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Bundeszentrale gegen Kinderfiguren Benjamin, du lieber Anarchist

Kommentar von

Sølvi Nymoen

Die Bundeszentrale für politische Bildung soll Linksextremismus mehr in den Fokus nehmen. Dabei sind ihr schon Benjamin Blümchen und Bibi Blocksberg zu links.

E rinnern Sie sich noch an die aufregenden Abenteuer von Benjamin Blümchen und Bibi Blocksberg? Sie wissen schon, diese Hörspielfiguren unzähliger Kindheiten, die engagiert Geld für ihre Klassenfahrt sammeln oder einen Zoo retten?

Laut einem Text der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) aber verdienen diese vielgeliebten Kindergeschichten „keineswegs das Prädikat ‚wertvoll‘“. Und das liegt nicht etwa daran, dass der Autor des Textes aus dem Alter der Zielgruppe rausgewachsen ist und die Kassetten inzwischen albern findet. Nein, er sieht in ihnen die Gefahr der politischen Einflussnahme auf Kinder von links.

Der Text der bpb ist bereits aus dem Jahr 2005. Doch ein Blick darauf lohnt sich heute, angesichts der kürzlich durch die Nachrichten gegangenen Meldung, die bpb plane einen Kurswechsel und würde sich in Zukunft unter anderem verstärkt auf Linksextremismus fokussieren – ausgerechnet in einer Zeit, in der die AfD Umfragen zu den bevorstehenden Landtagswahlen anführt.

So zeigt der Text, dass an dieser Ausrichtung überhaupt nichts neu ist. Vielmehr zieht die bpb schon seit Jahrzehnten die Grenze zum aus ihrer Sicht problematischen linken Spektrum.

Umweltprobleme und faule Bürgermeister

Der Autor bemängelt, dass die Geschichten von Benjamin, Bibi und ihren Freun­d:in­nen häufig Bezug zu politischen Themen wie Umweltproblemen nehmen. Und sich die Hel­d:in­nen dieser Geschichten, die Vorbilder der leicht beeinflussbaren Kinder, stets politisch positionieren. Und zwar, verflixt noch mal, immer auf der Seite der Gerechtigkeit und im Interesse des Gemeinwohls.

Absichtlich werde Kindern bereits in frühen Jahren vermittelt, dass es moralisch richtig sei, sich für Umweltschutz einzusetzen oder für arme Klassenkameraden gemeinschaftlich Geld zu sammeln, damit auch diese mit auf die Klassenfahrt fahren können. Besonders schlimm sei jedoch, dass Po­li­ti­ke­r:in­nen und die Polizei stets als Gegner des Gemeinwohls dargestellt würden. Die Darstellung, Politik sei von Wirtschaftsinteressen beeinflusst und würde Bäume fällen, um eine Autobahn zu bauen, ließe Po­li­ti­ke­r:in­nen korrupt wirken.

Auch das Narrativ von Politiker:innen, die negative Berichterstattung über sich fürchteten, sei pauschalisierend. So werde der Bürgermeister des fiktiven Neustadt stets als faul dargestellt, besorgt darüber, dass kritische Berichte aufdecken, wie er in der Arbeitszeit Freizeitaktivitäten nachgeht. All das sei einseitig und würde somit dazu beitragen, dass Kinder nicht zu politisch mündigen Bür­ge­r:in­nen heranwachsen.

Der Autor bewertet die Handlungen der Hörspielfiguren und ihre Vorbildfunktion für Kinder also als gefährdend für die bestehende gemäßigte, demokratische politische Ordnung. Eine Ordnung übrigens, die sich den Erhalt des Status quo als Ziel setzt und geradewegs auf die Erhitzung des Planeten mit dem Kollaps der Zivilisation zusteuert, solange die Ausbeutung natürlicher Ressourcen finanzielle Profite abwirft.

Die Verhaltensweisen von Benjamin und Bibi seien da – problematischerweise – ökologisch, zivilcouragiert und basisdemokratisch, somit tendenziell anarchisch und deshalb links der politischen Mitte einzuordnen.

Ein Elefant auf der Straße

Die verstärkte Fokussierung der bpb auf Linkextremismus ist also nur die logische Handlung einer staatlichen Behörde. Die bpb ist kein unabhängiges Medium, das sich im Gegensatz zur Politik für einen sozialen und ökologischen Wandel einsetzen kann. Sie kann ausschließlich im bestehenden rechtlichen Rahmen agieren, was so weit geht, dass selbst friedliche, gemeinnützige Aktionen Benjamins und Bibis kritisch betrachtet werden.

Was würde passieren, wenn sich Benjamin und Bibi tatsächlich mal auf der Straße festkleben würden

Man möchte sich kaum vorstellen, was passieren würde, wenn sich die beiden Charaktere tatsächlich mal auf der Straße festkleben oder ein Rüstungsunternehmen blockieren würden. Vermutlich würden beide im Gefängnis landen und ihre Hörspiele nur noch auf dem Schwarzmarkt zu kaufen sein.

Dafür könnte die Gesellschaft aber große Hoffnungen in politisch agitierte Kinder setzen, die, infiltriert mit linker Ideologie, vehement für ihre Zukunft in einer Welt ohne apokalyptische Alltagsszenarien kämpfen. Und sich zum Glück keine Zelle mit Benjamin und Bibi teilen müssten, da sie noch lange nicht strafmündig sind.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

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31 Kommentare

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  • Andreas Flaig

    Erstaunlich, das Viktor von Bülow's "Weihnachten bei Hoppenstedts" youtu.be/xHAKgyIEX7I damals nicht zensiert wurde.



    Heute wäre es eine linksradikale Bewegung, die vom Verfassungsschutz beobachtet werden muss.

  • Jochen Laun

    Wenn man über 20 Jahre zurückgehen muss, um ein vermeintliches Beweisstück zu finden, kann die Rechtslastigkeit der Bundeszentrale für politische Bildung nicht sonderlich ausgeprägt sein.

  • Ricky-13

    taz: *... dass es moralisch richtig sei, sich für Umweltschutz einzusetzen oder für arme Klassenkameraden gemeinschaftlich Geld zu sammeln, damit auch diese mit auf die Klassenfahrt fahren können.*

    Das ist ja tatsächlich extrem links und dann auch noch sozial. Solche abstrusen Werte sollte man den kleinen Kindern nun wirklich nicht beibringen, sondern ihnen lieber eintrichtern, dass Klimaschutz 'ganz doll bäh' ist und das arme Kinder ausgegrenzt werden sollten, weil deren Eltern wohl Faulpelze sind, die nicht fleißig genug arbeiten, damit das Wetter bei uns noch wärmer werden kann und wir hier bald tropische Palmen haben und echte Elefanten dann durch die Städte laufen.

    Aber Spaß beiseite. 😡 In was für einer Welt leben wir eigentlich schon, dass die Bundeszentrale für politische Bildung sich die 'Abenteuer von Benjamin Blümchen und Bibi Blocksberg' anhört? Das ist langsam wirklich nicht mehr normal, was in diesem Land vor sich geht. Die Kernaufgabe der Bundeszentrale für politische Bildung ist es, das demokratische Bewusstsein in der Bevölkerung zu fördern und die Bereitschaft zur politischen Mitarbeit zu stärken, aber sicherlich nicht Jagd auf Kinder-Hörspielfiguren zu machen.

  • Lowandorder

    Nunja - was erwarten stupid?

    Ich sage nur: “…ene mene miste



    Es rappelt in der Kiste…“



    Die Rappelkiste war ein pädagogisches Fernsehprojekt mit sozialpolitischer Programmatik. Sie entsprach den Vorstellungen emanzipatorisch orientierter TV-Gestalter, welche sich bemühten, mittels Kinderfernsehen Aufklärung und Gesellschaftserziehung zu betreiben.[2]

    Zeitgenössische Kritik richtete sich u. a. gegen das durch die Sendung transportierte Familienbild. So wurde z. B. an dem Umstand, dass die Puppen Ratz und Rübe mit nur jeweils einem Elternteil aufwuchsen, der dazu noch ein anderes Geschlecht als sie selbst hatte, Anstoß genommen.

    Einzelne Folgen ernteten vehemente Proteste, so die Folge Vom Bauen und Wohnen (1975), weil der Arbeitervater auf die Frage seines Sohnes, warum er so viel Miete zahlen müsse, antwortete, dass der Vermieter nur so seiner Frau einen schönen Nerzmantel kaufen könne.



    Während wohlmeinende Kommentare („Schadet den Kindern nicht“) in der Minderheit blieben,… reichten die Vorwürfe von „konfliktschürend“ über „Manipulation von Vorschulkindern“ und „perfide Indoktrination“ bis hin zu „Gift für unsere Kinder“.

    So geht das ©️ Kurt Vonnegut

    kurz - Na Mahlzeit

    • Tian

      @Lowandorder:

      Der Kommentar ist (Vonne)gut!

  • CallmeIshmael

    Vielen Dank für den interessanten Beitrag. Die bpb ist seit Jahren alles andere als neutral. Schade, denn sie war damals eine super Adresse für den Politikunterricht. Jetzt müssen die Politiklehrer auf „linke” Seiten ausweichen.

  • Ringsle

    Spannend!



    Der Kontext dieses Artikels ist weitestgehend abstrus. Ganz ehrlich: von einer bpb erwarte ich geradezu eine pluralistische Darstellung. Andere Kommentierende haben hierzu bereits genug gesagt.



    Viel spannender finde ich aber den hier besprochenen Artikel, der sich kritisch mit Bibi Blocksberg und Benjamin Blümchen auseinandersetzt.



    Die Darstellung ist nicht so sehr falsch.. die Bewertung dafür umso entlarvender. Aber gut, was man der bayerischen Einheitspartei halt so für die Mitte hält...nichts neues..



    Es gab letztes Jahr einen spannenden Podcast über Elfie Donelly als Schöpferin von Benjamin und Bibi. Sie war mit Peter Lustig (!) zusammen und by the way Mitglied von Bhagwan.



    www.swr.de/swrkult...-kindheit-100.html



    Der Witz ist: natürlich haben diese Hörspiele eine politische Agenda, auch Löwenzahn hatte dies!



    Insofern hat der Seidel-Zögling schon recht.



    Allerdings ist zumindest aus meiner Sicht diese Agenda eine ganz hervorragende Grundlage für eine politische Sozialisation, die Gemeinwohl, Gerechtigkeit und Demokratie hoch hält.



    Meine Bewertung daher: pädagogisch sehr wertvoll!

  • Philippo1000

    Im Ernst?



    EIN 20 Jahre alter Text über Benjamin Blümchen soll die bpb diskreditieren?



    Der Skandal um Seehofer und seine Einflussnahme war 2021.



    Volkan Agar berichtete in der taz.



    Damals war keine Rede von einer politisch agierenden Behörde.



    Im Gegenteil ging es um die Einfussnahme durch das BMI, die, zu Recht, kritisiert wurde.



    Betrachtet man die Diskussionen um die bpb so sind es in den letzten 25 Jahren eher Vorwürfe: „ zu links“zu sein.



    Es versteht sich von selbst, dass im kalten Krieg die Unterscheidung der Demokratie gegenüber dem Kommunismus zentrales Thema war und auch von Seiten der Demokratie betrachtet wurde.



    Ich finde den Anspruch des Staates, seine Bürger*Innen im demokratischen Sinne weiter zu bilden, richtig.



    Wer kein demokratisches Verständnis hat, sieht das wahrscheinlich anders.

    • sociajizzm

      @Philippo1000:

      2005 und kalter Krieg? Bitte was?



      2005 war der kalte Krieg schon 14-17 Jahre vorbei.



      .



      "Betrachtet man die Diskussionen um die bpb so sind es in den letzten 25 Jahren eher Vorwürfe: „ zu links“zu sein.""



      .



      Eben darum geht es ja. Der Text ist von 2005 also 20-21 Jahre her. Fällt also genau in diese Zeit. Das zeigt ganz gut wie viel Substanz die Vorwürfe hatte und lässt sich damit auch auf den Kurswechsel beziehen.

  • Hudute

    Entschuldigung, aber das ist leider wirklich ein bewusst ignoranter Kommentar. Mit einem Artikel aus einem diskursorientiertem Fachformat, das sich nicht an eine breite Öffentlichkeit wendete (zu diesem Zeitpunkt reine Beilage in einer Wochenzeitung) und von deren dort geäußerten Ansichten sich die Herausgeberin im Impressum explizit distanziert die Ausrichtung der gesamten Behörde abzulesen, ist wirklich nicht überzeugend und kann höchstens einen bestehenden Bias bestätigen. Eine fundierte Kritik an der Auswahl der Autor*innen und Ausrichtung der Artikel könnte möglich sein, aber ich verurteile die taz ja auch nicht aufgrund eines schlechten Kommentars.

    • Lowandorder

      @Hudute:

      Much all weesen. Aber mr. claqueure - 🐘 🌼 -

      Stipendiat Hans-Seidel-Stiftung - wa!



      Und Preisträger Hans-Schleyer-Stiftung als



      Schlagobers - find ich jetzt auch a weng -



      bpg unausgewogen. Newahr



      Normal Schonn

  • Fckafd Somuch

    Ein Elefant, der sich für den Erhalt der Umwelt einsetzt? Das muss ein linker Ökoterrorist sein!



    Fehlt noch, dass die bpb empfiehlt, die Hexe zu verbrennen. Würde mich aber auch nicht wundern

  • fly

    Politiker immer als Feind der Gesellschaft darzustellen, ist vielleicht wirklich nicht hilfreich (war Blümchen im Osten beliebt?). Kinder werden davon aber nicht dauerhaft gepolt, sie können (später) zwischen Hörspiel und Wirklichkeit unterscheiden. Ansonsten hätte man den Text eher unter der „Wahrheit“ vermutet. Aber gut, es darf auch andere Sichtweisen geben - oder ist das wirklich die Leitlinie der Agentur? Was macht der Autor heute?

    Anyway, Superhelden nach vorn, beginnend mit Shawn das Schaf, welches sich immer kooperativ gegen die verpeilten Menschen durchsetzt.

    • Astrid Sehnefeld

      @fly:

      "war Blümchen im Osten beliebt?"



      Offiziell gab es den nicht. Wenn dann nur übers berühmte Westpaket von Verwandten.



      Verboten war er aber auch nicht.



      Da die meisten Kinder keinen eigenen Kassettenrekorder hatten, würde ich dem Benjamin und Otto eher ein Nischendasein zusprechen.



      Bei uns gab's Mosaik, Frösi oder Atze. Die Älteren wurden mit Fix und Fax groß.

    • Aurego

      @fly:

      Das Problem sind nicht die Überbringer der schlechten Nachricht, sondern dass es genau solche Politiker tatsächlich gibt, die den Bürgern durch ihr Verhalten Schaden zufügen. Warum also sollte man das also nicht gelegentlich thematisieren?

    • Herma Huhn

      @fly:

      Was bei dem Bericht vollkommen außer Acht gelassen wurde, ist, dass Erwachsene in Kindergeschichten grundsätzlich inkompetent dargestellt werden, bis auf wenige Ausnahmen, welche dann meist direkte Bezugspersonen der Hauptcharaktere sind.



      Der faule Bürgermeister ist damit in etwa so realitätsbeschreibend wie die Erwachsenen bei den Peanuts, die nur "tröttröt" sagen können.

  • Christoph

    Wie lange noch wollen wir den Rechtsruck ignorieren, der durch die Regierung befeuert wird?



    Weimer, Reiche, Dobrindt und der Kanzler selbst sägen an der Meinungsfreiheit und den demokratischen Werten.



    Wenn das so weiter geht schrumpft der Unterschied zur AFD gewaltig. Und die SPD macht untertänig mit aus Angst vor Machtverlust. Wie schäbig ist das?



    Verkommen zu Speichelleckern der Techmilliardäre mit guten Kontakten zu rechtslastigen Kreisen der USA!



    Bald wird auch hier jeder als Kommunist beschimpft, der links von CDU/CSU steht. Trump macht es gerade vor.



    Nur unsere LINKE ist noch übrig, die nicht müde wird, all das immer und immer wieder zu thematisieren. Aber wir Deutschen sind einfach zu blöd und zu träge diejenigen zu unterstützen und zu wählen, die wirklich auf der Seite der Menschen ist.



    Das ist die traurige Wahrheit!

    • Reinero66

      @ Christoph:

      Der zitierte Text stammt aus der Ära Schröder/Fischer

  • Andreas J

    Themen wie Umweltschutz, Gerechtigkeit und Gemeinwohl orientiertes Handeln in Kinderbüchern als Linksextremismus zu labeln, ist das Ende von Demokratie. Das ist gefährlich und lächerlich zugleich. Rechte Politik ist dumm und menschenfeindlich.

  • Der dreckich Katz

    Wenn die bpb so besorgt über die Beeinflussung der Kinder ist, sollte sie einfach den Blick in eine andere Richtung lenken, um sich zu beruhigen - große Modelleisenbahnanlagen gibt's inzwischen nicht nur in Hamburg.



    Da ist die kleinbürgerliche Welt noch voll in Ordnung. Brände werden sofort mit einem Großaufgebot an Feuerwehr gelöscht. Kein anarchistisch unkontrolliertes Waldrumgebrenne. Bei jedem radikalen Sprayer an grauer Betonmauer hält ein blinkendes Polizeiauto, um den jungen Mann auf den rechten Pfad zurück zu weisen. Züge fahren pünktlich mit funktionierender IT-Steuerung. Mitten im Dorf steht noch eine Kirche aus der gerade ein Hochzeitspaar mit genau einem Mann und genau einer Frau kommt.



    Auf jeder Wiese Kühe mit viel Platz. Es wird noch ordentlich was geschafft - Baustellen, Sägewerk, Kohlehalden.



    Modellbau ist noch richtig konservative Konserve.

  • FelixMöchteWasSagen

    Warum, verdammt, ist so etwas links? 😡Sollte das nicht einfach normal sein?

    Oder sagen Konservative in Eurer Umgebung:



    „Leute, unsere Umwelt kann ruhig zerstört werden, und Gerechtigkeit ist uns eigentlich auch scheißegal.“

    „Der Autor bemängelt, dass die Geschichten von Benjamin, Bibi und ihren Freun­d:in­nen häufig Bezug zu politischen Themen wie Umweltproblemen nehmen. Und sich die Hel­d:in­nen dieser Geschichten, die Vorbilder der leicht beeinflussbaren Kinder, stets politisch positionieren. Und zwar, verflixt noch mal, immer auf der Seite der Gerechtigkeit und im Interesse des Gemeinwohls.“

  • Uwe Kulick

    "Ein Elefant auf der Straße ist besser als ein Elefant im Raum" (Zitat Raumschiffkommandant aus Serie "Schweine im Weltraum")



    "Die Rente ist sicher" (Zitat Blümchen bei einer Demo für Rentenniveau 63% auf den Straßen von Magdeburg)



    "Die AfD bekommt doch - *hex* *hex* - bloß 29%" (Zitat Bibi Blocksbergs hexadezimale Wahlprognose)

  • Axel Schäfer

    Da sind ja noch ein paar andere differenziertere Beiträge in der Ausgabe* ansonsten kann man ja auch einfach mal nachsehen wer da schreibt, einer aus Passau, der von der Hanns-Seidel-Stiftung ein Stipendium bekommen hat und jetzt neben seinem Job als Rektor der TU Chemnitz als Sachverständiger für den Bundestag arbeitet. Welche Partei wird wohl dahinter stecken?

    *www.bpb.de/system/files/pdf/ZIH77Z.pdf

  • Sikasuu

    Benjamin, du lieber Anarchist?



    ----



    Habe erst die Überschrift "Die Wahrheit" gesucht! Dann im Netz ein Recherchen gemacht!



    Es ist nicht "Die Wahrheit", das ist WAHRHEIT! ;-(



    Eil-Flaschenpost an "Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz Efraimstochter Langstrumpf, Kalle Blomquist, Ronja Räubertochter, Die Rote Zora, Trick, Trick & Track, usw." ist unterwegs!



    Subversive Aktionen sind ab dem 31.02.27 geplant! Vorher Strategiesitzungen unterm Pflaumenbaum auf Takatukaland!



    Wahrscheinliche subversive Muster gegen diese Bürokraten:



    Höhnisches Auslachen, keines Blicks mehr würdigen, Honig ums Maul schmieren, dann am Stuhl sägen, usw. ....



    Nur "in den A....h kriechen" überlassen wir Politikern & anderen Dumm-Drückern!



    Abwarten "bis Sie den Willi erschlagen" bringt nichts mehr!



    In diesem Sinn: Kinder an die Macht! Es geht nicht anders, denn es ist ne Menge Arbeit, bis wir "die Langen" ohne Aufsicht auf die Straße, ins Büro, usw. lassen dürfen! Wenn wir jetzt nicht Anfangen, ist es zu spät! :-(



    Ps. Aber alles "im Rahmen der freiheitlichen demokratischen Grundordnung!" versteht sich!

    • Herma Huhn

      @Sikasuu:

      Genau aus dem Grund mag ich "Die Wahrheit" mittlerweile nicht mehr.



      Eine Realität, die wie eine Satire daherkommt, lässt sich nur noch schlecht persiflieren.

  • Hektor Rottweiler

    Autor des bpb-Textes ist Gerd Andreas Strohmeier, nun Rektor der TU Chemnitz, früher bayr. Kleinstadt, in Passau mit Stipendium der Hanns-Seidel-Stiftung ausgebildet. Da ist erstmal viel, das diese pseudokrtische Abwägerei erklärt. Aus dem Fazit Strohmeiers (einleitend wird die Thematisierung von Umweltproblemen positiv bewertet, um sie dann aber mit vermeintlich gleichrangigen Partikularinteressen zu kontrastieren und anschließend pauschal im politischen Spektrum zu verorten):

    > dass Umweltprobleme als politische Inhalte eine große Bedeutung haben. Äußerst bedenklich ist allerdings, dass beinahe nur Umweltprobleme thematisiert bzw. andere Probleme, Bedürfnisse oder Forderungen, z.B. der Wirtschaft, gegenüber Belangen der Umwelt als absolut nachrangig und unbedeutend dargestellt werden und sich die "richtigen" politischen Positionen grundsätzlich "links" der politischen Mitte befinden.

    Das ist in etwa, was ein intellektuell durchschnittlicher Journalist in einem Kommentar in der „Welt“ zustande bringen würde. Strohmeier stand zu diesem Zeitpunkt kurz vor der Habil!!

    Also dass die bpb das veröffentlicht hat, ist wirklich hart.

  • la suegra

    Das Gegenbeispiel ist Paw Patrol, bei dem Kinder zu Hilfssheriffs im Kapitalismus ausgebildet werden und alle Abweichlerschlecht sind. Aber Behörden und Polizei haben immer Recht. Gabs mal ne gute Analyse von Wolfgang M. Schmidt zu.

  • Ludowig

    Die Hörspielreihe "Benjamin Blümchen" existiert seit 1977 und wird bis heute fortgesetzt. Die Kinder Neustadts, die sich für Umweltschutz und Gemeinwohl einsetzten, entwickelten sich demnach zu Erwachsenen, die mehrheitlich einen Bürgermeister wählen, der die Interessen der Wirtschaft vertritt. So gesehen geht von "Benjamin Blümchen" keinerlei Gefahr für die öffentliche Ordnung aus.

  • Marcus Oberreuter

    Ich bin begeistert vom bpb-Autor Gerd Strohmeier, der bei Erscheinen des Apuz-Artikels nur 30 Jahre alt war. Faszinierend und enorm peinlich zugleich.

  • Zangler

    Ich musste dreimal nachsehen, ob ich in der "Wahrheit" gelandet bin. Endlich habe ich die Erklärung für meine notorisch anarchokommunistische Einstellung gefunden: Zu viel Benjamin und Bibi! (Und "Löwenzahn", nicht zu vergessen ...) Kaum zu glauben, dass letzteres sogar im ÖRR lief.

  • Jesus

    Ich dachte Sie übertreiben und habe mir die Studie durchgelesen. :D das ist an Lächerlichkeit schwer zu überbieten!



    Den Punkt, dass durch eine durchweg negative Darstellung der Politiker Politikverdrossenheit steigen kann, finde ich sogar nachvollziehbar, aber insgesamt wirklich bescheuert der Text, die arme Wirtschaft wird als böse dargestellt :D