Außenlagern zugestimmt haben?



              Wir haben, davon bin ich überzeugt, relativ gute Chance den Turnaround durch technischen Fortschritt zu schaffen - und wenn nicht hat Europa den Backup-Plan Festung Europa 🏰



              Tatsächlich verfolgt die EU beide Ziele parallel, freilich den Festungsplan die letzten Jahre mit mehr Fokus als den der CO2-Neutralität.



              Ob das nur am Rechtsruck liegt bezweifle ich. Ich denke, dass wird auch daran liegen, dass man in Brüssel eingesehen hat, dass wir in der EU nur 5,6% der Weltbevölkerung und auch nur 6% des weltweiten CO2-Ausstoß stellen.



              Wir als EU haben es also nicht alleine in der Hand. Wir können und müssen unseren Teil erledigen, aber die restlichen 94% des CO2-Ausstoß liegen außerhalb unseres Machtbereichs.

  • Chaos-NRW

    Die Frage ist doch, was würde mehr Berichterstattung bringen? Wer bis jetzt nicht kapiert hat, dass der Klimawandel ein Problem ist, der wird es auch mit mehr Berichterstattung begreifen.

  • Budzylein

    Zu "zeigen, welche politischen Entscheidungen folgen müssen", wie es im Artikel heißt, ist keine Klimaberichterstattung, sondern das Erheben politischer Forderungen. Auch wenn man im Grundsatz von der Notwendigkeit einer Reduzierung von CO2-Emissionen ausgeht, ist damit noch lange nicht gesagt, an welchen Stellen zu reduzieren ist, ob Verzicht notwendig ist und, wenn ja, wer auf was verzichten soll. Das sind politische Entscheidungen, die nicht durch wissenschaftliche Erkenntnisse determiniert sind, sondern die aufgrund politischer Auseinandersetzungen getroffen werden.

    • Francesco

      @Budzylein:

      »Auch wenn man im Grundsatz von der Notwendigkeit einer Reduzierung von CO2-Emissionen ausgeht, ist damit noch lange nicht gesagt, an welchen Stellen zu reduzieren ist«



      Das ist einfach: überall. Damit beginnend, wo mit dem geringsten Geldeinsatz am meisten eingespart werden kann.



      »ob Verzicht notwendig ist und, wenn ja, wer auf was verzichten soll.«



      Für die Aufrüstung Verzicht zu leisten scheint leichter zu sein.

  • Drabiniok Dieter

    Wollte man über die Ursachen des Klimawandels ehrlich berichten, dann müsste der Zusammenhang zwischen unserem/globalen Wirtschaftssystem und CO₂-Emissionen, zwischen steigendem Wohlstand und CO₂-Emissionen, zwischen unendlicher materieller Gier und CO₂-Emissionen… dargestellt werden. Das geschieht aber nicht! Stattdessen wird immer noch die Illusion genährt, dass mit technischem Fortschritt, erneuerbaren Energien, KI,… diese unendliche Gier auf ewig befriedigt werden kann. Dabei beschleunigen sie nur den Energie- und Ressourcenverbrauch für neue/modifizierte Produkte, Konsumlaune und Konsumklima, um das Wirtschaftswachstum zu steigern. Um nichts anderes geht es!



    Es gibt eine direkte Kausalität zwischen Kapitalismus und Klimawandel! Nur wenige Medien wagen es, sie gelegentlich zu benennen. Und es gibt einen elementaren Widerspruch zwischen Kapitalismus/Neoliberalismus und dem Gemeinwohl, der gänzlich verschwiegen wird. Es muss darum gehen, (nicht nur)unserer Spezies eine erträgliche Lebensumwelt zu erhalten. Es darf nicht länger darum gehen, noch mehr Milliardäre zu ermöglichen!



    Ob die Medien ihre Köpfe aus dem Sand ziehen? Wohl kaum! Dort unten ist die Welt so wie sie es kennen.

    • Reinero66

      @Drabiniok Dieter:

      Es gibt seit 20 Jahren immer weniger arme Menschen und das liegt am Kapitalismus. Im Kommunismus waren viel mehr Arm, diese Länder haben nach dem Fall der Mauer rapide Fortschritte gemacht, Fall sich noch jemand an die Zustände von 1990 erinnert, sind diese Länder heute umwelttechnisch und lebensstandardmäßig weit über dem damaligen Level. Mittlerweile sterben Weltweit mehr Menschen an Wohlstandskrankheiten als an Unterernährung.



      Laut WHO sind im letzten Jahrhundert in der UdSSR und China über 100 Millionen Menschen durch Unterernährung gestorben (Mao/Stalin) als Segnung der Gleichmacherei im Kommunismus.

      • Drabiniok Dieter

        @Reinero66:

        Es ging um die Ursachen des Klimawandels. Die kann man leugnen, negieren oder mit der Kommunismuskeule versuchen, jede sachliche Diskussion darüber zu erschlagen. Die ‚soziale Marktwirtschaft‘ ist Ihnen ein Begriff? Das Wohlstandsniveau, das wir damit nach Nazideutschland erreicht haben, hatte nichts mit Kommunismus zu tun.



        Das Grundgesetz, das Eigentum garantiert aber dem privaten Eigentum eine Verpflichtung gegenüber dem Gemeinwesen auferlegt und auch Enteignungen zulässt? Von Stalin oder Mao diktiert?



        Kleiner Exkurs: Aus Sorge vor einer ‚Tyrannei der Mehrheit‘ haben die Gründerväter der USA (allesamt Vermögende, Landbesitzer, Anwälte…) die Idee einer ‚repräsentativen Demokratie‘ entwickelt. Mein Eindruck ist, dass ausgehend von dort sich die ‚Tyrannei einer Minderheit‘ auf der Welt verbreitet hat. Weder Umwelt und Klima noch Menschenrechte und Frieden haben für sie eine Bedeutung, wenn damit kein Geld verdient werden kann.



        Beste Grüße

      • Francesco

        @Reinero66:

        Die Alternative ist doch nicht Kommunismus à la Stalin oder Mao.

  • Mikki

    Was soll denn das ermüdende "das ist jetzt die Klimakrise" bei jedem Extrem-Wetterereignis bringen.



    Woran es mangelt, ist an Zuversicht (siehe andere Berichte in dieser Zeitung) und an Kommunikation über Lösungen zur Energiewende auf allen Ebenen. Und dazu gehört insbesondere Kommunikation über Problemlösungen da wo es kompliziert wird (zB Wärme im dichtbebauten Innenstadtbereich, Industrie-Prozesse, usw.).



    Bisher verwechselt der Klimajournalismus Bereichterstattung in diesen Bereichen mit PR für PV, Wärmepumpen, erste Groß-Batterien.

  • Marcelo

    Man sieht hier in den Kommentaren das dieses Thema so schwer ist obwohl hier alle das gleiche wollen sich trotzdem nicht einig sin über Gründe, und Prognosen und Bekämpfung.

    Die Menschen die das Thema in den letzten Jahren zu negativ und zu dramatisch gesehen haben, sind meiner Meinung nach Schuld das das Interesse daran nicht mehr vorhanden ist wie es sein sollte in den Augen einiger

  • Christoph Frohn

    Neben Einsparungen der Emissonen (die in den Schwellenländern im notwendigen Umfang unrealistisch erscheinen) wäre Carbon Capture, also Techniken, welche CO2 bei der Entstehung binden oder sogar aus der Luft (oder aus dem Wasser der Ozeane) entfernen, das Gebot der Stunde.



    Leider sind diese Techniken in D seit Jahrzehnten tabuisiert und im Hinblick auch Speicherung an Land sind sie es noch, aufgrund irrationaler Ängste.



    Wer befördert dieser am meisten, wer sperrt sich immmer noch gegen eine ergebnisoffene Prüfung und Förderung? Genau die, die sich eigentlich den Klimaschutz auf die Fahnen geachrieben haben.

    Die Grünen als Totengräber des Klimas!

    • Francesco

      @Christoph Frohn:

      Carbon capture ist bei weitem unrealistischer als Einsparung von Emissionen in Schwellenländern. Es macht nur da Sinn, wo sich die CO2-Produktion gar nicht vermeiden lässt, bei der Zementproduktion.

    • Frank Ropen

      @Christoph Frohn:

      Die sind nicht tabu nur ineffizient

    • Griffendorff

      @Christoph Frohn:

      Carbon Capture and Store ist total erlaubt, und wird auch schon viel gemacht - aber eben in Form von Biokohle, die zur Bodenverbesserung verwendet wird. Kohlenstoff ist biologisch viel zu wertvoll, und CO2 viel zu gefährlich, um es unter die Erde zu pressen.

  • fly

    Klimakrisenkommunikation ist schon noch täglich vorhanden. Wobei die immer gleichen Sätze und das eine nächste Attributionsstudie wieder einen gewissen Prozentsatz Wahrscheinlichkeit herausgefunden hat, immer mit dem Zusatz, dass diese Ergebnisse auf Modellen beruht, ermüdet. Is so.

    Ja, vielleicht sollte RTL mal ein Unterhaltungsformat machen, Bachelordings unter kaum ertragbaren Klimabedingungen. Zack ist Love Island überspült oder die Hütten abgebrannt. Würde das irgendwas ändern? Nein.

    Nein, das Thema muss mit Ernsthaftigkeit weiter verfolgt werden, um der Sache willen. So wie CNN Reporterin Kaitlan Collins die Beleidigungen von DT wegsteckt, um der Sache willen. By the way, beeindruckend.

  • Klabauta

    Eine Sendung "Klima vor acht" würde ich mir auch wünschen, oder eine niedrigschwellige Aufklärungskampagne wie die Rita Süßmuths gegen Aids in den Achtzigern.

    Lobend zu erwähnen sei an dieser Stelle Özden Terli, "Wetterfrosch" des ZDF, der regelmäßig die durch die Klimaveränderung hervorgerufenen Wetterextreme benennt und erklärt.



    Deshalb: Es gibt zwar kein "Wetter vor acht", aber ein "Wetter nach ZDFheute"

  • Michel76

    Stumpfen denn übermässig viele Meldungen nicht eher ab, so wie das die anderen, täglichen Schreckensmeldungen in unseren Medien auch tun? Kriege, Hungersnöte, Umweltverschmutzung, Gewaltverbrechen, Klimakrise, Weltuntergang.... wir werden doch fast rund um die Uhr damit zugedeckt.



    Was passiert mit den Generationen, die mit diesen Schreckensmeldungen aufwachsen? Meine Kinder sind gut informiert, auch in der Schulde ist das Klimaproblem ständig präsent. Wir thematisieren auch, dass wir ressourcenschonend leben müssen und praktizieren das auch. Wenn ich aber unsere Umfeld und das unserer Kinder anschaue, dann sehe ich nichts davon. Es wird so viel konsumiert, wie noch nie zuvor in der Menschheitsgeschichte.

    Abgestumpft von der Masse an Schreckensmeldungen? Links rein, rechts wieder raus?

  • derzwerg

    Ich frage mich ja, ob die Art der Klimakommunikation vor 5 Jahren so effektiv war. Es ist ja nicht fertig, wenn die Klimakrise realisiert wird, die Gesellschaft muss auch ins Handeln kommen. Da können Medien auch beitragen, wenn sie z.B. wirksame von unwirksamen Maßnahmen unterscheiden und die Motive der Bremser von wirksamen Klimamaßnahmen beleuchten.

    Verglichen mit Z.B. der Dekarbonisierung der Chemieindustrie gehört Klimakommunikation zu den niedrig hängenden, weil kostengünstigen Früchten.

    • Nordlicht12

      @derzwerg:

      Woher will denn ein Redakteur wissen was wirksam ist? Das wissen nicht einmal die Spezialisten. Alles nur Prognosen. Siehe USA. Man dachte Trumps Klimapolitik läutet eine Stagnation bei EE ein. Das Gegenteil ist der Fall. Es boomt. Torschlusspanik vor dem Ende der Förderungen, der Boom der energiehungrigen Datencenter und natürlich die geringen Kosten tun ihr Übriges.



      Was hierzulande fehlt ist nicht Wissen, sondern Zuversicht.

      Ich persönlich halte gar nichts davon im Kommunalbereich jeden Stein der Klimafrage umzudrehen. Was wir brauchen ist nicht Kleingeist, sondern das Denken in Großprojekten. Da scheitert es schon an smart grid, weil Datenschutz.

    • Griffendorff

      @derzwerg:

      Die Bevölkerung macht ihr Wahlkreuzchen immer noch bei den Klimaschlächtern, die ihnen nebenbei auch noch finanziell das Fell über die Ohren ziehen.

      • Ricky-13

        @Griffendorff:

        Die Klimazerstörer und ihre Politikmarionetten versprechen dem kleinen Bürgerlein, dass er/sie 5 Euro mehr in der Tasche haben wird und schon machen die einfältigen Leute ihr Wahlkreuzchen bei den Klimaschlächtern - aber das kennt man ja schon seit vielen Jahrzehnten und wird wohl auch nicht aufhören.

        • Alex_der_Wunderer

          @Ricky-13:

          @ Ricky-13



          Klimazerstörer, sind doch die - die mit kleinem Privatflieger, ne' ? ✈️🛩✈️ aus'm Bundeskanzleramt...😉

        • Desti

          @Ricky-13:

          Falls der Artikel zeigen wollte, warum Klimakommunikation Menschen erreichen sollte statt sie moralisch einzuordnen:



          Dieser Kommentar liefert unfreiwillig ein passendes Beispiel.

      • T-Rom

        @Griffendorff:

        Vielmehr haben viele, die sich eine wirksame Reduktion der globalen Emissionen wünschen, realisiert: selbst wenn Grüne und Linke die Regierung stellen würden, würde sich global am Klimaproblem so gut wie nichts ändern

        • Griffendorff

          @T-Rom:

          Deutschland kann im Ausland Brunnen bohren, und Schulen und Krankenhäuser bauen (und neuerdings auch Kasernen) - dann wird Deutschland wohl im Ausland auch Windkraft- und Solaranlagen bauen können.

  • Roberto Callerame

    Bei mir im Umfeld wird immer noch vom schönem Wetter geredet und die gestrigen 34 grad glorifiziert, als wäre es etwas tolles.



    Ich sage schon nichts mehr dazu um nicht immer als miese Peter da zu stehen.



    Lieben Gruß

    • Jalella

      @Roberto Callerame:

      Kenne ich. Hitze empfinden Leute unterschiedlich. Ich selbst hasse Hitze, kenne aber auch die typischen Menschen, die unterhalb von 30° nicht leben können - wie sie meinen.

      Aber wir treffen uns alle wieder wenn die tatsächlichen Folgen des Klimaleugnens durch Taten eintreffen: Katastrophe wie die Ahrtal-Katastrophe, Klimaflüchtlinge, Kriege, und ja: Hungersnöte. Dann aber nicht mehr im fernen Afrika, sondern bei uns im Supermarkt. Denn Missernten, brennende Felder, zerstörte Infrastruktur finden auch die Hitzeliebhaber vermutlich nicht mehr toll wenn der Kühlschrank leer bleibt. Angefangen hat es schon mit einer Erhöhung von Kaffee- und Schokoladenpreisen, aber das ist natürlich nichts wenn mal die Getreide- und Gemüsepreise durch die Decke gehen.

    • Ringsle

      @Roberto Callerame:

      Diagnose: fehlende Ambiguitätstoleranz.



      Man kann sich durchaus über heißes Wetter freuen, z.B. weil man dieses klimaneutral vor der eigenen Haustüre für sommerliche Freizeitaktivitäten nutzen kann, wo man sonst erst CO2-aufwändig in den Süden reisen müsste.



      Und eben trotzdem besorgt um den Klimawandel sein.

      Wobei man zum Thema auch nochmal sagen muss, dass Besorgnis alleine noch gar nichts ändert, außer vielleicht krank zu machen.



      Was wiederum auch eine Erklärung dafür ist, warum so viele dieses Thema versuchen auszublenden.

      Am Ende ist es einfach so, dass der menschengemachte Klimawandel klar die Limitationen der menschlichen Intelligenz und Anpassbarkeit aufzeigt.



      Live with it and die...

    • PartyChampignons

      @Roberto Callerame:

      Was haben sie für ein Umfeld? Also nach fast zwei Monaten ohne Regen (die zwei kurzen Mini Schauer, die direkt wieder verpufft sind zähle ich nicht), halbtoten Bäumen entlang jeder Straße, brauen ausgedörrten Wiesen und Warnungen vor Wasserknappheit wünscht hier bei uns jeder, aber auch wirklich ausnahmslos jeder den Regen.

  • Martin Rees

    Es gibt natürlich auch Themen, die diesen Raum in den Medien nun stattdessen füllen: Trump-Themen, die er uns aufzwingt, wie Kriege und Zölle, soeben Sportthemen wie FIFA und UEFA, weiterhin Berichterstattung zu KI / AI.



    Die Konflikte im Nahen Osten sind vielfältig spürbar, die klimarelevanten Folgen sind aber manchmal komplex und werden nicht eigens adressiert.



    Militär im Einsatz und Klimaveränderung ist ein eigener Punkt der Betrachtung.



    Die taz bleibt dran.



    taz.de/Panzer-und-...hausgase/!6019354/



    Angela Merkel hatte zumindest zeitweilig in den Medien den Beinamen Klimakanzlerin.



    Bei Merz und Reiche sehe ich hier keine Ambitionen zur positiven Themensetzung oder zum klimaschützenden Trendsetting, im Gegenteil: zuviel fossil; nicht vom Ende her gedacht, noch immer im Sinne der Wirtschaftsmacht.

    • Mondschaf26

      @Martin Rees:

      „Angela Merkel hatte zumindest zeitweilig in den Medien den Beinamen Klimakanzlerin."



      --



      Jetzt haben die Medien Trump und Infantino.



      Immer wieder „großes Kino".



      Jaja, die Medien. Die vierte Macht, die zu viel macht.

  • Der Alleswisser

    Danke für diesen Artikel.

    In anderem Zusammenhang bin ich darauf gestoßen, dass der britische Spielfim "The March" von 1990 als Auslöser der dargestellten Fluchtbewegung aus Afrika nach Europa eine große Klimakrise auf dem Afrikanischen Kontinent zu Grunde legt.

    • anarchos

      @Der Alleswisser:

      "The March" ist, so beeindruckend er auch ist; doch mehr Hollywood-mäßig.



      Aber er nimmt das vorweg, was jetzt in Ceuta passiert. Und das ist erst der Anfang - dank irrer Überbevölkerung, Umweltzerstörung, Landgrabbing, einhergehend mit der Vertreibung der (meistens) Kleinbauern, eine Wahnsinns-Aufrüstung und jetzt noch die spürbare Klima-Katastrophe.



      Wer jetzt noch bewußt Kinder in diese Welt setzt, handelt gegenüber der neuen Generation unverantwortlich und eigensüchtig. Die Zukunft dieser Kinder wird erbärmlich, auch bei uns.



      Noch ein kleiner, einfacher Indepedent-Film aus der südlichen Sahelzone: "Als der Wind den Sand berührte" . schauspielerisch: na ja; aber er geht einem nicht mehr aus dem Kopf!

  • Philippo1000

    Richtig! Wichtig!



    Ich erinnere mich an einen Bericht in der taz über die Entstehung so eines Mikrowalds in der Stadt.



    Da ja gerade Saure Gurken Zeit ist und die taz etwas mehr als Wahlzeitung sein sollte, fände ich Berichte über Einzelne, die es Richtig machen, ermutigend.



    Wo ist Peter Lustig?



    Es gibt so Vieles was man*frau machen kann.



    Ich fang so an: Fliegen? Nein Danke!Das ist sehr Ressourcen schonend und auch für Jedermann erschwinglich...

    _Das ist ja einfach - das kann ich auch!" ist ein Ansatz, der uns nach vorn bringt.



    Der macht dies falsch und die macht das falsch ist hingegen ziemlich kontraproduktiv.

  • Griffendorff

    Die wirkliche Tragweite des Klimawandels wird ohnehin fast nirgends veröffentlicht.



    Die Klimawissenschaftler kennen die Wirkungsweise des atmosphärischen Systems, aber sie kennen nicht die technischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Realitäten, und wundern sich deswegen, dass viel weniger Klimaschutz betrieben wird, als sie für möglich halten.



    Ausserdem kommunizieren sie ihre Erkenntnisse aufgrund der wissenschaftlichen Disziplin extrem nüchtern und zurückhaltend, und glauben, die Tragweite der von Ihnen kommunizierten Sachverhalte müsste Jedem ins Auge springen - was sie aber natürlich nicht tut. Kommunizieren sie deutlicher, werden sie als "unwissenschaftlich" angegriffen.



    Das europäische Binnenland erwärmt sich seit 30 Jahren um 0,5 Grad pro Jahrzehnt, die globalen Treibhausgasemissionen steigen immer noch weiter an, der arktische Permafrost taut jetzt schon grossflächig (und in dem ist dreimal so viel CO2 gebunden, wie die Menschheit bisher insgesamt freigesetzt hat. Deutschland wird also in 100 Jahren die Temperaturen haben, die Spanien am Ende des letzten Jahrtausends hatte. Mindestens WEITERE(!) 4 bis 7 Grad wärmer als heute.

    • Benzo

      @Griffendorff:

      In der Klimakommunikation stehen auf der einen Seite nüchtern argumentierende Wissenschaftler, auf der anderen Seite alarmistische Untergangspropheten.

      Ihre Aussagen wäre korrekt:

      Europa erwärmt sich derzeit mit ungefähr 0,5 °C pro Jahrzehnt, die globalen Emissionen sind weiterhin auf Rekordniveau und der arktische Permafrost taut bereits. Er enthält ungefähr doppelt so viel Kohlenstoff, wie die Menschheit seit 1850 freigesetzt hat, wobei nur ein Teil davon in diesem Jahrhundert in die Atmosphäre gelangen dürfte. Ohne starken Klimaschutz könnte Deutschland bis 2100 gegenüber heute noch um grob 1,5 bis 4,5 °C wärmer werden.







      nicht: Mindestens WEITERE(!) 4 bis 7 Grad wärmer als heute.

      • Griffendorff

        @Benzo:

        Bis 2100 sind über 70 Jahrzehnte. Und es ist unwahrscheinlich, dass die Erwärmung signifikant verlangsamt wird. Wegen des Permafrost eher beschleunigt

        7 x 0,5 = 3,5

        • Benzo

          @Griffendorff:

          Verstehen Sie meinen Punkt?

          Falsche Untergangsszenarien helfen dem Klima genauso wenig wie eine Wirtschaftsministerin, die der Gaslobby dient.

    • Griffendorff

      @Griffendorff:

      Diese WEITEREN(!) 4 bis 7 Grad Erwärmung bekommen wir WIRKLICH(!) in den nächsten 100 Jahren. Das ist vielen Menschen nicht klar - die sind inzwischen unvermeidbar. Das wird WIRKLICH(!) passieren. Man kann die Weltwirtschaft nicht innerhalb weniger Jahre signifikant dekarbonisieren, das dauert Jahrzehnte - und im Moment steigen die Emission ja noch. Man kann nicht 100.000 Mrd Dollar in die Gegend werfen, und über Nacht fallen hunderte Millionen ausgebildete Fachkräfte vom Himmel, Fabriken und Maschinen, Geschäftsbeziehungen und die Organisation all der Aktivitäten.



      Aber wenn wir die Bemühungen zum Klimaschutz nicht schnellstmöglich wenigstens verfünffachen, dann können es auch 10 oder 20 Grad mehr werden.



      Wie jetzt - es soll doch bis 2050 dekarbonisiert werden!? Und niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen. Die Ampel war auf Kurs zu 80% Dekarbonisierung bis 2100, und die jetzige Regierung bis 2200.



      Wie jetzt - in Paris wurde doch das 2-Grad-Ziel beschlossen!? Dann fragen Sie bitte den Klimaforscher Ihres Vertrauens: Die menschlichen Emissionen zielen zur Zeit auf 3 Grad Erwärmung, und da kommen die Emissionen des tauenden Permafrost noch drauf; die sind gut für weitere 5 Grad.

      • skye

        @Griffendorff:

        Provokative Frage: Wer von den hier Schreibenden wird im Jahr 2100, oder gar 2200 noch leben?! - Das genau ist das Problem. Wer heute über 40 ist, und das ist der größte Teil der deutschen Gesellschaft, der wird das Schlimmste wohl nicht mehr mitbekommen. Die Sommer bleiben zu heiß und zu trocken, in Südeuropa wüten Feuer, aber viel mehr wird während der Lebenszeit der oben Genannten wohl nicht zu erwarten sein. Vielleicht noch mehr Klimaflüchtlinge, ja. Aber das dicke Ende kommt später, wenn die heutigen Säuglinge im Altenheim sind, und noch später. Deshalb interessiert es heute nur wenige, und die meisten Kinderlosen ohnehin nicht.

        • Griffendorff

          @skye:

          Es interessiert die Meisten. Aber viele sind sich des Ausmasses des Problems nicht bewusst - und auch nicht dessen, wie "einfach" es gelöst werden könnte.

      • Zippism

        @Griffendorff:

        Sie vermischen wissenschaftliche Erkenntnisse mit eigenen Hochrechnungen und verkaufen das anschließend als gesicherte Klimaforschung. Genau das ist Desinformation – auch wenn sie in die "richtige" Richtung geht.

        Die Behauptung, Deutschland werde zwangsläufig in den nächsten 100 Jahren weitere 4 bis 7 °C wärmer, ist schlicht nicht Stand der Wissenschaft. Ebenso wenig gibt es irgendeine seriöse Quelle, die den tauenden Permafrost pauschal mit zusätzlichen 5 Grad Erwärmung gleichsetzt. Der Permafrost ist ein relevanter Rückkopplungseffekt, aber kein Schalter, der der Erde automatisch fünf weitere Grad auflädt.

        Noch absurder wird es mit der Behauptung von 10 oder gar 20 Grad Erwärmung. Dafür existiert weder im IPCC noch in anerkannten Klimamodellen eine belastbare Grundlage. Das ist keine Wissenschaft mehr, sondern apokalyptische Spekulation.

        Auch Ihre Aussage, die heutige Bundesregierung steuere auf eine Dekarbonisierung "bis 2200" zu, ist reine Polemik ohne belastbaren Nachweis. Deutschland hat gesetzliche Klimaziele – ob sie erreicht werden, ist eine politische Frage. Daraus ein Datum "2200" zu erfinden, macht die Aussage nicht seriöser.

        • Donni

          @Zippism:

          2200 das wird viel schneller gehen, zumindest was die Dekarbonisierung auf deutschen Boden angeht. Die Firmen, die hier produzieren wandern ab oder gehen Pleite, auch so kann man Klimaziele erreichen. Wenn dann noch die Bevölkerung abwandert, dann wird alles gut.

          Zynismus Ende

          • Griffendorff

            @Donni:

            Das ist nicht der Punkt. Bis 2200 wird es so viele Disruptionen geben, dass die Zahl äusserst ungenau sein muss. Der Kurs der derzeitigen Regierung WÜRDE(!) uns aber da hin führen.



            In den Sparten, die zu EE und Nachhaltigkeit gehören, sind übrigens zur Zeit etwa 400.000 Deutsche beschäftigt, und diese Zahl müsste mindestens verfünffacht werden, um in vernünftiger Zeit zu Dekarbonisieren. Das sind Arbeitsplätze, die Wertschöpfung erzeugen. Ein immenses Konjunkturprogramm für mindestens 50 Jahre. Deutschland zahlt jedes Jahr 80 Mrd Euro ans Ausland, um Erdgas, Erdöl und Kohle zu kaufen.

        • Griffendorff

          @Zippism:

          Für die komplette Dekarbonisierung wird ein Strombedarf von 1500 bis 2000 Mrd kWh im Jahr benötigt. Weil die Peaks von Solarstrom- und Windkrafterzeugung aber sehr schmal sind, wäre es viel zu aufwändig, den Jahresertrag vollständig nutzbar zu machen - also müssen etwa 20% mehr erzeugt werden, als verbraucht wird. Und weil es Jahre mit besonders wenig Wind und Sonne gibt, in denen der Energiebedarf aber trotzdem gedeckt werden muss, werden wir EE-Anlagen brauchen, die im Mittel 50% mehr Strom erzeugen als der Jahresbedarf ist - also 2250 bis 3000 Mrd kWh.

          Zur Zeit erzeugen EE etwa 300 Mrd kWh im Jahr, und der Zubau liegt bei etwa 30 Mrd kWh pro Jahr - schon damit würde es mindestens 50 bis 70 Jahre dauern, auch nur 80% der Erzeugung aufzubauen. Und da haben wir dann noch nicht die benötigten Akkumulatoren, Elektrolyseure, Elektrofahrzeuge und Heizungen betrachtet.

        • Griffendorff

          @Zippism:

          Es gibt eine Veröffentlichung, dass bei 3 Grad Erwärmung der Permafrost noch einmal so viel CO2 freisetzt, wie die Menschheit bisher insgesamt freigesetzt hat - was zu weiteren 1,5 Grad Erwärmung führen würde.



          Wir können also schon einmal davon ausgehen, dass der Permafrost komplett auftaut. Wir können nur noch hoffen, dass das sehr lange dauert und nicht das gesamte CO2 freigesetzt wird.

        • Griffendorff

          @Zippism:

          Desinformation ist der absichtliche Versuch, mit Nennung richtiger, aber irreführender Fakten einen falschen Eindruck hervorzurufen.

          • Zippism

            @Griffendorff:

            Genau deshalb habe ich den Begriff verwendet. Sie nennen überwiegend richtige Einzelfakten – steigende Emissionen, tauenden Permafrost, regionale Erwärmung –, verbinden diese aber mit eigenen Annahmen und präsentieren daraus konkrete Temperaturzahlen von 9, 14 oder sogar 20 Grad. Für diese Schlussfolgerungen gibt es keinen wissenschaftlichen Konsens.

            Das Problem sind also nicht die Fakten, sondern die Gewissheit, mit der Sie Ihre persönliche Hochrechnung als wahrscheinliche Entwicklung darstellen. Genau dadurch entsteht beim Leser ein Eindruck, den die zugrunde liegende Wissenschaft so nicht hergibt.

            • Griffendorff

              @Zippism:

              Der wissenschaftliche Konsens ist den massgeblichen Playern ohnehin schnuppe. Was die Wissenschaftler wirklich wissen steht in Journalen, von denen 99% der Menschen inklusive der politischen und wirtschaftlichen Player keine Vorstellung haben, und die sie niemals verstehen würden.



              Ich liefere nicht eine Annahme, sondern eine fundierte Abschätzung. Auf Basis äusserst verlässlicher Messdaten.



              Und ja, ich bin mir dessen absolut gewiss. Ich beschäftige mich seit Jahrzehnten mit Physik, Chemie, Biologie, Mathematik, Energiewirtschaft, Landwirtschaft, Windkraft und Solarstrom, Nachhaltigkeit und "Umwelt" - seit 17 Jahren sogar in grösserem zeitlichen Umfang als eines Vollzeitjobs. Und genau weil ich mir selber absolut sicher bin, ist es keine Desinformation. Ich versuche nicht, absichtlich einen Eindruck hervorzurufen, von dem ich weiss, dass er falsch wäre.



              Und ich traue dem Leser offensichtlich wesentlich mehr zu als Sie.

              • Zippism

                @Griffendorff:

                Sie bestätigen damit im Grunde meinen Punkt.

                Dass Sie sich seit Jahren mit dem Thema beschäftigen, kann ich weder überprüfen noch bestreiten. Entscheidend ist aber nicht, wie überzeugt Sie persönlich sind, sondern ob sich Ihre konkreten Aussagen durch den wissenschaftlichen Konsens decken.

                Sie präsentieren sehr konkrete Temperaturprognosen von 9, 14 oder 20 Grad als wahrscheinliche Entwicklung. Dafür reichen weder "ich habe viel gelesen" noch "ich bin mir absolut sicher". Solche Aussagen müssten sich in der einschlägigen Fachliteratur und den Bewertungen der relevanten Fachgremien wiederfinden. Genau das ist meines Wissens nicht der Fall.

                Und zur Desinformation: Dafür ist nicht erforderlich, dass jemand innerlich weiß, dass seine Aussage falsch ist. Wer aus zutreffenden Einzelbefunden Schlussfolgerungen zieht, die der wissenschaftliche Kenntnisstand nicht trägt, und diese mit großer Gewissheit verbreitet, kann dennoch einen irreführenden Eindruck erzeugen. Genau das habe ich kritisiert – nicht Ihre Motivation, sondern die Diskrepanz zwischen Ihrer Gewissheit und der Evidenz.

        • Griffendorff

          @Zippism:

          Ich habe das nicht als gesicherte Klimaforschung bezeichnet. Die gesicherte Klimaforschung misst seit 30 Jahren im europäischen Binnenland eine Erwärmung von 0,5 Grad pro Jahrzehnt, dass die menschengemachten THG-Emissionen jedes Jahr immer noch weiter ansteigen, und dass der arktische Permafrost taut grossflächig, und in ihm dreimal so viel CO2 gebunden ist, wie die Menschheit bisher insgesamt freigesetzt hat (doppelt so viel, wie die Atmosphäre jetzt insgesamt enthält).



          Und es ist technisch nicht möglich, die globalen THG-Emissionen innerhalb weniger Jahrzehnte signifikant zu verringern - was viele wichtige Player auch gar nicht wollen.



          Meine Schlussfolgerung ist: Wenn wir also jetzt die Emissionen so schnell wie möglich verringern (also die Investitionen mindestens verfünffachen), dann wird es in den nächsten 100 Jahren im Binnenland ungefähr 10 x 0,5 Grad wärmer, je nachdem wie schnell der Permafrost reagiert.



          Verringern wir die Emissionen nicht, dann wird es allein durch die menschengemachten Emissionen 5 Grad wärmer, und der Permafrost kann global ungefähr bis zu 4,5 Grad dazufügen - im Binnenland also 9 Grad. Macht zusammen 14 Grad.

          • Zippism

            @Griffendorff:

            Genau hier liegt der methodische Fehler: Aus einzelnen gesicherten Beobachtungen werden weitreichende Schlussfolgerungen gezogen, die so nicht von der Klimaforschung vertreten werden.

            Ja, die Erderwärmung ist menschengemacht, die Emissionen sind weiterhin zu hoch und der tauende Permafrost ist ein relevanter Rückkopplungseffekt. Das bestreitet niemand. Aber daraus folgt nicht automatisch eine lineare Rechnung nach dem Muster „0,5 Grad pro Jahrzehnt mal 100 Jahre = 5 Grad“ oder eine Addition von Extremwerten verschiedener Effekte.

            Das Klimasystem funktioniert nicht wie ein Taschenrechner. Deshalb arbeitet die Wissenschaft mit Szenarien, die von zukünftigen Emissionen, politischen Entscheidungen, technischen Entwicklungen und Rückkopplungen abhängen – nicht mit zwangsläufigen Vorhersagen.

            Auch der Permafrost ist kein zusätzlicher Temperaturaufschlag, der einfach mit mehreren Grad aufaddiert werden kann. Er verstärkt die Erwärmung, aber die tatsächliche Wirkung hängt von komplexen Prozessen ab und ist Gegenstand wissenschaftlicher Modellierung.

            Der Klimawandel ist ernst genug, man muss ihn nicht mit spekulativen Extremrechnungen dramatisieren.

            • Griffendorff

              @Zippism:

              Dass das wahrscheinlich nicht genau 5 Grad werden, sollte Jedem klar sein. Es ist eine ungefähre Abschätzung. Sollte aber recht genau hinkommen. 4 bis 7 halt. Deutschland so warm wie Spanien am Ende des letzten Jahrtausends.



              Der Knackpunkt ist aber: Das wird WIRKLICH(!) geschehen. Wie ich schon schrieb: Viele Leute denken, das KÖNNTE(!) vielleicht passieren - aber nein: Das WIRD(!) passieren. Es ist nicht mehr vermeidbar. Wir können wahrscheinlich noch verhindern, dass es noch viel schlimmer kommt, indem wir die Investitionen (Investitionen erwirtschaften Erträge!) möglichst schnell sinnvoll mindestens verfünffachen. Fossile Energieversorgung ist sogar teurer als eine auf Solarstrom und Windkraft Basierende.

              In den ozeanischen Methanhydratlagerstätten befindet sich übrigens Methan mit dem 6- bis 100-fachen CO2-Äquivalent der gesamten menschengemachten Emissionen.

              • Zippism

                @Griffendorff:

                Sie formulieren erneut genau den Punkt, den ich kritisiere: Aus einer persönlichen Abschätzung wird eine Gewissheit.

                Dass Deutschland sich weiter erwärmen wird, ist Stand der Forschung. Ob es am Ende 4, 5 oder 7 Grad werden, ist dagegen keine feststehende Tatsache, sondern hängt maßgeblich vom künftigen Emissionspfad ab. Deshalb veröffentlicht der IPCC keine einzige zwangsläufige Zahl, sondern verschiedene Szenarien mit unterschiedlichen Ergebnissen.

                Auch der Verweis auf Methanhydrate ändert daran nichts. Dass dort große Kohlenstoffvorräte lagern, ist bekannt. Daraus folgt aber nicht, dass sie zwangsläufig in großem Umfang freigesetzt werden oder dass sich ihr gesamtes Erwärmungspotenzial realisiert. Genau diese Unsicherheiten sind Gegenstand aktueller Forschung.

                Der Unterschied ist simpel: Ich bestreite weder den Klimawandel noch gefährliche Rückkopplungen. Ich bestreite lediglich die Behauptung, Ihre konkreten Temperaturprognosen seien unausweichliche Tatsachen. Dafür gibt es keinen wissenschaftlichen Konsens.

      • Sisone

        @Griffendorff:

        Die Klimaforscher haben gerade das wort-case-Szenario von rund 5° bis 2100 als inzwischen unwahrscheinlich zurückgenommen, deswegen ist schwer nachvollziehbar, wie Sie auf die 10-20° kommen. 20° würde den kompletten Kollaps und das Aussterben aller höher entwickelten Lebensformen bedeuten.

        Ich bin zwar absolut bei Ihnen, was die Fatalität des Ignorierens der Wissenschaft angeht, aber wenn die Wissenschaft schon herhalten muss für Ihre Argumentation, sollten Sie deren Ergebnisse nicht maßlos übertreiben.

        Das tatsächlich befürchtete Szenario (worst-case) von 3,5° bis 2100 mit den sehr wahrscheinlichen Folgen reicht als Grund zur Panik schon aus.

        • Griffendorff

          @Sisone:

          Das Binnenland erwärmt sich doppelt so schnell wie der Durchschnitt des Planeten. Und die Klimaforscher rechnen nur mit den menschengemachten Emissionen und bis 2100.



          Deswegen bedeuten 3,5 Grad im globalen Durchschnitt, von denen wir jetzt schon 1,5 Grad haben, bis 2100 4 WEITERE(!) Grad im Binnenland. Also in Deutschland so wie in Spanien am Ende des letzten Jahrtausends.

    • sociajizzm

      @Griffendorff:

      Wenn wir es schaffen die direkten Emissionen massiv zu reduzieren, oder gar mit Maßnahmen zum Ausgleich auf +- 0 bringen, hört der Permafrost auf weiter zu tauen.



      .



      Es gibt laut derzeitigem wissenschaftlichem Stand keinen Schwellenwert, bei der globalen Erwärmung der Erde, ab dem sich der Prozess verselbständigt.



      .



      Ja es wird ohne jeden Zweifel übel. ABER es gibt noch verdammt vieles was aktiv verhindert werden kann. UND es gibt sogar schon einiges was bereit verhindert wurde. Den Worst Case haben wir nach aktuellem Stand verhindern können. Weil Solar, Wind und Speicher so billig geworden sind.



      .



      Es gibt absolut keinen Grund zur Entwarnung, es wird immer noch apokalyptisch, aber eben auch keinen Grund in Apathie zu verfallen.



      .



      Das gehört zu den aktuellen Propagandasäulen der fossilen Lobby.



      .



      "Klimawandel gibt es nicht", "Wenn doch sind wir nicht schuld", "Erstmal die anderen" und "Es bringt eh alles nichts mehr".

      • Tom Tailor

        @sociajizzm:

        "Wenn wir es schaffen die direkten Emissionen massiv zu reduzieren, oder gar mit Maßnahmen zum Ausgleich auf +- 0 bringen, hört der Permafrost auf weiter zu tauen."

        Nope. Die Klimaveränderungen sind nachgelagert. Selbst wenn wir von heute auf morgen alles runter fahren würden wird es die nächsten 10-20 Jahre erstmal schlimmer. Hinzu kommen zwei weitere Faktoren: die Permafrostzone ist riesig, die auf ihr wirkende Klimaveränderung ist von uns nicht durch einzelne Maßnahmen oder national eingrenzbar. Darüber hinaus hat z.B. die russische Führung gar kein Interesse diesen Tauprozess aufzuhalten, man bringt sich sogar schon in Stellung die dort lagernden Bodenschätze auszubeuten, sobald die Fundstätten leichter zugänglich sind.

        • sociajizzm

          @Tom Tailor:

          Natürlich gibt es da eine zeitliche Verzögerung, das System ist träge. Das ist kein ein/aus Schalter. Es dauert sogar rund 100 Jahre plus.



          .



          Auch die Meeresspiegel steigen zum Beispiel über Jahrzehnte weiter.



          .



          Aber der Feedback Loop des Permafrostbodens reicht eben nicht nicht um den Prozess komplett dauerhaft zu verselbständigen.



          .



          Der gesamte Permafrostboden taut nur bei verdammt extremer Erwärmung.



          .



          Die gute Nachricht ist dass China mittlerweile so krasse Skaleneffekte erreicht hat bei Solar+Speicher dass diese nun sogar billiger sind als vollständig abgeschriebene AKWs. Jetzt wird die viele billige EE zunehmend in E ⛽ investiert. Das dürfte Russland einen Strich du die Rechnung machen.

      • Griffendorff

        @sociajizzm:

        Es wäre technisch gar nicht möglich, die THG-Emissionen innerhalb weniger Jahrzehnte signifikant zu verringern - selbst wenn man denn wollte - was aber viele wichtige Player offensichtlich NICHT wollen.

        • sociajizzm

          @Griffendorff:

          Es ist technisch möglich und wurde auch schon gemacht.



          Deutschland hat die eigenen Emissionen um 48% verringert in 35 Jahren. Das mag noch nicht ausreichend sein, aber fast 50% in rund 3 Jahrzehnten IST signifikant.



          .



          EE sind mittlerweile billiger als neue konventionelle Kraftwerke, sogar unter Berücksichtigung der Kosten für Speicher. Nur 30 Jahre oder ältere AKWs haben normalerweise niedrigere Kosten pro kWh. Aber selbst diese werden in China und Indien nun von Solar + Speicher unterboten.

  • lord lord

    "Waldbrände in Spanien, Frankreich und Portugal, Überschwemmungen in Japan, 10.000 Hitzetote in Deutschland meldet das RKI. Über all diese Ereignisse wird berichtet – zumindest solange sie aktuell sind. Doch ausgerechnet die Berichterstattung über ihre gemeinsame Ursache, die Klimakrise, nimmt ab."

    Ja, weil die Klimakrise nicht weggeht. Es ist ja nicht so das wir in 1-2 Jahrzehnten eine kühlere Welt haben. Die Ereignisse die wir jetzt haben, werden kaum besser werden. Und das Argument: "ja, aber es wird schlimmer" kann man ja der Welt kaum verkaufen. Europa ist der Kontinent den es neben den Polen besonders trifft. Wir haben das extremere Wetter und keine Kimaanlagen. Und ohne "die Welt" können wir schlecht das Klima retten. Das geht weder wirtschaftlich, gesellschaftlich noch stoppt es die Klimakrise.

  • Ingo Bernable

    Man hat bereits rund 30 Jahre darauf verwendet "Ursachen, Folgen und Lösungswege öffentlich zu diskutieren" danach immer noch zu glauben, dass die Ursache dafür, dass immer noch viel zu wenig gegen die Klimakatastrophe unternommen wird darin bestünde, dass die Gesellschaft "kaum informiert" wäre ist schon ein ziemliches Kunststück. Das Problem wurde diskutiert und verstanden. Jeder willkürlich ausgewählte Passant kann im Schlaf herunterbeten was eigentlich zu tun wäre, aber wir haben eben entschieden, dass uns das zu unbequem ist auch wenn wir wissen, dass das realistisch betrachtet für unsere Kinder und Enkel wohl ein Szenario mit mindestens +3,5° bedeuten wird das damit weit jenseits der Grenze einer noch möglichen Anpassung liegt. Wir haben die wohlinformierte Entscheidung getroffen das globale Klima, das Ökosystem, die Artenvielfalt und die Lebensgrundlage künftiger Generationen zu zerstören, weil der Verzicht auf regelmäßige Fernreisen, das eigene Auto, eine doppelt so große Wohnfläche wie noch vor 50 Jahren oder die tägliche Wurst eben doch zu viel verlangt wäre.

    • Griffendorff

      @Ingo Bernable:

      Diesen ganzen Verzicht braucht es gar nicht, um den Klimawandel vernünftig zu begrenzen. Es reicht, die fossilen Investitionen hin zu umweltschonenden Verfahren umzudirigieren.



      Noch. In einigen Jahren werden umfangreiche einschneidende Notstandsmassnahmen unausweichlich.

      • Mustardmaster

        @Griffendorff:

        Angesichts der stetig steigenden Weltbevölkerung, die natürlich ebenfalls unseren "Erste-Welt-Lebensstandard" anstrebt ist Verzicht unabweislich, will man den Klimawandel sowie den Umwelt- und Ressourcenverbrauch "vernünftig begrenzen".



        Grob gesagt gibt es zwei Möglichkeiten: 1. Wir (Die Gesamtmenschheit) verzichten auf den Hyperkonsumlebensstil, wie er vor allem in den westlichen Ländern etabliert ist und schnallen den Gürtel bedeutend enger. Bspw. so auf DDR-Niveau.



        2. Wir "verzichten" auf den Großteil der menschlichen Population, die verbleibenden 10% oder weniger, können dann in materieller Hinsicht das Paradies auf Erden verwirklichen.



        Beide Szenarios haben so ihre Tücken und einen ähnlich hohen Grad an Unwahrscheinlichkeit. Wobei Nr. 2 noch etwas realistischer ist.



        Aber es wird auf Alternative Nr.3 rauslaufen:



        "Der Kurs bleibt der alte, und nun mit Volldampf voraus."



        Friedrich Wilhelm Viktor Albert von Preußen aka Kaiser Wilhelm der Zweite.

        • Griffendorff

          @Mustardmaster:

          Es gibt Alternative 0:



          Die Erde bietet ausreichend Ressourcen, dass sogar 1000 Milliarden Menschen umweltschonend und nachhaltig zu den Komfortbedingungen des jetzigen Durchschnittsdeutschen leben könnten - man müsste es halt organisieren.

          • Troll Eulenspiegel

            @Griffendorff:

            Für 1 Billionen (= 1000 Milliarden) Menschen, das entspricht, bei einer Gesamtoberfläche samt Meere von 510 Millionen Quadratkilometer, 1960,7 Einwohnern pro Quadratkilometer, gibt es nicht einmal Platz, um Ressourcen abzubauen geschweige denn umzuverteilen oder zu organisieren.

            Noch beengender wird es, wenn wir nicht auf dem Ozean bauen können oder Berge oder das extreme Klima (Wüste, Arktis) das Wohnen unmöglich machen.

            Desweiteren: Viele Studien sagen eine Maximalpopulation von rund 10 Milliarden, dann gehe die Population wieder zurück. Deswegen ist Mustardsmasters Vorschlag 2 nicht nötig, und lieber sollten wir uns auf einen Verzicht vorbereiten.

        • anarchos

          @Mustardmaster:

          kleine Rand-Bemerkung zur DDR: Das DDR-Niveau war, vor allem bei Energie + Wasser-Verschwendung sehr hoch: Es gab meistens keine Mess-Uhren, Temperaturen in den Plattenbauten wurden geregelt durch Öffnen der Fenster, Wasseruhren : nitschewo; und noch mehr Verschwendung und Umweltzerstörung.

    • skye

      @Ingo Bernable:

      Das. Wobei das mit der größeren Wohnfläche dank der Mietenexplosion für die meisten vorbei sein dürfte. Aber sonst ist es eben genau das von Ihnen Gesagte, und deshalb wird sich auch nichts ändern.

  • Marieberthe Hoffmann-Falk

    Danke für die wertvolle Erinnerung an alle, die es angeht. Ich vermisse in den Öffentlich-Rechtlichen und in der sog. seriösen Presse eine kluge und fortlaufende Darstellung der Klimakrise schon länger. Sie haben recht: Wir waren doch schon weiter!

  • Axel Schäfer

    "... Und eine Gesellschaft kann auf Herausforderungen und Zusammenhänge, über die sie kaum informiert wird, nur schwer angemessen reagieren. ..."



    Der Klimawandel "informiert" doch mittlerweile täglich direkt, wer jetzt noch nichts gemerkt hat, wem will da noch helfen.

    • skye

      @Axel Schäfer:

      Alle ab ca. Grundschulalter sind ausreichend informiert. Daran liegt es nicht. Die meisten Leute haben eben schlicht keine Lust, ihren Lebensstil zu ändern. Wobei man auch sagen muss, dass das meiste CO2 von dem weltweit 1(?) % der Superreichen produziert wird. Wenn wirklich was erreicht hätte werden sollen (ich halte es inzwischen für zu spät) so hätte zunächst dort radikal und global die Axt angesetzt werden müssen, weil das schlicht den größten Unterschied gemacht hätte. Das tägliche Wurstbrot und die jährliche Ibizareise von Max Mustermann sind da unter "ferner liefen". Man hätte beizeiten an die größten Verschmutzer rangehen müssen.

      • Griffendorff

        @skye:

        Der Lebensstil der meisten Leute müsste gar nicht so sehr verändert werden. Man muss halt auf ein wenig Brummen und Stinken verzichten.