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Niedrigwasser in FlüssenKaum noch Schiffe auf dem Rhein unterwegs

Der Wasserstand der Donau ist so niedrig, dass Rumänien sein Atomkraftwerk abschalten muss. Im Rhein fahren kaum Schiffe, aber Lkw sind auch keine Lösung, sagt ein Verband.

afp/dpa | Auf dem Rhein bei Köln waren nach Angaben des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Rhein wegen des historischen Niedrigwassers am Donnerstag kaum noch Schiffe unterwegs. Binnenschiffer fordern deshalb von der Politik Unterstützung. Die Förderung von niedrigwasseroptimierten Schiffen müsse fortgesetzt werden, sagte der Geschäftsführer des Verbandes der Deutschen Binnenschifffahrt, Jens Schwanen. Es gebe derzeit in Deutschland nur zwölf solcher Schiffe. Und: Der Ausbau der Fahrrinnen des Rheins müsse vorangetrieben werden.

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) hatte noch am Mittwoch erklärt, Wasserstraßen ausbauen und die Förderung niedrigwasseroptimierter Schiffe fortsetzen zu wollen.

Um­welt­schüt­ze­r:in­nen hingegen lehnen einen Ausbau ab. Die Flüsse seien „natürlicher Hochwasserschutz und unersetzlicher Lebensraum vieler Arten“, erklärte die Mobilitätsreferentin der Organisation Robin Wood, Annika Fuchs. „Die Schiffe müssen sich dem Fluss anpassen, nicht umgekehrt.“ Auch Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) hatte sich am Mittwoch gegen einen Ausbau gestellt.

Um den Gütertransport auch bei Niedrigwasser zu sichern, könnten Schwergut und Massegüter grundsätzlich auch auf der Schiene transportiert werden, teilte der Verband der Verkehrsunternehmen am Donnerstag mit. Voraussetzung dafür sei jedoch eine stabile Schieneninfrastruktur, die müsse der Bund ausreichend finanzieren. Mehr Lastwagen mit mehr Transportgut hingegen verschärften das Problem sanierungsbedürftiger Brücken und Straßen – und heizen mit fossilem Antrieb den Klimawandel weiter an.

Rumänien schaltet Akw wegen des Donaupegels ab

In Rumänien wurde am Donnerstagmorgen wegen historisch niedriger Pegelstände der Donau derweil das einzige Atomkraftwerk des Landes gänzlich heruntergefahren. Schon Ende Juli war der erste Reaktor abgeschaltet worden. Das Kraftwerk Cernavoda benötigt das Wasser der Donau zum Kühlen.

Es ist das erste Mal seit einer Dürre im Jahr 2003, dass das Akw vollständig heruntergefahren wird. Das Akw steht gewöhnlich für etwa ein Fünftel der rumänischen Stromproduktion. Windkraft und Importe sollen nun den Strombedarf decken.

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