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Das neue „Grundsicherungsgeld“Schicksal wird zum Stigma

Barbara Dribbusch

Kommentar von

Barbara Dribbusch

Die Aggression gegen Arme steigt, wenn die Zeiten härter werden. Doch mehr Abschreckung in der neuen Grundsicherung dürfte kaum etwas einsparen.

Immer mehr Menschen tragen das Risiko, selbst in die Grundsicherung zu fallen Foto: Jens Kalaene/dpa

D ie Regierung hofft auf Abschreckung durch das am Donnerstag im Bundestag verabschiedete Gesetz zum neuen „Grundsicherungsgeld“. Sie geht davon aus, dass mehr Arbeitslose einen ungeliebten Job annehmen, aus Angst vor den strengeren Sanktionen. 100.000 Leis­tungs­be­zie­he­r:in­nen weniger in der Grundsicherung würden 850 Millionen Euro an öffentlichen Geldern pro Jahr einsparen, rechnet man im Gesetzentwurf vor.

Die Rechnung dürfte nicht aufgehen. Es gibt Missbrauch und Bequemlichkeit bei manchen Leis­tungs­be­zie­he­r:in­nen – die gab es schon immer. Viel häufiger aber sitzen den Ver­mitt­le­r:in­nen in den Jobcentern Leute  ohne verwertbare Qualifikationen gegenüber. Andere mit Kinderbetreuungspflichten, zu geringen Deutschkenntnissen, körperlichen oder psychischen Problemen. Kaum ein Arbeitgeber will diese Leute einstellen.

Doch die Kampagne der Union, Leis­tungs­emp­fän­ge­r:in­nen der Bequemlichkeit zu verdächtigen und zu stigmatisieren, hat gewirkt. Sie zielt auf die Stimmung in manchen Mittelschichtmilieus, die ungehalten sind angesichts der hohen Ausgaben für das Bürgergeld. Auch weil sich diese Milieus selbst zunehmend unter Druck wähnen, weil die Lebenshaltungskosten so stark steigen. Das ist die Paradoxie des Sozialstaates: Die Aggression gegen Leis­tungs­emp­fän­ge­r:in­nen nimmt zu, wenn die Zeiten härter werden. Dabei ist der Anstieg bei den Bür­ger­geld­emp­fän­ge­r:in­nen eher dem Ukrainekrieg geschuldet als irgendeinem arabischen Clanverhalten, zum Beispiel.

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Die Frage ist, ob diese Stimmung in den steuerzahlenden Wählermilieus wieder kippt. Dann nämlich, wenn auffällt, dass gar nicht so wenige ein Risiko tragen, selbst in die Grundsicherung zu fallen. Auch wenn sie weiß sind, eine anerkannte Ausbildung haben und Deutsch als Muttersprache. Eine Betriebsschließung, eine Insolvenz, eine Krankheit, eine Scheidung mit Kindern, Pflegebedürftigkeit, eine Minirente – schwupp, schon ist man in der „Grusi“. Das ist Schicksal und kein Stigma. Aber davon ist derzeit lieber nicht die Rede.

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Barbara Dribbusch
Redakteurin für Soziales
Redakteurin für Sozialpolitik und Gesellschaft im Inlandsressort der taz. Schwerpunkte: Arbeit, soziale Sicherung, Psychologie, Alter. Bücher: "Schattwald", Roman (Piper, August 2016). "Können Falten Freunde sein?" (Goldmann 2015, Taschenbuch). Kontakt: dribbusch@taz.de
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152 Kommentare

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  • Stigma wird zum Schicksal. Wir Hauptschullehrkräfte würden uns freuen, wenn sich die Politik mal unserer Sorgen und Bedenken annehmen würde. Ich unterrichte gerne und auch schon sehr lange an inner-/ großstädtischen Hauptschulen. Die Migrationsquote in meiner Klasse ist sehr hoch, die Zahl der Schüler, die Sozialleistungen/ergänzende Sozialleistungen bekommen ist hoch. Ich unterrichte alleine einen liebenswerten Haufen und befürchte, dass ein großer Teil davon ohne Abschluss die Schule verlassen wird. Danach werden viele in befristeten, schlecht bezahlten Jobs unterkommen oder von Sozialleistungen leben. Das war vor ein paar Jahren nicht der Fall.

    • @Hauptschullehrkraft:

      @ Hautschullehrkraft



      Aus welchem Bundesland kommen Sie ?



      Bei uns in Niedersachsen heisst die Hautschule schon lange Oberschule.



      Nicht zu verwechseln mit der Oberstufe.

    • @Hauptschullehrkraft:

      Ich wohne in einer mittleren deutschen Großstadt. Jeder Handwerkbetrieb hier sucht händeringend Auszubildende. Warum gelingt es nicht Schüler an den Hauptschulen fit für eine Ausbildung im Handwerk zu machen?

      • @Nachtsonne:

        Mangelnde Integration, Desinteresse, rudimentäre Deutschkenntnisse, belastende familiäre Situation, Verrachtung von rechts, Heuchelei von links

      • @Nachtsonne:

        Weil Schule nicht immer das leisten kann was im Elternhaus versäumt wird.

        • @Captain Hornblower:

          Die Gesellschaft hat ein klares Interesse, dass zukünftige Fachkräfte die Schule verlassen, und nicht zukünftige Empfänger von Sozialleistungen. Niemand hat etwas davon, Kinder ausschließlich ihren überforderten Eltern zu überlassen.



          Die Probleme im Bildungsbereich sind seit ewigen Zeiten bekannt. Schulgebäude endlich mal zu renovieren und ausreichend Personal (Lehrer und Sozialarbeiter) reichen nicht. Deutsch muss schon lange vor Eintritt in die Grundschule gelernt werden, notfalls mit Kita-Pflicht. Und es braucht Ganztagsschule, damit Kinder aus schwierigen Familienverhältnissen weniger ihren Eltern überlassen sind, sich statt dessen mehr an ihren Klassenkameraden orientieren können. Wie die Eltern später mal von der Stütze zu leben, ist keine Perspektive. Gute Betreung für alle.



          Vor allem müßte die Kulturhoheit der Länder weg. Die träge Kultusministerkonferenz kriegt nichts auf die Reihe. Aber die Länder wollen natürlich keine Kompetenzen abgeben, also nicht durchsetzbar.

  • Schicksal? Nicht alles ist Schicksal! Nehmt den Leuten nicht die Eigemverantwortung ab. Das ist entmündigend.

    • @Querbeet:

      Nein, nicht alles. Jede Leistung ist eine Kombination aus Schicksal und Eigenverantwortung, beim einen überwiegt das eine, beim anderen das andere. Aber um wie viel, lässt sich bei niemandem messen. Und genau deshalb sollte jeder Mensch pauschal am Monatsanfang ein halbes Prokopfeinkommen bekommen und am Monatsende sein halbes Erwerbseinkommen abgeben. Eine Nullsumme also als Negative Einkommensteuer zu 50 Prozent. Die genaue Mitte zwischen Kommunismus (100 Prozent) und freier Marktwirtschaft (0 Prozent).



      de.wikipedia.org/w...ve_Einkommensteuer

  • Mir scheint, unter den „Kommunarden“ finden sich einige (zu viele), die mit Ayn Rands Büchern unter dem Kopfkissen schlafen.



    (Wer sich angesprochen fühlt, wird wissen warum)

  • Ich bin echt froh, dass einige Leserkommentare die Dinge mal vom Kopf auf die Füße stellen und die Antworten darauf bestätigen letztlich die These, dass es genug Leute gibt, die nicht nur vom Geld anderer leben, weil sie sich für bestimmte Arbeiten zu fein sind, sondern das auch offen propagieren. Die "Bullshit"-Jobs sollen doch bitte die anderen machen (von deren Abgaben man dann lebt).

    • @Dr. McSchreck:

      Prozentual betrachtet ist das völlig irrelevant und lenkt nur vom eigentlichen Problem ab. Warum richtet man den Fokus nicht auf jene, die steuerlich erheblichen Schaden anrichten? Menschen, die diese Kommentarspalten ohnehin nicht lesen, sich Tag für Tag bereichern, ohne etwas zum sozialen System beizutragen, dabei entspannt schmunzeln, es genießen und sich sicher fühlen, niemals für irgendetwas zur Rechenschaft gezogen zu werden.

      • @Andreas Flaig:

        Tja das sind weniger als Sie glauben und damit auch geringere Summen als Sie glauben. Diese Menschen haben ziemlich gute Steuerberater die Ihr Handwerk verstehen und daher auf legalem Weg Konstrukte produzieren können, welche steuerlich vermeidend lukrativ sind. Das Ding ist nur, das ist keine Steuerhinterziehung, da legal.



        Das zweite Problem, diese Konstrukte zur Steuervermeidung kann die Politik kaum/nicht schließen, weil Sie sonst selber vom Verfassungsgericht zurückgepfiffen werden. Das weiß auch die Politik.

        • @Walterismus:

          Da haben Sie recht. Ich hätte mich deutlicher ausdrücken sollen. Es ist eine Stufe höher, auf die ich mich bezogen habe, die obere Liga, sie wissen schon, die Superreichen, dort wird nichts unternommen.



          "Superreiche in Deutschland zahlen oft prozentual weniger Steuern als die Mittelschicht, mit effektiven Sätzen von rund 26 % statt über 40 %. Dies liegt an der Besteuerung von Kapitalerträgen und Nutzung von Schlupflöchern. Eine Vermögensteuer könnte laut Netzwerk Steuergerechtigkeit jährlich 11–28 Milliarden Euro. einbringen."

    • @Dr. McSchreck:

      @Dr. McSchreck



      Sie meinen jetzt wohl die 630 Parlamentarier in " unserem " Bundestag



      Da sollten wir wirklich unsere Abgaben einmal überprüfen, ob unser Geld da wirklich sinnvoll investiert ist.

  • Es ist allen Konservativen, die anderen Rechten gehören dazu, zu eigen, dass sie sich - in unterschiedlichen Ausprägungen - am Öffentlichen oder dem Eigentum der anderen Einwohner: innen bereichern wollen. Bestenfalls sind die Motive nur, mit dem Parteiensprechunfug wiedergewählt zu werden, oder einfach nur ideologisch in den menschenfeindlichen Argumentationsmustern verfangen zu sein. Im schlimmsten geht es dann tatsächlich darum, sich selbst die Taschen zu füllen. Es macht aus der Sicht von Wachstum, die Umweltgrenze hinweggedacht, und anderer Prosperitätsindikatoren keinen Sinn, Menschen ins wirtschaftliche soziale Aus fallen zu lassen, oder sie dort noch tiefer zu drücken.

    • @Gerhard Krause:

      Die Konservativen wollen sich am Eigentum anderer bereichern?

      Was ist damit gemeint?

      Tun dies nicht eher die, die sich zu 100% (nicht gemeint sind die Aufstocker) Sozialstaat bedienen, obwohl sie arbeiten könnten, dies aber verweigern?

  • Den "Durchschnittsdeutschen" sei gesagt, sie werden mit fast 100% Wahrscheinlichkeit eher Grundeinkommen-Empfänger als Millionär. Solange sie aber das Gegenteil glauben, so lange werden sie Merz, Klingbeil, Bas und Konsorten wählen.

    • @Alberta Cuon:

      Es gibt auch noch genug Chancen dazwischen. Es ist nicht immer nur alles schwarz / weiß.

      • @Sole Mio:

        Mit unerschütterlichem Optimismus, oder einer sozialen Revolution - ja. Allerdings sprechen die Zahlen, beispielsweise die Vermögensverteilung - eigenes Vermögen kann man beispielsweise zur Firmengründung oder Produktentwicklung einsetzen - oder die Einkommen inkl. Rente, denn den 'heißen Scheiß' muss schließlich jemand kaufen. "Sie" können natürlich auch auf den Staat bzw Stastsaufträge setzen. Bleibt nur die Frage, ob das, zB Sektoren, irgendetwas hochzieht oder Arbeitsplätze schafft. Dass jeder "dazwischen", zwischen "Schwarz und Weiß", Bratwurscht auf der Straße vertickt, das dürfte ja wohl ausgeschlossen sein.

        • @Gerhard Krause:

          Kann ich Ihnen irgendwie helfen?

    • @Alberta Cuon:

      "Den "Durchschnittsdeutschen" sei gesagt, sie werden mit fast 100% Wahrscheinlichkeit eher Grundeinkommen-Empfänger als Millionär." - Da bin ich jetzt ein wenig gemein und wuchere mit Zahlen: Ende 2024 gab es 5,4 Mio Bürgergeldempfänger (ohne Rentner). Denen gegenüber stehen knapp 3 Mio (Dollar-) Millionäre (echt wahr!). Die Chancen stehen also garnicht so schlecht, allerdings glauben von den Millionären genau Null die Aussage, die sie hier getroffen haben.

      • @Samvim:

        Guten Tag Samvim.



        Falscher Vergleich von Ihnen.



        Es geht nicht darum, wie nah die Zahlen von Bürgergeld-Beziehern und Millonären beieinander liegen. Es geht darum, wie nah Durchschnittsdeutsche an der Situation sind, auf Bürgergeld angewiesen zu sein und wie weit davon entfernt, Millionärin zu werden. Davon abgeleitet, wäre es richtiger Politik zu machen, die nicht gegen die ärmeren Menschen gerichtet ist.



        Auch falsch, wenn auch leichter, ist es sich gegen wenige ärmere Totalverweigerer zu richten und damit eine große Menge von Menschen zu treffen, die unverschuldet in ihrer Situation sind.



        Reichere Totalverweigerer anzugehen, ist anstrengender.

      • @Samvim:

        Es reicht, ein Pflegefall mit Heimunterbringung zu werden und die Wahrscheinlichkeit, dass sie dann von Grundsicherung leben werden ist hoch, es sei denn, sie können von ihrer Erwerbsminderungrente dann für über 3000 EUR Heimunterbringungskosten aufkommen oder sie haben Kinder, die das können. Was Sie davon trennt? Unter Umständen nur ein Verkehrsunfall ...

      • @Samvim:

        Sehr geehrter User, Millionär in Deutschland können Sie bzw vergleichsweise viele Betroffene durch Erbschaft(-saufteilung), Lotto, Zuzug aus dem Ausland!!, Vermögenspreisentwicklungen, Spekulation, oder Bankraub werden oder sein. Durch Arbeit nur dann, wenn die Sparrate entsprechend hoch ist (dann haben Sie's irgendwann zusammen). Mein Fazit: genau hinschauen!

        • @Gerhard Krause:

          Öhm also ist es dann doch nicht so schwer?



          Um Millionär zu werden braucht es natürlich eine gewisse Sparrate! Wenn ich immer alles verprasse, dann ist es egal ob ich 1500 netto im Monat oder 10.000 im Monat verdienen. Geld zurück legen muss man schon!



          Und wenn ma dann mal eine gewisse Summe angespart hat, kann man auch selber Immobilien finanzieren und vermieten und damit das Einkommen passiv steigern.



          Klar das ist nicht einfach und mal eben im Vorbeigehen getan, aber wenn man will dann geht das schon und ist machbar. Man muss halt von seinem Netto auch etwas zurücklegen…

          • @Walterismus:

            @Walterismus



            Sie können aber doch auch ein paar Leute für sich arbeiten lassen...

  • Aus Raider wurde Twix - und jetzt wieder Raider.

    Was ich am meisten vermisse, ist das Bekenntnis zum Sozialstaat.

    Den hat Helmut Schmidt als "die größte zivilisatorische Errungenschaft des 20. Jahrhunderts" bezeichnet.

    Klassische Christdemokraten wie Jean-Claude Juncker und Heiner Geißler (der auch die Hartzreformen heftig kritisierte) wussten immer um die zivilisierende Wirkung eines Sozialstaats. Die sich aus der katholischen Soziallehre ergebenden Verpflichtungen nahmen sie ernst.

    Dass die heutige, neoliberal entkernte schwarze FDP Merzens und Linnemanns die Axt an die soziale Sicherung legt - geschenkt. Wir wissen wo das herkommt und wozu es führen soll.

    Das eigentliche Problem sind aber die Sozialdemokraten, die hasenfüßig und mediengetrieben agieren. Noch Gerhard Schröder verband seine Reformen mit einem Bekenntnis zum Sozialstaat.

    Heute fehlt bei der SPD jede Überzeugung, jede Leidenschaft. Politik ist nurmehr Verwaltung, gepaart mit opportunistischer Angst.

    Was praktisch wirklich helfen würde:

    Mehr persönliche Zuwendung für Arbeitssuchende in den Jobcentern.

    Progressive Politik braucht Werte und Visionen, für die es sich zu kämpfen lohnt.

    • @Stavros:

      Über 50 Mrd. im Jahr alleine für das Bürgergeld ist doch ein Bekenntnis zum Sozialstaat, oder nicht? Taten zählen schließlich mehr als Worte.

      • @Nisse:

        Taten zählen mehr als Worte, da gebe ich Ihnen Recht.

        Das Sozialstaatsgebot ist im Grundgesetz verankert, somit sind die 50 Mill. tendenziell - plusminus - verplant.

        Wenn wir über Taten reden, müssen wir auch über Vermögensungleichheit und einen sehr großen Niedriglohnsektor, ein ungerechtes, noch immer nach Herkunft selektierendes Bildungssystem sprechen.

        Trotzdem ist es natürlich bei allen Mängeln ein Privileg, in einem Land leben zu dürfen, in dem das Existenzminimum verfassungsmäßig garantiert ist.

    • @Stavros:

      Helmut Schmidt würde wahrscheinlich das Dreifache rauchen, damit er die Arroganz in den Gesichtern der CDU Neoliberalen nicht sehen muss......

    • @Stavros:

      Helmut Schmidt, ihn könnten wir jetzt gebrauchen!



      Aber ob er sich das antun würde?

    • @Stavros:

      Ich sehe auch keinerlei Rest-Kernziel der Sozialdemokratie aber lasse mich gerne belehren.

      • @Sonntagssegler:

        Ich auch nicht.

  • Nochmal, von jemanden zu erwarten der arbeitsfähig ist zu arbeiten ist nicht Aggression gegen Arme. So sehr hier versucht wird es so zu framen das alle Menschen arbeiten wollen und nur "Vermittlungshemmnisse" vorliegen. Das stimmt auch, kein Bock ist auch ein Hemmnis.



    Ich hab selber im Niedriglohn Sektor gearbeitet und habe genug Leute kennen gelernt bei denen es so ist. Und sich auf die total verweigerer zu versteifen hilft auch nicht. Denn das ist die extreme Spitze. Es gibt genug die sich nicht so dumm bzw extrem anstellen. Wer nicht will, findet locker Wege.



    Und das kann ja wohl nicht sein, wenn die Putzfrau und die Verkäuferin deren "Lifestyle" finanzieren.

    • @Duplozug:

      Das Framing besteht wohl eher darin, Mensch einzureden, dass sie wertlos sind, weil sie sich aufgrund falscher politischer und oder unternehmerischer Entscheidung als Akademiker mit 58 Lebensjahren im Jobcenter wiederfinden, oder zu behaupten, es sei für jeden die geeignete Arbeit da.

    • @Duplozug:

      Zum 100.000sten Mal. Die allermeisten Leute, die vom Jobcenter sanktioniert werden, KÖNNEN nicht arbeiten. Es geht nicht darum, dass Sie "keinen Bock" haben. Sie können nicht mal die Anforderungen der Jobcenter erfüllen, oft weil sie psychisch krank sind. Oft wollen sie sich das selbst nicht eingestehen und die Mitarbeitenden der Behörde wollen davon meistens auch nichts wissen. Zuerst müsste man dafür sorgen, dass die alle vom Jobcenter wegkommen, in die Sozialhilfe nach SGB XII oder die EM-Rente. Dann kann man von mir aus sanktionieren. Aber NICHT durch Kürzungen unter das Existenzminimum und natürlich nicht bei der Miete. Es ist einer zivilisierten Gesellschaft unwürdig Menschen in Existenznot zu bringen, auch wenn sie nicht arbeiten wollen. So ein Staat hat das Attribut "sozial" nicht mehr verdient.

      • @Peta Parka:

        Zum 100.001sten Mal. Wer nicht arbeiten WILL, sollte keinen Cent bekommen! Und wer krank ist gehört nicht in diese Liste.

      • @Peta Parka:

        „Es ist einer zivilisierten Gesellschaft unwürdig Menschen in Existenznot zu bringen, auch wenn sie nicht arbeiten wollen“

        Ist es den anderen Menschen die arbeiten gehen zuzumuten, dass andere mit voller Absicht auf deren „Kosten“ leben?

        Geht’s noch?

        Äußerungen und Entscheidungen wie diese, treiben die Menschen immer mehr nach rechts.

        Sehr bedauerlich!!!

        • @Sole Mio:

          Ich bin auch der Meinung, dass arbeiten sollte, wer arbeiten kann und dass das fair denjenigen gegenüber ist, die für wenig Geld unschöne Arbeit machen. Aber



          wer denkt, dass es okay ist, einem Menschen die Lebensgrundlage wegzunehmen, nur weil der nicht jeden Scheissjob machen will, steht in meinen Augen eh schon sehr weit rechts. Es sind so wenige die wirklich lieber vom Bürgergeld leben, als zu arbeiten. Eigentlich ist es ein basales Bedürfnis des Menschen zur Gemeinschaft dazuzugehören und einen Beitrag für sie zu leisten. Wenn jemandem das nicht gelingt, kann sich aus der Scham auch eine Ihr-könnt-mich-alle-mal-Haltung entwickeln. Es geht nicht darum, wie wir diese Leute noch weiter ausgrenzen, sondern wie wir sie zurückgewinnen bzw. wie wir wieder eine echte Solidargemeinschaft werden. Mit mehr Druck und Sanktionen gelingt das sicher nicht.

          Und viele Millionen Menschen bekommen Sozialleistungen nicht, auf die sie Anspruch hätten, weil die bürokratischen Hürden zu hoch sind. Ich gehe davon aus, dass der Staat hier auf Kosten Bedürftiger deutlich mehr Geld spart, als er durch die paar echten "Totalverweigerer" verliert.

          • @Peta Parka:

            Wie definieren sie jeden Scheissjob?

            Wenn es um Arbeit zu unzumutbaren Konditionen geht, bin ich bei Ihnen.

            Wenn es aber um einen Job geht, auf den jemand einfach keine Lust hat, dann sehe ich das anders.

            Und hören wir doch bitte damit auf immer gleich alles nach rechts zu schieben, was einem nicht in den Kram passt.

            Eine Solidargemeinschaft, wenn man den Begriff ernst nimmt, steht dafür, dass alle zusammenhalten und in der Not zusammenhalten. Das kann eine Person auch nur dann vom anderen (es sind nicht nur ein paar) verlangen, wenn sie ebenso willens ist dazu beizutragen. Also zu geben und nicht zu nehmen.



            Dann ergeben sich auch bessere Möglichkeiten die zu unterstützen, die absolut nicht können.

    • @Duplozug:

      Das ist auch das Problem, zumindest nicht meiner Ansicht nach....meiner Meinung geht es um ganz andere Aspekte! Wer schützt den Hilfeersuchenden vor kapitalen Fehlern der ARGE ....ja klar, klagen, bis es durch ist, ist die Wohnung weg und die Existenz auf der Straße.



      Heute tönte Merz: Wenn man in Jungen Jahren immer etwas zurücklegen, hat man bis Mitte 60 ein kleines Vermögen, jaa, und wenn es eben im Leben mal ordentlich schief geht, und man dann hilfebedürftig ist, muss man auch den Altersgroschen abgeben.



      Das passt doch alles nicht.

    • @Duplozug:

      Ich will nicht in Frage stellen sondern nachfragen. Bezieht sich Ihre Erfahrungen auf Äußerungen von Arbeitskolleginnen und -kollegen? Wurde dann auch gekündigt oder die "herbeigeführt"? Weil es so oft heißt, den Arbeitgebern springen die Leute ab, weil man genauso gut oder sogar besser mit dem Bürgergeld zurecht käme. Was ich für einen Irrtum der Leute halte. Das Erwachen käme dann, wenn erst mal tatsächlich im Bürgergeld.

      Oder sprechen sie auch/und von Arbetslosen im Bürgergeld?

      Wobei ich da mal Personen mit gesundheitlichen Problemen von meiner Frage ausnehmen möchte, wäre etwas anderes.

      Zuverlässige Schilderungen über Lust/Unlust/Motivation kenne ich aus dem REHA-Bereich. Wenn es um die Wiederaufnahme von Arbeit geht. Da allerdings ist die gesundheitliche Situation immer mit zu denken.

      Stichwort "Agression gegen Arme". Es geht gegen die Arbeitslosen, nach den (zahlreichen) Äußerungen die ich kenne. Und die sind den Worten nach oft sogar Haß erfüllt. Oft meine ich auch Projektion der eigenen Unlust zu bemerken, die dann verdrängt "hinten herum" auf den Arbeitslosen abgeladen wird. Und: Die Leute wissen kaum etwas übers BG u. denken wirklich, die dort hätten nie gearbeitet.

      • @Moon:

        Es war die Zeit vor und nach Corona. Arbeitskräfte gesucht, und gerade im "Niedriglohnsektor" sind die Arbeitskräfte so rar, dass viele Chefs trotzdem nicht sofort gekündigt haben. Und übrigens auch wegen dem Aufwand. Ich weiß von 2 Fällen wo Mitarbeiter die Firma direkt beklaut und erwischt wurden. Und um sich den Prozess zu sparen, man sie vor die Wahl gestellt hat selber zu kündigen oder eben den Prozess durchzumachen. Natürlich haben sie gekündigt.



        Aber zu meiner Erfahrung. Ein Kollege sagte mir mal ins Gesicht warum ich mir das antue. Mit dem was man als Hartzer anrechnungsfrei dazu verdienen kann, habe ich "nur" gut 200€ mehr als das was er bei 35h hier deutlich über Mindestlohn verdient hat ( war 2017).



        Übrigens, das Leute wegen Bürgergeld den Job kündigen, glaube ich nur bei Berufen die wirklich beschissene Arbeitsbedingungen haben und niedrigen Lohn (Bäcker/Friseure). Was aber stimmt, wieso soll ich 5h mehr arbeiten wenn mir das auf Wohngeld und KiZu angerechnet wird. danach stehe ich bei +/- 0 oder einem Stundenlohn von 2€.



        Und ja, Menschen müssen mit nervigen Chefs, Mitarbeitern, Kunden usw umgehen. Jeden Tag. Ich hab kein Bock drauf zu akzeptieren ist keine Lösung.

        • @Duplozug:

          Wir, die in verschiedenen Ausprägungen und Lebensläufen vorhandenen, 98% der finanziell unteren Einkommens- und Vermögensschichten finanzieren den Überreichtum der anderen 2 Prozent.

      • @Moon:

        Ich kann was zum Thema deutsch lernen beitragen.

        Ma haben !reihenweise! Deutschkurs verweigert, weil die Firma nur den Kurs bezahlt und Räume gestellt hat, aber das ganze nicht noch zusätzlich als Arbeitszeit vergütet hat.

        Konsequenz: Ansage das der befristeter Vertrag nicht verlängert wird.



        Dem gegenüber stand: wer sich am Ende der Befristung halbwegs auf Deutsch mit dem Produktionsleiter unterhalten kann, bekommt eine Entfristung!

        Handelte sich um einen sicheren Job in einem strukturschwachen Gebiet.

        Manchmal kann man einfach nicht glauben, dass Menschen derartige Chancen verschenken.

        • @Lio:

          Schwierig. Dass die Kosten der betrieblichen Weiterbildung vom Arbeitgeber getragen werden, oder jedenfalls weitgehend, ist das eine. Dass betriebliche Weiterbildung neben der Arbeitszeit als zusätzliche Arbeit vergütet werden soll, das kenne ich als gewerkschaftliche Forderung oder Forderung eines Betriebsrates nicht. Wurde denn diese Forderung aus den Reihen der Beschäftigten selbst gestellt?

        • @Lio:

          Deutschkurs als zusätzliche Arbeitszeit....



          Super Idee, ich hätte gerne meine Schulzeit als Arbeitsjahre auf die Rente angerechnet.

    • @Duplozug:

      Ich verstehe die Essenz von Ihrem Kommentar nicht ganz, außer das Sie sich als "der bessere Arme" darstellen wollen.

      Es gibt immer Leute, die schlau genug sind, ein System auszunutzen. Die werden auch im neuen System "locker ihre Wege finden".



      Das "System" nutzen übrigens nicht nur Arme aus, sondern auch Reiche oder Minister.



      Bei der Grundsicherung erwischt man - wie immer - nur die Schwachen.

      Übrigens: Wer im Niedriglohnsektor arbeitet, zahlt verhältnismäßig wenig Steuern. Die Putzfrau und die Verkäuferin finanzieren deshalb überhaupt nichts - wenn sie nicht sogar aufstocken müssen oder Wohngeld beziehen.

      Das mit dem Finanzieren tun Leute die im Jahr deutlich über 60k€ verdienen. Und auf diese Leute, die viel zu verlieren haben, zielt auch die CDU.

      • @Sonntagssegler:

        „Das "System" nutzen übrigens nicht nur Arme aus, sondern auch Reiche oder Minister."

        Deutschland entgehen durch Steuerhinterziehung schätzungsweise



        50 bis über 100 Milliarden Euro pro Jahr, wobei einige Schätzungen sogar bis zu 200 Milliarden Euro erreichen.

      • @Sonntagssegler:

        Wer im Niedriglohnsektor arbeitet, zahlt einiges an Steuern: Nahrungsmittel 7%, Getränke 19%, Versicherungen etwa 19%, Steuer auf Benzin etwa 65 %, alle Anschaffungen ausser Bücher 19%, Bücher 7%.

      • @Sonntagssegler:

        Der bessere Arme? Ich bin wenn überhaupt der "dumme" Arme weil ich mir denke, ich gehe arbeiten egal wie schlecht die Umstände sind um auch meinen Kindern ein Vorbild zu sein.



        Ach wirklich? Das Deutschland sehr sehr Vermögenden freundlich ist...ist mir noch gar nicht aufgefallen. Achtung Ironie.



        "Wir" sind befreundet mit Nachbarn im Dorf, die ihr neu gebautes Haus abzahlen dank Wohngeld und KiZu. Man kann hier sehr viel machen. Das gilt von der Armen Kirchenmaus bis tief in die Mittelschicht. Macht es trotzdem nicht moralisch besser.



        Übrigens, Steuern sind nicht alles... es ist die Masse an Sozialabgaben. Aber bei einem Paar auf Mindestlohn und 40h Woche sind wir ja schon bei den 60k Brutto...nur so nebenbei.

        • @Duplozug:

          Wenn Sie tatsächlich arbeiten, gleichwohl die Umstände beschis..en sind und Sie dabei noch heldenhaft argumentieren, dann läuft eher bei Ihnen etwas falsch. Jedenfalls mir tut das leid.

    • @Duplozug:

      Danke!

      • @Jens Köster:

        Bevor Sie sich bedanken, rechnen Sie mal Ihre (plus Familie, denn wömöglich kaufen Sie nicht alles allein für sich) Verbrauchssteuern zusammen. Much fun!

  • Wie schnell die SPDbereit ist, Ihre wenigen erfolgreichen Veränderungen während der Ampelregierung über Bord zu werfen und " bis an die Grenzen des grundgesetzlich Vertretbaren zu gehen" ( Bärbel Bas) zeigt die Rückgratlosigkeit dieser Partei. Das tun sie nicht nur auf diesem Gebiet. Treten nach unten, Ablenkungsmanöver, um nicht über den extremen leistungslosen Reichtum im Land zu sprechen geschweige denn, dieses Thema endlich mal anzugehen. Es ist kaum etwas herauszuholen aus den angeblich faulen Armen - aber es wird weiter an der Solidargemeinschaft gesägt.

    • @Haberwu:

      Zu behaupten die Änderungen der Ampel von Hartz IV zum Bürgergeld wären erfolgreich gewesen ist interessant. In welcher Hinsicht waren sie erfolgreich? Mehr Menschen in Arbeit zu bringen hat es auf jeden Fall nicht getan.

    • @Haberwu:

      Die SPD hat keine Ziele mehr nur noch Vergangenheit.

      Eigentlich ist sie im Parteienspektrum überflüssig geworden. Die klassischen Aufgaben der SPD übernimmt aktuell die Linke.

      Die ist leider nur irgendwie russlandfreundlich. Ideologische Nähe zu Russland war der SPD hingegen immer fremd. (hust, hust). Russisches Geld war hingegen gern gesehen.

      • @Sonntagssegler:

        vergessen wir nicht Gerhard Schröder, der mit seinem Kumpel, dem später verurteilten Peter Hartz, den Sozialabbau begonnen und mit der Riester-Rente den Gläubigen das Geld aus der Tasche gezogen hat, während er mit Putin auf Kuschelkurs ging und Oskar Lafontain ziehen ließ, der sich an all dem nicht beteligen wollte.

  • Ah ja. Mal wieder "Schicksal". Es ist immer wieder erstaunlich wie sehr manche Menschen das menschliche Leben als spontanen Krampf des Universums auffassen, ohne jede eigene Einflussmöglichkeit. Da stellt sich schon die Frage, warum wir überhaupt morgens aufstehen. Wir können ja doch nichts ändern. Ist alles Gottes Plan oder eben Schicksal. Nur mit welcher Begründung gibt es dann Menschenrechte? Oder Bürgerrechte?Warum darf jemand wählen - und damit auch über das Leben aller anderen mitbestimmen - der nicht mal in der Lage ist, einen einzelnen Termin warzunehmen oder wenigstens rechtzeitig abzusagen?



    Ein hier sehr unbeliebter Humorist sagte mal mit Recht: Wir können alles - außer dafür.

    • @Samvim:

      Volle Zustimmung. Wird hier aber keine mehrheitsfähige Sicht sein.

    • @Samvim:

      Erläuterung:



      Unerhört. Demokratie, ist das mit gleichen Rechten ausgestatte Individuum. Eine Einschränkung des Wahlrechts kann nicht auf Grund von Herkunft, Besitzstand, Geschlecht u. m. erfolgen, wie das in der Geschichte so oft der Fall war. Ob politisch von rechts aber auch manchmal sogar von links wird das bis heute auf perfide Art „hinterfragt“. Es geht einher mit der Deutung z. B. sozialer Randständigkeit u. Armut als individuell auftretende defizitäre Menschlichkeit einzelner Individuen. Sie rechtfertigt die Kriminalisierung der Armut. Nicht umsonst warnt u. a. Harald Thomé vor der Überführung des Sozialrechts (SGB) in Strafrecht. Eine Tendenz, wie sie in der Reform des BG erkennbar ist. Menschen sind fehlerhaft u. verbrecherisch. Aber die Umdeutung sozialer Lagen und ihrer Einwirkung auf Menschen als individuell defizitäre Menschlichkeit widerspricht aller historischen Erfahrung Erkenntnis.



      Heute spricht der AfD Abgeordnete René Springer im BT wieder von den Arbeitslosen als wörtlich „Arbeitssaboteure“. Also von Feinden unserer Gesellschaft und unserer Demokratie. Das ist der gärige Abgrund des eben genannten Denkens, aus dem es kommt.

      Ich nehme das nicht hin.

      • @Moon:

        Es war nicht mein Ziel Sie zu verärgern, mea culpa. Eigentlich meinte ich genau das was dort steht, ohne jeden Hintergedanken: Jegliche Lebensumstände als schicksalshaft zu bewerten steht im krassen Widerspruch zum Bild des mündigen Bürgers und selbstbestimmten Menschen. Rechte und (Eigen-)Verantwortung gehen Hand in Hand. Die Negierung des einen führt das andere ad absurdum (deshalb mein Beispiel).



        Nein, ich wünsche nicht Arbeitslosen das Wahlrecht abzuerkennen, sondern die Menschen wieder mehr in Eigenverantwortung zu bringen. Natürlich gibt es auch Menschen die dazu nicht in der Lage sind, aber das sind (entgegen hiesiger Darstellung) weder pauschal alle, noch auch nur ansatzweise die Mehrheit.

        • @Samvim:

          Danke für Ihre Klarstellung. Ich denke, jetzt habe ich Ihre Intention und Ihre Argumentation richtig verstanden. Damit ist für mich weder das Tischtuch zwischen uns zerissen, noch gleich der Debatiertisch an dem wir sitzen gleich mit zerhauen.



          In der Tat bin ich sehr zornig - aber über den von mir selbst so verstandenen Sachverhalt. Der den von Ihnen dargelegten so nicht trifft. Muss aber sagen, kenne leider Äußerungen, die das aussagen was ich kritisiere. Denen gilt mein Zorn allerdings. Denen gegenüber nehme kein Wort zurück. Was Die (nicht Sie) denken und sprechen, das ist zuviel. Da ist bei mir nichts mehr zu machen. Da ist die Grenze.



          Und ich meine, da ist auch eine reale, objektiv erkennbare Gefahr, was ein sich wieder Ausbreiten solcher Denkweisen angeht. Siehe AfD und René Springer. Noch sind es Tendenzen aber sie kochen wieder hoch.

    • @Samvim:

      „Warum darf jemand wählen - und damit auch über das Leben aller anderen mitbestimmen - der nicht mal in der Lage ist, einen einzelnen Termin warzunehmen oder wenigstens rechtzeitig abzusagen?“

      Das aktive Wahlrecht darf selten und befristet überhaupt nur bei Verbrechen gegen den Staat aberkannt werden, also der Instanz, die das Wahlrecht gewährt.



      Sind Sie sich bewusst, was Sie sagen? In ihrem eigenen Kontext der Menschen- und Bürgerrechte zu denen das Wahlrecht gehört! Als ehml. Arbeitsloser weise ich Ihren Gedanken vor dem Hintergrund unserer demokratischen Rechtsordnung als inakzeptabel, zurück. Sie sind nicht hinnehmbar. Sie stehen im Widerspruch zu allen historisch erworbenen demokratischen Erkenntnissen.



      Ihre Gedanke steht furchtbar exemplarisch für das, was B. Dribbusch erklärt: Dazu gehört die Kriminalisierung von Armut, die sozial-darwinistische Abwertung sozialer Randständigkeit als Eigenschaft einzelner Menschen und Gruppen als naturgegeben minderwertige Klasse von Menschen, die nicht in der Lage wären, die bürgerlichen Rechte zu verstehen u. deshalb von ihnen ausgeschlossen sein MÜSSEN. Werde das in einem zweiten Kommentar hier noch erläutern, wenn Moderation gestattet.

    • @Samvim:

      Schicksal heißt hier: kann jedem passieren.



      Auch Ihnen kann es passieren, dass Sie vom Auto angefahren werden und danach Ihren Beruf nicht mehr ausüben können. Auch Ihnen kann es passieren, dass negative Ereignisse sich so häufen, dass in Ihrem Gehirn eine Kaskade freigesetzt wird, die zu psychischen Krankheiten führt. Auch Ihnen kann es passieren, dass Ihr Arbeitgeber Sie einfach vor die Tür setzt und Sie im Bewerbungsgespräch aufgrund von unglücklichen Zufällen immer wieder abgewiesen werden.



      Wollen Sie wirklich, dass man Ihnen in so einer Situation nicht einmal eine Pause von allem gönnt, sondern Ihnen immer und immer wieder ins Gesicht brüllt, dass Sie selbst Schuld an der Situation sind und niemand außer Ihnen selbst Ihnen da raushelfen wird?



      Für manches kann man eben wirklich nichts. Denn wenn Sie einmal unten sind, dann wird es Ihnen verdammt schwer gemacht, wieder nach oben zu kommen. Denn, wenn Sie auf dem nächst höheren Level einen Platz einnehmen wollen, dann fehlt dieser Platz jemand anderem. Und der wird sich mit Händen und Füßen dagegen wehren, Sie hochkommen zu lassen, genau so, wie Sie das gerade auch tun.

      • @Herma Huhn:

        Dafür reicht es, beim Entlassen über 60 zu sein.

    • @Samvim:

      Haben Sie eigentlich den Artikel gelesen oder verstanden, worum es da geht?



      Der Eindruck entsteht nämlich nicht, wenn man ihren Beitrag dazu liest, der aus lauter zusammenhang- und sinnloser Polemik besteht! Scheinbar zu Dingen, die sich schon immer mal loswerden wollten, die aber leider nichts mit diesem Thema hier zu tun haben.

      Anders erschließt sich mir einfach nicht, wie Menschenrechte oder Bürgerrechte einen vor Schicksalsschlägen wie z.B Tod eines Partners oder eines Kindes, Krankheit wie zum Beispiel eine MS-Diagnose oder andere Diagnosen, die die Arbeitsfähigkeit und somit alle mal gemachten Lebenspläne plötzlich über den Haufen werfen?

      Aber vielleicht liefern sie ja noch die Erklärung wie Menschenrechte vor einer unerwarteten plötzlichen Berufsunfähigkeit aus verschiedensten Gründen schützen kannten. Das wäre ganz erhellend für die Regierenden, aber vor allem für Bürgergeld-Empfängerinnen ganz besonders für die geschiedenen oder nie verheirateten Alleinerziehenden, Aufstocker, Rentner.



      Vielleicht können Sie den aber auch erklären, wie sie ihre eigenen Einflussmöglichkeiten hätten besser nutzen können, bzgl eines fehlenden Kitaplatzes oder einer unheilbaren Krankheit

      • @Edda:

        "Haben Sie eigentlich den Artikel gelesen oder verstanden, worum es da geht?" - Durchaus. Aber eventuell haben sie meinen Beitrag nicht ganz durchdrungen, denn abgesehen von der offensichtlichen Polemik habe ich nichts von dem geschrieben was sie mir vorhalten. Da ich schon weitere Kommentare dazu gemacht habe verweise ich darauf

    • @Samvim:

      Ich habe wirklich versucht, ihrem Kommentar unvoreingenommen einen Sinn abzugewinnen. Ich bin zu dem Ergebnis gekommen, dass sie "Schicksal" aufs Korn nehmen wollen und dabei aber den Kontext auf das ganze Leben ausweiten, nicht auf den Bereich und die Beispiele, die die Verfasserin genannt hat. Ich denke also sie liegen neben der Sache.

      Zerrüttung, Angst ud Scham sind jedoch Zustände, die das, was wie sie meinen eigentlich selbstverständlich sein könnte, dann doch nichtgelingen lassen. Das ist ein Zug der Gegenwart, ohne das hier bei den wenigen zur Verfügung stehende Zeichen darlegen zu können. Was das bedeutet, können sie ersehen, wenn sie mal Obdachlose beobachten, mit denen sprechen oder deren Gespräche hören. Da kommt manches Mal heraus, dass nicht alle freiwillig obdachlos sind. Und das sind Menschen die schon aus dem System gefallen sind. Das Herbeiführen von weiteren Härten bei der Grundsicherung wird die Zahl solcher Menschen erhöhen. Und die Frage ist doch sehr, was wir damit gewonnen haben. Ich sehe das nicht als einen Fortschritt an, wenn Obdachlosigkeit mit allem was daran hängt zunimmt.

      • @JK83:

        Ich gebe zu, mein Kommentar war polemisch. Allerdings nicht mehr als der Text von Frau Dribbusch, weshalb ich ihn noch für angemessen hielt. Meine Ausweitung auf alle Lebensbereiche spiegelt den Geist wieder, den der Text atmet und nicht nur bei den tazzies allgegenwärtig ist: Niemand ist mehr für sein eigenes Leben wirklich verantwortlich. Finanzielle Situation, Wohnen, Arbeitslosigkeit, Übergewicht, Gesundheit, Sozialkontakte (hier bitte beliebig erweitern) - alles Schicksal. Und wettmachen soll das "die Gesellschaft" was nichts weiter bedeutet als "alle anderen". Ich sehe da eine Unwucht

        • @Samvim:

          Ja, da sprechen Sie, wenn auch sicher absichtlich überspitzt einen absolut validen Punkt an, der mich auch furchtbar triggert. Alle sind schuld außer mir; die Idee, dass meine jeweilige Situation auch etwas mit meinem (Nicht-)Handeln zu tun haben könnte, gilt in manchen Kreisen schon als hochgradig neoliberal und böse. Alle sind Opfer der Umstände, keiner kann mehr was für irgendwas. Ich persönlich glaube die Wahrheit liegt dazwischen.

        • @Samvim:

          „Finanzielle Situation, Wohnen, Arbeitslosigkeit, Übergewicht, Gesundheit, Sozialkontakte (hier bitte beliebig erweitern)"

          Wieso geht das einfach nicht in ihren Kopf, das auch ihnen so etwas widerfahren kann und sie werden es nicht glauben, sogar Adipositas.



          Oder nehmen sie in so einer Situation einfach einen Strick und erschießen sich??? Wissen sie, ich hab 49 Jahre Malocht. 20 Jahre Bahn, geregelten Schichtdienst, 19 Jahre Montage Gleisbau, ungeregelter Schichtdienst. Ich empfinde trotzdem für diese, maximal 25.000, Emphatie. Ich kann ihnen, aus meinen Erfahrungen her, sagen, das es nicht Einfach ist, sich von ganz unten wieder hochzuwühlen und manche geben dann halt einfach auf.



          Vorallem wenn man für einen Arbeitgeber nicht Flexibel genug ist, sprich, kein Fahrzeug hat.

          • @Thomas Böttcher:

            Wie ich weiter oben schrieb ist es mir durchaus bewusst, dass es ein paar wenige gibt, denen das nicht gelingen kann (und für die ich durchaus Emphatie empfinde). Der allgemeine Tenor ist jedoch (und das nicht nur hier) dass es bei jedem und in jedem Fall Schicksal ist. Und dem widerspreche ich.

        • @Samvim:

          Danke, ja!



          Diesen Trend, dass niemand mehr für sein eigenes Leben verantwortlich ist und/oder sein will, kann ich nur bestätigen.



          Das lässt sich auch noch ergänzen um Bildung. Auch für die Bildung (und Erziehung) ihrer Kinder wollen viele Eltern nicht mehr verantwortlich sein und sehen dort allein Kitas und Schulen in der Verantwortung.



          Aus diesem Trend folgt, dass billige Ausreden nicht mehr von guten Gründen differenziert werden und dass stattdessen diejenigen angegangen werden, die Verantwortung für ihr eigenes Leben übernehmen.

  • Wir sind schon ganz dolle gespannt auf die jetzt folgenden Steuererleichterungen bei der Mehrwertsteuer und oder bei den Lohn- & Einkommenssteuern.



    Nach dem monatlichen, gefühlten jahrelangen Gezänk und Gezerre im Bundestag um Bürgergeld oder doch lieber Grundsicherung oder wie auch immer es nun genannt werden soll, In Deutschland werden ja nun, laut Friedrich Merz & Carsten Linnemann, die Millarden ja nur so in unserem Bundeshaushalt eingespart werden. Wir dürfen ja selbstverständlich davon ausgehen, diese Unsummen werden nun an uns Bürger durch Steuerentlastungen weitergegeben, oder bekommen wir jetzt alle direkt Überweisungen auf unsere Konten ? Muss sich doch echt jetzt für alle Mitbürger lohnen, die Umstellung von Bürgergeld zur Grundsicherung.



    Herzlichen Glückwunsch an die fleißigen, engagierten Parlamentarier " unserer " Regierung, der demokratischen



    " repräsentativen Demokratie " ....

  • "Viel häufiger aber sitzen den Ver­mitt­le­r:in­nen in denJobcentern Leute ohne verwertbare Qualifikationen gegenüber."



    Das mag ja sein, aber denen, die der Vermittlerin gegenübersitzen wird doch im neuen Gesetz gar nix weggenommen! Wenn Aufregung, dann doch bitte mit den korrekten Bezügen und Argumenten.



    Ansonsten mal ganz konkret, meine Frau und ich gestern: 50,33€ gibts in der Grundsicherung für die Teilhabe am www und Medien; pro Person! Gleichwohl wir uns nicht abgehängt fühlen und teilhaben wo wir wollen, und sicher die halbe Welt über uns die Augen verdreht bei meinem Geschreibsel hier.... wir sind medial voll ausgestattet, zwei Smartphones(z.T. 5 Jahre alt), PCs, Tablet immer www verfüvbar, unter 60€/mon. Somit 45€×12monx20 Jahre so wir das so machen gegenüber der Grundsicherung gespart. Kann ja jeder selbst nachrechnen: macht nach 20 vollen Jahren bei 6% Verzinsung ziemlich genau 30.000 €.



    Muss man sich mal klarmachen, als Regierung, als Bürger oder abhängig Betroffener....Tapes und Filme streamen kostet quasi nen ordentlichen Rentezuschuss. Kann man nix machen.

  • Das Gesetz bietet a Grundsicherung zum Leben und b Beratung und Unterstützung bei der Integration in Arbeit an.



    Und es geht im Kern wenig darum, Menschen zu identifizieren, die arbeiten könnten, es aber nicht tun.



    Das sind je nach Sichtweise entweder 0,6 Prozent oder um die 4 Prozent.



    Mal ehrlich, was ist denn mit den anderen 99,4 oder 96 Prozent?



    Danach fragt interessanterweise niemand.



    Die CDU/CSU will skandalisieren und sie will die Senkung des Spitzensteuersatzes durchsetzen, das geht nur vor dem Hintergrund, dass Superreiche nicht im Fokus stehen, sondern Superarme.



    Die sind auch schwach, meistens nicht in Parteien, Vereinen und Gewerkschaften.



    Grundsätzlich hat die Union kein ernsthaftes Interesse die Jobcenter zu echten Serviceagenturen für arme, arbeitslose Menschen zu machen.



    Meist sind diese Jobcenter wie Festungen, lange rechnen sie an den Bescheiden rum, oftmals sind Termine schwer zu erhalten. Professioneller, wirkungsfähiger Beraten wäre eine gute Idee, aber das geht mit diesem Schmuh hier nicht, das ist m.M. kontraproduktiv.



    Aber nächste Woche muss die nächste Sau durchs Dorf getrieben werden ...

    • @Andreas_2020:

      @Andreas_2020



      Na ja, die Renten-Sau muss ja schon ganz erschöpft am Boden liegen...



      ABER , jetzt muss " unsere " Regierung erstmal ihre Kraftstoffkalkulation überarbeiten.



      Immerhin hat Deutschland im Vergleich zu den Mitgliedstaaten der Europäischen Union durch die kriegerischen Konflikte,



      " speziellen spezial Einsätze " mit die höchsten Preise für Benzin & Diesel, hier müssen unsere Koryphäen aus dem Bundestag, die Kraftstoffsteuer und CO2 Abgaben erstmal revidieren, dann wären die Preise an den Zapfsäulen schon halbiert. Das viele Geld, was viele Bürger die noch nicht E-Mobil unterwegs sind, an den Tankstelle lassen müssen, kann nicht anderweitig ausgegeben werden. So werden unsere Gastronomie, der Handel, Kunst & Kultur noch mehr geschwächt.



      Für unsere Konjunktur ein Tritt in den Allerwertesten, diese Politik - der von uns legitimierten Parlamentarier.

    • @Andreas_2020:

      Einfach einmal die Statistiken lesen und dann bitte die korrekten Zahlen heran ziehen

      • @Sole Mio:

        2023 haben 16.000 Menschen ein Arbeitsangebot nicht angenommen - von 3,9 Mio. Aber es geht ja auch um Termine, die verpasst werden, kurz die Zahlen sind korrekt

        • @Andreas_2020:

          Es wäre interessant, woher Sie die Zahlen haben. Das Bundesamt für Arbeit spricht immer nur von Fällen. Dies schwanken jedoch stark. Von 2.500-3.000 im Monat bis über 50.000p.a.

      • @Sole Mio:

        Hat er doch. Auch die CDU hat das doch bestätigt in dem sie ursprünglich behauptete, man könne da 15 Milliarden sparen, was dann im Laufe der Diskussion immer weiter reduziert wurde und schließlich im Eingeständnis endete, dass die ‘Bürgergeldreform’ eher Mehrkosten im 3-stelligen Millionenbereich verursachen wird.

        • @Anna Bell:

          Da hat sich die CDU/CSU selbst ins Knie geschossen!



          Trotzdem ist es wichtig die Menschen in Arbeit zu bringen.



          Derzeit sind ca. 3,5Mio Menschen, die arbeiten könnten im Bürgergeld/Grundsicherung.



          Pro Person kann man lt Behörden von 1.000-1.200€ / Monat ausgehen.



          Rechnen Sie selbst, was da möglich wäre

          • @Sole Mio:

            "Gesamtzahl der Bürgergeldempfänger: Insgesamt beziehen rund 5,3 bis 5,5 Millionen Menschen Bürgergeld (Grundsicherung für Arbeitssuchende).

            Erwerbsfähige vs. Nichterwerbsfähige: Von diesen ca. 5,3 Millionen sind mehr als ein Viertel nicht erwerbsfähig (darunter ca. 97% Kinder).

            Arbeitslose vs. Aufstocker: Etwa 1,8 bis 1,9 Millionen erwerbsfähige Bürgergeldempfänger gelten als arbeitslos. Die anderen Erwerbsfähigen sind teilweise beschäftigt ("Aufstocker") oder nehmen an Maßnahmen teil.

            Ihre Zahl von 3,5 Millionen scheint sich eher auf die gesamte Gruppe der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten zu beziehen (inklusive derer, die bereits arbeiten, aber zu wenig verdienen), nicht auf arbeitslose Personen.

  • Die Berichtersattung vermittelt, daß jemand der durch Betriebsschließung in die 'Grusi' rutcht, keine vermittelbaren Qualifikationen hat oder eben Probleme mit der Kinderbetreuung hier plötzlich Leitungskürzungen hinnehmen muß bis zu einem Verlust der Unterstützung. Das ist ja nicht so. So lange ich ich mich um Beschäftigung bemühe und meine Termine wahrnehme gibt es auch keine Sanktionen. Und die Mitwirkung werden die allermeisten zeigen.

    Wer bewußt und ohne triftigen Grund keine Mitwirkung zeigt, egal wie verschwindend klein diese Gruppe am Ende sein mag, der hat am Ende halt keinen Anspruch. Das ist auch keine Aggression des Mittelstandes.

    • @TomDePhazz:

      Das Problem ist die Grauzone zwischen bewusst grundlosem Terminschwänzen und psychisch bedingtem Terminvergessen.



      Wer in Grundsicherung lange genug mit Vorurteilen und Rückschlägen zu kämpfen hat, rutscht sehr schnell in Depressionen oder BurnOuts, die vom Arbeitsamt aber erst nach offizieller Diagnose als "Grund" anerkannt werden. Und an die Diagnose kommt man nur, wenn man einen Termin bei einem der hoffnungslos überlasteten Psychotherapeuten findet. Und bei der Suche nach einem solchen hilft Ihnen das Amt übrigens auch erst nach gesicherter Diagnose. Sprich: Sie haben keine Chance, aus dieser Situation gesund herauszukommen, denn den Arzt bekommen Sie erst, wenn der Arzt Ihnen bescheinigt hat, dass Sie ihn brauchen.



      Wenn der Mittelstand sich überlastet fühlt, ist das ein Problem, das angegangen werden muss. Aber dafür muss man mit dem Mittelstand arbeiten und nicht pro Forma dafür sorgen, dass der Mittelstand weiter jemanden zum nach unten treten hat.

      • @Herma Huhn:

        Die Psychotherapeuten sind knapp, das ist so.



        Über Monate keinen Termin zu bekommen, da zweifle ich dran.



        Hab eben , weil ich neugierig bin, in einem online Portal in verschiedenen Regionen nachgesehen, da ist schon was möglich.

        Es wäre auch interessant zu wissen, wie viele das ausnutzen um nicht vermittelbar zu sein.

    • @TomDePhazz:

      Es geht hier um eine Fiktion, die aufrecht erhalten werden soll und der sie auch zusprechen: Es läge doch an den Menschen wenn die keine Arbeit hätten oder fänden. Das ist aber natürlich falsch. Dass es über 3 Millionen Arbeitslose gibt, hat mit unserer Wirtschaftsstruktur zu tun und mit unserem Ausbildungssystem, es sind Folgen davon. Sie können sanktioniere und drücken wie sie wollen, davon ergeben sich keine neuen auskömmlichen Arbeitsstellen. Es ist Verwaltung von Mangel, für den dann aber symbolisch und auch als Fetisch die herhalten müssen, die den Mangel nicht erzeugt haben, aber unter diesem leiden. Nichts anderes passiert hier. Und jetzt haben wir eben eine neue Stufe der Verantwortungsabwälzung auf die erreicht, für die es keine Arbeit gibt.



      Indirekt, wenn man dem das Wort redet, hat man auch den "Kampf ums Dasein" anerkannt, bei dem eben auch in der modernen "humanen" Zivilisation manche auf der Strecke bleiben. Aber heimtückisch ist es schon, diejenigen, die als Verlierer im Kampf übrig bleiben müssen (siehe über 3 Millionen Arbeitslose), dann noch für die Niederlage abzustrafen. Das Ganze ist eine abgründige Offenbarung.

  • Ja die unvermeidliche Macht des Schicksals... Was hat das damit zu tun, wenn man Menschen abstraft die eine Mitwirkung verweigern. Natürlich kann ich auch meinen Job verlieren - aber muss ich mich dann zuhause unter der Bettdecke verstecken oder Arbeit verweigern?

    • @FraMa:

      Ich weiß was Sie meinen und teile die Meinung auch grundsätzlich. Ich möchte Ihnen dennoch mitgeben: Wenn Ihnen mal was "Grundsätzliches" passiert, Sie glauben nicht, wie schnell Sie vom selbstbewussten logisch denkenden Menschen zum unsicheren auf Hilfe angewiesen Bittsteller werden können. Und Kernaussage dabei: Sie selbst sind sich ihrer eigenen Meinung und Könnens nicht mehr sicher. Eines der krassesten Erlebnisse meines Lebens, und bei mir sogar nur eine rein körperlich mehrwöchige Episode nach Infektion.

      • @Tom Farmer:

        Der Originalpost (werktags, 13:41) schmeckt nach irgendwas zwischen verbeamtet oder Ruhestand, wie vermutlich die meisten Bescheidwisser hier im Forum. In jedem Fall gut abgesichert. Die tun sich schwer, sich derlei grundlegende Ereignisse vorstellen, wie Sie sie beschreiben.

        • @derzwerg:

          Ich als Selbständiger mit einer eigenen, kleinen Firma kann mir auch viel vorstellen. Ich würde, falls mir etwas passiert auch von der neuen Grundsicherung erst mal keinen Cent sehen. Deswegen habe ich vorgesorgt. So lange wie mein Kopf klar ist, würde ich auch arbeiten. Wer krank und arbeitsunfähig ist bekommt zu Recht Grundsicherung. Aber man darf sich auch nicht hinter jedem Wehwehchen verstecken oder grundsätzlich die Mitwirkung verweigern.

  • Schicksal wird zum Stigma. Mich überzeugt, wie das „herausgearbeitet wird. Die Debatte zur Reform des Bürgergeldes wird aus den genannten Milieus heraus aufgeladen mit destruktiven Emotionen geführt (Bestrafung). Aber doch, um selbst konkret Entlastung (Steuern) zu erfahren. Geladen mit dem Wunsch, die Politik zu bewegen, dies durch die Reform Realität werden zu lassen, was sie geschickt aufgreift. Die Bürgergeldempfängerinnen u. Empfänger stehen nur als „Gegenstand dazu“ im Mittelpunkt des Interesses. Sie selbst, ihre Situation interessieren fast wörtlich „nicht wirklich“. Da schnappt die Falle zu, Selbstbehauptung durch Stigmatisierung anderer zu erreichen. Es geht nur ums „etablieren“ des Narrativ vom faulen Arbeitslosen. Das verhindert, dass deren gesell. Realität nicht mehr als die erkannt werden kann, die für einen selbst möglich werden könnte. Das geschaffene Stigma, die Dämonisierung erleichtert es, das zu verdrängen. Nach meiner Beobachtung ahnt man allerdings, dass das zuletzt nicht hilft. Die erhofften realen Entlastungen finden nicht statt. Eine Antwort darauf kann sein: Mehr vom selben, mehr Verdrängung, mehr Wut. Ein gefährlicher Stoff, der rechte Träume wahr macht.

    • @Moon:

      Es gibt sehr wenige (ich kenne keine(n)) die dagegen sind wirklich hilfsbedürftige zu unterstützen. Die unschuldig in Not geratenen sollten auch mehr als derzeit unterstützt werden.

      Natürlich geht es den Menschen die Steuern bezahlen darum das ihre Steuern auch für die oben genannten Menschen eingesetzt werden und nicht für die, denen diese Gelder gar nicht zustehen.

      Stigmata - um bei Ihrer Wortwahl zu bleiben- gehören jenen verpasst, die den Sozialstaat ausnutzen!

      Denn:



      -diese werfen bei vielen leider auch ein negatives Licht auf die wirklich Bedürftigen



      -nehmen Leistungen in Anspruch die besser für die wirklich Bedürftigen eingesetzt werden

      Die, die das stört und davon nun genug haben, sind nicht grundsätzlich rechts. Sie werden aber, weil sich nichts ändert, mehr und mehr in diese Richtung getrieben.



      Ich bin KEIN Anhänger der AgD. Leider bekomme ich jedoch im Bekanntenkreis immer mehr mit, wie sich diese immer weniger repräsentiert fühlen und auch nicht mehr wissen was sie wählen sollen.

      Es geht nicht um Narrative!

      Es sollte um Menschlichkeit gehen und darum unsere schwachen zu schützen und die, die das System absichtlich ausnutzen sollten das Stigma bekommen.

  • Das Grundsicherung wird oft negativ dargestellt.



    Dabei umfaßt diese



    eine kostenlose Gesundheitsfürsorge,



    Wohnraum,



    Warmwasser,



    Heizung,



    Strom,



    Kommunikationszuänge wie Telefon und Internet



    Essen,



    Trinken.



    Sogar Taschengeld für die sozialeTeilhabe.

    Natürlich gibt es dies alles nicht umsonst. Irgendjemand anderes muß dafür arbeiten. Als ob all diese "Malocher" immer ihren eigenen Job lieben würden.

    Über die Höhe der Grundsicherung lohnt es sich nicht groß zu diskutieren. Über die Größe und Lage des Wohnraums schon. Der ist knapp und teuer. In Ballungsgebieten gibt es zu wenig. In anderen Regionen gibt es Leerstand.

    Wer in einem Ballungsraum mehr als 25 bis 30m² Wohnraum je Person nutzen möchte oder nicht in einer WG leben möchte, der muß notfalls auch eine ungeliebte Arbeit annehmen. Oder er läßt es bleiben.

    • @Donald Duck:

      @DonaldDuck

      Der Regelsatz in der Grundsicherung beträgt derzeit 563€ für einen 1-Personenhaushalt.

      Dazu kommen:

      die Beiträge für Kranken- und Pflegeversicherung,

      die Kosten für angemessenen Wohnraum (gedeckelt sowohl in Bezug auf Größe, Zimmeranzahl und Miet- u. Nebenkosten),

      die Heizkosten in angemessener Höhe,

      6€ Warmwasserzuschuss, falls nicht in den Heizkosten enthalten.

      Von den Rundfunkebühren ist man befreit.

      Strom, Telefon, Internet und alles andere, was oben nicht extra aufgeführt ist müssen vom oben genannten Regelsatz bezahlt werden, ebenso evt. notwendige Reparaturen oder Neuanschaffungen. Das heißt man muß auch Geld zurücklegen, falls z.B. die Waschmaschine kaputt geht.



      Ich erwähne das, weil viele Menschen immer noch denken, man bekäme z.B. den Wintermantel oder den Fernseher vom "Amt" bezahlt.

      Woher ich das weiß?



      Ich bekomme aufgrund von Erwerbsunfähigkeit Sozialhilfe, die finanziell mit der Grundsicherung/Bürgergeld identisch ist.

    • @Donald Duck:

      "Sogar Taschengeld für die soziale Teilhabe"

      Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Jesus/Jehoschua, Wanderprediger.



      Oder lieber den Satz seines Apostels: "Wer nicht Arbeitet soll auch nicht essen"? Den hat Paulus mehr so auf die WG-Verhältnisse in den urchristlichen Gemeinden bezogen. Schlagen sie nach bei Friedhelm Hengsbach.

      Als ich arbeitslos war, bezahlte ich das Fahrtgeld für meine ehrenamtl. Tätigkeiten weitgehend selbst. Auch sonst keine Aufwandsentschädigungen. Es waren zwei lang andauernde Engagements. Beide Tätigkeiten konnte ich teilweise auch in sog. Ein-Euro-Jobs/AGH´s ausführen. Für die bettelte ich beim Jobcenter. Da blieb dann etwas Geld.



      Ohne diese Tätigkeiten wäre ich durchgedreht. Und nun ja, für umsonst wollten mich so einige. Denen habe ich im Ein-Euro-Job z. B. eine Studie geschrieben. Durchschnitt, wiss. aber geprüft u. verwertbar. Selbst viel gelernt. Später war ich für eine geförderte Beschäftigung verpflichtet, mich u. a. als Küchenhilfe vorzustellen. DIE lehnten mich lieb ab. Bekam dann etwas, was ich mit Freude ausfüllte.



      Meine Wohnung: 18 qu.m.

    • @Donald Duck:

      Ihnen ist bekannt, dass kleine, bezahlbare Wohnungen oft besonders schwer zu bekommen sind?

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        Sie sind in Ballungszentren schwer zu bekommen...



        In größeren Wohnungen können doch WG gebildet werden.

        • @Donald Duck:

          Nein! Die sind auch wo anders schwer zu bekommen.

          Und für Menschen, die auch gern ein Privatleben haben, ist WG auch nicht das Richtige.



          Oder sollen wir "Gesinde" wieder anfangen, in der Halle des Grundherrn zu schlafen?

    • @Donald Duck:

      Donald Duck - es gibt ein Sozialstaatsgebot und Artikel 1 des GG schützt die Menschenwürde, wenn die Behörden für kalte, nasse Wohnungen oder Zelte im Winter sorgen würden, wäre das gegen die Verfassung und gegen die soziale Ordnung. Das ist etwas merkwürdig, dass sie ausgerechnet solche banalen Inhalte ins Zentrum rücken. Ja, die Jobcenter haben früher nach Quadratmeterzahlen Menschen aus günstigen Altbauten mit Altverträgen gezwungen und darüber haben sich viele Vermieter sehr gefreut, heute zahlen Jobcenter Beiträge zu Mietvereinen. Warum wohl? Weil die Jobcenter links-liberale Bastionen sind oder weil die Vermieter immer wieder die Not der Menschen ausnutzen? Kurz: Ich kann ihren Ausführungen nicht so ganz folgen.

      • @Andreas_2020:

        Das Sozialstaatsgebot sagt, dass Menschen, die Hilfe brauchen, nicht im Stich gelassen werden. Menschen, die sich lieber von ihren Mitmenschen das Geld geben lassen als selbst zu arbeiten, gehören nicht zu denen, die der Sozialstaat meint. Von denen darf man erwarten, dass sie arbeiten.

  • "Viel häufiger aber sitzen den Vermittlern in den Jobcentern Leute  ohne verwertbare Qualifikationen gegenüber. Andere mit Kinderbetreuungspflichten, zu geringen Deutschkenntnissen, körperlichen oder psychischen Problemen."

    Das liest sich so, als haette die Migration der letzten 10 Jahren das Problem weniger und schlechter ausgebilteter junger Menschen eher verschaeft, was zu steigenden Kosten des Sozialstaats gefuehrt hat. Parallel schrumpfen Realloehne und Wirtschaft unter anderem durch steigende Steuern, Abgaben und Buerokratie, sowie hoher Energiepreise.



    Das fuehrt im Sozialstaat zu einem Verteilungskampf, der nicht durch mehr Sozialstaat befriedet werden kann.



    Auf einen Erwerbstaetigen kommen rechnerisch etwa 0,4 bis 0,5 Rentner sowie 0,1 Buergergeld-Empfaenger mit steigender Tendenz. "Grenzen auf" hat das Problem nicht geloest, Sondernvermoegen sind nur eine kurzweilige Nebelkerze. Entweder man kuerzt die Leistungen fuer alle oder man verkleinert die Anzahl der Empfaenger. Und da sind natuerlich zuerst die im Fokus, die arbeiten koennten und nicht im Rentelalter sind. Das ist die Realitaet die wir in der Vergangenheit durch unser Verhalten und unsere Politik geschaffen haben

    • @elektrozwerg:

      Das Problem zu geringer Qualifiaktion löst man in erster Linie damit, Menschen auszubilden.



      Das Problem fehlender Betreuungsmöglichkeiten löst man in erster Linie damit, Betreuungsmöglichkeiten zu schaffen, in denen Kinder dann, welche Zufall, eine Ausbildung erfahren, die beim ersten Problem auch wieder hilft.



      Geringe Deutschkenntnisse löst man mit - dreimal dürfen Sie raten - Bildungsmöglichkeiten.



      Es läuft immer auf das gleiche raus: Der Staat muss Geld in Bildung stecken.



      Stattdessen werden Lehrerstellen gestrichen, Deutschkurse nicht bewilligt, Kindergärten geschlossen.



      Und dann schimpft man über die faulen Arbeitslosen, dass sie sich nicht selbst um die Probleme des ganzen Landes kümmern.

    • @elektrozwerg:

      Da bin ich bei Ihnen.



      Leider hat die Politik der letzten Dekaden zu dieser Realität geführt. Nun sind ALLE Politiker gefordert, hier wieder dagegen zu wirken.

      Sonst sehe ich schwarz (oder blau) für unser Land.

      Wir müssen uns alle ehrlich machen, die Realität akzeptieren und unsere Ideologien hinten an stellen. Oder wir werden die Quittung dafür bekommen.

    • @elektrozwerg:

      Im Jahr 2025 ist das Verhältnis von Erwerbstätigen zu Rentnern in Deutschland aufgrund des demografischen Wandels weiter gesunken.

      Verhältnis: Es kommen rechnerisch etwa 1,7 bis 1,8 Erwerbstätige auf einen Rentner. Anzahl Rentner: Am 1. Juli 2025 bezogen rund 21,5 Millionen Personen eine gesetzliche Rente. Erwerbstätige: Im Dezember 2025 waren rund 45,9 Millionen Menschen in Deutschland erwerbstätig. Dank Zuwanderung kann Deutschland länger eine höhere Zahl an Erwerbstätigen aufweisen, als ursprünglich gedacht - na ein Grund zum feiern?



      25 Mio. Menschen haben Migrationsgrund und davon arbeiten viele.... Sieht doch alles viel besser aus - oder?

      • @Andreas_2020:

        @Andreas_2020



        ...um wieviel Prozent haben denn Arbeitnehmerabbau / Freistellung von Arbeitnehmern aufgrund von Industrialisierung zugenommen ?

  • Rede vom „Schicksal“ verdeckt, worum es geht: Armut wird zum Stigma, Working poor politisch als alternativlos beworben. Diese Rhetorik erzeugt Ohnmacht, dient nicht Abschreckung, zielt auf Demokratieabbau in der Arbeitswelt zugunsten exportfixierten Wirtschaftsmodells, das auf rechtlichen Grauzonen. geschwächte Gewerkschaften setzt. Seit 1949 fehlt ihnen politisches Streikrecht als gesellschaftliche Gegenmacht.



    Unsere Arbeitswelt beruhte auf gewerkschaftlichen Errungenschaften Tariflöhnen, Mitbestimmung, Urlaubs‑, Weihnachtsgeld, Getriebsrente. Doch seit Deutscher Einheit, Agenda‑Reform kehrte sich Verhältnis um: Nicht Arbeitgeber müssen bei Lohnsubventionen Bedürftigkeit nachweisen, sondern Arbeitnehmer legen Vermögen offen, um Aufstockung bis Grundsicherung zu erhalten. 2025 summieren sich diese Mittel auf 7 Milliarden € als verdeckte Subvention privater, kirchlicher, staatlicher Arbeitgeber entgegen EU‑, IWF-, WTO‑Regeln. So entstehen Zweiiklassenbelegschaften: Tarifgebundene mit Rechten neben prekär Beschäftigte ohne Tariflohn, Mitbestimmung Betriebsrente. Wer das Bürgergeld reformieren will, sollte nicht Bedürftige bestrafen, sollte Arbeitgeber Griff in Sozialetats beenden

  • Selbst wenn die sehr optimistischen 850 Millionen Einsparung eintreten würden, wären das nicht mal 2% der Gesamtkosten für die Grundsicherung (derzeit 46 Milliarden). Das mal als eine Relation.

    Und noch eine andere: Für die Renovierung des Amtssitzes unseres Bundespräsidenten (oder demnächst /in) geben wir in den kommenden Jahren 601 Millionen aus + eingeplanten 188 Millionen Risikoreserve und 71 Millionen Vorsorge für Baupreissteigerungen. Macht 860 Millionen.

    Und ja, das eine sind jährliche (erhoffte) Einsparungen und das andere sind einmalige Ausgaben. Aber man könnte ja trotzdem mal darüber nachdenken, ob wir an den richtigen Stellen sparen.

    • @Anders Heister:

      Wenn nichts gespart wird, dann wird im Umkehrschluss auch niemandem was genommen. Wozu also die Aufregung?

  • Es geht auch nicht um das Einsparen, sondern um das Vertuschen und Ablenken von wirklichen überflüssigen bzw verschwendeten Kosten.



    Die Liste der Beispiele wird sicher lang.

  • Wer versucht, an dieser Stelle Solidarität mit den Leistungsbezieher*Innen zu predigen, geht der falschen Darstellung der Union auf den Leim.



    Bereits zu Beginn der Diskussion, als die Union noch in der Opposition war, wurde deutlich, dass sog. "Totalverweigerer" eine unbedeutende Minderheit sind.



    Die Rechnung von Merz, der von Milliarden Einsparungspotenzial beim Bürgergeld sprach, wurde bereits mehrfach als völlig unzutreffend entlarvt.



    Es ist im Übrigen völlig unzutreffend, Menschen, die in der Arbeitsvermittlung und Verwaltung arbeiten, als inhuman darzustellen.



    Im Gegenteil setzen sich diese Menschen tagtäglich für ihre Mitmenschen ein. Die mitschwingende Darstellung von "seelenloser Bürokratie" kann falscher nicht sein und diskreditiert Menschen, die einer sozialen Tätigkeit nachgehen.



    Die Große Mehrheit der Leistungsbezieher*Innen sind, statistisch bestätigt, an einer Arbeitsaufnahme interessiert.



    Die jetzige Diskussion verdeckt nur die Ursachen: fehlende Kinderbetreuung, fehlende Qualifikationen etc..



    Da besteht Handlungsbedarf.



    Die wirtschaftlich benötigten Fachkräfte müssen dazu ausgebildet werden, das muss man den wirtschaftsfernen Unionspolitikern nur erklären...

    • @Philippo1000:

      Warum bilden dann die Unternehmen nicht mehr aus?

      • @Querbeet:

        Weil inzwischen ( und das schon länger ) Lehrstellen nicht besetzt werden, weil es an halbwegs passablen Kandidaten fehlt.

        Wen simple Mathe nicht beherrscht und Deutsch nicht gesprochen wird, fehlen schlicht die Grundlagen . Wohlgemerkt: mit eine deutschen Schulabschluss!

        Aber solange munter gelost wird wer welchen Abchluss machen darf (NRW) und Empfehlungen egal sind, muss man sich über einen Leistungsabfall nicht wundern.

    • @Philippo1000:

      Schon Mal im Niedriglohn Sektor gearbeitet?



      Was sie sagen stimmt zum Teil. Aber es gibt definitiv auch eine relevante Größe von Leuten die nicht wollen. Bzw nicht für den Lohn oder die Arbeitsbedingungen nicht wollen. Das kann man verstehen.. Aber ehrlich gesagt muss nicht die Allgemeinheit dafür aufkommen. Denn bestimmt mindestens 30% der Bevölkerung arbeiten auch nur wegen dem Geld und nicht wegen irgendwelcher Sinn Stiftender Sachen. Und denen kann man das nur aber erklären. Und zwar zurecht.

  • Jeder, der in einer Großstadt wohnt oder mit diesem Milieu zu tun hat, weiß sehr gut, dass es inzwischen viel zu viele Menschen gibt, die durchaus arbeiten können, aber denen gar nicht bewusst ist, dass das Geld, das ihnen jeden Monat überwiesen wird, irgendwer hat erarbeiten müssen und es keine Selbstverständlichkeit ist, dass man dies bekommt. Der Gedanke, dass der Sozialstaat Menschen unterstützt, die unverschuldet in Not sind, weil krank, alt oder mit sonstigen Hindernissen belastet - der ist ziemlich in Vergessenheit geraten.

    Wenn das Bürgergeld dann noch mit Schwarzarbeit aufstockt wird, ist klar, dass ich was ändern muss.

    • @Dr. McSchreck:

      Und des weiß "jeder", weil RTL2 seinem selbstauferlegten Bildungsauftrag gewissenhaft mit Gesellschaftsdokumentationen erfüllt?!?

    • @Dr. McSchreck:

      Ja, aber nicht jedem sieht man sein Päckchen an. Stichwort: psychische Erkrankungen oder Care-Arbeit Zuhause. Kein Geld und keine Aufmerksamkeit, aber Vollzeit arbeiten

  • Ich bin mir komplett sicher, dass 90% der Bevölkerung zu 100% dahinter stehen ihre Mitmenschen die nicht arbeitsfähig sind zu unterstützen.



    Genauso sicher bin ich, dass 80% zu 100% dagegen sind, dass die, die schlichtweg die Arbeit verweigern massiv sanktioniert gehören.

    Dazu stehe ich, auch wenn jetzt wieder Reaktionen kommen in denen mir erklärt wird, dass es ein Recht darauf gibt, nicht zu arbeiten und der Staat (also wir) dafür zu sorgen haben, dass diejenigen versorgt sind.

    Alle Regierungen der letzten Jahrzehnte haben verpasst dafür zu sorgen, dass Niedriglohn-Beschäftigte besser gestellt werden, als jene die nichts geben, nicht beitragen, sondern nur nehmen. Ich wäre dafür diesen Beschäftigten anteilig für Ihre Beschäftgungsjahre einen Bonus auf die Mindestrente zusteht, damit sie wenigstens später über ein höheres Auskommen, dass sie sich absolut verdient haben, verfügen.

    • @Sole Mio:

      Und wegen diesen geschätzten 16.000 - 25.000 Menschen, also 1 % der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten, soll der Staat mit unserem Steuergeld eventuell Millionen verballern um diese irgendwie zur sozialversicherungspflichtigen Arbeit zu zwingen??

      Wenn ihre Kinder mit einer 6 nach Hause kommen, bekommen die dann auch kein Essen mehr???

      • @Thomas Böttcher:

        Es sind sicherlich mehr als die von ihnen genannt Zahl. Das ist bekannt!

        Nehmen wir mal die Statistiken:



        Es gibt 5.400.000 Bürgergeldempfänger



        Davon sind 3.900.000 erwerbsfähig



        1.500.000 nicht erwerbsfähig

        Wenn wir eine wirkliche Reform hinbekommen, wer eine auch immer geartet, durch Motivation wäre es natürlich am sinnvollsten.

        Nehmen wir an wir bekommen 1/4 der erwerbsfähigen Menschen wieder zurück in Arbeit und diese müssen nicht mehr aufstocken:



        Pro Empfänger kann man getrost € 1.000p.a. ansetzen.



        Dann ergibt das € 2.000.000.000 pro Monat und € 24.000.000.000 pro Jahr.

        • @Sole Mio:

          Das spuckt die KI dazu aus:

          „Es gibt in Deutschland keine exakt statistisch erfasste Zahl von „Totalverweigerern“ beim Bürgergeld, da die Bundesagentur für Arbeit diesen Begriff nicht führt. Schätzungen auf Basis von Leistungsminderungen wegen Arbeitsverweigerung deuten auf eine sehr geringe, niedrige fünfstellige Zahl hin (oft im Kontext von rund 25.000 Personen genannt), was im Vergleich zu über 5 Millionen Leistungsberechtigten marginal ist." (tagesschau.de)

          • @Thomas Böttcher:

            Es ist korrekt, dass dieser Begriff nicht geführt wird und die Zahl daher leider auch nicht genannt wird. Nur die Zahl der insgesamt verweigerten Jobangebote wird erfasst und diese schwankt erheblich.

            Wenn wir die Zahl der Personen hätten, wären viele Diskussionen einfacher.

            Aber es ist auch erschreckend wie niedrig die Vermittlungsquote dort generell ist. Eigentlich ist es eher eine Bundesagentur für Erwerbslosenverwaltung.

    • @Sole Mio:

      Ein Recht auf Nichtarbeit? Man könnte langsam erkennen, dass Vollbeschäftigung und technologischer Fortschritt schlecht auf den selben Weg passen. Ist ja nicht so, dass die Forschung dass nicht seit Jahrzehnten untersucht.. noch zu schweigen von erfüllender Arbeit, nicht Lohnarbeit für den Porsche vom Chef. Oder vom massiven Anstieg der Niedriglöhner seit Genosse Schröder. Oder von den wirklichen Steuergelddieben, dem reichsten 1%.

      Da geht der Trend dann lieber zu Autarkie, wieder selber Gemüse anbauen, statt auf den Staat zu bauen. Soll das die Zukunft sein?

      • @TV:

        Wir haben immer noch etwa 1.500.000 zu besetzende Stellen in Deutschland

        Autarkie bedeutet unabhängige Selbstversorgung, sind Sie sich dessen bewusst?

        • @Sole Mio:

          Diese Anzahl Stellen ist ein Papiertiger. Und wenn es die ernsthaft gäbe, dann würden wir nicht (nach der bekannten Schönrechnung der Statistik...) über 3 Mio. Arbeitslose haben.



          Und ich gehe proaktiv gegen die Auffassung vor, gewisse Plattformjobs wie Essenslieferdienste die hier und da aufblinken seien echte und faire oder auch nur "produktive" Arbeitsstellen.



          Übrigens würde mich doch interessieren, was sie denen sagen, die bei sehr vielen Bewerbungen nur Absagen erhalten. Und das sogar wenn sie eine anerkannte Qualifikation haben. Wieso kommen die denn bei 1,5 Mio. offenen Stellen denn nirgends unter? Und wieso überhaupt muss man z.B. für Ausbildungsstellen mehrstufige Bewerbungsprozesse, wo am Ende vielleicht 1/10 oder weniger eine Stelle erhalten? Wenn es doch so viel Arbeitsbedarf gibt, warum wird dann so vielen der Wunsch sich auszubilden verwehrt?



          Das ganze System von Ausbildung und Wirtschaftsstruktur in der BRD hat sich zurückentwickelt und man lädt den Frust darüber bei den Schwachen ab. Die sind nicht nur außen vor, die sollen auch noch die Schuld dafür tragen und zum Aggressionsabbau dienen.

          • @JK83:

            Ein Beispiel das jeder leicht nachprüfen kann:



            Aldi hat aktuell über 12.000 Stellen offen.



            DM ca. 4.000, Lidl auch ca. 3.000

            Einstiegslohn für unerfahrene zwischen €15,- und €16,-



            Damit kommt aber jährlich mit Zulagen und Sonderzahlungen auf etwa 35.000€

            Da verdient man keine Reichtümer, könnte aber ein Sprungbrett für sehr viele sein

          • @JK83:

            Da haben Sie teilweise recht.

            Ein Beispiel:



            Wir suchen aktuell Mitarbeiter in der Kundenbetreuung. Es ist verrückt was da für Forderungen im Vergleich zur Qualifikation kommen.



            Wir würden auch unerfahrenen eine Chance geben, so lange die Grundqualifikationen stimmen.

            Sie würden staunen, was für Gespräche ich hier führe.

      • @TV:

        Es gibt genug Arbeit. Dass der technologische Fortschritt zu Arbeitslosigkeit führen würde, ist so 19. Jahrhundert.

        • @ZTUC:

          Das stimmt. Es lassen sich problemlos weitere Bullshit Jobs (David Graeber) bzw. Schadarbeit (Günther Moewes) erzeugen.



          Solange uns der Planet halt noch ernährt und danach ist es ja auch egal.

          • @Eric Manneschmidt:

            Muss ja keine Tätigkeit sein, der Sie nachgehen oder möchten Sie etwa die Arbeit anderer abwerten.

        • @ZTUC:

          Dann viel Spass im BS-Job. Nicht zu Arbeitslosigkeit sondern zu mehr Freizeit, war mal die berechtigte Vision. 19.Jh. sind eher chemieverseuchte Fabrikarbeiter

          • @TV:

            Freizeit gibt es inzwischen so viel, dass sich darum eine ganze Industrie entwickelt hat, inkl. neuer Arbeitsplätzen.

    • @Sole Mio:

      Also gut, klammern wir die Frage mal aus, ob Menschen, die Ihnen oder mir nicht sympathisch sind, trotzdem (menschenwürdig) existieren dürfen sollen oder nicht.



      Ihre Version der Geschichte ist dann immer noch an mehreren Punkt unterkomplex:



      1. Es ist schlicht unmöglich, objektiv und fehlerfrei zwischen "arbeitsunwillig" und "arbeitsunfähig" zu unterscheiden.



      2. Es gibt nicht "die Arbeit". Es gibt bezahlte Arbeit und unbezahlte Arbeit. Von ersterer ist ein großer Teil sinnlos oder sogar schädlich. Mein Lieblingsbeispiel ist die Tabakindustrie, die im Jahr 8 Mio. Menschen tötet, große volkswirtschaftliche und Umweltschäden verursacht, demokratische Prozesse korrumpiert und systematisch die Öffentlichkeit täuscht und manipuliert.



      Auf der anderen Seite die ganze notwendige unbezahlte Arbeit: Care/Sorge, Demokratiearbeit, Kunst und Kultur, bürgerschaftliches Engagement - von der alle profitieren und ohne die es auch keine Erwerbsarbeit geben könnte.



      3. Es ist nicht so einfach zu bestimmen, wer wieviel "beiträgt" oder "nimmt".



      Aber die Formel "Wer (viel) Geld verdient, trägt (viel) bei - und wer kein Geld verdient, ist ein Parasit" ist abseitig.

      • @Eric Manneschmidt:

        "Care/Sorge, Demokratiearbeit, Kunst und Kultur, bürgerschaftliches Engagement "



        In der Tat. Aber das wird keineswegs vorrangig von Bürgergeldempfängern geleistet, und am allerwenigsten von denen, die es nicht mal schaffen, einen Termin beim Amt wahrzunehmen.

      • @Eric Manneschmidt:

        Mit Sympathie hat das nichts zu tun! Absichtlich auf Kosten anderer zu leben, dafür ist unser Sozialstaat nicht gedacht! Dies zu tun ist auch kein soziales Verhalten!



        Zu;



        1. das ist sehr wohl möglich!



        2.das ist eine hanebüchene Ausrede



        3.Wer nur nimmt, obwohl er geben könnte sollte dann auch so wenig wie möglich bekommen. Denn sonst müssen die, die eh schon geben (und dafür arbeiten) immer noch mehr geben. Auch dies ist unsozial und genau dafür sind immer weniger Menschen bereit. Auch ein Grund warum manche sagen, dann arbeite ich auch nicht mehr

        • @Sole Mio:

          Lesenswert ist hierzu: verfassungsblog.de...-sozialleistungen/

          "Der Bezug existenzsichernder Sozialleistungen gilt im politischen Diskurs als verwerflich: In einer stark vereinfachten Transferbetrachtung wird davon ausgegangen, vermeintlich in selbstverschuldeter Armut lebende Personen lebten von der Arbeit anderer."

          Ich gestehe zu, dass Nachdenken, Sich Informieren und politisch Diskutieren eben auch ARBEIT ist (Demokratiearbeit). Da hat nicht jede/r Freude dran - zumal es meist nicht bezahlt wird.



          Vielleicht ist das dann auch die weit größere Gefahr für unsere Demokratie als ein paar bekloppte Extremisten.

          Hier noch der Verband demokratischer Ärzt*innen zum Thema psychische Erkrankung und sanktionsbewerte Arbeitspflicht: www.vdaeae.de/2025...-psychisch-kranke/

      • @Eric Manneschmidt:

        Wie kommen Sie darauf, Kunst und Kultur sei unbezahlt? Da kann man sogar sehr gut verdienen.



        Und der Sinn von Arbeit wird auch nicht von Ihren persönlichen Vorlieben und Abneigungen definiert, sondern im Fall der Tabakfabrik ganz basisdemokratisch von den Konsumenten.

        • @Oma:

          Ich bin selbst Musiker. Kunst und Kultur sind zum großen Teil unbezahlt oder so prekär, dass die Leute davon kaum über die Runden kommen. Deswegen haben die Iren jetzt eine Art "Grundeinkommen für die Künste" eingeführt.



          Wenn Sie die Problematisierung der Tötung von Menschen, die Zerstörung der Lebensgrundlagen und die Korrumpierung der Demokratie als "persönliche Vorliebe" verbuchen, erübrigt sich eigentlich die weitere Diskussion. Es gibt keine Ethik, die solches Treiben irgendwie legitimieren kann.



          Und wenn Ihnen das konkrete Beispiel nicht gefällt - es gibt eine Menge anderer.

        • @Oma:

          "...Und der Sinn von Arbeit wird auch nicht von Ihren persönlichen Vorlieben und Abneigungen definiert, sondern im Fall der Tabakfabrik ganz basisdemokratisch von den Konsumenten..."







          Das würden Sie im Fall von Kokain, Heroin usw. bestimmt nicht unterschreiben, oder? Menschen in die Abhängigkeit zu locken und ihr Leben um nachweisbar durchschnittlich10 Jahre zu verkürzen hat welchen Sinn genau?

          • @Sisone:

            Das müssen Sie die Dealer fragen. Vermutlich die hohe Gewinnspanne.



            Bei einer Abschaffung der Tabakindustrie gäbe es statt der legalen Arbeitsplätze den Schwarzmarkt (steuerfrei). Kriminalität schafft zusätzliche reguläre Arbeitplätze beim Staat.



            Was planen Sie mit der Alkoholbranche, Konditoreien und überhaupt der Süßwarenindustrie (Diabetes 2 ist inzwischen eine Volkskrankheit), Produzenten von Skiausrüstung und der ganzen Tourismusbranche (macht das Klima kaputt), Herstellern von Sofas (verursachen metabolisches Syndrom). Die Liste lässt sich unendlich fortsetzen. Ich bin auf Ihr Wahlprogramm gespannt.

      • @Eric Manneschmidt:

        Man kann recht leicht zwischen arbeitsunfähig und arbeitsunwillig unterscheiden, indem man die Entscheidung demjenigen überlässt, der arbeiten soll bzw. die Beweislast umdreht. Heißt: die Leistungen werden befristet und danach muss eine Arbeitsunfähigkeit nachgewiesen werden.

        Spätestens wenn jemand bei Schwarzarbeit erwischt wird, sollte die Frage im übrigen beantwortet sein, ob er arbeiten kann.

        • @Dr. McSchreck:

          "...danach muss eine Arbeitsunfähigkeit nachgewiesen werden..."

          Wer Arbeitsunfähigkeit anführt, muss das schon jetzt nachweisen. Wieder mal so eine Forderung nach Dingen, die es schon gibt...

          • @warum_denkt_keiner_nach?:

            Natürlich muss der Nachweis nicht mehr von irgendeinem Arzt erfolgen....

            • @Dr. McSchreck:

              Selbstverständlich muss der Nachweis von einem Arzt kommen. Und bei Zweifeln kann auch ein Amtsarzt eingeschaltet werden.

              Oder denken Sie., der Frisör ist zuständig?

              • @warum_denkt_keiner_nach?:

                Sie wollen mir doch nicht erzählen, dass all die jungen Männer, die in den Innenstädten herumlungern und gelegentlich auch Ärger suchen, von eine Arzt arbeitsunfähig geschrieben wurden und deshalb Leistungen beziehen.

        • @Dr. McSchreck:

          Verstehe ich jetzt nicht. Also derjenige, der (erwerbs-)arbeiten soll, trifft die Entscheidung?



          OK, aber was soll der nach "nachweisen" - sich selbst eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausstellen?

          • @Eric Manneschmidt:

            Er muss einfach entscheiden, ob er seine 5 Jahre Bezugsdauer mit 25 schon aufgebraucht haben möchte und danach nur noch Sachleistungen bekommt, sofern nict der Amtsarzt feststellt, dass er dauerhaft nicht arbeiten kann.

          • @Eric Manneschmidt:

            Arzt? Ist ja jetzt schon so.

    • @Sole Mio:

      Das sind aber arg viele Windmühlen, gegen die Sie da zu Felde ziehen.



      Hoffentlich geht dabei niemand zu Schaden!



      Oder gehören Sie nicht zu den 90%?

      • @Joe Schmoe:

        Das sind alles andere als Windmühlen.

        Und ich gehöre zu 100% zu den 90%!!!!

        Zu Schaden werden wir kommen, wenn wir das nicht bald ändern. Dann sind irgendwann die an der Macht, die wir alle nicht wollen.

  • Der Punkt der im letzten Absatz angesprochen wird, ist einer an dem ich bei den Thema auch meist sehr schnell denke und mich doch immer wieder wundere. Aber das Belegt in gewisser Weise auch eine Sichtweise Einsteins, die Dummheit des Menschens betreffend.

    Es sind ja nicht nur die großen Industriezweige die drohen weg zu brechen, beim Mittelstand sieht es vllt sogar noch schlimmer aus. Wer jetzt noch denkt sein Job wäre sicher weil er bei einem der "hidden Champions" oder so arbeitet und glaubt da käme schon nicht so schnell Konkurenz auf, der wird sich über die Kündigung in ein paar Jahren ziemlich wundern.

    An ihrem Ast auf dem sie sitzen wird längst ganz fleissig gesägt, in China, u.a. mit Stiehl Kettensägen, die Patente haben die schon vor Jahren gekauft, und ähnliches zieht sich durch den gesamten Mittelstand.