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Bedrohung der liberalen DemokratieMacht es bum in Sachsen-Anhalt?

Nicht nur Ostler wollen, dass es jetzt mal richtig kracht. Das ist eine gefährliche Sehnsucht.

N icht nur Ostler wollen, dass es jetzt mal richtig kracht. Bum, AfD gewinnt die Wahl und womöglich die absolute Mehrheit in Sachsen-Anhalt – und dann passiert endlich was. Egal was. Hauptsache was. Weil sonst, so geht der betreute Gedanke, passiert ja nur was für Wessis und die da oben.

Dieses Grundbedürfnis nach dem Bum haben sie in und um Sachsen-Anhalt nicht exklusiv: Bei der CDU sehnen sich manche danach, dass es kracht und man sich damit aus dem Ist-Zustand und der schwierigen Koalition befreien kann, bei der SPD selbstverständlich auch. Wie wäre es denn, wenn man Merz rauswirft hier und Klingbeil und Bas dort? Bum, bum, bum. Und plötzlich gäbe es Luft zum Atmen und Raum für etwas Neues, Besseres?

Ich gehe davon aus, dass fast alle wissen, dass sich die Rahmenbedingungen einer liberalen Demokratie, besonders die Notwendigkeit zu Kompromissen in einer Regierungskoalition, nicht durch symbolische Personalentscheidungen ändern lassen – aber manchmal sind die Gefühle einfach stärker. Man schindet damit ein paar Wochen Zeit bei den Leuten und den Medien, die auch wissen, dass das nichts bringt, sich aber stets gern ablenken lassen.

Der Außenseiter ist der erfolgreiche Typus der Zeit

So gesehen könnten die Regierungsparteien ihre Top-Führungskräfte am besten schon Mitte August rauskanten, dann könnte die Mediengesellschaft drei Wochen Leitartikel, Reels, Poesiealbumsprüche produzieren. Für die Wahl in Sachsen-Anhalt wird das kaum helfen.

Rückzug aufs Nationale

Neben dem sinnlosen Personal- statt nötigem Politikwechsel gibt es zwei weitere Moves, mit denen gern agiert wird, um Hilflosigkeit zu verschleiern. Der eine ist die Ansage, die Partei müsse zu ihren „Kernthemen“ zurück. Der andere ist der Trick, einen „Außenseiter“ an die Spitze der Partei zu stellen, der sagt, dass es so nicht weiter gehe. Wenn man sich die Lage über Deutschland hinaus anschaut, dann sieht man, dass der „Außenseiter“ der erfolgreiche Typus der Zeit ist: AfD, Le Pen, Meloni, Mélenchon, zeitweise Wagenknecht.

Das Problem ist, dass immer mehr Außenseiter von jenseits der liberalen Demokratie das „Establishment“ angreifen. Dieses Establishment sind im populistischen Denken europäisch und transnational ausgerichtete Mitte-Parteien, die für die liberale Moderne und relativ offene Gesellschaften, Grenzen und Märkte stehen, also Grüne, SPD, die Union im Westen. Dagegen steht ein regressiver, stets antieuropäischer und teilweise völkischer Rückzug auf das Nationale, der offenbar auf Gefühlsebene von hoher Anziehungskraft ist. Macron war der einzige Außenseiter, der mit radikalem Europäertum die Wahl gewann. Die Kollateralschäden sind leider beträchtlich.

wochentaz

Dieser Text erschien zuerst in der wochentaz, unserer Wochenzeitung von links!

In der wochentaz geht es jede Woche um die Welt, wie sie ist – und wie sie sein könnte. Eine linke Wochenzeitung mit Stimme, Haltung und dem besonderen taz-Blick auf die Welt. Jeden Samstag neu am Kiosk und natürlich im Abo.

In ihrer Angst greifen die liberal-demokratischen Parteien mittlerweile auch sich selbst an. Sachsen-Anhalts CDU-Ministerpräsident Schulze teilt in der Hoffnung auf eine Handvoll Wähler gegen Bundesregierung, Bundespartei und die eigenen Werte aus. Der Konservative Boris Johnson war mit Antieuropa zeitweise erfolgreich, und jede neue Labour-Hoffnung, nun auch Burnham, steigt auf mit Kritik an der eigenen Partei. Man habe die „einfachen Leute“ vergessen, heißt es häufig.

Nun ist Selbstkritik dringend nötig und Politik für Globalisierungsverlierer eh, aber es verstärkt auch den von illiberalen Systemsprengern gewollten Eindruck einer negativen Verbindung zwischen Globalisierungsgewinnern („Establishment“) und Europa gegen – je nachdem – die armen Arbeiter oder das aufrechte Volk. Wer dann auch noch Klimapolitik zur Bewahrung der gemeinsamen Lebensgrundlagen thematisiert, wird vollends als asoziale Elite eingestuft.

Was heißt das jetzt alles für Sachsen-Anhalt? Ich fürchte, es heißt: Bum.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Peter Unfried

Peter Unfried Chefreporter der taz

Chefreporter der taz, Chefredakteur taz FUTURZWEI, Kolumnist und Autor des Neo-Öko-Klassikers „Öko. Al Gore, der neue Kühlschrank und ich“ (Dumont). Bruder von Politologe und „Ökosex“-Kolumnist Martin Unfried
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54 Kommentare

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  • Josef 123

    Vielleicht ist es an der Zeit, daß die demokratischen Kräfte in Deutschland radikaler werden, und zwar dort, wo es der AFD wehtut.

    Der Gesamthaushalt in S.-A. beträgt rund 15 Milliarden, bei den großkotzigen Ankündigungen entsteht jetzt schon eine Finanzierungslücke von mindestens 2,2 Milliarden pro Jahr (IWH).

    Es ist überdies nicht einzusehen, daß wir als Demokraten (und da schließe ich ausdrücklich alle ein, von der CDU bis zur Linken) eine Partei/Regierung mit "gesichert rechtsextremistischen Bestrebungen" (Verfassungsschutz) via Länderfinanzausgleich noch finanziell unterstützen. Die Zahlungen sollten zumindest eingefroren werden, das ist dann nochmal ein Fehlbetrag von rund 2 Milliarden. Sie können ja klagen, vor einer Justiz, die sie ohnehin nicht anerkennen wollen. Dauert Jahre, mindestens.

    Bis dahin muss dann halt die Mutti dem Papi die Suppe von daheim ins Krankenhaus bringen. Und wenn, wie angekündigt, auch noch die ausländischen Arbeitskräfte zum Teufel gejagt werden, kann sie ihn auch gleich noch waschen und frisch verbinden. Spätestens dann müsste auch dem strammsten AFD-Wähler klar werden, was die Stunde geschlagen hat.

  • Andreas_2020

    Die Sehnsucht nach der großen Veränderung ist dem Irrglauben geschuldet, dass sich massive Verbesserungen erreichen lassen. Tatsächlich ist seit dem Krieg Russlands gegen die Ukraine, dem Machtantritt Donald Trumps, dem Angriff auf den Iran Deutschland in einer schwierigen Situation. Mit Bums und Wums wird sich nicht viel verändern lassen. Ein Sieg der AfD würde ausländische Investoren massiv abschrecken und ein Gespenst der Instabilität erzeugen. Das dürfte die Wirtschaft stark drücken.



    Und sowieso wächst das BIP kaum, inzwischen wächst es wahrscheinlich, weil es so lange im Minus war. Langfristig braucht Deutschland echte Strategien für Wachstum und Stabilität. Die generiert niemand durch Wums und Bums, dazu müssen Prozesse in der Gesellschaft koordiniert, friedlich und demokratisch ablaufen. Es muss dazu einen Konsens geben, dass dies gewünscht ist. Wenn ein Haufen Idioten auf Kernenergie und Gas/Öl setzen will, gelingt es nicht.

  • Black & White

    Würde in Sachsen-Anhalt die CDU an der Regierung bleiben, dann könnte es die CDU zerlegen wegen der Quasi-Zusammenarbeit mit den Linken. Der Einfluss der Linken könnte durch ihren rel. hohen Stimmenanteil deutlich höher sein als in Thüringen oder in Sachsen. Konservative Politik würde sich wahrscheinlich nicht gut durchsetzen lassen. Dieses würde die AfD zukünftig (nicht nur in Sachsen-Anhalt, sondern bundesweit) noch stärker machen. Dieses Szenario halte ich für realistisch.

    Wenn nun die AfD die Mehrheit (auch ggf. mit der BSW) erhalten würde und regieren könnte, dann muss sich die AfD das erste Mal beweisen. Wenn sie erfolgreich wäre (wovon ich nicht ausgehe), würde die AfD-Zustimmung explodieren, wenn nicht, würde das AfD-Kartenhaus in sich zusamenfallen. Nachhaltig für die Politik in Deutschland wäre diese Variante. Die Bürger wüssten klar, wie die AfD regieren würde. Aus meiner Sicht könnte das die AfD stoppen. Das "Bum" im rel. kleinen Sachsen-Anhalt würde ich für die Trend-Umkehr in Kauf nehmen.

    • Encantado

      @Black & White:

      "dann muss sich die AfD das erste Mal beweisen. Wenn sie erfolgreich wäre (wovon ich nicht ausgehe), würde die AfD-Zustimmung explodieren, wenn nicht, würde das AfD-Kartenhaus in sich zusamenfallen."



      Letzteres ist eine Annahme, die durch nichts gestützt ist. Es gibt genug Sündenböcke, die eine AfD-Landesregierung für ihr Versagen verantwortlich machen kann, nicht zuletzt die Bundesregierung.



      Wie schnell ein solches Kartenhaus zerfällt, sehen wir in den USA, wo der Donald trotz eklatantem Versagen und schreiender Korruption immer noch eine hohe Fangemeinde hat.



      Dieses Risiko wollen Sie eingehen? Ich nehme nicht an, dass Sie in dem betroffenen Bundesland leben...

  • Alex_der_Wunderer

    ⛔️ Eine Partei die, wie die AfD unser Grundgesetz nicht achtet, die in Verdacht steht in Teilen rechtsextremistische Idologien zu vertreten, die unmenschliche und unhumanistische Ziele, wie die Einführung einer Bildungspflicht statt unserer bewährten Schulpflicht einführen will, hat auf dem Wahlzettel doch nix, aber auch gar nix verloren ❗️

    • Nachtsonne

      @Alex_der_Wunderer:

      Das können Sie noch 100 Mal schreiben. Das ändert nichts daran, dass die AFD auf dem Wahlzettel steht und gewählt wird. Machen Sie sich lieber Gedanken darüber warum viele Wähler sich für die AFD entscheiden und mit welcher Polotik man der AFD moderat entgegen kommen kann, um ihr die Grundlage zu entziehen.

      • Alex_der_Wunderer

        @Nachtsonne:

        @ Nachtsonne



        Ganz einfach, indem der Sandmann aus der DDR mit einem Laster Sand bei den AfD Sympathisanten vorfährt und ihnen etwas vom Pferd erzählt - am besten etwas von einer ganzen Herde...🐴🐴🐴

    • Lowandorder

      @Alex_der_Wunderer:

      Shure. But - ohne Netz 🥅 und doppelten Boden - Gell!

      Bum - oder Bum Bum Peter 🎾 ?

      kurz —— 🐸🐸🐸 —-

      • Alex_der_Wunderer

        @Lowandorder:

        @ Lowandorder



        Fein an einer Demokratie ist doch, die Leutz / Wähler dürfen ihre Henker selber wählen...



        Für mich als humanistischer Humanist 😉 gilt immer noch, ich gebe nur Henkern eine Stimme, die zumindest annähernd unserer Grundgesetz, die Basis dieser Demokratie achten und wo ich mit meinem demokratischen Gewissen noch so einigermaßen entspannt dieser " Dekadenz " der Herrscher dieser Welt bei einem schönem Glas Wein fröhnen kann. Ein 🍷 oder auch🍷🍷 machen es gerade noch so für mich erträglich ...

  • Kohlrabi

    Sachsen-Anhalt ist wohl doch nicht groß genug, als dass es dort "bum" machen könnte. Vielleicht macht es "puff".

  • Thomas Zwarkat

    Vielleicht liegt es auch daran, dass viele Menschen "konservativ" wählen und dennoch Parteien mit wenig Wählern wie SPD Ihre Politik in der Koalition durchsetzen können. Ich bin der felsenfeste Meinung hätte man die AFD vor Jahren mal mit der CDU/CSU in eine Koalition gelassen hätten wir heute das Problem nicht mehr die Partei gäbe es nicht mehr ! seht Euch doch nur mal die BSW an, kurz Regierungsbeteiligung auf Landesebene und schon Geschichte, die von SPD Und Grüne hochgelobte Brandmauer hat erst die AFD so gross gemacht

    • Abdurchdiemitte

      @Thomas Zwarkat:

      Das BSW ist aber nicht die AfD - genau genommen ist es Fleisch vom Fleische der Linkspartei - und das Wählerklientel ist bei beiden Parteien auch ein anderes. Auch wenn es inhaltliche Überschneidungen gibt.



      Aus meiner Sicht können (auf Landesebene) immer schwierige politische Situationen entstehen, in denen eine Zusammenarbeit mit dem BSW nicht ausgeschlossen werden kann. Im Falle der AfD sollte die Kooperation für alle demokratischen Parteien aber grundsätzlich ausgeschlossen werden.

    • Encantado

      @Thomas Zwarkat:

      "Ich bin der felsenfeste Meinung hätte man die AFD vor Jahren mal mit der CDU/CSU in eine Koalition gelassen hätten wir heute das Problem nicht mehr die Partei gäbe es nicht mehr!"



      Und was wäre der Vorteil, wenn die CDU/CSU nicht mehr existierte? Ich kann Ihnen nicht folgen.

    • Alex_der_Wunderer

      @Thomas Zwarkat:

      @ Thomas Zwarkat



      Koservativ wählen ?



      Also zwischen Konservativ und Verbrecher ist schon noch etwas Platz !

      • PeWi

        @Alex_der_Wunderer:

        Aber auch Ihnen dürfte doch aufgefallen sein, dass der SPD im linken Lager vorgeworfen wird, der CDU in entscheidenden Fragen nachgegeben und damit "Neoliberale" oder "rechte" Politik zu ermöglichen.

        Während viele CDU-Wähler sich darüber aufregen, dass sich Merz und die CDU von der SPD bzw. "den Linken" zu viel von der Politik vorschreiben ließen, für deren Ende die Leute doch die CDU gewählt haben.

        Welche Seite recht hat, ist zunächst müßig, entscheidend ist der Eindruck. Und eine CDU-Führung, die an der Brandmauer festhält, aber zugleich das Kooperationsverbot mit der Linkspartei kippt, dürfte Probleme kriegen. Genauso, wie wenn es umgekehrt gemacht würde.

    • Deep South

      @Thomas Zwarkat:

      Da ist zum Teil schon was dran. In erster Linie liegt das aber an 12 Jahren GroKo. Die Regierung Merkel kommt mir in der Debatte immer viel zu gut weg. SPD und CDU haben damals massiv an Profil verloren, für Viele ist der Eindruck einer "Einheitspartei" entstanden und gerade für konservative Wähler ist da eine Lücke entstanden, die die AfD genutzt hat. Gleichzeitig wurden in dieser Zeit eklatant nötige Reformen ausgesessen. Die Abhängigkeit von Export und russischer Energie wurde zementiert, technischer Wandel wurde verschlafen. Probleme, die uns heute brutal auf die Füße fallen und für die nicht zu Unrecht die etablierten Volksparteien verantwortlich gemacht werden. Die AfD hat bei desillusionierten Menschen leichtes Spiel, weil sie bislang nie liefern musste und deshalb als Alternative zum Dauergewurschtel wahrgenommen wird.



      Vielleicht hätte eine Beteiligung der AfD zu Zeiten, als sie realtiv klein und noch nicht völlig radiklisiert war geholfen, sie für einige zu entzaubern. Das hätte aber die unzureichende Politik der GroKo nicht wettgemacht, die Unzufriedenheit, auf der der Erfolg der AfD beruht, wäre immer noch da.

      • Donni

        @Deep South:

        für Viele ist der Eindruck einer "Einheitspartei" entstanden

        und man macht immer schön weiter. Man denke nur an irgendwelche Posten in BT und LT, der eigentlich der AfD zustehen sollte, die nie gewählt werden. AfD gegen "Einheitspartei", so kommt es rüber. Die Gründe mögen gut und richtig sein, aber erscheint eher, hier wird die Konkurrenz behindert und bei den Kommunalwahlen in Niedersachsen geht es mit den Wahlausschüssen weiter. Politiker entscheiden über die Konkurrenz.

        Wie gesagt, alles ist nach den Buchstaben des Gesetzes richtig und legal, aber der Eindruck bei vielen Wählern ist verheerend.

        • Encantado

          @Donni:

          "...der Eindruck bei vielen Wählern ist verheerend."



          Kommt auf die Wähler an. Grüne, rote oder schwarze Politiker, die AfD-Leute in Ausschüsse wählen, wären m. E. wesentlich verheerender.

        • Deep South

          @Donni:

          Das sehe ich genau so. Und genau an solchen Stellen ist die Brandmauer völlig kontraproduktiv. Ob unds das jetzt passt oder nicht, die AfD ist nach aktuellem Recht demokratisch gewählt. Und solange die Partei nicht verboten ist, sind solche Verhinderungsspielchen um irgendwelche marginalen Posten in der Sache nicht hilfreich. Mit dieser restriktiven Haltung, abseits aktiver Zusammenarbeit, haben sich die etablierten Parteien in eine Sackgasse manövriert, die die AfD perfekt für ihren Opfermythos nutzt. Und wenn dann noch "Abstimmungspannen" passieren, wo ausgerechnet Grüne oder Linke "aus Versehen" mit AfD Stimmen ihre Anträge durchbringen, dann schadet das jedweder Glaubwürdigkeit.

  • FtznFrtz

    Ein bisschen differenzierter geht es schon. Zu sagen, dass Klingbeil und Merz es offensichtlich nicht können ist plausibel und offensichtlich. Dann ist es auch kein disruptives Systemhochjagen, wenn man deren Auswechslung zumindest einmal in die Diskussion bringt. Anderswo schafft man es merkwürdigerweise schon noch, zusammen zu regieren und hin und wieder sogar mal Konstruktives hinzubekommen.



    Jedoch die erste rechtsextreme Partei seit dem 2. Weltkrieg in Amt und Würden zu bringen hat eine deutlich andere Qualität. Man war ja ganz erstaunt, dass Pis in Polen und FIDES in Ungarn einfach so ihre Wahlniederlagen akzeptiert hatten (freilich nicht ohne vorherige Durchdringung und Beschädigung des Systems) und die Macht netterweise wieder abgegeben haben. Eigentlich ist das ja bei Rechtsextremen nicht vorgesehen. Ob das verschachtelte System der BRD dauerhaft dazu führt, dass die AfD eingehegt und am Ende zur keifenden BRD-CSU mutiert wird? Man wird es (leider) sehen.

    • Šarru-kīnu

      @FtznFrtz:

      Wir werden in Deutschland bald sehen ob die anderen Parteien bereit sein werden einen Sieg der AfD so zu akzeptieren wie Orban seine Niederlage in Ungarn. Ich habe da so meine Zweifel.

      • Encantado

        @Šarru-kīnu:

        "...ob die anderen Parteien bereit sein werden einen Sieg der AfD ... akzeptieren ...Ich habe da so meine Zweifel."



        Jetzt schon von Wahlbetrug munkeln, falls die AfD nicht gewinnt?



        Das ist dann doch ein wenig üppig, finden Sie nicht?

  • Zippism

    Vielleicht sollte man sich einmal fragen, warum so viele Menschen überhaupt bereit sind, dieses „Bum“ zu wählen. Die Antwort darauf kann doch nicht ausschließlich darin bestehen, dass die Menschen einer gefährlichen Sehnsucht nach Chaos erliegen oder von rechtsextremen Kräften verführt wurden.

    Viele Menschen wählen die AfD, weil sie seit Jahren enttäuscht sind und das Gefühl haben, dass ihre Sorgen und Interessen von der etablierten Politik nicht ernst genommen werden.

    Genau hier liegt meines Erachtens ein entscheidender blinder Fleck der Debatte: Man kann die AfD für gefährlich halten und gleichzeitig anerkennen, dass ihre Stärke auch ein Symptom des Versagens der anderen Parteien ist. Die Menschen wollen Veränderung. Und wenn sie den Eindruck gewinnen, dass sich trotz Wahlen, Protesten und wachsender Unzufriedenheit politisch nichts Wesentliches ändert, werden sie irgendwann die Partei wählen, die am glaubwürdigsten verspricht, mit dem bisherigen System zu brechen

    Solange die demokratischen Parteien diesen Wunsch nach Veränderung nicht ernst nehmen und politisch beantworten, wird die AfD weiter von dieser Unzufriedenheit profitieren.

    • Günter Witte

      @Zippism:

      Natürlich sind viele Wähler enttäuscht, nur liegt das nicht alleine an den Fehlern der Regierungsparteien sondern auch zu einem erheblichen Teil an den total überzogenen Erwartungen dieser Personen an den Staat.

    • Alex_der_Wunderer

      @Zippism:

      @ Zoppidm



      Nennen Sie mal bitte drei Points aus dem Wahlprogramm der AfD , die für einen AfD Wähler in irgendeiner Weise , auch nur eine kleine Verbesserung seiner Lebensqualität beinhaltet. Es sind doch nur Verschlechterungen in dem Programm der AfD für die Bürger abgebildet.



      Weniger Arbeitsschutz,



      weniger Arbeitsrechte,



      weniger Lohn / Gehalt,



      weniger Rente,



      keine Schulpflicht mehr , sondern eine Bildungspflicht will die AfD einführen, bedeutet in der Konsequenz , die Eltern sollen möglichst in ihrer Freizeit Homeschooling mit ihren Kindern ausüben, halbjährlich Prüfungen sollen dann in Schulbehörden durchgeführt werden, oder die Eltetn investieren teures Schulgeld für private Schulen.



      Die Krankassenleistungen sollen privatisiert werden oder gekürzt werden. Was bitte versprechen sich AfD Wähler von einer Partei ohne Perspektiven, außer einer Gefahr für unser Land, die Demokrstischen Wahlrechte der Bürger aufzugeben und höhere Steuerabgaben.

    • FtznFrtz

      @Zippism:

      Klingt ja zunächst alles plausibel was Sie sagen. Natürlich gibt es massive ungelöste Missstände, eine hohe Unzufriedenheit, diese ist sicher zumindest teilweise auch berechtigt.



      Was irritiert, ist, dass man dann als Reaktion die destruktivste, perspektivloseste und (wenn man sich die Mühe macht das Programm zu lesen) mit dem sinnfreiesten Programm daherkommende Partei wählt. Disruption, Aushöhlung und Zerstörung des demokratischen Rechtsstaats soll irgendwem helfen? Auch das AfD-Klientel wird massiv unter der Politik der Rechtsextremen leiden.



      Natürlich muss das "Establishment" Lösungen anbieten, dass es abgewählt wird ist Teil des Spiels. Aber niemandem hilft es, das Spielbrett ins Feuer zu werfen.

      • Ringsle

        @FtznFrtz:

        Es bringt überhaupt nichts, im Gegenteil, man schadet sich selbst am meisten (siehe MAGA).



        Trotzdem ist sie da - die Lust, kaputt zu machen, zu brechen, nochmal alles auf Null setzen.



        Das Ganze erfordert eine psychologische Analyse, ich verstehe es selbst auch nicht, aber es ist eindeutig. Quasi ein rechtes "Macht kaputt, was euch kaputt macht."



        Und gegen diese suizidale Sehnsucht hilft auch nichts, denn sie ist verbunden mit einer quasireligiösen Einfalt. Wenn ich ganz fest dran glaube, dann wird es wohl so sein.



        Am Ende heilt sie sich selbst, denn spätestens wenn man alles kaputt gemacht hat, beginnt die Entzauberung.



        Ob dann aber noch die demokratischen Rahmenbedingungen existieren, die neu gewählten Herrscher wieder loszuwerden, steht in den Sternen.



        Es gibt durchaus Fälle der Weltgeschichte, in denen dann halt einfach für ein paar hundert Jahre mal Schluss war.



        Ironischerweise steht hinter dieser Zerstörungslust scheinbar auch ein gewisser Optimismus, man würde es dann schon wieder hinbekommen...

      • Zippism

        @FtznFrtz:

        „Das Spielbrett ins Feuer werfen“ ist ein hübsches Bild nur sollte man dann auch ehrlich benennen, wer dieses Spielbrett in den vergangenen 20 Jahren bespielt hat. Die AfD war in dieser Zeit kein einziges Mal Teil einer Bundesregierung. Für den heutigen Zustand Deutschlands kann man sie deshalb schwerlich hauptverantwortlich machen. Dafür tragen diejenigen Parteien Verantwortung, die in den vergangenen zwei Jahrzehnten regiert haben.

        Natürlich kann man das AfD-Programm kritisieren und ihre Politik für gefährlich halten. Aber vielleicht sollte man sich auch fragen, warum trotz all dieser Warnungen immer mehr Menschen diese Partei wählen. Sind Millionen Wähler tatsächlich plötzlich dumm oder verführt? Oder sind sie schlicht mit dem Ergebnis der Politik der vergangenen Jahre unzufrieden?

        Wer 20 Jahre regiert und anschließend dem Wähler erklärt, er dürfe ausgerechnet deshalb nicht die Opposition wählen, weil diese alles kaputtmachen werde, betreibt eine Form von Verantwortungsflucht.

        Wenn man verhindern will, dass Menschen das „Spielbrett ins Feuer werfen“, sollte man ihnen vielleicht zuerst wieder einen Grund geben, mit dem bisherigen Spiel zufrieden zu sein.

        • Alex_der_Wunderer

          @Zippism:

          @ Zippism



          Kleine Belehrung an dieser Stelle wohl mehr als notwendig, also Aufgepasst und still gesessen :



          EINE PARTEI DIE UNSER GRUNDGESETZ NICHT ACHTET, IMMERHIN DIE BASIS UNSERER DEMOKRATIE - HAT IN DIESEM LAND NIX VERLOREN ‼️

          • Zippism

            @Alex_der_Wunderer:

            Danke für die „Belehrung“. Nur beantwortet sie leider kein einziges Argument meines Kommentars.

            Dass eine Partei, die das Grundgesetz missachtet oder abschaffen will, nicht regieren sollte, ist eine demokratische Selbstverständlichkeit. Nur folgt daraus weder, dass Millionen ihrer Wähler das Grundgesetz abschaffen wollen, noch dass man die Ursachen ihres Wahlerfolgs ignorieren kann.

            Und genau darum ging es. Sie reden über die AfD, ich rede über die **Verantwortung der Parteien, die Deutschland seit 20 Jahren regieren**. Die AfD war bislang kein einziges Mal Teil einer Bundesregierung. Sie kann deshalb schlecht für sämtliche politischen Fehlentwicklungen verantwortlich gemacht werden, die unter CDU/CSU, SPD, Grünen und FDP entstanden sind.

            Man kann die AfD ablehnen und gleichzeitig anerkennen, dass ihre Stärke ein Symptom politischer Unzufriedenheit ist. Wer stattdessen nur mit „Aufgepasst und still gesessen“ antwortet, bestätigt unfreiwillig genau das Problem: Bürger sollen nicht fragen, warum sie unzufrieden sind, sondern sich gefälligst belehren lassen, wen sie wählen dürfen.

            Klingt wie: „Wir haben 20 Jahre regiert – und jetzt seid ihr schuld, wenn ihr uns nicht mehr wählt.“

            • Alex_der_Wunderer

              @Zippism:

              @ Zippism



              Bitte nur drei Argumente warum irgendjemand der sich unserem Rechtsstaat als Demokrat verpflichtet fühlt, einer Partei wie der AfD die unserer Grundgesetz, schon den Artikel 1 nicht achtet, und somit die Basis unserer Demokratie und Gesellschaft mit Füßen tritt, seine Stimme geben sollte.

        • Gerhard Krause

          @Zippism:

          Das sind politische Analysen an der Oberfläche, die sich in Fehldeutungen bewegen. Ich sortiere ein wenig: die vergangenen 20 Jahre waren sehr erfolgreich. Wir haben zB den Mief der Konservativen, die den Busen verteufelt, aber junge Mädchen begrabscht haben, abgeschüttelt. Es gab genug Ehe für alle. Blaue Schlümpfe hatten damals nichts in einer Regierung zu suchen, ach, da waren doch ein paar braune Pickel in Magdeburg im Landtag. Na, jedenfalls haben blaue Schlümpfe auch heute nichts in einer Regierung zu suchen. Sie haben, jedoch nicht die Kompetenzseife für die Würde des Menschen benutzend, mit den Strategien von Spaltung (zB schlechte Renten und Löhne usw) und Menschenverdummung ("Abschieeeeeebuuuuung!") geduscht, das Deodorant kam aus den Lügen- (zB Klimawandel) und Hetzen-Shop (zB Merkel, Habeck) und das Toilettenpapier für den Hengst-A.. kam teilweise aus Russland. Auf der Münchhausen-Kanonenkugel ging's noch den zärtlichen Cousins der Cousinen in die UhEsAhhh zum Kraft-MAGA. Mittlerweile schreiben die Schlümpfe Ratgeber, wie man die Öffentlichen beklaut und seine Oma im Landtag arbeiten lassen kann. Absolut "geile" hirntote Truppe, wie die neoliberalen CDU-Vorbilder.

          • rero

            @Gerhard Krause:

            Nachdem Sie sich so super damit auseinandergesetzt haben, warum Sie selbst die bisherige Regierungspolitik vor Merz gutfanden und Sie die AfD blödfinden, ist der richtige Zeitpunkt dafür gekommen:

            Was glauben Sie denn, warum so viele AfD wählen?

            Alles genetische Nazis, auch wenn sie vorher SPD oder die Linke gewählt haben?

            Hat das gar nichts mit der Politik der vergangenen 20 Jahre zu tun?

            Falls doch, was könnte die Leute verärgert haben?

        • FtznFrtz

          @Zippism:

          Auch wenn der Vergleich natürlich in Vielem hinkt: die NSDAP wurde am Ende auch durch demokratische Wahlen an die Macht gebracht, waren deren Wähler durchgehend menschenfeindliche Monstren? Nein, stinknormale Menschen.



          Interessant finde ich, dass Sie die AfD mit Opposition gleichsetzen, sind dies die Linkspartei und die Grünen derzeit nicht? Stünden die Grünen bei 35 oder 40 Prozent wären sicher das rechte/konservative Spektrum nicht erbaut, dennoch droht von den Grünen keine massive Beschädigung des demokratischen Rechtsstaats, so weit gehen nicht einmal größte Grünenhasser in der Union. Im Gegensatz zu den Blauen.



          Man kann natürlich ausblenden,dass die AfD eine rechtsextreme Partei ist, nur wird man dann eben der Wirklichkeit nicht gerecht.



          Und der Deal: macht was wir wollen oder wir wählen Euch in die Dikatur kann ja wohl kaum Ihr Ernst sein.

          • Zippism

            @FtznFrtz:

            Den NSDAP-Vergleich können wir uns sparen – gerade weil er Ihren eigenen Punkt bestätigt: Wähler und Partei sind nicht identisch. Niemand behauptet, jeder AfD-Wähler sei rechtsextrem oder wolle eine Diktatur. Genau deshalb sollte man zwischen der Motivation der Wähler und der politischen Ausrichtung der Partei unterscheiden.

            Und natürlich sind Grüne und Linke ebenfalls Opposition. Ich habe die AfD nicht deshalb als Opposition bezeichnet, weil sie im Bundestag oppositionell ist, sondern weil sie noch nie Bundesregierung war. Für die konkrete Bilanz der letzten 20 Jahre kann man deshalb nicht ernsthaft die Partei verantwortlich machen, die daran nicht beteiligt war.

            Dass die AfD rechtsextreme Positionen vertritt, kann man selbstverständlich kritisieren. Aber daraus folgt nicht, dass man die Ursachen ihres Wahlerfolgs ignorieren darf. Wer verstehen will, warum eine rechtsextreme Partei bei Millionen Menschen attraktiv wird, muss eben auch über das Versagen der demokratischen Konkurrenz reden.

            Wenn demokratische Parteien über Jahre regieren, Probleme nicht überzeugend lösen und anschließend den unzufriedenen Wähler beschimpfen, müssen sie sich über Protestwahl nicht wundern.

          • rero

            @FtznFrtz:

            Linkspartei und Grüne sind für ‚n mehreren Bundesländern an der Regierung beteiligt oder in den vergangenen 20 Jahren an der Regierung beteiligt gewesen.

            Wenn Sie sich über die Regierungspolitik der vergangenen 20 Jahre gleichmäßig ärgern, sind Linkspartei und Grüne wirklich keine Opposition.

            • Gerhard Krause

              @rero:

              Sie haben anscheinend leider keine Kenntnis von Regierungsarbeit. Linke und Grüne, das unterscheidet sie von blauen Schlümpfen, müssen sich zuerst an die Gesetze halten. Wenn diese sozusagen verbesserungswürdig sind, muss dieser, und vergessen Sie nicht die Gegenarbeit derer, die an Verbesserungen kein Interesse haben, Änderungsprozess erst durchlaufen werden. Es krankt nicht an Beteiligung von Linken und Grünen, sondern an organisierten konservativen Mehrheiten, die bislang ein besseres Leben für die Mehrheit der Menschen ver- und behindert haben.

              • rero

                @Gerhard Krause:

                Ich fürchte, meine Kenntnisse über Regierungspolitik interessieren den seit 20 Jahren verärgerten Wähler nicht,

                Nur auf koservative Mehrheiten zu verweisen, wäre ihm zu dünn.

                In Thüringen hatte man bis vor kurzem Ramelow,

                Brandenburg wird seit 1990 von der SPD in verschiedenen Koalitionen regiert.

                Berlin hatte in den vergangenen 25 Jahren abgesehen von den dreieinhalb Jahren Wegner-Giffey nur Rot-Grün-Rot.

                Meck-Pomm wird gerade von Rot-Rot regiert.

                Der verärgerte Wähler schüttelt über Ihren Hinweis auf konservative Mehrheiten den Kopf.

                Er erlebt alle als den gleichen Kungeltrupp.

                Falls Sie es verwechselt haben sollten:



                Ich persönlich betrachte Politik als Prozess und ärgere mich über keine Partei.

  • Klaus Waldhans

    Warum spricht man immer von



    Kollateralschäden, die bei einem AFD-Sieg entstehen könnten. Das suggeriert, dass alles es doch nicht so schlimm werden wird.



    Das 'Kollateral' kann man getrost weglassen, weil das 'Gesamte' Schaden nehmen würde: von der parlamentarischen über die freiheitliche Demokratie bis hin zum Gesellschaftsgefüge.

  • Tom Farmer

    Die Leute wollen, dass es kracht, weil eben zurecht reklamiert wird, dass sich nix ändert. Nur Gelaber, substanzlos, allein dem Machterhalt dienend. Der Not gehorchend noch tragfähige Mehrheiten hinzubekommen.



    Ich glaube nach wie vor nicht, dass die Mehrheit will, dass CDU und Konsorten scheitern. Sie wollen aber Entscheidungen, politischen Wandel, thematische Erfolgsmeldungen. Letztlich eine Protestwahl.



    Solange aber augenscheinlich nix besser wird, hat die AfD Oberwasser. Also aufhören zu labern, Hosen hochziehen und mal rennen. Leider, ist diese Hoffnung zu haben, hoffnungslos.



    Jede Schlagzeile über Bahnverspätung, Hitze im Pflegeheim, Infrastrukturfonds unterfinanziert... jede örtliche Umleitung oder kaputte öffentliche Toilette...Wartezeit beim Arzttermin..... Wasser auf die Mühlen derjenigen die sagen: Die da oben können es nicht. Und leider: Zurecht, denn das ist seit 20 Jahren ein Dilemma es wird wenig besser, vieles schlechter. Oder gibt's irgendein Thema wo man sagen kann: Hey, das läuft ja super!?

  • Christoph Strebel

    Ich breche das mal herunter auf einem aufs neue geführten Streit zwischen denen, die viel Leistung aus der Staatskasse und der öffentlichen Sozialversicherung fordern und den anderen, die das nicht bezahlen wollen und eines Teils der ersten, die nicht einsehen, dass sie selbst dann viel mehr einzahlen müssen.



    Die zweite Ebene des Streites ist die Umverteilung von Freiheiten, die Änderungen der Sitten, das weltoffene diffuse Ambivalente gegen lokal Gewohntes.



    Am Ende des Tages versucht jeder, seine Anliegen durchzusetzen und definiert sie als gerecht, vernünftig, liebevoll, sozial. Der eine setzt sich mehr mit den Methoden des Rechtsstaates durch, der andere setzt auf Mangel an Beweisen bei den Alternativen.

  • Arne Babenhauserheide

    Ich verstehe nicht, warum Leute nicht merken, dass Merz schon zeigt, was passiert, wenn es Bum macht.

    Die AfD würde das noch schlimmer machen, aber dass irgendwer das Merz/Linnemann/Frei/Reiche/Spahn-Gespann erlebt, mit den ganzen Zerstörungen, die sie anrichten, und denkt „ich will mehr Bum“ finde ich reichlich irritierend.

    • Thomas Andreas

      @Arne Babenhauserheide:

      Merz und Bum?



      Ach so, das war Satire. Manchmal dauert es im Alter…

      • Mondschaf26

        @Thomas Andreas:

        Es ist keine Satire, und auch Dieter Hallervorden hat erkannt, dass Schluss ist mit lustig:



        taz.de/Wahlen-in-S...n-Anhalt/!6202531/



        Friedrich Merz. Alle für Einen.

    • Warim Wilke

      @Arne Babenhauserheide:

      Ist es, aber weil negativer Quatsch mehr Aufmerksamkeit generiert als Komplexität, weil die Überforderung groß ist, spielen Argumente für einen nicht unerheblichen Teil der Leute keine Rolle mehr. Und, was an "Meinung" früher unsagbar (wegen Menschenrechten und so), aber immer da war, das hat jetzt ein Ventil und ist wählbar.

      • Alex_der_Wunderer

        @Warim Wilke:

        @ Warim Wilke



        Kein Wähler kann eine Partei, die unserer Grundgesetz nicht achtet und somit die Basis unserer Demokratie seine Stimme geben, denn ein WÄhler der den Anspruch an sich selber stellt ein Demokrat zu sein kann der AfD schon aufgrund seines Gewissen nicht seine Stimme geben, die Verantwortung wäre auch viel zu enorm, wenn gerade seine Stimme den Ausschlag geben würde, & die AfD würde als Regierungspartei in Folge unser Wahlrecht abschaffen.

        • Encantado

          @Alex_der_Wunderer:

          "Kein Wähler kann einer Partei, die unser Grundgesetz nicht achtet und somit die Basis unserer Demokratie seine Stimme geben"



          Äh - doch. Solange sie auf dem Wahlzettel steht...



          Kein demokratischer Wähler der auf sich hält, ja. Aber das ist nicht unbedingt dasselbe...

          • Alex_der_Wunderer

            @Encantado:

            @ Encantado



            Ebend alles auch eine Frage der Sozialisierung und der gebotenen Courage ❗️

  • nutzer

    Es gibt keinen rationalen Grund zu glauben, dass es nicht Bum macht....

  • Perkele

    Liegt solch ein Verhalten nicht sehr an mangelnder Bildung, Aufklärung? Sind gegen solche Strömungen nicht viele Vereine und Organisationen tätig und werden diese vom Staat ausreichend unterstützt oder wird das derzeit aus (nur?) finanziellen Gründen abgewürgt??

    • Francesco

      @Perkele:

      Herzensbildung vielleicht. Ansonsten istces ein Irrtum zu glauben, dass einen eine gute Bildung automatisch zu einem guten Demokraten macht.

    • Zippism

      @Perkele:

      Das ist doch immer wieder dieselbe Erklärung: Es fehlt an Bildung, Aufklärung und Unterstützung für zivilgesellschaftliche Projekte – also muss der Staat nur mehr davon finanzieren und besser erklären, dann erledigt sich das Problem mit der AfD irgendwann von selbst.

      So einfach ist es eben nicht. Menschen wählen die AfD nicht ausschließlich, weil sie schlecht informiert sind oder noch nie ein Angebot politischer Bildung wahrgenommen haben. Viele kennen die Gegenargumente sehr wohl und lehnen trotzdem die etablierte Politik ab. Dahinter stehen konkrete politische Unzufriedenheit, Erfahrungen, Ängste, Interessen und nicht zuletzt das Gefühl, von anderen Parteien nicht mehr vertreten zu werden.

      Politische Bildung ist wichtig, und selbstverständlich sollte man demokratische Vereine und Initiativen unterstützen. Die AfD wird nicht dadurch verschwinden, dass man den Menschen noch einmal erklärt, warum sie sie nicht wählen sollten. Sie wird vor allem dann geschwächt, wenn demokratische Parteien wieder überzeugende Antworten auf die Probleme liefern, die ihre Wähler tatsächlich beschäftigen.

      • Alex_der_Wunderer

        @Zippism:

        @ Zippism



        GENAU - darum fahre ja ich mein Auto ja auch nicht zur Ladestation wenn die Batterie leer wird - sondern aus Unzufriedenheit gleich auf den Schrottplatz....

    • Thomas Andreas

      @Perkele:

      Mangelnde Bildung? Könnte man manchmal meinen. Allerdings gibt es zu viel Gegenbeispiele…