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Transformation der EnergieversorgungDer Todeskampf der fossilen Wirtschaft

Essay von

Claudia Kemfert

Die Energiewende ist nicht zu stoppen. Wer das leugnet, will von ihrem Scheitern profitieren. Erneuerbare Energie wächst schneller als alles andere.

Dystopien haben eine verführerische Logik. Sie entbinden uns von der Pflicht zur Entscheidung. Wer überzeugt ist, dass es zu spät ist, muss nichts mehr tun Illustration: Katja Gendikova

M anche Menschen meinen, die Lage sei ernst und hoffnungslos. Klimaberichte, die präziser werden und düsterer. Eine geopolitische Ordnung, in der Öl und Gas nicht nur Energiequellen sind, sondern Machtinstrumente, mit denen Kriege finanziert und Demokratien unter Druck gesetzt werden. Manche meinen sogar, die alte fossile Ordnung erlebe gerade ihren zweiten Frühling: Öl- und Gasdeals mit Autokraten, neue LNG-Terminals, die viel und laut beschworene Renaissance der Atomkraft, der betörende Ruf nach Brückentechnologien und wie als Echo darauf erschütternde Wahlergebnisse, die zeigen, dass ein erheblicher Teil der Bevölkerung lieber die Wirklichkeit wechselt als die Gewohnheiten.

All das führt zu einer fatalen Lähmung. Denn leider haben Dystopien eine verführerische Logik. Sie entbinden uns von der Pflicht zur Entscheidung. Wer überzeugt ist, dass es zu spät ist, muss nichts mehr tun. Und wer glaubt, die Fossilokratie, also jenes Geflecht aus fossilen Interessen, das nicht nur Märkte, sondern Gesetzgebung, Medien und außenpolitische Bündnisse durchdringt, sei eine Art göttlicher Wille, kann sich seiner Ohnmacht hingeben wie dem schlechten Wetter: unangenehm, aber nicht zu ändern. Welch ein Irrtum!

Denn die fossile Ordnung ist nicht stark. Sie ist laut. Das ist ein Unterschied. US-Präsident Donald Trumps Rückzug aus dem Pariser Abkommen, Präsident Javier Mileis Abwicklung des argentinischen Umweltministeriums, der russische Gaskrieg gegen Europa: Das sind keine Zeichen eines Systems in seiner Blüte. Das sind die Zuckungen eines Systems, das spürt, wie sein Fundament wegbricht. Raubtiere kämpfen am wildesten, wenn sie verlieren.

Claudia Kemfert

leitet die Abteilung Energie, Verkehr und Umwelt am DIW Berlin. Eben neu erschienen: „Kurzschluss – Wie wir unsere Energie­zukunft verspielen“ (Campus Verlag).

In Wahrheit erleben wir nicht den Triumph der fossilen Wirtschaft, sondern ihren Todeskampf, den Moment also, in dem ein tödlich verwundetes Raubtier noch einmal alles mobilisiert, was ihm bleibt: Zähne, Krallen, Gebrüll, Gewalt. Hinter der scheinbaren Blüte der Fossilokratie steckt kein geheimer Masterplan dunkler Mächte, sondern eine über anderthalb Jahrhunderte gewachsene Struktur: ein dichtes Geflecht aus Infrastruktur, Subventionen, politischen Routinen, Konzerninteressen und geopolitischen Abhängigkeiten.

Günstig, schlicht und ökologisch

Ein System, das sich selbst stabilisiert, auch dann noch, wenn es ökonomisch und physikalisch längst am Ende ist. Weil es Kriege, Desinformation und autoritäre Politik hervorbringt, um noch ein paar Jahre länger von der Beute der Vergangenheit zu zehren. Die fossilen Raubtiere verlieren. Und sie wissen es. Solarstrom ist heute die effizienteste Energiequelle, die die Menschheit je hatte. Günstig. Schlicht und ökologisch. China baut in einem einzigen Jahr mehr erneuerbare Kapazität auf als die Europäische Union in einem Jahrzehnt.

In Pakistan, einem Land, das man nicht zu den Vorreitern der Klimapolitik zählen würde, haben Solaranlagen innerhalb weniger Jahre die Abhängigkeit von teuren Gasimporten überwunden. In Deutschland gibt es Tage, an denen erneuerbare Energien mehr als hundert Prozent des Strombedarfs decken. Die Energiewende ist kein Versprechen. Sie ist eine Tatsache, die nur von denen geleugnet wird, die von ihrem Scheitern profitieren wollen.

Wie gelingt das? Durch eine Kurzschlussstrategie: Man „löst“ ein Problem mit den Mitteln, die es verursacht haben. Als Deutschland nach dem russischen Angriff auf die Ukraine über Nacht seine Gasabhängigkeit überwinden musste, baute es in Rekordtempo neue Flüssiggasterminals. Genau wie nach dem Ölschock der 1970er Jahre wechselte man die Lieferanten, nicht die Abhängigkeit. Das fossile System wurde nicht überwunden. Es wurde verlängert und mit neuen Verträgen abgesichert. So verständlich der Reflex, so widersinnig das Ergebnis.

Denn fossile Abhängigkeit heißt politische Erpressbarkeit – von Russland, von Golfstaaten, von globalen Konzernen. Dabei liegt das Geld für eine andere Energiezukunft längst auf dem Tisch. Es fließt nur in die falsche Richtung. Kreuzfahrtkonzerne zahlen keine Energiesteuer auf Schiffsdiesel. Kerosin ist steuerfrei. Fossile Subventionen übersteigen in Deutschland die Förderung der Erneuerbaren um ein Vielfaches.

Ängste sind unnötig

Man kann die Energiewende hassen und verzögern oder sie mögen und gestalten – aber wegdebattieren kann man sie nicht. Weltweit wachsen Wind- und Solarkapazitäten schneller als jede andere Form der Energieerzeugung. Wer heute noch behauptet, wir stünden am Anfang eines gefährlichen Experiments, verwechselt Ursache und Wirkung: Das Experiment war das fossile Zeitalter. Die Energiewende ist die Reparatur.

Die seit Jahrzehnten verzögerte Transformation hat Deutschland nicht geschützt, sondern geschwächt. China und Deutschland haben die Rollen getauscht: Das einstige Billiglohnland führt heute die Märkte für Solartechnik, Batterien und Speicher, während die stolze Made-in-Germany-Nation über Lohnkosten redet statt über Technologieführerschaft. Die Wärmewende ist ein Paradebeispiel für diesen Konflikt. Kaum ein politisches Projekt wurde in den letzten Jahren so aggressiv als Angriff auf das „Lebenswerk“ kleiner Hausbesitzenden geframt.

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Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten, linken Meinungsspektrums.

Dabei ist das Gegenteil richtig: Wer ein Haus besitzt, dessen Heizung an Öl und Gas hängt, sitzt buchstäblich auf einer Zeitbombe – nicht nur klimapolitisch, sondern ökonomisch. Preissteigerungen und Lieferkrisen treffen zuerst diejenigen, deren Wärmeversorgung fest an fossile Importe gekettet ist. Wärmepumpen, Dämmung und Quartierslösungen sind deshalb nicht der Abriss des Lebenswerks, sondern sein Schutz.

Die Fossilokratie weiß das. Und sie weiß, dass sie verloren hat, wenn sich diese Perspektive durchsetzt. Deshalb werden Ängste geschürt: vor Kosten, vor Technik, vor Bürokratie. Deshalb wird so getan, als ginge es um die Frage, ob die Heizungsindustrie überlebt, nicht darum, ob Menschen in zehn oder zwanzig Jahren ihre Häuser noch bezahlbar warm bekommen. Der Todeskampf des alten Systems vollzieht sich nicht im offenen Bekenntnis. Er tarnt sich als Verteidigung der kleinen Leute. Tatsächlich verteidigt er aber vor allem die Renditen derer, die an fossilen Lieferketten verdienen.

Soziale Gerechtigkeit durch Verkehrswende

Ähnlich verhält es sich mit der Verkehrswende. Wenn Debatten auf „Verbrenner gegen E-Auto“ verengt werden, wirkt das wie eine technische Geschmacksfrage. In Wahrheit geht es um Demokratie und soziale Teilhabe. Mobilität entscheidet darüber, wer Zugang zu Bildung, Arbeit, Kultur hat, wie viel Zeit Menschen in Staus oder in überfüllten Bussen verlieren, wem der Straßenraum gehört. Ein fossil getriebener Verkehr zementiert eine Ordnung, in der Autoabhängigkeit zur Eintrittskarte ins gesellschaftliche Leben wird – und alle, die sich dieses Ticket nicht leisten können oder wollen, an den Rand gedrängt werden.

Die Menschen klammern sich nicht an den Verbrenner, sie kämpfen um ihre Zugehörigkeit zur Gesellschaft. Die Fossilokratie lebt von diesen Abhängigkeiten: Pendlerinnen, die ohne Auto nicht zur Arbeit kommen; Kommunen, deren Infrastruktur auf Durchgangsverkehr ausgerichtet ist; Industrien, die an Spritverbrauch, Asphalt und Parkflächen hängen. Wer Mobilität nur als Technikfrage diskutiert, überlässt diese Machtfrage denen, die von genau dieser Abhängigkeit profitieren.

Eine echte Verkehrswende – mehr öffentlicher Nahverkehr, sichere Radwege, kompaktere Städte, weniger Zwang zum Pendeln – ist deshalb immer auch eine Demokratisierungs- und Sozialreform. Sie nimmt Macht von Konzernen und Autokraten und gibt sie den Kommunen und den Menschen zurück. Auch dezentrale Energie ist mehr als eine technische Option. Sie ist eine Frage der Machtverteilung. Jede Solaranlage auf einem Dach, jedes Bürgerwindrad, jedes energieautarke Quartier schneidet ein kleines Stück aus dem Einflussbereich dieses verwundeten Raubtiers heraus.

Je weniger Energie durch wenige, hochkonzentrierte Knoten von Pipelines, Tankern und Großkraftwerken fließt, desto weniger Hebel haben diejenigen, die diese Knoten kontrollieren. Die viel beschworene „Energiesouveränität“ ist kein nationalistisches Projekt, sondern ein demokratisches: Sie entsteht dort, wo viele Menschen gemeinsam über die Infrastruktur verfügen, von der ihr Alltag abhängt.

Aber der größte Kurzschluss ist und bleibt, den Todeskampf der Fossilokratie für das eigene Sterben zu halten, für etwas Unabwendbares, dem wir ausgeliefert sind wie einer höheren Macht. Unser Problem ist nicht die Ohnmacht. Es ist die Frage, die wir stellen. Nicht „Schaffen wir es noch?“, sondern „Was genau hält uns auf?“. Und dann bemerken, dass die Antwort keine Naturgewalt ist, sondern eine politische Entscheidung. Wendepunkte gehorchen einer anderen Logik als Kipppunkte im Klimasystem.

Sie sind nicht vorherbestimmt. Sie entstehen, wenn genug Menschen aufhören zu warten und anfangen zu handeln. In Bürgerenergiegenossenschaften. Bei kommunalen Entscheidungen und der Wahl von Heizung, Auto, Stromtarif. Nicht weil eine gute Tat die Welt rettet, sondern weil sie Teil einer Bewegung wird, die größer ist als die Summe ihrer Teile. Das Gegenmittel gegen die Lähmung ist nicht Optimismus als Gefühl. Es ist Handeln als Entscheidung. Die Energiezukunft ist offen. Offen bedeutet: unentschieden. Unentschieden bedeutet: Es liegt an uns.

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81 Kommentare

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  • Was dieser Fossilokratie Beitrag nicht adressiert, dass diese Aggressor Horde von Männern, die die Welt über alle Fronten, Schützengräben hinweg verbrennen, s. gleichnamiges Buch Christian Stöckers 2024, seit 150 Jahren die Welt im permanenten Kriegszustand halten, mit Beginn der Urkatastrophe 20. Jahrhunderts 1. Weltkrieges, Waffenbrüderschaften zu monetarisieren, asymmetrische Verhältnisse von Gläubiger, Schuldner über Generationen durch ein Kredit Karussell zu zementieren, damit Verhandlungsfrieden zu sabotieren, das Konstrukt bedingungslose Kapitulation favorisiert auf Siegfrieden setzen im Freund-Feindschema oder unterzugehen, mit der Folge, dass sich Kriege weg von ihren Anlässen löse, Kriege zu verlängern über Erschöpfung von Kriegsparteien Ressourcen unter Propaganda "Feiert Krieg, der Friede wird furchtbar sein, weil dann Kreditlinien implodieren, Kredite fällig werden, wie es Ex US Präsident Carter 2019 ausdrückt, dass die USA lange Öl-Welt Monopolist ihre Pol Position nutzen, seit Gründung 1776 nur 16 Jahre im Frieden lebten zur Kriegsnation wurden. Seit Club of Rom 1972 vom Ende Wachstums führt Fossilokratie Krieg gegen nachhaltige Energie Beginn OPEC Beschluss 1973

  • Aber, aber, das ist doch kein "Todeskampf der fossilen Wirtschaft". Bei der fossilen Wirtschaft geht es doch immer weiter aufwärts wie man hier sieht:



    ourworldindata.org...?time=1960..latest



    Kohle, Öl und Gas nehmen im Verbrauch schließlich immer weiter und ungebremst zu!



    Klar, die EE haben auch enorm zugelegt, aber nicht zuungunsten der fossilen Energie sondern nur ergänzend.

  • Wir können offensichtlich nicht mehr einfach eine Entwicklung hin zur Zukunft mit Maß und Vernunft und zuversichtlich Gestalten. Es muss mindestens einen Todeskampf geben und nie ist irgendetwas schnell und groß genug, weil ja die Kassandraapokalyptiker permanent in Zuckungen verfallen. Anstatt reflektiert mit Plan einen Fortschritt zu planen und zu evaluieren und korrigieren wird halt der Kindergarten an der Ecke klimaneutral, aber die Stadtwerke verpulvern Millionen in Wasserstoffsuperbusse statt in Batterieelektrische. Angst und Aktionismus fressen halt Hirn.

  • Vieles richtig. Aber wie bei allen möglichst plakativen Darstellungen, gibt es eine Reihe von Schwachpunkten.



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    "Kreuzfahrtkonzerne zahlen keine Energiesteuer auf Schiffsdiesel." Stimmt. Ist aber sicher in D nicht das Hauptproblem, welches die Umstellung behindert.



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    "Das fossile System wurde nicht überwunden" [nach dem Ukraine Krieg]. Stimmt. Aber es war trotzdem nötig, Gasterminals zu bauen. Eine Umstellung auf Erneuerbare war in der Zeit D-weit sicher nicht zu schaffen.



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    [Verkehrswende mit] "kompaktere Städte, weniger Zwang zum Pendeln". Vielleicht erstrebenswert. Aber das ist, wenn es einen gesellschaftlichen Konsens dafür gibt, ein äußerst langfristiger Prozesss, den man der heutigen Politik nicht anlasten kann.



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    und noch einige weitere Punkte, die einfach nur plakativ sind, aber nicht ansatzweise reflektiert werden. Wie zB " Konzerninteressen und geopolitischen Abhängigkeiten" bzgl der Fossilen. Nun, seltene Erden machen genauso abhängig und glaube keiner, dass es ohne Konzerninteressen abginge.

    Wie wärs mit einer Entlastung der Strompreise? Und sei es so ähnlich wie in Australien: 3h mittags im Sommer gibt es Strom kostenlos.

    • @fly:

      Zu den Kreuzfahrtfehlern gesellt sich ja noch die versteckte Bezuschussung von Fliegen und Autofahren.



      Gasterminals hätten mit zwei über dem Durst auch gereicht (zwei, um es Putins Saboteuren schwer zu machen), und ansonsten, wie ja schon vorgedacht, so schnell raus wie irgendmöglich.



      Wer Pendelpauschalen sogar erhöht (statt sie umzudrehen und die Belastung von Straßen und Umwelt angemessen zu besteuern), ist sehr wohl für Zersiedlung mitverantwortlich.

      Auf niedrigere Strompreise statt Spritmätzchen ließe sich dabei wohl einigen, wobei auch da weniger Verbrauch besser ist als viel Verbrauch. Für den eleganten Australien-Move müssten wir freilich erst mal den Rückstand bei Smart-Metern ausbügeln. Der ist hierzulande deutlich.

  • Ich bin ein Fan von Ihnen.



    Die Verschleppung und Unvollständigkeit der Transformation fällt uns nun auf die Füße. Wäre das Thema vor 40 Jahren konsequent angegangen worden, hätte man jetzt weniger Kosten und Umsetzungsprobleme durch mangelnden Netzausbau.

  • Info zur vollständigen Elektrifizierung: Mit den groben 2024er Durchschnittswerten müsste Deutschland die heutigen 190 GW Erneuerbare etwa vervierfachen auf rund 800 GW Gesamtleistung. Jeder weiß, wie es um die Akzeptanz von Windrädern und PV-Anlagen stehen.

    • @JanD:

      Seien Sie doch so nett und rechnen Sie gerade überschlägig den Speicherbedarf aus um sagen wir 2 Wochen Dunkelflaute zu überbrücken. Das Ganze bitte auch in Bezug auf den Primärenergiebedarf. Vielleicht auch noch die Anzahl der notwendigen PV- und Windanlagen wenn man nach 2 Wochen Dunkelflaute nur 2 Wochen bis zur nächsten Dunkelflaute hat. Dazu überschlägig die Kosten für den Ausbau des Energieverteilungsnetzes nebst Maßnahnen zur Netzstabilisierung. Dazu ein realistischer Projektzeitplan. Aber hey, die Klimaneutralität steht ja im Grundgesetz. Dann muss das ja klappen.

  • Die fehlende Wärmewende hat nichts mit der fossilen Lobby zu tun, sondern mit den trivialen und banalen Gegebenheiten im Wohnungsmarkt.



    Dabei stechen drei Gegebenheiten und eine Unüberwindbarkeit heraus die maßgeblich verantwortlich für das bisherige scheitern sind

    1) Die meisten privaten Einfamilienhäuser in ungedämmten Zustand werden von Menschen jenseits der 60 oder. 70 Jahren bewohnt.



    Um die Förderung zu bekommen muss ein Energieberater ein Gutachten erstellen was in Folge häufig umfassende Dämmaßnahmen erfordert sowie ein Austausch der Heizkörper zu Niedrigtemperatur Radiatoren.



    Wird dann noch eine Dachdämmung vorausgesetzt ist in bestimmten Bundesländern eine PV Pflicht zu erfüllen



    Im Ergebnis sind mehrere 20 bis 200 T€ zusätzlich zum Preis der Wärmepumpe zu leisten.



    Da die Förderung erst im Nachhinein bezahlt wird braucht man einen Zwischenfinanzierungskredit den die Banken fast immer ablehnen.



    Also kommt die Antwort ich lass alles wie es ist, lebe ja eh nicht mehr so lange.

    2.) Bei Vermietungen hat der Eigentümer die Kosten und der Mieter die Entlastung.



    Sanierunngskosten müssen auf die Miete umlegen kann passiert nix. Das teure Gas/öl zahlt der Mieter

  • Der Text wirkt ziemlich eindeutig: Die Energiewende sei längst entschieden und fossile Energien hätten keine Zukunft mehr. Ganz so einfach ist es aber nicht. Klar, erneuerbare Energien wachsen schnell – trotzdem hängt vieles davon ab, wie Politik und Gesellschaft handeln. Wenn Förderungen gekürzt werden, Genehmigungen ewig dauern oder der Netzausbau hinterherhinkt, kann sich der Fortschritt deutlich verlangsamen.



    Auch die Vorstellung, fossile Energien befänden sich im „Todeskampf“, ist etwas überzogen. Weltweit stammen große Teile der Energie weiterhin aus Öl, Gas und Kohle, vor allem in Ländern, die wirtschaftlich noch aufholen wollen oder stark von Industrie abhängen. Ein schneller Ausstieg ist dort oft gar nicht realistisch.



    Und dann ist da noch die soziale Seite: Für viele Menschen bedeutet die Energiewende erstmal hohe Kosten, etwa bei neuen Heizungen oder Sanierungen. Das kann schnell zur Belastung werden.



    Die Energiewende ist wichtig, keine Frage – aber sie läuft nicht von allein und bringt auch Probleme mit sich, die man ernst nehmen sollte.

  • Auch der Artikel verbleibt im Nebulösem und gibt einem "System"die Schuld am langsamen Vorankommen an der ökologischen Transformation der Wirtschaft. Menschen sind da nicht involviert und interesselose Ressourcen in einem größeren Spiel, dass sie angeblich nicht mit steuern.

    Auch diese Sicht führt in die gleiche "fatale Lähmung" , die uns von der Pflicht zur Entscheidung entbindet.

    Wenn Brückentechnologien abgelehnt werden und Planungen für ein morgiges Zudrehen des LNG-Gashans auf den Tisch kämen, würde man sehr schnell sehen, wie die Bürger ihre Lähmung sofort überwinden und dem ein "Nicht mit uns" entgegenschmettern.

    Wir, bzw. die Bürger, sind nicht gelämt. Das System arbeitet in unserem Interesse. Es soll sich ändern UND unseren weltweit mit am höchsten durchschnittlichen Luxus gewährleisten.

    • @Prinz Leonce vom Königreiche Popo:

      Wenn Sie meinen, Flüssiggas sei eine Brückentechnologie, dann erklären Sie vielleicht, wie man von der Technologie in einem vernünftigen Zeitrahmen weiterkommt. Die Infrastruktur legt die Energieströme auf Jahrzehnte fest. Wir erleben jetzt, was es heißt, daß Deutschland zweimal seine Erneuerbaren-Industrie zerstört hat.

  • Frau Kemfert befürwortet bekanntlich den sofortigen Ausstieg aus Kohle, Gas, Öl und Uran. Eine Erklärung dafür, wie der ohne Brückentechnologie funktionieren soll, bleibt sie schuldig, insbesondere wenn sie in problematisch vereinfachender Weise berechnet, dass die Stromspeicherkapazitäten überhaupt keinen Engpass für die Energiewende darstellten. (www.diw.de/de/diw_...rn_scheitern.html)



    .

    • @Jutta57:

      Danke für den Link.



      Endlich mal Zahlen. Auch wenn dieselben angesichts der konventionellen Speicherkapazitäten, die wir derzeit haben (z.B. 250 TWh Gasspeicher) und die zu ersetzen wären, absolut lächerlich sind.



      Kemferts Rechnung hört bei 80 % Erneuerbaren auf. Dass die erforderliche Kapazität ungefähr exponentiell anwächst, wenn es gegen 100 % geht, verschweigt sie.

    • @Jutta57:

      Den Nachweis, wo Claudia Kempfert den gleichzeitigen Ausstieg aus allen Fossil ab ca. gestern propagiert, gibts leider ned. (Mal davon ab ist der verlinkte Artikel von 2018 und der Fortschritt bei Speichern seitdem spricht eher für Frau Kempfert und ihre Co-Autor*innen.)



      Meckern sollte mensch lieber über das Abschieben der Verantwortung des Versagens der Politik auf das Individuum.

  • Es ist ein ökologischer Offenbarungseid: Während die Klimakrise eskaliert, agiert Katharina Reiche als Lobbyistin einer untergehenden Welt. Dass eine ehemalige Spitzenpolitikerin den Ausbau regenerativer Energien durch fossile Nostalgie sabotiert, ist ein Schlag ins Gesicht der nächsten Generation. Wer das Märchen von der Unverzichtbarkeit fossiler Strukturen predigt, schützt nicht die Wirtschaft, sondern die Renditen jener Konzerne, die uns in die Abhängigkeit von Despoten geführt haben.



    ​Diese Sabotage ist kein Realismus, sondern gefährlicher Stillstand. Erneuerbare sind die einzige wahre Freiheitsenergie. Sie machen uns unabhängig von Öl-Diktaturen und Gas-Erpressern. Wer wie Reiche die Lunte an die Energiewende legt, verspielt die industrielle Zukunft. Wir brauchen keine „Brückentechnologien“ ins Nichts. Wer die Sonne ausbremsen will, steht auf der falschen Seite der Geschichte. Reiches Kurs führt direkt in den energetischen Bankrott!

  • Schöne Belletristik.



    Das Bild ändert sich aber schon, wenn man sich an Habecks Suche nach "Wasserstoffpartnerschaften" (u.a. in der Golfregion!) erinnert. Soviel zur lokalen Energieautarkie.



    Ja, die Erneuerbaren boomen, und das ist auch gut so. Das tun sie allerdings nur solange, bis ca. 50 - 60 % erreicht sind. Ab dann werden Fragen wie Netzstabilität und Speicher kritisch, die man bis dahin den Fossilen überlassen konnte.



    Solange Frau Kemfert sich noch nicht einmal bemüßigt fühlt, den Speicherbedarf und seine Kosten zu benennen, kann ich sie nicht ernst nehmen.



    Schreibe ich auf einem Schleppi, der von mir noch nie etwas anderes als Solarstrom bekommen hat, in einem solarautarken Haus.

    • @sollndas:

      Erst konnten die Netze nicht mehr als 2% Erneuerbare verkraften. Dann 20%. Jetzt sind Sie bei 50 bis 60%, wo Deutschland schon ist. Selbstverständlich müssen sich die Netze entwickeln. Das passiert schon.



      Ich bin gespannt, wo Sie die Grenze ansetzen werden, wenn Erneuerbare bei 80% sind. Gewiß fällt Ihnen da auch etwas ein.

      • @Kahlschlagbauer:

        Sie geben sich anscheinend redlich Mühe, mich misszuverstehen.



        2% konnten die Netze vertragen, 20% auch. Da konnten die Fossilen die Schwankungen noch problemlos wegpuffern.



        Oberhalb 50-60% wird das zunehmend schwieriger und teurer.



        Mit Gottvertrauen und Milchjungen/mädchenrechnungen ist der Speicherbedarf nicht zu decken.

  • "Die Angst ist unnötig"

    Ein sehr guter Essay, wohl als Weckruf für die deutschen Gedacht.

    Habe ich längst aufgegeben im Land der Ingenieure mit heimischen Publikum über erneuerbare Energien zu diskutieren, zuviele "aber" und Vorbehalte aufgrund mangelnder Erfahrungen.

    Zeigt schon die Diskussion hier um Speicherkapazitäten, die nicht der ausschlaggebende Faktor sind.

    Bei uns in Norwegen erzeugen wir 80% des Strombedarfs mit Wasserkraft. Die Kapazitäten sind aufgrund der Speicherseen theoretisch unbegrenzt. Das Gegenteil trifft auf das europäische Stromnetz zu. Die Einspeisungen über Link sind limitiert, was dazu führt, das im Winter wenn der Anteil an Solarenergie zurückgeht vermehrt auf andere Energien zurückgegriffen wird.

    Norwegen ist jetzt schon der größte Stromexporteuer für Europa und speichert auch in seinen Pumpkraftwerken Überkapazitäten vom Kontinent. Das ließe sich alles noch ausbauen, nur leider gibt es in Deutschland keine Konsenspolitik sondern nur Interessengruppen. Bei einer derartigen Konstellation würden wir in Norwegen auch heute noch unser eigenes Öl und Gas zur Stromerzeugung verbrennen und E Mobilität wäre für uns wahrscheinlich ein Fremdwort.

    • @Sam Spade:

      Diese 'das geht nicht, weil x, y, oder z' Einstellung ist in den Kommentaren gut reflektiert.

  • Der Einschätzung stimme ich zu. Offensichtlich trübt Profitsucht deutlich den Verstand und hemmt verantwortungsvolles Handeln. Durch Drehtüreffekte und Lobbyismus landen Vertreter der Fossillobby immer wieder in entscheidenden Ämtern. Auch hat die Branche extreme finanzielle Ressourcen, die es ihnen erlaubt, Medien-Kampagnen zu fahren und tendenziöse Studien zu finanzieren, die den Klimawandel permanent in Zweifel ziehen und, wie die Autorin schreibt, in Bezug auf Nutzen und Kosten desinformieren.



    Ein sehr trauriger Trend unserer Zeit, in der Wahrheit und Recht vom Stärkeren bestimmt werden. Dem kann man nur mit Integrität, Unbestechlichkeit, gesunder Abgrenzung und eigenständigem Denken begegnen. Die Erneuerbaren wachsen glücklicherweise aus einer „Grass Root“ Bewegung heraus, weil es noch ein paar dieser Menschen gibt.

  • Ich bin sehr froh über diesen Artikel, denn es ist einfach notwendig, immer wieder den Argumenten gegen die Energiewende auf wissenschaftlicher Grundlage zu begegnen und den Menschen, die dafür die Möglichkeiten und die Zeit nicht haben, zu zeigen, wer die Energiewende angreift und verhindert und warum. Auch die Diskussion zeigt, dass immer mehr Menschen verstehen, dass der immerwährende Anstieg der Energiepreise, den sie verkraften müssen, durch Maßnahmen gegen die Energiewende und die Beibehaltung etablierter Strukturen zur Profitsicherung der fossilen Energiewirtschaft verursacht wird. Im Vergleich mit entsprechenden Diskussionen vor einem oder zwei Jahren zeigt sich, dass die Logik fundierter wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Ansichten einer gebildeten Gesellschaft Eingang finden kann und sich (hoffentlich) vernünftigere Strategien als die gegenwärtigen durchsetzen können. Ich bin sehr froh, dass Frau Kemfert und ihre Kollegen so erfolgreich daran arbeiten.



    Ich verstehe allerdings nicht, warum Frau Reiche sich berechtigt fühlt, das DIW zu ignorieren und statt dessen Steuergelder an privatwirtschaftliche Institute zu verschwenden. Darf sie das als "Volksvertreterin"?

  • Wäre eine -nicht mehr zu vermeidende- Ölknappheit (Iran ist da nicht zu besiegen, da hat sich Trump verkalkuliert) nicht einmal ein Anlass, darüber nachzudenken, ob wir generell so weiterleben wollen und nicht zumindest einmal versuchen, das 'Zuviel' in unserem Lebensstandard zu überdenken und einzuschränken (und wenn es 'nur' dazu dient, 'unsere' ökonomische Abhängigkeit zu reduzieren): Zu viele Autos, die unsere Strassen und Brücken kaputt fahren, so dass kein Staatshaushalt den Ansprüchen der Autofahrenden gerecht werden kann, insbesondere, wenn sie von Automaten hergestellt werden und Arbeitsplätze entfallen, die den Mitmenschen erst erlauben, sich diese Fahzeuge leisten zu können. Brauchen wir zum reinen Überleben (schmutzig hergestellte) 'seltene' Erden. Wen dienen denn die ganzen so aufwändigen Technologien, die Menschen ersetzen ? Weniger ist mehr, wenn wir auf überflüssigen Luxus verzichten lernen, den sich eh' immer weniger Mitmenschen leisten können....

  • Man sollte mal hinter die schönen Worte und das tolle "mindset" gucken. Da ist nämlich auf Seiten der erneuerbaren eine riese Subventionswirtschaft entstanden, die sich daran klammert.

    Ich bekomme weiterhin 40 Cent/kWh für meinen PV-Strom. Sinn hat das noch nie gemacht.

    Niemand baut aktuell ein Windrad ohne die Sicherheit des EEG.

    Keine der vielen komplett sinnlosen (auf Ackerflächen liefern sie zu Unzeiten Strom!) FreiflächenPV wird ohne EEG gebaut.

    Das Schimpfen auf K. Reiche kommt aus der Subventionslobby. Ihr "Endkampf" um sichere EEG-Kohle.

    Wir brauchen Speicher und Trassen und keine neuen Freiflächen PV und keine neuen WEA vorher! Auf jeden zweiten Hügel muss ein Pumpspeicherkraftwerk - aber dann schimpfen die örtlichen Grünwähler und NABU-Ortsgruppen.

    Das "Mindset" von Frau Kempfert bringt uns nicht weiter. Es ist von gestern.

    • @Otto Mohl:

      Subventionen sind gut, wenn die an Fossile gehen.



      Subventionen sind schlecht, wenn sie an Erneuerbare gehen.

      • @Kahlschlagbauer:

        Und Ihre Antwort geht komplett am Kommentar vorbei.



        Weder wurde behauptet, daß Subventionen für fossile Energie gut wäre, noch, daß Subventionen für erneuerbare Energie schlecht wäre.



        Ganz im Gegenteil, die erwähnten Pumpspeicherkraftwerke sind doch eine sinnvolle und notwendige Ergänzung zur Nutzung regenerativer Energie.



        Warum legen Sie dem Foristen absichtlich falsche Worte in den Mund?



        Glauben Sie wirklich, daß sei ein konstruktiver Beitrag zur Diskussion?

  • Ich frage mich, warum niemand darauf kommt, festzustellen, dass wir über unsere Verhältnisse leben mit unserem fossilen 'Bedarf', dem Verbrauch an Rohstoffen und in der Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums. Und gleichzeitig die Frage zu stellen nach dem tatsächlichen 'Bedarf' in einer Zeit, in der uns immer mehr quasi 'unverzichtbare' Bedürfnisse industriell aufgezwungen werden, die uns aber immer 'abhängiger' machen von Öl, Solarpaneelen, 'seltenen' Erden (die gar nicht so selten sind, sondern der Abbau ist dreckig und teuer, was man lieber China überlässt) . Das liegt daran, dass der technische Fortschritt -ausgelöst durch Kapitaleinsatz und know how- in den Händen von Geschäftemachern ist und nicht einer (noch zu bildenden) 'demokratischen' Öffentlichkeit allein dient. Das Primat der Wirtschaft über die Politik verhindert, dass der hauptsächliche Sinn ökonomischen Handelns ALLEN zugute kommen kann. Es stellt sich die Frage nach dem Fortschritt einer überquellenden PKW-Produktion, deren Folgen kein Staat finanzieren kann oder weltumspannenden Flugreisen, die das Klima zerstören. Und das alles in Zeiten, wo 'Arbeitende' durch Maschinen uns Roboter ersetzt werden (müssen?).

  • Korrekte Analyse, schön auf den wunden Punkt gebracht.



    Jetzt noch konkrete Handlungsweisen, wie wir jedes Jahr 5% weniger CO2 emittieren und Betonkopfmentalitäten auflösen, was der schwierigste Punkt sein wird. Inhaltlich braucht man da leider gar nicht kommen, weil das "dagegen sein" die Motivation scheint.

  • "Die Energiewende ist nicht zu stoppen. "



    .



    Natürlich nicht.



    .



    Bereits jetzt sind Wärmepumpen die billigste Lösung. Eben deswegen muss die Förderung nicht dorthin fließen sonder in die energetische Gebäudesanierung.

    • @Prinz Leonce vom Königreiche Popo:

      Die Senkung des CO2-Ausstoßes ist am größten, wenn Wärme nicht mehr durch Verbrennung bereitgestellt wird. Also durch Wärmepumpen. Das geht am schnellsten. Bessere Dämmung kostet mehr und dauert länger. Das sollte ein zweiter, vom ersten unabhängiger Schritt sein.

  • Vielen Dank für den Artikel! Mittelfristig wird der allergrößte Teil der Energie erneuerbar sein. Wir werden zum Beispiel beim Lastenverkehr eine extrem dynamische Elektrifizierung sehen in den nächsten Jahren. Spediteure sorgen sich nicht um den „Sound“ ihrer LKW, sondern einzig um den Preis. Und der liegt elektrisch ca. bei 1/3 pro 100km. Hier ist auch die deutsche Industrie erstaunlich gut aufgestellt. Wenn wir jetzt noch Zellfertigung hinbekommen, wird das eine richtige Erfolgsgeschichte.

  • Dass fossile Energie bald nicht mehr notwendig ist oder nicht mehr gebraucht wird, halte ich für ein Märchen. Der Angriffskrieg gegen den Iran zeigt doch deutlich, dass ganze Kontinente in nur wenigen Tagen fast zusammenbrechen, wenn die Lieferungen ausbleiben. Und auch bei uns wäre außer den Stunden um die Mittagszeit nicht viel los mit den erneuerbaren Energien. Ohne Grundlast, egal ob aus Atom, Kohle, Öl oder Gas läuft nichts. Der Blackout in Spanien und Portugal hat doch gezeigt, dass nur mit Hilfe gigantischer Strommengen aus der Atomenergie, der aus Frankreich hineingepumpt wurde, das Netz wieder stabilisiert wurde. Erneuerbare Energien sollten genutzt und ausgebaut werden, sofern sie kostengünstiger sind, sofern sie stabil die notwendige Energie liefern und vor allem die ausreichend notwendige Energie liefern, zu jeder Stunde am Tag und in der Nacht. Tun sie das nicht, brauchen wir die fossile Energie oder bitte Atomstrom.

    • @Pico :

      Das ist schlicht falsch.



      Der Blackout in Spanien hatte niichts mit dem Erneuerbaren-Anteil zu tun, sondern mit schlechter Steuerung und Koordination. Können Sie in dieser Zeitung nachlesen. Und nicht einmal die verbohrtesten fossilen Jünger reden noch von Grundlast. Es gibt nur Angebot und Nachfrage, die miteinander in Übereinstimmung gebracht werden müssen. Ihre Information ist etwa 20 Jahre alt.

    • @Pico :

      „Der Angriffskrieg gegen den Iran zeigt doch deutlich, dass ganze Kontinente in nur wenigen Tagen fast zusammenbrechen, wenn die Lieferungen ausbleiben."



      --



      Der Angriffskrieg gegen den Iran zeigt doch deutlich, dass ... - wir weg müssen von den Fossilen. Wegen Klimawandel u n d wegen der Abhängigkeit von den Lieferanten.



      P.S.: Der Wind weht - besonders auf der Nordsee - fast immer. Erneuerbar und ohne Atommüll.

  • Eine wichtige Methode der Beibehaltung der alten Energie- Ordnung war der Kampf der Anwohner gegen neue Stromtrassen. Die Nachwirkungen der Ablehnung der oberirdischen 500KV DC- Trassen erleiden wir gerade durch langsamen Ausbau der Erneuerbaren. Der Mangel im Netz ist die Super- Ausrede.

  • ... man kann gar nicht oft genug DANKE! sagen für so einen Text.



    Weiterverbreiten!

  • Vielen Dank, Frau Kemfert, für diesen Artikel. Sie sind so wunderbar sorgfältig und überlegt in Ihrer Wortwahl. Unsere Sprache formt auch unseren Mindset. Und Sie arbeiten damit. Es ist eine Freude Ihre Texte zu lesen.

    • @Christine Kurtscheidt:

      Zustimmung.



      Ja – die sprachliche Ausarbeitung fällt tatsächlich besonders ins Auge.



      Das macht das Lesen in gewisser Weise durchaus… interessant.

    • @Christine Kurtscheidt:

      Dem schließe ich mich ohne Einschränkung an.

  • Dass Frau Reiche jetzt schon zum zweiten mal auf fast groteske Weise ihr Zerstörungswerk fortsetzen kann macht schon etwas hoffnungslos. Zumindest für Deutschland.

  • Energetisch unabhängig zu werden ist absolut erstrebenswert. Um die Akzeptanz zu erhöhen muss jetzt dringend an der Preisgestaltung gearbeitet werden.



    D.h. weg vom "Merrit Order" Prinzip, nach dem momentan der Preis für erneuerbaren Strom durch die fossilen Energieträger (Gaskraftwerke) bestimmt wird, und dazu führt dass nicht die Verbraucher sondern die Energieanbieter finanziell profitieren.



    Darüber hinaus wird Öl allerdings weiterhin als Ausgangsprodukt für die Chemieindustrie benötigt werden.

  • Es wäre hilfreich, wenn auch die Merz'sche Lobbyregierung von diesen Entwicklungen Kenntnis nähme. Doch die sind so sehr ihren fossilen Auftraggebern verpflichtet, dass man darauf nicht hoffen kann. Da werden viel lieber die GRÜNEN verteufelt, die Ähnliches seit Längerem sagen - es ist ja auch unbequem....

  • Was mir noch eingefallen ist: In heissen Ländern wie China, Pakistan usw wird der Strombedarf tagsüber von den Klimaanlagen dominiert, Die laufen natürlich auf Maximalleistung wenn die Sonne am stärksten scheint, und die Solaranlagen können Strom genau dann liefern wenn er gebraucht wird. das macht Solaranlagen in diesen Ländern so interessant. In Deutschland sind es aber nicht die Klimaanlagen die den Verbrauch bestimmen.

    • @Gerald Müller:

      Das heißt, daß die Speicherkapazität erhöht werden muß.

  • Frau Kemfert, toller Text, aber leider nur ein Software-Update für eine Hardware, die gerade schmilzt. Der Essay feiert „grünes Wachstum“, als ob die Thermodynamik nur eine unverbindliche Meinung wäre. Faktencheck: 2% Wachstum bedeuten in 500 Jahren eine 20.000-fache Wirtschaftsleistung. Selbst mit perfektem Wirkungsgrad grillen wir den Planeten dann allein durch die Abwärme unserer (grünen) Maschinen. Marc Benecke würde sagen: „Time’s Up“.

    Das Problem ist der Algo: Ob die Elite nun Öl oder Lithium verbrennt, ändert nichts an der Statik der Macht. Wir brauchen keinen neuen Treibstoff für das Wachstums-Flugzeug, wir brauchen den Glitch im Code: Echte Demokratisierung u.a. durch das Losverfahren .

    Solange wir unser Steinzeit-Ego als „Vehikel“ nutzen, um Status durch Konsum zu simulieren, optimieren wir nur die Effizienz unseres eigenen Untergangs. Wahre Souveränität entsteht nicht durch das Solar-Modul, sondern durch den Würfelbecher bei der Gesetzgebung. Hören wir auf zu glauben, wir könnten uns aus der Physik „herauswachsen“. Parkt das Ego, beendet das Casino und wählt den Zufall. Alles andere ist nur grünes Make-up für eine Leiche.

    • @Joachim Schramm:

      Eine dekarbonisierte Wirtschaft, wenn sich sonst nichts ändert, braucht ein Drittel der Primärenergie, die jetzt verbraucht wird.



      Gegenwärtig werden zwei Drittel der Primärenergie als Abwärme verschleudert.



      Und die Elite verbrennt kein Lithium. Das Bisher verbrennt sie Öl, wie Sie auch. Das Lithium wird nicht verbrannt, sondern viele Male aufgeladen und dann rezykliert.

    • @Joachim Schramm:

      Wenn Sie diskutieren wollen, was wir gegen die Bedrohung durch die Profiteure fossiler Energien tun sollten, ist Ihr Beitrag sicher nicht ganz falsch, denn auch die Reduzierung des Energiebedarfs und damit des Materialbedarfs für die Energietechnik sind ein Gebot des Umgangs mit der Natur und Voraussetzung für eine erfolgreiche Energiewende. Aber Ihre pauschalen physikalischen Einwände sind damit noch lange nicht erklärt. Wenn es Ihnen aber um die gesellschaftlichen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Energiewende geht - das wird natürlich auf der Grundlage feudaler - ich glaube, Steinzeitmenschen waren da pragmatischer - Überzeugungen, Erkenntnisverweigerungen und Machtmissbrauchsstrukturen nicht funktionieren.

  • Ja, genau Solarparks statt Golfplätze.



    Mehr Forschung in Energiespeicherung, Feststoffbatterien, Feststoffwärmepumpen, energieeffiziente Elektronik.



    Und liebe Leute, solange Energie günstig zu haben ist/war (?) investiert in Dämmung (die Herstellung braucht nämlich Energie).

    • @Kurt77:

      Die Neuversiegelung in Deutschland wird immer noch in Fußballplätzen berechnet.

  • Ach, die alten Argumente ohne dass die tatsächlichen Probleme benannt werden. ja, es gibt Tage an denen die Stromerzeugung 100% des Bedarfs überschreitet. Aber es gibt auch Tage und Wochen in denen die Stromerzeugung aus Erneuerbaren weniger als 15% des Bedarfs deckt. Und natürlich die Nächte, in denen immer weniger als 50% aus Erneuerbaren kommt. Wo soll denn dann der Strom herkommen? Denn eine wirtschaftliche Speichertechnlogie für die hier benötigten Strommengen gibt es auch in absehbarer Zukunft nicht. Ganz abgesehen davon dass diese Speicher auch gefüllt werden müssen, es also eine ganze Menge mehr erneuerbaren Strom brauchen würde als tatsächlich auch verbraucht wird.



    Es hat keinen Sinn, eine "Fossilokratie" zu postulieren wenn die realen Bedarfsstrukturen die Nutzung von fossilen Quellen erzwingen. Eine Energiewende kann nur dann überzeugend vermittelt werden wenn die physikalische und technische Wirklichkeit die Grundlage bildet, Wunschdenken und das Weglassen von unangenehmen Tatsachen hilft hier nicht sondern schadet. Gestern war übrigens ein Artikel in der Welt "Französische Atomkraftwerke werden wichtiger für deutsche Stromnetz-Stabilität". Also kein Windstrom aus DK

    • @Gerald Müller:

      Ich antworte hier mal mit einem Zitat:



      Wir importieren 98% Erdöl und 95% Erdgas, aber wehe 3% des Stroms kommen aus Frankreich, dann ist das DER Beweis, dass die Energiewende scheitert und wir zurück zur Atomkraft müssen, dessen Uran zu 100% importiert wird.



      @ingwarpero.bsky.social

      • @Stinepizza :

        Auch dieses Argument muss man genauer betrachten, denn Jahresdurchschnittswerte sind hier durchaus irreführend. Strom muss zu dem Zeitpunkt verbraucht werden an dem er erzeugt wird. Der maximale stündliche Import beträgt bei Flaute und Nebel 30 bis 40% des Bedarfs, wobei die Hälfte des Imports aus AKWs kommt. Solange die Energiwende hier keine Lösung (ausser Habeck´s Gasktraftwerken) liefern kann, ist sie in der Tat Stückwerk.

    • @Gerald Müller:

      Na dann schauen Sie sich doch Mal die Preisentwicklung von 🔋 pro kWh in letzten 10-20 Jahren an.



      .



      Die technische Grundlage, um den Großteil zu dekarbonisieren, gibt es bereits. Und für den Rest gibt es auch eine Lösung, wenn der erste Teil geschafft ist.

    • @Gerald Müller:

      Ja man kann Jammern oder Machen.



      Die Union jammert und weint den Zeiten nach, in denen Atomstrom noch "sicher" war und Kohle kein Thema.



      So hat die Union in Zusammenarbeit mit der FDP bereits die deutsche Solarwirtschaft zerstört.



      Es geht allerdings auch anders:



      Durch die Gesetzgebung der Ampel wurde die Wärmepumpe im letzten Jahr zur meistverkauften Technik im privaten Heizungskeller.



      Parallel dazu gibt es angepasste Technik für Fußbodenheizung im Bestand.



      Der Staat hat es in der Hand, ob er AKWs auf dem Mond fördern will, oder Speichertechnologien für Regenerative.



      Hier läge die Hauptaufgabe für eine Wirtschaftsministerin, die offenbar nur den Lobbyinteressen ihres letzten Arbeitgebers folgt.

  • Großartiger Artikel, Frau Kempfert!



    Er ist geeignet, überall geteilt zu werden: bei den Amtsträgern, in den Parteien auf allen politisch-institutionellen Ebenen… um frischen Wind in die Köpfe und Herzen zu pusten!



    Ich starte sofort damit!

  • Zur Wahrheit gehört leider auch, dass im Sommer zwar zum Teil über 100% des benötigten Stroms durch Sonne erzeugt werden, wird im Winter nur eine einstellige Prozentzahl durch die Sonne erzeugt. Für diese "billige" Energiequelle sind daher riesige, teure Speicher oder eine parallel vorgehaltene (auch teure) Erzeugungskapazität erforderlich. Deshalb setzt China auf einen Energiemix und baut soviele Kernkraftwerke parallel zu den Erneuerbaren wie keine zweite Nation. 2025 betrug der Anteil der Solarenergie übrigens dort nur knappe 10% der Stromerzeugung, also wesentlich weniger als in D. Inwiefern Pakistan die Gasabhängigkeit überwunden hat, verstehe ich nicht. Nach den Zahlen von 2024 wurde Strom zu 24% durch Gas und 10 % aus Sonnenenergie erzeugt.

    • @Nisse:

      Die geplanten (nicht gebauten) Atomkraftwerke in China sind ein Bruchteil der jährlichen Zubaurate von Erneuerbaren. Die sind in punkto Speicher und Übertragung Jahrzehnte voraus.



      Und Pakistan? Dort haben die Leute, ohne Genehmigung und Behörden, im letzten Jahr 17 Gigawatt Solar auf ihren Dächern installiert. Deswegen hat Pakistan 25 Tanker mit Flüssiggas nach Qatar zurückgeschickt und die Vertragsstrafe bezahlt.



      Die Verhältnisse ändern sich gerade ziemlich rasch.

    • @Nisse:

      Wie soll eine extrem unflexible wie teure Energieform wie Atomkraftwerke besonders geeignet sein auszugleichen?



      Um Kernwaffen zu bestücken, sehe ich die Funktion von AKWs. Sonst war es eine Sackgasse, die uns Millionen Jahre Nachtwächterkosten beschert hat. Und zum Glück müssen wir ja darüber auch nicht mehr reden.

  • Frau Kempferts Kriegrethorik passt ja gerade zur Lage.



    Aber, wie üblich nicht nur bei Frau Kemfert, China als Vorbild der Energiewende zu feiern, ist völlig daneben. Ja, das Land baut Solar und Wind aus – aber eben nicht statt, sondern zusätzlich zur Kohle und Kernkraft. Das ist keine Transformation, sondern ein Parallelbetrieb aus fossil, nuklear und erneuerbar.



    Auch das Tempo wird oft falsch gedeutet: Ziel ist vor allem, „viel und günstige Energie“ bereitzustellen – für Industrie und Wachstum. Entsprechend sollen die Emissionen erst „um 2030 ihren Höhepunkt erreichen“. Heißt: Der CO₂-Ausstoß steigt weiter, statt wie in Deutschland und Europa zu sinken. In einem Jahr produziert China das 20fache an Co2 wie Deutschland, und ist Klimakiller No1.



    China baut also nicht nur erneuerbare Kapazitäten auf, sondern zugleich Kohle- und Kernkraftwerke zur Absicherung. Die Energiewende ist damit kein Klimaprojekt, sondern Teil einer industriepolitischen Strategie.

    • @Quantensprung:

      Ohne China gäbe es aber auch weltweit keine so schnelle Energiewende.



      .



      Und gerade China zeigt, dass EE unabhängig von Klimapolitik die Beste Wahl sind.



      .



      Die neuen Kohlekraftwerke sollen alte ersetzen und als Reserve dienen, ähnlich wie in Deutschland die Gaskraftwerke. Ob die jemals in Volllast laufen werden wird sich zeigen.



      .



      Grundsätzlich stimmt es, dass China erst 2030 reduzieren will, in der Realität sinkt/stagniert der Ausstoß bereits jetzt. China setzt traditionell eher niedrige Klimaziele und übertrifft diese dann.



      .



      Und neben Atom und Gas setzt China auch enorm auf Energiespeicher. Lithium, Wasserkraft, Luftdruck, Redux Flow, Schwerkraft. Vergleichen Sie Mal die Ausbezahlen in dem Bereich mit der EU.

    • @Quantensprung:

      Unsere Industriepolitik könnte sich ja auch darauf konzentrieren und dem Handwerk, mittelständischen Herstellern und den Dienstleistungsbereich mit einer konsequenten Energieewende einen ordentlichen Schub zu verleihen und ein wenig Aufbruch zu verbreiten.

    • @Quantensprung:

      China hat 2024 ca. 350 GW erneuerbare zugebaut. Die gesamte Planung für Nuklearenergie bis 2050 liegt bei max 120 GW. Was China also in den nächsten Jahrzehnten an Atomkraftwerken zubauen könnte ist eine Fußnote, wenn man es in den Kontext des Energiemixes setzt.

      Kohle und Kernkraft sind teurer als Sonne und Wind. Das ist Fakt und sorgt für zwingende Konsequenzen. Weswegen viele Experten davon ausgehen, dass China beim Zubau auf einen großen Teil der geplanten Nuklear- und Kohlekapazität verzichten wird.

  • Klar, der Strom kommt ja bekanntlich aus der Steckdose. Da bau ich mir Solarpanele auf das Dach, dann kann ich auf die Gasheizung verzichten. Zumindest im Sommer. Blöd nur, dass das im Winter nicht funktioniert und die Stromleitung vom Windrad auch nicht in mein Haus reicht. Wo soll denn der ganze Strom verlässlich herkommen? Keine fossilen Brennstoffe, keine Windenergie - dann kaufen wir doch lieber für viel Geld in den Nachbarländern ein...

    • @FraMa:

      "Klar, der Strom kommt ja bekanntlich aus der Steckdose. Da bau ich mir Solarpanele auf das Dach, dann kann ich auf die Gasheizung verzichten."

      Niemand, der sich ernsthaft für die Energiewende einsetzt, denkt so primitiv.

      Aber dieses Niveau der Diskussion bremst den komplizierten Umbau eines komplizierten Systems.

  • Danke für diesen hoffnungsvollen Artikel!



    Es liegt an uns:



    Photovoltaik Anlagen montieren,



    Autofahrten reduzieren,



    auf Fliegen und Titanic verzichten,



    auf ein EAuto sparen,



    Mittels Deutschlandticket sparen.



    Lobbyisten wie trump und Reiche einfach



    als mündige Bürger*Innen die Butter vom Brot nehmen



    und das Blut für Öl ablehnen.



    Das gute am Kapitalismus ist, dass Nachfrage das Angebot regelt.



    Werden nur noch Wärmepumpen nachgefragt, werden Öl- und Gasheizungen zum Auslaufmodell, egal ob die Union lieber Illusionen hinterherhängt .



    Die höhere Nachfrage nach klimaschonenden Produkten fördert den Wettbewerb. Dadurch sinken die Preise und es wird für mehr Menschen möglich, das klimafreundlichere Produkt zu kaufen.



    Wenn ein Krieg etwas Gutes hat, dann die Einsicht, was Abhängigkeit wirklich bedeutet.



    Es gilt, die Wirtschaftsministerin zu stoppen und den Umweltminister zu stärken.



    Jetzt wäre der Zeitpunkt wieder für das Klima auf die Straße zu gehen!

    • @Philippo1000:

      Der Kapitalismus basiert auf einer Marktwirtschaft, Angebot und Nachfrage. Viele Volkswirtschaften steigen um. Daher sagt der Foward Curve Ölpreis auch für das Jahr nach 2034 einen Preis von unter $60 pro Barrel voraus. Welche Energie werden die Menschen in den armen Ländern wohl wählen? Ich tippe, der weltweite Verbrauch wird nicht sinken. ;-)

      • @JanD:

        In Pakistan haben die Leute, ohne Behörden und Subventionen, im letzten Jahr 17 Gigawatt Solar auf ihren Dächern installiert. Daraufhin hat Pakistan 25 Tanker mit Flüssiggas nach Qatar zurückgeschickt.



        Aähnliches passiert in Afrika. Erneuerbare sind nicht nur billiger, sondern auch leicht und dezentral erhältlich.



        Natürlich aus China. Nicht aus Deutschland.

  • Nach dem Entzug fühlen wir uns vermutlich besser. Haben dann sehr viel Geld (an die Falschen) gespart. Machen wir also weiter mit dem klugen Ausstieg aus Fossil.

  • Dem kann ich voll und ganz zustimmen, Frau Kempfert. Wehren wir uns gegen die Shareholder der fossilen Industrien und fordern von der Politik eine Förderung dezentraler Energiewandler im System eines intelligenten Hybridsystems. Regenerativ versteht sich.

    All das wird aber nicht reichen. Dringend notwendig ist eine Abkehr von einem einseitigen Blick auf CO2 und Klimawandel. Was fehlt ist ein ganzheitliches Erfassen der übernutzten Ressourcen dieses Planeten. Blenden wir diese aus, so wird die Transformation hin zu regenerativer Energieversorgung mit ihren Kollateralschäden, die Probleme, die die Wohlstandsgesellschaften verursachen, nicht lösen.

  • Danke Frau Kemfert. Erneuerbare Energien sind Freiheitsenergien, die aber von unserer fossil verseuchten Gesellschaft verteufelt werden. Daraus kann im fossilen Endzeitkampf eine Erfolgsgeschichte werden, wenn sich nicht das Jammern des mächtigen fossilen Sterbens bei einer Mehrheit der Wähler durchsetzt. Der Feind des Wandels ist das noch gute Leben im Weiter so. Je länger das noch möglich ist, desto schwerer wird es, vor dem fossilen Abgrund noch rechtzeitig abzubiegen.

    • @Bauer Gerry:

      Ist die Frage mit Blick auf die Kipp-punkte nicht eher - Wie biegen wir vom Wirtschaftswachstum ab, denn - warum oder wie sollte das physikalische (thermodynamische) Problem exponentiellen Wachstums durch erneuerbare Energien gelöst werden?

      • @Joachim Schramm:

        Sie haben da ein gültiges Argument. Aber vergessen Sie nicht, daß eine dekarbonisierte Wirtschaft nur ein Drittel der Primäerenergie verwendet, die momentan verbraten wird.

  • Danke für dieses Essay. Erfrischend klug und kraftvoll ermutigend.

  • Ja, ja und ja!

    ABER die Anderen sind nicht nur laut,



    sie nehmen uns in die Pflicht ubs zu wehrem!

    Ukraine, Venezuela, Iran….

    In Deutschland öl haben alle gelernt zu maulen, als Scholz Kantler war…

    Jetzt haben wir nichts dagegen zu setzen.

  • genau!

  • Der Artikel beschreibt viele Dinge richtig. Aber der Abschnitt Soziale Teilhabe durch Abschaffung des Autoverkehrs geht an der Realität vorbei. Nimmt man den ÖPNV der Schweiz als anzustrebendes Ideal (oder das unrealistische Ziel es noch besser als in der Schweiz zu machen...) dann ist festzustellen, dass trotz dieser Randbedingungen der Anteil des Autos am Gesamtverkehr in der Schweiz immer noch 50% beträgt. Ausserhalb der urbanen Zentren wird ein Auto für sozialen Teilhabe offensichtlich gewünscht und benötigt. Eine gerechte - gleichverteilte- Teilhabe ist dann nur erreichbar, wenn individuelle Mobilität eingeschränkt wird, was demokratisch schwer durchsetzbar sein wird. Der Wunsch nach individueller Mobilität ist keine Frage des Antriebes oder eine "fossile Verschwörung" und bleibt auch mit dem meist vorteilhaften Elektroantrieb ein Resourcen- und Umweltproblem.

  • Auf dem Teppich bleiben



    Insgesamt toller Bericht, doch muss man auch ehrlich sein und die Probleme der "alternativen" Energien benennen. Ich habe eine große PV-Anlage auf dem Dach und eine thermische Solaranlage, fahre elektrisch, zu 80% mit Strom vom eigenen Dach . Doch ohne große Energiespeicher oder Kostengünstige Wasserstoffspeicherung nutzt die "Alternative" Energie leider nicht in den kalten und Windstillen Zeiten. Noch kommen wir nicht ohne fossile Energien aus, leider. Ist das Problem der Speicherung gelöst, gibt es keinen Grund mehr für fossile Energien.

    • @Hans Dampf:

      Hier ist das Problem. Wasserstoff hat sich als unwirtschaftlich rausgestellt. Und niemand hat da eine Antwort drauf.

      So bleibt es bei der Energiewende die die Grünen 1998 vor hatten. Die baute aber auf Erdgas.

      Und wenn es auch kein Erdgas gibt?

    • @Hans Dampf:

      In Fernwärmenetzen gibt es inzwischen in Dänemark erste Wärmespeicher, die 90% effizient sind über 6 Monate. Diese werden im Sommer mit PV Überschuss gefüllt und sorgen dann im Winter für Wärmeversorgung.

      Man gräbt dafür eine große Grube und legt sie mit Folie aus. Dann wird sie oben mit einer Isolierschicht bedeckt. Man nutzt dann sowohl das Speicherpotential des Wassers, als auch des umliegenden Bodens (von dort kommt nochmal 2-3mal so viel Speichekapazität, wie im Wasser vorhanden ist). Nach zwei bis drei Jahren erreichen die Anlagen dann den round-trip Wert von 90%.

      Natürlich werden wir deutlich mehr als 100% Peak Kapazität aufbauen müssen und sollten den Wind in den Fokus nehmen. Aber es ist Platz genug, es ist nur eine Frage des Willens.

      • @Jakob Repp:

        Fernwärme ist gut, ihr Vorschlag auch. Aber in ländlichen Gebieten, wo viele Orte keine 1000 Einwohner haben, ist Fernwärme nicht finanzierbar. Trotzdem ist es einer von vielen Schritten und somit gut.