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Schwarz-Rot und GendergerechtigkeitGleichstellung in Gefahr

Simone Schmollack

Kommentar von

Simone Schmollack

Wenn die Bundesregierung sich nicht für die Gleichstellung engagiert, droht der rechte Backlash zu gewinnen. Besonders die Union ist desinteressiert.

Gleichstellung sei „ein Marathon, kein Sprint“, sagt Karin Prien. Das klingt wie Schlager aus den 1950er Jahren Foto: Rolf Poss/imago

G leichstellungspolitik hat gerade keinen guten Lauf. Das hat nicht nur mit einer weit verbreiteten Abneigung gegen das Gendern oder sogenannte queere Themen zu tun, sondern vielmehr mit der schwarz-roten Koalition.

Da mag Frauen- und Familienministerin Karin Prien (CDU) noch so sehr vor autoritären Kräften und deren Backlash-Zielen warnen, so wie sie es Anfang Dezember tat. Zu der Zeit feierte die UN-Frauenrechtskonvention ihr 40-jähriges Jubiläum. Gleichstellung sei „ein Marathon, kein Sprint“.

Prien hat durchaus recht, auch wenn Formulierungen wie diese in den Ohren von Gleich­stel­lungs­ak­ti­vis­t:in­nen wie Schlager aus den 1950er Jahren klingen müssen. Gleichstellung macht sich heute vor allem daran fest, wie Bereiche wie Arbeitsmarkt, Care-Arbeit, Entgeltgleichheit geregelt sind. Und ob Rechte wie das auf körperliche Unversehrtheit und reproduktive Selbstbestimmung gewährleistet sind.

Genau hier hat sich mit Schwarz-Rot nichts Wesentliches getan. Es scheint vor allem der Union gleichgültig zu sein. Nehmen wir allein den Abtreibungsparagrafen 218. Der hätte längst abgeschafft sein können, zu Zeiten der Ampelregierung hat es einen überfraktionellen Gesetzentwurf dazu gegeben.

Deutliche Gegensteuerung erforderlich

Aber die Union hatte – gemeinsam mit der FDP – die Abstimmung blockiert. Dabei plädieren mehr als 70 Prozent der Bevölkerung dafür, Schwangerschaftsabbrüche außerhalb des Strafrechts zu regeln. Darunter sind auch Wäh­le­r:in­nen der Union.

Oder nehmen wir den Gender-Pay-Gap. Die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern beträgt noch immer 16 Prozent – zum Nachteil der Frauen. Die will Karin Prien verringern und dafür bis Juni 2026 eine EU-Richtlinie für Entgelttransparenz in Deutschland umsetzen. Das klingt schon mal gut. Aber ob die Richtlinie tatsächlich ihre beabsichtigte Wirkung entfaltet, ist schon jetzt fraglich. Das Gesetz soll nämlich auch den Ar­beit­ge­be­r:in­nen schmecken. Oder wie sonst ist der Wille der Ministerin zu verstehen, dass die Umsetzung „aufwandsarm für die Arbeitgeber“ sein soll?

Oder anders gefragt: Wie soll Entgeltgleichheit hergestellt werden, wenn Ar­beit­ge­be­r:in­nen nicht deutlich, sondern lediglich aufwandsarm in die Pflicht genommen werden? Hieße das beispielsweise, das Auskunftsrecht für Mit­ar­bei­te­r:in­nen zu staffeln? Doch wo nicht transparent ist, wie ungleich die Löhne sind, kann es logischerweise auch keine Forderungen nach Lohngleichheit geben.

Mit einer gerechteren Verteilung von Care-Arbeit, sei es Kinderbetreuung oder Pflege, dürfte sich das ähnlich verhalten. Solange Mütter nach einer Zeit in Teilzeitjobs nicht wieder auf eine Vollzeitstelle zurückkehren können, Führungspositionen in Teilzeit als exotisch gelten, ältere Frauen auf dem Arbeitsmarkt weiterhin diskriminiert und schlechter bezahlte Pflegejobs vor allem von Frauen erledigt werden, bleiben die Lohn- und Care-Lücken bestehen.

Wird hier nicht massiv gegengesteuert, hat die politische Rechte, die Frauen- und Genderrechte per se anficht, ein überaus leichtes Spiel.

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Simone Schmollack
Ressortleiterin Meinung
Ressortleiterin Meinung. Zuvor Ressortleiterin taz.de / Regie, Gender-Redakteurin der taz und stellvertretende Ressortleiterin taz-Inland. Dazwischen Chefredakteurin der Wochenzeitung "Der Freitag". Amtierende Vize-DDR-Meisterin im Rennrodeln der Sportjournalist:innen. Autorin zahlreicher Bücher, zuletzt: "Und er wird es wieder tun" über Partnerschaftsgewalt.
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105 Kommentare

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  • Die Problematik ist unzweifelhaft da und es müssen Wege gefunden werden, den Karriereknick möglichst auszugleichen. Auch ist eine höhere Bezahlung in vielen Berufen mehr als wünschenswert.



    Jedoch: Ich arbeite im ÖD, Sozialverwaltung. Dort arbeiten sehr viele Frauen, sehr häufig in TZ. Der Satz "Vollzeit könnte ich mir gar nicht mehr vorstellen" ist da recht häufig zu vernehmen. Hürden gibt es da recht wenige. Es sei denn in Bremen herrscht mal wieder Haushaltssperre...



    In der freien Wirtschaft sieht es da wahrscheinlich anders aus für rückkehrwillige Frauen. Ob und wie TZ im vielzitierten "Männerberuf" Straßenbau etc. funktioniert, weiß ich nicht. Kann ich mir jedenfalls schlecht vorstellen. Das kann natürlich auch ein Hemmnis dafür sein, dass der Mann in diesem Fall zuhause bleibt. Neben der Prägung und dem Rollenbild. Gründe menschlichen Tuns sind eben meistens multikausal.

  • "Dabei plädieren mehr als 70 Prozent der Bevölkerung dafür, Schwangerschaftsabbrüche außerhalb des Strafrechts zu regeln."



    Was nur völlig irrelevant ist, wenn Art. 1 als hierbei zutreffend angesehen wird, also Embryos ab Tag X als Menschen mit eigener Würde betrachtet. Sie könnten übrigens auch mal Frauen werden.



    Das ist also zweiseitig und bitte nicht für solche Vereinfachungen tauglich. Und ja, andersherum hätte ich den anderen Vereinfachern das entgegengeschleudert, die die Mütter herauskürzen wollen.

    Ansonsten lasst uns sprinten wie marathonen. Wenn wir es bei anderen Diskriminierungen schon kaum schaffen, dann doch wenigstens bei Mann-Frau-sonstige!

    • @Janix:

      Sie wissen sehr gut, dass Ihre Argumentation nicht stichhaltig ist. Denn wäre sie es, gäbe es keine Diskussionen mehr darüber, die auch von Jurist:Innen geführt wird, die eben nicht alle Ihrer zweifelhaften Logik folgen.

      • @Dreja:

        "Sie wissen sehr gut, dass Ihre Argumentation nicht stichhaltig ist. Denn wäre sie es, gäbe es keine Diskussionen mehr darüber, die auch von Jurist:Innen geführt wird"



        Diese Argumentation ist übrigens noch viel weniger stichhaltig... nur weil interessierte Juristen über etwas diskutieren, heißt das noch lange nicht, dass es hierüber eine Rechtsunsicherheit gäbe.



        Eigentlich hat das Verfassungsgericht diese Diskussionen recht klar beendet. Warum trotzdem weiterdiskutiert wird, lässt sich nicht durch juristische Eindeutigkeit, sondern schlicht durch festgefügte Meinungen und Interessen erklären.

      • @Dreja:

        Korrektur: nicht mit Konkunktiv II, nur mit dem "wenn" angezeigt.

      • @Dreja:

        Ich hatte es im Konjunktiv II geschrieben und auch andersherum angedeutet, wenn Sie es bitte noch einmal mit offenen Augen lesen wollen.



        Der Artikel versuchte leider umgekehrt, die Diskussionen wegzurhetorisieren.

        Entschuldigung akzeptiert.

  • Die Mehrheit hat Parteien gewählt die gegen Gleichberechtigung sind...

    • @Todesfister:

      Genau deswegen bleiben dann ALLE rückständig und kämpfen keineswegs weiter gegen das Mittelalter. Na prima! Diese Parteien haben allerdings ihr wahres Gesicht in der Sache gar nicht gezeigt , die verschweigen und verstecken das gerne hinter leeren Floskeln und anderem dummen Geschwätz....

    • @Todesfister:

      Gleichberechtigung ist nicht Gleichstellung.

      Gleichstellung ist ungerecht, denn wer ist schon (und will) "Gleich sein"? Ich unterscheide mich gerne von Anderen (Herdentrieb ist was schlechtes). Was mich allerdings auch nicht davon abhält gleiche Rechte (und Pflichten!) für Alle zu fordern und selber auch zu leben.

      Gleichstellung ist daher Ungerecht.

      • @Thorsten Gorch:

        Sehr viele wollen übrigens eine gewisse Gleichheit. Weil sie dies nicht in BWL oder Jura oder woauchimmer ausgetrieben bekommen haben. Vgl. Ergebnisse von Experimenten.







        Anders sein ist normal und gut so. Gleiche Rechte dabei zu haben auch, das schließt gleiches Geld für gleiche Leistung ein, auch wenn man Songül heißt und nicht Christian. Dafür braucht es aktuell noch eine ganze Weile die Gleichstellung, I'm afraid.

    • @Todesfister:

      Nein, hat sie nicht. Die große Mehrheit ist für die Gleichberechtigung und hat auch Parteien gewählt, die für die Gleichberechtigung stehen. Gleichberechtigung kann nur bedeuten, dass alle die gleichen Chancen und Rechte haben. Aber klar, wenn man Gleichberechtigung so versteht, dass wirklich alles nach Quotenproporz vergeben wird, dann mag man das anders sehen, aber vielleicht sollte man dann mal über seine Idee von Gleichberechtigung nachdenken.

  • "Solange Mütter nach einer Zeit in Teilzeitjobs nicht wieder auf eine Vollzeitstelle zurückkehren können, ..."

    Solange das nur für Mütter gewährleistet wird, wird es nie zu einer gerechteren Verteilung von Care-Arbeit kommen sondern nur zu einer Optimierung von Care-Arbeit von Müttern.

  • Gleichstellung ist gar nicht wünschenswert, sondern nur Gleichberechtigung. Gleichstellung bedeutet, dass auch ungleiche Leistung gleich behandelt wird. Viele finden das ungerecht.

    Und wer die Care-Arbeit wie aufteilt, soll man doch bitte den Leuten selbst überlassen. Es gibt immer mehr Männer, die sich da mehr einbringen - und es gibt genug Frauen, die das gar nicht wünschen. Das ist in einer liberalen Gesellschaft auch in Ordnung.

    • @Dr. McSchreck:

      Einfach auf den Punkt gebracht.

      • @Black & White:

        Unterkomplex wie falsch, m.E., und sie pflichten offenbar bei (warum?).



        Gleichstellung bedeutet nämlich, dass auch faktisch darauf hingearbeitet wird, dass gleiche Rechte herauskommen. Nicht nur bequem auf dem Papier, und ja, Männer sind ja die Besseren, weiß mann doch.



        Dafür kann auch mal eine Weile eine rothaarige Chinesin aus Molwanien in dubio eingestellt werden. Und das ist aushaltbar für Andreas und Stefan, denn erst dann wissen sie wirklich, dass sie nicht als "Sohn von" die Stelle bekommen, sondern weil sie wirklich mehr Engagement, Wissen, Intelligenz, ... haben.

        Danach gerne die "liberale" Version - sie setzt aber gleiche Chancen im Vorfeld voraus, was gerne unterschlagen wird. Und dass u.a. natürlich auch Männer ihre Care-Arbeit und Teilzeit machen können ohne schiefe Blicke.

        • @Janix:

          "Gleichstellung bedeutet nämlich, dass auch faktisch darauf hingearbeitet wird, dass gleiche Rechte herauskommen."



          Nein, das bedeutet es eben nicht. Gleichstellung bedeutet Gleichstellung, auch wenn dazu eigentlich kein Recht besteht.



          Offenbar sind wir uns bereits über das Vokabular nicht einig. Da kann ja nix bei rauskommen.

        • @Janix:

          Für eine Gesellschaft ist es nicht förderlich, wenn fachlich schlechteres Personal auf Positionen kommt, für die auch fachlich besseres zur Verfügung stünde. Es passieren mehr Fehler und die fachlich besseren werden demotiviert. Einfach nur, um "ein Zeichen zu setzen".

          Das Oberste Gericht der USA hat die sog. "affirmative action" für verfassungswidrig erklärt, nachdem asiatische Studienbewerber gegen ihren Malus geklagt haben, weil ihre Gruppe zu stark war im Vergleich zu Weißen und Schwarzen.

          • @Dr. McSchreck:

            Daher ja endlich auch mal Schwarze, Filipinos, Frauen generell und nicht nur automatisch weiße Männer!

            Dass endlich mal die volle Reserve geprüft und ausgeschöpft wird. Und wirklich der Zufall der Geburt und der Habitus nicht mehr alles entscheiden, sondern die fachliche Qualifikation.



            Dazu aktive Gleichstellung. Bis eben Hülya Y. bei gleichen Qualifikationen genauso häufig eingeladen wird wie Hans-Georg M.



            Wir sind im Ziel womöglich einig, gleiche Chancen unabhängig vom willkürlichen Geburtszufall; ich sehe den Weg nur anders.

            • @Janix:

              Ja, im Ziel sind wir einig, aber der Weg der Quote schadet mehr als er nützt - siehe oben. Ich setze eher auf den normale Entwicklung, die aber etwas dauert, dass Dinge sich normalisieren. Wenn mehr Mehmets und Hülyas ihre Kinder vielleicht Marc oder Marie nennen und Mehmets und Hülyas eine Immobilie zur Alterabsicherung erwerben und an junge Mehmets und Hülyas vermieten, dann ist das der Weg, den man geht, ohne Diskriminierung. Oder wenn mehr Günthers und Horsts viele Mehmets kennenlernen, die nämlich die Freunde ihrer Kinder sind oder die Kollegen im Büro....und natürlich auch an die vermieten, wie an Mike und Claudia.

            • @Janix:

              "Dazu aktive Gleichstellung. Bis eben Hülya Y. bei gleichen Qualifikationen genauso häufig eingeladen wird wie Hans-Georg M."



              Wenn das allerdings dazu führt, das Hans-Georg aufgrund Quoten seltener eingeladen wird als Hülya, dann stimmt das Konzept nicht.

  • Durch die Zunahme patriarchalischer Strukturen in diesem Land, die Frauen- und Genderrechte per se anfechten, befinden sich diese anyway auf dem absteigenden Ast.

  • Vielleicht sollten sich alle die, die Gleichstellung, gleiche Aufmerksamkeit usw. fordern, mal genauer überlegen, was sie da eigentlich fordern? Wollen sie mehr Gleichheit im Sinne von Angleichung der Lebensverhältnisse, Teilhabe, Einkommen usw. oder wollen sie eine „faire Chance“ im Wettbewerb? Letzteres ist in sich schon paradox, da es im Wettbewerb nie fair zugeht. Es wird nie immer nach den Regeln gespielt und wer im Vorteil ist, darf, soll und muss diesen ausnutzen. Unter den Bedingungen des liberalen Wettbewerbs sind Chancen nie gleich verteilt, weil nicht alle gleich sind, und Ungleichheit wird reproduziert. Die eine oder andere Kampfschwalbe macht noch keinen egalitären Frühling.

    • @DemokratischeZelleEins:

      Sie stellen IMHO die richtigen Fragen. Aber eine Aussage möchte ich hinzerfragen:

      "Unter den Bedingungen des liberalen Wettbewerbs sind Chancen nie gleich verteilt, weil nicht alle gleich sind, und Ungleichheit wird reproduziert. "

      Das ist in der Planwirtschaft absolut nicht anders. Menschen werden mit unterschiedlichen Fähigkeiten/Neigungen geboren, und Menschen versuchen, das Beste für sich herauszuholen. Hat nix mit dem Wirtschaftssystem zu tun, ausser dass es im Sozialismus versteckter abläuft.

      • @Emmo:

        Da haben sie ziemlich Unecht. Es geht um die Differenz zwischen der "Norm eines fairen Wettbewerbs" und der "Gleichheit als Ziel" Ihre biopolitische Annahme von einer menschlichen Natur, die automatisch zum Wettbewerb führt, entbehrt jeder naturwissenschaftlichen Grundlage. Gesellschaftspolitisch ist es zudem völlig unsinnig, eine angenommene menschliche Natur als Leitbild heranzuziehen. Oder wollen Sie den ungezügelten (männlichen) Sexualtrieb als Beispiel für eine Normalität nehmen? Auch Kartoffeln keimen und streben nach dem Licht, die Welt wollen sie trotzdem nicht beherrschen.

  • Was haben Gleichstellung und Gendern miteinander zu tun? Ich kann das eine so gut wie das andere ohne das jeweils andere haben.



    Wenn der übelste Macho brav gendert, ist was gewonnen? Nix!

  • Ich frage mich wie immer: wer wenn nicht wir Frauen kann für gerechte Verteilung der Care-Arbeit in der Familie sorgen?



    Soll Prien sich ins Wohnzimmer stellen und den Papa anweisen zu kochen? Die Emanzipation und Gleichberechtigung müssen wir doch allererst bei uns selbst einfordern!

    Und auch die Interpretation von „Aufwandsarm“… sorry. Einmal kurz nachdenken: Prien will also KEIN aufwandsintensives Bürokratiemonster schaffen, was Arbeitgeber abschreckt? Sondern eine simple Lösung? Und DESWEGEN muss sie schlecht sein? Weil no hat riesig arbeitsintensiv? Okay…. Als ob Aufwand = Effizienz bedeutet.

    Es gibt außerdem schon heute die Möglichkeit, 8 Jahre Teilzeit zu arbeiten mit Garantie zur Rückkehr zur Vollzeitstelle. Einmal kurz googeln hilft. Kombi Teilzeit in Elternteil und Brückenteilzeit. Das wird hier mal wieder taktisch assenvorgelassen.

    Wir nutzen das seit 3 Jahren.



    Mann in Teilzeit, Mann kocht und bringt / holt die Kinder. Ich in Vollzeit in einer „Männerbranche“.

    Es geht schon heute, man muss nur sein Krönchen richten und seine Frau stehen. das ist Emanzipation

    • @Lio:

      Danke.

  • Wenn Prien sagt, Gleichstellung sei ein Marathon und kein Sprint, sollte sie noch hinzufügen, dass man beides nicht gewinnen wird, wenn man, wie die aktuelle Bundesregierung, rückwärts statt vorwärts läuft.

  • Es ist sicher noch nicht alles Gold was glänzt, aber so apokalyptisch wie Frau Schmollack es darstellt ist es dann doch nicht:



    Der Gender-pay-gap entsteht nicht dadurch, dass Frauen für die gleiche Arbeit weniger Geld bekommen würden. Und eine gewünschte Rückkehr aus der Teilzeit in Vollzeit abzulehnen kann sich beim heutigen Fachkräftemangel kein Unternehmen mehr erlauben. Und die Pflege ist aktuell alles andere als schlecht bezahlt, Fachkräfte starten bei etwa 30 Euro pro Stunde. Und was die private Care-Arbeit angeht... nunja, das ist irgendwie wohl Privatsache. Wenn der Ehetrottel nicht ordentlich mitzieht, muss Frau ihn ja nicht mitziehen.

    • @Samvim:

      "Der Gender-pay-gap entsteht nicht dadurch, dass Frauen für die gleiche Arbeit weniger Geld bekommen würden."



      Nicht nur, nein, aber leider ja auch.

      Löhne könnten mal wieder einen so hohen Anteil am BIP einnehmen, dass zwei Teilzeiten für eine Familie locker reichen (um das weite Feld nur anzutippen). Dann ist die Betreuung auch so da, und beide Seiten sind gleich teilweise draußen.

      • @Janix:

        ""Der Gender-pay-gap entsteht nicht dadurch, dass Frauen für die gleiche Arbeit weniger Geld bekommen würden."



        Nicht nur, nein, aber leider ja auch."



        Theoretisch, ja. Praktisch lässt sich das nicht wirklich nachweisen. Der bereinigte Gender-Pay-Gap liegt laut statistischem Bundesamt bei ca. 1 %, das ist im Bereich statistischer Ungenauigkeit...

    • @Samvim:

      So ist es.

      Wobei die Rückkehr aus Teilzeit oftmals kaum gewünscht wird. Eher wird mit verschiedenen Prozentzahlen experimentiert. Zuerst 50%, dann ein paar Jahre 75%, dann doch wieder reduziert, usw. Das Problem dabei ist, dass Leute, die als Ausgleich angestellt werden, damit immer nur befristet beschäftigt werden können und zu immer neuen Prozentzahlen eingestellt werden können.

      Desweiteren wird wohl nach wie vor der ÖD nicht im Gender pay gap erfasst. Da wird weitgehend genderneutral bezahlt.

      Daher ist die Schlussfolgerung "Wird hier nicht massiv gegengesteuert,...", zumal ohne größere Ausführung, nicht nur Wunschdenken, sondern würde so oder so auch nicht den Rechtsschwenk verhindern.

      • @fly:

        In der Logik derjenigen, die das Gap erheben, wird im öD nicht genderneutral bezahlt, weil Frauen in Teilzeit arbeiten, sich gegen Karriere entscheiden (oder dies müssen, weil sie zu lange in Mutterschutz und Elternzeit waren usw.) und daher in der Summe weniger verdienen als Männer, die zeitgleich eingestellt wurden.

        Oder auch anders: viele Frauen entscheiden sich für den sicheren öffentlichen Dienst statt für die freie Wirtschaft, wo man mehr verdienen kann. Jedenfalls bei guten Juristen kann ich das bestätigen. Damit verdienen die Frauen aber auch weniger im Berufsbild "Jurist mit gutem Examen".

    • @Samvim:

      „ Und eine gewünschte Rückkehr aus der Teilzeit in Vollzeit abzulehnen kann sich beim heutigen Fachkräftemangel kein Unternehmen mehr erlauben.“ Ich bin dennoch dagegen, das dem Markt zu überlassen. Außerdem könnte der Fachkräftemangel wegen AI und anderer Faktoren nachlassen oder implodieren.

      „ Und was die private Care-Arbeit angeht... nunja, das ist irgendwie wohl Privatsache.“ Nein, denn wenn private Care-Arbeit dem Staat überlassen würde käme ein weiterer Sprengstoff in die Sozialsysteme hinzu. Das System funktioniert gerade eben so mit vornehmlich Frauen, die private Carearbeit übernehmen. Das sollte zumindest teilweise ausgeglichen werden.

      • @echnaton192:

        "Außerdem könnte der Fachkräftemangel wegen AI und anderer Faktoren nachlassen oder implodieren."

        Spätestens nach der Implosion würde sich eher die Frage stellen, ob für die Teilzeitstelle noch genügend Arbeit da wäre oder ob die Stelleninhaberin in die Sozialauswahl für betriebsbedingte Kündigungen einbezogen werden muss...

      • @echnaton192:

        Ich wüsste nicht behauptet zu haben, die private Care-Arbeit dem Staat überlassen zu wollen. Das Gegenteil ist der Fall, bitte nochmal lesen

  • Der größte Schritt zurück, den die aktuelle Regierung in Bezug auf Gleichberechtigung unternimmt, wird leider gar nicht erwähnt. Die neuen Musterungs- / Wehrdienst-Regelungen sind das Gegenteil von "gleichberechtigt".



    Da macht man es natürlich Leuten sehr einfach, zB gegen Regelungen für "equal pay" zu argumentieren ("was wollt ihr in Bezug auf Gehälter in der freien Wirtschaft regeln, wenn andererseits nur Männer gemustert werden und eingezogen werden können ?")

    • @T-Rom:

      Als ginge es nur um die freie Wirtschaft - Frauen haben in enorm vielen Bereichen noch Nachteile, der Artikel streift ja nur einige Aspekte. Aber es wundert mich nicht, dass insbesondere Männer an dieser Stelle Gleichstellung auf einmal toll finden. Im Übrigen gibt es leider auch bei der Bundeswehr noch erhebliche Probleme, Soldatinnen als gleichwertig zu akzeptieren.

      • @O. Falada:

        Dass Frauen in gewissen Bereichen noch Nachteile haben, ist leider richtig.



        Genauso gibt es aber auch Bereiche, in denen es umgekehrt ist (zB Grundschulbildung, jetzt eben Wehrdienst/Musterung, Lebenserwartung, gesundheitsschädliche Berufe, Suizidrate etc.).



        Wer wirklich für Gleichbereichtigung eintritt muss beide Seiten gleichermaßen betrachten, keine Rosinenpickerei.

        • @T-Rom:

          Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich ... Es gibt keine durch weibliches Verhalten ausgelösten Gründe für die meisten der aufgeführten Nachteile. Das Patriarchat ist an manchen Stellen auch nachteilig für Männer - sie haben es aber viel eher in der Hand, das zu ändern. Grundschullehrer werden, für die eigene mentale Gesundheit sorgen, einen gesünderen Lebensstil pflegen wären einige Maßnahmen.

          • @O. Falada:

            "Das Patriarchat ist an manchen Stellen auch nachteilig für Männer"



            Etwas umformuliert ist ein solches Patriarchat offensichtlich an manchen Stellen vorteilhaft für Frauen.



            Nur mal so als Gedankenanstoß.

        • @T-Rom:

          Männer leben ungesünder und gehen mehr Risiken ein. Die geringere Lebenserwartung haben Männer sich teilweise selbst zuzuschreiben und ist kein Problem der Gleichberechtigung. Die höheren Suizidraten sind Resultat typisch männlicher Verhaltensweisen. Die Benachteiligung von Frauen dagegen, hat oft mit patriarchalen Strukturen zu tun, worunter aber auch Männer leiden, was sicherlich auch zu ungesunden Verhalten und höheren Suizidraten beiträgt.

          • @Andreas J:

            Sie können nicht die Benachteiligung der einen auf die gesellschaftlichen Umstände, die der anderen aber auf die individuellen Verhaltensweisen schieben. Sie müssen sich entscheiden. Entweder das System hat Schuld oder nicht.

            Männer werden übrigens mehrheitlich von Frauen erzogen (Mütter, Lehrerinnen)

  • Ja, das ist schlimm. Wenn die Union und andere Kräfte die Zeit gerne in die 50-er Jahre zurückdrehen würden.



    Aber es ist ein Irrtum, wenn man glaubt, dass dieser Backlash nur von den Rechten kommt.



    Er kommt auch von teilweise denen, die man in den letzten Jahrzehnten zunehmend vergessen hat. Beziehungsweise nur an sie gedacht hat, wenn es darum ging, immer mehr von ihnen zu fordern und ihnen immer weniger zu geben. Denen, für die das Leben immer schwieriger wurde, die immer größere Probleme haben, Wohnung, Lebensmittel und Energie zu bezahlen und die immer mehr Angst vor der Zukunft haben, vor Altersarmut. Die fühlten sich in unserer Gesellschaft immer mehr im Stich gelassen und immer ungerechter behandelt. Teile davon haben dann eine Wut darüber entwickelt, dass man für Frauen und Diverse so viel tut and für sie so wenig. Unsere Gesellschaft muss wieder lernen, fair und gerecht gegenüber allen zu sein, inkl. Frauen, LGBTQ und den ärmeren 30-50%.

    • @EchteDemokratieWäreSoSchön:

      stimme zu , diese Ellenbogengesellschaft, die inzwischen viel zu viele ausschliesst, muss von den -etwas- priviligierteren BürgerInnen erkannt werden, damit der Reichtum wieder gerechter verteilt werden kann. Wir haben schlicht ein pervertiertes Parteiensystem mit den falschen Kandidaten.

      • @Dietmar Rauter:

        Sind Sie sich sicher, dass Sie das korrekt wahrnehmen?



        Ist es nicht vielmehr so, dass heute im Vergleich zu früher wesentlich mehr inkludiert als exkludiert wird?



        Wer wird denn heute ausgeschlossen, der früher eingeschlossen war?

        • @Katharina Reichenhall:

          Was heute mehr inkludiert wird als früher, sind z.B. Behinderte, LGBTQ-Personen etc.

          Aber ärmere werden immer mehr ausgeschlossen, einfach weil ihnen das Leben immer schwerer gemacht wird, weil Wohnungen teurer geworden sind, Lebensmittel, Energie etc und die Renten immer niedriger sind.

          Und mit ärmere sind nicht die ärmsten paar Prozent gemeint. Sondern inzwischen 30-70% der Menschen. Die machen sich inzwischen Sorgen darüber, ob sie im Alter noch zurecht kommen. Und wahrscheinlich 30-50% haben schon jetzt immer mehr Probleme, zurecht zu kommen.

      • @Dietmar Rauter:

        Wir haben nur zu viele pervertierte Wähler. Dagegen kommen Parteien nicht mehr gegen an.

        • @Rudolf Fissner:

          Das ist eben der große Irrtum. Wirklich rechtsradikal sind wahrscheinlich ähnlich viele Wähler wie es sie die ganze Zeit in Deutschland gab seit dem 2. Weltkrieg, ca 5%, vielleicht ein paar Prozent mehr. Der Rest, also über 10% der AfD Wähler wählt die AfD, weil sie zutiefst enttäuscht sind von den etablierten Parteien und jede Hoffnung verloren haben, dass die etablierten Parteien irgendwann mehr für sie tun werden als im Augenblick. Und das liegt daran, dass die etablierten Parteien vor allem eine Politik für die Wirtschaft und für die reicheren 30-50% machen. Beim Rest wird mehr oder weniger deutlich (je nach Partei) gesagt, dass die zu wenig leisten und daher selbst schuld sind. Und daher suchen immer mehr dieser Wähler, die immer mehr Probleme haben, ihre Wohnung zu bezahlen, die Lebensmittel, die Energie und Angst vor Altersarmut haben, nach anderen Parteien. Und landen dann zum großen Teil bei den lautstärksten.

        • @Rudolf Fissner:

          @Rudolf Fissner



          Kandidaten der Parteien sind gemeint - seit wann sind denn Wähler Kandidaten ?



          Sie sind mir vielleicht ein Kandidat... 😁

          • @Alex_der_Wunderer:

            Ich sprach aber von pervertierten Wählern.

            Politik ist nur die Aufgabe die perversen Wünsche von Wählern zu moderieren. Politik kann sich nicht neue Wähler aussuchen.

            Deshalb ist Politik auch nichts für Idealisten. Der ganze Mist den Politiker moderieren müssen ist der Dreck, der die heiligen Ideale beschmutzen könnte

            • @Rudolf Fissner:

              Es geht nicht nur um die "perversen Wünsche" von Wählern, wie Sie das nennen. Es geht auch um die Wünsche der Wirtschaft. Und es geht auch nicht um moderieren. Es geht darum, eine gerechte Politik zu machen, denn die meisten Menschen sind nicht pervers, sondern wären zufrieden, wenn sie sehen, dass die Politik gerecht ist.



              Das ist sie aber seit Jahrzehnten nicht mehr. Die Steuern für die Wirtschaft und die Reichsten sind in dieser Zeit so weit gesenkt worden, dass alleine die reichsten 500 Deutschen alleine von 2020-2024 ihr Vermögen um 500 Mrd. € erhöhen konnten, während die meisten anderen inkl. dem Staat kaum über die Runden gekommen sind. Und auch jetzt werden, statt dass man bei den reichsten 3900 (also die mit mehr als 100 Mio. € Vermögen), die alleine über ein Vermögen von 3000 Mrd. € Vermögen verfügen, jährlich 42 Mrd. € abschöpft, ein Schuldenpaket von 500 Mrd. € aufgenommen, dass vom allgemeinen Steuerzahler bezahlt werden muss, von denen aber vermutlich mindestens 200-300 Mrd. € auf den Konsten der reichsten 3900 landen wird. Da wäre die Aufgabe der Regierung, eine vernünftigere und gerechtere Politik zu machen. Dann gäbe es auch nicht 25%+, die die AfD wählen würden.

      • @Dietmar Rauter:

        @Dietmar Rauter



        Tja, was wollen Sie gegen die Perversion unternehmen ? Den Parlamentariern ethische & humanistische Werte hinein Prügeln ?

  • Nennen wir es doch einfach wie es ist: Selektive Gendergerechtigkeit. Offenbar ist die Frauenquote im Straßenbau und auf Baustellen nicht relevant - obwohl Frauen natürlich alles können, was Männer können. Aber in Führungspostitionen sieht es wohl anders aus.

    • @FraMa:

      Es geht um gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit!

      • @Il_Leopardo:

        Wo bekommen Frauen denn heute für die gleiche Arbeit weniger Geld? Ernstgemeinte Frage.

        • @nurmalsonebenbei:

          Die Sache ist etwas komplizierter. Es bringt nichts, das Gehalt von Frau und Mann in ein und demselben Job zu betrachten. Man muss die gesellschaftliche Situation der Frauen insgesamt betrachten:



          "Die Gründe für den Gender Pay Gap liegen in der gesellschaftlichen Rolle von Frauen verankert. Sie erreichen seltener und später Führungspositionen als Männer, da ihr Karriereweg häufiger und länger von Kindererziehung und sonstigen familiären Verpflichtungen unterbrochen wird. Aus denselben Gründen arbeiten Frauen auch häufiger in Teilzeit. Frauen entscheiden sich überwiegend für Berufe in Branchen mit geringeren Löhnen."

          • @Il_Leopardo:

            Wie soll man es denn sonst vergleichen? Natürlich muss man Männer und Frauen im gleichen Job miteinander vergleichen um zu prüfen ob es einen Gender Gap gibt.



            Alles andere hat nichts mit gleicher Bezahlung für gleiche Arbeit zu tun.



            Eine Kindergärtnerin mit einem Automechaniker zu vergleichen hinkt an der gleichen Arbeit. Sie ist nicht gleich!

            Der Staat muss dafür sorgen das gleicher Lohn für gleiche Arbeit gezahlt wird. Alles andere ist dann vom Individuum zu erbringen…

          • @Il_Leopardo:

            Damit haben Sie aber nicht Ihren vorherigen Kommentar

            "Es geht um gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit!"

            weiter begründet.



            Eher im Gegenteil.

            • @Katharina Reichenhall:

              Ja, wo ist jetzt das Problem. Darf man sich denn nicht näher informieren und seine Auffassung differenzierter darlegen.

  • Die Berechnungsgrundlage für diese Gehaltslücke zwischen den Geschlechtern wird nicht ganz deutlich. Der Link im Artikel verweist auf einen "bereinigten 'gap'" von 6%, aber in beiden Fällen (bereinigt oder unbereinigt) werden nicht alle Grundlagen genannt. Oder habe ich das übersehen? Andere Institute haben teilweise abweichende Zahlen, daher wären die Berechnungsgrundlagen wichtig!

    Eine andere Methode um diese Lücke zu schließen ist die Förderung von Männern in sozialen Berufen (Kindergarten, Pflege, ...). Gibt es das schon als Programm? Ich würde gerne mehr männliche Rollenmodelle im Erziehungsbereich sehen und finde das wichtig, nicht nur wegen der Gleichstellung.



    Und gerne auch mehr Frauen in IT Berufen! Warum fehlen diese dort, trotz langer Förderprogramme? Vielleicht fehlt da eine andere Art von Förderung? Eine gute Evaluierung wäre mal nett, die man auch in der Zeitung lesen kann!

    Aber solange unsere Regierung und irgendwelche Gleichstellungsbeauftragten es nicht einmal schaffen, dass unsere Bundeswehr Frauen genauso wie Männer mustert, wird das wohl nix mit der Gleichstellung. Schade, verpasste Chance!

    • @realnessuno:

      Förderprogramme für Frauen in IT-Berufen: wo hat es denn sowas gegeben? Da habe ich wohl was verpasst.

      • @Oma:

        Warum müssen Grauen in der IT gefördert werden? Sie snd genauso gut!. Si müssen zweitens eingestellt und mehr noch, sich auch für den Beruf entscheiden.

      • @Oma:

        An den Unis wird super viel gemacht nur für Schülerinnen girls day, Irgendwelche Veranstaltungen, ganze Programme. Mit nahezu keinem Ergebnis und das schon seit 20 Jahren.



        Wird auch nicht funktionieren, da es immer nur kurzfristige Intervention sind. Auch die Vorstellung von manchen man bräuchte nur Vorbilder in der Öffentlichkeit ist Illusion und wissenschaftlich nicht haltbar. Was Interesse erzeugt sind Menschen im nahfeld die einen einbinden und da fängt halt das Problem an. Abneigung gegen Mathematik und das Verständnis von Technik ist weit verbreitet und noch weiter bei Frauen als bei Männern. Mehr glaube an sich und das man es können könnte, wenn man wollte würde da schon helfen Kinder nicht abzuschrecken oder mit ihnen neues zu entdecken.

        • @Hitchhiker:

          In den meisten Punkten gebe ich Ihnen recht. In den 70ern war das alles noch viel krasser. Ich erinnere mich noch zu gut, wie peinlich es meiner armen Mutter war, dass ich studiert habe. Meine Tanten waren durch die Bank der Ansicht, dass ihre Töchter mal heiraten würden. Der Chauvi-Spruch, den man sich als Studentin andauernd anhören durfte, war: "Wer nach 8 Semestern seinen Doktor noch nicht hat, macht ihn eben selber." Man brauchte damals schon ein verdammt dickes Fell.



          Wenigstens gab es zu meiner Zeit noch keine Social Media, Influencerinnen oder Heidi Klum. Das ist genauso Gift für Mädchen wie der gesellschaftliche Rollendruck in meiner Jugend.

    • @realnessuno:

      Ich halte die fehlende Musterung von Frauen nicht für eine verpasste Chance. Schon eine Weile können Frauen Soldatinnen werden, aber auch bei der Bundeswehr stoßen sie auf Vorurteile, sexualisierte Gewalt etc., und wir haben das Problem auch in anderen (noch) männerdominierten Branchen. Das ist ein Marathon, kein Sprint - ebenso wie bei Männern in traditionell weiblich konnotierten Berufsfeldern (mit dem Unterschied, dass den Männern dort der Aufstieg vergleichsweise leicht fällt).

      • @O. Falada:

        Wenn die Frauen so argumentieren wie Sie, dann wundert es mich nicht, dass sich Vorurteile in der Bundeswehr bilden. Sexualisierte Gewalt ist klar abzulehnen und daran ist zu arbeiten!



        Und in welchen weiblich konnotierten Berufen haben Männer es einfacher aufzusteigen? In der Regel sind typische Frauenberufe dadurch gekennzeichnet kaum Aufstiegsmöglichkeiten zu haben, da diese meist im Care Bereich sind…

    • @realnessuno:

      Vielleicht sollte man den Gendergap auch mal un die Fälle bereinigen in denen der Mann sein ganzes Einkommen seiner keiner Erwerbsarbeit nachgehenden Frau abgibt und ein Taschengeld bekommt wie es mein Vater gemacht hat.



      Das sogenannte skandinavische Paradoxon verweist darauf, daß trotz staatlicher Förderung von Männern in Frauenberufe und umgekehrt die Erfolge eher mäßig sind.



      Möglicherweise ist es aber auch einfach nur die Evolution die uns tendenziell andere Berufe ergreifen läßt und man ein gewisses Ungleichgewicht einfach akzeptieren sollte. Hätte ich kein Zivildienst gemacht wäre ich bestimmt kein Altenpfleger geworden insofern machen Praktika in typischen Männer-oder Frauenberufe auf jeden Fall Sinn. Meiner Erfahrung nach läuft die Arbeit in gemischten Teams am besten. Und Sie haben recht, daß die Frauen nicht gemustert werden bedeutet doch, daß die Regierung selber noch in Geschlechterrollen denkt.

    • @realnessuno:

      Weil es uncool ist , gut in Mathe und Physik zu sein. Gerade als Mädchen.



      Weil es den Mädels am Allerwertesten vorbei ging , sich die speziellen Programme anzusehen. Ich war da oft fast alleine unterwegs.

      Förderungen sind eine Sache, aber wenn die Gesellschaft ( und vor allem die gleichaltrigen Mädels) einen immer wieder darin bestärken, dann ist das leider in dem Alter echt prägend. Wenn dann starke Frauen im Umfeld und gute Beispiele fehlen, umso schwerer.

      Meine Mutter und Vater sind beides Ingenieure. Meine Mutter zeitlebens Hausfrau. Dennoch: sie hat gezeigt das es geht. Mein Vater hat mich mit in die Werkstatt genommen. Er hat zB erklärt wie Reifenwechsel geht, ich „musste“ es selbst unter seiner Anleitung machen.

      Ich habe auch Maschinenbau studiert, für meine Jungs ist es normal das Mama an schweren Maschinen arbeitet. Sie spielen hier mit 5 Schmelzofen und giesserei…. Lieben Einhörner , pink und Glitzer. Haben auch mal Nagellack.

      Da sieht man wie wichtig und prägend das Umfeld ist.







      Die Macht liegt bei den Müttern, unsere Söhne und Töchter zu prägen und den Weg zu ebnen.

      • @Lio:

        Sie sind ein perfektes Beispiel dafür wie Interesse entsteht und warum viele Programme und Ideen nicht ihr Ziel erreichen. Schön, dass sie im Maschinenbau sind.

  • Wie bitte soll Frau Prien das Gesetz umsetzen, wenn nicht möglichst aufwandsarm? Es ist doch eine Binsenweisheit, dass die Wirtschaft nicht zuletzt auch durch einen unglaublichen Wust an Bürokratie und Berichtspflichten ausgebremst wird; da ist es doch nur vernünftig nicht blind draufzusatteln sondern vorher zu schauen, wie es aufwandsarm gestaltet werden kann.

    • @Fran Zose:

      Ja, die arme bürokratiegeplagte Wirtschaft.



      Schon mal drüber nachgedacht, dass sich viel Bürokratie in From von Kontrollen rechtmäßigen Handelns einsparen ließe, wenn die "Wirtschaft" von selbst faire, rechtmäßige und Gemeinwohl-fördernde Bedingungen schaffen würde?



      Wenn denn echte Gleichstellung erreicht ist, muss niemand mehr etwas nachweisen.

      • @Life is Life:

        Was ist denn für Sie echte Gleichstellung und wann ist diese erreicht?

  • Schönes Foto. Borgward Isabella. 1950er. Mein Vater schwärmte davon. Er konnte sich aber kein Auto leisten.

  • Was erwartet man denn von einer Partei, die im gesellschaftlichen Denken des wilhelminischen Zeitalters verharrt? Und die ehemals stolze sPD? Die gucken zu - wie immer....

    • @Perkele:

      Ähm, wem schaut die wilhelminische SPD zu?

      • @Querbeet:

        Der csdU und sich selbst....

    • @Perkele:

      Sowohl für CDU wie auch Regierung gilt: „Wie der Herr, so das Geschirr.“ Gerade Merz hat sein völlig antiquiertes Frauen- und Gesellschaftsbild doch seit Jahrzehnten immer wieder öffentlich gemacht.

  • Wer Gleichstellung anmahnt, sollte auch Musterung und Wehrpflicht ansprechen!

    • @Lin Chou:

      Gegenvorschlag: Wir machen das wie mit der Care-Arbeit. Männer dürfen sich ja an der Care-Arbeit beteiligen, tun das aber kaum. Also regeln wir es so, dass die Bundeswehr Frauen mustern darf, aber es eben auch nicht tut.

    • @Lin Chou:

      Jede Frau, die das möchte, kann zur Bundeswehr gehen. Für mich ist das so okay.

    • @Lin Chou:

      Machen wir sofort, wenn Männer die künftigen Soldaten selbst austragen 😁

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        Prima, dann können ja auch die Männer verweigern, mit der Begründung den Samen für die zukünftigen Soldaten nicht mehr zur Verfügung zu stellen.

        • @Müller Christian:

          War dann doch etwas anders zu verstehen 😊

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        Bei der sich abzuzeichnenden Geburtenrate dauert das aber nicht mehr so lange, bis das Argument nicht mehr zieht.



        Ich wär auch für einen sozialen Pflichtdienst für alle, den man auch als Wehrdienst ableisten kann. Dann braucht auch niemand mehr verweigern und die Heulerei diesbezüglich hat ein Ende.

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        Ganz gefährliches Argument. Damit könnte man auch diverse andere Dinge argumentieren Richtung trade wife.

        Gleich ist gleich. Fertig.

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        Wenn das die Pflichtenverteilung ist, die Ihnen vorschwebt, herzlich Willkommen in den Vierzigern. Wobei selbst da das Kinderkriegen, anders als der Militärdienst, keine staatlich verordnete Pflicht war. Ich bezweifle übrigens, dass Frauen in Alter von 18 bis ca. 23 mit Kinderkriegen beschäftigt sind - abgesehen von ein paar unverbesserlich Konservativen.

        • @Rohek:

          @ alle

          Dieses: 😁 Smilie steht nicht umsonst am Ende meines Beitrages. Und zwar weil seit dem Beginn der Wehrpflichtdebatte plötzlich Gleichstellung von Leuten gefordert wird, die sonst an allen Ecken und Enden bremsen.

          Einwürfe wie der von Lin Chou dienen eben meist nur dazu, Gleichstellung zu bremsen.

          PS: Ich bin Befürworterin der Wehrpflicht. Wenn denn sein muss auch für Frauen. Allerdings wäre dafür eine Verfassungsänderung nötig, für die es aktuell nicht den Hauch einer Chance gibt. Es ist also eine Scheindebatte.

  • "Mit einer gerechteren Verteilung von Care-Arbeit ... dürfte sich das ähnlich verhalten."

    Das kann der Gesetzgeber aber nicht regeln, weil es vor allem innerhalb der Beziehungen passiert. Hier hilft nur Augen auf bei der Partnerwahl.

    In den anderen Bereichen müsste sich etwas tun. Mit der Union in der Regierung und Fritze an der Spitze ist das aber nicht zu erwarten.

    • @warum_denkt_keiner_nach?:

      Der Gesetzgeber kann hier sehr wohl entsprechende rechtliche Grundlagen schaffen, was von dieser Regierung allerdings nicht zu erwarten ist.

      • @Flix:

        Ach ja? Und wie?



        Aber interessant zu sehen, dass es Menschen gibt, die auch noch die Aufgabenverteilung in einer Partnerschaft / Ehe gesetzlich geregelt sehen wollen.

      • @Flix:

        Und wie sollten solche Reglungen aussehen? Stechuhren an der Waschmaschine?

        Natürlich sollen die Arbeiten, die für Haushalt und Familie notwendig sind, möglichst gleichmäßig aufgeteilt werden. Aber wie das in einer Beziehung geregelt wird, ist sehr individuell. Übrigens auch in gleichgeschlechtlichen Beziehungen. Mit meiner Ex hatte ich z.B. aufgeteilt, wer welche Arbeiten mach. Also nicht jede Arbeit halbe/halbe, sondern nach Neigung und Zeit, so dass beide unterm Strich ungefähr gleich viel zu tun hatten. Funktionierte recht gut.

        Nur wie will man so etwas gesetzlich regeln und vor allem durchsetzen? Da ist es doch einfacherer, Menschen dazu zu ermuntern faule Partner vor die Tür zu setzen und sich nach was Besserem umzuschauen.

  • Es ist wie mit den Zahlen der Rechten, wenn es um Migrationspolitil geht, man nimmt diese nicht ernst. So ist es auch bei der anderen Seite, wenn man genau die Zahlen nimmt, welche sein Argument untermauernt, aber so ziemlich jeder weiß, dass die Realität und Relation gesetzte Zahlen, wesentlich geringfügiger ausfallen.



    Was auch gern gemach wird komplett ohne Zahlen zu agieren, um seinen Standpunkt durchzubringen. Wie zum Beispiel bei Tode durch die Polizei. Die las man in keinem Artikel. Zwischen 15 und 25 pro Jahr bei Millionen Interaktionen.



    Care Arbeit liest man auch nur, dass sie hauptsächlich von Frauen gemacht wir, der Anteil der männlichen care arbeit beträgt zwischen 30 und 40 Prozent. Liest man nicht, genau wie selten geschrieben wird wieviel Millionen Menschen mit Migrationshintergrund arbeiten gehen und ein unverzichtbarer Teil unserer Gesellschaft.



    Liest man alles selten bis nie, untergräbt es doch das eigene Narrative.

    • @Hitchhiker:

      Auszug:"Wie zum Beispiel bei Tode durch die Polizei. Die las man in keinem Artikel. Zwischen 15 und 25 pro Jahr bei Millionen Interaktionen." Die Polizei als Exekutive ist zwangsläufig daran beteiligt, wenn es Tote im Einsatz gibt. Sie geht doch von Berufs wegen gegen gewaltbereite Täter vor -notfalls mit Gewalt, die auch den Schusswaffengebrauch rechtfertigen kann. Davon abgesehen habe ich in der taz noch keinen Artikel gelesen, wenn ein Polizist im Einsatz ums Leben kam, wie in Völklingen oder Mannheim.

  • Wir jammern nur über die AfD. Aber die Männerriegen vor Allem der CDU/CSU sind doch diejenigen, die das Klima vergiften, alles blockieren und versuchen, Emanzipationsbewegungen wieder einzusammeln und das aus aus purem Eigennutz. Wir müssen und darum kümmern, Typen wie Spahn, Söder, aber auch Klingbeil möglichst rasch loszuwerden, sie verhinderten, dass aufrechte Demokraten sich überhaupt noch trauen, sich für eine offene Auseinandersetzung einzusetzen und die alles zu tun, damit auch Ärmere wieder Chancen bekommen und der Reichtum unserer Gesellschaft hier im Lande bleibt und gerecht verteilt wird. Es sind die gegenwärtig an der Macht Beteiligten, die -obwohl immer weniger Menschen sie wählen- erst die AfD erstarken lassen. Ich frage mich, wie z.B. eine nach 68 geprägte Wohlstandsgemeinde diesen roll back der im Prinzip Ahnungslosen und Lobbyisten getriebenen, angeblich demokratischen Abgeordneten zulassen konnten.... Welche Rolle spielen in dieser unseren Gesellschaft noch Verstand und Gemeinwohl ?

    • @Dietmar Rauter:

      Oh, Klingbeil ist aber von der SPD.

  • "Der dritte Geburtenrückgang im vereinigten Deutschland



    Seit der deutschen Vereinigung im Jahr 1990 erlebt Deutschland gerade den dritten Geburtenrückgang. Im Jahr 2024 wurden 677 117 Kinder geboren. Das war der niedrigste Wert seit 2013. Zum ersten Mal sanken die Geburtenzahlen zwischen 1990 und 1995 von 905 675 auf 765 221 Kinder um 16 %." (Zitat)



    Wäre ich Frau in diesem Land, würde ich es mir gründlich überlegen, ob ich auf Kinder und Familie nicht besser verzichte - gerade als gut Ausgebildete. Ich habe sehr viele Frauen kennengelernt, die gut ausgebildet, später dann nur noch schlecht bezahlte Teilzeitjobs hatten - sozusagen das Familieneinkommen "aufgestockt" haben. Die Männer machten dagegen Karriere. Und was ist im Falle einer Scheidung? Dann sieht es noch düsterer aus.

    • @Il_Leopardo:

      Im Falle der Scheidung werden alle Vermögen und Anwartschaften, die in der Ehe erworben wurden, ausgeglichen. Daher ist die Ehe ein sehr guter Schutz und Frauen, die für die Familie auf Karriere verzichten (aber nicht nur Frauen), sollten sich gut überlegen, ob die Ehe nicht Grundlage dieses Verzichts sein muss oder ein Vertrag, der sie gleichermaßen absichert.

      • @Dr. McSchreck:

        Ich wüsste jetzt nicht, wie sich Frauen z.B. über einen Ehevertrag davor schützen können, nach mehreren Jahren Kinder- und Familienbetreuung, einen Karriereknick zu vermeiden.

        • @Il_Leopardo:

          Vor dem Karriereknick kann sie die Ehevertrag nicht schützen, wohl aber für die damit verbundenen finanziellen Nachteile - wenn der Mann gut genug verdient.

    • @Il_Leopardo:

      Das liegt aber doch auch stark daran, dass Frauen sich immer Partner suchen, die mindestens den gleichen Bildungsstand und Einkommen haben, wie sie selber.



      Bei welchem Paar bleibt denn schon der Elternteil daheim, der deutlich mehr verdient?



      Einfach mal nach unten heiraten.

      • @AndreasM:

        Zeigen Sie mir mal die Männer, die es 1. ertragen, dass ihre Frauen mehr verdienen als sie selbst und 2. zu Hause bleiben, sich um das Kind kümmern und den Haushalt.



        Ich fürchte, solche Männer sind rar!

        • @Il_Leopardo:

          Also ich kenne einige, aber in der Regel wollen die Frauen schlicht nicht zurück in den 40 Std Job nach der Elternzeit.



          Genau deshalb beschwert sich auch keine Frau darüber wie ungerecht das ist und wie unterdrückt Sie grade sei nicht Vollzeit arbeiten zu können.

          • @Walterismus:

            Ich selbst kenne zahlreiche Frauen, die in sehr anspruchsvollen Jobs arbeiten und nicht im Traum daran denken, ihre Karrieren zwecks Gründung einer Familie an den Nagel zu hängen.

  • Schönes Bild zum Thema:



    Der Borgward: - eine ziemlich große Firmenpleite, die aber durchaus hätte verhindert werden können, denn das Produkt war Spitze und der Insolvenzplan hätte funktioniert.



    Eine Analogie der Gleichstellungspolitik zu einer historischen Fehler-Kette?



    Am Ende kam das Aus für Borgward und seine beliebte Isabella wegen des Desinteresses der Verantwortlichen.



    "Irgendwann ließen Bremen und mögliche andere Investoren Borgward einfach in die Pleite rutschen – obwohl nach heutiger Expertensicht eine Rettung möglich gewesen wäre. Als Beleg hierfür gilt, dass im Insolvenzverfahren sämtliche Ansprüche der Gläubiger befriedigt wurden."



    Quelle prisma.de



    Prokrastination ist in der Politik nicht unüblich.