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Todesstrafe in IsraelEin Strick nur für palästinensische Hälse

Gastkommentar von

Birte Brodkorb

Die Ausweitung der Todesstrafe steht auf der Agenda der Knesset. Jüdische Täter müssen das diskriminierende Gesetz nicht fürchten.

Freut sich schon auf die ersten Hinrichtungen: Israels rechtsextremer Minister für Nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir Foto: Chip Somodevilla/Pool via reuters

I srael will die Todesstrafe ausweiten – allerdings nur für Palästinenser. Der Gesetzentwurf, der voraussichtlich am Montag in der Knesset zur Abstimmung kommen wird, sagt das zwar nicht wortwörtlich. De facto meint er aber genau das. Die Todesstrafe soll für Straftaten zur Anwendung kommen, die als terroristisch eingestuft werden und bei denen vorsätzlich ein Mensch getötet wurde. Die Strafe könnte verhängt werden, wenn ein Mord mit dem Ziel begangen wurde, die Existenz des Staates Israel anzugreifen, ein Tatbestandselement also, welches israelische Gerichte bei jüdischen Tätern kaum vermuten werden.

Im Westjordanland schließt der Gesetzentwurf israelische Staatsbürger, seien es Soldaten oder Siedler, die der zivilen Rechtssprechung Israels unterstehen, von der Todesstrafe aus. Diese Diskriminierung im Hinblick auf die Identität des Täters stellt im Vergleich mit Staaten, in denen die Todesstrafe Praxis ist, einen schwerwiegenden Verstoß gegen verfassungsrechtliche Grundprinzipien dar. Zudem ist die Möglichkeit einer Strafminderung oder Begnadigung aufgehoben, da der Staatspräsident keine Befugnis zur Umwandlung von Urteilen hat, die von Militärgerichten im besetzten Gebiet erlassen wurden.

Israel bewegt sich damit genau gegensätzlich zum globalen Trend, die Todesstrafe abzuschaffen. Zwar existierte die Todesstrafe in Israel bereits grundsätzlich bei extrem schweren Verbrechen, wie Völkermord oder Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Sie wurde allerdings in der Praxis gegen einen Zivilisten nur ein einziges Mal – 1962 gegen den Naziverbrecher Adolf Eichmann – angewendet.

Bild: Privat
Birte Brodkorb

Birte Brodkorb ist Juristin und Kriminologin. Seit 2020 leitet sie den Bereich Internationale Beziehungen bei der Organisation Public Committee against Torture in Israel.

Die geplante Gesetzgebung verstößt gegen grundlegende Normen des Völkerrechts – darunter der Internationale Pakt über bürgerliche und politische Rechte, die UN-Antifolterkonvention und die Genfer Konventionen, die in besetzten Gebieten Anwendung finden. In Bezug auf das Westjordanland könnte die Umsetzung des Gesetzes zudem den Tatbestand des Kriegsverbrechens erfüllen.

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Keine abschreckende Wirkung

Der israelische Gesetzgeber scheint sich über diese Problematik bewusst zu sein, denn der Entwurf sieht weitreichende Vorkehrungen vor, nach denen alle Aspekte der Hinrichtung, die durch Erhängen erfolgen soll, darunter Verfahren, Ort und Identität der Henker, geheimgehalten werden können. Doch die Todesstrafe verletzt nicht nur internationales Recht. Sie ist vor allem ein Angriff auf die Menschenwürde und negiert das Recht auf Leben an sich.

Zahlreiche Studien belegen, dass die Todesstrafe weder abschreckend wirkt noch Kriminalität reduziert. Selbst israelische Sicherheitsbehörden erklärten, dass das Abschreckungsargument ambivalent und kontextabhängig sei. Das Gesetz verfolgt aber noch ein weiteres erklärtes Ziel: Vergeltung. Ob die Gräueltaten des 7. Oktober mit der Tötung der Verurteilten vergolten werden können?

Mit dem ausdrücklichen Ziel der Vergeltung ist das Gesetz Gestalt gewordener Ausdruck der Politik, die seit dem 7. Oktober 2023 in israelischen Haftanstalten – Gefängnisse und Militärlagern – vorherrscht, hauptsächlich vorangetrieben durch den rechtsextremen Minister für Nationale Sicherheit, Itamar Ben Gvir. Seit diesem Tag ist die Situation für palästinensische Häftlinge von systematischer Misshandlung und Folter geprägt.

Brutales Vorgehen in den Gefängnissen

Über 15.000 Häftlinge aus der Westbank und Gaza – darunter Kinder und Frauen – wurden und werden bis heute unter unmenschlichen Bedingungen festgehalten: in überfüllten Zellen, unhygienischen Zuständen, unzureichender beziehungsweise fehlender medizinischer Versorgung, bewusster Mangelernährung sowie massiver physischer und sexueller Gewalt. Mindestens 100 palästinensische Gefangene sind seitdem in israelischer Haft zu Tode gekommen.

Dem Internationalen Roten Kreuz sowie Angehörigen der Gefangenen bleibt bis heute der Zutritt verwehrt. Rechtsstaatliche Abhilfe gibt es nicht, da diese Taten so gut wie nie strafrechtlich verfolgt werden. Bislang ist kein Angehöriger des israelischen Sicherheitsapparates wegen einer der vielen Todesfälle seit dem 7. Oktober 2023 verurteilt worden.

Es gab nur eine Verurteilung eines Soldaten, der gefesselte Gefangene bei deren Transport nach Israel misshandelt hatte. Er wurde zu lediglich sieben Monaten Haft verurteilt. Die Anklage gegen fünf Soldaten, die, so per Videoaufnahme festgehalten, schwere sexuelle Misshandlungen an einem Gefangenen begangen haben, wurde gerade vom israelischen Militärstaatsanwalt zurückgenommen.

Die Todesstrafe bildet eine extreme Fortführung dieser staatlich legitimierten Politik der Einschüchterung und Vergeltung gegen palästinensische Gefangene. Ihre Folgen sind jedoch verheerend. Das Urteil ist endgültig und irreversibel – Justizirrtümer können nicht rückgängig gemacht werden.

Immer mehr Gewalt

Und Irrtümer passieren – besonders in einem System, das palästinensischen Gefangenen grundlegende rechtsstaatliche Garantien verweigert: Richter gehören der feindlichen Besatzungsmacht an, Übersetzungen in Arabisch sind oft unzureichend, Geständnisse werden häufig durch Folter erzwungen und den Angeklagten werden wesentliche Beweismaterialien vorenthalten – alles unter dem Vorwand der Sicherheit.

Das Gesetz hätte nicht nur dramatische Folgen für palästinensische Gefangene, sondern auch für die israelische Gesellschaft selbst. Sie zementiert die Botschaft, dass palästinensisches Leben einen untergeordneten Wert hat, und verursacht nur noch mehr Tod und Gewalt, Diskriminierung und Isolation. Eine Gesellschaft, in der Rache zum täglichen Brot wird, ist eine Gesellschaft, die ihre Menschlichkeit aufgibt.

Die Ausweitung der Todesstrafe in Israel ist keine ferne Dystopie, sondern unmittelbar drohende Realität, unterstützt von Teilen der Regierungskoalition sowie der Opposition. Sie kann und muss gestoppt werden. Deutschland und Europa stehen in der Pflicht, alles dafür zu tun, dass dieses Gesetz nicht eingeführt wird. Zum Schutz des internationalen Rechts, zum Schutz von Menschenrechten und zum Schutz des Lebens an sich.

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73 Kommentare

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  • Das kann man nicht verteidigen, wenn man zugleich verhindern will, dass die Bedingungen für freiheitliche Demokratien weltweit und für eine (relativ) friedliche Zukunft weiter verfallen.

    Wenn einem das egal ist, dann findet man natürlich Gründe je nach politischer Sympathie.

    Man kann nicht konsistent beides zugleich anstreben: (liberale) Rechtstaalichkeit, Frieden und ethnische Gesetzgebung die auch in anderer Weise dem Rechtstaatsprinzip widerspricht z.B. in der Unklarheit der Begrifflichkeit und des eigentlichen Vergehens, dass doch sehr willkürlich anmutet.

    Da muss man sich entscheiden.

  • Der "Trend zur Abschaffung der Todesstrafe" ist doch schon längst vorbei!



    Aber das macht es auch nicht besser. Die Zivilisation ist auf dem Rückzug, und die Gewalt ist auf dem Vormarsch. Um so schlimmer!

  • An sich eine logische Konsequenz.



    1. Nur den Palästinensern die Verschärfung zuzusprechen obliegt wohl eher einem typischen -hier üblichen- Feindbild.



    2. Bei Verhandlungen werden dann wohl nicht mehr Eintauschverhältnisse von einem unschuldigen Israeli gegen 20 bis 60 ordnungsgemäß verurteilte Schwerstkriminelle erreicht werden.



    3. Sinwar ist ein gutes Beispiel für: Das Gegenteil von gut war gut gemeint.

  • Wer jetzt immer noch glaubt, daß Israel ein Rechtsstaat ist, dem ist echt nicht mehr zu helfen. Es ist eine Zweiklassengesellschaft.

  • 》Zahlreiche Studien belegen, dassdie Todesstrafe weder abschreckend wirkt noch Kriminalität reduziert.《



    .



    Vermutlich soll sie das in diesem Vorhaben jetzt auch nicht, sondern eher die Freipressung verurteilter Terroristen, wenigstens der schlimmsten, irgendwann ganz konkret verunmöglichen.



    .



    So ist z.B. Yahya Sinwar freigekommen, 1988 wegen Beteiligung an der Ermordung von vier Palästinensern, die der Kollaboration mit Israel verdächtigt worden waren, zu lebenslänglich verurteilt und dann 2011 zusammen mit 1026 anderen palästinensischen Gefangenen im Austausch gegen den israelischen SoldatenGilad Schalitfreigelassen.



    .



    Sinwar gilt als Planer hinter demTerrorangriff der Hamas auf Israel vom 7. Oktober 2023, nach dreiwöchigen Konflikten im Israel-Hamas-Krieg 2023 schlug er die Freilassung aller palästinensischen Gefangenen in israelischer Haft vor, als Gegenleistung für die Freilassung aller im Konflikt entführten Geiseln.



    .



    de.wikipedia.org/wiki/Yahya_Sinwar

    • @ke1ner:

      Ja gut und warum soll es dann nicht für jüdische Terroristen gelten?

      • @Edda:

        Es sollte für niemanden gelten

  • Das passt ins Bild dieser wenig demokratischer Regierung. Und es passt ins Bild, dass unsere Politiker, außer einer leichten Empörung, nicht viel dazu zu sagen haben. Wie wäre es mal damit, dieser Regierung in Israel mal Waffenlieferungen unsererseits zu verweigern?

  • Es steht jedem frei, auf die Begehung entsprechender Verbrechen zu verzichten. nicht nur jüdischen Bürgern.

    • @PeterArt:

      "Es steht jedem frei, auf die Begehung entsprechender Verbrechen zu verzichten. nicht nur jüdischen Bürgern."



      Es steht auch jeder Regierung, jedem Parlament frei, auf die Schaffung von Gesetzen mit Doppelstandard zu verzichten. Auch der israelischen.

    • @PeterArt:

      Sie befürworten also die Todesstrafe?

  • In der Vergangenheit wurden Apartheidsstaaten als solche benannt und von der internationalen Gemeinschaft politisch und ökonomisch isoliert.

  • Wenn das neue Gesetz zur Todesstrafe einen eklatanten Verstoß gegen zentrale jüdische Glaubensgrundsätze darstellt (wie @Sam Spade weiter unten dargelegt hat), müsste jetzt doch eigentlich die gesamte jüdisch-orthodoxe Welt Kopf stehen. Beim Kippen der Wehrdienstbefreiung für Ultraorthodoxe in Israel haben diese schließlich auch einen Riesen-Bohai veranstaltet.



    Aber Gläubige sind nicht gleich Gläubige. Manchen geht es tatsächlich um die Bewahrung religiöser Gebote, anderen wohl nur um die Verteidigung von Privilegien (das scheint bei den Ultraorthodoxen in Israel und ihren Parteien so zu sein), wieder anderen um die knallharte Durchsetzung politischer Interessen (den Nationalreligiösen und Siedlernationalisten in den Westbanks).



    Aber man muss ja nicht so weit in die Ferne schweifen, man kann beim Christentum bleiben: in den Staaten beten Evangelikale bedingungslos ihren Götzen Donald Trump an und machen sich politisch mit Faschisten gemein.



    Und ich möchte nicht wissen, wie viele sogenannte Christen hierzulande kein Problem damit haben, ihren Glauben mit der rechtsextremistischen Agenda der AfD zusammenzubringen (s. Beatrix v. Storch).

  • Wird interessant sein, wie die Ben-Gvir-solidarischen Antideutschen bzw. Ideologiekritischen bzw. Antiautoritären dann argumentieren.



    Dass in Israel eine gesichert Rechtsextreme Regierung Folterknäste betreibt, völkerrechtswidrige Angriffskriege vollführt und Pogrome der 'Siedler' toleriert oder fördert, war ja bislang kein Grund die unverbrüchliche Solidarität mit Ben-Gvir und Co. auch nur ansatzweise in Frage zu stellen.



    Ob es irgend eine Grenze dieser Solidarität mit dem regierenden und folternden israelischen Rechtsextremismus gibt?



    Was muss eigentlich noch geschehen, damit das 'böse' Wort vom Apartheidstaat nicht unmittelbar und reflexhaft als antisemitisch geframt wird?

    • @Anne in Pink:

      Es gibt keine Ben-Gvir-solidarischen Antideutschen! „Antideutsche“ (=das Wort ist eh meist nur ne Fremdzuschreibung, wird selbst nicht verwendet) sind mit dem jüdischen Staat und seiner Bevölkerung solidarisch, nicht jedoch mit den Faschos dort in und außerhalb der Regierung, denn, mensch staune: Auch „Antideutsche“ sind immer noch Linke!

      • @Saile:

        Diese Trennung ist völlig unhaltbar. Die Regierung lenkt den Staat. Sie ist gewählt. Die Menschen treiben keinen Generalstreik, die Umfragen belegen hingegen Zustimmung für viele Kurse. Die Opposition in der Knesset ist überdies überwiegend auch nicht links oder liberal.

        Und der Staat ist die Gewalt, die - wenn sie mal alles überschauen - äußerst rege tätige Gewalt.

        Es bleibt nichts mehr, mit dem man "sauber" solidarisch sein könnte und das ist das Problem. Und das ist auch der Grund, warum "Antideutsche" mir - und bei weitem nicht nur mir - als Sekte gelten. Die glauben und halten zu etwas, was nicht existiert: Einem unschuldigen Staat Israel bewohnt von lauter guten Menschen. Eigentlich wird sogar Unfehlbarkeit vorausgesetzt. Das alles ist reinste Phantasie.

      • @Saile:

        Die Bezeichnung " Ben-Gvir-solidarisch" ist natürlich polemisch. Der ist einzeln betrachtet auch den allermeisten Antideutschen nicht genehm, auch Netanjahu nicht. Aber natürlich gibts auch diese Fraktion, die völlig kritiklos und einäugig ihre Solidarität mit Israel nach vorn stellt und die auch jetzt noch jegliche Kritik an dem Handeln der israelischen Regierung für prinzipiell unzulässig hält. Und die Argumentation, die man da geführt wird ist ziemlich weit weg von universalistischen, linken Werten. Da ist die Solidarität mit Israel längst zu Selbstzweck geworden und einer Sackgasse aus Ignoranz und Zynismus gelandet. Wenn man ab und zu an der Basis ist, weiß man das auch.

      • @Saile:

        Da bin ich mir nicht so sicher, wenn ich so manchen Post in der taz lese.

  • "Zahlreiche Studien belegen, dass die Todesstrafe weder abschreckend wirkt noch Kriminalität reduziert."



    Ich glaube, der große "Pluspunkt" (Vorsicht: Zynismus!) bei der Todesstrafe ist vor allem, dass sie weniger kostet als lebenslange Haft.

    • @XXX:

      Und der andere Zynismus: Ab dem 2. Mord ist mit Todesstrafe jeder weitere "kostenlos".

  • Womöglich wird hier jemand sogar das verteidigen wollen, doch eigentlich ist unterschiedliches Recht (wie etwa schon beim Einbürgern, beim Recht auf Rückkehr, bei Armeedienst) ganz schlecht für eine Demokratie. Da will wer ausdrücklich Richtung Helotenstaat Sparta oder früheres Südafrika.



    Bei aller Trauer um die Idee eines inklusiven, fairen Staats, der irgendwie zugleich ein sicherer Hafen für Juden ist, scheint das Thema durch zu sein. Entweder ein universal denkender Staat für alle, der dann aber auf keinen Fall nur "jüdisch" sein darf, jedenfalls nicht so, wie das die Koalition dort vorführt. Oder eben zwei lebensfähige souveräne Staaten auf Grundlage der UN-Resolutionen.



    Das Ende der Besatzung ist so oder so eine nötige wie sinnvolle Idee, ein Schlüssel zum Frieden.

  • Die Demokratie wird zunehmend zum Auslaufmodell. Die USA und Israel sind nur die prominentesten Beispiele für den schnellen Verfall.



    Die Welt wird sich ändern, für viele, und halt nicht zum besseren und friedlicheren. Wenn man optimistisch bleiben möchte, kann man es nur so sehen, das die Zukunft sehr interessant wird.

  • Keine Todesstrafe für niemand, nirgendwo!

    Jeder Staat, der in seiner Gesetzgebung die Todesstrafe vorsieht, sollte umgehend zum Paria erklärt werden.

    Todesstrafe hat nichts mit Gerechtigkeit oder Recht zu tun, sondern nur mit Rache.

    • @Klabauta:

      Mehr als 50% der Menschheit lebt in Ländern mit Todesstrafe. Von wem sollen denn diese Länder zum Paria erklärt werden und wie soll sich das äußern?

      • @Blechgesicht:

        Von den anderen 50%?

        Lassen Sie mich träumen. Wie wäre es zum Beispiel mit dem Entzug des Stimm- und Vetorechts bei der UN?

        Ich weiß, das wird nicht passieren. Aber das bedeutet im Umkehrschluss nicht, dass man achselzuckend sein Bedauern äußert, um dann Business as usual zu betreiben.

      • @Blechgesicht:

        ff …19. Februar 2007 wurde das Verbot der Todesstrafe auf Badinters Initiative hin in die französische Verfassung aufgenommen. Die im Kongress versammelten Abgeordneten von Nationalversammlung und Senat beschlossen die Änderung mit 828 zu 26 Stimmen. Nun heißt es im Artikel 66-1: „Niemand darf zum Tode verurteilt werden“. Diese Verfassungsänderung ermöglichte es, am 10. Oktober 2007 das 13. Zusatzprotokoll zur Europäischen Menschenrechtskonvention zu ratifizieren, das die Todesstrafe ausnahmslos, also auch zu Kriegszeiten, verbietet…



        Auf eine außergewöhnliche Probe gestellt wurde Badinters entschiedene Absage an die Todesstrafe 1983 durch den Prozess gegen Klaus Barbie, der 1943 in Lyon den Befehl zur Deportation von Badinters Vater Simon unterzeichnet hatte. Simon Badinter war im Vernichtungslager Sobibor ermordet worden; Robert entging nur knapp dem gleichen Schicksal. „Vierzig Jahre später hielt sein Sohn in seinem Pariser Amtszimmer die Deportationsorder mit Barbies Unterschrift in Händen – und fand sich in seinem Beschluss bestätigt, dem Täter ein über jeden Zweifel erhabenes rechtsstaatliches Verfahren angedeihen zu lassen.“

        de.wikipedia.org/wiki/Robert_Badinter

      • @Blechgesicht:

        Mein Griechisch-Lehrer merkte mal an “Reden ist Silber - Schweigen ist



        Blech!“ - angesichts ehrer passend!

        unterm—



        “…Im Juni 1972 unterlag Badinter als Verteidiger vor Gericht und wurde Zeuge der Guillotinierung seines Klienten Roger Bontems, der gemeinsam mit seinem Komplizen Claude Buffet wegen Beihilfe zum Mord an zwei Geiseln anlässlich eines Ausbruchsversuches aus dem Gefängnis von Clairvaux zum Tode verurteilt wurde. Badinter wurde dadurch von einem Kritiker zu einem vehementen Gegner der Todesstrafe. 1973 verarbeitet er diese Erfahrung in seinem ersten Buch L’Exécution.



        Von nun an verteidigte er oft erfolgreich Angeklagte, denen die Todesstrafe drohte, und erhielt deshalb den Spitznamen „Monsieur Abolition“. Durch ein denkwürdiges Plädoyer gegen die Todesstrafe erwirkte er im Juni 1977 gegen den öffentlichen Druck die Abwendung der Todesstrafe für den Kindesmörder Patrick Henry, der zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt wurde.,…



        Eine Demokratie, die gegen Terroristen die Todesstrafe vollstreckt, macht sich die Werte Letzterer zu Eigen.“



        – Robert Badinter: Rede vor der Assemblée Nationale —



        Am 19. Februar 2007 wurde das Verbot der Todesstrafe auf Badinters Initiative

      • @Blechgesicht:

        Das bedeutet, dass man alles so belässt wie es ist. Ein Kampf gegen die barbarische Todesstrafe ist also nicht nötig - oder wie soll man das verstehen???

  • Israel ist auf einem gefährlichen Irrweg.

  • Es vergeht ja kaum eine Woche, in der ich nicht denke: „Krass! Hätte nie gedacht, dass ich das in meiner Lebenszeit noch miterlebe!“

  • Es zeigt einmal mehr den rechtsextremen Charakter der derzeitigen israelischen Regierung, noch mehr Härte, noch mehr eigene Gewalt soll den Sieg, den Frieden bringen. Das hat scheinbar sogar eine ganze Zeit funktioniert, weswegen Netanjahu gefühlt Ewigkeiten MP ist und gefühlt für immer bleibt, bis zum 07.10.2023. Seitdem ist das letzte Argument, die Sicherheit, ebenfalls perdu. Der Angriff zeigte auch, dass man ohne eine Kooperation mit den Palästinensern niemals wirklichen Frieden haben wird. Dies zu erkennen und danach zu handeln überfordert die israelische Regierung, nach wie vor versucht man, mit dem Militär Politik zu machen. Das wird scheitern, aller militärischen Erfolge zum trotz.

  • Wie schon im Artikel erwähnt schreckt das keinen Terroristen ab und da hier auch meist ein islamofaschistischer Hintergrund vorliegt werden die Terroristen ohnehin zu Märtyrern stilisiert unabhängig davon ob sie selbst an den Quark glauben. Damit kann man nur verlieren.

    • @Axel Schäfer:

      Islamofaschistisch“ ist kein sachlicher Begriff, sondern pauschalisierend und hetzend. Er setzt eine Religion mit Extremismus gleich und hat mit der eigentlichen Frage überhaupt nichts zu tun.

      Gleichzeitig wird so getan, als würde man hier in einem normalen rechtsstaatlichen Rahmen über die Todesstrafe für eindeutig verurteilte Täter diskutieren. Genau das ist aber der zentrale Streitpunkt: Fragen von Rechtsstaatlichkeit, fairen Verfahren und Gleichbehandlung werden komplett ausgeblendet.

      Stattdessen wird eine komplexe politische und rechtliche Situation auf ein simples „Terrorismus-Problem“ reduziert.

      Und unabhängig davon bleibt die Todesstrafe selbst ein Bruch mit grundlegenden menschenrechtlichen Prinzipien. Das ist nichts, was man einfach als legitime Option „durchdiskutieren“ kann.

    • @Axel Schäfer:

      Es schreckt nicht nur nicht ab. Es hilft auch Hamas & Co. bei der Rekrutierung.

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        Bei der Rekrutierung für Hamas und Co. braucht es keine weitere Hilfe, da reicht schon die brutale Besatzungsmacht und die Pogrome in der Westbank gegen palästinensisches Leben und Eigentum sowie das Aushungern von Gaza.

        All das hilft enorm bei der Rekrutierung weiterer Terroristen! Die Todesstrafe ist da überflüssig. Wir reden hier von Menschen, die sowieso nichts anderes mehr erwarten oder jegliche Hoffnung verloren haben als auf den Tod. Ohne Zukunftsperspektiven und Aussicht auf Freiheit und Frieden stirbt es sich viel leichter.

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        Inwiefern hilft ihnen das bei der Rekrutierung?

        • @Zille:

          Hat @Edda oben schon beschrieben. Es ist die absolute Perspektiv- und Hoffnungslosigkeit der Palästinenser angesichts der israelischen Oppression, die sie in die Arme der Hamas treibt.



          Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge werden hierzulande in diesem Kontext übrigens nicht gerne diskutiert, denn sie werfen ein äußerst ungünstiges Bild auf unseren Verbündeten Israel.



          Wollte man diesen verhängnisvollen Kreislauf von Gewalt und Gegengewalt wirklich durchbrechen wollen, dürfte man nicht nur an die direkten Konfliktparteien appellieren. Als Terrororganisation, die die Hamas ist, ist sie ohnehin nur schwer zu erreichen. Aber müsste dann nicht auch die israelische Regierung als Terrororganisation eingestuft werden, da Israel diplomatischen Bemühungen mittlerweile ebenso unzugänglich ist? Nur eine Frage.



          Man muss auch appellieren an die Unterstützer Israels, so z.B. die deutsche Regierung. Was hat sie konkret unternommen, um diesen Konflikt zu deeskalieren? Nicht viel, fürchte ich.



          Im Gegenteil bedeutet die Wiederaufnahme von Waffenlieferungen an Israel ein unverantwortliches Öl-ins-Feuer-gießen.

        • @Zille:

          Wer nichts mehr zu verlieren hat, hängt vielleicht auch nicht mehr so am Leben.

  • Die Verabschiedung des Gesetzes wäre das Ende der liberalen Demokratie in Israel und ein Sieg des von Ben Gvir protegierten Kahanismus.

    Ein eklatanter Bruch mit der jüdischen Tradition des Pikuach Nefesch und ein eklatanter Verstoß gegen die Halacha.

    Das dürfte der Pro-Fraktion aus dem gemäßigten Lager in naher Zukunft noch einige Kopfschmerzen bereiten.

    Die jüdische Theologie scheint ebenso gespalten zu sein, wie die Gesellschaft. Das Land bewegt sich nach rechts und setzt die Lehren oder besser gesagt Wahnvorstellungen eines jüdischen Nazis in die Praxis um. Verkehrte Welt.

    Hätte sich Meir Kahane zu Lebzeiten selbst in seinen wildesten Träumen nicht besser ausmalen können.

    Bedauernswert sind die Juden in der Diaspora. Es wird auf sie zurückfallen und sie werden noch mehr Ressentiments ausgesetzt sein. In Deutschland, in der Schweiz, in Frankreich und in vielen anderen Ländern der Welt.

    • @Sam Spade:

      Wieso fällt das auf die Juden in der Diaspora zurück?



      Macht irgendjemand im Westen lebenden Russen einen Vorwurf für Putins Verbrechen? Oder in Europa lebenden Amerikanern für Trumps durchgeknallte Politik?

      • @Oma:

        Aber hallo! Ich wurde bereits mehrfach gefragt, warum ich Putin so toll finde, wohl weil ich ein breites Gesicht habe und einen Lada Niva fahre.

      • @Oma:

        Äh wieso nicht? Irgendwie fällt der 2. Weltkrieg auch auf alle deutschen zurück. Differenzieren ist halt anstrengend.

      • @Oma:

        Das ist die sich besorgt gebende Erzählung, Israel bzw. Teile der "jüdischen Theologie" seien für die Zunahme des Antisemitismus weltweit verantwortlich.



        .



        Also zusammen genommen: die Juden selbst.

      • @Oma:

        Das stimmt natürlich.



        Allerdings wäre es mE sehr wünschenswert, wenn sich die Verbände, gerade hier in Deutschland, deutlich von diesem Gesetz und der israelischen Regierung, die ja dieses Gesetz eingebracht und verabschiedet hat, distanzieren würden.

    • @Sam Spade:

      Es würde den Deutschen, Schweizern, Franzosen jüdischen Glaubens sehr helfen, wenn ihre Regierungen sich (endlich) vom Regime Netanjahu und Konsorten distanzieren.

      • @Tz-B:

        Warum schreibt Ihr nicht deutsche, schweizer, französische Juden (gerne auch noch gegendert: und Jüdinnen)? Warum „jüdischen Glaubens“? Jüdisch ist nicht nur ein Glaube!

      • @Tz-B:

        Ja genau.



        Von Deutschen erwartet man auch dass sie sich von Alice distanzieren.

      • @Tz-B:

        Hier bin ich anderer Meinung. Ich denke, es würde eher dazu führen, dass jüdische Mitbürger:innnen noch stärker als Freiwild angesehen werden.

  • Das ist ja nicht wirklich überraschend, reiht es sich doch ein in ein die letzten Jahre über leider zunehmend faschistisches Agieren der Regierung Netanyahu. Was dagegen überrascht und erschreckt, ist, dass auch Teile der Opposition dieses Gesetz mittragen.

  • "Die geplante Gesetzgebung verstößt gegen grundlegende Normen des Völkerrechts – darunter der Internationale Pakt über bürgerliche und politische Rechte, die UN-Antifolterkonvention und die Genfer Konventionen, die..."



    /



    Will die 'radikale Rechte' in Israel wohl wirklich wissen, an wen oder was ihre Intentionen historisch gebildete und differenziert denkende (Welt)Bürger:innen in einer globalisierten Welt denn aktuell ganz verschärft erinnern könnten?

  • Worin unterscheiden sich Iran und Israel in nicht allzu ferner Zukunft noch, wenn das so weiter geht? Allein in der Anzahl der staatlich organisierten Hinrichtungen?



    Gestaltet man so lebenswerte Zukunft?

    • @Nansen:

      Ich denke, dass der Unterschied zwischen Iran und Israel u.a. darin besteht, dass in Israel Frauen und LBQT+ nicht angegriffen werden, weil sie Frauen und LBQT+ sind, sondern, weil sie ggf. Terrorist:innen sind. Während sie im Iran angegriffen und verfolgt werden, weil sie einfach Frauen und/oder LBQT+ sind. Für mich persönlich macht das einen Unterschied.

      • @*Sabine*:

        Sie meinen also, wenn es sich um Terroristinnen handelt, ist das schon okay mit der Todesstrafe, und Israel gehört trotzdem weiterhin zum Kreis der demokratischen Staaten?

    • @Nansen:

      Nunja, das ist jetzt ein überzogener Vergleich. Gerade in punkto Todesstrafe ist der Iran ja quasi unübertroffen und wird sicherlich auch von Israel in absehbarer Zeit nicht übertroffen. Schlimmer finde ich die Tatsache, dass der Apartheid-Vorwurf gegen Israel Schritt für Schritt immer plausibler wird. Nicht nur wegen der Todesstrafe nur für Araber, sondern natürlich auch wegen den hemmungslosen Verfolgungen im Westjordanland, der jetzt auch immer mehr Christen zum Opfer fallen, also unsere eigenen Religionsgenossen.

      • @Günter Picart:

        Selbst in Iran wird die Todesstrafe nicht systematisch als Waffe gegen eine bestimmte Gruppe eingesetzt. Abgesehen von der hohen, zu erwartenden, Zahl an Hinrichtungen und dem eindeutigen Rachecharakter dieses Gesetzes ist dieser rassistische Aspekt, den Sie völlig zurecht als Teil der Apartheidsstruktur erkennen, und, wie sich dieses Gesetz in die vielen genozidalen Aktionen gegen das palästinensische Volk einreiht, das Erschreckendste an dieser, von der großen Mehrheit der Knesset und des israelischen Volkes, mitgetragenen Entscheidung. Ob diesem Wahn Christen, Muslime, Juden oder Zeugen Jehovas zum Opfer fallen ist völlig egal, es ist in jedem Fall entsetzlich.

      • @Günter Picart:

        Es ist also schlimmer, wenn Christen vom Siedler-Mop verfolgt und misshandelt werden, als wenn es sich (nur?) um Palästinenser (Moslems?) handelt ?

        • @Tz-B:

          Nur so am Rande, die Christen in Israel / Palästina sind alle Araber / Palästinenser. Und ja, leider haben die es zunehmend schwer, werden sie doch von islamischen und jüdischen Extremisten massiv bedrängt.

    • @Nansen:

      Diese Fragen sind grundsätzlicher Natur, die Methoden dieser Vorgehensweise eher Pragmatismus der alten Schule, wer sollte das besser wissen als die Enkel...



      "Es wenden die Herrscher



      ihr segnendes Auge



      von ganzen Geschlechtern



      und meiden, im Enkel



      die ehmals geliebten,



      still redenden, Züge



      des Ahnhern zu seh'n."



      Johann Wolfgang von Goethe



      "Gesang der Parzen"



      Was würde David Ben-Gurion denn wohl...?

  • Bitte, bitte, schreiben Sie nicht diesen Satz : und negiert das Recht auf Leben an sich.

    Das haben die Täter auch negiert. Ist also für selbige völlig irrelevant.

    Es gibt viele Gründe gegten die Totesstrafe, aber der Satz ist keins.

    • @Donni:

      @ alle

      Ich habe nie behauptet, dass die Todesstrafe richtig ist, ich behaupte nur dass die Argumentation oben im Text sinnvoll ist.

    • @Donni:

      Das bedeutet: Auge um Auge, Zahn um Zahn. Jeder !!! mensch hat ein Recht auf Gleichbehandlung und Fairness. Das zu negieren bedeutet Faschismus.

    • @Donni:

      Doch, auch wenn es schwer fällt, gilt das Recht auf Leben für alle Menschen. Es gibt Wege solche Täter unschädlich zu machen, ohne sie umzubringen. Auge um Auge sollte in einer zivilisierten Gesellschaft nicht mehr die Handlungsmaxime darstellen.

      • @esgibtnureinengott:

        Dabei ist 'Auge um Auge, Zahn um Zahn' eine limitierende Regel, die Eskalation verhindern soll und das Überbieten (also 3 Augen für ein Auge) in der Reaktion verbietet.

    • @Donni:

      Deswegen bezeichnen wir die Täter als Terroristen, für Rechtstaaten gelten andere Maßstäbe.

    • @Donni:

      Im Fall Eichmann würde ich Ihr Argument noch unterschreiben.

      Aber wenn Sie sich die Zustände vor allem im "Westjordanland" - also im weiterhin israelisch besetzten Palästina - anschauen, da wird man ganz schnell zum Terroristen, auch ohne jemanden zu töten oder bedrohen. Da reicht teils schon das Dasein und der Besitz von Land.

      • @Tz-B:

        Kurzer Abriss über Vergeltung und die Unverletzlichkeit des Lebens

        Als am 15. Dezember 1961 der Gerichtspräsident Landau in Jerusalem gegen Adolf Eichmann das Todesurteil verkündete, führten israelische Medienvertreter eine telefonische Blitzumfrage in der israelischen Bevölkerung durch.

        Ergebnis, 68% plädierten für die Umwandlung des Urteils in lebenslängliche Zwangsarbeit und 24% für die Vollstreckung der Todesstrafe.

        Die Begründung der meisten Befragten, die eine Umwandlung der Strafe befürworteten deckte sich mit den Äußerungen vieler Rabbiner und auch Intellektuellen wie Nelly Sachs, Gershom Scholem oder Martin Buber.

        Der Tenor lautete:



        "Was hier getan wird, ist nicht das Judentum, sondern eine jüdische Imitation des Schlimmsten, was Juden unter den Nationen gelernt haben."

        "Wir wollen nicht, dass diese hasserfüllte Person aus uns Henker macht und die Welt behaupten kann, dass das jüdische Volk für das vergossene Blut mit Blut bezahlt wurde".

        Zusammengestellt aus Zitaten von Martin Buber und Gershom Scholem.

    • @Donni:

      Hm, aber wenn der Staat in Zukunft das Recht auf Leben negiert, dann ist Terrorismus in Zukunft gerechtfertigt? Es gibt möglicherweise Gründe für die Todesstrafe, aber was sie da sagen ist keins.

      • @Schmetterling:

        Prima. Wenn der Staat in Zukunft das Recht auf Leben nicht negiert, ist Terrorismus illegal?



        Sorry, aber die vertauschen Ursache und Wirkung.

  • Die Zerstörung Israels durch die rechtsextreme Clique geht leider in die nächste Runde, leider anscheinend auch mit Unterstützung eines nicht unbeträchtlichen Teils der israelischen Gesellschaft. Es ist zum Verzweifeln. Wenn dann dieselbe Verbrecherbande aus den Regierungsparteien sich auch noch anmaßt, im Namen von Jüd:innen weltweit zu handeln vorzugeben, und gleichzeitig Kritik an ihren Verbrechen mit echtem Antisemitismus gleichzusetzen, dann steht sich einem echt alles um.

    Ich fand den Apartheidsvorwurf bisweilen polemisch überspitzt (wenn auch angesichts der willkürlichen Aufteilung der Besatzungszonen und der entsprechenden Rechtsfolgen auch nicht für völlig abwegig), aber angesichts dieser Entwicklung, weiß ich nun wirklich nicht mehr, was da jetzt noch an Gegenargumenten übrig bleibt. Ist natürlich folgerichtig, weil eine Annexion der palästinensischen Gebiete unter der erwünschten Beibehaltung jüdischer Supremität natürlich nur funktioniert, indem es nicht für alle Palästinenser:innen (oder: "Araber") dieselben Rechte gibt.

  • Sorry, aber das nenn ich Rassismus.

    • @StefanMaria:

      Die Todesstrafe für terroristische Straftaten ist nicht rassistisch. Rassistisch ist die Gleichsetzung von Terroristen mit Palästinensern.



      Nichtsdestoweniger hoffe ich, dass dieses Gesetz nicht zustande kommt.

  • Die Einführung einer gesonderten Todesstrafe für Palästinenser in Israel wäre nichts Geringeres als die endgültige moralische Kapitulation eines Rechtsstaates. Wer ein Strafrecht nach ethnischer Zugehörigkeit spaltet, verlässt den Boden der Demokratie und begibt sich in die finsteren Täler der Apartheid-Justiz. Rache ist kein Recht, und staatlich legitimiertes Töten ist kein Sieg über den Terror – es ist dessen grausamste Bestätigung.



    ​Die Einhaltung der Menschenrechte ist nicht verhandelbar, auch und gerade in Zeiten des tiefsten Schmerzes und der existenziellen Bedrohung. Wer die Unantastbarkeit des Lebens für eine bestimmte Gruppe aufhebt, untergräbt die universelle Gültigkeit der menschlichen Würde für alle. Israel darf nicht zulassen, dass die Spirale der Gewalt die eigenen rechtsstaatlichen Fundamente zertrümmert. Ein Staat, der den Henker zum Instrument der Politik macht, verliert seine moralische Legitimation vor der Weltgemeinschaft. Menschenrechte sind universell oder sie sind gar nichts! Widerstand gegen diese Barbarei ist die einzige Form der Selbstbehauptung, die diesen Namen verdient.

    • @amigo:

      Danke für Ihre Einschätzung. Ich schließe mich Ihnen an, dass Israel sich gerade von der Weltengemeinschaft abwendet. Erschreckend finde ich auch, dass Ihnen scheinbar die Konsequenzen für gerade ausserhalb Israels lebende Staatsbürger egal sind.