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SPD-Idee einer ErbschaftssteuerreformWider den Triumph der Ungerechtigkeit

Stefan Mahlke

Kommentar von

Stefan Mahlke

Die SPD hat Ideen für eine Erbschaftssteuerreform. Privatpersonen und kleine Firmen sollen entlastet, große dafür belastet werden.

Die SPD muss die Partei der sozialen Gerechtigkeit bleiben – oder sie kann einpacken: Wahlplakat zur Bundestagswahl 1987 Foto: Gabi Schumann/dpa/picture alliance

D a scheint die SPD mal was richtig gemacht zu haben. Sie hat einen Vorschlag zur Reform der Erbschaftsteuer auf den Tisch gelegt, der das Erben einfacher und gerechter machen soll. Kleine Erben sollen entlastet, große Erben belastet werden. Wobei klein eher so mittel bedeutet, denn zukünftig sollen privat bis zu 900.000 Euro steuerfrei bleiben – mehr als doppelt so viel wie derzeit. 100.000 Euro aus nichtfamiliären Quellen kommen noch hinzu. Und wenn man im geerbten Haus wohnt, muss man dafür ebenfalls keinen Cent Steuern berappen.

Mit den üppigen Freibeträgen wollen die Sozialdemokraten der Mehrheit der Betroffenen die Angst nehmen und die erwartbaren Empörungswellen niedrig halten. Das ist klug. Steuern sind ja erst mal unbeliebt, weil der Staat immer in Verdacht steht, einem bei jeder Gelegenheit was vom sauer verdienten, erwirtschafteten oder geerbten Geld wegnehmen zu wollen.

Aber Moment. Sauer geerbt? Da fängt es schon an. Erben heißt, etwas geschenkt zu bekommen, ohne dass man dafür einen Finger krumm machen musste: unverdientes Vermögen also. Beim Erben ist das Leistungsprinzip, das die Unionsparteien wie die Wirtschaft so gern vor sich hertragen, suspendiert. Auch das liberale Versprechen, durch Talent, Bildung, Fleiß aufsteigen zu können, wird so untergraben.

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In Deutschland leben mehr Superreiche als in jedem anderen europäischen Land. Die Zahl der Milliardäre stieg 2025 um ein Drittel auf 156 – weltweit haben nur die USA, China und Indien mehr Superreiche. Sie konnten ihr Vermögen im Vergleich zum Vorjahr um fast 150 Milliarden Dollar steigern, nicht wenige durch Erbschaften. Wenn das reichste eine Prozent mehr als ein Drittel des Nettovermögens besitzt, die untere Hälfte der Bevölkerung dagegen fast nichts, ist das der Demokratie nicht zuträglich. Die wachsende Ungleichheit füttert eines der größten Übel unserer Zeit: den Aufstieg der extremen Rechten.

Die SPD muss die Partei der sozialen Gerechtigkeit bleiben – oder sie kann einpacken

Die SPD muss die Partei der sozialen Gerechtigkeit bleiben – oder sie kann einpacken. Die Sozialdemokraten tun gut daran, Gerechtigkeitsfragen wieder zu ihrem Glutkern zu machen. Aus ihm ist Energie zu ziehen, die gebraucht wird, denn Gerechtigkeitsfragen durchdringen die ganze Gesellschaft – ob bei Anpassungen an die Klimakrise, beim Wohnen, bei Energiefragen oder Zumutungen durch militärische Konflikte.

Deshalb ist auch der 5-Millionen-Freibetrag für Unternehmen ein vernünftiger Ansatz, wenn zugleich milliardenschwere Firmenübertragungen sich nicht mehr mithilfe von „Verschonungsbedarfprüfungen“ kleinrechnen lassen dürfen. Der „Triumph der Ungerechtigkeit“, den die französischen Ungleichheitsforscher Emmanuel Saez und Gabriel Zucman in den USA ausgemacht haben, ist kein Naturgesetz. Eine Reform der Erbschaftsteuer ist ein guter Anfang, um Ungleichheit abzubauen. Das stärkt die Demokratie. Und in weniger ungleichen Gesellschaften, so hat die Forschung längst herausbekommen, sind die Menschen auch zufriedener.

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Stefan Mahlke
Stefan Mahlke ist Germanist und Historiker und verantwortlicher Redakteur des "Atlas der Globalisierung" von Le Monde diplomatique, der von der taz herausgegeben wird.
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113 Kommentare

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  • "Gerechtigkeit"?

    Es gehe vorrangig um die Herstellung von "Gerechtigkeit" beim Vorschlag der SPD zur Reform der Erbschafts- und Schenkungssteuer und die vorauseilende Umsetzung eines - noch ausstehenden (sic!) - Urteils des Bundesverfassungsgerichtes . Wirklich? Die aktuell erwartete Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes zur Erbschaftssteuer geht bekanntlich auf die Klage eines Privatmannes aus Detmold vor dem Finanzgericht Münster zurück. Er monierte, dass er 30% Erbschaftssteuer bei einem Erbe von 210.000 € zu entrichten habe, während Erben von Unternehmen oft von einer nennenswerten Steuer verschont blieben. Wenn er ein Unternehmen von seiner Tante geerbt hätte, so hätte er - bestimmte Bedingungen vorausgesetzt - keine Steuern entrichten müssen. Dies, fand er, sei "ungerecht".

    Wie ist nun "Gerechtigkeit" herzustellen? Etwa dadurch, dass bei Wegfall der Erbschaftssteuerpflicht auch der Mann aus Detmold keine Steuer mehr bezahlen müsste oder dadurch, dass Unternehmenserben Erbschaftssteuer zu entrichten hätten - im Vergleichsfall ebenfalls 30% bereits für einen Unternehmenswert von 210.000 € vererbt durch die Tante? Man sollte dazu den Mann aus Detmold einmal befragen.

  • Das Thema scheint kein Zünder zu sein. Müsste es jedoch. Die Angst vor Job-Verlust ist nämlich größer, denn die neoliberale Gegenlobby arbeitet erfolgreich an negativen Gedankenbildern und verhindert das Betreten von Gedankenräumen. So kommt man folglich nicht weiter. Man kann natürlich sehr gerne, wenn Mehrheiten dafür gewonnen werden können, eine Erbschaftsteuer gegen die neoliberalen Interessen machen. Viel schöner wäre es jedoch, anstatt den Vermögenden Geld abzunehmen, wenn der Staat die 92% finanziell untere Bevölkerung wohlhabender machen würde. Je nach Einkommen könnte man eine gestaffelte staatliche Zusatzrente garantieren, oder die gesetzliche Rente gleich direkt erhöhen. Man bräuchte in einem ersten Schritt nur zu den Steuerverhältnissen unter Dr. Helmut Kohl zurückkehren.

  • In Deutschland besitzen 10 Prozent 60 Prozent des Vermögens, aber damit nicht genug 1 Prozent besitzen ein Drittel dieser 60 Prozent. Und das Vermögen wird vererbt, dass dabei die Armen und weniger Vermögenden leer ausgehen, versteht sich von selbst.



    Die Steuern werden nicht in der Ergiebigkeit erhoben, wie bei der Einkommens- oder Mehrwertsteuer, sprich der Staat wird wenig über die Erbschaftssteuern finanziert. Der Anteil liegt bei ca 1,3 Prozent.



    Es wäre also durchaus gerecht, hier stärker zu besteuern und das dann progressiv.



    Aber jetzt muss ich einfach sagen, dass die SPD seit 1998 immer wieder die Regierung gestellt oder an ihr beteiligt gewesen ist.



    Dies ist für die 10 Prozent in Deutschland, die reich sind, immer ohne Probleme abgelaufen, die SPD holt reiche Leute nicht zurück in die Steuerkasse. Und ähnlich - vermute ich leider - wird das hier auch enden: Drohkulisse, ohne Umsetzung.



    SGB II-Leistungen sind zu niedrig, schlecht berechnet, was hat die SPD da bisher geändert, sehr wenig, und wenn dann macht sie mit der Union eine Kehrtwende. Wenn es wirklich sozial werden würde, dann kneifft die SPD.



    Das ist seit Gerd Schröder auch als Agenda-Politik bezeichnet worden.

  • Wenn wir nicht solche Verhältnisse wie in den USA haben wollen, sind Vermögenssteuern und Erbschaftssteuern unabdingbar.



    Der unbegrenute Akkumulation von Vermögen muss durch entsprechende Steuern reguliert werden, sonst können Millardäre, durch undemokratische Einflussnahme auf unsere Regierung, unsere Demokratie gefährden.



    taz.de/Politischer...erreichen/!6073818

    • @Alex_der_Wunderer:

      "Wenn wir nicht solche Verhältnisse wie in den USA haben wollen..." - Mal kess gefragt: Warum sollten wir das eigentlich nicht wollen? Ein Großteil der Bevölkerung lebt zumindest wirtschaftlich weit besser als wir. Natürlich nicht vom Staat

      • @Samvim:

        @Samvim



        Mal kess geantwortet, weil wer nicht gerade ein Masochist ist, nicht auf Unterdrückung steht ‼️

    • @Alex_der_Wunderer:

      Der Ökonom Maurice Höfgen hat wieder ein sehr gutes Video gemacht, wo er die "Ansichten und Weisheiten" eines neoliberalen Hochschullehrers über die Erbschaftssteuer auseinandernimmt. Diese Neoliberalen versuchen doch immer wieder die Bürger an der Nase herumzuführen.

      ***Maurice Höfgen - Professor Rieck blamiert sich zur Erbschaftsteuer!*** www.youtube.com/wa...zz-ikF_z64&t=1934s

      • @Ricky-13:

        @Ricky-13



        Hey, thx für den freundlichen Tipp bezüglich des Videos, gibt’s dann zur Freude & Erhellung zum Feierabend. 👍👍



        Habe heute Vormittag zwei Krankmeldungen bekommen, die eine war von ein paar Spaß Vögelchen auf den Namen



        " Donald Trump " ausgestellt...😁

    • @Alex_der_Wunderer:

      Richtig, oder einfach nur zum Spaß Lebensmittel aufkaufen.

    • @Alex_der_Wunderer:

      Ich würde jede Erbschaft ab €100.000 besteuern. Und ab €1.000.000 würde ich sofort mit progressiven Steuern loslegen.

      • @Andreas_2020:

        @Alex der Wunderer

        ... mit Verlaub, Sie sich selbst auch (wie von Ihnen vorgeschlagen "besteuern" (enterben) - sofern Sie in der Situation sind oder in die Gelegenheit kämen - wirklich, ehrlich und auch verbindlich für alle Zukunft? Würde mich angesichts der allgemeinen Lebenserfahrung wundern.

        • @Gerald Kolb:

          Danke, dass Sie durch den Begriff "enterben" klar machen, wie man Sie einordnen darf. Das ist nämlich absolut unseriös und Sie tragen damit zur Verwirrung, ja Verschleierung der Realität bei!

        • @Gerald Kolb:

          @ Gerald Kolb



          Ganz ehrlich jetzt, meine humanistischen Werte sind mir absolut wichtig und finanzielle Sicherheit, kann da ganz hilfreich bei der Umsetzung dieser Werte sein.



          Wie stellt sich ein zukünftiger Mehrfachtäter [ Millionär ] wohl ein glückliches, zufriedenes Leben, allein unter armen Mitmenschen so vor ? Wäre so eine Philosophie wirklich erstrebenswert zu leben ?



          Finde ich absolut nicht.

          • @Alex_der_Wunderer:

            "..ein zukünftiger Mehrfachtäter [Millionär]" ?? Ihre Worte!

            • @Gerald Kolb:

              @ Gerald Kolb



              In der Tat - mein Sprech 😉

        • @Gerald Kolb:

          Es gibt durchaus Menschen, die nicht an Erbschaften kleben. Allerdings offenbar zu wenige.

  • Der Staat hat nicht zu wenig Geld. Die Steuereinnahmen sind auf Rekordhöhe. Der Staat hat nur zu viele Ausgaben.

    Ich bin dagegen, dem Staat noch mehr Geld zu geben. Er gibt es sehr unüberlegt aus.

    Nur ganz wenig der Gelder, die eine Eisenbahnbaustelle kostet, werden auch auf der Baustelle verbraucht. Gutachter, Planer...

    Der Blackrock-Kanzler kauft Kriegsgerät in den USA und für die Ukraine.

    Warum Bürgergeld für gesunde junge Leute (m/w/d)? Angeblich gibt es einen Fachkräftemangel. Es gibt aber auch einen Nicht-Fachkräfte-Mangel?

    Warum die Beamtenschwemme?

    Warum hat die BRD das größte demokratische Parlament der Erde zu finanzieren? Söder hat nicht unrecht mit der Föderalismusreform. Bremen und das Saarland kann man einsparen. Und sicher noch viele mehr.

    Warum 8 Mrd für den ÖRR? Das ist ja auch ein Problem, dass sich aus dem Föderalismus ergibt.

    • @Otto Mohl:

      Die meisten Menschen (die überhaupt etwas erben) zahlen nach den Reformvorschlägen der SPD weniger als zuvor bzw. eher sogar gar nichts. Haben Sie das verstanden?

    • @Otto Mohl:

      ÖRR ist dafür gem. Medienstaatsvertag für alle, die es wollen, vielfältige Berichterstattung, Information, Bildung und Unterhaltung zu ermöglichen. Schauen Sie sich mal im unregulierten Ausland um, besonders in den USA, wo nur Milliardäre Medienunternehmen besitzen. Entsprechend eindimensional ist das Programm. Der Rest müsste über zig Kabelsender dazugekauft werden, wozu nicht alle in der Lage sind. Auch in Privatfernsehen hier können Sie Sendungen zur Kuktur, Politik, Literatur und Wissenschaft mit der Lupe suchen. Ihre neoliberale staatsfeindliche Einstellung wird aus allen Forderungen deutlich. Null Regulation - schwacher Staat. Föderalismus ist die Folge des 3. Reichs, um eine erdrückende kontrollierende Zentralregierung zu verhindern und Pluralität zu ermöglichen - eine wichtige Lehre der Vergangenheit, welche heute vergessen wird. Die prosperierendsten Zeiten hatte die Republik bei uns, als der Staat stark war, in Infrastruktur, Wohnungsbau und Daseinsvorsorge investiert hat und auch notwendigerweise in Verteidigung, vor der neoliberalen Dauerschleife seit den 90ern.

    • @Otto Mohl:

      "Die Steuereinnahmen sind auf Rekordhöhe."

      Die Steuereinnahmen sind eigentlich immer auf Rekordniveau. Das ist ein klassisches Fake-Argument gewisser Kreise.

      "Warum Bürgergeld für gesunde junge Leute (m/w/d)? Angeblich gibt es einen Fachkräftemangel"

      Ihnen ist nicht klar, dass nicht jeder das Zeug hat, ein Informatikstudium zu beenden?

      "Warum die Beamtenschwemme?"

      Es gibt keine Beamtenschwemme. Im Gegenteil werden mehr mehr Stellen, auf denen früher Beamte saßen, mit Angestellten besetzt

      "Warum hat die BRD das größte demokratische Parlament der Erde zu finanzieren?"

      Die Kosten für den Bundestag sind völlig irrelevant

      "öder hat nicht unrecht mit der Föderalismusreform. Bremen und das Saarland "

      Ich finde ja, Bayern kann man einsparen. Und den Osten sollte man in ein Bundesland überführen.

      "Warum 8 Mrd für den ÖRR?"

      Der ÖRR wird nicht aus öffentlichen Mitteln finanziert, sondern über die Gebühren

      • @Kaboom:

        Die Steuern sind auf Rekordhöhe und die Bevölkerung immer weniger damit einverstanden, wie der Staat damit umgeht.

        Wer gesund und nicht im Rentenalter ist und arbeiten kann, der soll das auch. Es muss nicht jeder studieren. Manche(r) Handwerker(in) hat mittlerweile ein besseres auskommen, als studierte.



        Welches Recht haben diese Personen langzeitig auf Kosten anderer zu leben?

        Die Anzahl an beamteten ist leicht rückläufig, das ist korrekt.

        • @C Walser:

          Wir haben Sozialsstaats-Prinzip. Lesen Sie mal bitte das Grundgesetz, insbesondere Artikel 1. Mit Ihren sozialdarwinistschen Forderungen kommen Sie nur bei den AgD-Schergen an. Denken Sie, Sie hätten auch nur 1 Euro mehr in der Tasche, wenn Menschen hier, wie in den USA, in Zelten hausen? Nur eine gut ausgebildete Gesellschaft ermöglicht Innovation. So sinnvoll auch Handwerksberufe sind und auch gute Verdienstmöglichkeiten bieten, kann eine Gesellschaft auf Wissen nicht verzichten. Deshalb sind Länder, wie zum Beispiel Süd Korea so erfolgreich in technischen Innovationen. Dort studiert ein Großteil des Nachwuchses. Schauen Sie mal über Ihren Tellerand hinaus, was in anderen Erdteilen los ist, wie sich Gesellschaften dort entwickeln und welche Architektur dort gebaut wird. Sie werden schnell feststellen, dass wir in Europa mit großen Schritten überholt werden.

        • @C Walser:

          Der Spitzensteuersatz ist real der 2.-niedrigste in der Geschichte dieses Landes.



          Die Bevölkerung scheint größere Leidenschaft beim Herumheulen zu entwickeln als beim Schaffen.



          Es gibt vor allem einen Fachkräftemangel bei Jobs mit höheren Qualifikationen. Und viele Azubi-Stellen werden nicht besetzt, weil die Unternehmen die Bewerber für nicht für ausreichend qualifiziert halten.

          "Welches Recht haben diese Personen langzeitig auf Kosten anderer zu leben?"

          Gucken Sie mal in unsere Verfassung. Deutschland ist ein Sozialstaat.

      • @Kaboom:

        Die Steuereinnahmen sind eigentlich immer auf Rekordniveau. Das ist ein klassisches Fake-Argument gewisser Kreise.



        Nein, Fakt: Abgabenquote, also im Verhältnis zum BIP liegt bei über 40%, steigend von einstmals 20. Und das ist eine ungute Tendenz!



        Fachkraft muss sicher nicht Akademiker sein!



        Die Beschäftigungszahlen im Öffentlichen Dienst steigen.



        Das wir das größte Parlament haben istmonetär irrelevant, zeigt aber die Denkweise hier auf, somit relevant!



        Ohne Bayer... schauen Sie mal auf den Länderfinanzausgleich.



        Natürlich sind Abgaben für den ÖRR, früher hießen die Gebühren, öffentliche Mittel!

        • @Tom Farmer:

          "Nein, Fakt: Abgabenquote [...]"

          1.) Abgaben != Steuern,



          2.) Hat mit mit meiner These genau 0 zu tun,



          3.) www.bundesfinanzmi...steuergruppen.html

          "Die Beschäftigungszahlen im Öffentlichen Dienst steigen."

          Darum ging es nicht, es ging um eine angebliche Beamtenschwemme.

          "Das wir das größte Parlament haben istmonetär irrelevant, zeigt aber die Denkweise hier auf, somit relevant!"

          Die Denkweise ist, die Stimmverhältnisse bei Wahlen möglichst exakt im Bundestag abzubilden. Wenn Sie das stört, ist das wohl eher Ihr Problem.

          "Natürlich sind Abgaben für den ÖRR, früher hießen die Gebühren, öffentliche Mittel!"

          Sorry, aber: Nonsens. Die Gebühren zahlen die Privathaushalte. Das ist ziemlich exakt das Gegenteil von öffentlichen Mitteln.

          www.rechtsportal.d...effentliche-Mittel

      • @Kaboom:

        Wenn man sich anguckt, mit wie vielen Staatsbediensteten die BRD 1989 pro Einwohner auskam und wie viele man jetzt nach der Wende erkennt man ein exponentielles Wachstum. Und das ganze trotz PC und Digitalisierung. Der Staat muss schlanker werden.

        Das Budget für den Bundestag ist nicht irrelevant. Es hat Vorbildcharakter und kann gekürzt werden. Jeder Abgeordnete weniger kann zB in 50 Kindergärten durch die eingesparten Gelder viel schaffen.

        Ich habe geschrieben, dass auch nicht-Fachkräfte gesucht werden. Bürgergeld für gesunde junge Menschen kann weg. In der Logistik wird immer noch gesucht

        Bayern ist das letzte Bundesland, was man einsparen sollte. Dort läuft ganz klar vieles richtig. Auch wenn man das nicht zugeben mag, aber jeder Bayer ist sehr solidarisch mit den gescheiterten Städten Berlin und Bremen.

        Ob man die Gelder für den ÖRR jetzt Gebühren, Zwangsabgabe oder Steuer nennt. Es wird jedem, der Geld hat, abgezockt. Dafür bekäme man auch Netflix und Prime oder zwei Currywurst/Pommes im Monat.

        • @Otto Mohl:

          "Wenn man sich anguckt, mit wie vielen Staatsbediensteten die BRD 1989 pro Einwohner auskam und wie viele man jetzt nach der Wende erkennt man ein exponentielles Wachstum [...]"

          Unsinn

          www.demografie-por...licher-dienst.html

          "Das Budget für den Bundestag ist nicht irrelevant. Es hat Vorbildcharakter und kann gekürzt werden"

          Klassischer Fall von Symbolpolitik und klassischer Fall von sinnfreiem Populismus. Aber das ist ja genau das, was Sie schreiben.

          "Bürgergeld für gesunde junge Menschen kann weg. In der Logistik wird immer noch gesucht"

          Wenn in der Logistik besser bezahlt würde hätten Schenker & Co. auch keine Probleme, ihre Stellen zu besetzen. Nur ist das Prinzip dieser Firmen eben Abzocke. Aber es passt zur radikalen Ideologie gewisser Kreise, dass Leute zu jedem Preis und bei allen Rahmenbedingungen zur Arbeit gepresst werden sollen.

          "Es wird jedem, der Geld hat, abgezockt. Dafür bekäme man auch Netflix und Prime oder zwei Currywurst/Pommes im Monat."

          Setzen Sie sich an einem beliebigen Wochenende, am besten morgens mal vors TV, und gucken sich an, was die Privaten an Sendungen für Kinder anbieten. Und dann reden wir nochmal.

          • @Kaboom:

            Danke für Ihr demokratisches Engagement!

    • @Otto Mohl:

      @Otto Mohl



      " Ich bin dagegen dem Staat noch mehr Geld zu geben "



      Herr Mohl, wir Bürger sind der Staat und die von uns Wählern legitimieren Parlamentarier haben unsere Regierung, also auch unseren Kanzler gewählt.



      Die Regierung ist verpflichtet, in Vertretung für uns Bürger / Wähler unsere Interessen wahrzunehmen. Dazu gehört auch die in unserem Grundgesetz festgeschriebe Einziehung der Vermögenssteuer, die ja seit den 90er Jahren nur Ausgesetzt wurde, sowie auch die Einziehung der angemessen Erbschaftssteuer, da durch vererben ein Eigentümerwechsel erfolgt. Diese wichtigen Steuereinnahmen sollen unseren Staat mit finanzieren und sollen auch vor der Akkumulation von Vermögen schützen, damit nicht Millardäre undemokratischen Einfluss auf UNSERE Regierung nehmen können.



      Siehe gerade die katastrophalen Zustände in den USA, dies gilt es bei uns in Deutschland zu verhindern.

      • @Alex_der_Wunderer:

        Vollkommen richtiger Take. Starke Vermögenskonzentration ist demokratiezersetzend und begünstigt Autoritarismus, Totalitarismus und Faschismus. Kann man aktuell in den USA sehr gut erkennen, abgesehen davon, dass es auch Stand der Wissenschaft ist nach jahrzehntelange Forschung.

      • @Alex_der_Wunderer:

        Herr Mohl sagt doch nur, dass nicht noch mehr Geld abgeführt werden soll. Wenn die von Ihnen genannten Steuern erhoben werden....Null Problem, wenn dafür andere gesenkt werden. Aber genau das sagt niemand und Sie ja auch nicht.



        Und das ist ja dann irgendwann doch ein Thema! Finden Sie nicht?

        • @Tom Farmer:

          Neoliberaler Quatsch. Die Kohle raushauen bis die letzte Weinflasche ausgesoffen ist! Mehr Kreativität bei der "Geld- und Steuerwirtschaft"; welcher Pfeffersack soll denn auf Milliarden oder Billionen privatem Geldvermögen einen hochkriegen, wenn ringsherum nicht einmal eine Schale Reis da ist?!

          • @Gerhard Krause:

            Ihre Empörung in Ehren, aber Inhalte sehen doch anders aus.



            Beispiel: In den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurden Schulen gebaut, Infrastruktur aufs Auto ausgerichtet, Stromleitung und Wasser/Abwasser gelegt. Mit einer Staatsquote knapp 10% unter der heutigen. Das was damals investiv gestemmt wurde, das bekommen wir heute mit einer 10% höheren Staatsquote nicht mal repariert und erhalten! Ich finde das bedenklich für was heute alles Geld da ist, und für was nicht. Ich sage nur Mütterrente, Elterngeld....

  • Reiner Populismus!



    Bürgergeld-Reform verhindern wäre JETZT dran.

  • Der wievielte folgenlose Vorschlag einer besseren Besteuerung von anstrengungslosem Erben ist das jetzt seitens der SPD?

    • @Bussard:

      Höchstwahrscheinlich nicht der letzte.

  • CDU und SPD sollten erstmal das Urteil des Bundesverfassungsgerichts abwarten und dann das Urteil gründlich analysieren und erst dann ein verfassungskonforme Steuerreform erarbeiten. Ansonsten muss ein jetziger vorschneller Beschluss nach dem Urteil nachgebessert werden.

  • Der 5-Millionen-Freibetrag für Unternehmen ist ein Mittelstandsvernichtungs- und Monopolisierungsprogramm. Ein kleiner 20-Mann-Betrieb hat mit Grundstück, Gebäude, Maschinen etc. schnell die 5-Millionen-Grenze geknackt. Damit bleibt also nur der Verkauf des Betriebs an Investoren oder Konzerne, will der Betrieb nicht erbschaftssteuerbedingt in die Insolvenz.

    • @Luftfahrer:

      Die geplanten Freibeträge sind doch höher als die jetzigen.



      Wenn Sie so tun als wären das neue Kosten für den Mittelstand, dann sagen Sie die Unwahrheit. Warum? Im Sinne des Mittelstands ist Ihre Argumentation nämlich nicht.

    • @Luftfahrer:

      Ich nehme den Betrieb sofort!

    • @Luftfahrer:

      @Luftfahrer



      Damit kein Betrieb aufgrund der berechtigten und für unseren Staat [ der Staat sind wir Bürger ] notwendigen Erhebung der Erbschaftssteuer in die Insolvenz gehen muss, bieten wir Bürger als Staat, ja durch unsere, uns vertretene Regierung, eine Stundungsmöglichkeit der Erbschaftssteuer für die Erben an.

      • @Alex_der_Wunderer:

        Nachgefragt: Was ist "notwendig" und was "berechtigt" oder durch (geltendes oder gar "Natur-) Recht legitimiert?

        • @Gerald Kolb:

          @ Gerald Kolb



          Gerne antworte ich nochmal auf Ihre Frage.



          Einer unermessliche, ungesteuerte Akkumulation von Vermögen, muss zur Aufrechterhaltung unser Demokratie entgegengewirkt werden, damit nicht gegebenenfalls Millardäre auf unsere Regierungen, undemokratischen, politischen Einfluss nehmen können. Die Demokratie wäre damit erledigt. Sehen Sie auf die katastrophalen Einwirkungen von egomanen, undemokratischen Vermögenden in den USA !

    • @Luftfahrer:

      Ich fände auch einen viel höheren Freibetrag besser, z.B. das 1.000fache des jährlichen Pro-Kopf-BIP, und dafür einen Steuersatz von 100 Prozent. Denn niemand braucht mehr als 50 Mio €. Und es werden ja nicht Betriebe besteuert sondern nur ihre Eigentümer. Es wechseln nur Aktien oder Beteiligungen den Besitzer und werden ggf . aufgeteilt.

      • @Earth & Fire :

        So einfach ist das nicht, wenn Aktien oder Beteiligungen den Besitzer wechseln, gehen auch die Rechte + Pflichten mit.



        Wichtige Entscheidungen müssen dann mehrere Personen tragen.



        Ob es jetzt besser ist, wenn ein Unternehmen nur einen Besitzer hat oder mehrere, lass ich mal offen. Das kann jeder für sich selbst entscheiden

        • @MatB1012:

          "Wichtige Entscheidungen müssen dann mehrere Personen tragen." Ist bei Genossenschaften auch so.



          "Ob es jetzt besser ist, wenn ein Unternehmen nur einen Besitzer hat oder mehrere, lass ich mal offen. Das kann jeder für sich selbst entscheiden." Bei kleinen Unternehmen ist es nicht problematisch, solange niemand unterm Strich mehr hat als das Maximalvermögen.

    • @Luftfahrer:

      Betriebe können gar nichts erben, das ist natürlichen Personen vorbehalten.



      Für diese Personen gibt es keine Pflicht, Steuern (die ja auf verschiedene Dinge gezahlt werden müssen) aus Betriebsvermögen zu bezahlen.

    • @Luftfahrer:

      1. Diese Unternehmen können die Steuer abstottern, kein Grund sein Unternehmen zu verkaufen. 2. Wer ein Unternehmen neu gründet muss mehr Schulden aufnehmen als der Erbe, der nur Erbschaftssteuer zahlen muss. Es ist also immer noch ein Vorteil.

      • @Wunderkerze:

        1. Heißt 20 Jahre Probleme bei öffentlichen Ausschreibungen, weil man Schulden hat, die die Bewertung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit verschlechtern und man wegen offener Steuerzahlungen nur eine "Unbedenklichkeitsbescheinigung 2. Klasse" vorlegen kann.

        2a. Wer ein Unternehmen gründet, kann frei anhand seiner Mittel entscheiden, ob er eine Nummer kleiner anfängt und organisch wachsen will.



        2b. Wer meint, dass ein laufendes Unternehmen nicht sowieso außerplanmäßig Kredite braucht, hat keine Ahnung von den Zahlungsmodalitäten und der Zahlungsmoral hierzulande. Wer für die öffentliche Hand arbeitet, muss beispielsweise damit rechnen 20% seines Rechnungsbetrags zwei oder fünf Jahre als "zinslosen Kredit" einräumen zu müssen (nennt sich Gewährleistungseinbehalt) und das bei nicht ausreichenden Reserven oder verzögerter Zahlung von anderen Kunden durch Bankkredite mit Zinsen gegenzufinanzieren.

        • @FriedrichHecker:

          1. - Erben können ein Erbe ablehnen.



          Die Mitarbeiter der Unternehmen können die Betriebe gemeinsam weiterführen oder Jungunternehmer von Außen bekommen.



          durch die Ablehnung des Erbe der Erben, eine Chance zur Selbständigkeit. Unternehmen müssen nicht Zwangsläufig immer im Besitz einer Familie bleiben. Viele Unternehmer ohne Erben suchen sich auch rechtzeitig innovative Jungunternehmer für die Weiterführung ihrer Betriebe.



          2. - Bei Eigentümerwechsel eines Unternehmen durch Verkaf werden auch Steuern fällig. Also sollte beim Eigentümerwechsel durch Erbschaften selbstverständlich auch eine Erbschaftssteuer fällig werden. Die Erben haben außerdem vor dem Erbantritt noch keinen Cent Steuern bezüglich des Unternehmen gezahlt. Nur der Erblasser wurde zum Steuern zahlen herangezogen.



          3.- Auch die Erbschaftssteuer verhindert, wie die im Grundgesetz verankerte, nur seit den 90er Jahren ausgesetzte Vermögenssteuer, die Akkumulation von Vermögen und soll so der Gefahr einer undemokratischen Einflussnahme von Millardären auf unsere Regierung entgegenwirken.



          4.- Sowohl die Erbschaftssteuer, als auch die Vermögenssteuer sollen unsere Steuereinnahmen mehren, was allen Bürgern zugute kommt.

          • @Alex_der_Wunderer:

            Die DDR hatte privat geführte Unternehmen im Wesentlichen per "Steuern" und den dadurch bewirkten Rückzug der Eigentümer in "Volkseigene Betriebe (VEB´s) " überführt = sie enteignet. Das Ergebnis mit "großen wirtschaftlichen Erfolgen und Prosperität des Staatswesens" sind hinlänglich bekannt. "Den Sozialismus in seinem Lauf halten weder Ochs noch Esel auf.", so Erich Honecker am15.08.1989. Wie wahr!

            Es gilt offensichtlich erneut K. Marx (1848), Zitat: "Ein Gespenst geht um ..". Auf ein Neues!

            • @Gerald Kolb:

              @ Gerald Kolb



              Die DDR war ein geführter SED Staat.



              Zur Abwicklung, auch durchaus wirtschaftlicher Unternehmen empfiehlt sich folgender Beitrag von etwa 30 Min. Wichtig und für Erhellung sorgen vorallem auch die letzten 10 Min.



              https;m.youtube.com/watch?v=dG6cHkJezf0

          • @Alex_der_Wunderer:

            1. Wenn der Erbe ablehnt, fällt das Unternehmen an den Staat. Wenn die Mitarbeiter Unternehmensanteile kaufen sollen, müssen sie sich das leisten können; wenn die Mitarbeiter die Anteile bekommen sollen ohne sie zu nicht kaufen, ist das "leistungsloses Einkommen", das der Schenkungssteuer unterliegt.

            2. Beim Verkauf ist der Verkäufer steuerpflichtig, beim Erben der Erwerber. Wer also den geerbten Betrieb verkauft, zahlt Erbschafts- und Einkommenssteuer.

            3. Die Erbschaftssteuer hat dafür massives Potenzial, wirtschaftliche Macht zu konzentrieren und damit den großen Konzernen (mit Aktionären von Blackrock über Pensionskassen Ölfonds bis zum norwegischen oder saudischen Staatsfonds - man betrachte beispielsweise die Aktionärsstruktur von Daimler oder Deutsche Wohnen) mehr wirtschaftlichen und politischen Einfluss zu geben.

            4. Zwei Kugeln Eis für jeden? Das SPD-Modell mit den aktuellen Steuersätzen kombiniert reicht nach ersten Berechnungen wahrscheinlich gerade für die Finanzierung der Mwst-Senkung in der Gastro-Branche...

            • @FriedrichHecker:

              @ FriedrichHecker



              Wenn Erbnehmer ein Erbe ohne entsprechende Erbschaftssteuer annehmen und erhalten, so ist dies auch als leistungsloses Einkommen anzusehen.



              Was sollen diese Unrechtdiskusionen ?

              • @Alex_der_Wunderer:

                Definieren Sie bitte "Leistung".

                • @Gerald Kolb:

                  @ Gerald Kold



                  Da gibt es unterschiedliche Definitionen, z. B. bezeichnet man die Zahlung einer Versicherung als Leistung.



                  Wenn Sie Rente oder Krankengeld beziehen, bekommen Sie eine Leistung.

        • @FriedrichHecker:

          "1. Heißt 20 Jahre Probleme bei öffentlichen Ausschreibungen, weil man Schulden hat, die die Bewertung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit verschlechtern und man wegen offener Steuerzahlungen nur eine "Unbedenklichkeitsbescheinigung 2. Klasse" vorlegen kann."

          Wenn man mit dem Finanzamt ein langfristiges "Abstottern" der Erbschaftssteuer vereinbart hat und sich an diesen Zahlungsplan hält, hat man keine "offenen Steuerzahlungen" und deshalb auch keine Nachteile bzgl. der Unbedenklichkeit.

    • @Luftfahrer:

      Die Erbschaftssteuer fällt einmalig an; zu zahlen von den Erben der Firma. Sie kann auf 20 Jahre (!!!) verteilt werden. Bei einem Erbschaftssteuersatz von 30% (extra hoch angesetzt, damit das Gejammer nicht wieder von vorne losgeht) zahlt der Firmenerbe also 1,5% Steuern pro Jahr. Welcher Unternehmer gibt sich aber heute schon mit weniger als 10% Gewinn zufrieden? Keiner!



      Wenn also 1,5% Steuern den Betrieb schon ruinieren, stimmt wohl was am Geschäftsmodell nicht. Oder o.g. Firmenerbe ist nicht bereit, einen ganz kleinen Teil seines leistungslos erhaltenen Geschenks an die Allgemeinheit abzugeben, obwohl diese die Grundlagen seiner Firma (Bildungswesen, Infrastruktur ...) finanziert hat.

      • @Tiene Wiecherts:

        Eine Verteilung auf 20 Jahre ist verdammt lang. Wenn der Betrieb nicht vor einem Erbfall übergeben wird, ist bei vielen wenig Zeit um die Steuer abzubezahlen.



        da kann es sogar leicht passieren, dass die vorhandene Schuld bei der Erbschaftssteuer an den nächsten Erben weitervererbt wird.



        Das gleiche gilt auch, wenn die Steuer sofort bezahlt wird und das ganze über Kredit finanziert wird.



        Insbesonders, wenn sich die Marktsituation ändert und das Unternehmen deutlich pro Jahr weniger Gewinn abwirft als bei der Bestimmung vom Unternehmenswert erwartet wurde.

      • @Tiene Wiecherts:

        "Wenn also 1,5% Steuern den Betrieb schon ruinieren, stimmt wohl was am Geschäftsmodell nicht."

        1,5% vom Firmenwert oder vom Umsatz?



        In der Regel ist der Firmenwert größer als der Umsatz (überschlägig wird oft mit Faktor 3 bis 7 gerechnet - rechnen wir mal mit Faktor 3).



        Ein Handwerker oder Mittelständler kann hierzulande mit einer UMSATZrendite von 2 bis 4% rechnen, wären also großzügig gerechnet 1,3% des FirmenWERTs. Reicht nicht für Ihre 1,5% Erbschaftssteuer und der Betriebsinhaber muss den Laden sowieso verkaufen, weil für ihn nichts übrig bleibt und er mit soviel Buchvermögen nicht einmal Bürgergeld bekommt.

        Heißt also nach Ihrer Ansicht, dass mit dem Geschäftsmodell von geschätzt 90% der Handwerksbetriebe hierzulande etwas nicht stimmt und die entweder die Preise massiv erhöhen oder in Billiglohnländer in Osteuropa abwandern müssten...

        • @FriedrichHecker:

          "Ein Handwerker oder Mittelständler kann hierzulande mit einer UMSATZrendite von 2 bis 4% rechnen,"

          Wo nehmen Sie denn solche Zahlen her?

          Laut Statista lagen die durchschnittlichen Umsatzrenditen mittelständischer Unternehmen 2023 je nach Branche zwischen 5,5 und 9,8%.

          Bei Handwerksbetrieben stieg sie 2023 auf 6% (von 4% 2022) - laut Handwerkskammer Hannover.

      • @Tiene Wiecherts:

        Was ist an einen Steuersatz von 30% extra hoch angesetzt. Wenn Sie von einem Onkel ein Unternehmen erben, können bis zu 50% fällig werden 😉 Und bei einem Handwerksbetrieb innerhalb von 4 Wochen auf Pi mal Daumen eines Sachbearbeiters - Wertermittlung und Vergünstigungen werden erst danach berechnet und Rückerstattung...

      • @Tiene Wiecherts:

        Danke, gut dargestellt.

      • @Tiene Wiecherts:

        @ Tiene Wiecherts



        Zumal der vermeintliche Erbe ja bei diesem Eigentumswechsel, ja die Möglichkeit hat, auch das Erbe abzulehnen.



        Bei Annahme des Erbes kann der Erbe die Erbschaftssteuer entweder von seinem schon vorhandenen Privatvermögen begleichen oder wie wir den Erben, also wir Staat, vertreten durch unsere Regierung, einräumen - die Erbschaftssteuer in Raten unserem Bundeshaushalt zukommen lassen.



        Also fairer geht so ein Eigentümerwechsel doch gar nicht.



        Ausserdem sollten wir durch angemessene Steuern, der Akkumulation von Vermögen entgegenwirken, um eine undemokratische Einflussnahme durch sehr Vermögende Mitmenschen auf unseren Rechtsstaat zu unterbinden. Unsere Demokratie wäre sonst nicht mehr gegeben. Siehe die katastrophalen, politischen Zustände in den USA.



        Einen interessanten, gut recherchierten Artikel hatte Christian Jakob hier schon im März 2025 veröffentlicht



        taz.de/Politischer...erreichen/!6073818

  • Die Frage ist, wohin fließen die Mehreinnahmen. Die sogenannten "Sondervermögen" (Extraschulden) sollen offensichtlich zum immer geringeren Anteil in die Bahn und andere dringend erforderlichen und angekündigte klimafreundliche Projekte fließen.

    Wie man das Vertrauen in die Politik

    • @menschbin:

      Meinen Komentar hab ich zu früh abgesendet:

      Wie man das Vertrauen in die Politik verspielen kann, zeigt sich hier. Wer etwas verspricht, das von extremer Wichtigkeit ist und es dann nicht einhält und das Geld für den regulären Haushalt verwendet, spielt Vertrauen. Ist noch soviel davon da, dass man bedenkenlos damit spielen kann?

  • Erbschaftsteuer geht zu langsam. Und mit ein paar Prozent verhindern wir nicht die Vermögenskonzentration und den Zerfall der Demokratie und des Rechtsstaats. Wir brauchen eine jährliche Vermögensteuer für alle natürliche Personen, Steuersatz 100 %, dafür einen sehr hohen Freibetrag, z.B. 1.000 x jährliches Pro-Kopf-BIP. Betriebsvermögen ist im Grunde auch Privatvermögen, weil es im Endeffekt natürlichen Personen gehört. Aktien und Beteiligungen wechseln bei Vermögensteuern nur den Besitzer, der Geschäftsbetrieb von Unternehmen und die Wirtschaft werden durch die Besteuerung nicht beeinflusst.

    • @Earth & Fire :

      Ist Ihnen schonmal in den Sinn gekommen, dass ein Betrieb dieses Betriebsvermögen, wie ein Gebäude oder Grundstück auch bitter braucht um evt Kredite damit absichern zu können?

      Das BIP pro Kopf in D liegt bei € 50.800,-



      Das wäre dann demzufolge ein Freibetrag von € 50.800.000,- also FÜNFZIG MILLIONEN ACHTHUNDERTTAUSEND!



      Sind Sie sich dessen bewusst?

    • @Earth & Fire :

      Im Sinne einer Umverteilung dass sich die Schere schließt haben Sie mit dem Tempo völlig recht. Betriebe gehören Privatpersonen oder dem Staat. Und wenn Sie keine großen Privatvermögen wollen, dann eben nur dem Staat. Beispiele für die Folgen ihrer Idee s. Nordkorea, Sowjetunion, etc.

      • @Descartes:

        Doch nicht dem Staat! Das VSt-Aufkommen sollte komplett an alle ausgezahlt werden, sonst ist es ja keine Umverteilung. Das ist der entscheidende Unterschied zu Sowjetunion & Co. So wie Wohnraum vorzugsweise über Genossenschaften vergesellschaftet werden sollte und möglichst wenig verstaatlicht.

  • Der Erblasser kann mit seiner schon versteuerten(!) Kohle machen was er möchte. Sein Eigentum, seine Freiheit.

    Es ist schon grenzwertig, sich Freibeträge für sein eigenes Vermögen diktieren zu lassen. U.a. deswegen haben die Erbschaftssteuer viele Staaten abgeschafft.

    Wenn man Freiheit und Leistungsprinzip unterstützen möchte: here you go!

    • @GregTheCrack:

      Der Erblasser muss ja auch keine Steuern zahlen...sondern der Erbe!

    • @GregTheCrack:

      Der Erblasser zahlt die Steuer ja auch nicht.



      Und putzigerweise gibts eine entsprechende Diskussion bei der Versteuerung der Rente nicht. Obwohl es sich dabei um eine REALE Doppelbesteuerung handelt.



      Achja, und derjenige, der die Steuer zahlt, der Erbe nämlich, hat GAR NICHTS geleistet. Man nennt das leistungslosen Wohlstand, nur leider nicht in dem Zusammenhang

    • @GregTheCrack:

      "Der Erblasser kann mit seiner schon versteuerten(!) Kohle machen was er möchte." - Im Rahmen der Gesetze kann er das. Es geht aber um den*die Empfänger*in des Erbes.



      Freiheit hat Voraussetzungen, die Geld kosten. Man nimmt es am besten dort, wo es sehr viel davon gibt.



      Und wenn es eine Sache gibt, die mit Leistungsprinzip nicht nur gar nichts zu tun hat, sondern quasi das Gegenteil dieses (zumindest teilweise und in einigen Formen) menschenfeindlichen Prinzips darstellt, dann ist das: erben.

      • @My Sharona:

        @ My Sharona



        NEIN - Eigentum verpflichtet !



        Wie schon unsere Großeltern zu sagen pflegten : " Was du von deinen Vätern hast ererbt, verdiene es, um es zu besitzen "

    • @GregTheCrack:

      Leistungsprinzip? Was genau haben Firmenerben und Privatiers geleistet, was so hohe Vermögen rechtfertigen würde?



      Und unsere Freiheit wird vor allem durch die immer schnellere Vermögenskonzetration eingeschränkt, anschaulichstes Beispiel zur Zeit -- wenn auch nicht das einzige -- sind die USA, wo gerade Demokratie und Rechtsstaat von einer Regierung, die sogar selbst aus mehreren Milliardären besteht, gerade in ihre Einzelteille zerlegt werden.



      Übrigens: die Erbschaftsteuer wird nicht vom Erblasser erhoben sondern vom Erben. Eigentlich logisch...



      Und dass Geld mehrmals versteuert wird, ist völlig normal, z.B. erst durch die Einkommensteuer und dann durch die Umsatzsteuer.

  • plötzlich ist Superreichtum ein Thema, nachdem sogar die CDU-Linken zumindest zugaben, daß es Steuern auf höchste Vermögen eventuell geben könnte...



    die SPD soll ruhig weiterschlafen...denn dass wir alle verarmen ist nicht seit gestern so...und sie unterschreiben immer noch Merz´ens sozialen Kahlschlag á la Trampel



    hockt Merz mal eine Woche an die Kasse beim Lidl...und DANN gehen wir mit unseren zwei Kindern einkaufen davon...mit dem Herrn "die-Arbeiter-leben-in-Saus-und-Braus"

  • Die höheren Einnahmen würden genauso versickern wie die jetzigen Steuern. Es ginge niemandem besser.

    • @mumba:

      Da befürchte ich auch!



      Immer mehr Geld kann es auch nicht immer sein. Der Staat gehört reformiert.

      Es ist bspw. immer wieder zu lesen, dass das Beschaffungsamt der Bundeswehr im Verhältnis zu anderen Länder für die selben oder vergleichbaren Beschaffungen zu teuer einkauft. Zuletzt bei der Marine einige hundert Millionen.

      Der öffentliche Rundfunk ist ein Selbstbedienungsladen. Hier wird Geld veruntreut und die schuldigen mit riesigen Bezügen, Ruhegeldern,…. verabschiedet. Warum bekommt so jemand 15k im Monat. Auch so eine Unart.



      Pensionen und ähnliche Leistungen gehören generell gedeckelt. Eine Obergrenze unterhalb von 10k etwa

    • @mumba:

      Na dann lasst und die Einnahmen doch auf alle umverteilen. Das geht, wenn man nur will.

      • @Earth & Fire :

        Man kann vieles wollen. Entscheidend ist, was langfristig wirkt – und das ist gezielte Investition, nicht Gießkanne

        • @Zippism:

          Wir haben Nachfragekrise, keine Angebotskrise. Die Investitionen kommen nur wenn wir die Kaufkraft der breiten Masse erhöhen. Heiner Flassbeck wird ihnen das bestätigen www.relevante-oekonomik.com/

        • @Zippism:

          @ Zippism



          Genau darum geht es doch, gezielte Investitionen in unser aller Staat - der Staat sind wir alle Bürger diesen Landes.

          • @Alex_der_Wunderer:

            Die Aussage "auf alle umverteilen" von Earth & Fire klingt eben doch eher nach Gießkanne.

            • @Zippism:

              Es gibt gute und schlechte Gießkannen. Eine gute wäre z.B. mehr Kindergeld oder 0 Prozent USt auf pflanzliche Lebensmittel, eine schlechte die Entfernungspauschale oder Kaufprämie für Verbrenner.

              • @Earth & Fire :

                Auch sogenannte „gute Gießkannen“ bleiben Gießkannen: Sie entlasten alle – auch jene, die es nicht brauchen – und sind damit wenig zielgenau. Maßnahmen wie 0 % USt auf pflanzliche Lebensmittel oder höheres Kindergeld profitieren oft sogar stärker einkommensstarken Haushalten. Gezielt ausgestaltete Hilfen wären sozial treffsicherer, günstiger und wirksamer

                • @Zippism:

                  Vom Kindergeld profitieren vor allem Familien mit kleinen Einkommen, da es ein pauschal ausgezahlter Betrag ist, der Armen mehr hilft als Reichen. Die Besserverdiener können zudem, anstatt Kindergeld zu kriegen, von ihrem Einkommen den Kinderfreibetrag absetzen. Die daraus resultierende Steuerminderung übersteigt das Kindergeld deutlich und erhöht sich sogar noch mit dem Einkommen. Stärkere Einkommensgruppen profitieren also vom ungerechten Kinderfreibetrag, nicht vom Kindergeld. Und bei 0 % für pflanzliche Lebensmittel geht es mehr Tier- und Klimaschutz als um Umverteilung. Aber auch bei einer Senkung der USt allgemein gilt, dass sie anteilig der Putzfrau viel mehr nützt als dem Bundesligaprofi. Und sie ist allemal billiger, als eine Bedarfsprüfungsbürokratie wie bei Hartz 5. Wenn man gezielt den Armen helfen will, ist z.B. eine Negative Einkommensteuer zu 50 % das Mittel der Wahl: de.wikipedia.org/w...ve_Einkommensteuer

                  • @Earth & Fire :

                    Beim Kindergeld stimmt: Es wirkt relativ stärker bei niedrigen Einkommen. Dennoch bleibt es eine pauschale Leistung ohne Bedürftigkeitsprüfung. Dass der Kinderfreibetrag Besserverdienende zusätzlich begünstigt, bestätigt eher den Punkt der mangelnden Zielgenauigkeit des Gesamtsystems, statt ihn zu entkräften.

                    Bei 0 % USt auf pflanzliche Lebensmittel ist das klimapolitische Ziel legitim – sozialpolitisch bleibt es jedoch eine breite Maßnahme. Absolut profitieren Haushalte mit höherem Konsum stärker, auch wenn der relative Effekt für Geringverdiener größer ist. Klima- und Sozialpolitik werden hier vermischt, was die Effizienz beider Ziele schwächen kann.

                    Zur USt allgemein: Ja, relativ hilft sie niedrigen Einkommen mehr. Aber genau deshalb ist sie ein teures Instrument, wenn das primäre Ziel soziale Entlastung ist. Ein großer Teil der Entlastung fließt an Haushalte ohne Bedarf.

                    Interessant ist, dass du selbst mit der Negativen Einkommensteuer ein Beispiel nennst, das mein Argument stützt: Sie wäre deutlich zielgenauer, wirksamer und mit weniger Streuverlusten verbunden als pauschale Entlastungen.

                    • @Zippism:

                      Steuern haben ja 4 Funktionen: 1. Sie sorgen für die Nachfrage nach der staatlichen Währung. 2. Sie verhindern Vermögenskonzentration. 3. Sie lenken den Konsum. 4. Sie senken die Nachfrage, wenn die Gefahr einer Inflation durch zu viel Geld im Umlauf besteht.



                      M.E. brauchen wir daher nur 3 Steuern: Negative Einkommensteuer (Punkt 1 und 2), Vermögensteuer (Punkt 2) und Umsatzsteuer/Mehrwertsteuer (Punkt 1, 3 und 4). Die Umsatzsteuer könnte man theoretisch (gäbe es nicht die EU-Regeln) bei 0 oder 1 Prozent auf alles haben, so dass man z.B. bei Vollbeschäftigung einen wirksamen Hebel hätte, die Steuersätze zu erhöhen und dadurch die Nachfrage zu senken zur Verhinderung einer nachfragegetriebenen Inflation. Die Negative Einkommensteuer und die USt wiederum bewirken, dass alle Unternehmen Steueranmeldungen in € übermitteln und Steuern in € zahlen müssen, was die Nachfrage nach dem € gewährleistet. Durch die Negative Einkommensteuer wären übrigens Kindergeld und -freibetrag hinfällig, weil das bGE aus der NESt deutlich höher wäre.

  • Die Erbschaftssteuer ist mit ihrer Verschonung von hohen Vermögen ab ca. 50 Mio. Euro hochgradig ungerecht und unsolidarisch. Nicht ohne Grund wird vom Bundesverfassungsgericht momentan untersucht, ob es in dieser Form verfassungswidrig ist. Die SPD fordert zu recht Reformen, die CDU kümmert sich eh nicht mehr um Normalbürger ,sondern um Besserverdienende, Die Familienunternehmer, Millionäre und Milliardäre. Die CDU ist natürlich gegen eine Erbschaftssteuerreform. Die Vermögensteuer hat die CDU, zusammen mit der FDP unter mit der Lobbygruppe "Die Familienunternehmer" bereits 1997 erfolgreich ausgesetzt. Und keiner hat protestiert.

    • @KLaus Hartmann:

      warum das BVerfG so lange dafür braucht. Die Verschonungsbedarfsprüfung verstößt eklatant gegen Art. 14 Abs. 2 GG. Das sieht ein Blinder mit nem Krückstock. Ich hoffe, die Verfassungsrichter bleiben stabil gegen die Verlockungen des Geldes...

  • Die Mehrheit der Bürger interessiert sich vermutlich nicht mehr für das sozialdemokratische Credo von dem, was sie soziale Gerechtigkeit nennt. Sonst stünde sie noch bei 40%. Die meisten interssiert es nicht, wer das Chaos im Land finanziert, sondern wer es aufräumt. Ob Otto mehr Abgaben zahlt als Lisa, ist dafür irrelevant.

    • @Richie:

      Nuja, solange Otto Normalverbraucher darüber nachdenkt, ob die paar Kröten für Hartz IV / Bürgergeld / Grundsicherung nicht vielleicht zu viel sind, solange er sich damit zufrieden gibt, dass die Ausländer an allem Schuld sind, solange wird er nicht auf die Idee kommen, zu fragen, warum ständig am Ende des Geldes noch Monat übrig ist, während die Superreichen ihr Vermögen jedes Jahr deutlich erhöhen

    • @Richie:

      Das ist keineswegs irrelevant für die Mehrheit der Wähler.



      Nur leider fallen viel zu viele Wähler auf die Milchmädchenrechnungen der Populisten herein.



      Bei einer Erbschaftssteuer glauben zu viele daran, dass sie selbst betroffen wären, obwohl sie niemanden in der Verwandtschaft haben, der ihnen ähnliche Vermögen vererben würde.



      Bei Unternehmenssteuern glauben sie daran, dass es Arbeitsplätze kosten würde, wenn auch die Chefs Steuern zahlen müssten, und zahlen daher lieber alles allein.



      Insgesamt glauben viele, der Staat würde sich das Geld einfach unter den Nagel reißen und sie hätten nichts davon. Was von den Steuern alles bezahlt wird, kommt nicht rüber.



      Nicht zuletzt, weil es da tatsächlich einiges zu verbessern gibt.

      • @Herma Huhn:

        "Bei einer Erbschaftssteuer glauben zu viele daran, dass sie selbst betroffen wären, obwohl sie niemanden in der Verwandtschaft haben, der ihnen ähnliche Vermögen vererben würde."

        Ich glaube die meisten Menschen wissen, dass sie dann selber betroffen sind. Denn eines zieht sich seit Jahren durch die Politik, dass wenn etwas versprochen wurde, dass es Personengruppe x nicht trifft oder nicht teurer wird, es schlicht gelogen ist.

        Die Befürworter der Änderung der Erbschaftssteuer beteuern zwar regelmäßig, dass es nur die Reichen trifft, aber es glaubt Ihnen schlicht niemand. Weil einfach zu oft etwas versprochen und dann gebrochen wurde.

        Momentan heißt es, dass man anderweitig für die Rente Vorsorgen müsse durch Investieren, aber gleichzeitig wird Diskutiert die Kapitalertragssteuer zu erhöhen, neben den Sozialabgaben die steigen.

        Siehe hierzu die Linken



        www.dielinkebt.de/...t/erbschaftsteuer/



        Das ist keine Steuerreform die nur Reiche betrifft. Ab 300k Erbmasse soll die Steuer los gehen (inkl. Wohneigentum). Aktuell bei Kindern übrigens 400k Freibetrag.



        Das ist keine Steuer nur für Reiche, das trifft die Mittelschicht mit Einfamilienhaus zb.

        • @Walterismus:

          Schönen Dank für den erhellenden Link. Apart finde ich die Begründung [bei einem Freibetrag von 1500.000/300.000] sei "sichergestellt, dass durchschnittliches Wohneigentum nicht besteuert wird".



          Ich hoffe, gegen die Gentrifizierungswelle, die sowas in den Metropolregionen auslösen wird, hat die Linke dann auch ein Programm.

        • @Walterismus:

          @Walterismus



          Es wäre schon fein, Sie würden aktuelle Links zur Thematik verlinken.



          www.die-linke.de/t.../vermoegenssteuer/



          www.de-linke.de/st...ss-konkret-werden/

          • @Alex_der_Wunderer:

            Sie meinen die beiden Links, die beide nicht funktionieren?

            Und so alt ist mein zitierter Artikel nicht. Zumal der auch ziemlich genau dem entspricht, wie die Linke tickt (kommt ja auch von Die Linke). Die Summen sind meistens viel zu niedrig angesetzt, weshalb man sich auch nicht wundern braucht, dass die Erbschaftsteuer weitgehend abgelehnt wird.



            Es ist eben nicht so, dass es um Tax the Rich geht, sondern um Tax the "alles was nicht arm ist" geht!

            • @Walterismus:

              @Walterismus



              Ups - Sorry



              www.die-linke.de/s...ss-konkret-werden/

              • @Alex_der_Wunderer:

                Aus dem Post geht aber nicht hervor, das nur die Reichen besteuert werden sollen. Bei 30 Mio sollen es 60% sein.



                Aber Beginnen bei 6%! Bei welcher Summe geht’s los? Bei welchen Summen steigt der Prozentsatz und um wie viel?



                Sind wir dann wie beim Einkommen bereits bei 66k beim Steuersatz von 42%?

                Danke das sie ungewollt meinen Punkt bestätigen. Es geht eben nicht um Tax the Rich, sondern bereits bei der Mittelschicht, teils auch unteren Mittelschicht los!



                Und genau deshalb lehnt die Bevölkerung die Reformen regelmäßig ab, weil die Parteien schlicht Lügen, wenn sie sagen, etwas beträfe nur die Reichen.

                Wie waren noch gleich die Erzählungen zur CO2-Bepreisung, welches nur die Reichen träfe, weil Arme und Mittelstand das durch das Klimageld zurück bekommen? Tja war gelogen, musste auch Habeck zugeben!

                Glaubt nicht immer alles, wenn Parteien sagen, etwas trifft nur Reiche, auch von den Linken Parteien nicht!

                • @Walterismus:

                  @ Walterismus



                  Wann hat die Bevölkerung regelmäßig etwas abgelehnt - die Bevölkerung wurde doch gar nicht diesbezüglich explizit befragt.



                  Im übrigen, wie die Parteien der Union CSU & CDU uns gerade wieder bestätigen - Glauben gehört in die Kirchen...

      • @Herma Huhn:

        Die Chefs zahlen persönlich ganz normal Steuern auf ihr Einkommen und Dividenden, also auf alles was sie für ihre privaten Zwecke aus dem Betrieb entnehmen.



        Unternehmenssteuern dagegen zahlt die Firma, das schmälert die Rücklagen. Es wäre auf jeden Fall gut für die Überlebenschancen eines Betriebs wenn es z.B. keine Gewerbesteuer gäbe.

        • @Descartes:

          ""Es wäre auf jeden Fall gut für die Überlebenschancen eines Betriebs wenn es z.B. keine Gewerbesteuer gäbe.

          Gute Idee. Wenn Sie die Straßen, auf denen Sie fahren, anschließend selbst finanzieren. Ebenso wie die Erschließungskosten für Ihren Betrieb und alle anderen von der Gemeinde finanzierten Infrastrukturmaßnahmen.

          • @Kaboom:

            Erschließungskosten sind in diesem Fall das falsche Stichwort. Die werden - in der Regel mindestens 90% davon - auf die Grundstückseigentümer umgelegt; gerne auch bei Erneuerung der Infrastruktur (wiederkehrende Ausbaubeiträge - oft mit Gewerbegebieten als eigene Abrechnungseinheit, damit "der Bürger" nicht "die Wirtschaft" "subventioniert ". Ist zwar ein Nullsummenspuel, weil beim Gewerbe dann keine Erschließungsbeiträge für Wohngebiete erhoben werden, aber Deutschland steht ja auf Symbolpolitik)

          • @Kaboom:

            Unternehmen existieren nicht im luftleeren Raum – ihre Steuern sind der Preis für funktionierende Rahmenbedingungen.



            Jedoch, viele Unternehmen erleben die Rahmenbedingungen tatsächlich als zunehmend dysfunktional – etwa bei Bürokratie, Genehmigungen, Energiepreisen oder digitaler Infrastruktur. Genau deshalb sollte die Debatte aber nicht sein ‚Steuern ja oder nein‘, sondern ob Steuereinnahmen effizient eingesetzt werden und der Staat seine Gegenleistung noch erfüllt

            • @Zippism:

              Genau deshalb sollte die Debatte aber nicht sein ‚Steuern ja oder nein‘, sondern ob Steuereinnahmen effizient eingesetzt werden und der Staat seine Gegenleistung noch erfüllt.

              Ist IMO völlig klar, dass die Bürokratie inzwischen zumindest in Teilen groteske Ausmaße angenommen hat.



              Und ich frag mich seit mindestens 20 Jahren, warum nicht ein unabhängiges Controlling für die Ausgaben von Städten und Gemeinden, Ländern und dem Bund verpflichtend vorgeschrieben wird.



              Interessanterweise ist das allerdings noch nie ein Thema gewesen (die beiläufigen Erwähnungen von Bürokratieabbau durch die Politik sind nur Luftblasen).



              Und dabei gäbe es IMO einen wunderbar erfolgversprechenden Ansatz: Auf der untersten Ebene, Städte und Gemeinden werden Unternehmer (ausdrücklich nicht Verbandsvertreter) regelmäßig befragt, was sie am meisten behindert. Und das wird dann angegangen. Später gibt dann Rechenschaftsberichte, die öffentlich gemacht werden müssen. Und dann schaun wir mal.

              • @Kaboom:

                Auf der untersten Ebene bringt das gar nichts...



                Die Kommunen und Kreise bekommen ja schon heute von Bund und Ländern Aufgaben übergeholfen, bei denen (vorsichtig gesagt) nicht klar ist, wie die mit den verfügbaren personellen und finanziellen Ressourcen erledigt werden sollen.

                Da sind sich der Bürgermeister und die Unternehmer ganz schnell über 80% der Agenda einig - und darüber, daß dafür nicht die Gemeinde zuständig ist.

              • @Kaboom:

                Dem würde ich weitgehend zustimmen – insbesondere dem Punkt mit einem unabhängigen Controlling. Es ist tatsächlich bemerkenswert, dass ausgerechnet dort, wo über Steuergelder entschieden wird, systematische Wirkungs- und Effizienzprüfungen eher die Ausnahme sind.

                Der von Ihnen skizzierte Bottom-up-Ansatz wäre sinnvoll: Wer täglich mit Genehmigungen, Auflagen und Zuständigkeiten konfrontiert ist, kann sehr konkret benennen, wo Prozesse unnötig Zeit und Ressourcen verbrennen. Entscheidend wäre allerdings, dass solche Rückmeldungen nicht folgenlos versanden, sondern verbindlich in Reformen münden – mit klaren Zuständigkeiten, Zeitplänen und öffentlicher Rechenschaft.

                Genau hier liegt ja der Kern des Problems: Nicht der Gedanke gemeinschaftlicher Finanzierung wird infrage gestellt, sondern die wachsende Diskrepanz zwischen Steuerlast und wahrgenommener staatlicher Leistungsfähigkeit. Wenn der Staat Gegenleistung einfordert, muss er sie auch messbar erbringen – sonst leidet am Ende nicht nur die Akzeptanz von Steuern, sondern auch die wirtschaftliche Substanz.

                • @Zippism:

                  "Entscheidend wäre allerdings, dass solche Rückmeldungen nicht folgenlos versanden, sondern verbindlich in Reformen münden – mit klaren Zuständigkeiten, Zeitplänen und öffentlicher Rechenschaft."

                  Ist der Punkt. Deshalb müssen Rechenschaftsberichte her. Ist aber ein Selbstläufer. Wenn da nichts passiert, werden Unternehmer bei solchen Veranstaltungen nicht mehr zugegen sein.

                  "Wenn der Staat Gegenleistung einfordert, muss er sie auch messbar erbringen – sonst leidet am Ende nicht nur die Akzeptanz von Steuern, sondern auch die wirtschaftliche Substanz."

                  Am Ende des Tages ist wirtschaftlicher Erfolg Voraussetzung für alles. Ludwig Erhard hatte einen Spitzensteuersatz von bis zu 59%. Hat niemand interessiert, weil die Wirtschaft brummte.

                  Aber es besteht natürlich auch Bedarf an der Optimierung von behördlichem Agieren. Das z.B. Autobahnen so lange von der Planung bis zur Fertigstellung brauchen, liegt nicht vor allem an Protest, Einsprüchen etc., sondern an dem dilettantischen Agieren der unteren Landschaftsbehörden, Personalmangel bei Gerichten, etc.

      • @Herma Huhn:

        Sie unterstellen den Menschen, dass diese weniger wissen als Sie?

        • @Richie:

          Nein sie sagt nur, dass tatsächliches Wissen und Fakten die politische Meinung weniger beeinflussen als Gefühle.

          Und DAS ist sogar empirisch belegt.