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Vorschlag für eine neue PraxisgebührLieber über die Honorare der Ärzteschaft diskutieren

Kommentar von

Amelie Sittenauer

Das Gesundheitssystem braucht strukturelle Reformen statt provokativer Vorschläge. Doch Schwarz-Rot tut wenig dafür, echte Veränderungen anzuschieben.

Kontaktgebühr für Patienten: Damit könnten sich die Wartezimmer leeren, vor allem ärmere Menschen würde nicht mehr kommen Foto: Sina Schuldt/dpa

D as Gesundheitssystem ist in schlechter Verfassung. Da sind die maroden Kranken- und Pflegekassen mit Milliardenlöchern, die weiterhin insolventen Kliniken ebenso wie der Fachkräftemangel und die zu teuren Arzneimittel. Reformen wurden viele versprochen, passiert ist unter der aktuellen Bundesregierung bisher wenig.

Erst im März soll die nächste Kommission zur Reformierung der gesetzlichen Krankenversicherung ihre Ergebnisse präsentieren. Bis dahin versuchen Interessengruppen und Verbände, den Diskurs in ihre Richtung zu drehen. Doch provokative Vorschläge wie letzthin die „Kontaktgebühr“ dürfen nicht von der Notwendigkeit echter Reformen ablenken.

Die Kontaktgebühr ist ein Paradebeispiel der Agendasetzung. Anfang der Woche brachte der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, sie ins Spiel. Pa­ti­en­t:in­nen sollen jedes Mal 3 bis 4 Euro zahlen, wenn sie eine Arztpraxis aufsuchen. Das solle die Milliardenlöcher der Krankenkassen stopfen.

Finanziell belastet würden die gesetzlich Versicherten, die bereits mit weiter steigenden Krankenkassenbeiträgen zu kämpfen haben. Besonders für chronisch Kranke und armutsbetroffene Menschen hätte dies drastische Folgen. Die würden im schlimmsten Fall gar nicht zum Arzt gehen, einfach, weil sie es sich nicht leisten können.

Es bedarf mutiger Politik

Widerspruch auf den Vorschlag folgte zwar prompt. Sozialverbände kritisierten ihn als unsolidarisch und ungerecht. Verwiesen wurde auch auf die 2012 abgeschaffte Praxisgebühr, die zeigte, dass pauschale Extragebühren kaum die gewünschten Effekte haben. Der Verwaltungsaufwand wäre erheblich, eine sinnvolle Steuerungswirkung hätte das Instrument ebenso wenig.

Doch trotz der allgemeinen Ablehnung waren die Kassenärzte mit ihrer Forderung kommunikativ erfolgreich. Denn während über die Praxisgebühr 2.0 diskutiert wurde, sprach kaum jemand über andere Reformen im Gesundheitswesen: Budget- und Honorarkürzungen bei der Ärzteschaft etwa.

Wenn im neuen Jahr nun die Reformdiskussion über das ächzende Gesundheitssystem weitergeht, darf sich nicht mit einfachen Antworten wie der einer Kontaktgebühr zufriedengegeben werden. Das teure und doch vergleichsweise ineffektive Gesundheitssystem braucht strukturelle Veränderungen. Dafür bedarf es mutiger Politik. Einer, die sich mit der Pharmaindustrie anlegt und die stark gestiegenen Arzneimittelpreise reguliert. Einer, die die Interessen der Ärz­t:in­nen nicht über jene der Pa­ti­en­t:in­nen stellt. Und einer Politik, die die Reform der Krankenhauslandschaft vorantreibt, anstatt sie auf Druck von Klinikverbänden und einzelner Länder zu verzögern.

Und ja, auch Pa­ti­en­t:in­nen müssen sich umstellen: Doppel- und Dreifachbehandlungen müssen vermieden werden, in der Versorgung braucht es schnellere Prozesse und bessere Patientenaufklärung. Doch Pa­ti­en­t:in­nen können nicht weiter die einfache Antwort auf strukturelle Probleme sein.

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111 Kommentare

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  • Ich bin unbedingt für eine Krankenkassenreform nach dem Vorbild der privaten Kassen. Auf keinen Fall sollten die beiden Systeme vereinigt werden. Dann wird nichts besser.



    Statt dessen sollten die gesetzlichen Krankenkassen nach dem Vorbild der privaten Krankenkassen endlich für jeden einzelnen Versicherten zum Sparen anfangen, für die im Alter teurer werdenden Gesundheitskosten. Dieses Prinzip in der öffentlichen Verwaltung, "das Geld kommt und im selben Jahr hauen wir es wieder raus" muss endlich aufhören. Durch die erhöhten Kosten durch das Ansparen würde dann allen Beteiligten klar werden, das die aktuellen Gesundheitskosten in Wahrheit noch viel höher sind und darauf bestenfalls reagieren.



    Das wäre mal Generationengerechtigkeit und es wäre überhaupt kein Problem das zu ändern.

  • Warum gibt es Steuerung wo und wie viele Ärzte eine Praxis haben können. Lasst es den Markt regeln, funktioniert immer besser als Steuerung und dann gibt es auch wieder Wettbewerb um die Patienten. Im Moment ist jeder Arzt in seinem Gebiet quasi ein Monopolist

    • @Klaus Schwarzmüller:

      Markt? Sie müssten dafür auf Angebotseite die Arztausbildungsplätze m/w/d erweitern, diese ihre Ausbildung auch zahlen lassen (mit Krediten).



      Dann haben wir doch noch diese gleichwertigen Lebensverhältnisse im Bundesgebiet laut GG.



      Also _nicht alle im selben Bonzenviertel/-ort mit Privatpatienten-only. Die PKV (und nicht nur die) verzerrt, dass es schmerzt.

    • @Klaus Schwarzmüller:

      Dann können Sie sicher sein, dass es im ländlichen Bereich bald gar keine Ärzte mehr gibt. Wenn sie auf einem abgelegenen Dorf leben und das gut finden, bitte.

  • „Wir nehmen keine neuen Patienten mehr an.“



    „Patienten aus einem anderen Landkreis nehmen wir nicht an.“



    „Es gibt nur noch einen HNO-Arzt in diesem Landkreis, der andere ist gestorben.“



    Das ist die bittere Wahrheit.



    Das System muss von Grund auf neu aufgesetzt werden.



    Vor allem aber muss der Einfluss von profitgierigen Investoren Großkonzernen im Gesundheitsbereich zurückgefahren werden.



    Jaja, wenn wir das machen, dann sieht es noch schlechter aus, ich höre schon die Einwände.



    Aber auf lange Sicht führt an einem öffentlich stärker gesteuerten Gesundheitssystem kein Weg vorbei.



    Beispiel: Praxisausstattung wird den Ärzten gestellt und gehört der Kommune oder dem Land. Die Ärzte erhalten dann ein festes Mindesthonorar garantiert.

  • Wenn man sowohl bei den Themen Krankenkassen und Bürgergeld die Kosten für Verwaltung und Leistungen für nicht Beitragszahler herausrechnet bleibt nur noch ein geringer Prozentsatz der Gesamtkosten. Also muss man für Reformen hier ansetzen und nicht bei den Gehältern der Ärzte.

    • @Günter Witte:

      "Das Medikament, das Sie brauchen, haben wir da, sogar von drei verschiedenen Anbietern. Aber für den einen Anbieter, den Ihre Kasse zahlt, müssen Sie morgen wiederkommen." Und natürlich war es nicht möglich, den geringen Preisunterschied, so überhaupt vorhanden, einfach selbst zu bezahlen.



      "Normalerweise sind Medikamente für Kinder zuzahlungsfrei, aber in diesem ist ein Wirkstoff für den das nicht gilt." Mit der Begründung hat eine Vollakademikerin mit abgeschlossenem Studium im Notdienst am Wochenende von mir drei Pfennige(!) kassiert und eine schriftliche Quittung darüber ausgestellt.

      • @Axel Berger:

        Was bei dieser Währung zum Glück dann ja auch 24 Jahre her wäre. : )



        Die Verzerrungen sind geblieben.

  • Das Gesundheitssystem ist in der Krise und muss grundsätzlich neu gestaltet werden. Es reicht nicht aus über Honorare oder Praxisgebühren zu sprechen. Die Strukturen müssen angeschaut, überprüft und mutig neugestaltet werden. Dazu gehören die Doppelstrukturen Krankenhaus und niedergelassene Ärzt:innen und Therapeut:innen mit einem riesigen Verwaltungsapparate bei den KVen, die es nicht schaffen, die Versorgung in der Fläche sicherzustellen (und einen gleichen Stundenlohn für alle Niedergelassenen egal welchen Fachgebietes zu zahlen), dazu gehört eine wirkliche digitale Patient:innen-Akte, ein Versorgungssystem, das grundlegend von den Erfordernissen der Erkrankten und den Leitlinien ausgeht und nicht von den Regularien und Sektorengrenzen der Kostenträgerinnen und Leistungserbringenden und und und.



    Dass es in Deutschland vergleichsweise viele Arztbesuche gibt (die vergleichsweise sehr kurz sind), dass in Notaufnahmen Menschen Behandlung suchen, die keine Notfälle sind, sind nicht die Ursachen der Probleme, sondern die Symptome.

    • @Rainer Kirchhefer:

      warum sollen alle Fachärzte für den gleichen Stundenlohn arbeiten? ein Radiologe hat doch völlig andere Kosten als ein Hausarzt. manche Fachärzte arbeiten sehr viel, andere weniger.

      • @Marc Uhlig:

        Gerade der/die/das Radiologe hat auch nach Abzug der Gerätekosten derzeit _extrem viel übrig, oder irrt mein Hinterkopf?

        Angestellt zwar "nur" rund 90.000 € _Einstiegsgehalt für Facharzt, aber ein Reinertrag je Praxisinhaber bei Radiologen bei 474.000 Euro pro Jahr (Stand 2021). Verarmen wird die Person wohl absehbar nicht, selbst bei exzessivem Skiurlauben o.ä.

        Mehrere Modelle sind denkbar. Auch das kostengünstige NHS-Modell (mit bitte etwas mehr im Topf als in UK) gehört wohl dazu, also (staatsangestelltes) Arztsein und allgemeine Versorgung, eher als Berufung denn als Privatpools-Ausmaxen, was dem ursprünglichen Wunsch vieler Mediziners auch entsprechen könnte.

        Große Hebel sind wohl ansonsten



        - PKV-GKV-Spaltung abschaffen bzw. auf Zusatzversicherungen begrenzen; Hausarztpraxen und Fachärzte damit wieder für die Breite öffnen, nach Bedarf, nicht nach Krankenkassenkarte



        - Behandlungs- und Laborergebnisse sichern, datenschutzsauber natürlich



        - Pharma- und Geräte-Geier und ihre "Berater"(innen) in die Produktion (ich bitte die Ausnahmen da gerade um Entschuldigung)



        - ganzheitlich denken, als Patient auch mal einfach selbst heilen lassen, aber zugleich auch zeitig aufmerken.

        • @Janix:

          "Gerade der/die/das Radiologe hat auch nach Abzug der Gerätekosten derzeit _extrem viel übrig, oder irrt mein Hinterkopf?"

          BWL mangelhaft. Wie kommt man auf die Idee, den wichtigsten Posten einfach im Hinterkopf auszuschalten?

          Erstmal muss das teure Gerät gekauft (wahrscheinlich finanziert mit 4%) und dann abbezahlt werden. Und wenn es dann abbezahlt ist und man in den Augen der Klassenkämpfer Übergewinne macht, braucht man diese Übergewinne, um Geld für die Neuanschaffung zu haben, die inflationsbedingt sicher deutlich teurer als die alte Maschine ist.

          Nicht umsonst arbeiten Radiologen im Schichtbetrieb. Der Kernspintomograph muss laufen, um seine enormen Kosten wieder reinzuholen.

        • @Janix:

          wenn mal alles abbezahlt ist, bleibt extrem viel übrig, bis alles abbezahlt ist, ist das Risiko aber extrem hoch.



          wir haben bereits einen Mangel an Fachärzten. keiner will sich noch eine Praxis ans Bein binden. jegliche zusätzliche Beschränkung wird die Situation kaum verbessern.

          • @Marc Uhlig:

            Reinertrag.



            Was ist das Risiko? Die Praxiseinrichtung, die Geräte wie der Sitz sind weiterverkaufbar, dafür gibt es spezielle Makler, der Markt ist liquide. Oder man stellt ein und lässt arbeiten. Lebensversicherung ist da sowieso Pflicht.

            Die Unlust hat womöglich mit höheren Ansprüchen von Ärztinnen und Ärzten zu tun. Genug Zeit für die ganzen Skiurlaube und die Jagd in Einzelfällen, bzw. eher: dass Partner/innen selbst arbeiten, anders als früher. Und Frauen, inzwischen die Mehrheit der Mediziners, Kinder weniger mit einer eigenen Praxis zu verbinden können glauben. Und unnütze Papierschlachten/ eine Misstrauenskultur nach schwarzen Schafen. Geld ist das Kleinste.



            Andere Hebel sind zum Sparen dabei, wie geschrieben, wohl stärker.







            Genügend Geld bekommen sie, unsere Ärztinnen und Ärzte. Aber lasst sie wieder Medizin betreiben, statt alles Mögliche andere. Und das sollten nicht Finanzgeier-Gruppen ermöglichen, sondern z.B. eine Art NHS oder zumindest Polykliniken.

    • @Rainer Kirchhefer:

      Die Mehrzahl der Menschen, die die Notaufnahmen aufsuchen, machen das nicht aus Bequemlichkeit, sondern weil sie keinen Hausarzt gefunden haben, der sie als Patient aufnimmt.

  • Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit der Medizin ist nicht ihre Honorierung, sondern ihre Qualität.

    Gute Medizin beginnt mit einer zeitnahen präzisen Diagnose – mit minimalem apparativem Aufwand. Vorteile sind begrenzte Kosten, frühzeitige korrekte Therapien sowie weniger, oft teure, Komplikationen.

    Der Weg zu solcher Qualität ist lang. Er erfordert eigenmotiviertes Engagement und kontinuierliche Weiterbildung in einer lebenslangen Lernkurve in einem Feld mit rasantem Erkenntnisgewinn und hoher Verantwortung für Menschen.

    Die Diskussion über ärztliche Honorare und ihre Nivellierung führt, in Kombination mit einer zunehmend problematischen Ausbildung, zu mittelmäßiger Medizin. Mittelmäßige Medizin ist sozial ungerecht und teuer.

    Eine gezielte Stärkung qualitativ hochwertiger Medizin – bei gesichertem niedrigschwelligem Zugang für alle Patienten – setzt voraus, dass ärztliche Qualität auch sehr gut honoriert wird.

    Eine transparente Bewertung individueller ärztlicher Qualität würde die Kosten im Gesundheitssystem erheblich senken. Davon profitieren am Ende diejenigen, um die es geht: die Patienten – durch weniger Komplikationen, mehr Lebensqualität und bessere Prognosen.

    • @Markus Hohenfellner:

      Jegliche Arbeit gehört sehr gut honoriert. Mich stören das Beamten- und Ärztebashing genauso, wie die Manipulation der Meinungen dahingehend, es müsste eine Kategorie von Arbeitnehmern sehr gut honoriert werden. Verantwortung muss man von Ärzten verlangen können. Sie sind de facto Erwerber von Spezialwissen, das jeder (Patient und Gesunde) haben möchte, weshalb ihnen eine besonders hohe Verantwortung zukommt. Uns allen muss daran gelegen sein, dass dieses Wissen in einem exzellenten öffentlichen Bildungssystem erworben wird. Ansonsten droht die undemokratische Ausgrenzung von Patient:innen. Wozu der Mensch gleich welcher Ausbildung fähig ist, ist uns noch präsent. Uns kann nicht daran gelegen sein, durch Regeln, auch zu den Honoraren, dazu beizutragen, dass sich Ärzt: innen Dank ihrer Ausbildung aus der Gemeinschaft zurückziehen, dies aber genauso wenig, wie zum Beispiel Handwerker:innen, Fahrer:-, Kassier:-, Richter:-, Pfleger:-, Polizist:-, Verwaltungsmitarbeiter:-, Wachschützer:-, Krankenschwestern und auch Sozialhilfeempfänger:innen.

  • Es gibt nicht zu viele „Notfallpatienten“ , sondern einfach zu wenig Ärzte, die an Wochenenden und Feiertagen und den Tagen dazwischen arbeiten. selber erlebt zwischen Wochenende und Neujahr beim Augennotfall. Ich bin selber HNO-Arzt im Ruhestand und kann einen Notfall differenzieren. Wie das ein medizinischer Laie tun soll, ist mir rätselhaft. Jedenfalls waren in Südbayern nur die Unikliniken für Notfälle da , niedergelassene Ärzte teilweise erst wiede ab 7.Januar. Das ist ein großes Versöumnis der Kassenärztlichen Vereinigungen, die eigentlich einen gesetzlichen Sicherstellungsauftrag haben auch an Wochenenden und Feiertagen..Die Notfallpatienten können nicht einfach an eine Uniklinik verwiesen werden, so dass sich dort schon frühmorgens 50-100 Leute einfinden. Die Damen und Herren Ärztevertreter sollten endlich mal ihren üppig bezahlten Pflichten nachkommen oder in Regress genommen werden.

    • @Fred Feuerstein:

      Am Wochenende beginnen die meisten Erkrankungen und sie die meisten Hsushaltsunfälle.

  • Also denen von denen wir viel zuwenig haben sollen wir an die Einkünfte gehen?



    Klingt irgendwie nicht so sinnvoll.

    Wärs nicht besser endlich mal die privaten Krankenkassen zu schlachten?

    • @metalhead86:

      Die gesetzlichen Krankenkassen sollen die Grundversorgung sicherstellen. Wer mehr möchte sollte für sich eine Zusatzversicherung abschließen.



      Warum wollen Sie die privaten Krankenversicherungen schlachten ?



      Beim Metzger dürfen Sie doch auch zwischen Schweinefleisch & Rindfleisch wählen.

      • @Alex_der_Wunderer:

        Wenn es denn nur um Zusatzversicherungen ginge… welche übrigens auch über die GKV abbildbar wären.

      • @Alex_der_Wunderer:

        Auch das wäre ein Weg: eine Bürgerversicherung, in der einfach jeder drin ist (spart Verwaltung (und Marketingtrara) bei den Kassen wie in den Praxen. Existierende PKV wird auslaufen und halt naturgemäß immer teurer pro Jahr.



        Zusatzversicherungen bleiben für den, der Einzelzimmer zu brauchen glaubt. Aber nach der Auslaufphase keine Komplett-PKV so destruktiv parallel. Und Sachen wie Hautkrebs-Check mit Lupe für alle, nicht nur für Selbstzahler. Die dürfen sich hingegen mit Bachblütenglobuli auf Zusatzversicherung besser fühlen oder was auch immer. - Vielleicht so?

  • In meiner Verwandtschaft ist es Brauch jeden Laborwert beim zuständigen Facharzt ermitteln zu lassen (z.B. PSA nicht einfach bei der Hausärztin mit dem Blutbild, nein, das kann selbstverständlich nur der Urologe), das sind schon mal zwei Besuche pro Quartal und Messwert. Und dann geht man nicht einfach wieder raus, sondern quasselt nochmal extra 15 min mit dem Arzt, während sich das Wartezimmer füllt. Und merkt sich nix bzw. setzt nichts davon um. Nach 3 Monaten wieder von vorne. Ah, übrigens: Kasse, nicht privat. Mit einer Hausarztpflicht ließe sich viel einsparen, auch die unselige Luxusdiagnostik, aus der nix folgt.

    • @derzwerg:

      mit einer Hausarztpflicht, lässt sich nichts sparen. die Hausärzte haben doch gar keine Zeit, sich zukünftig auch noch die Patienten anzusehen, die derzeit direkt zum Facharzt gehen. sie werden stattdessen einfach die Überweisung schreiben und dann müssen zwei Ärzte bezahlt werden, überweisender Hausarzt und behandelnder Facharzt.

      • @Marc Uhlig:

        Ich sehe Ihren Punkt, aber ein paar dieser Termine könnte man zusammenlegen.

        • @derzwerg:

          ich bin nicht allzu mutig mit der Prophezeiung, dass mit der Hausarztpflicht die Kosten steigen werden.



          wie gesagt, der Hausarzt überweist bereits jetzt soviel wie möglich an dir Fachärzte, die können gar nicht anders, es gibt ja immer weniger Arztpraxen.

  • Abweichungen vom Durchschnitt sind erstens abzulehnen und zweitens zu bekämpfen. Also ran ans Ärtzeportemonaie! Der pay gap zwischen den Reichen und den Armen muss weg!

    • @Querbeet:

      Vor allem gilt das für Bildung und Können. Ich spreche als langjähriger ehemaliger Tutor.

  • Sorry Frau Sittenhauer,



    Ihr Kommentar ist geprägt durch viel Meinung und wenig Ahnung. Diese klassenkämpferische Attitüde gegen Pharma, gegen “reiche” Ärzte ist zu simpel, um die komplexe Thematik der Umstrukturierung des Gesundheitswesens in Deutschland auch nur ansatzweise zu begreifen. Ich bin seit fast 40 Jahren im Gesundheitswesen tätig und kann Ihnen ziemlich genau beschreiben wo und warum der Schuh drückt, und was sich ändern müsste. Eines ist dabei aber auch klar: Die Anspruchshaltung der Patienten wird sich grundsätzlich ändern müssen. In meinen beiden letzten KV Notdiensten kurz vor Weihnachten habe ich 80 Patienten gesehen, 3 davon waren krank und bedurften wirklicher Behandlung. Der große Rest hätte gar keinen persönlichen ärztlichen Kontakt gebraucht, das hätte man per Call/Tele Medizin mit einem physician assistant problemlos abarbeiten können.

    • @Flocke:

      Komisch, ich als GKV-Versicherter und hoffentlich nie-wieder-Patient, habe meine Ansprüche gegenüber dem deutschen Gesundheitswesen immer weiter gesenkt und weiß, dass ich Termine bei Fachärzten erst in einigen Monaten erhalten werde, weshalb ich es dann auch oft einfach lasse und auf meine Selbstheilungskräfte setze. Darüber hinaus weiß ich, dass ich bei jedem Arztbesuch mein Portemonnaie immer dabeihaben muss, da ich seit mindestens zehn Jahren immer eine Leistung selbst bezahlen muss.

    • @Flocke:

      Na klar, die Patienten sollen erstmal selbst entscheiden, ob ihre Symptome einer Behandlung bedürfen oder nicht. Alles andere haken wir pauschal unter Anspruchshaltung ab. Spaß beiseite, interessante Statistik hier:



      www.kbv.de/documen...ericht-q4-2023.pdf



      Bin übrigens selbst aus einer Arztfamilie, und weiß, was verdient wird.

      • @Alex59:

        Der Verdienst der Ärzte und das Überrennen der Notaufnahmen mit z.B. einem Schnupfen, gerne ergänzt mit aggressivem Verhalten, stehen in keinem Zusammenhang.

        • @Nachtsonne:

          darum ging es auch in dem Artikel weniger, als darum, auch das Einkommen der vor allem niedergelassenen Ärzteschaft in's Visier zu nehmen. Patienten übrigens pauschal aggressives Verhalten zu unterstellen finde ich deplaziert.

      • @Alex59:

        Man kann (sollte vielleicht sogar) erst einmal die 116117 wählen, bevor man in die Notaufnahme fährt. Dort kann man in vielen Fällen eine fundierte Einschätzung bekommen, ob eine umgehende Notfallbahndlung nowendig ist oder nicht.

        • @T-Rom:

          Gute Idee, nach 30 und mehr minütiger Wartezeit erfahre ich dann, dass ich bei ausstrahlenden Schmerzen in den linken Arm doch besser den Notarzt geholt hätte... ok...

        • @T-Rom:

          Tja… jedes der drei Male in denen ich das mal versucht hatte legte die Warteschleife irgendwann auf.

      • @Alex59:

        Sehe ich anders. Wer bei grippalem Infekt oder Kopfschmerzen sich beim Arzt vorstellt, ohne einen einzigien Vesuch mit Schmerzmittel/Antientzündlichen Medikamenten zu machen, hat zunächst NICHTS beim Arzt verloren.

        Wenn Sie aus einer Arztfamilie kommen, kennen Sie auch den Stundeneinsatz außerhalb der reinen Zeiten mit Patientenkontakt. Das relativiert die Höhe des Einkommens und muss mit betrachtet werden.

        • @Flocke:

          Woher soll ich wissen, ob das ein grippaler Infekt ist? Ich bin kein Arzt und maße mir das nicht an...

          • @Alex59:

            Häufiges ist häufig, einfach mal Ibuprofen versuchen. Wenn es besser wird ist die Diagnose praktisch gestellt.

    • @Flocke:

      Man könnte Ihnen glauben und einfach Recht geben.



      Man könnte auch auf die Idee kommen, dass Sie nicht unparteiisch sind und nur einen Aspekt des Gesamtproblems beschreiben. Vielleicht ist ja sogar die Anspruchshaltung auf mehreren Seiten zu hoch und die Bereitschaft, zu sparen, allseits nicht sehr ausgeprägt. Da zeigt man dann gern mit dem Finger auf andere.



      Eine Praxisgebühr wäre doch nur ein Tropfen auf den heißen Stein und wäre ein Bürokratiemonster. Seit Jahren ist bekannt, dass die Pharmaindustrie eine Super-Lobby hat, die für hohe Arzneikosten sorgt. Ebenso ist bekannt, dass Medikamente verschrieben werden, die dann im Müll landen.



      Die Frage muss daher nicht lauten: Woher kommt immer mehr Geld, sondern, wie schaffen wir es, dass die Ausgabensteigerung abgebremst oder gestoppt werden kann.



      Und dann kann man auch noch über Tele-Medizin nachdenken, oder ein neues System von „Gemeindepflege“.

      • @Achsachbloß:

        Es gibt noch einen unpopulären Ansatz: Wie lange will ich mit welcher Lebensqualität leben? Dazu sollte man sich rechtzeitig Gedanken machen und diese auch entsprechend in eine Patientenverfügung festhalten. Da aber insbesondere der Tod mittlerweile völlig aus der Lebensrealität verdrängt wird, die Angehörigen im konkreten Fall dann überfordert sind wird dann bei Patienten im Notfall alles gemacht, ohne dass diese hinterher zu ihrer Lebensqualität zurückkehren. Großes und teures Problem!

        • @Flocke:

          Da stimme ich Ihnen aus eigener Erfahrung gern zu.



          Ein Bekannter, dessen Mutter mit 101 Jahren noch aus dem sehr guten Pflegeheim ins KH gebracht wurde, sagte:



          „Meine Mutter darf nicht sterben, Man lässt sie einfach nicht…“ Er hatte aufgrund spezieller familiärer Bedingungen keinen Einfluss.



          Dennoch sehe ich das Einsparpotential vor allem dort, wo die Gesundheitsversorgung und die enormen Profitinteressen bestimmter Gruppen sich vermischen.

          • @Achsachbloß:

            Bin ich bei Ihnen: Fehlanreize des DRG Systems operative Eingriffe günstig zu stellen, die damit ein Geschäftsmodell für Kliniken darstellen ohne wirklich dem Patienten zu helfen.

  • Es scheint in den Medien aber auch nicht bei der Politik willkommen zu sein darüber zu reden, dass wir in unserem System ca. 95 GKVs und 40PKVs alimentieren.



    Also zig Vorstände und Stellvertreter - nicht zu reden über die vielen Paläste.



    Ein Tabu???



    Diese Verwalter sind in dieser Fülle sicherlich nicht der "Volksgesundheit" und den klammen Kassenn förderlich.



    Wann werden sich die Medien diesem Thema zuwenden?

    • @Ron-man:

      Vor Jahren gab es die Idee, Dass wir nur etwa 6 Krankenkassen bräuchten, dagegen sprach, dass wir dann ganz schnell ein Monopol hätten, dem Ärzt:innen und Politik ausgeliefert wären. Dann würden die Kassen bestimmen, was notwendig ist und bis zu welchem Alter. Bei PK/Beihilfe( = Staat) gibt es seit > 20 Jahren keine Gebührenerhöhung, heißt trotz gestiegenen Aufwandes für Personal u Technik das gleiche Geld . Dabei können viele Ärzt:innen Verluste nur durch kürzere Pat.kontakte u IGEL-Leistungen bei mehr Pat. ( auch gedeckelt) , sowie mehr Leistungsangebote ( schnelle Termine u mehr Aufwand) kompensieren.



      Deswegen gehen auch immer mehr junge Ärzt:innen in Angestelltenverhältnisse ( MVZ) für Gehälter, die denen von Lehrer:innen gleichen.



      Ach ja: Bessere u saubere Schultoiletten ließen sich leicht durch Reduzierung der Lehrergehälter finanzieren . Die „ Kontaktgebühr " kann leicht sozial abgefedert werden , zB nicht bei chronischen Erkrankung, Schwangerschaft oder Früherkennungsuntersuchungen. Oder wie bei der Rezeptgebühr, die im Jahr gedeckelt ist ( bei chronErkranungen 1% des Gehaltes. Nebenbei : sanktionierte BG-Empfänger können oft die Rezeptgebühr nicht bezahlen

  • Eine einfache Methode Geld zu sparen, wäre dass man das Pillenrezept gleich für ein ganzes Jahr bekommt und nur einmal, statt 4 mal im Jahr die Krankenkassenkarte abgeben muss.

    Genauso bei chronisch Kranken, die eh immer das gleiche Medikament bekommen und sowieso nur einmal im Jahr dafür mit dem Arzt/der Ärztin sprechen müssen/dürfen oder Blut untersucht bekommen. Warum bekommt der Arzt/ die Ärstin dafür 4 mal die Karte im Jahr? Das ist eine leistungslose Flatratebezahlung. Nur bei wirklicher Leistung reicht.

    • @Kurt77:

      Im Prinzip haben Sie recht, aber auch bei wirklich erbrachter und aufwendiger Leistung bekommt der Arzt nicht mehr als die Pauschale. Wenn man das unsinnige System angeht, dann bitte von beiden Seiten. Derzeit bestraft es massiv die engagierten Ärzte mit gutem Ruf, zu denen die schwierigen Fälle kommen und belohnt diejenigen, die wirklich Behandlungsbedürftige gleich weiterschicken. Es wird sich vermutlich ohnehin ändern. Nach dem was ich so höre suchen junge Absolventen eher eine Stelle als angestellter Arzt als die unsichere Zukunft als Pseudoselbständiger.

      • @Axel Berger:

        Ja, genau. Sie haben völlig Recht. Leistung soll sich lohnen. Zur Zeit scheint es eher Diagnose-Jonglierei zu sein, die sich lohnt. Und wenn die Vorsorgeuntersuchung stattgefunden hat, dann braucht man Beschwerden nicht weiter zu bequatschen, denn dann ist ja alles gut - und offensichtlich lässt sich dann auch nicht mehr so viel so einfach verdienen. Die Blutwerte werden schön abgeheftet... alles gut.

        Ich kenne mehrere Eltern mit schwerhörigen Kindern, wo die U-Untersuchung nichts ergeben hat.



        Die Schäden sind jetzt bleibend.

        Meine Freundin war bei 5 Augenärzten bis endlich der 5. durch eine Extra-Untersuchungsmethode herausfand, dass ihr 6 jähriger Sohn 10 Dioptrien weitsichtig war. Er sollte schon auf eine Sonderschule, weil er ständig Unfälle hatte. Die 4 anderen Augenärzte wurden genauso gut bezahlt, wie der Letzte.

        Und die nervigen Eltern, was die immer nur haben, da wurden doch so viele teure Untersuchungen gemacht, warum sind sie nicht zufrieden?

        Auch die Überzeugungsarbeit für Impfungen ist einfach zu viel Arbeit ohne genügend Lohn.

        Flatrate-Patienten sind einfach ergiebiger.

  • Meine Rede seit vielen Jahren. Eine Demo des Vereins der verarmten niedergelassen Ärzte findet mühelos in einem engen Aufzug Platz.



    Man sollte die Pharmaindustrie dabei nicht vergessen. Da hatte ich privat mal die Gelegenheit, ihre Machenschaften zu sehen.



    Generell ist es - wie bei allen Themen der öffentlichen Daseinsvorsorge - unmöglich, diese Dinge in die Hände von gierigen Profitgeiern zu geben. Es wird nicht geheilt um zu heilen, sondern um (viel) Geld zu verdienen. Jeder, der schon mal in kürzester Zeit mehrere Röntgenaufnahmen oder EKGs gemacht bekam, weiß, was ich meine. Es wird behandelt, was Geld bringt, nicht Heilung.

  • Die einfachste Maßnahme, um unnötige Artztbesuche drastisch zu senken, wäre die Abschaffung der Pflicht für Arbeitnehmende, Schüler:innen, Azubis etc, ab Tag 4 ein Attest zu liefern. Falls Arbeitgeber:innen und Schulen etc am Kontrollwahn festhalten wollen, sollten sie mindestens dafür zahlen, und zwar die realen Kosten des aufgezwungenen Artzbesuches.

    • @Nina Janovich:

      also sollen die Kosten auf die Arbeitgeber abgeschoben werden? wenn die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall erst am dritten Krankheitstag beginnen würde, gäbe es ganz sicher suf einen Schlag weniger Kranke, wie wäre es denn damit? wie erklären Sie sich denn, dass dieses Land bei der Anzahl der Arztbesuche europäische Spitze ist - ohne dabei produktiver oder gesünder zu sein?

    • @Nina Janovich:

      Ja, bin ich sofort dafür wenn gleichzeitig die Lohnfortzahlung die ersten 3 Tage auch eingestellt wird.



      Ab dem Zeitpunkt der Krankmeldung vom Arzt gibt es dann erst die Lohnfortzahlung

    • @Nina Janovich:

      Aha.

  • Und natürlich auch die Medien mit ihrer Vorsorge- und Abklärenhysterie.



    " hinter jedem lächerlichen Symtom könnte eine schwerwiegende Erkrankung lauern"

    • @Oliver Wagner:

      Vorsorgeuntersuchungen sind Lebenswichtig !



      Bedenken Sie bitte bei Ihren Kommentaren, auch Minderjährige könnten Ihre Beiträge lesen.

    • @Oliver Wagner:

      Richtig, könnte. Kann aber der Patient selbst nicht abklären. Big things have small beginnings.

      • @Alex59:

        Ja, Entfremdung vom eigenen Körper, Symptome googeln und Samstagsnacht in die Notaufnahme

        • @Oliver Wagner:

          Oh ja, jetzt wird's süss. Entfremdung vom eigenen Körper. Frauen, die nicht sofort merken (geschweige denn Ärzte), dass sie gerade einen Infarkt haben, weil der sich anders darstellt, haben wohl auch ihr Körpergefühl verloren....

          • @Alex59:

            M.E. ist es weitaus vernünftiger auf eine gesunde Lebensführung ( Ernährung, Bewegung etc.) zu achten, als auf eine Bypass-Operation zu hoffen.

  • Ich bin Autist mit "Hochbegabung". Das ermöglicht mir so gutes "Masking" zu betreiben, dass Ärzte bei mir wohl nicht das erwartete Leidensbild sehen. Therapeutin fragt mich praktisch warum ich noch am Leben bin und rät zu noch mehr Masking. APP Maßnahme rät dazu den Job zu wechseln und mich wenigstens krankschreiben zu lassen. Arzt schreibt mich nicht krank. Arzt überweist zur psychiatrischen Instituts Ambulanz. Leiter der PIA sagt mir, durch die Blume, dass ich mir die Überweisung sonst wo hin stecken kann. Ein Burnout nach dem anderen. Habe so massive Probleme, dass ich Krankheiten mit Urlaubstagen überbrücken muss. Augen kaputt operiert durch einen Eingriff ohne Zustimmung. Klinik mauert und kein Augenarzt will ein Gutachten zum Zustand der Augen abgeben. Für die Folgen darf ich selber aufkommen. Empfohlener GDB 60-70, hatte 30, ohne Begründung auf 20 gesenkt. Jahrelang durch ein Bundesinstitut ausgebeutet. Mache hochqualifizierte Arbeit, werde wie ein Berufseinsteiger bezahlt. Kann mich nicht wehren und sitze in der Zwickmühle. Ich liebe unser Gesundheitssystem, in dem ich zwar einzahlen darf, aber nie eine Leistung in Anspruch nehmen kann bzw. Wo es nichts gibt.

    • @Wirrwicht:

      Klingt nicht gut. Maskieren jenseits der kleinen sozialen Nettigkeit ist nicht gut; die Stärke ausleben sollte besser sein. Und Autismus ist für manches ja auch eine Stärke.



      D.h. eine der seltenen Umgebungen finden (lassen), wo die Wertschätzung funktioniert, wäre wohl das Projekt. Ohne dass ich Fachleuten da reinquatschen will.

      (Kognitiv) Hochbegabten empfiehlt sich u.a. der Hochintelligenzverein Mensa, der da Wissen wie Kontakt mit anderen ermöglicht.

    • @Wirrwicht:

      Selbstständig machen! Einem mit Dauer-Burnout zahlt niemand den Spitzenlohn.

  • Wenn entfällt:



    - die ätzende Doppelstruktur Privat-Gesetzliche (in hunderten Unterkassen im teuren Pseudo'wettbewerb', Verwaltungskosten und strukturellen Ungleichheiten)



    - die Mästung von Pharma und Apparaten incl. deren "Berater(inne)n"



    - teure Tabletten und Maßnahmen statt Zuhören



    dann hätten wir schon viel mehr im Topf.

    Ärzte und Ärztinnen, die es nur wegen des Geldes machen, sind rasch zu erkennen und ggf. zu meiden. Und selbst die waren vermutlich mal Idealistens und könnten es wieder werden, wenn andere ihnen die Bürokratie wieder etwas abnehmen.

  • Doppel- und Dreifachbehandlungen könnten vermieden werden, wenn, wie wohl geplant, in Zukunft auch Krankheitsverläufe über die Gesundheitskarte abrufbar werden.

    • @Il_Leopardo:

      Jetzt schon kann man Ärztehopping und Rezeptbetrug ( Schlaf- oder Schmerztabletten von mehreren Ärzten ) auf der ePA erkennen ( Ärzte u Apotheken) . Hatte Pat. , die sich Medikamente verschreiben ließen u die Beute dann weiterverkauften ) nix gegen den üblichen Betrug mit Schwarzgeld u CumEx). in Holland sind die Apotheken gut digital vernetzt u erkennen Mehrfachrezepte sofort.

  • Ich denke eine Gebühr von 5€ für den ersten Arztbesuch wäre sicherlich eine Möglichkeit.



    Sollte jeder weitere Besuch aufgrund der Ursprungserkrankung erfolgen, entfällt die Gebühr.



    Denke mancher würde sich dann sicherlich zweimal überlegen, wegen jedem Kratzer zum Arzt zu springen.

    • @Hennes:

      Ja, wie jetze ? Bei erfolgreicher Diagnose gibt's doch wohl den Heiermann zurück und ne' kleine Provision, bei langwieriger, nötiger Behandlung - eventuell springt ja noch ne' OP für die Ärzte raus. Sie sollten sich auch als notwendiges menschliches Material sehen...😉

      • @Alex_der_Wunderer:

        Nein, aber das würde das Argument entkräften, dass viele chronisch kranke Menschen nicht mehr zum Arzt gehen.

        Um die geht es gerade nicht.

        • @Hennes:

          Ich hatte bei der neuen Regelung es so Verstanden, es geht bei der Zahlung von 5 Euros um den Erstkontakt zwischen Arzt und



          " Patienten " . Da würde sich die Zahlung bei chronisch Kranken ja dann erübrigen.



          Ich finde ja eine Bonusregelung bei Versicherten, die wenig zum Arzt gehen auch ganz sinnvoll.

  • Ja es bedarf mutiger Politik. Eine weitere Reduktion der Vergütung der Leistungserbringer ist kaum möglich.



    Als Facharzt für Dermatologie erhalte ich 18 e Flatrat für 3 Monate (egal wie oft der Pat kommt) zB für die Behandlung schwerer Neurodermitis oder Psoriasispat. Bei ca 50% Praxisunkosten bleiben 9 e vor Steuer und Sozialabgaben.



    Parallel muß ich im benachbarten Ausland arbeiten - hier ist die Vergütung um ca Faktor 5 höher (bei jedem Arztkontakt) und die Bürokratie um einen ca Faktor 10 niedriger (Pat zahlen Ihre Rechnung sofort und die Kosten werden mit einem Eigenanteil von ca 8 % von den Kassen vergütet - Keine KV- keine Sonderverträge mit einzelnen Kassen etc. Die Folge der Unterfinanzierung : Einweisungen ins Krankenhaus - hier liegen die Behandlungkosten zB für die Operation eines Hautkrebes um den Faktor 10 höher. Eine Kontaktgebühr von zB 5 Euro wäre niedriger als die Parkgebühren und durchaus zumutbar (Ausnahme Kinder und Rentner).



    Meine Vorschläge: Pro Bundesland 1 Krankenkasse - Direktabrechnung mit den Pat (hier kann direkt der Pat kontrollieren, ob rechtmäßig abgerechnet wurde und nicht die KV)-mehr Einbindung nichtakademischer Assistenten/innen.

    • @Nobbi:

      wenn Pat zB eine Behandlung in Spanien hier bei ihrer KK einreichen u die hier üblichen Kosten erstattet bekommen, fallen sie aus dem Häuschen, wie wenig ein Arzt hier f d gleiche Leistung bekommt . siehe die 18€ für den Dermatologen). Es immer noch erstaunlich, wie häufig die Leute hier den Arzt :in aufsuchen , vielleicht auch wegen der quartalsweisen Einlesung der Vers.karte. Lauterbach wollte schon die Intervalle bei Pillenrezepten u chron. Erkrankungen verlängern. Ärzte mit schlechtgehenden Praxen ( hier bekäme man auch heute noch sofort einen Termin) sind auf Pat. kontakte angewiesen , den beliebten Ärzten wird es zuviel. Ich würde meine Brezel auch lieber da kaufen, wo Leute schlangestehen .

    • @Nobbi:

      Was ändert denn der Abrechnungsmodus an den Behandlung-en(-skosten und -therapien), und wohin mit den Arbeitsplätzen bei den KKHn? Wer hat dann nach Ihrer Idee gegen wen Ansprüche (auf Rückzahlung bei Falschberechnung)? Meine erste Abrechnung erhielt ich von einem Zahnarzt, der nicht müde wurde nahezu jeden Posten "mit besonderer Schwierigkeit" abzurechnen. Ich habe ihn zur Rede gestellt, keine Antwort. Im Anschluss habe ich die Rechnung gemittelt und entsprechend gekürzt bezahlt. Keine Klage. Jedenfalls führe ich diese Erfahrung als Idee dessen an, warum das System besser funktionieren könnte. .. Die Fachleute sitzen aber eindeutig bei der Krankenkasse, bis auf solch selbstbewusste Patienten, wie mich.

  • Honorarkürzungen bei Ärzt:innen? Das wird bei dem Eklatanten Ärzt:innen-Mangel selbstverständlich dazu führen, dass viel mehr das harte Medizinstudium angehen und sich dann für eine Niederlassung mit vollem marktwirtschaftlichen Risiko für sie selbst in einem massiv überregulierten Markt entscheiden. Die Logik hinkt massiv und würde mittel-bis langfristig die Katastrophe im Gesundheitswesen auf die wir zusteuern nur beschleunigen. Meinen Sie etwa auch kürzungen der Gehälter der nach Tarif bezahlten Ärzt:innen in den Krankenhäusern? Bei den vielen, meist nicht ausgeglichenen und teils noch immer unbezahlten Ünerstunden ist der Stundenlohn niedriger als so mancher Stundenlohn in der Pflege. Über die Gehälter von Vorstandsmitgliedern und Chefärzt:innen können wir gerne diskutieren.



    Über Medikamentenpreise und allen voran Medizintechnik mit teuren Zertifikaten (und den weitergereichten Kosten) sollte man auf jeden Fall sprechen. Und warum brauchen wir dutzende Krankenkassen? Warum gibt es die Privatversicherungen bei denen sich die besserverdiener einfach aus dem Solidarsystem herauskaufen. Es gibt bessere Ansatzpunkte als an der wohlverdienten Entlohnung ärztlicher Leistung zu sparen

    • @Mark Simon:

      Wer denkt denn mal an die Krankenschwester oder den "Gesundbruder", Pfleger: innen (hier hatte sich selbstverständlich in den letzten Jahren einiges getan) und Putzkräfte? .. Auch Ärzt: innen leiden im Prinzip an der Ungerechtigkeit des Verteilungsystems. Und auch ihnen wäre sicherlich sozial wohler, wenn sich nebenan ein:e Busfahrer:in ein Haus leisten könnte.

    • @Mark Simon:

      Sie wissen wo der Nc. bei Medizin liegt ( ist ein Mass wie begehrt ein Studienplatz ist) ?



      Und vergessen sie nicht der Arztberuf gehört zu den bestbezahlsten Berufen

      • @Oliver Wagner:

        Der NC liegt unter anderem auch an dem Mangel an Medizinstudienplätzen. Diese reichen schon lange nicht aus um mittel bis langfristig den demografischen Wandel und daraus resultierenden Mehrbedarf an Mediziner:innen zu decken. Und nach welcher Statistik ist der Arztberuf genau einer der bestbezahlten Berufe? Wessen Gehalt genau? Praxisumsätze sind nicht gleich Gehälter. Außerdem ziehen einige wenige extrem gut verdienende Ärzt:innen das arithmetische mittel, welches oft für den Durchschnittsverdienst herangezogen wird, ganz schön mach oben. Ein Median wäre hier besser, den findet man aber nirgends. Außerdem müsste man - wie ich bereits angedeutet habe - das ganze auf tatsächlich geleistete Arbeitsstunden herunterrechnen und dann mal den Stundenlohn anschauen. Nicht zu vergessen sie ständige Gefahr von total überzogenen Regressforderungen der Krankenkassen. Also ganz ehrlich, da hat man es in anderen Berufen mit ähnlicher Ausbildungszeit deutlich besser und arbeitet seltenst in der Nacht und am Wochenende.



        Vielleicht ist das nicht selten jammern auf hohem Niveau, was Ärzt:innen so tun, aber die Bevölkerung möchte auch Medizin auf höchstem Niveau. Sonst hagelt es Beschwerden/Klagen

        • @Mark Simon:

          Sie haben grundsätzlich recht. Allerdings kenne ich keinen Beweis für einen Zusammenhang zwischen Entlohnung von Ärzt: innen und der Qualität. Sicher erscheint mir nur, wir sollten uns nicht gegenseitig die Augen auskratzen, um den gesellschaftlichen Frieden zu wahren. .. Aber Achtung, unter dem Deckmantel des Bürokratieabbaus kann es zu Dokumentationslücken kommen. Stichwort "Klagen".

  • Was spricht dagegen nur noch eine Pflichtversicherungskrankenkasse zu haben statt über 90 Pflichtkassen? Was kostet der aktuelle Zustand allein an Verwalltungskosten? Gewerkschaften und dubiose Patienteninteressen -Vertretungen schieben sich oft die lukrativen Führungspositionen zu - wann wird da endlich ausgemistet?

    • @javali:

      Das gilt dann wohl für jedes Gut und jede Dienstleistung? Nur noch Monopolisten, staatlich angeordnet!



      Von A wie Autohersteller bis Z wie Zoohändler.

  • Ich möchte Frau Sittenauer dringend einladen, sich doch jenseits der üblichen Plattitüden mit der Frage auseinanderzusetzen, wer denn - neben dem behandelnden Arzt als einzigem wirklichen Leistungserbringer am Patienten - ebenfalls die Hand aufhält. Wer vorn an der Bühne steht, bekommt sowohl Blumen als auch Tomaten und zuweilen faule Eier. Schauen Sie doch bitte einmal hinter den Vorhang! Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt. Sie werden viel Erstaunliches erfahren…

  • Honorare kürzen? Gute Idee, dann gibt's bald keine niedergelassenen Ärzte mehr und die Strukturreform geht dahin, dass alle in die Notaufnahmen der regionalen KKH fahren müssen.



    Die Themen Bagatellerkrankungen und unnötige Behandlungen. Ja, das korrekt anzugehen und dort den Sparhebel anzusetzen scheint überfällig.

  • Bei den Versicherten, die wenig bis gar nicht ihre Krankenversicherung in Anspruch nehmen, sollten die Beiträge signifikant gesenkt werden.



    Könnte durchaus ein Anreiz für Dauerbesucher von Arztpraxen bieten, weniger den Arzt, wegen nix aufzusuchen.

  • Guten Morgen!



    Das immer mit dem Finger auf die anderen zeigen, ist ja mittlerweile vollständig normal.



    Wenn ich Leuten erzähle, was ich als niedergelassener Hausarzt verdiene, erhalte ich oft mitleidige Blicke.



    Klar braucht es eine Politik, die es sich traut sich mit den zahlreichen Profiteuren im Medizinbetrieb anzulegen.



    Es braucht aber auch Patienten, die sich ihrer Eigenverantwortung für ihre Gesundheit bewusst sind. Außerdem scheint die gesundheitliche Kompetenz der Menschen immer weiter zu sinken. Da müsste früh angesetzt werden, schon in Schule, Kindergarten, in den Familien.

    • @Thomas Kusenbach:

      Absolute Zustimmung!

  • "sprach kaum jemand über andere Reformen im Gesundheitswesen"



    Offensichtlich ist ein solcher Themenkomplex auch unpopulär als Wahlkampfthema, wenn ich die letzten Jahrzehnte erinnere.



    dgiv.org/wp-conten...-Wahlprogramme.pdf



    Ob die große Zahl der Krankenkassen tatsächlich etwas mit der Qualität der Versorgung zu tun hat, darf hinterfragt werden.



    Kassensterben setzt sich fort



    Bei t-online.de:



    "Zugleich geht das Kassensterben weiter: Gab es 1970 noch über 1.800 gesetzliche Krankenversicherungen, existieren heute nur noch gut 90. Gesundheitsökonom David Matusiewicz von der FOM glaubt, die von der früheren Gesundheitsministerin Ulla Schmidt geforderte Zielgröße von 30 bis 40 Krankenkassen dürfte bald erreicht sein."



    Weiter dort:



    "Im Koalitionsvertrag haben sich Union und SPD auf den Einsatz einer Kommission geeinigt. Diese soll die gesundheitspolitischen Vorhaben der Koalitionspartner bewerten und bis zum Frühjahr 2027 konkrete Maßnahmen vorschlagen, wie die gesetzliche Krankenversicherung reformiert werden kann."



    Vielleicht darf die Bevölkerung hier auch das Deutschland-Tempo einfordern. Die Themen sind allesamt histor. "olle Kamellen".

  • Gesundheit und Pflege gehören aufgrund ihrer Relevanz eindeutig in öffentliche Hand, d.h. dass z.B. auch Ärzte nicht selbstständig sondern anständig entlohnte Arbeitnehmer beim Staat sein sollten, so dass sie ihre Entscheidungen endlich nur nach medizinischer Notwendigkeit treffen brauchen und nicht auch aus wirtschaftlichen Gründen. Zudem sollten sie keine Verwaltungstätigkeiten übernehmen müssen, sondern diese sollten von eigens dafür engagierten Mitarbeitern durchgeführt werden. Gleichzeitig sollte natürlich auch der Staat immer die Sinnhaftigkeit von Leistungen laufend prüfen und, wie ein privater Konsument, auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis achten. Dies vor allem aber, um Mitnahmeeffekte bei Pharmafirmen oder medizinischen Geräteherstellern zu unterbinden, weniger aus Geldknappheit.Denn der Staat kann als Währungsherausgeber niemals Pleite gehen ( www.pufendorf-gese...d-mit-der-tastatur ).Inflation durch mehr Geld steht übrigens nur bei Vollbeschäftigung zu befürchten,oder bei angebotsbedingten Hyperinflationen als rein verstärkender Effekt. Beides ist jedoch in weiter Ferne, ersteres leider, letzteres zum Glück.

  • Wäre schon mal in einem wartezimmer gesessen hat, wird merken, dass ungefähr 50% der Leute dort vollkommen grundlos sitzen. Noch absurder ist es, wenn man in die Notaufnahme in einem Krankenhaus geht, und dort Leute trifft, die auch gerne eine Woche später mit diesem "Notfall" zu ihrem hausarzt hätten gehen können. Ich glaube es würde viel helfen, wenn es eine Vorstufe z.b durch eine qualifizierte Krankenschwester gäbe, die die wartezeit nach ihrer Einschätzung vergibt. Wenn also ganz offensichtliche unwichtigen Fälle dort sitzen, dann müssen die eben fünf oder sechs Stunden warten, bis die Patienten mit einer tatsächlichen Erkrankung, die behandlungswürdig ist durch sind.

    • @Horst Sörens:

      In den letzten 2 Jahren war ich 3 mal in einer Notaufnahme. Dort wurde sehr wohl von qualifiziertem Pflegepersonal triagiert....z.B. war ich mit einem akuten Nierenversagen, das man mir übrigens nicht ansah, relativ schnell an der Reihe.

      • @Marse04:

        Ich habe Erfahrungen mit Notaufnahmen in Rumänien, Irland und China gemacht.



        Vor ein paar Wochen bin ich dann hier in Deutschland sehr ins Grübeln gekommen, allerdings war vorher immer alles akzeptabel.



        Übrigens - um die Notaufnahme für ein akutes Augenproblem nachts am Wochenende zu erreichen, musste ich 150 km fahren, obwohl die nächste 150 000 - Einw.Stadt nur knapp 20 km entfernt liegt, das nächste Krankenhaus gerade mal 8 km.

  • Kürzungen an Ärztehonoraren die schon lange unterdurchschnittlich bis gar nicht (GOÄ aus den 80ern...) wachsen halte ich in Zeiten absehbar wachsenden Ärztemangels für einen sagenhaft klugen Vorschlag. Aber vielleicht machts die KI ja bald billiger und besser....

    • @VERHÄLTNISMÄßIGKEIT:

      Das ist einfach nicht wahr. Die Ärztehonorare steigen weiter und weiter. Und auch in den Tarifverträgen der Länder gibt es eine stete Steigerung besonders in den hohen Lohngruppen.

      Zu den Honoraren gibt der Link im Beitrag von Alex59 alle Zahlen, die man braucht. Erstaunlich ist es nicht, dass gerade darauf keiner reagierte. Denn da hat man keine Argumente sich armzustellen selbst als Arzt. Auch interessant wie viele Ärzte es in der TAZ-Leserschaft gibt und wie viele von denen hier für ihre Partikularinteressen alles andere hinterfragen nur natürlich nicht ihre Honorare. Und auch, wie viele sonst fast nie oder gar nie unter anderen Beiträgen kommentieren.

      Auch das Anspruchsniveau, von dem aus man überhaupt agiert spricht Bände. Jemand mit Durchschnitts- oder gar Medianverdienst - der existiert in der Welt nicht. Der lebt auf einem anderen Planeten.

      Ich habe Respekt vor engagierten Ärzten und natürlich sind sie gesellschaftlich sehr wertvoll. Aber ihre Entlohnung gehört auf den Prüfstand. Ich glaube nämlich bspw. nicht, dass es nicht auch gute und engagierte Ärzte gäbe, wenn die Entlohnung deutlich niedriger wäre. Die gibt es in anderen Berufen ja auch!

  • Das Thema Abrechnungsbetrug dürfte ruhig öfter in den öffentlichen Fokus rücken.



    Laut Schätzungen sollen diese jährlich um die 18 Milliarden Euro betragen.



    Krankenkassen müssten gezwungen werden, dagegen viel mehr zu unternehmen.

    • @GaGaZar:

      Meinem Sohn wurden als Selbstzahler bei 6 Stoßwellentherapien jeweils 20 € extra für das Auftragen von Voltaren-Schmerzgel statt des üblichen Kontaktgels (8,50 € / l)



      berechnet.

  • Dieser Artikel liest sich wie vom anderen Stern. Der ländlichen Raum, gerade der ostdeutsche, ist für die wenigen Ärzte, die überhaupt noch bereit sind, unter den sowieso schlechten Bedingungen zu arbeiten, kaum interessant. Wer, der einigermaßen bei Trost ist, käme da auf die Idee, den Beruf durch schlechtere Bezahlung noch unanttraktiver zu machen? Ich zahle als freiwillig gesetzlich Versicherter jeden Monat 1.200 €, damit ich nach 6 Monaten vielleicht mal einen Facharzttermin bekomme. In unserem Versorgungssystem muss einiges reformiert werden, aber die Ärztevergütung ist da das kleinste Übel.

  • Netter Text... Wer in der gesundheitlichen Branche arbeitet und mit Patienten zu tun hat... Weiß, das die Zahl derer die wegen nix oder Lappalien die Ärzte, die Notaufnahmen und den medizinischen Dienst in Beschlag nehmen immer mehr steigt. Und ganz sicher auch keine unbedeutende Zahl.

    Ich finde es ja witzig gegen die Ärzte finanziell zu hetzen ... Es gibt wahrscheinlich kaum einen Beruf der schneller im Ausland mit Handkuss genommen wird. Und wird dann spannend wie die ländliche Fläche in Deutschland noch versorgt werden soll.

    Die gesamte Finanzierung mit diesen Pauschalen muss reformiert werden. Es kann auch nicht sein dass Krankenhäuser HüftOPs aus Profit machen und nicht aus Bedarf. Das gleiche gilt für viele Arzt Programme.

    Und Pharma Firmen. Die taugen ehrlich gesagt nur bedingt zum Erzfeind. In den USA sind die Preise hoch. Bei uns in den Apotheken nur wegen unserer Gesetze. In direkten Vergleich sieht das gar nicht so schlecht aus. Das Problem ist ja dann eher, wer bezahlt die Forschung?

    • @Duplozug:

      Forschung bezahlt schon jetzt der Staat durch öffentliche Universitäten weitestgehend.



      Beim Ärztehonorar gebe ich Ihnen völlig Recht. Es geht hier ja nicht nur um die Einkünfte der Ärzte, sondern auch um Personalkosten für Arzthelferinnen Mieten, die immer weiter steigen, Energiekosten und teure Ausrüstung, die nicht billiger wird.



      All das muss abgedeckt werden.

      Leistungskürzungen bei Ärzten führt am Ende dazu, dass viele Ärzte dann nur noch Privatpatienten akzeptieren und behandeln. Dann sparen die GKV vielleicht etwas Geld, aber die Versicherten finden gar keine Termine mehr.

      • @TeeTS:

        Die pharmakologische Forschung ist de facto seit vielen Jahrzehnten privatisiert … Innovationen kommen daher meist von der Pharmaindustrie. Wir bezahlen somit deren Forschungsaufwendungen über die Arzneimittelpreise.

      • @TeeTS:

        Der Großteil der Pharma- und Medizintechnikforschung und Entwicklung findet in der Industrie und mit deren Mitteln statt nicht jedoch in den Universitäten. Das Zulasssungsrisiko- ganz teuer und schwierig ist da Pharma- liegt eben auch da. Sprich, wenn die Industrie nichts entwickelt gibt es auch nichts.

    • @Duplozug:

      Danke für den Reality Check. Die vorherige Gebühr hatte den großen Strukturnachteil, nur einmal im Quartal fällig zu sein. Sie bezahlt zu haben, gab den Anreiz, sie auch voll auszunutzen, bevor das Quartal vorbei ist. Den Fehler hat der neue Ansatz nicht.



      Der Verwaltungsaufwand ist vor allem für Kleinkram unmäßig. Eine echte Kostensenkung wäre das Selbstzahlen für alles in Vorleistung verbunden mit einer jährlichen Selbstbeteiligung von ungefähr 1000 Euro. Das allein dürfte die Beiträge mindestens halbieren. Grundsatz meines lange verstorbenen Vaters: Man versichert sich nur gegen Risiken, die man nicht selbst tragen könnte. Also Gebäudeversicherung natürlich aber an Vollkasko habe ich seit meinem ersten Auto inzwischen wohl den Preis von drei Neuwagen gespart.

    • @Duplozug:

      In der idealen Welt lässt mensch dem Körper auch mal die Chance, es einfach von selbst auszukurieren, geht aber auch zeitig zu Arzt, Apotheker w/m/d, wenn das besser ist.



      Und dort blockieren überbesorgte wie überprofitable Privatpatienten nicht die Fach- und Allgemeinmediziners für die Bedürftigen.

      Arzt/Ärztin ist ein eigentlich erfüllender und abwechslungsreicher Beruf. Wie bei anderen Studiumsberufen darf dabei die lange Ausbildungszeit da gerne insgesamt auch finanziell kompensiert werden. In die Schweiz gehen diejenigen aber weniger wegen des Gelds, sondern eigentlich wegen Brüllhierarchien hier, Bürokratie und sturen Arbeitszeit-Überziehungen.

    • @Duplozug:

      "Über andere Reformen im Gesundheitswesen sprechen: Budget- und Honorarkürzungen bei der Ärzteschaft etwa".



      Das verstehen Sie also unter Hetze gegen die Ärzteschaft.



      Bitte erstmal etwas abrüsten. Bei einer etwaigen Gesundheitsreform gehört alles auf den Tisch: Arzneimittelpreise, Mehrfachbehandlungen, Ineffiktivität, und ja, auch Arzthonorare.

    • @Duplozug:

      Die Forschung? Doch nicht die der Pharmakonzerne? Die Kosten dort betragen gerade mal 25% der Ausgaben für Werbung! Immer wieder fallen Zeitgenossen auf diesen zwar geschickten, doch miesen Ablenkungsversuch herein. Niemand aus dem politischen Spektrum wagt es, die Konzerne in die Pflicht zu nehmen, das schadet der eignenen Karriere.

    • @Duplozug:

      Stimmt schon, aber hat das nicht auch mancherorts damit zu tun, dass schlicht normale Arztpraxen fehlen, bzw wenn vorhanden, "keine Neupatienten aufnehmen" und die Altpatienten wochenlang auf einen Termin warten lassen? Natürlich sollte ich nicht wegen jeden Husten in die Notaufnahme gehen, aber wenn ich den dann mangels Termin sechs Wochen herumschleppe, bis daraus eine Bronchitis geworden ist, ist auch niemandem geholfen.

  • Weniger Geld für Ärzte? Klingt recht pauschal. Keine Ahnung, was ChefärztInnen an Kliniken so verdienen, aber bei den niedergelassen ÄrztInnen sieht es vermutlich anders aus, wenn ich mir so anschaue, wie viele Praxen in meinem "Großraum" geschlossen werden.



    Und alleine ich habe in meinem Bekanntenkreis zwei Ärzte, die das Land verlassen haben (Schweiz und Australien) und von deutlich besserer Bezahlung sowie angenehmerem Arbeitsumfeld berichten.

  • "Denn während über die Praxisgebühr 2.0 diskutiert wurde, sprach kaum jemand über andere Reformen im Gesundheitswesen: Budget- und Honorarkürzungen bei der Ärzteschaft etwa."

    Na vielleicht weils in Zeiten von akutem Ärztemangel und zunehmender Abwanderung auch eine äußerst exklusive Idee ist? Deutschland verliert jedes Jahr mehr als 2000 Ärzte. Fällt mir schwer zu erkennen, wo da Honorarkürzungen eine sinnvolle Idee wären.



    Solange die Deutschen öfter zum Arzt gehen, als Menschen in allen anderen Ländern Europas und 70% der Ärzte noch aufs gute alte Faxgerät setzen, sehe ich Reformbedarf an ganz anderen Stellen.

  • Ich denke nicht, dass ein Weg daran vorbei führt, die Trennung in private und gesetzliche Krankenversicherung abzuschaffen. Es ist auch erstaunlich, dass die Empörung darüber, dass Kosten im Gesundheitswesen (strukturelle; Versorgung von Menschen, die keine Beträge zahlen können) über Gebühr von den gesetzlichen Kassen getragen werden, nicht größer ist.



    Außerdem häufen sich seit der Einführung der ePA auch die Berichte über Abrechnungsbetrug. Ein Familienmitglied von mir meldete so einen Fall der Kasse und diese reagierte kaum (vielleicht weil der Nachweis teurer ist als die sie Schadenssumme). Vielleicht sollte Herr Gassen dort ansetzen statt regelmäßig unsolidarischen Unsinn vorzuschlagen. Das würde ich vielleicht auch angehen bevor ich wie im Artikel vorgeschlagen an die Honorare der Ärzte gehe.

    • @Iguana:

      Die privat versicherten Patienten subventionieren sowohl im stationären als auch im ambulanten Bereich erheblich die Strukturen. Gäbe es 100% GKV Patienten wäre die Schieflage im Gesundheitssystem noch ganz anderes.

  • Was viele Patienten ja garnicht mitbekommen haben ist dass tausende Ärzte nicht mehr selbstständig sind sondern Angestellte der großen Gesundheitskonzerne.

    Die Praxen sind keine Arztpraxen mehr sondern "Medizinische Versorgungszentren".

    Das macht das System natürlich extrateuer weil nun noch ein Spieler mehr am Tisch sitzt der seine Prozente rauszieht.

    Die nötigen Weichen wurden schon vor zwanzig Jahren klammheimlich gestellt - und jetzt wird die Ernte eingefahren.

  • Eine einzige Krankenkasse in die "alle" einzahlen, währe ein guter Anfang. 94 gesetzliche Krankenkassen, plus die privaten Anbieter ist komplett bescheuert. Die Gesundheitsversorgung gehört auch nicht in privatwirtschaftliche Hände.