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Pläne für ein SondervermögenUndemokratisch und falsch

Kersten Augustin
Kommentar von Kersten Augustin

Der alte Bundestag sollte nicht noch über ein Sondervermögen entscheiden. Mit der Linken ist im Bundestag eine Zweidrittelmehrheit machbar.

Ein Reform der Schuldenbremse sollte im Bundestag verhandelt werden Foto: Michael Kappeler/dpa

F riedrich Merz, der voraussichtlich nächste Kanzler, steht vor dem gleichen Problem wie sein Vorgänger. Er braucht Geld, viel Geld, vor allem für seinen Plan, die Bundeswehr besser auszustatten. Nun wird bei SPD, Grünen und Union die Idee debattiert, noch mit dem alten Bundestag ein neues Sondervermögen zu beschließen. Denn dafür bräuchte es eine Zweidrittelmehrheit, die die Parteien nach der Wahl nicht mehr haben. Doch der Plan wäre undemokratisch und ein Sondervermögen der falsche Weg.

Merz hätte die Schuldenbremse, die Wurzel allen Übels, längst reformieren können. Schon im November stellte er vage eine Reform in Aussicht, auch CDU-Ministerpräsidenten drängen seit Langem darauf. SPD und Grüne hatten der Union nach dem Ende der Ampel eine Zusammenarbeit angeboten, um Investitionen zu ermöglichen. Merz lehnte ab, weil er glaubte, es würde ihm im Wahlkampf schaden. Dass auch die Union für ihre Versprechen echtes Geld braucht, verschwieg sie.

Das mag im Wahlkampf legitim sein, aber dann muss die Union damit leben, dass der Bundestag nun anders aussieht. Auch durch Merz’ polarisierenden Wahlkampf sind die Parteien der sogenannten Mitte insgesamt geschrumpft. Für eine Reform der Schuldenbremse braucht es nun die Linke. Alles andere wäre eine Missachtung des Wählers. Verfassungsrechtlich mag es erlaubt sein, noch mit dem alten Bundestag ein Sondervermögen zu beschließen, bis der neue konstituiert ist.

Es widerspricht aber jedem demokratischen Gespür, eine so weit reichende Entscheidung zu treffen, Hunderte Milliarden Schulden aufzunehmen, bloß weil einem das Ergebnis nicht passt. Eine Reform der Schuldenbremse, die auch Investitionen erlaubt, wäre der saubere Weg, denn dafür gäbe es mit der Linken im neuen Bundestag eine Zweidrittelmehrheit. Es ist eine besondere Ironie, dass nun alles an ihr hängt.

Denn die Linke war es, die die Einführung der Schuldenbremse als einzige Partei grundsätzlich ablehnte. Gregor Gysi warnte damals im Bundestag, man werde die Einführung noch bereuen. Spätestens jetzt ist es so weit.

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Kersten Augustin
Ressortleiter Inland
Kersten Augustin leitet das innenpolitische Ressort der taz. Geboren 1988 in Hamburg. Er studierte in Berlin, Jerusalem und Ramallah und wurde an der Deutschen Journalistenschule (DJS) in München ausgebildet. 2015 wurde er Redakteur der taz.am wochenende. 2022 wurde er stellvertretender Ressortleiter der neu gegründeten wochentaz und leitete das Politikteam der Wochenzeitung. In der wochentaz schreibt er die Kolumne „Materie“. Seine Recherchen wurden mit dem Otto-Brenner-Preis, dem Langem Atem und dem Wächterpreis der Tagespresse ausgezeichnet.
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40 Kommentare

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  • Robert Habeck hat in seiner Rückzugserklärung in einem Atemzug beklagt, eine dramatische Konsequenz der Wahl sei, dass es keine verfassungsändernde Mehrheit für eine "Reform der Schuldenbremse, für Sicherheit oder auch für wirtschaftliche Ertüchtigung" mehr gebe.



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    Angesichts seiner Forderung nach 3 - 3,5% der Wirtschaftsleistung für Rüstung (die AfD ist bei 5 %, also ca 200 Milliarden € bei einem Haushalt von ungefähr 400 Milliarden) fragt sich, um was es ihm sonst bei der Schuldenbremse gehen kann, und angesichts des Aufschwungs von z.B. Rheinmetall, was er mit "wirtschaftliche Ertüchtigung" eigentlich meint.



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    Auf Instagram wird die Linke jetzt schon gedisst, sie reisse die Brandmauer nieder, wolle mit der AfD eine Sperrminorität bilden www.instagram.com/...h=MmV2OG9vYm5seXZ4 - es ist aus demokratischer Sicht aber legitim, NICHT gegen die eigenen Wahlversprechen für ein verfassungsänderndes Vorhaben der Regierung zu stimme.



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    Dem die AfD wahrscheinlich sogar zustimmen würde.



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    Alles andere wäre Merz' Logik - nach der die Union mit der AfD für das elende "Zustrombegrenzungsgesetz" stimmen MUSSTE, weil es mit Grünen und SPD nicht machbar war.

  • Die Schuldenbremse war und ist ein Fehler, sie ist der jahrzehntelangen Indoktrination von CDU/CSU/FDP zu verdanken, die mit Neid und Angst den Besitzstand ihrer Wähler gewahrt haben. So wie andere mit Angst vor anderem ihre Wähler beglückt haben.

    Undemokratisch ist das Vorgehen nicht, im Gegenteil, ein Blick ins Grundgesetz sollte genügen.

    Was zu hinterfragen ist, ist die Methode alles, was einem selbst mißfällt, was der eigenen Sache nicht dient, abzuwerten und abzustreiten.



    "Wir" sind die Guten, wir haben immer recht und die "Anderen" nicht.



    Das ist dient nicht der Demokratie, das zerstört sie.

  • Warum sollte ein zukünftiger Bundeskanzler, der jegliche Reform der Schuldenbremse und auch jedes neue Sondervermögen im alten Bundstag rein wahltaktisch (und um die Ampel maximal zu sabotieren) blockiert hat jetzt plötzlich so ein Freifahrtschein gegeben werden?



    Die spd muss dies nun genauso verweigern.



    Herr Merz darf die Suppe die er eingebrockt hat gerne selber auslöffeln.

    Aber mit der Umfaller-spd, die merz mal wieder am Nasenring durch die Manege führt, wird er natürlich bekommen was er will.



    Rückgrat? Fehlanzeige.



    spd= auf lange Zeit unwählbar.

  • Was hindert den Bundespräsidenten, den neu gewählten Bundestag etwas früher einzuberufen? 30 Tage nach der Wahl ist der späteste Termin. Warum nicht auch schon morgen? Gibt es umstrittene Mandate? Dauert die Auszählung bis zum endgültigen amtlichen Wahlergebnis zu lange? Muss man den Gewählten viel Zeit einräumen, sich die Annahme der Wahl zu überdenken?

  • Der Kommentar bleibt mir zu sehr an der Oberfläche: Ich finde es durchaus nicht ganz falsch, eine grundsätzliche Überarbeitung der Schuldenbremse ausführlich zu diskutieren – nicht weil, ich grundsätzlich gegen selbst eine völlige Abschaffung wäre, sondern weil es eben schon eine weit verbreitete Sorge vor zu hohen Staatsschulden gibt, die man nicht im Schnelllschussverfahren vom Tisch wischen sollte.



    Ein Sondervermögen wird aber erst recht nur zweckgebunden funktionieren, und da sind die Positionen doch eher weit auseinander: Die Linke hat bereits ein neues Sondervermögen zugunsten der Bundeswehr ausgeschlossen – das wird aber (leider) eine der großen, teuren Aufgaben mindestens der nächsten Bundesregierung sein. Das erfordern Putins aggressiver Imperialismus wie Trumps aggressives Infragestellen alter Gewohnheiten, dass Europa und im speziellen auch Deutschland für sich selbst wie für internationale Aufgaben (Friedenstruppen) gut aufgestellt ist.



    Ob es funktionieren könnte, mit der Linken ein Sondervermögen Infrastruktur aufzustellen, und dann die Koalition allein aus dem dadurch entlasteten Bundeshaushalt die Verteidigungsausgaben auf >3% stemmen kann?

  • Ich finde es falsch dem aktuellen Bundestag die Legitimation abzusprechen neue Schulden oder Reformen mit anderen Mehrheiten durchzubringen.

    Mal abgesehen das mit "die Linke" nichts zu gewinnen ist und den Parlamentarismus verächtlich gemacht hat "keine dreckigen Deals"

    Wow das sind also die Gedanken von "die Linke" zum parlamentarischen Konsens "dreckige Deals"...

  • Ich finde nichts undemokratisch am möglichen Verfahren. Bis die neue Regierung steht, ist die alte im Dienst. So einfach ist das. In Zukunft werden die gewählten AFD-Demokratieverächter disruptiv sowieso alles verhindern, was nach Zivilgesellschaft riecht. Kindergrundsicherung und Abtreibungslegalisierung wurden bereits versemmelt. In 4 Jahren hat die Zivilgesellschaft hochwahrscheinlich keinen Spielraum mehr, sondern wird mit Macht verfolgt werden. Bis dahin haben wir noch Zeit, unsere staatlichen und zivilgesellschaftlichen Institutionen "dystopieresilient" zu machen. Dafür braucht es Kohle. Also Schuldenbremse lösen!

  • In Merzhausen wird die Schuldenbremse reformiert werden, wenn die SPD dies zur Bedingung für eine Koalition macht.

  • Die Schuldenbremse erlaubt doch Investitionen. Die Schulden sollen genau auf diese begrenzt werden, also nicht für konsumtive Ausgaben (letztlich um zu verhindern, dass Wahlgeschenke "auf Pump" verteilt werden, die andere Regierungen dann vor Probleme stellen).

  • Die "Qualität" der Merz-Linnemann-CDU lässt sich an diesem Vorgang wirklich wunderbar darstellen. Bis zur Wahl war die



    Schulden-Bremse der heilige Gral, und am Tag, nachdem die Schwatten die Wahl gewonnen haben, wird sie nicht nur zur Disposition gestellt, sondern gleich mal über Tricks nachgedacht, wie man die Ergebnisse der Wahlen aushebeln kann.



    Da scheint jemand heftig in Richtung Trump zu rudern.

  • Eine Reform der Schuldenbremse sollte sich nicht auf Investitionen beschränken. Schulgebäude gelten dann als Investition, mehr Lehrer oder Erzieher nicht...



    Sowohl Staatsschulden als auch reguläre Staatsausgaben sind technisch gesehen nur eine Erzeugung neuen Geldes, weil dabei nur elektronische Datensätze verändert werden. Der Staat ist - über seine Zentralbank und die Banken - der Schöpfer der Währung. Staatsschulden sind also real gar keine Schulden sondern nur ein unnötiger Umweg über die Banken, die dadurch leistungslose Zinsgewinne einstreichen können. Die Schuldenbremse ist also ein reines Lobbyismus-Produkt.



    Eine Erhöhung der Inflation durch mehr staatliches Geld wäre übrigens erst denkbar, wenn die Wirtschaft ausgelastet wäre, also bei Vollbeschäftigung. Erst hier sollte gebremst werden. Von Vollbeschäftigung sind wir aber Lichtjahre entfernt. Und Hyperinflationen - besonders in Entwicklungs- und Schwellenländern - wurden ohnehin durch Angebotsschocks wie z.B. Kriege, Embargos oder Missernten verursacht. Zwar wurde in diesen Ländern oft auch viel Geld gedruckt, jedoch immer erst nach (!) dem Eintreten der Inflation.

  • Eine Zusammenarbeit mit der Linken ist für Merz ein Tabu. Das Gleiche mit den Faschos ist es nicht, das hat er gezeigt. So einfach ist die Auflösung dieses Komplexes. Und es sollte zu Denken geben....

  • Merz hat sich's eingebrockt. Er soll's auslöffeln, und endlich auch mal mit den Linken reden, die programmatisch - fast - SPD 1996 sind und ihr Personal auch weitgehend ausgetauscht haben nach 35 Jahren.



    Fast heißt, dass die Linken der angegriffenen Ukraine schon stärker beistehen könnten, in Brechtscher Tradition leicht zu begründen.

    Die Union unter Merz hat ganz bewusst blockiert für mehr Wählerstimmen, mein Bauch sagt ganz klar, dass sie ihr Manöver auch selbst korrigieren sollte.

    Inhaltlich: Weniger teure Steuersenkungen für die Bonzen, sondern umgekehrt angemessener Beitrag zum Haushalt würde dem Gerechtigkeitsgefühl im Lande guttun und der Linken die Zustimmung erleichtern.



    Eine Schuldenbremse wie jetzt ist willkürlich gesetzt und vernachlässigt Investitionen und Infrastruktur. Die EU-Regeln sollten als Schutz vor einem Schuldenberg ausreichen.

  • Es ist Zeit für einen dieser Kompromisse: Schuldenbremse reformieren, so dass Rüstung UND im Gegenzug sozialer Wohnungsbau etc. möglich werden. SPD, Grüne und Linke haben da viele gute Ideen, die CDU kommt um Steuererhöhungen herum (was eigentlich falsch ist). Die Linke wird sich die Chance wirklich was zu bewegen wohl nicht entgehen lassen und wäre, wenn der politische Preis stimmt, bestimmt bereit auch die Rüstung durchzuwinken. Der Weltlage angemessen wäre das allemal (ohne dass es ein Allheilmittel ist). Und wenn die Mittel theoretisch zur Verfügung stehen, die neue Regierung sie aber nicht nutzt, könnte das auch ein Wahlkampfschlager mit Ohrwurmqualität sein.

  • Es ist schon atemberaubend, wie heute im "besten Europa aller Zeiten" mit fundamentalen demokratischen Rechten umgesprungen wird. Da werden rumänische Präsidentschaftswahlen annulliert, weil angeblich auf TikTok zuviel Werbung für einen der Kandidaten geschaltet wurde, und in Deutschland wird ein abgewähltes Parlament noch einmal einberufen, um Beschlüsse zu fassen, für die es im neugewählten Parlament keine Mehrhrit mehr gibt. Echt abenteuerlich, das alles...

  • Ja, die Sculdenbremse gehört dringend reformiert.



    Aber die beste und fairste Lösung wär ohnehin, eine Milliardärssteuer einzuführen. Das Vermögen der deutschen Milliardäre ist in den letzten 4 Jahren laut Oxfam um 75% gewachsen. Zu Zeiten, in denen normale Bürger enorm zu kämpfen hatten. Da wäre eine Vermögenssteuer von 5% für Vermögen ab 1 Mrd. € garantiert nicht zu viel. Dazu wäre nicht einmal eine Verfassungsänderung nötig.



    Dass CDU, SPD und Grüne nicht einmal über diese Möglichkeit diskutieren und auch Medien nichts darüber sagen, ist schon ein Armutszeugnis.

  • Vielleicht könnte Lindner moderieren ? O.K. schlechter Scherz.

    Tja, auch Fritzes "Richtlinienkompetenz" ab dem ersten Tag wird nicht helfen.

    Es bleibt spannend!

  • Die Linke hat Erhöhungen beim Bundeswehr-Etat doch bereits ausgeschlossen. Wie soll da eine Einigung über eine Reform der Schuldenbremse gelingen?

    Besser wäre es, diesen Brocken bereits vorher mit CSU, SPD und Grünen abzuräumen.

    Und die Argumentation, dass eine Abstimmung mit dem alten Bundestag demokratischem Gespür widerspricht, gegen ungeschriebene Gesetze verstößt usw. finde ich fragwürdig. Wenn es gesetzlich erlaubt ist, dann kann man das auch durchführen.

    Wem das nicht passt, sollte sich für Konkretisierung der Richtlinien/Gesetze einsetzen.

  • "Mit der Linken ist im Bundestag eine Zweidrittelmehrheit machbar."



    Um welchen Preis? Dass die GroKo linke Projekte durchwinken soll? Warum sollte sie des tun?

  • Danke. "Der ganze Hassel um die Knete macht mich taub und stumm"... . Das wußte schon Anette Humpe von Ideal im Song "Blaue Augen" 1980.

    Alle finden das Schuldgeldsystem immer noch sooo toll. Neu sich verschulden. Hey, das ist die Lösung! Besonders gerne für Waffen und Munition. Zum Menschen töten. Seltsam.

    Dabei ist das völlig pervers und degradiert die Staatsbürger auf ewig zu Schuldgeld-/Zinssklaven und Kriegswaffenproduzenten.

    Alles nur zum Wohle der 0,1 % Finanzelite, damit Reiche noch reicher werden.

    Warum?

    Es gibt Alternativen. Ein positives, gemeinwohlorientiertes Geldsystem und damit friedliches Leben ist möglich!

    Nee? Doch! Nein! Doch! ... Guckst Du hier:

    www.moneytransformation.org/

    Und hier:

    positivemoney.org/eu/

    Müssen nur wollen... . :-()

  • Ich meine, dass es grundfalsch ist, mit den alten Mehrheiten nur die Militärausgaben zu "finanzieren". Danach kann der Neoliberalismus im Gewande eines Sauerländischen Hasadeurs fröhliche Urstände feiern: keine Reform der Schuldenbramse - Stillstand.



    Warum kann man sich nicht schon jetzt vertraulich mit den Linken ins Benehmen setzten, wo die Talkshow Queen außen vor ist?

  • "die Schuldenbremse, die Wurzel allen Übels"

    Wenn dieser Satz ernst gemeint ist, dann ist das schon ein Armutszeugnis. Es ist natürlich ein Drama, wenn man keine andere Möglichkeit mehr hat als mehr Schulden aufzunehmen! Das ist ja kein geschenktes Geld, sondern belastet durch die Zinszahlungen unsere Nachfahren.

    Als privater Haushalt kann ich so doch auch nicht verfahren, sondern muss schauen, wo man sparen kann..

  • Wir wollen die nicht wirklich existente Schuldenbremse einhalten, aber wir wollen sehr viel Töpfe mit ganz viel Sondervermögen!

    Ob die die Hoch intelligenten Wähler verstehen, das Sondervermögen das selbe sind wie Schulden, mit den unterschied das Sondervermögen am Haushalt vorbei in einen Schattenhaushalt auftaucht ( das sind trotzdem Schulden ).

    Es existieren derzeit fünf echte Sondervermögen: Finanzmarktstabilisierungsfonds (FMS), Investitions- und Tilgungsfonds (ITF), Restrukturierungsfonds (RSF), Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) und das Bundeswehr-Sondervermögen.







    Alles Schulden die im Bundeshaushalt nicht abgebildet werden. Lasst euch weiter belügen und betrügen ihr habt das nicht besser verdient!

  • Mich erstaunt immer wieder, wie weitsichtig die Linken im Bundestag argumentiert und abgestimmt haben.

    So viele Probleme haben sie früh erkannt, die dem Land später auf die Füße gefallen sind: Kriege in Kosovo und Afghanistan (zumindest in Teilen völkerrechtswidrig und schufen internationale Präzedenzfälle), Hartz 4, Schuldenbremse, ...

    Die sogenannten Patrioten hätten mal ruhig auf die Linken hören und ich sie viel früher wählen sollen.

  • Die Schuldenbremse ist nicht die Wurzel allen Übels. Es ist die Heilung des Grundproblems, dass Politiker lieber Geld ausgeben als sparen.



    Das jetzt, wo wir wieder unter 70% (regulär müsste man unter 60% sein) Schulden zu Wirtschaft sind, der Spielraum gern wieder etwas größer sein kann, sehe ich ein.

    Vermutlich braucht es einen Dreiklang: Höhere Steuern, mehr Schulden und Kürzung von Ausgaben. Wie sonst will man die massiv höheren Ausgaben für Rüstung schultern? Das wir wieder verteidigungsfähig werden müssen dürfte schwer zu bestreiten sein.

    • @Dr. Idiotas:

      nur mal so zum Verständnis: Wirtschaft wächst wenn monetär etwas dazu kommt, das ist durch Besteuerung nicht zu schaffen, da es ein Nullsummenspiel ist. Eine Einschränkung gibt es, die Umverteilung von oben nach unten, ganz simpel, weil unten mehr konsumiert, dadurch mehr Nachfrage erzeugt. Die Wirkung ist aber begrenzt.



      Soll die dt Wirtschaft wachsen braucht es Schulden, man könnte es auch kreditgestützte Investitionen nennen. Nur durch Geldschöpfung kann mehr Umsatz generiert werden.



      Unter Merkel und Schröder, brauchte D das nicht, da hat das Ausland für das Mehr gesorgt. Dass diese Zeiten wohl vorbei sind, Stichwort Zölle, Stichwort China wissen wohl mittlerweile ziemlich viele.



      Die Wirtschaft wird nicht wachsen, wenn es keine Nachfrage gibt und diese Nachfrage braucht einen Anschub, z.B. Infrastrukturinvestitionen. Wenn alle Sektoren sparen, kann niemand mehr haben als vorher, außer Jesus, der konnte aus Wasser Wein machen.



      Also entweder sinnvoll investieren, durch Kreditaufnahme und aus den Schulden herauswachsen oder eben Rezession, So simpel ist das.

    • @Dr. Idiotas:

      Und ein gerechteres Steuersystem, inklusive Besteuerung hoher Vermögen.

  • Stimme dem Tenor des Artikels zu. Monatelang aus taktischen Gründen etwas abzulehnen und nach der Wahl aus ebenso taktischen Gründen dann plötzlich holterdipolter mit der alten Mehrheit noch durchzusetzen, schadet der Demokratie wie kaum etwas anderes, zumal wenn es um dreistellige Milliardenbeträge geht.



    .



    Vermute mal, dass nicht zweckgebundene Sondervermögen rechtlich nicht möglich wären. So dass die Linke jetzt eben mitentscheiden kann, was sie mitträgt und was nicht. Einem Sondervermögen für produktive Investitionen wird sie sich gewiss nicht verweigern, wahrscheinlich auf sozialpolitischen Zugeständnissen beharren. Politisch halte ich das für richtig.



    .



    Wenn aber die neue Regierung die Verfassung nochmals für Aufrüstung ändern will, dann muss sie sich halt an die AfD-Fraktion wenden, die ihr da gewiss entgegenkommen wird. Da wären in der Hinsicht dann bei allen Beteiligten die Hosen runter.

  • Vielen Dank für diesen Kommentar!



    Es reden gerade so viele darüber, dass die Linke die Reform der Schuldenbremse blockieren würde.



    Nein, würde sie nicht.



    Sie würde lediglich dafür sorgen, dass die Schuldenbremse in Richtung aller wichtigen Investitionen geöffnet wird. Und nicht, wie aktuell geplant nur in Richtung Militärausgaben.



    Ja, die Ausgaben für das Militär sind auch in meinen Augen wichtiger als die Linke gerade annimmt. Das bedeutet aber nicht, dass es sonst keine wichtigen Ausgaben gäbe.



    Ein jetzt vorab beschlossenes Sondervermögen wird die Investitionen in Infrastruktur und Bildung schon wieder schwieriger machen als sie ohnehin schon sind.



    Ob die neue Regierung die Möglichkeit der Verschuldung in Sachen Infrastruktur dann nutzt, ist ja immer noch ihre Entscheidung. Da wird die Linke dann nicht mehr viel dagegen halten können. Aber immerhin möglich wäre es.

    • @Herma Huhn:

      Jetzt wird die linke einige Jahre zur Sau gemacht, diese linksgrünen Spinner werden alles Schuld sein, was daneben geht. Nicht umgesetzte CDU-Versprechen? Linke werden Schuld sein, etc. Die Strategie der narzisstischen, rechten Führer ist überall die gleiche.

    • @Herma Huhn:

      Bevor überhaupt Geld für die bunte Wehr ausgegeben wird, sollte man den Laden erst mal reformieren. Man braucht bloß mal die französische Armee als Vergleich heranziehen, was die mit einem ähnlichen Etat auf die Beine stellen. Die haben aber sicher auch keine Verträge mit externen Beraterfirmen, die sehr preiswert festlegen, wie die Möbelanordnung in den Mannschaftsunterkünften aussehen muß, und die kaufen auch keinen halbgaren Hightech-Schrott, der nicht mal selbst von der Truppe gewartet werden kann.

      • @Wurstfinger Joe:

        Auch eine Forderung der Linken: die Vergesellschaftung der Rüstungsindustrie. Ich vermute da ein riesiges Einsparpotential, da keine Gewinne mehr gemacht werden müssten...

  • ja, aber...



    demokratietheoretisch ist das richtig und auch ich sehe nicht ein, wieso man der cdu jetzt helfen sollte, hat sie doch 3 Jahre lang die Schuldenbremse benutzt, um die Regierung zu behindern.



    Jetzt das Aber, wenn die Schuldenbremse bleibt, wird auch die nächste Regierung scheitern, ohne Investitionen kann die Wirtschaft nicht anspringen, es müssten Soziales gegen Investitionen (oder politisch noch fataler gegen Aufrüstung) ausgespielt werden, SPD in der Regierung hin oder her, es wird nicht anders gehen.



    Ohne eine wirtschaftliche Erholung werden sich die Wahlergebnisse auch nicht ändern, eher verschlechtern. Ist es das wert?



    Die cdu braucht aber dringend ein Korrektiv, bei gelöster Schuldenbremse, man kann nur hoffen, dass SPD und Linke da etwas bewirken können.

    • @nutzer:

      Ein Sondervermögen für`s Militär noch in diesem Bundestag, wäre der Knieschuß für die Regierung Merz und eine Katastrophe für die Wirtschaft.



      Wenn dann Schuldenbremse generell reformieren.

    • @nutzer:

      Die Linke ist für eine echte Reform der Schuldenbremse.



      Die CDU will ein Sondervermögen für vorabdefinierte Ausgaben, hauptsächlich Militär.



      Man mag darüber streiten, ob Militär gerade wirklich die wichtigste Aufgabe im Land ist.



      Man sollte aber nicht hinterrücks zementieren, dass Militär gerade die einzige wichtige Aufgabe im Land wäre.

      • @Herma Huhn:

        Das sehe ich ganz genauso.



        Militär ist definitiv nicht die wichtigste Aufgabe im Lande, nur, ohne Militär wird es eben auch nicht gehen. Da kann man Putin sogar außen vor lassen, allein Trump wird die dt Regierung erpressen, falls keine Steigerung der Militärausgaben erfolgt, dem wird sich Merz nicht entziehen können, selbst wenn er der größte Pazifist wäre. In dieser Lage ist ohne gelockerte Schuldenbremse ein Ausspielen Soziales gegen Militär das wahrscheinlichste Ergebnis. Und dabei wäre nicht einmal der Wirtschaft geholfen, Kaufkraftverluste am unteren Rand, Investitionen die ins Ausland (Rüstung) fließen.... ein Nullsummenspiel für die Binnenwirtschaft.



        Bei gelöster Schuldenbremse, hätten Links und SPD zumindest theoretisch die Chance einen Sozialabbau zu verhindern und Investitionen in die Infrastruktur zu erreichen. (Sicher ist das allerdings nicht, nur eben der eine Strohhalm der gerade greifbar ist)

  • aber es ist doch so: die Linke könnte mehr Geld für Militärausgaben blockieren.



    Das als undemokratisch zu bezeichnen finde ich nicht ok. Mit Blick auf die Nazis (die halten Regeln für Paperlapapp) hielte ich das für eine gute Option.



    DAS ist ein Zeichen gegen rechts! Einigkeit. Lasst doch Merz machen. Jetzt wo er Kanzler wird, ist bekannt geworden, das er auch Lächeln kann. Und er hört gar nicht auf…

    • @SchMERZlassnach:

      Genau. Das ist ein Zeichen gegen rechts. Wenn die Linke in Einigkeit mit der AfD höhere Militärausgaben blockieren will.

    • @SchMERZlassnach:

      Seine Partei hat aber ja ausschließlich deshalb die alte Regierung handlungsunfähig geschossen und damit de facto 1,5 Jahre Stillstand in der Wirtschaftspolitik herbeigeführt.

      • @Manfred Schmid:

        Man kann durchaus der Meinung sein, daß wir vorher KEINE Wirtschaftspolitik hatten.