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Zuckersteuer auf GetränkeWie das Agrarministerium Zuckerfortschritte schönrechnete

Das CSU-Ministerium stellte die Bemühungen der Industrie für weniger Zucker wissentlich positiver dar, als sie waren. Eine entsprechende Steuer will es verhindern.

Im Streit über eine Zuckersteuer hat das Bundesagrarministerium die freiwillige Zuckerreduktion bei Erfrischungsgetränken erfolgreicher dargestellt, als sie einem internen Bericht zufolge war. In einer Zusammenfassung einer Analyse der Zuckergehalte von 2018 bis 2024 für die „Hausleitung“ um Minister Alois Rainer (CSU) schrieb das zuständige Fachreferat im Mai 2025: Der Zuckergehalt von Erfrischungsgetränken sei in dem Zeitraum um 9,1 Prozent zurückgegangen. Doch in der Pressemitteilung verkündete das Ministerium im Juli 2025, Erfrischungsgetränke würden „durchschnittlich knapp 15 Prozent weniger Zucker“ enthalten.

Rainer lehnt eine Abgabe auf Zucker in Erfrischungsgetränken ab. Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will mit den Einnahmen aus der Steuer die Krankenkassen entlasten. Zudem soll die Abgabe den Zuckerkonsum reduzieren, der zu Karies, Übergewicht und Erkrankungen wie Diabetes beitragen kann.

Die 15 – genauer: 14,9 Prozent – weniger Zucker standen zwar ebenfalls in dem Dokument des zuständigen Ministeriumsreferats. Aber diese Zahl bezog sich nicht auf alle untersuchten Getränke, wie in der Pressemitteilung nahegelegt, sondern nur auf den „gewichteten mittleren Zuckergehalt der marktrelevanten Produkte“, wie die Beamten in dem internen Bericht schrieben. Also nur auf die meistverkauften Getränke, und Produkte mit hohen Verkaufszahlen zählten stärker. Die Pressemitteilung ließ diese Einschränkung weg. Die interne Zusammenfassung ist jetzt über eine Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz auf dem Portal FragDenStaat.de veröffentlicht worden.

Die Zahl war auch sonst mit Unsicherheiten behaftet. Darauf wies das bundeseigene Max-Rubner-Institut für Ernährungsforschung, das die Analyse erstellt hatte, selbst hin. Denn die Stichprobe von 2018 sei kleiner als die von 2024, „sodass die Möglichkeit besteht, dass einige marktrelevante Produkte nicht identifiziert wurden“, schrieben die Experten im „Ergebnisbericht Produktmonitoring 2024“ vom April 2025. Die Unterschiede „können daher auch methodisch bedingt sein und sind nicht zwingend auf eine Veränderung unter den absatzstärksten Produkten zurückzuführen“.

Rainer vertraut auf ein Entgegenkommen der Industrie

Die Pressemitteilung erwähnte diese Bedenken nicht, möglicherweise weil die 15-Prozent-Angabe dem Ziel entsprach, das sich die Getränkeindustrie gesetzt hatte. „Die meisten der von der Wirtschaft selbst gesteckten Ziele wurden bereits oder werden absehbar erreicht“, hieß es in der Mitteilung. Auch mit solchen Argumenten lehnte Rainer den Vorschlag ab, eine Steuer auf Zucker in gesüßten Getränken zu erheben. Er setze lieber „auf freiwillige Vereinbarungen mit der Wirtschaft, den Anteil von Zucker, Fett und Salz in verarbeiteten Lebensmitteln zu reduzieren“. Diese Strategie zeige Wirkung.

In Wirklichkeit stellten seine Fachleute in dem Bericht über die Zwischenbilanz der vom Ministerium initiierten „Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie“ fest: „Die Ergebnisse sind insgesamt durchwachsen: Es gibt bei keiner der untersuchten Produktgruppen substantielle Veränderungen.“ Zwar seien „vereinzelt statistisch signifikante Verringerungen“ ermittelt worden, diese seien allerdings oft so gering, dass sie „ernährungsphysiologisch zu vernachlässigen sind.“ Dabei gibt es die Strategie bereits seit 2018.

Das Ministerium ließ in der Erklärung auch wichtige Informationen aus der internen Zusammenfassung weg: Zum Beispiel, dass die Zuckergehalte aller untersuchten Erfrischungsgetränke seit 2022 nicht mehr signifikant zurückgegangen seien. Oder dass „reguläre“, also nicht als light, leicht oder kalorienreduziert deklarierte Erfrischungsgetränke „mit Kinderoptik“ 2024 23 Prozent mehr Zucker enthalten hätten als 2019. Bei regulären Fruchtsaftgetränken habe das Plus im Vergleich zu 2022 11 Prozent betragen.

Noch negativer fiel der Bericht des Rubner-Instituts aus. Bei der für die Debatte um die Zuckersteuer wichtigsten Untergruppe der Getränke, den gesüßten Erfrischungsgetränken, konnten „keine signifikanten Veränderungen“ von 2018 bis 2024 festgestellt werden, schrieben die Experten.

Das Agrarministerium wies Vorwürfe zurück, einen falschen oder irreführenden Eindruck erweckt zu haben. Die Darstellung in der Pressemitteilung sei korrekt, schrieb ein Sprecher der taz. Allerdings bestätigte er, dass sich die genannte Reduktion um knapp 15 Prozent nur auf den absatzgewichteten mittleren Zuckergehalt marktrelevanter Erfrischungsgetränke bezog. „Diese Produkte decken rund 80 Prozent des Absatzmarktes ab und sind daher für die tatsächliche Konsumrealität besonders aussagekräftig.“

Foodwatch: Rainer „Dienstleister der Ernährungsindustrie“

Luise Molling hingegen, Campaignerin der Verbraucherorganisation Foodwatch, sagt über den Fall: „Das war ein dreister Versuch des Ministeriums, die marginalen Fortschritte der Industrie bei der freiwilligen Zuckerreduktion als Erfolg zu verkaufen, um eine gesetzliche Regulierung als unnötig erscheinen zu lassen.“ Und weiter: „Das Ernährungsministerium unter Leitung von Herrn Rainer versteht sich anscheinend als eine Art Dienstleister der Ernährungsindustrie und nicht als regulierende Instanz, die die Gesundheit der Bevölkerung auch gegen deren Interessen schützt.“

Der CSU-Politiker steht vor allem der Agrarlobby nah. Der Dachverband Norddeutscher Zuckerrübenanbauer beispielsweise hat eine Zuckersteuer „entschieden“ abgelehnt. „Der aktuelle Vorschlag folgt aus unserer Sicht vor allem einer symbolischen Steuerpolitik – statt wissenschaftlich belegten Lösungen“, kritisierte der Dachverband Anfang Mai. Die Abgabe würde in „Konsumfreiheit, Marktmechanismen und bestehende Kooperationsansätze eingreifen, ohne dass ihre tatsächliche Wirksamkeit belegt ist.“ Gerade letzteres bestreiten die Befürworter mithilfe von Studien.

Nach jahrelanger Diskussion hatte die Bundesregierung in einem im April beschlossenen Gesetzentwurf zur Stabilisierung der Krankenkassenbeiträge eine Abgabe auf mit Zucker gesüßte Getränke angekündigt. Diese solle ab 2028 eingeführt werden, jährlich rund 450 Millionen Euro einspielen und „der gesetzlichen Krankenversicherung in geeigneter Art und Weise entlastend zugutekommen“, heißt es in der Vorlage, die Bundestag und Bundesrat noch vor der im Juli beginnenden Sommerpause beschließen sollen.

Die geplante Abgabe auf stark zuckerhaltige Getränke sei „nicht nur aus finanziellen Gründen sinnvoll, sondern auch aus Gründen der Prävention“, sagte Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) damals. „In anderen Ländern sehen wir, dass der Zuckerkonsum messbar zurückgegangen ist, nicht zwingend als ein Ergebnis von weniger Konsum, sondern einer Anpassung der Rezeptur durch die Hersteller, die dann eben auch deutlich weniger Zucker zugefügt haben.“

Die Ministerin wies darauf hin, dass eine Abgabe auf zuckergesüßte Getränke „bereits in hundert Ländern“ erhoben werde. Gerade bei Kindern und Jugendlichen tragen solche Getränke Experten zufolge erheblich zur täglichen Zuckeraufnahme bei. Damit steige das Risiko deutlich, Karies zu entwickeln sowie an Adipositas oder Typ-2-Diabetes zu erkranken.

Bis zu 32 Cent pro Liter?

Die Details der nun geplanten Abgabe sind noch nicht bekannt. Die Finanzkommission Gesundheit, die im Auftrag der Bundesregierung Sparvorschläge für die Krankenversicherung geprüft hat, empfiehlt zur Höhe jedoch, unter 5 Gramm Zucker pro 100 Milliliter keine Steuer zu erheben, von 5 bis weniger als 8 Gramm 26 Cent je Liter und bei höheren Gehalten 32 Cent zu kassieren. 100-Prozent-Fruchtsäfte und Getränke mit künstlichen Süßstoffen sollten ausgenommen werden. Die Kommission rät, die Abgabe „herstellernah“ zu erheben, zum Beispiel bei demjenigen, der das Getränk auf den Markt bringt.

Aber ob es so weit kommt, ist offen. Sicher ist nur: Die Lobbyisten der Zucker- und Getränkeindustrie versuchen in diesen Tagen massiv, die Bundestagsabgeordneten von Warkens Plan abzubringen.

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32 Kommentare

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  • Meine Empfehlung:



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    "Hirschhausen und der Zucker"



    /



    "Zucker kann das Leben versüßen – und zerstören. Wieviel Zucker ist gesund? Sind Süßstoffe eine gesunde Alternative?



    Jährlich konsumieren wir in Deutschland..."



    /



    www.ardmediathek.d...EtNzRjZDRkNGNhN2Ri

  • Natürlich wird der absatzgewichtete Wert angegeben. Alles andere wäre unseriös.



    Es interessiert wie viel Zucker konsumiert wird und nicht wie viel Zucker in den Supermarktregalen steht. Ganz offensichtlich ist der Zuckergehalt bei dem am stärksten konsumierten Getränken stärker zurück gegangen als bei den weniger häufig konsumierten Getränken. Das ist durchaus ein Erfolg und das darf man auch so benennen!



    Wer hat die ungewichteten Werte propagiert, möchte offensichtlich nur seine eigene Agenda mit den hingebogenen Zahlen untermauern.

    • Jost Maurin , Autor des Artikels, Redakteur für Wirtschaft und Umwelt

      @MK:

      Dann hätte die Pressemitteilung des bmleh ja auch erwähnen können, dass es sich nur um bestimmte Getränke handelt. Hat sie aber nicht.



      Und vergessen sie nicht die ganzen anderen negativen Zahlen, die ebenfalls fehlten.

  • "Die geplante Abgabe auf stark zuckerhaltige Getränke sei „nicht nur aus finanziellen Gründen sinnvoll, sondern auch aus Gründen der Prävention“

    Ja na klar. Die Union sorgt sich um die Gesundheit der Verbraucher. Genau deshalb hat der CDU Parteitag die Zuckersteuer nur 2 Monate vorher mit "großer Mehrheit" abgelehnt. Und genau deshalb hat die Union auch die "Fortschritte beim Zuckerkonsum" frisiert. Und genau deshalb gibt auch die Zuckersteuer nur auf Softdrinks. Und genau deshalb lehnt die Union seit jahren eine Mehrwehrtsteuersenkung auf Bio-Produkte ab. Alles wehgen der Prävention



    Aber mei, was soll man machen, wenns doch so in die eigene Agenda passt? Soviel zum Thema Schönreden.

  • Hier könnte man jetzt das selbe Argument anführen wie bei Rauchern, das höhere Steuern auf solche Getränke geringverdienende Personen überdurchschnittlich mehr belasten. Wenn es dann noch wie in England ist, wo die Hersteller/Handel zur Steuererhöhung ihre Margen deutlich erhöht haben, wird es für diese Personen noch prekärer.

    • @Günter Witte:

      Der Fall Großbritannien und anderer Länder zeigt ganz klar: Viele Hersteller haben tatsächlich die Menge des Zuckers nach Einführung einer solchen Steuer in ihren Getränken reduziert und mussten somit auch nicht die Preise erhöhen, da die Steuer ja auf den Zuckergehalt abzielt und nicht auf das Getränk an sich. Das werden natürlich nicht alle Hersteller machen aber ich denke schon die Meisten, da man sich höhere Preise schlicht nicht erlauben kann. Von daher findet auch keine Mehrbelastung ärmerer Haushalte statt.

  • Steuern werden gerne da erhoben, wo die Menschen den Konsum ungerne lassen können. Es sind Lastersteuern die beständig hohe Steuereinnahmen garantieren. Würde es ernsthaft um gesundheitliche Aspekte gehen, müsste man ganz andere Maßnahmen ergreifen.

  • Wieso müssen noch mehr Steuern erhoben werden? Hält die Politik die Verbraucher für dämlich? Wer weiß denn nicht, dass bestimmte Getränke viel Zucker enthalten und daher eher sparsam konsumiert werden sollten. Aber klar, er erhobene Zeigefinger ist natürlich attraktiver, wenn er auch noch Geld in die Staatskasse spült.

    • @FraMa:

      Das hat nichts mit erhobenen Zeigefinger zu tun. Steuern dienen, neben der Finanzierung des Staates, eben auch als ordnungspolitisches Instrument, um bestimmte Ziele zu erreichen. Bei der Zuckersteuer wäre es ein klassische Win-Win-Situation. Der Staat nimmt Geld ein, das er für die Gesundheitsversorgung einsetzen kann und der Zuckergehalt gerade der extrem schädlichen Softdrinks wird reduziert.

    • @FraMa:

      Leider sind die Verbraucher "dämlich". Wie sonst kommen wir auf einen Zuckerkonsum von durchschnittlich 90g pro Tag pro Person? Empfohlen werden 25g und maximal sollten es ungefähr 50g sein (4% des Kalorienbedarfs sollten maximal von Zucker kommen und 50g bezieht sich auf 2000 kcal)

      In meinem Umfeld weiß jeder, dass Zucker ungesund und schlecht ist. Trotzdem liegt er bei den meisten bei durchschnittlich 200g pro Tag. Die Hauptquellen sind Getränke und Süßigkeiten. In Getränken sind ja mittlerweile gut 10g pro 100ml. Wenn sich das um die Hälfte reduziert, würde man in meinem Umfeld schon allein dadurch 50g pro Tag einsparen. 150g sind zwar immer noch brutal viel, aber immerhin ein Anfang.

      Und das Geld fließt nicht in die Staatskasse sondern in die Krankenkassen. Da wo es mehr als dringend benötigt wird, weil der zu hohe Zuckerkonsum zu immer mehr Folgen führt und das die Kosten für die Kassen nach oben treibt.

    • @FraMa:

      Mit Ihrem Argument könnten man auch sagen, dass die Tabaksteuer deutlich gesenkt werden könnte. Käme MIR als Raucher entgegen, ich belaste mit meinem Verhalten aber das Gesundheitssystem (wissentlich!). Also sollte ich für mein (Fehl-)Verhalten auch mehr zahlen, und das geht nur in Form von produktbezogenen Steuern. Beim Zucker ist es nicht anders. Jeder weiß wie schlecht es ist, und trotzdem wird unsere Gesellschaft immer „mehrgewichtiger“, was ebenfalls das Gesundheitssystem belastet. Die logische Folge sind Steuererhöhungen, mir fehlt hier aber noch die deutliche Erhöhung der Alkoholsteuer...

      • @MarsiFuckinMoto:

        Neuere Zahlen legen eher nahe, dass die Summe, mit der ein Raucher das Gesundheitssystem belastet, überproportional bei der Rente gespart wird.



        Aber so etwas interessiert Demagogen wenig.



        Was zählt, ist die Ideologie und nicht irgendwelche Tatsachen. Die verunsichern nur unnötig die Wähler.

    • @FraMa:

      "Wieso müssen noch mehr Steuern erhoben werden?"

      Wieso nicht? Offensichtlich werden doch die Zuckerbomben trotzdem in großen Mengen konsumiert. Also warum keine Steuer darauf erheben? Gibt es doch bei anderen Produkten auch.

  • Schon Rainers Vor-Vorgängerin Klöckner setze 2018 auf "Freiwilligkeit" als in UK die Zuckersteuer eingeführt wurde, die jetzt in Deutschland diskutiert wird. Der Erfolg der Zuckersteuer in UK ist gut dokumentiert.

    Die Freiwilligkeit in Deutschland der letzten Jahre ist, selbst wenn schöngerechnet wie oben beschrieben, ein Witz gegenüber UK.

    Die Zuckerlobby hat dennoch schon diverse Lügenkampagnen gestartet, in denen de facto behauptet wird, dass sich u.a. die arme Oma den Würfel-/Kandiszucker für ihren Ostfriesentee nicht mehr leisten kann, obwohl niemand plant, diese höher zu besteuern.

    Seehofer als Budneslandwirtschaftsminister war 2008 gegen die Lebensmittelampel (wurde dann auch verhindert) und Klöckner fand, dass Lebensmittelampel bzw. Nutri-Score "verwirrend" sein. Letzterer ist daher auch nur freiwillig.

    Es geht nicht um Bevormundung oder Gängelung der Bürger. Es geht darum ihnen zu helfen. Und es hilft ihnen, siehe u.a. UK.

    • @Holger Kaempf:

      Eigenverantwortung hat noch nie funktioniert.

  • Leider hat auch die Zuckersteuer nur Vordergründig die Volksgesundheit in Auge. Das eigentliche Versagen der Politik besteht darin, nicht die Eier zu haben einen verpflichtenden Nutriscore durchzusetzen. Insofern ist die Diskussion darüber ein reines Ablenkungsmanöver. Dänemark hat sie wieder abgeschafft. Die Steuer alleine garantiert keine Verbesserung des Ernährungsbewusstseins.

    • @mwinkl02:

      Und? Wenn draufsteht es ist ungesund interessiert es trotzdem niemanden.



      Und ein wenig gezielte Werbung und die Leute glauben ungesund ist das neue gesund. Sie ALLES mit viel Protein und eben auch gleichzeitig mit viel Zucker.



      Machen wir ein paar Vitamine in die Cola und plötzlich ist sie gesund.



      Dänemark hat sie auf Druck der Industrie wieder abgeschafft, die haben die Sachen einfach wesentlich teurer gemacht.



      Ein Grund war den grenzüberschreitenden Verkauf wieder anzukurbeln.



      Übrigens sollte man sich weiter informieren. Der Zuckerkonsum ist dadurch massiv gestiegen mit den gesundheitlichen Folgen.



      Stoffwechsel und Herzerkrankungen habe stark zugenommen und die Menschen bekommen sie immer früher.

      Dazu Dänemark hat pauschal versteuert, daher blieb der Zuckergehalt gleich und nur die Preise stiegen.



      Das UK System staffelt und setzt damit den Anreiz zu reduzieren.



      Übrigens zeigt auch dieses es geht nicht allein ums Geld.

      Der nächste Schritt muß dann aber auch Süßigkeiten und jedes Lebensmittel betreffen. Wir haben mittlerweile überall Zucker drin sogar in jeder Wurst.



      Zucker ist für die Industrie ein billiger Füllstoffe.

      USA hat mittlerweile eine große zuckerfrei Industrie,Gewin.

  • Ich verstehe das Problem nicht. Was spricht dagegen, die Erhebung auf die mengenmäßig großen Getränke zu beschränken und nach Verkaufszahlen zu gewichten?

    Es bringt doch nichts, auf den Zuckergehalt irgendeines Nischengetränks zu schauen (?)

    • @derzwerg:

      Es geht um die Empörung. Es geht darum, dass böse Konzerne böse sind. Alles andere als die gewichtet Zahl macht keinen Sinn. Klar wenn der Litschisaft, der kaum gekauft wird, den gleichen Zuckergehalt nach ein paar Jahren hat und man im gleichen Zeitraum ein Colagetränk zugleich um 20% senkt, müssen 10% ausgewiesen werden. Das ganze darf ja kein Erfolg sein. Ein Skandal wäre es umgekehrt: Die Hersteller hätten irgendwelche Nischengetränke im Zuckergehalt massiv gesenkt und die bedeutsamen Getränke hätte man gleich gelassen. Wenn dann Durchschnittswert angeben würde, Dann wäre der Aufschrei da. Dann aber auch zu Recht.

    • @derzwerg:

      Und warum genau sollte man die kleinen vor solch einer Regelung "verschonen"? Die Steuer wird ja nicht erhoben um Geld zu verdienen, sondern um den Zuckergehalt zu reduzieren. Mir fällt gerade kein Getränk ein, bei dem man sagen könnte "Zucker ist super wichtig, sonst funktioniert das Produkt nicht". Mit Ausnahme von Direktsäften, die auch von der Steuer "verschont" werden sollen und bei allen anderen Getränken sollte es absolut kein Problem sein den Zuckergehalt auf den freien Wert zu beschränken und mit Süßstoffen nachzuhelfen.

      • @André Schneider:

        Bei sportgerränken brauchen Sie Zucker und den nicht zu knapp, vor allem im Ausdauerbereich oberhalb von 2 Stunden. Zugegebenermaßen, soviele Menschen machen solchen Sport nicht.

  • Hat Irgendjemand etwas Anderes erwartet. Rainer wurde doch genau deswegen von Söder auf den Posten gehoben.



    Verbraucherschutz: egal



    Gesundheitsschutz: völlig egal



    Umweltschutz: sch…egal



    Gewinnmaximierung weniger: alles andere als egal.

    • @Flix:

      Ist es denn wirklich ein so glasklarer Fall für Verbraucher- und Gesundheitsschutz? Zucker, auch viel Zucker, in Limonaden scheint mir doch etwas anderes zu sein als Grenzwerte für Arsen und Quecksilber. Natürlich kann und soll man darüber streiten wo die Grenze zwischen Freiheit und Eigenverantwortung einerseits und der Notwendigkeit an staatlich organisiertem Schutz und Regulierung andererseits liegt aber damit stellt sich dann eben auch die Frage nach weiteren Maßnahmen. Warum nicht auch hochverarbeitete Lebensmittel massiv besteuern oder gleich ganz verbieten? Die ständige Verfügbarkeit von Tabak und Alkohol endlich einschränken? Oder die "5 am Tag" Empfehlung ebenso gesetzlich durchsetzen wie die Pflicht regelmäßig Sport zu treiben?

      • @Ingo Bernable:

        Die Zuckersteuer wirkt nachweislich und hat wahrlich keinerlei Nachteile. Sie ist einfach und schnell umzusetzen und würde zur Reduzierung der Gesundheitskosten beitragen.



        In meinen Augen ist das ein „No-Brainer.“



        Um den Rest kann man sich ja später kümmern, nach dem Motto: „Das eine tun, das andere nicht lassen.“

        • @Flix:

          Dass so eine Steuer wirkt bezweifel ich auch überhaupt nicht. Vielmehr geht es um die Frage welche Gesellschaft wir wollen und ob dazu ein Staat gehört der uns vorschreibt ein möglichst gesundes Leben zu führen oder ob es nicht auch eine legale und legitime Möglichkeit sein sollte sich dafür entscheiden zu können, sich heute mal gleich zwei Stück Buttercremetorte zu gönnen auch wenn man weiß, dass der Rohkostsalat wohl gesünder wäre. Die Möglichkeit sich lückenlos an sämtliche DGE-Empfehlungen zu halten wenn man das möchte hat man ja auch heute schon.

          • @Ingo Bernable:

            Falls E.T. die Diskussion aufschnappt und sich ma kundigmacht, was so der "Lebensmitteleinzelhandel" handelt, würde die Rückfrage lauten, warum wir Menschen die Lebensmittel ned in nem Extraladen verkaufen, weil die in dem mit allen Wundermitteln der modernen Wissenschaft erzeugten Spezialitäten, Kolonialwaren und dem ganze Non-Food-Krempel vollgestoüften Laden schwer zu finden sind ;).



            Ums persönlich kurz zu formulieren; solang ich ned "Diätcola" trinken MUSS, bezahl ich auch für das Genußmittel Cola (bzw. bin ich seit Ewigkeiten eher Spezitrinker) meinetwegen auch das Doppelte und kaufe sowas in nem Genußwarenladen.

        • @Flix:

          Wie genau wirkt sie nachweislich? Das einzige, das man in mehreren Ländern sehen konnte, ist, dass Rezepturen verändert wurden. Das ist ja das Problem.

          • @Mr. Hello:

            Wieso ist das ein Problem?



            Es ist was man erreichen will, weniger Zucker.



            Ich glaube du hast da einiges nicht verstanden.

            • @Flix:

              Zucker ist kein Gift, es handelt es sich weder um Nikotin, noch um Alkohol, wo jedes eingesparte Gramm wichtig ist. Selbst wenn diese Angaben (5-10g) die Realität abbilden würden (Rogers et al. schätzen in UK zw. 3-5g), kannst du gerne ausrechnen, wie viele kcal dies bedeutet. Gramm-Angaben bzgl. Zucker sind daher nur bedingt aussagekräftig.

              Neben der heterogenen findings zahlreicher Beobachtungsstudien aus aller Welt hinsichtl. der Auswirkungen auf die menschl. Gesundheit (das ist die Wirkung, die zählt), sieht man am Bsp. UK zudem folgendes (Zuckersteuer 2018 in Kraft getreten):



              -Erwachsene: Prävalenz von Übergewicht/Adipositas von 60,8% in 2015 auf 61,4% in 2022



              -10-11-Jährige: von 33,2% in 2015 auf 36,6% in 2022

    • @Flix:

      Naja, Fortsetzung der "Guten Arbeit" von Horst Seehofer und Julia Klöckner...

  • Die Zucker-Lobby ist in allen westlichen Staaten stark und geht seit Jahrzehnten gegen Wissentschaftler vor, die negative Forschungsergebnisse veröffentlichen wollen. Dass eine Steuer bei unseren europäischen Nachbarn erhoben werden konnte, war harte Arbeit. Um so mehr hat mich gefreut, dass Dr. Hirschhausen im Februar zu bester Sendezeit die Fakten präsentieren konnte:



    www.ardmediathek.d...EtNzRjZDRkNGNhN2Ri