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SPD-Generalsekretär zu Reformen„Milliardenerben machen sich aus dem Staub“

SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf fordert die Union auf, sich einer Reform der Erbschaftssteuer zu öffnen. Darüber verhandelt am Montag auch Karlsruhe.

Anna Lehmann

Interview von

Anna Lehmann

taz: Herr Klüssendorf, das Bundesverfassungsgericht verhandelt ab Montag über die Erbschaftsteuer. Was erwarten Sie?

Tim Klüssendorf: Ich gehe davon aus, dass das Gericht deutlich macht, dass die aktuelle Gesetzgebung gegen den Gleichheitsgrundsatz des Grundgesetzes verstößt. Besonders hohe Betriebsvermögen über 26 Millionen Euro werden durch die Verschonungsbedarfsprüfung im Erbfall häufig einfach steuerfrei weitergegeben. Oder anders gesagt: Wenn das Erbe hoch genug ist, müssen keine oder kaum Steuern bezahlt werden. Das ist extrem ungerecht.

Im Interview: Tim Klüssendorf

35, ist Generalsekretär der SPD und Sprecher der Parlamentarischen Linken in der Bundestagsfraktion.

taz: Diese Verschonungsbedarfsprüfung hat eine Große Koalition 2016 eingeführt, um sicherzustellen, dass auch Mehrfachmillionäre Steuern zahlen. Wieso hat das nicht geklappt?

Klüssendorf: Es hat nicht lange gedauert, bis diejenigen, die man erreichen wollte, gemerkt haben, dass man durch die Verschonungsbedarfsprüfung zum Beispiel mithilfe von Stiftungen und Family Offices die Erbschaftsteuer sogar komplett umgehen kann. Das Gegenteil vom gewünschten Ziel wurde also erreicht: Je mehr man hat, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit ist, dass man Steuern zahlen muss.

taz: Sie erwarten also, dass Karlsruhe diese Ausnahme für Betriebsvermögen moniert?

Klüssendorf: Ja, das ist meine klare Erwartungshaltung.

taz: Wenn Sie solche Ausnahmen für falsch halten, warum braucht es dann ein Gerichtsurteil, um zu handeln?

Klüssendorf: Aus unserer Sicht braucht es dieses Urteil nicht. Wir wollen die Erbschaftsteuer schon seit Jahren neu regeln und dafür sorgen, dass alle ihren gerechten Beitrag zahlen. Aber nicht alle haben diese Erkenntnis schon gewonnen und einige brauchen dafür möglicherweise noch die freundliche Unterstützung durch eine Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts.

taz: Das zielt auf die Union. Die meisten bei CDU und CSU, abgesehen vom Arbeitnehmerflügel, sehen keinen Reformbedarf. Oder sie hoffen, dass Karlsruhe die Erbschaftsteuer in Gänze moniert. Fürchten Sie, dass die Union dann auf eine Abschaffung drängt?

Klüssendorf: Die Erbschaftsteuer ist in unserer Verfassung fest verankert und ein fester Bestandteil unserer Wirtschaftsordnung. Sie ist das Instrument, was Leistungsgerechtigkeit in unserer Gesellschaft ermöglichen soll. Wenn Einkommen und Vermögen nicht mehr darauf zurückgehen, ob die Menschen dafür selbst etwas getan haben, sondern es nur noch darauf ankommt, aus welcher Familie man stammt, dann besteht keine Leistungsgerechtigkeit. Und das sehen wir in Deutschland besonders stark: Die meisten Menschen mit sehr hohen Vermögen haben diese vererbt bekommen und nicht mehr selbst erarbeitet.

taz: Die Stiftung Familienunternehmen, die enge Verbindungen zur Union hat, behauptet, dass die Hälfte der großen Unternehmen in Schwierigkeiten geriete, wenn sie 30 Prozent Erbschaftsteuer zahlen müssten.

Klüssendorf: Das ist eine Lobbyorganisation mit freundlichem Namen, die knallhart für die Interessen von Milliardenkonzernen und ihrer Erben steht. Es wundert mich also nicht, dass hier angestrengt versucht wird, Einfluss auf die politische Debatte zu nehmen. Um eines klarzustellen: Nicht die Unternehmen werden besteuert, sondern die Erben. Das ist ein wichtiger Unterschied. Unser Modell sieht zudem einen Freibetrag von 5 Millionen Euro für Betriebsvermögen vor, damit wären fast alle Handwerksbetriebe, die unzähligen selbst geführten Einzelhandelsunternehmen und zahlreiche Landwirtschaftsbetriebe komplett von der Erbschaftsteuer freigestellt. Die Erben großer Konzerne wollen wir aber, anders als es derzeit der Fall ist, endlich fair besteuern. Im Gegenzug können wir uns langjährige Stundungen vorstellen, die die Steuerlast auf viele Jahre verteilt. Wenn ein Erbe eines solchen Unternehmens dann nicht in der Lage ist, einen moderaten Betrag über zum Beispiel 20 Jahre abzustottern, dann gibt es dort wohl andere Probleme als die Erbschaftsteuer. Es sind ja sogar dutzende Unternehmerinnen und Unternehmer in den letzten Monaten an uns herangetreten mit der Bitte: Besteuert uns endlich!

taz: Wirklich? Wer sind diese Leute?

Klüssendorf: Vermögende Menschen, die wollen, dass unser Land nicht weiter auseinandergerissen wird. Wer den sozialen Zusammenhalt will, muss die Lasten endlich gerechter verteilen. Zum Beispiel der Unternehmer Sebastian Klein, der sich in der Initiative „taxmenow“ engagiert und wirklich eindrücklich schildert, warum die aktuelle Gesetzgebung zutiefst ungerecht und unsozial ist.

taz: Dennoch, für die Union sind Steuererhöhungen Gift. Die SPD hat gerade erst eine kleine Erhöhung der Reichensteuer durchgesetzt. Glauben Sie, dass die Union weitere Vorschläge akzeptiert?

Klüssendorf: Es geht ja nicht mal um Steuererhöhungen. Es geht darum, dass eine in unserer Verfassung fest verankerte Steuer überhaupt gezahlt wird. Wenn das Bundesverfassungsgericht die Ausnahmen von der Erbschaftsteuer für verfassungswidrig erklärt, dann gibt es keine Ausreden mehr. Dann muss auch die Union handeln. Außerdem bekennen sich CDU und CSU zur sozialen Marktwirtschaft und der Kanzler selbst hat neulich erst von Gerechtigkeitsproblemen gesprochen. Im Moment bekommen die Bürgerinnen und Bürger doch den Eindruck, diese Bundesregierung kürzt Transferleistungen und beim Sozialstaat, aber nimmt nicht endlich die Menschen in Verantwortung, die über all die Krisenjahre sogar noch enorme Gewinne eingesackt haben. Während Arbeit und Konsum hoch besteuert werden, machen sich Milliardenerben aus dem Staub. Das können wir so nicht mehr akzeptieren.

taz: Aber auch das SPD-Konzept würde laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung zunächst keine höheren Einnahmen bringen. Geht es bei der Reform vor allem um ein Symbol?

Klüssendorf: Nach unserer Berechnung kommen wir nur im ersten Jahr nach einer Reform auf Steuermindereinnahmen, da wir für die breite Mehrheit der Gesellschaft mit einem neuen persönlichen Lebensfreibetrag von einer Million Euro sogar die Steuer senken wollen und auch die Stundungsoption bei Unternehmenserben zunächst zu kleineren Beiträgen führt. Schon ab dem zweiten Jahr wachsen die Einnahmen schrittweise, nach einigen Jahren rechnen wir bereits mit einem zusätzlichen zweistelligen Milliardenbetrag, der den Bundesländern unter anderem zur Finanzierung von Schulen, Kitas und Polizei direkt zusteht.

Konfliktpunkte der Koalition

Die schwarz-rote Koalition streitet über mehrere große Reformvorhaben. Das CDU-Präsidium kommt deshalb am Sonntag und Montag zu einer Krisensitzung zusammen, um über den weiteren Kurs der Union in der Koalition zu beraten.

Rentenreform Die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren sorgt weiter für Zündstoff. Teile der SPD wollen daran festhalten. Die Union ist – bis auf einige Unions-Minsterpräsidenten – dagegen. SPD-Fraktionschef Matthias Miersch schlug neue Rentengespräche unter Einbeziehung der Länder und Parteifraktionen vor. Der Chef der Jungen Union, Johannes Winkel, lehnte dies am Sonntag ab.

Einkommensteuer Die Union will den Grundfreibetrag – also die Einkommensgrenze, bis zu der keine Steuern gezahlt werden müssen – noch weiter anheben als bisher im Gesetzentwurf von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) vorgesehen. Die SPD verweist auf fehlenden finanziellen Spielraum und lehnt Sozialkürzungen zur Gegenfinanzierung ab. Eine Reform der Erbschaftsteuer könnte ebenfalls zur Gegenfinanzierung dienen.

Pflegereform Die Koalition will zunächst die Ergebnisse einer Expertenkommission abwarten. Die SPD fordert eine stärkere Beteiligung der privaten Pflegeversicherung und eine Begrenzung der Eigenanteile Pflegebedürftiger. Die Union lehnt das ab

taz: Es gibt noch andere Reformen, die jetzt anstehen und bei denen sich Union und SPD streiten: Rente, Gesundheit. Pflege. Wäre es nicht sinnvoll, erst mal diese Baustellen abzuarbeiten, ehe man die nächste eröffnet?

Klüssendorf: Die Erbschaftsteuer beschäftigt uns in der SPD schon seit langer Zeit. In den Koalitionsverhandlungen haben wir sie bereits intensiv thematisiert, konnten uns aber zu dem Zeitpunkt nicht einigen.

taz: Eben.

Klüssendorf: Damals argumentierte der Koalitionspartner, man müsse das Urteil des Verfassungsgerichts abwarten. Das steht nun an. Jetzt ist also der Zeitpunkt, um die Erbschaftsteuerreform anzugehen.

taz: Denken Sie, die Union hat noch die Kraft und den Zusammenhalt, bei einem so schwierigen Thema über den eigenen Schatten zu springen?

Klüssendorf: Aus meiner Sicht steht die Union an einer Weggabelung und muss sich entscheiden: Will sie eine Kraft aus der Mitte der Gesellschaft sein, die das solidarische Miteinander in diesem Land schützt und die darauf achtet, dass Lasten gerecht verteilt sind. Oder will sie die Politik der FDP nachahmen, Klientelpartei für Wirtschaftsverbände sein und soziale Sicherungssysteme sowie Arbeitnehmerrechte schleifen, statt den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu organisieren. Wir sehen, dass diese Debatte in der Union bereits läuft. Diese Entscheidung muss sie jetzt, in diesen Wochen und Monaten, treffen.

taz: Gerade die CDU steht momentan vor mehreren Zerreißproben. In Sachsen-Anhalt haben ihre Abgeordneten möglicherweise für einen AfD-Landtagspräsidenten gestimmt. Auch Sie und die SPD müssten doch ein Interesse daran haben, dass die Partei einigermaßen stabil bleibt.

Klüssendorf: Ich bin nicht die Betreuungsperson der CDU. Das, was in Sachsen-Anhalt passiert ist, muss die CDU schnell aufklären und mit sich selbst ausmachen. Die Sozialdemokratie hat dazu eine klare Position.

taz: Mit Linken und Grünen sind Sie sich in Sachen Erbschaftsteuer ja einig. Und überhaupt in den meisten wirtschaftspolitischen Dingen. Freuen Sie sich eigentlich, dass in Berlin nun der Weg für Sondierungen mit der Linkspartei frei ist?

Klüssendorf: Ich habe immer noch Bedenken, ob die Linke in Berlin tatsächlich in der Lage ist, die Kräfte einzuhegen, die dort an einigen Stellen ausschließlich aktivistisch unterwegs sind und beispielsweise das Existenzrecht Israels infrage stellen. Eine rot-rot-grüne Koalition ist also kein Selbstläufer. Grundsätzlich brauchen wir verschiedene demokratische und natürlich auch wieder progressive Koalitionsoptionen. In Mecklenburg-Vorpommern entsteht zum Beispiel gerade eine solche Zusammenarbeit mit Linken und Grünen unter Führung von Manuela Schwesig, die mir Hoffnung macht.

taz: Wäre eine rot-grün-rote Koalition in Berlin auch ein Vorzeichen für den Bund?

Klüssendorf: Ob es im Bund eine realistische Option sein kann, das entscheidet sich nicht in der Berliner Landespolitik und auch eher nicht in der Wirtschafts- und Finanzpolitik, wo die angesprochenen Schnittmengen heute schon sichtbar sind, sondern am Ende an den grundsätzlichen außen- und sicherheitspolitischen Fragen.

taz: Friedrich Merz hat SPD und Grüne dazu aufgerufen, eine Linke Bürgermeisterin in Berlin zu verhindern. Hören Sie auf ihn?

Klüssendorf: Der Bundeskanzler und Bundesvorsitzende der CDU wäre gut beraten, sich auf seine Fraktionsmitglieder im Landtag von Sachsen-Anhalt zu konzentrieren. Die Wahl eines rechtsextremen Landtagspräsidenten mithilfe demokratischer Stimmen wirft erhebliche Fragen auf. Viele Menschen in Sachsen-Anhalt haben große Angst vor einer rechtsextremen Landesregierung. Die Union muss ihre Streitigkeiten in Sachsen-Anhalt jetzt schnellstmöglich klären und deutlich machen, dass sie mit keiner Stimme dazu beiträgt, den Rechtsextremen zu exekutiver Macht zu verhelfen. Nur wenn die demokratischen Parteien zusammenhalten, können wir den Rechtsextremen etwas entgegensetzen – und dazu braucht es die Union.

taz: Hat die schwarz-rote Koalition die Kraft, bis zum Ende der Legislatur durchzuhalten und die notwendigen Reformen auf den Weg zu bringen?

Klüssendorf: Sie muss die Kraft haben.

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80 Kommentare

  • Dude666

    Die SPD macht hier auf soziale Partei der Gerechtigkeit, setzt aber selbst auch in Regierung seit Jahren nicht die Anweisung des Verfassungsgerichtes um, die Vermögenssteuer wieder einzuführen. Hat Herr Klüssendorf etwa vergessen, dass hiermit immer und immer wieder das Grundgesetz missachtet wird.

  • Janix

    Kapital gibt es vieles. Auch mit KI ist Klugheit, ist auch menschliche Schläue begrenzt verfügbar.



    Sozial ist es, das arbeits-lose Einkommen Couponschneiden und Haben endlich auch mal wieder angemessen heranzuziehen. Wer "Leistung" hochhält, sollte Steuern auf Arbeit senken, gerade in den unteren Lohnkategorien, wo noch wirklich malocht wird. Und Steuern auf Erben, Kapitaleinkünfte, Vermögen wieder greifend machen.

  • Bromi

    Die Menschen, Firmen oder Stiftungen mit "großen Vermögen", die nicht in Deutschland bleiben wollen sollte man ziehen lassen.



    Wenn der Wegzug allerdings der Steuerumgehung dient und nur der Firmensitz oder der erste Wohnsitz verlegt werden, sollten sie vor dem Umzug Steuern bezahlen.

  • Gerald Kolb

    Diese Debatten um Erbschaftssteuer und "Gerechtigkeit" gehen weit über fiskalische Aspekte hinaus. Es geht um das Verhältnis von Privateigentum und das Zugriffsrecht des Staates darauf. Gleichzeitig ist dieses Thema - für mich beunruhigendes Zeichen dafür, dass unser Staat seinen eingegangenen Sozial-Verpflichtungen trotz massiver Schuldenfinanzierung nicht mehr nachkommen kann und zwecks Vermeidung von schmerzhaften Einschnitten unter dem vorgeschobenen Argument der Gerechtigkeit dazu auf die Vermögen seiner Bürger zugreifen will, weil muss. Die Masse der Bürger hat´s noch nicht verstanden und wird es erst verstehen, wenn es richtig schlimm kommt: Intern durch die am Ende unausweichlichen Folgen von Überschuldung und Geldentwertung mit allen wirtschaftlichen Folgen, von außen durch geopolitische Gefahren oder gar durch beides gleichzeitig. Demokratien sind präventiv leider schlecht. Ein Churchill fand bekanntlich erst Gehör, als die Not groß und schmerzhafte Einschnitte unausweichlich wurden. Bittere Pointe: Er wurde unmittelbar nachdem die größte Gefahr beseitigt war, im Juli 1945 noch vor Ende des II. Weltkrieges vom gleichen Volk, das ihm so viel zu verdanken hatte, abgewählt.

    • Janix

      @Gerald Kolb:

      Churchill war okay für den Krieg und Außenseiter genug, um da den glücklosen Chamberlain und den versnobten Halifax zu ignorieren.



      Er war, wie es die Wählerschaft wahrnahm, nicht derjenige für den Frieden und den dringend nötigen Aufbau danach, für die Reformen, den Wohlfahrtsstaat. Orwells "Wigan Pier" schreibt aus einer nüchternen oberen Mittelschichtsperspektive beißend, was davor in den 1930ern in den Kohleregionen abging. Lesen und schlucken.

      Gemeinsamer Grund: Ein Staat sollte sich nicht Zinsverpflichtungen ans Bein binden, wenn es nicht im Rahmen von Investitionen ist. Sonst droht u.a. Inflation als "Lösung".

      Der Staat sollte, meine Ableitung, also nur extrem selten Industriellen/Couponschneidern das Geld rüberschaufeln und auch von denen angemessen Steuern erheben. Im Bereich Fossil etwa.

    • Der eindimensionale Mensch

      @Gerald Kolb:

      Dieses Volk hat vor allem seinem Nachfolger bzw. der folgenden Regierung viele bis heute existierende Verbesserungen zu verdanken

      • Gerald Kolb

        @Der eindimensionale Mensch:

        Die Nachfolger hätte es ohne C. kaum gegeben. Die Nachfolger (Labour) haben für die "working class" Sozialleistungen erwirkt aber auch erhebliche wirtschaftliche und monetäre Probleme produziert.

  • Thüringer

    Vor einiger Zeit gab es eine Doku über den Zweck von "Familienstiftungen" (=Steuer-Vermeidungs-Modell)



    Ein prominenter Steuerberater hat es in diesem Bericht sehr klar ausgesprochen:



    "Die Erbschaftssteuer ist eine DUMMENSTEUER !!!"



    Mehr muß man dazu nicht sagen !!!

  • Pfennig

    Erbschaftssteuer und auch eine Vermögenssteuer sind Substanzsteuern. Es geht darum, bereits versteuertes Einkommen, das nicht schnell genug ausgegeben wurde sondern durch Konsumverzicht angespart wurde, ein zweites mal zu besteuern. So soll Einkommen möglichst schnell dem sofortigen Konsum zugeführt werden, es fehlt dann bei der Finanzierung von Investitionen. Kurzfristiges denken gewinnt gegenüber langfristiger Planung.

  • Querbeet

    Die Erbschaftssteuer ist grundsätzlich ungeheuerlich. Was vererbt wird, wurde schon zig-fach besteuert. Im Todesfall langt der Staat dann nochmal zu.

    • Il_Leopardo

      @Querbeet:

      Na ja, wenn ich es mir aufgrund meines guten Gehalts Aktien kaufe und daraus Einkünfte erziele, muss ich die ja wohl auch versteuern (Abgeltungssteuer) - obwohl ich ja auf mein Gehalt bereits Steuern gezahlt hatte.

      • Gerald Kolb

        @Il_Leopardo:

        Dieser Vergleich hinkt gewaltig. In den genannten Beispielen werden die Erträge versteuer, nicht jedoch die Substanz. Steuersystematisch kann man nur die Schenkungs- und die z.Z. noch ausgesetzte Vermögenssteuer mit der Erbschaftssteuer gleichsetzten. Die Übertragung von Erblasser/Schenkenden an den Erben/Beschenkten ist durch §14 GG - Eigentums- und Erb-Garantie und Testierfreiheit ausdrücklich gewährleistet.

        • Il_Leopardo

          @Gerald Kolb:

          Das stimmt - für den Kauf meiner Aktien habe ich Verzicht geübt, das Erbe ist mir einfach in den Schoß gefallen.

          • Gerald Kolb

            @Il_Leopardo:

            Für Ihr Erbe haben Ihre Eltern bzw. Erblasser, die Ihnen und niemand anderes Gutes wollten Verzicht geübt.

      • Querbeet

        @Il_Leopardo:

        Genau. Auch das ist Mist.

    • Kaboom

      @Querbeet:

      Wenn das Geld angelegt wird, werden auf die Einkünfte selbstverständlich auch Steuern erhoben. Wenn das Geld ausgegeben wird, werden ebenfalls Steuern erhoben.



      Und der Erbe hat selbstverständlich Erbschaftssteuer zu zahlen. Ansonsten wäre das Ausmaß von leistungslosem Reichtum vollkommen unerträglich.

      • Gerald Kolb

        @Kaboom:

        Beim Geldausgeben zahlt der, der dieses für ein erworbenes Gut oder eine erbrachte Leistung erhält die Steuer. Vermögen und von mir aus auch "Reichtum" entsteht aus Konsumzurückhaltung bzw. -Verzicht. Die Übertragung auf andere per Vererben oder Schenkung, zumeist innerhalb der Familie - was soll daran "unerträglich" sein? - garantiert der berühmte Artikel 14 GG, der auch auf die Reglung etwaig anfallender Steuern durch gesonderte Gesetze verweist. "Selbstverständlich" ist daran nichts. Das Schlagwort "Leistungslos" hingegen - könnte mit Fug und Recht durchaus auch auf die Einkünfte des Staates durch Erbschafts- Schenkungssteuer wie auch auf die Empfänger - sozialstaatlich gebotener - Transferleistungen angewendet werden. Wird es aber in der Debatte nicht.

  • Bromi

    Es allen recht zu machen geht nicht. Es kommt immer auf die Perspektive an.



    Deshalb, die Freigrenzen der Erbschaftssteuer etwas anheben. Zusätzlich eine mindestens 5 prozentige Vermögenssteuer z.B. ab 1 Million einführen.



    Und bitte nicht vergessen, Stiftungen dürfen nicht als Steuerschlupflöcher dienen. In dem Bereich muss nachgebessert und höher besteuert werden.



    Der deutsche Staat sollte hohe Vermögenswerte (> 1 Million) stark besteuern und die "Normalverdiener" deutlich entlasten.



    Dies alles wird schon lange so oder ähnlich gefordert aber von der Politik nicht umgesetzt.



    Das wäre eine Reform, die von der CDU/CSU nicht zu erwarten ist. Dort geht es mehr um persönliche Interessen und Machterhalt.

    • T-Rom

      @Bromi:

      Besser, strukturell dafür sorgen dass nicht solche eklatanten Unterschiede bei Einkommen entstehen. Deutschland ist da in Europa eines der ungleichsten Länder, und das schon lange.



      Bei Besteuerungen kann man da hier und da nachjustieren, aber das ist nicht das Grundproblem.

      • Bromi

        @T-Rom:

        Das sehe ich genauso, dass es nicht das Grundproblem ist.

        Es wäre nur eine Möglichkeit für den überschuldeten Staat mehr Einnahmen zu generieren und kommenden Generationen nicht einen immer größer werdenden Schuldenberg zu hinterlassen.

        Das Ungleichgewicht wäre damit sicherlich nicht gelöst. Dazu müssten grundlegende Reformen her, die auch finanziert werden müssen.

  • Andreas Flaig

    "Wenn das Bundesverfassungsgericht die Ausnahmen von der Erbschaftsteuer für verfassungswidrig erklärt, dann gibt es keine Ausreden mehr."



    Schluss mit Steuerprivilegien für Superreiche!



    "Erben gleicht einer Lotterie: Manche Familien können Vermögen weitergeben – andere eben nicht. Lediglich 30 Prozent der Menschen in Deutschland erben überhaupt in einem nennenswerten Umfang – mehr als zwei Drittel der Bevölkerung gehen damit bei der Erbschaftslotterie von vornherein leer oder fast leer aus. Nur ein verschwindend geringer Anteil von 0,03 Prozent der Menschen erbt ein besonders großes Vermögen von 20 Millionen Euro oder mehr.

    Insgesamt werden in Deutschland jedes Jahr etwa 400 Milliarden Euro vererbt, Tendenz steigend. Das sind mehr als zehn Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Doch gleichzeitig machen die Einnahmen aus Erbschaft- und Schenkungsteuer nur etwa 0,2 Prozent des Staatshaushalts aus.



    Erbschaft- und Schenkungsteuern sollen ein wenig Chancengleichheit und Gerechtigkeit in der Gesellschaft herstellen. Es geht nicht darum, dass alles beim Staat landet, aber zumindest ein geringer Prozentsatz. Dies ist nur fair.



    Aus



    share.google/V8oO5j2JawIBlx3h4

  • Romilia

    Ach, war die SPD nicht stärkste Kraft in der Koalition davor, anno dunnemals unter Scholz?



    Und da gab es das Problem noch nicht?

    • Lizu Mutzson

      @Romilia:

      Damals waren sie halt in einer Koalition mit der FDP, die sich (wie mittlerweile geschehen) lieber selbst vor Sylt versenkt hätte, als ihre Gottheit, das Kapital in Form superreicher Personen, auch nur im geringsten anzugehen. Klar die SPD hat sich, im Rausch eines unerwarteten Wahlsieges, selbst dieser Knechtschaft unterworfen und dafür kann und sollte man sie kritisieren, aber eine Reform der Erbschaftssteuer zu Lasten der finanziellen Elite war in einer Koalition mit den Neoliberalen technisch einfach nicht umsetzbar, vorher wären die Lindner Boys mit dem Lastenrad zum Bundestag gefahren.

  • Andreas_2020

    Ich glaube der SPD leider nicht, das hier klingt gut.



    Wenn wir den Spitzensteuersatz von 56 Prozent, meinetwegen auch 58 Prozent, und einen Freibetrag von €2.000 bei der Einkommenssteuer nehmen würden, dann wäre das ein andere Schnack.



    Aber die SPD macht eigentlich gar nichts, um mehr Steuern gerechter einzunehmen.



    Deswegen wäre die Frage, warum jetzt die Erbschaftssteuer?



    Was bringt die denn?



    Und macht die CDU das mit?

  • Hanno Homie

    Ehrlich, wenn es nach mir geht Erbschaftssteuer komplett abschaffen und dafür Vermögenssteuer einführen.

    Warum soll der Staat am Tod (natürlich/Unfall/etc.) von Menschen verdienen? Warum sollen Familien mit kurzer Erbfolge gegenüber solchen mit langer Erbfolge benachteiligt sein? Warum werden familiäre Beziehungen gegenüber Freundschaften bevorteilt? Und warum sollen natürliche Personen (die sterblich sind) gegenüber juristischen Personen benachteiligt werden?

    Die Argumente hinter Erbschaftssteuern sind so beschissen neoliberal: Jemand soll nur reich sein dürfen wenn er es sich in seiner Lebenszeit "verdient" hat. Als ob irgendjemand mehr als ein paar Millionen in seiner Lebenszeit "verdienen" kann ohne andere dabei über's Ohrzu hauen.

    Nein, was wir brauchen ist eine todesunabhängige, auf lebende Personen gerichtete, wirksame Vermögensbesteuerung, deren Satz mit dem Vermögen steigt.

    • Lizu Mutzson

      @Hanno Homie:

      Weil es einfach doch noch ein wenig ungerechter ist, wenn einer Person gigantische Geldmengen durch reinen Zufall und ohne jedes zutun der profitierenden Partei zukommen. Klar letztendlich entstehen die Millionen die ein Top Manager verdient auch durch die Ausbeutung endlicher Ressourcen und der Arbeitskraft Dritter, aber zumindest reißt sich der Manager (zumindest idR) trotzdem gehörig den Arsch dafür auf. Ein Erbe wird einfach nur aus dem richtigen Geburtskanal gepresst und bekommt das noch nicht einmal mit. Politik, insbesondete wenn es um Abgaben geht, muss eben nicht nur rein rational begründet sein, sondern sich für den Bürger auch irgendwie gerecht anfühlen und wenig fühlt sich so ungerecht an wie die im Artikel erwähnte Geburtslotterie. Wohin ein solches latentes Gefühl von Ungerechtigkeit führen kann, sehen wir btw gerade an den Wahlergebnissen der AfD (denn letztendlich gdht es auch bei Kritik an Migration usw doch nur darum). Sicher, man könnte eine Vermögenssteuer so gestalten, das erst gar keine gigantischen Erbschaften entstehen, aber die BRD ist nun mal kein sozialistischer Staat. Und wieso sollte eigentlich nicht beides möglich sein, Vermögens- und Erbschaftssteuer?

  • vieldenker

    Wer viel hat, verweist in der Regel darauf, was er (oder ein Vorfahr) schon alles gegeben hat. Wer wenig hat, sieht, was er nicht bekommen hat. An dieser grundsätzlich unterschiedlichen Sichtweise wird sich nichts ändern, Ökonomische Gerechtigkeit ist eben keine neutrale Größe im ideologiefreien Raum, sondern ein sehr stark kontextualiserter Begriff.

  • mumba

    Das Gründen eines Start-ups ist doch mittlerweile die Hauptbeschäftigung des Projektprekariats und der Subventionsjäger. Ohne Staatsknete macht da niemand einen Finger krumm. Und glaubt wirklich jemand, daß eine neue Steuer die Staatsfinanzen rettet? Mittlerweile scheint dies das einzige politische Konzept der SPD zu sein. Tabaksteuer rauf, Zuckersteuer, Plastiksteuer. Was kommt noch? Und wozu? Für eine gendergerechte Gesellschaft in Peru haben wir 100Mio. übrig, für den Regenwaldfond gleich 10Mrd. Von der unnötigen Aufblähung des Staatsapparates wird auch ungern gesprochen, ebensowenig wie von der Finanzierung der Parteien, der NGOs oder des DGB. Wir haben genug Geld, es wird staatlicherseits grottenschlecht verwaltet.

    • PartyChampignons

      @mumba:

      "Was kommt noch? Und wozu?"



      Tabacksteuer rauf, damit weniger geraucht wird? Zuckersteuer rauf damit der viel zu hohe Zuckergehalt in vielen Lebensmitteln sinkt und weniger Zucker konsumiert wird?



      Plastik steuer rauf damit weniger Plastikmüll produziert und konsumiert wird? Regenwaldfond für den Umweltschutz? Bei dem Geld aus dem Regenwaldfond handelt es sich übrigens um eine rückzahlbare Treuhandbeteiligung, d.h. die Gelder werden nach Ablauf einer Frist zurück gezahlt.



      Es geht außerdem nicht darum mit der Erbschaftssteuer die Staatsfinanzen zu retten, das hat auch niemand behauptet, es geht darum Steuergerechtigkeit herzustellen.

  • economista

    Warum es gerecht sein soll, wenn Familieneigentum nach einem Sterbefall von den Hinterbliebenen entsprechend des Erbschaftssteuersatzes neu gekauft werden muss, erschließt sich mir nicht. Zumal Vermögenswerte im Regelfall vom versteuerten Einkommen angespart wurden. Trotzdem vom Staat fürs geerbte Haus eine neue Hypothek geschenkt zu kriegen, ist eher ein Weg in die kapitalistische Schuldknechtschaft.

    Zu Ländern mit Erbschaftssteuer: Kanada hat zwar keine Erbschaftssteuer, aber mit dem Tod gilt das Vermögen des Verstorbenen als verkauft und es obliegt den Erben, den fiktiven Kapitalgewinn zu begleichen. Bei der inflationären Neubewertung insbesondere von Immobilien resultiert eine saftige Steuerrechnung, die nur nicht Erbschaftssteuer heißt. Die Preisdifferenz wird zur Hälfte dem Einkommen zugeschlagen und unterliegt dann dem persönlichen Steuersatz. Genau wie bei der kanadischen Wegzugsstrafe, übrigens.

    • So,so

      @economista:

      Sehr gut. So müssen wir es auch machen.

    • Chris McZott

      @economista:

      Das Argument der Mehrfachbesteuerung greift nicht. Sobald Vermögen den Besitzer wechselt, wird es nunmal besteuert.

      Wenn ich Lohneinkommen habe, wird es besteuert (Lohnsteuer). Verwende ich dann genau dieses Einkommen für Konsum, zahle ich mit dem gleichen Geld nochmal Steuern (Mehrwertsteuer, Grunderwerbssteuer, usw.), tw. sogar mehrere Steuern gleichzeitig wie beim Benzin oder Alkohol.

      Außerdem hatte ja ursprünglich der Erblasser das Einkommen versteuert. Beim Erbfall wird jetzt der Vermögenszuwachs des Erben besteuert. Es wird im modernen Staat nunmal von Individuen/Ehepartnern ausgegangen und nicht von "Familienclans"...

      • Querbeet

        @Chris McZott:

        Dieses Steuern auf Steuern auf Steuern ist der Wahnsinn, an den man sich schon fast gewöhnt hat.

    • Anders Heister

      @economista:

      "Zumal Vermögenswerte im Regelfall vom versteuerten Einkommen angespart wurden."

      Insbesondere große Vermögen werden in der Regel eben nicht "angespart", sondern stammen aus Wertsteigerungen. Wer eine Immobilie für 200.000 € gekauft hat, die nach Jahrzehnten bei seinem Tod1.000.000 € wert ist, vererbt 800.000 € Buchgewinn, die nie versteuert wurden. Analog dazu Aktien, Unternehmensbeteiligungen, Kunst, Schmuck usw.

      Außerdem ist Mehrfachbesteuerung ist nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Praktisch alles, was wir konsumieren, unterliegt einer Steuer (Mehrwertsteuer, Kraftstoffsteuer, Versicherungssteuer usw.), obwohl wir es aus Einkommen bezahlen, was bereits besteuert wurde.

      Wenn ich von meinem versteuerten Einkommen meine Miete bezahle, muss mein Vermieter das auch als sein Einkommen erneut versteuern.

      • Ritchie

        @Anders Heister:

        Naja, die 800 000 sind nach Jahrzehnten allerdings nicht unbedingt ein Vermögungszuwachs, wenn man die Inflation berücksichtigt.

      • behr Behr

        @Anders Heister:

        Bei der Erbschaftssteuer spielt nach meiner Kenntnis der



        „Buchgewinn“ keine Rolle, nur die Belastung mit eventuellen Schulden.

        • FriedrichHecker

          @behr Behr:

          Relevant ist bei Immobilien in der Regel weder der Buchgewinn noch der Buchwert, sondern zwecks Arbeitsvereinfachung für das Finanzamt der Schätzwert nach Bewertungsgesetz.



          Einen niedrigeren Buchwert bekommt man selbst mit Steuerberater und Gutachterschlacht selten anerkannt (dafür könnte sich das rechnen, weil bei der Dauer dieser Schlacht oft schon wieder der nächste Erbfall unmittelbar bevorsteht) und bei einem höheren Buchwert steht das Finanzamt vor ähnlichen Problemen - und seinen eigenen Argumenten für den ersteren Fall als zusätzlichem Hindernis.

    • Kahlschlagbauer

      @economista:

      Warum es gerecht sein soll, daß eine Person, weil sie reiche Eltern hat (aber sonst nichts getan) auch eine reiche Person sein soll, erschließt sich mir nicht. Ich dachte, Leistung müsse sich lohnen. Was haben die reichen Erben geleistet?



      Kanada würde argumentieren, daß diese Kapitalgewinne eben solche sind, für die die Erbnehmer nichts getan haben. Davon Steuern zu verlangen, finde ich vernünftig. Und wenn jemand in Kanada , immer mit Hilfe vieler anderer und unter Nutzung der vielen öffentlichen Infrastrukturen, Geld angehäuft hat, dann begrüße ich die exit tax in vollem Umfang.

      • economista

        @Kahlschlagbauer:

        Nehmen wir die Familie mit Haus am See, das sie seit 3 Generationen bewohnt und welches sich in der Bewertung verhundertfacht hat. Das Haus ist gleich geblieben, nur die Immopreise sind explodiert.

        Soll nun die Familie ausziehen müssen, weil beim Generationenwechsel die Erbschaftssteuer unbezahlbar wird? Nach Ihrer Logik offenbar.

        Ich erinnere mich auch an einen Fall in Kanada, wo eine Familie aus ihrem Seehaus in Cottage Country nach mehreren Generationen ausziehen musste, weil die Property Tax wegen einer Millionenbewertung um die $40.000 im Jahr betrug.



        ~~~



        Und was ist daran gerecht, inflationäre Wertsteigerungen als Gewinn zu besteuern? Nicht viel besser als ein Geldverleiher, der Schuldenstände durch Wucher mit Zinseszins ins Unendliche steigert.



        ~~~



        Die kanadische Wegzugsstrafe soll vermögende Residents vom Wegzug abhalten. Da sie aber wegen der Inflationsbesteuerung umso teurer wird, je länger man bleibt, bewirkt sie oft das Gegenteil, nämlich die schnelle Flucht.

  • EchteDemokratieWäreSoSchön

    Warum hat die Interviewerin nicht nach einer Vermögenssteuer gefragt?

    Die Erbschaftssteuer wird im besten Fall in einigen Jahren bei 10 Milliarden sein. Das reicht bei weitem nicht, um die anstehenden Probleme zu lösen.

    Eine Vermögensssteuer von nur 1,5-3,5 % nur für die 5000 Superreichen (>100 Mio. $) und Milliardäre würde 50-100 Mrd. € pro Jahr bringen, denn deren Vermögen ist 3400 Mrd. $. Damit könnte man alle Probleme lösen.

    Außerdem übernimmt die Autorin das Weltbild von Merz, wenn sie z.B. von "notwendigen Reformen" spricht statt z.B. von notwendiger Gerechtigkeit bei der Besteuerung.

    • Machiavelli

      @EchteDemokratieWäreSoSchön:

      Mit 50-100 Milliarden pro Jahr federn sie die Auswirkungen des demographischen Wandels die nächsten Jahre ab, große Sprünge macht der Staat damit nicht. Vorallem ist das spekulativ das die setter wirklich so funktioniert. Ich weiß die Idee eine Steuer und alle Probleme sind gelöst ist attraktiv ist aber ein Märchen.

      • EchteDemokratieWäreSoSchön

        @Machiavelli:

        Nein, nur eine Steuer erheben und alle Probleme sind gelöst, ist ein Märchen, das stimmt. Aber ohne Steuer kann man die Probleme nicht lösen. Mit Steuer hat man zumindest eine Chance. Aber schwierig ist es dann immer noch.



        Und nein, große Sprünge kann man auch mit 50-100 Mrd. nicht machen. Aber man kann zumindest soviel machen, dass Mernschen wieder denken: Das ist nicht toll, aber es ist ok.

  • Ritchie

    Nun wenn deutlich höhere Erbschaftssteuern anfallen würde sicher ein Teil der Betroffenen den Firmen- und/oder Wohnsitz in andere Länder verlegen. Damit würden auch andere Steuereinnahmen wegfallen, so dass im Endeffekt die Steuereinnahmen sinken statt steigen.

    • Lizu Mutzson

      @Ritchie:

      Ja das gute alte Totschlagargument mit der Kapitalflucht. Schaut man sich aber Länder an in denen Vermögens- oder Erbschaftssteuern neu eingeführt wurden, sieht man, dass der Effekt äußerst überschaubar bleibt. Auch Superreiche haben Familie, Freunde, ein Leben hierzulande das man nicht einfach für etwas Geld in den Wind schießt, gerade wenn man es sich eigentlich leisten kann und dann eben "nur" noch 150 statt 200 Millionen auf dem Konto hat. Zudem gibt es da ja noch die Wegzugssteuer, bei der oft wesentlich weniger Spielraum besteht als bei den oben genannten Abgaben, insbesondete wenn Modelle wie die im Artikel erwähnte Stundung der Abgaben zur Verfügung stehen.

    • So,so

      @Ritchie:

      Exit tax. Gibt es schon. Schlupflöcher ggfs. stopfen.

      • FriedrichHecker

        @So,so:

        Wenn Sie den freien Personen- und Kapitalverkehr innerhalb der EU als Schlupfloch bezeichnen wollen...

        Der Dexit steht aber nur bei einer der "großen" Parteien auf dem Programm.

    • Kahlschlagbauer

      @Ritchie:

      Die übliche Angstmacherei. Wenn reiche Leute so selbstsüchtig sind, laß sie gehen. Und: nur ganz wenige tun es.

  • behr Behr

    Es gibt auch bei kleineren Erbschaften Ungerechtigkeiten, über die die Politik offensichtlich lieber nicht spricht.



    Das sog. „Omas kleine Häuschen“, in Superlagen von Metropolen



    schnell mal 2 Mio. Wert, darf der Erbe, der am Ort arbeitet, ohne



    Steuer oder Anrechnung übernehmen, der Erbe, der das Pech hat,



    seinen Arbeitsplatz nicht dort hat und nicht umziehen kann, muß auf



    das Haus Erbschaftssteuer zahlen ( im Vergleich eine ca. 400000 €



    Steuerungerechtigkeit). Begründung Felanzeige!

    • nihilist

      @behr Behr:

      Selbstgenutzter Wohnraum ist per se Existenzminimum (egal, wie viel er wert ist) und somit mittelbar konstitutiv für die Menschenwürde aus Art. 1 GG.

      • So,so

        @nihilist:

        ausser man bekommt "Sozialhilfe". Dann muss man das Haus verkaufen und der Staat die Miete zahlen.



        Klug?



        In Irland ist das eig. Haus geschützt. Man darf es behalten.

    • Il_Leopardo

      @behr Behr:

      Oh je, dann hat der "arme Erbe" am Ende nur noch 1,6 Millionen in den Händen - wo er sich doch unglaublich angestrengt hat.

      • behr Behr

        @Il_Leopardo:

        Offensichtlich haben Sie nicht verstanden, dass diese



        Privilegierung des Hauserben, der das Glück hat, es selbst zu bewohnen, nicht gerechtfertigt ist.

      • DerLurch

        @Il_Leopardo:

        Aber wenn die Garage nicht aus Geldbündeln gebaut ist, muss das Haus verkauft werden um die Summe zu begleichen. Das ist doch das Wesentliche Problem

        • Budzylein

          @DerLurch:

          Das "Problem", ein Haus zu erben, das 2 Mio. Euro wert ist, und es verkaufen zu müssen, um Steuern in Höhe von 400.000,00 Euro zu zahlen, hätten die meisten Menschen gern. Aber sonst hat @behrBehr schon Recht; die steuerliche Privilegierung eines Erben, der ins geerbte Haus einzieht, gegenüber dem, der woanders wohnen bleibt, ist nicht gerechtfertigt.

          • DerLurch

            @Budzylein:

            Fast jedes größere Grundstück in Berlin oder Hamburg ist bald so teuer. Die Häuser selbst haben teils kaum einen Wert.

        • Bussard

          @DerLurch:

          Wenn es nicht gerade selbst genutzter Wohnraum ist, der von Erbschaftssteuer auszunehmen wäre, lassen sich mit solch einer Immobilie allerdings hervorragende Mieteinnahmen erzielen, die eine erhöhte Erbschaftssteuer rechtfertigen. Und wenn die Erben doch verkaufen, was ja durchaus häufig vorkommt, dann darf darauf auch gerne eine ordentliche Erbschaftssteuer gezahlt werden.



          Es müsste eigentlich auch den Besitzenden in diesem und anderen Wohlstandsländern langsam mal klar werden, dass wir als Gesellschaften mit der Praxis, Vermögen privat immer mehr von unten nach oben zu kanalisieren und gleichzeitig die öffentlichen Haushalte immer mehr zu verschulden, ganz heftig vor die Wand fahren. Vor diesem Hintergrund sollten Besitzende auch ein Interesse daran haben, "Reformen" mitzutragen.

        • Comerade Aardvark

          @DerLurch:

          Ja, das ist noch einmal ein Hebel für mehr Gerechtigkeit: sofern das Finanzamt schön Druck macht, muss das sogar ein Notverkauf werden, wo statt der 2 Mio. bestenfalls 1,5 raus schauen, von denen aber immer noch die 400t€ fällig werden (ja, was verkauft der denn auch unter Wert?!) und damit ist ein Reicher nicht mehr so reich, was tippi toppi gut für die Gesellschaft ist... darüber, was für ein Akteur das Haus gekauft haben wird, darf man natürlich nicht nachdenken.

          • Lizu Mutzson

            @Comerade Aardvark:

            Und trotzdem wären das noch 1,1 Millionen mehr als 2/3 der Einwohner der BRD veterbt bekommen. Sofern es überhaupt zu einem solch gravierenden Abschlag kommt, Wohneigentum in Toplagen bekommt man idR auch zügig gut verkauft, weil sie eine sichere Anlage darstellen und deswegen viele Interessenten existieren.

            • DerLurch

              @Lizu Mutzson:

              Ich bin ja grundsätzlich auch für eine gerechte Verteilung von Vermögen, habe im Freundeskreis aber eben genau diese Leute, die eine unsanierte Wohnimmobilie in Berlin erben in der sie ihre Eltern bis zuletzt gepflegt haben. Geld ist knapp, eine andere Wohnung wäre teuerer als auszuziehen, abgesehen von der emotionalen Bindung. Hier zum Verkauf zu drängen ist unmenschlich.



              Bei mehreren Objekten oder Mehrfamilienhäusern ist das ein anderes Ding.

              Am Ende bin ich fast sicher, dass es auch in diesem Bereich gern auf eine Neiddebatte hinausläuft. Weil es uns eben nicht betrifft. Wegnehmen und steuern ist immer super, aber wenn es einen selbst trifft, plötzlich gar nicht mehr.

            • Comerade Aardvark

              @Lizu Mutzson:

              Dann muss ich mich richtig blöd angestellt haben, dass es in München - Maxvorstadt ein ganzes Jahr gedauert hat, bis ich einen anständigen Preis bekommen habe.



              Aber das ist Nebensache. Die Frage bleibt, warum wird dieser "einfache" Omas-Häuschen-Millionär voll durchbesteuert, während die richtig großen Vermögen faktisch ungeschoren bleiben?



              Vie nicht allzu langer Zeit gab es den Vorschlag von der SPD, den Freibetrag faktisch auf eine Million zu erhöhen, und dafür die ganzen Lücken zu schließen. Ich habe beruflich mit Unternehmensfinanzierung zu tun und kann einfach nicht glauben, dass dieses "dann gehen die Firmen pleite" Bullshit-Argument auch nur einen Meter weit fliegt in der Öffentlichkeit. Naja, es "hilft", dass die überwältigende Mehrheit auch sog. gebildeter Deutscher finanzielle Analphabeten sind.



              20 oder 30% eines nach Ertragswert ermittelten Firmenwerts über 10 Jahre abstottern kann jede auch nur halbwegs gesunde Bude. Und wenn das nicht geht, dann vielleicht doch an "Heuschrecken" verkaufen, weil die können das.

  • Gerhard Krause

    Ich finde den Klüssendorf im Grunde ganz patent. Allerdings fehlt es Herrn Klüssendorf an einer kämpferischen Ausstrahlung. Diese stünde nicht im Widerspruch zu den Erfordernissen an Diplomatie und Sachlichkeit; sie wäre mithin keine Effekthascherei.

  • Wombat

    Schweden hat die Erbschaftssteuer und Vermögenssteuer komplett abgeschafft und keine linke Partei käme auf die Idee diese wieder einführen zu wollen.

    Apropos Vermögenssteuer. Weltweit besteuern nur 2 Länder echt Vermögen inklusive Betriebsvermögen. Norwegen und die Schweiz. Lassen wir den Ölstaat Norwegen mal weg hat wirklich nur die Schweiz eine Vermögenssteuer die funktioniert. Und diese muss man im Schweizer Steuer und Sozialsystem sehen. Kaum Unternehmensbesteuerung, keine Kapitalertragsteuer auf Werzuwächse (Kursgewinne), keine Erbschaftssteuer, kein Kündigungsschutz, keine Betriebsräte, sehr geringe Sozialleistungen mit maximalen Druck, Kopfpauschale in der KV,…dann klappt auch eine Vermögenssteuer und alle Superreichen wollen trotzdem da hin. Und komischerweise fühlen sich die Schweizer in diesem Turbo Kapitalismus sehr wohl.

    • Sam Spade

      @Wombat:

      Die Vermögenssteuer in der Schweiz wird auf kantonaler und kommunaler, nicht auf nationaler Ebene erhoben. Die "Superreichen" zieht es in die Kantone die überhaupt keine Vermögenssteuer erheben sondern Ausländern eine Aufwandsbesteuerung anbieten die sich an den Lebenshaltungskosten ausrichtet und weltweites Vermögen unberücksichtigt lässt.

      In Schweden wurden Erbschafts- und Vermögenssteuer abgeschafft weil sie kaum Einnahmen generierten. Zusammen machten sie gerade einmal 0,15% des BIP aus. Gilt auch für die Erbschaftssteuer in Norwegen, hier waren die Verwaltungskosten höher als die Einnahmen. Die norwegische Vermögenssteuer ist sehr niedrig angesetzt, was die Freibeträge angeht. Sie wird daher von 60% der Bevölkerung entrichtet und nicht nur von Superreichen. Für die erhebt Norwegen übrigens eine hohe Exit Tax wenn sie ihren Wohnsitz ins Ausland verlegen.

      Länder mit niedriger Einwohnerzahl in diesem Punkt mit Deutschland zu vergleichen ist reine Augenwischerei.

      Deutschland hat 1996 noch 4,5 Mrd € an Steuern eingenommen und das obwohl einige Bemessungsgrundlagen seit 1964 nicht mehr angepasst wurden. Eine Wiedereinführung würde laut DIW je nach Modell bis 42 Mrd € einbringen.

      • FriedrichHecker

        @Sam Spade:

        "obwohl einige Bemessungsgrundlagen seit 1964 nicht mehr angepasst wurden."

        Teilweise obwohl, Teilweise weil (in beiden Fällen hat es etwas mit der Nichtberücksichtigung von Inflation zu tun).

        "Eine Wiedereinführung würde laut DIW je nach Modell bis 42 Mrd € einbringen."



        Gibt es auch ein Rechenmodell, das die Nichtfähigkeit der deutschen Finanzverwaltung berücksichtigt, vorhandenes Vermögen rechtssicher nachzuweisen und zu beziffern? Ohne diesen Sachverhalt würden ja heute schon manche Verschonungsprüfungen bei der Erbschaftssteuer anders laufen...

    • Barnie

      @Wombat:

      Nein, nicht alle Schweizer fühlen sich sehr wohl. Auch dort klafft die Lücke zwischen den Ärmeren und Reicheren immer weiter auseinander. Schon mal von den Demos in Zürich mitbekommen bzgl. der Wohnsituation?



      Wenn es dort nicht genossenschaftliche Vereinigungen geben würde, würden viele Schweizer sich ihre eigene Heimat nicht mehr leisten können.

      Der Verweis auf "nur 2 Länder" zielt ebenfalls ins Leere. Als die Vermögenssteuer in D noch nicht ausgesetzt wurde, hat sie prima funktioniert. Sie hat dazu beigetragen dass unsere Marktwirtschaft wirklich eine soziale war. In all den Ländern, in denen schon immer der Kapitalismus ungezügelt war, sieht man ja was dabei raus kam. Wenige sehr Vermögende und viele Arme. Auch etwas was sie unterschlagen.

    • nihilist

      @Wombat:

      Schweden finanziert trotzdem weite Teile seines Sozialsystems aus Steuermitteln und nimmt dafür auch 57% Spitzensteuersatz, 30% auf Kapitalerträge (bei 70 statt unseren 100% Verlustverrechnung) und standardmäßig 25% Mehrwertsteuer.



      Aber da ist natürlich der Verweis aufs Gesamtsystem wieder irreführend, das ist nur fürs innovative Argument "Wieso sind wir ncht einfach wie die Schweiz?" schicklich.

    • Normalo

      @Wombat:

      Das Geschäftsmodell der Schweiz hat zwei wesentliche Elemente, die es schwer auf Deutschland übertragen lassen: 1,

      1. Es gibt nur eine Schweiz.

      2. Die Schweiz hat weniger Einwohner als Baden-Württemberg.

      Die Welt braucht einen Ort wie die Schweiz, aber das Geld, das die Schweiz dafür verlangt, dass sie dieser Ort ist, würde auch nicht locker gemacht, wenn es nennenswerten Wettbewerb gäbe. Wenn Jemand eine zweite Schweiz etablieren wollte und das hinbekäme, würde das im Zweifel nur die Schweiz ärmer, aber den Neuling imn Markt nicht so reich machen., das sie sich so ein Steuersystem leisten könnte.



      Und ein wesentlicher Grund warum die Schweiz ihr so attraktives direktdemokratisch-pragmatisches Selbst sein und zu Markte tragen kann, ist ihre geringe Größe. Eine Schweiz mit 80 Miollionen Einwohnern würde schlicht nicht funktionieren. Dazu wäre ihr globales Gewicht als außenpolitischer Akteur und Wirtschaftsmacht zu groß. Außerdem wage ich zu bezweifeln, dass ihre Selbstverwaltungsstrukturen noch so harmonisch funtionieren würden, wenn man sie auf die zehnfache Bevölkerungsgröße umkonzipiert.

      • Comerade Aardvark

        @Normalo:

        Diese Antischweiz gibt es schon, man kann die Polarität bereits anhand der Flaggen ablesen: auch in Österreich können die Beckenbauers der Welt mit dem Fiskus Sonderdeals schließen. Und es ist, wie Sie schreiben. Gebracht hat es nicht viel (aber auch nicht wirklich geschadet). Die Vorteile der österreichischen Privatstiftung würden bereits wieder zurückgefahren, weil der erwünschte Effekt nicht eingetreten ist.

    • Il_Leopardo

      @Wombat:

      In 20 europäischen Staaten gibt es sie aber noch.

      • Wombat

        @Il_Leopardo:

        Das sind Grund oder Immobilensteuern die so genannt werden. Keine Vermögenssteuer.

    • Petzi Worpelt

      @Wombat:

      Uh - super spannende Infos. Danke für diese Aufstellung!



      Klingt so, als wären hier diskutierte Konzepte nicht der richtige Weg, sondern eher eine Sackgasse..

  • gyakusou

    Es ist ein Problem, dass in Deutschland viele Reiche ihr Vermögen einfach durch Erben erhalten und nicht durch "eigene Leistung".

    Da muss man sich gleichzeitig fragen, warum es nicht einen größeren Prozentsatz an Self-Made-Milliardären gibt wie etwa in den USA.

    Das deutet daraufhin, dass hier nicht genug neue innovative Unternehmen gegründet werden, die dann zu Großkonzernen heranwachsen können.

    • Gerhard Krause

      @gyakusou:

      Teil 1, völlig richtig, Teil 2 (zum Großkonzern wachsen), warum eigentlich?!

    • Petzi Worpelt

      @gyakusou:

      "Da muss man sich gleichzeitig fragen, warum es nicht einen größeren Prozentsatz an Self-Made-Milliardären gibt wie etwa in den USA."



      Na, unsere Finanzkultur ist sehr viel risikoscheuer, dazu die Bürokratie und Regulierung und dann pflegen wir hier als Kultur die soziale Sicherheit anstatt das Risiko.



      Nur ein paar "Verrückte" gründen echte StartUps und das mit ihrem Eigenkapital..

      • Gerhard Krause

        @Petzi Worpelt:

        ..das sie woher haben (Ihr schönes Eigenkapital)..?

        • Comerade Aardvark

          @Gerhard Krause:

          Ersparnisse aus dem Job vor der Gründung, Einlagen von Freunden und Verwandten und (immer seltener) Kredit von der örtlichen Bank. Sobald die Idee auch nur halbwegs entwickelt ist, tut sich eine ganze Galaxie an potenziellen Geldgebern auf, die aber alle weniger wohlwollend sind als die erste Gruppe.



          Aber daneben sehe ich auch viele junge Firmen, wo einer drin ist, dessen Namen etwas klingeln lässt: ja, der Sohn (selten die Tochter) von X. Diese Personen bringen Geld mit und werden dafür Geschäftsführer. Nicht so schlimm wie es klingt, da ihnen ihr Geld schon eine sehr gute Ausbildung ermöglicht hat. Aber klar gibt's da auch massive Flaschen. Wie überall

    • Don Geraldo

      @gyakusou:

      Wo soll denn in Deutschland das Kapital für innovative Unternehmen herkommen?



      Der größte Teil des privaten Kapitals in Deutschland liegt in der Hand von Erben, die lieber vollkommen risikofrei die Dividende kassieren von uralten Unternehmen oder Coupons schneiden.

      • Chris McZott

        @Don Geraldo:

        Und die gibt es in den USA nicht?

      • FriedrichHecker

        @Don Geraldo:

        Startups brauchen erstmal Ideen und Gründer. An beidem mangelt es hierzulande viel mehr als an Geld. Self-Made-Millionär wird man im Allgemeinen nicht mit 35-Stunden-Woche, regelmäßigen Arbeitszeiten und Urlaubsanspruch...

        • Gerhard Krause

          @FriedrichHecker:

          Geht auch mit 100stundenwoche nicht. "Sie" werden Millionär, wenn "Sie" die Million bereits mitbringen. Grund? Die Konzentration innerhalb der "Wertschöpfungsketten". Was Sie noch können, das ist jemanden von seiner "Planstelle" kicken, d.h. schöner singen oder über's Kuckucksnest fliegen, vielleicht auch noch schön malen, oder als Chirurg Nasen schnitzen.