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Volksbad sagt Termin ab Deutschland sagt sich ab

Kommentar von

Robin Detje

War die Absage des Termins für die schwarze Community im Volksbad die einzige Lösung oder macht Berlin, was es am besten kann: den Betrieb einstellen?

I ch war am Berliner Volksbad. Es blockiert den Eingang der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz. Es verbarrikadiert ihn.

Das Volksbad ist eckig. Man steht vor einem hohen Podest. Auf dem Podest steht ein Sicherheitsgeländer. Dahinter sitzen kräftige Männer in schwarzen T-Shirts. Wenn sie nicht sitzen, gehen sie auf und ab. Die Duschen sind kaputt, das Volksbad ist geschlossen, und es darf niemand zu den Männern in den schwarzen T-Shirts hinein.

Das geschlossene Volksbad ist eine Geste des neuen Volksbühnen-Intendanten, und es sollte Offenheit signalisieren. Die Volksbühne ist angeblich ein wilder Ort der Gegenkultur. Das Volksbad war, als es kurz offen war, den Berichten zufolge ein Ort, an dem man schwimmen gehen kann, wenn man sich dabei gern fotografieren lässt.

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Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten linken Meinungsspektrums.

Das Theater ist ein ästhetischer Raum. Wenn es auf dem Vorplatz etwas macht, ist auch der Vorplatz ein ästhetischer Raum. Die Anmutung ist die Message. Vor der Volksbühne bestimmen die Absperrungen das Bild. Die kräftigen Männer in den schwarzen T-Shirts gehen auf und ab. Deutsche Ordnung, unironisch bauvorschriftsmäßig. Eine Theaterintendanz mit so einer freudlosen Ruine anzufangen, ist vielleicht nicht ganz unproblematisch.

In dieses Volksbad schießt jetzt die Krise nach den Bauvorschriften der Nazi-Diskurslandnahme: Die Volksbühne hat eine Gruppe schwarzer Kinder zum Baden eingeladen und ihnen die Badestelle reserviert. Und eine CDU-Bezirksverordnete tut den Nazis den Gefallen.

Sie tut, wozu Sarrazin oder Martenstein das weiße Deutschland seit vielen Jahren ermutigen, und lässt ihrem Rassismus freien Lauf: Sie versteht nicht, warum sie als weiße Frau nicht jederzeit ungehindert ins Volksbad darf! Ein lustiger Nachmittag für rassismusbetroffene Menschen darf nicht sein, wenn sie nicht auch eingeladen wird! Und rund um sie herum kommt es zu heftiger rassistischer Hetze der üblichen Verdächtigen.

Das ist für einen Ort der wilden Gegenkultur eigentlich ein schöner Moment zu zeigen, was wilde Gegenkultur kann. Stattdessen werden die Kinder mit ein paar müden Floskeln wieder ausgeladen. Sie möchten auch wieder ausgeladen werden, wie später bekannt wird. Beziehungsweise: Sie sagen ab. Wer möchte nicht aus diesem Deutschland ausgeladen werden? Wer möchte dieses Deutschland nicht absagen?

Die wilde Gegenkultur hängt ein Transparent an die Volksbad-Außenwand, auf dem FICKT EUCH steht, sagt aber sicherheitshalber nicht, wen sie meint. Das ist das Bild, das bleibt. Das wird jetzt bewacht: Ein leeres Volksbad, das allen Vorschriften genüge tun und trotzdem rebellisch sein wollte. Eine Kapitulation aus Sicherheitsgründen. Der Intendant erklärt, dass er die Angst der Kinder versteht. Aber die Angst der Kinder zu verstehen ist auch keine Lösung.

Berlin hat getan, was es am besten kann: Den Betrieb einstellen. Nicht nur die Duschen sind kaputt. Aber für Samstag ist Badebetrieb angesagt, vermutlich sogar für Menschen aller Hautfarben!

Am Sonntag und Montag ist dann zum Glück gleich Ruhetag.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

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59 Kommentare

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  • Black & White

    Wir wollen das nicht!

    Auch wenn wir manchmal vom Rassismus betroffen sind - wir wollen das nicht!



    Wir wollen nicht ständig weder als Täter noch als Opfer dargestellt werden. Wir wollen keine Sonderrechte. Wir wollen aber auch für etwas verantwortlich gemacht werden, für das wir nicht verantwortlich sind. Wir sind ganz normale Menschen.

    Das "Wir" ist nicht repräsentativ, das "Wir" ist ein Familie mit Verwandten, Freunden und Bekannte, viele davon mit schwarzer Hautfarbe.

    Wir leben gerne in Deutschland und haben mit schätzungsweise 99 % aller nicht-schwarzen Menschen keine Probleme, im Gegenteil.

    Das Hervorheben von Hautfarben führt sehr häufig zu extremen Auseinandersetzungen in unserer Gesellschaft, wie hier in diesem Beispiel. Häufig eskalieren Kämpfe zwischen Rechts und Links. Die rechte und die linke Presse stürzt sich scheinbar mit Freude darauf. Gewinnen tut keiner. Die Gewinner sind nicht schwarze oder weiße Menschen. Es gibt nur Verlierer. Zeit darüber nachzudenken. Zeit gelassener zu werden.

    • fly

      @Black & White:

      Danke.



      Weiter alles Gute.

  • B. Trübt

    Ich gebe es zu, ich bin eine alte weiße Boomerfrau.



    Und ich bin verwirrt. Trotz meines Alters aber lernwillig.

    Also: wieso lese ich hier von 'schwarzer Community', wo ich doch gerade gelernt habe, dass einzig 'People of Colour' die korrekte Bezeichnung sei? Rassismus innerhalb der Nicht - Weißen Community?

    Und - wird dann das Badebecken abgeschirmt, verhüllt oder was auch immer oder stehen die, die nicht hinein dürfen beobachtend am Rand? Das würde mich doch höchst verstören, erinnerte es doch an die s.g. Menschenschauen des 19. Jh., als Menschen unterschiedlicher Herkunft, Hautfarbe und Kultur dem deutschen Bildungsbürger wie Zootiere vorgeführt wurden. Da würde ich sagen: mehr Rassismus geht nicht und mich den abwinkenden Handbewegungen meiner Nicht-Weißen Verwandten und Freunde anschließen.

    • Andreas J

      @B. Trübt:

      Schwarz ist eine Selbstbezeichnung. Ohne die Skandalisierung von rechts, hätte das niemanden Interessiert und die Kinder und Jugendlichen hätten ein schönen Tag gehabt.

  • Georg Sonntag

    In der Kolumne von Clara Dünkler war von der schwarzen Community die Rede. Und plötzlich geht es um Kinder? Merkwürdig warum es nicht von Anfang an um Kinder ging, oder ist es einfach so das Kinder besser wirken wenn es um die Erzeugung von Empörung geht? Deren Leid zahlt einfach doppelt ein.

    • Volker Racho

      @Georg Sonntag:

      Soweit ich die ganze Sache verfolgt habe hieß es zu Anfang, das Becken sei den Freitag "Exklusiv für schwarze Communities" reserviert. (Bitte korrigieren falls der genaue Wortlaut abweicht)

      Es überrascht mich überhaupt nicht, das es hier eine heftige Reaktion gab. Hätte die Volksbühne gleich das gepostet was später klargestellt wurde, nämlich gebuchte Zeitslots für den Verein EOTO, dann hätte kaum ein Hahn danach gekräht.

      Ich sehe insgesamt verschiedene Aspekte dabei:



      - Geltungsbedürfnis bei der Volksbühne, bzw der Person die den ursprünglichen Post verfasst hat.



      - Die rechten Schneeflöckchen waren sofort getriggert und sind total ausgetickt.



      - Der Kulturkampf wurde auf dem Rücken von schwarzen Kindern und jugendlichen ausgetragen.

      • Comerade Aardvark

        @Volker Racho:

        Wenn man sich ein Bisschen mit dem bisherigen Wirken von Matthias Lilienthal auseinandergesetzt hat, kann man Ihrer Analyse mit noch mehr Nachdruck zustimmen. Absolut auf den Punkt.



        Die relevante Währung der Kunst ist Aufmerksamkeit, und die Aktion "Volksbad" kann man als durchschlagenden Erfolg bewerten.

  • JeanK

    Nach § 19 Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz war die Beschränkung sowieso illegal, von Artikel 3 Absatz 3 des Grundgesetzes ganz zu schweigen.



    Wie kann man es in Deutschland (!) wagen, diese mühsam erkämpften Errungenschaften zu missachten?

    • Tiene Wiecherts

      @JeanK:

      So ein Unfug!



      Es kann nur gleiches mit gleichem auch gleichbehandelt werden.



      Natürlich kann man z.B. Öffnungszeiten je nach Verein unterschiedlich behandeln. Sonst wäre z.B. Vereins- oder Schulschwimmen ja auch immer eine Ungleichbehandlung z.B. nach Alter oder Geschlecht.

      • Bommel

        @Tiene Wiecherts:

        Nur leider wurden die Begründungen "Verein" und "Kinder" nachgeschoben. Zu Anfang hieß es schlicht, das Bad ist am Freitag ausschließlich für "schwarze Communities" geöffnet. Hier hat die Volksbühne einfach einen heftigen Fehler gemacht. Dem Verein kann man aus meiner Sicht nichts vorwerfen.

  • Insieme

    Ach herje, das ist ein Armutszeugnis - unverständlich, warum es nicht anders ging und geklappt hat.

  • Querbeet

    Ach, Berlin. Was biste kacke.

  • Land of plenty

    Ja, ernsthaft: warum ist das Volksbad vor der rechten Hetze eingeknickt? Muss?



    Wenn verschiedene Vereine sich einen Termin reservieren können gibt es keine Diskussion und keinen Anlass zur Aufregung.



    Das einzig richtige ist in Zukunft einmal im Monat einen solchen Termin für die farbigen/ schwarzen Bürger Berlins zu reservieren.



    Gleichzeitig sollten alle das Miteinander fördern und nicht nur noch zum Nebeneinander tendieren.



    Nius und Bild sollten nicht nur eine Rüge vom Presserat bekommen, das kennen die eh schon. Sie sollten feinsäuberlich Radwege in Peru und in Malawi finanzieren. Denn dafür haben sie überschüssiges Geld.



    Nur wenn alle in Sammeltaxis einsteigen, ist es echte Diversity.



    Den Ausdruck "Nazi-Diskurslandnahme" beanstande ich: inflationäre Polemik. "rassistische Kulturkämpfer" ist treffend.

    • Maja Kero

      @Land of plenty:

      „Das einzig richtige ist in Zukunft einmal im Monat einen solchen Termin für die farbigen/ schwarzen Bürger Berlins zu reservieren.

      Gleichzeitig sollten alle das Miteinander fördern und nicht nur noch zum Nebeneinander tendieren.“

      Ich würde sagen, dass sich ihre beiden Aussagen diametral gegenüberstehen.

      Wenn segregierte dann-nicht-mehr-öffentliche Räume das neue normal werden, werden automatisch auch die Begegnungsorte und das gegenseitige Verständnis weniger. Da kann die Intention auch noch so gut gemeint sein ( z.B. Schutz vor Diskrimierung), in ihrer Wirkung steht sie den Zielen einer vielfältigen aber gemeinsamen Gesellschaft entgegen.

  • Nachtsonne

    Rassismus mit umgekehrten Rassismus austreiben nach dem Motto dann seht ihr Mal wie das ist - was für eine bescheuerte Idee. Das löst garantiert das Gegenteil aus, erst Recht mit Steuermitteln finanziert. Die Gegenreakrionen kamen dementsprechend nicht nur von Nius und Co. sondern aus der breiten Bevölkerung.

    • Querbeet

      @Nachtsonne:

      Als PonC kann man kein Opfer von Rassismus werden. Das müsste doch langsam mal in den Köpfen agekkommen sein.

      • Volker Scheunert

        @Querbeet:

        Nun ja, in den 60er/70er Jahren erfuhren Gastarbeiter aus Südeuropa in Deutschland durchaus rassistische Diskriminierung, und während des Zweiten Weltkriegs erlebten Polen und Russen, zu "Untermenschen" deklariert, weitaus Schlimmeres. Antisemitismus erwähne ich nur am Rande, da ich Fragen, wie "Ist Antisemitismus eine Form des Rassismus?" oder " Sind Juden PoC? " hier nicht diskutieren will.



        Das Problem, "Schwarze Communities" und Kriterien bezüglich der Zugehörigkeit zu definieren, hat sicher auch die Veranstalter überfordert.



        Des Widerlichste an dieser Angelegenheit ist aber natürlich diese "Kein Schwarzer hat etwas zu dürfen, was ich nicht darf"-Haltung der üblichen Verdächtigen bis weit in die CDU rein, mit der diese symbolische und zeitlich begrenzte Aktion bis hin zur Absage torpediert wurde, anstatt sich zu fragen, warum viele Schwarze offensichtlich das Bedürfnis nach einem "Schutzraum" haben, in den sie sich zumindest zeitweise "unter sich" zurückziehen können.

        • Oma

          @Volker Scheunert:

          Haben PoC wirklich das Bedürfnis, in einem Schutzraum schwimmen zu gehen? Ich sehe tagtäglich fröhlich badende PoC, quatsche auch oft mit denen beim gemeinsamen Duschen. Ich halte das eher für einen Gag der Theaterleute. Die Absage wegen Sicherheitsbedenken ist genau die gleiche Ausrede, mit der die Bayreuther Festspiele die Veranstaltung mit Michel Friedman abgesagt haben. In Bayreuth wollte man damit organisatorisches Chaos verschleiern. Wahrscheinlich hatten nicht genügend PoC Lust, sich für die Publicity-Aktion des Volkstheaters von Schaulustigen angaffen zu lassen. Da hat man dann wenig kreativ wie in Bayreuth einfach Sicherheitsbedenken vorgeschoben, um die Veranstaltung abzusagen. Konkrete Drohungen gegen potentielle Badegäste oder die



          Veranstalter sind nicht belegt.

          • Volker Scheunert

            @Oma:

            Der Verein EOTO, von dem ich natürlich nicht weiß, wieviele Schwarze in Berlin er vertritt, hat hier eine Stellungnahme zur abgesägten Veranstaltung im Volksbad abgegeben:

            eoto-archiv.de/neuigkeiten/statement

            Die von Ihnen in den Raum gestellten Gründe für die Absage sind möglich, aber nicht belegt - Sie bewegen sich damit auch nur im Raum der Spekulation.

            • Oma

              @Volker Scheunert:

              Danke für den Link. Das Statement klingt für mich so, als hätte der Verein zu spät begriffen, worauf man sich da eingelassen hat. Erst als der Medienradau losging, hat man darüber nachgedacht, dass das eine Theateraktion ist und was das bedeutet. Natürlich zielte das generöse Angebot auf Publikum ab, das liegt in der Natur von Theater.



              Dass ich mich bezüglich der Absagebegründung im Bereich der Spekulation bewege, ist mir schon klar. Ist so ein Reflex, wenn mir eine bereits bekannte Ausrede nochmal ais Entschuldigung serviert wird. Da werde ich misstrauisch.

              • Andreas J

                @Oma:

                Ich arbeite seit vielen Jahren ehrenamtlich in afrikanischen Vereinen und Verbänden. Veranstaltungen konzipiert als Safe Spaces gibt es schon lange und sie sind auch nötig. Bisher hat das auch niemanden außerhalb der Communitys interessiert. Die Schuld nun bei Eoto. Ev. zu suchen, nach dem Motto das sie das hätten wissen müssen, ist von daher falsch. Man sollte sich lieber Gedanken darüber machen, welche Ausmaße der Rassismus in Deutschland mittlerweile annimmt und wie es Rechten gelungen ist, daraus so einen Skandal zu konstruieren und wer da alles mitmacht. In erster Linie wird der Vorfall von Rechts Instrumentalisiert um den eigenen Rassismus zu relativieren.

                • Oma

                  @Andreas J:

                  Ich sehe die Schuld nicht bei dem Verein. Die waren einfach naiv. Die Volksbühne hat den Verein für eine provokative Theateraktion benutzt. Und das finde ich nicht in Ordnung.

      • Saile

        @Querbeet:

        Querbeet, nein, das kommt nicht langsam mal in den Köpfen an, weil es schlichtweg nicht die gültige Definition von Rassismus ist! Wissenschaftlich ist immer noch Usus dass jedwede Diskriminierung aufgrund von Hautfarbe und damit zusammenhängenden Körpermerkmalen Rassismus ist, und zwar unabhängig davon wie diese Hautfarbe ist! Ja, auch blasse rothaarige Menschen mit Sommersprossen wurden schon rassistisch diskriminiert, nämlich die Iren im 19.Jahrhundert.

    • Land of plenty

      @Nachtsonne:

      Das war und ist nicht die Intention, sondern die Reservierung für Rassismusbetroffene und ein Get-together.



      Sie haben das reininterpretiert als "dann seht ihr mal wie das ist".



      Steuermittel werden hoffentlich für alle Bedürfnisse umverteilend eingesetzt - dafür sind Steuern da.



      "Gegenreaktionen" kamen nicht aus der breiten Bevölkerung.



      Welche breite Bevölkerung? Nachweise bitte.

      • Georg Sonntag

        @Land of plenty:

        Oh oh, Beweise.. für die Behauptung von Frau Göring Eckardt , das die AFD ihren Parteitag wegen des Datums vor hundert Jahren und der Nähe zu Weimar in Erfurt abgehalten hat gab es auch keine Beweise, den Gegenbeweis des MDR, das der Termin von der Messe vorgeschlagen wurde hat man ignoriert. Und jetzt fordern Sie Beweise???



        Nein ich bin kein AFD Fan. Aber warum sollen nur Kritiker*innen der grünen Community Beweise liefern?

      • Billy

        @Land of plenty:

        Danke Land of plenty, dass du diese Nachfragen stellst. Würde mich auch mal interessieren.

      • Nachtsonne

        @Land of plenty:

        Das brauche ich Ihnen nicht nachweisen. Sie können die sehr negativen Kommentare in Zeitungen selbst lesen - nicht nur in der Bild. Und wer vom Rassismuss betroffen ist legt wer fest? Komme ich da auch rein wenn ich mich betroffen fühle und das subjektiv so wahrnehme? Komme ich als Biodeutscher rein um Solidärität zu zeigen? Komme ich auch rein weil mir einfach heiß ist und mir die Hautfarbe der anderen Badegäste wurscht ist? Sorry, diese Aktion war der blanke Stuss und deswegen muss man das auch so bennen.

        • Ohne_Mitte_geht_nix

          @Nachtsonne:

          Sehr gut geschrieben. Vielen Dank.

        • Leser Schreiber

          @Nachtsonne:

          Sie haben völlig Recht.

    • Berliner_Kaepsele

      @Nachtsonne:

      So ist es.

  • Hatespeech_is_not_an_opinion

    Die (weiße) deutsche Mehrheitsgesellschaft ist überwiegend rassistisch. So weit, so bekannt.



    Das sich diese Menschen nicht schämen und Minderheitenschutz diskreditieren, ist zum einen mangelnde (politische) Bildung (Grundgesetz) und zum anderen das politische faschistische Instrument des 'Othering' (beim Othering hebt man sich selbst bzw. sein soziales Image positiv hervor, indem man Andere in bestimmter Hinsicht abwertet). Dieser Rechtsruck ist widerlich und sollte mit den schärfsten Abgrenzungen und Bezeichnungen versehen werden, die ein zivilisierter Diskurs noch zulässt. Hetze hat nichts mit Pressefreiheit zu tun.

    • Jochen Laun

      @Hatespeech_is_not_an_opinion:

      "Beim Othering hebt man sich selbst bzw. sein soziales Image positiv hervor, indem man Andere in bestimmter Hinsicht abwertet". Die sagen es. Zum Beispiel, indem man die weiße deutsche Mehrheitsgesellschaft als "überwiegend rassistisch" abwertet.

  • Zangler

    Die Überschrift ist nur zu wahr!



    Leider ist die Causa Volksbad "nur" ein winziges Symptom am Rand, kaum noch merklich neben der Absage an die wehrhafte Ordnung, die unser Grundgesetz einmal versprochen hatte.



    Abgesagt ist inzwischen das "Nie wieder!"

  • oricello

    Ich frag mich die ganze Zeit, ob das Volksbad für die Schwarzen Kinder und Jugendlichen in dieser exponierten Situation auch ohne rechte Hetze zu irgendeinem Zeitpunkt ein safe space hätte sein können. Ich fürchte leider nicht. Ich wäre bspw. als Transperson keineswegs dieser Einladung gefolgt und hätte mich mitten in Berlin fast nackt den Blicken und Kommentaren der Meute ausgeliefert. Es sei denn, ich wollte von Anfang an eine politische sehr kraftraubende Demonstration unterstützen, was wohl eher an Masochismus gegrenzt hätte. Das zu erwartende Ergebnis wäre gewesen: Berlin ist noch nicht so weit. Auf keinen Fall hätte ich einen entspannten Badenachmittag erwartet. Und darum gings doch auch, dass die Menschen, die ständig mit dieser Anspannung leben, in jedem Moment angefeindet zu werden, mal ein besseres Gefühl haben und so sorglos wie die weiße Nachbar:innenschaft baden können. Oder ging es am Ende um etwas anderes?

    Was die Aktion leider gezeigt hat: es funktioniert noch nicht. Vielleicht hätte es ohne diese Ankündigungen besser funktionieren können, aber wer klopft einem dann anerkennend auf die (weiße) Schulter?

    • Leser Schreiber

      @oricello:

      Sie haben soweit recht, dass es eine Provokation mit absehbarem Ergebnis war, die die Gesellschaft weiter spaltet.



      D ist viel toleranter als Sie behaupten.



      Aber manche wollen provozieren um das gewünschte Ergebnis zu erzielen.

    • si tacuisses

      @oricello:

      Die Aktion war grundsätzlich schlecht. Schlecht durchdacht und schlecht gemacht.



      Wenn dann hätte man einen besonderen "Zusammenschwimmtag" machen können. Personen aus verschiedensten Ländern und unterschiedlicher Herkunft werden gelost und zusammengewürfelt. Alle Baden zusammen, fertig!

      Ganz nebenbei, ich würde dort nicht schwimmen wollen, also im Allgemeinen. Möchte ich irgendwelche Medienfuzzis und Photographen am Beckenrand, die mich bei meinem schlechten Brustschwimmstil filmen? Oder andere Leute die mich ständig beobachten wie auf dem Präsentierteller?



      Zum Glück habe ich eine sehr schöne Badegelegenheit bei mir in meiner Heimatstadt.

  • Obenbleibär

    ... und wenn der Verein "katholischer Dachdecker" einen Slot bucht, fühlen sich evangelische Klemptner*innen gleich mehrfach diskriminiert. Und irgendeine CDU-Tante wird sich dann wieder echauffieren, ob sie schwimmen kann oder nicht. Und BILD, Welt, Nius etc. ..... werden die Badekappenpflicht für Handwerksberufe einfordern und gegen das Gendersternchen wettern.



    Wir leben schon in einem seltsamen Land....

    • Nachtsonne

      @Obenbleibär:

      Bei einem privaten Schwimmbad kann der Verein der kath. Dachdecker gerne buchen wie es beliebt. Gerne auch mit Ringelpiez und Anfassen. Aber nicht bei einem öffentlichen Bad, welches sich aus Steuern finanziert.

      • Comerade Aardvark

        @Nachtsonne:

        Bei Dachdeckern bin ich mir nicht sicher, aber in meiner Gegend vergibt das öffentliche Bad Zeitslots an katholische, queere und migrantische Vereine (und, obwohl es auch hier Deutschland ist und mich das wirklich schockiert hat, sogar an Teams die gar kein eingetragener Verein mit namentlich bekannten und satzungskonform gewählten Vorständen sind, wenn Sie Sich das vorstellen können)

      • Leser Schreiber

        @Nachtsonne:

        Genau.



        Aber ein Verein, der nach Hautfarbe aufnimmt, wäre per se schon suspekt.

  • Cededa Trpimirović

    Die CDU ist peinlich.

    Man hätte der Frau von der CDU einen Slot geben sollen, mal sehen was die gemacht hätte zwischen lauter schwarzen Menschen...

  • Flix

    Es ist einfach unfassbar, wie offen Rassismus inzwischen in Deutschland zu Tage tritt und leider erfolgreich ist. Bei einem irgendwann zu kurz gekommen Julian Reichelt oder der AfD verwundert das nicht, auch in Teilen der Union war er schon immer Teil der DNA. Dass aber die anderen Parteien erst nach der Absage aus der Deckung kommen, ist wohlfeiler Opportunismus.

  • Herma Huhn

    Da beschließen ein paar Weiße, dass sie nicht mal für ein paar Stunden freiwillig darauf verzichten wollen, sich jederzeit überall willkommen zu fühlen, und kommen trotzdem nicht auf die Idee, wie falsch sich das anfühlen muss, genau dieses Gefühl unfreiwillig regelmäßig von anderen gemacht zu bekommen.



    Denn freiwillig war dieses nicht willkommen fühlen für die Weißen in dem Moment auf jeden Fall. Oder würde man ebenso fühlen, wenn man als Katzenfreund keine Lust hat, am Vereinsnachmittag des Dackelklubs teilzunehmen? Man hätte ja trotzdem hingehen dürfen. Aber eben nur, wenn man bereit ist, dafür mit dem Dackelklub Kontakt aufzunehmen und sich den Dackelfreunden anzuschließen.



    Zugegeben, ist es deutlich freiwilliger Katzen zu bevorzugen als weiße Haut zu haben. Trotzdem wage ich zu behaupten, dass der Dackelklub einen komischer anschauen würde als ein Verein der Schwarzen Community. (Es sei denn, man geht tatsächlich ausschließlich wegen des an vielen anderen Tagen ohne Einschränkung geöffneten Schwimmbades da hin und verhält sich schlimmer als ein Katzenfreund im Dackelklub)

    • Encantado

      @Herma Huhn:

      "Da beschließen ein paar Weiße, dass sie nicht mal für ein paar Stunden freiwillig darauf verzichten wollen..."



      Es ging nicht um ein freiwilliges Verzichten. Hier verbreiten Sie eine Falschbehauptung. Ausgangspunkt war ein 'Reserviert für Farbige' (oder wie immer es genau formuliert war). Daraus eine Freiwilligkeit abzuleiten, ist recht abenteuerlich.

  • Uwe Kulick

    Bild und Welt verbieten!

    • Nachtsonne

      @Uwe Kulick:

      Sehr deutlich außerhalb des Grundgesetztes. Sie sollten sich mit dem Thema Meinungsfreiheit beschäftigen.

      • Leser Schreiber

        @Nachtsonne:

        Wow



        Ich bewundere Sie.



        Die Diskussion hier ist oft sehr eigenartig.

    • elektrozwerg

      @Uwe Kulick:

      Warum stellt sich da keiner vor das Volksbad und stellt Polizei zum Schutz ab? Das Bad kann doch vermieten wie sie wollen, auch an soziale Projekte. voellig unabhaengig von irgendeiner Hautfarbe.

      • Nachtsonne

        @elektrozwerg:

        Wenn es ein Privatunternehme wäre, dann würde sich auch niemand darüber aufregen. Der Spaß wird aber mit 300.000€ aus Steuermitteln finanziert. Das ist sowohl inhaltlich als mE auch rechtlich eine andere Situation.

    • Troll Eulenspiegel

      @Uwe Kulick:

      Bin dafür.



      Die Welt zumindest enteignen und zu einem linken Blatt machen.

      Und bevor es heißt, die arme Pressefreiheit und was sei mit dem Pluralismus: Antideutsche, Antiimps, Anarchisten, Ökos und sogar die Sozialdemokraten kommen zu Wort. Und die streiten sich auch wie Links und Rechts. Also alles gut.

  • hedele

    Wäre die Volksbühne cool, würde sie den Buchungsslot einfach intern auf Sonntagnachmittag umbuchen - keine rechten Randalierer, keine Springer-Presse, keine Politiker, die in jedes Mikro gröhlen, dass sie auch Einlass wollen. Am Montag könnte man dann sagen: Ätsch, wir haben es einfach doch getan! Aber ohne euch, denn ihr seid schlicht zu ungehobelt und niveaulos für solch eine Veranstaltung.

  • Agarack

    Ich teile die Einschätzung des ersten Taz-Artikels zu dem Thema, dass diese ganze Sache albern ist und weit über ihre tatsächliche Bedeutung hinaus diskutiert wird. Warum es danach allerdings noch mehrerer weiterer Artikel hier bedarf, die im Grunde alle noch mal das Gleiche sagen, ist mir auch nicht ganz klar.

    • derzwerg

      @Agarack:

      Dafür gibt’s das schöne Jugendwort „ragebait“

    • Encantado

      @Agarack:

      "Ich teile die Einschätzung des ersten Taz-Artikels zu dem Thema, dass diese ganze Sache albern ist und weit über ihre tatsächliche Bedeutung hinaus diskutiert wird."



      Grundsätzlich richtig. Problem ist halt, dass das Ganze von beiden Seiten zur Grundfrage aufgeblasen wurde, und in dieser Größenordnung tatsächlich relevant ist.

  • derzwerg

    Ach, irgendwie passt das schon. Vielleicht noch an alle Menschen weißer Hautfarbe, die sich durch die Aktion rassistisch benachteiligt fühlten (oder simmer ehrlich: die so getan haben als ob): Suchen Sie mal als schwarzer Mensch in D‘land eine Wohnung, dann sind alle Fragen sofort beantwortet

    • Nachtsonne

      @derzwerg:

      Das eine Unrecht begründet und entschuldigt nicht das andere.

      • derzwerg

        @Nachtsonne:

        Rassismus ist in einer "Mehrheitsgesellschaft" nicht symmetrisch, das ist der Punkt. Es gibt hier im Forum Leute, die das nicht verstehen (bzw. simmer ehrlich: die so tun als verstünden sie es nicht)

        • Encantado

          @derzwerg:

          "Rassismus ist in einer "Mehrheitsgesellschaft" nicht symmetrisch, das ist der Punkt."



          Nein.



          Rassismus ist Rassismus. Punkt.



          Dass in einer wie auch immer gearteten 'Mehrheitsgesellschaft' Mitglieder dieser Mehrheit Rassismus ungestrafter ausleben können als Nichtmitglieder, ändert daran überhaupt nichts.



          "Es gibt hier im Forum Leute, die das nicht verstehen"



          Ich würde ein Nichtverstehenwollen hinzufügen, und zwar für beide Seiten.

  • Astrid Sehnefeld

    Jaja, Berlin - die Stadt der Freiheit...



    Wäre Berlin die Stadt der Freiheit, bräuchte es keine 'safe spaces' für Queere, Migranten, Schwarze etc...



    Berlin ist nicht frei.



    Berlin ist die 'möchte-gern-Stadt'.



    Berlin ist die maximale Verklärung zwischen Schein und Sein.



    Es heißt ja die 'Berliner Schnauze' - früher stand das für den derben Slang, heute wohl für Sprüche klopfen...



    Alles wollen, wenig können - dit is Berlin👍