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Neuer Verkehrsminister Steffen BilgerKein Freund von Tempolimit und Verbrenner-Aus

Der designierte Bundesverkehrsminister Steffen Bilger bringt jahrelange Erfahrung in der Verkehrspolitik mit. Wer er ist – und wofür er sich einsetzt.

Ein Torwart sollte nicht Linksaußen spielen, hatte CDU-Finanzpolitiker Fritz Güntzler vor wenigen Tagen gesagt, als er das Amt des Bundesverkehrsministers dankend ablehnte – aus fachlichen Gründen. Jetzt hat Bundeskanzler Friedrich Merz einen Fachmann gefunden, einen, der auf dem Flügel trainiert ist: Steffen Bilger, seit 2025 Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der Unionsfraktion im Bundestag mit verkehrspolitischer Erfahrung, soll Patrick Schnieder an der Spitze des Verkehrsministeriums ablösen.

Bilger, Fan des VfB Stuttgart, wurde schon 1996 als 17-jähriger Schüler Parteimitglied. In Tübingen studierte er Rechtswissenschaft, arbeitete danach als Anwalt und gründete mit Kollegen eine eigene Kanzlei, die sich auf Verkehrs- und Energierecht spezialisiert hatte. 2009 zog er für die CDU in den Bundestag ein. Seitdem hat er sich bei allen Bundestagswahlen das Direktmandat in seinem Wahlkreis Ludwigsburg in Baden-Württemberg gesichert.

Bilger saß von 2009 an neun Jahre lang für die Union im Verkehrsausschuss des Bundestags. 2014 war er Mitglied im Eisenbahninfrastrukturbeirat, einem Gremium zur Beratung der Bundesnetzagentur.

Schon damals unterstützte er den amtierenden Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) bei dessen Plänen für eine Pkw-Maut. Das Ziel: bei nicht-deutschen Au­to­fah­re­r:in­nen Geld für die Verkehrsinfrastruktur einzutreiben, argumentierte Bilger im Jahr 2014, und sagte: „Wir sind überzeugt: Das Vorhaben ist vereinbar mit dem EU-Recht.“ Rund fünf Jahre später platzte das Projekt, der Europäische Gerichtshof beurteilte die Maut als rechtswidrig.

Staatssekretär unter Verkehrsminister Scheuer

Zur Zeit des Urteils war Andreas Scheuer (CSU) Verkehrsminister, Bilger unter ihm von 2018 bis 2021 Parlamentarischer Staatssekretär. In seiner Funktion dort machte Bilger klar, dass er nichts von einem generellen Tempolimit von 130 Kilometern pro Stunde auf Autobahnen hält. Und er warb gegen das auf EU-Ebene geplante Verkaufsverbot für neue Verbrenner ab 2035. Erst im vergangenen Jahr, dann schon als Parlamentarischer Geschäftsführer von CDU und CSU, bekräftigte Bilger im Gespräch mit RTL und n-tv: „Das Verbrenner-Aus macht keinen Sinn“, seine Fraktion sei „immer für Technologieoffenheit“ gewesen.

Das Verbrenner-Aus macht keinen Sinn

Steffen Bilger, CDU

So ging er in seiner Zeit als Staatssekretär im Verkehrsministerium auch tatkräftig gegen Umweltschützer:innen, speziell gegen die Deutsche Umwelthilfe (DUH) vor. Mit Klagen auf Fahrverbote für Dieselfahrzeuge machte die DUH Druck auf die Bundesregierung und ihre Klimapolitik. Der CDU-Bezirksverband Nordwürttemberg, dem Bilger vorsaß, beantragte daraufhin zu prüfen, „ob die Deutsche Umwelthilfe noch die Kriterien für die Gemeinnützigkeit erfüllt“.

Das Fernsehmagazin „Monitor“ warf Bilger angesichts des Antrags eine zu große Nähe zur Autolobby vor: Nordwürttemberg sei geprägt von Autoherstellern, der Ehrenvorsitzende des CDU-Bezirksverbands, Ex-Verkehrsminister Matthias Wissmann, selbst Cheflobbyist der Automobilindustrie.

Noch am späten Sonntagabend teilte Bilger in sozialen Medien mit, er freue sich, ins Verkehrsministerium zurückzukehren. Seinen Posten als Parlamentarischer ⁠Geschäftsführer muss er ohnehin räumen, weil der neue Fraktionschef Frei ebenfalls aus ‌Baden-Württemberg kommt.

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102 Kommentare

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  • Manchmal hilft einem die Herkunft geistig nur bedingt. Der Morbus Auto ist rund um Stuttgart noch so eingefressen wie kaum woanders - Ausnahmen existieren zum Glück aber auch. Und an moderner, menschenorientierter Verkehrspolitik sollte sich Bilger eher orientieren als an den Spendengeldern von Gesamtmetall an die Partei.

  • Es wird sich doch eh nichts ändern. Ein neuer Minister in der alten Regierung, mehr ist es nicht.

  • Bock, Gärtner, und so.



    Wobei sich das aktuell locker auf die gesamte Regierungskoalition und das ganze Land sagen ließe.

    Reminder: Klimaneutral bis 2045 war schon ein Witz, sie schaffen nicht einmal das.

  • Schon wieder einige Schritte zurück. Das „Autoland“ kann sich solche Minister nicht leisten. In dem Ministerium müssen alle Mobilitätsarten berücksichtigt werden. Die fossile Mobilität kann noch deutlich teurer werden. Wenn die Regierung erst später aufwacht geht es mit „Vollgas gegen die Wand“, wie der Buchtitel von Frederik Vester schon 1990 lautete. Arno Paulus SolarMobilist.

  • Eine Schlüsselfrage in diesem Zusammenhang wäre ja:

    Was wird aus Strom und Krafstoff nachdem sie durch das Fahrzeug genutzt worden sind?

    Vor einiger Zeit wurden Lehrer beim Verlassen des Schulgebäudes von Journalisten nach ihren Kenntnissen der Grundrechenarten gefragt.

    So ähnlich stelle ich mir das Ergebnis zur einleitend gestellten Frage vor.

    • @Hans - Friedrich Bär:

      Ich spoiler mal: Wärme über Luftwiderstand, Rollwiderstand, Bremsen. Verbrenner haben dabei auch noch einen richtig miesen Wirkungsgrad und heizen über den Motor auch Ihre Gemeinde ein kleines bisschen mehr auch noch direkt auf - fassen Sie mal frisch geparkten Autos auf den fiesen Vorderleib.

  • Wenn ein generelles Tempolimit von z.B. maximal 130km/h auf allen europäischen Autobahnen nicht von Brüssel vorgeschrieben wird, können wir in Deutschland bis zum Sanktnimmerleinstag warten.

    Nachdem alle Autobahnen in der EU tempomäßig beschränkt sind verstehe ich nicht, warum das nicht passiert. Es hat doch bei anderen wichtigen Dingen auch geklappt, wie z.B. aktuell der Befestigung von Schraubverschlüssen an Getränkeflaschen und früher bei der maximal zulässigen Krümmung von Bananen.

    • @Josef 123:

      1998 hatten SPD und Grüne es beide im Wahlprogramm. Schröder wurde bearbeitet. Nichts geschah.

      Erst wird die Verbrennerautolobby, gespeist durch staatliche teure indirekte Zuschüsse, absterben müssen. Dann ist es aber arg spät. Am besten Tempolimit in ein großes Paket packen, so dass Gesamtmetall dennoch weiter an Parteien spendet.

      • @Janix:

        Relativ desillusioniert aufgrund der Erfahrungen der letzten Jahrzehnte sehe ich den einzigen Weg für ein Tempolimit über die EU. Die deutsche Autolobby, die dort auf diesem Gebiet hoffentlich nicht über Quasi-Gesetzgebungsmacht verfügt, wird sich dann zwar nicht entblöden, wieder zu behaupten, die europäische Konkurrenz wolle die deutsche Autoindustrie kaputtmachen. Es wurde ja schon mal behauptet, ohne das Siegel "Autobahn-Proved" seien die PS-Boliden weltweit nicht verkäuflich. Welch ein Schwachsinn, dann dürfte es neben den entsprechenden deutschen Marken schon lange keine Ferraris oder Jaguars mehr geben: Überall auf der Welt, ausser in Nordkorea, Somalia, Afghanistan, Haiti und dem Inselstaat Dominica gibt es Tempolimits. Und trotzdem werden PS-starke Autos weltweit verkauft. Egal ob Verbrenner oder E.

        Die DUH-Forderung von 100/80/30 km/h halte ich allerdings für kontraproduktiv. Da bringt man selbst potentielle Befürworter in den Widerstand.

  • taz: *Neuer Verkehrsminister Steffen Bilger - Kein Freund von Tempolimit und Verbrenner-Aus*

    Freie Fahrt für den Klimawandel, aber so kennt man ja die CDU/CSU. 🚗🚙🚕

  • Der Niedergang der deutschen Alt-omobil-Industrie beruht auf dem Festhalten an alter Technik ohne Marktchancen. Wer auch zukünftig noch Verbrenner legitimieren will beschleunigt den Prozess und kann daher kaum als Lobbyist der deutschen Autobauer bezeichnet werden.

    Wie sind denn seine Verbindungen nach China?

    • @Bio Felix:

      Sogar Indien fördert E-Mobilität, weniger wegen des Klimawandels, aber den Smog zu reduzieren, ist ja auch ein legitimes Ziel.

  • Wenn man die aktuellen Probleme " Waldbrände in Europa, beinahe ausgetrocknete Flüsse, etc." sieht, kann man nur sagen: "Kanzler und Minister und die Mehrzahl der Unions-Abgeordneten sind - frei nach Heiner Geißler - sehr mutige (!) Frauen und Männer, denn sie lassen sich von Daten und Fakten - der Klimaforschung - n i c h t beeindrucken !!!"



    PS: Was nichts kostet - z.B. Tempolimit wie im beinahhe kompletten Rest Europas - ist NIX !

    • @Thüringer:

      Dabei vernachlässigen Sie aber schön, dass die allermeisten Tempolimits in Europa nicht aus umweltpolitischen Aspekten eingeführt wurden, sondern aus rein monetären Gründen.



      In welchem Land mit Tempolimit können Sie denn noch ohne zu bezahlen fahren?



      Die können Sie wahrscheinlich an einer Hand abzählen.

      • @Dirk Osygus:

        Es ist nicht verboten, ein Tempolimit ohne Maut einzuführen. Und es ist am Ende auch egal, aus welchen Gründen andere Länder Tempolimits eingeführt haben; an Gründen und Vorteilen gibt es nun wirklich genug zur Auswahl. Wobei ich denke, dass in den meisten Ländern die Verkehrssicherheit das Hauptargument war und nicht "monetäre Gründe".

    • @Thüringer:

      Waldbrände haben nichts mit Klimawandel zutun! Ein Wald brennt nicht ohne Hilfe des Menschen. Waldbrände sind alle menschengemacht

      • @Marcelo:

        Waldbrände werden aber schlimmer, wenn es heiß und trocken ist.

      • @Marcelo:

        Für Waldbrände in dem Ausmaß ist sehr wohl die Ursache in der Klimakatastrophe zu finden. Die extreme Trockenheit ist ungewöhnlich und allein dem Klimawandel zuzuordnen. Dazu kommt allerdings auch die Uneinsichtigkeit und Gier der Waldbesitzer, die gerne an schnellwachsenden Baumbeständen in Monokulturen festhalten - das sind Brandbeschleuniger.

      • @Marcelo:

        Na ja, ein bisschen schon. Trockenheit schafft trockene Flächen. Aber es hat eigentlich auch mehr mit der Landflucht zu tun. Viele Flächen liegen brach. Werden nicht mehr bewirtschaftet, es bildet sich Steppe, es wachsen Brombeeren usw. Ideales Futter für die Flammen. Dort wo mit Ziegen und entsprechende Kühe die Weiden bewirtschaftet werden, hat man auch keine Waldbrände bzw. brennen nicht die brachliegenden Flächen. Ergo: Stoppt die Landflucht, wir brauchen die die unsere Landschaft pflegen und erhalten.

        • @Pico :

          Hilft vielleicht, aber es kann nicht der einzige Gesichtspunkt sein. Sonst müsste z.B. der Nationalpark Bayerischer Wald, der seit 1983 völlig ohne Eingriffe von aussen auskommen muss, regelmäßig Feuersbrünsten zum Opfer fallen.

          • @Josef 123:

            Hm, der Nationalpark zeichnet sich dadurch aus, daß der mit Zähnen und Klauen gegen u.a. die umliegenden Waldbauern verteidigt werden muß. Also hat mer dort wohl ne "gepflegte Barriere" zum "Urwald".

            • @Hugo:

              Da geht es um die Bekämpfung der Ausbreitung des Borkenkäfers aus dem Nationalpark in die umliegenden Privatwälder, das hat nichts mit "Brandschutz" o.ä. zu tun.

      • @Marcelo:

        Der überwiegende Teil sicherlich.







        Aber das Ausmaß jedes Brandes wird maßgeblich durch die Natur bestimmt, sprich durch den Grad der Trockenheit der Vegetation und Böden, steigenden Temperaturen und natürlich den Windverhältnissen.







        Trockenheit und Sommertemperaturen haben gerade in Europa durch den Klimawandel extrem zugenommen; entsprechend auch die Dimension der Waldbrände.







        So hat das, was wir jetzt zunehmend an Bränden sehen, sehr wohl mit dem Klimawandel zu tun.

        • @Sisone:

          Feuer entsteht nicht alleine, da braucht es schon menschliche Hilfe. Global gesehen nehmen Waldbrände ab und werden nicht mehr. In Europa nehmen die zu weil Menschen bewusst oder unbewusst Feuer machen

          • @Marcelo:

            "Laut einem neuen Bericht des UNEP und von GRID-Arendal werden Waldbrände aufgrund des Klimawandels und der veränderten Landnutzung voraussichtlich häufiger und intensiver auftreten, wobei weltweit mit einem Anstieg extremer Brände um bis zu 14 Prozent bis 2030, um 30 Prozent bis Ende 2050 und um 50 Prozent bis zum Ende des Jahrhunderts zu rechnen ist.

            Waldbrände und Klimawandel verstärken sich gegenseitig. Waldbrände werden durch den Klimawandel verschlimmert – durch zunehmende Dürre, hohe Lufttemperaturen, niedrige relative Luftfeuchtigkeit, Blitzeinschläge und starke Winde, was zu heißeren, trockeneren und längeren Brandsaisons führt. Gleichzeitig wird der Klimawandel durch Waldbrände verschlimmert, vor allem durch die Zerstörung empfindlicher und kohlenstoffreicher Ökosysteme wie Moore und Regenwälder. Dadurch verwandeln sich Landschaften in Zündstofflager, was es erschwert, den Temperaturanstieg aufzuhalten."

            Original-Quelle: www.unep.org/news-...s-are-not-prepared

          • @Marcelo:

            Was sind das für Ablenkungsversuche(?).



            Eine dumme Zigarette, ein Stück Grillkohle reicht.

            Zünden Sie mal dann trockenes Papier an und dagegen feuchtes. Kaputte Bäume und dagegen intakte Bäume.



            Jetzt klarer? Wir wollen lieber handeln als leugnen.

      • @Marcelo:

        Durch die Änderung der Nutzung -bei uns genauso wie in Südeuropa - entstehen erst die großen Probleme. Klimawandel ist nur eine billige Ausrede.

        Im Ahrtal lag viel Holz im Fluss und hat ihn verstopft. Früher haben die Menschen das eingesammelt, z.B. zum Heizen. Heute bleibt es liegen oder wird sogar aus Naturschutzgründen eingebaut.

        In Südeuropa ist eine riesige Brandlast entstanden, weil die Tierhaltung eingestellt wurde. Früher haben die kleinen Wiederkäuer alles vernascht, jetzt wächst überall Gestrüpp, welches im Sommer natürlich trocken ist.

        • @Otto Mohl:

          "...Durch die Änderung der Nutzung -bei uns genauso wie in Südeuropa - entstehen erst die großen Probleme. Klimawandel ist nur eine billige Ausrede. Im Ahrtal lag viel Holz im Fluss und hat ihn verstopft..."







          Ich würde eher sagen, das das Holz jetzt die billige Ausrede ist.







          Die Überflutung kam durch durch extremen Starkregen, der auf bereits gesättigte Böden traf, zustande. Und selbst das hätte nicht ausgereicht, wenn die Ahr noch ein natürlicher Fluss und nicht seit 150 Jahren massiv begradigt worden wäre, um Platz für Siedlungsbau zu schaffen. Davor hatte der Fluss bei Hochwasser viele Auen, die als natürliche "Auffangbecken" dienten.







          Jetzt hat der Fluss als Auffangbecken nur noch Siedlungen...

          • @Sisone:

            Vor ca. 200 Jahren gab es ein vergleichbares Ahr-Hochwasser mit vergleichbaren Konsequenzen.

          • @Sisone:

            Natürlich hat das was mit steigenden Temperaturen zu tun. Aber eben auch mit unsere Art zu leben und zu wirtschaften bzw. eben nicht bewirtschaften. Dazu hatte ich ja schon was geschrieben. In Frankreich z.B. hat man riesige Monokulturen an Kiefernwäldern angelegt. Auf ehemalige Sumpfgebiete. Die wurden trocken gelegt. Die Kiefern in Reih + Glied gepflanzt und heute? Ja, heute brennen die wie Zunder und der trockene Torfboden gleich mit. Die Feuerwehren haben Nullchancen da was zu löschen. Nur mit Schneisen können sie (vielleicht) eine Ausweitung verhindern. Das alles weiß man seit 40 Jahren. Geschehen ist nichts. Man hätte mindestens vor 20 Jahren schon anfangen müssen diese Wälder umzubauen. Jetzt sind 20 Jahre verloren und vielleicht kauft man ein neues Löschflugzeug und geht zur Tagesordnung über. Es wird auch in "umgebauten" Wäldern brennen, nur dann eben begrenzt und mit der Möglichkeit den Brandherd klein zu halten. Das muss das Ziel sein. Da sollte investiert werden und nicht (nur) in Löschflugzeuge.

            • @Pico :

              Kein Widerspruch!







              Hauptsache, dass endlich mal allen Menschen klar wird, dass nicht nur Waldbrände, sondern auch die steigenden Temperaturen an sich und der Klimawandel überhaupt mit unserer Art zu leben und zu wirtschaften zu tun hat. Solange für Überflutungen nur Treibholz und für Waldbrände fehlende Ziegen und Kühe und für den Rest Trump und die Grünen die Ursachen sein sollen, suchen wir bequem nur Sündenböcke, um ein fatales "weiter so" zu rechtfertigen. Ich denke, da sind wir ähnlicher Meinung.

  • Die Kommentare lassen schließen, dass anscheinend einige einen anderen Typus Verkehrsminister erwartet hätten.



    Da frage ich mich schon: woher kommt diese 'Hoffnung'?



    Vielleicht hat die taz selbst zu viel Sand in die Augen der Leser gestreut, als sie die letzte Woche durch mehrere Artikel veröffentlichte, die den Kabinettsumbau Friedrich Merz' als Chance bezeichneten.



    Also eine Chance war und ist es sicherlich, aber für Friedrich Merz. Und Merz hat mit einer wirtschaftsliberalen und konservativen Agenda geworben.



    Die geht bisher nicht auf. Die logische Folge: er versucht es noch geradliniger. Siehe Linnemann als Gesundheitsminister - eine echte Axt im Walde.



    Und genau so wird nun auch das Verkehrsministerium besetzt. 100% loyal und bewiesenermaßen, da gedient unter Scheuer und Dobrindt, auf Linie.



    Ein progressiver Wandel im Verkehrsministerium war so wahrscheinlich, wie wenn Scholz damals Habeck entlassen und die BILD davon geträumt hätte, dass Habeck ein Typ Katharina Reiche als Wirtschaftsminister folgt.



    Völlig unrealistisch.



    Ebebso waren jetzige Hoffnungen im Gegenlager völlig aus der Luft gegriffen, dass Merz seinen politischen Kurs aufweicht - das Gegenteil wird der Fall sein.

    • @Astrid Sehnefeld:

      Hey, Danke für die Depressionen :)

      Merz wird jetzt nicht plötzlich zum progressiven Klimakanzler, schon klar. Trotzdem ist es ja auch für eine konservative Partei nicht verboten, riesige Probleme wie den Klimawandel zumindest zur Kenntnis zu nehmen und zu lösen zu versuchen. Von mir aus langsamer als es Grünne getan hätten, mit mehr Rücksicht auf die Konzerne, klar. Aber einfach die Neunziger auszurufen ist doch ein bißchen arg grobschnittartig, oder?

      • @FtznFrtz:

        Die 90er waren noch VW Golf III, Opel Astra F, Ford Escort und der BMW E36.



        Ohne Navi, Smartphone oder TomTom, dafür mit Kassette und Bleistift ✏️ für Bandsalat.



        Metz ruft keine 90er aus, eher 2010er.



        Und das war ja auch eine Hochzeit.

        • @Astrid Sehnefeld:

          Also nicht Heirat, sondern alles super.

          Klar ist die Politik 90er, auch vom Wording her. Neoliberalismus als Allheilmittel, Kosten runter dann läuft es wieder. War schon damals großteils falsch.

      • @FtznFrtz:

        Natürlich kann man das erwarten. Man konnte ja auch erwarten, dass SPD, Grüne und Linke irgendwann zur Kenntnis nehmen, dass eine Mehrheit der Bevölkerung seit Jahren strengere Migrations- und Sicherheitspolitik fordert. Hat nur leider auch nicht geklappt.

        Warum also sollte ausgerechnet Friedrich Merz nach der Wahl plötzlich die grüne Verkehrswende zur Herzensangelegenheit erklären? Die Union hat einen konservativen und wirtschaftsliberalen Kurs versprochen – und setzt ihn nun um. Das mag einem nicht gefallen, ist aber keine Überraschung.

        Wer darauf gehofft hat, Merz werde nach Amtsantritt heimlich zum Klimakanzler, hat ungefähr dieselben Chancen überschätzt wie diejenigen, die glaubten, linke Parteien würden ihre Migrationspolitik grundlegend an den Mehrheitswillen anpassen.

        • @Zippism:

          Ah ja, "konservativer" Kurs.



          Nichts was diese Regierung macht ist konservativ, eher passen würde hier "reaktionär".



          Und es ist wirklich angesichts von Reiche und Co. mehr als offensichtlich, dass die Koalition an der Realität vorbei agiert und vorrangig Klientelinteressen bedient.



          Aber wie war das, "zum Wohle des deutschen Volkes" "Schaden von ihm wenden"?



          Davon ist nichts zu sehen. Im Gegenteil, selbst wenn das BVerF die Herren und Damen einmal mahnt, sich an die (Grund-)Gesetze zu halten, wird gemiept und gemöht und herausgezögert wo es nur geht und der Kläger beschuldigt, auf Einhaltung der Gesetze zu pochen.



          Ein Trauerspiel.

          • @V. Ohneland:

            Bemerkenswert ist, dass für manche jede Regierung, die nicht grün-links regiert, sofort "reaktionär" ist und angeblich "gegen das deutsche Volk" handelt.

            Vielleicht ist die einfachere Erklärung, dass die Wähler andere Prioritäten haben als Sie. Das nennt sich Demokratie.

            Sie verwechseln Ihre politische Enttäuschung mit einer objektiven Zustandsbeschreibung. Dass eine Regierung Ihre Vorstellungen nicht umsetzt, ist kein Beleg dafür, dass sie an der Realität vorbeiregiert – sondern zunächst einmal dafür, dass bei der Wahl eine andere Mehrheit entstanden ist.

        • @Zippism:

          Ach ja, die Migration. Dass selbst bis in die Grünen hinein keiner mehr sagt, dass eine liberale oder menschliche Migrationspolitik sein soll müssten Sie dann halt auch einmal zur Kenntnis nehmen. Mal von 2015 abgesehen hat auch Merkel eine ignorante Abschirmungspolitik gemacht. Die Realitäten sind da durch die AfD komplett verzerrt worden, offenbar auch bei Ihnen und den Herrschaften die rechts wählen.



          Merz wird kein Klimakanzler mehr, da bin ich bei Ihnen. Bin ja froh, wenn er es nicht noch schlimmer macht.

          • @FtznFrtz:

            Gerade Ihr erster Satz widerspricht Ihrer ursprünglichen Kritik. Erst werfen Sie mir vor, ich würde ignorieren, was die Bevölkerung wolle. Jetzt räumen Sie selbst ein, dass sogar die Grünen ihre Migrationsrhetorik geändert haben. Warum wohl? Weil sie jahrelang gegen den Mehrheitswillen argumentiert haben und dafür an der Wahlurne abgestraft wurden.

            Und was die AfD betrifft: Nicht sie hat Kommunen überfordert, Unterkünfte gefüllt oder Messerangriffe begangen. Sie hat diese Entwicklungen politisch genutzt. Ursache und politische Reaktion zu verwechseln, ist ein häufiger Fehler.

            Beim Klima gilt übrigens dasselbe Prinzip: Auch dort wird die Union ihre Schwerpunkte anders setzen als Grüne oder Linke. Das kann man kritisieren – aber überrascht sein sollte darüber wirklich niemand.

  • Offensichtlich ist dieses Ministeramt eine dauerhaft männliche Domäne und ein Hort des gepflegten Konservatismus. Für notwendige visionäre Impulse zur Transformation als ökologisch kompatible Verkehrswende sehe ich wenig neue und zugleich produktive Potenziale.



    "Bilger, Fan des VfB Stuttgart"



    Da ist im Zentrum des Ländle, der Landeshauptstadt, die wahrscheinlich größte Kulmination von Fehlentscheidungen an einer Großbaustelle in Deutschland adressiert.



    "Stuttgart 21



    Und dann nimmt die Bahn-Chefin den Hinterausgang"



    Bei sueddeutsche.de



    Weite dort:



    "Die Deutsche Bahn verschiebt den Start des neuen Stuttgarter Tiefbahnhofs auf Dezember 2031 – nun auch offiziell. Die Probleme hätten sie „erschüttert“, sagt Evelyn Palla. Wie geht es jetzt weiter?"

    • @Martin Rees:

      „Die von den Projektgegnern bis hin zu Ministerpräsident Kretschmann prophezeiten und herbeigesehnten Unsummen im dreistelligen Millionenbereich haben sich klar als das entpuppt, was sie sind: Falsche Prophezeiungen.“

      Zitat Stefan Bilger im Jahr 2012 zu Stuttgart 21. Bilger versichert in seiner Rede, dass der Kostenrahmen von 4,5 Milliarden Euro eingehalten werden kann.



      Quelle: Augsburger Allgemeine

  • Toll.. wieder mein Fortschritt im Verkehrssektor. Weitere Jahre der Stagnation können beginnen, Hurra.

  • Typisch CDU und Deutsche Fetische "Autobahn" und Verbrennerauto", während (fast) alle Europäischen Staaten Tempolimit haben!

    • @Eulennest:

      Europaweit ist ein Trend zu Geschwindigkeitserhöhungen wahrzunehmen - beispielsweise haben Italien und Tschechien Autobahnabschnitte erprobt, die auf 150 km/h begrenzt sind.



      Ich bin für ein sachliches Tempolimit:



      30 in Ortschaften, 80 auf Landstraßen, 100 auf Bundesstraßen und unbegrenzt auf Autobahnen.



      In Ortschaften, wo Fußgänger, Fahrradfahrer, Autos und LKW aufeinandertreffen muss mehr Sicherheit her.



      Die Landstraße muss auch besser gezügelt werden, da hier die meisten tödlichen Unfälle geschehen.



      Bundesstraßen sind zumeist sehr gut ausgebaut und Fahrräder und Fußgänger sind dort keine Verkehrsteilnehmer - daher Tempo 100 angebracht.



      Autobahnen sind die sichersten Straßen Deutschlands gemessen an gefahrenen Kilometern zu Unfällen. Baulich getrennt, Pannenstreifen, Mindesgeschwindigkeit 60 km/h. Ein Tempolimit ist hier nicht notwendig.



      Wer das aus Umweltschutzgründen anders sieht, müsste auch Züge im Tempo begrenzen, weil natürlich auch die mehr Bremsabrieb, Verschleiß und Energie verbrauchen, wenn sie schneller fahren 🤷



      Die individuelle Mobilität ist ein hohes Gut - in Deutschland besonders.



      E Autos fahren zumeist eh nur 170 bis 180, Kleinwagen 140, da brauchts kein Limit mehr

      • @Astrid Sehnefeld:

        >Autobahnen sind die sichersten Straßen Deutschlands gemessen an gefahrenen Kilometern zu Unfällen. Baulich getrennt, Pannenstreifen, Mindesgeschwindigkeit 60 km/h. Ein Tempolimit ist hier nicht notwendig.<



        .



        >Studien zeigen, dass Tempolimits die Zahl der Verkehrstoten deutlich senken können. Eine Untersuchung der Ruhr-Universität Bochum ergab, dass ein Tempolimit von 120 km/h auf Autobahnen die Zahl der Verkehrstoten um rund 35 Prozent reduzieren könnte, was etwa 58 Menschenleben pro Jahr entspricht,<



        .



        Abdul B. => eine Tote durch Attentat



        Verkehrsminister => 58Tote durch Ignoranz



        .



        Wer ist schlimmer?

        • @test_name:

          "Studien zeigen, dass Tempolimits die Zahl der Verkehrstoten deutlich senken können."



          Können - nicht müssen.



          Ich kenne genauso viele Studien dagegen. Beispiel die USA. Die fahren extrem langsam auf ihren Autobahnen und haben trotzdem unendlich viele tödliche Unfälle.



          Warum? Weil sie auch rechts überholen dürfen, LKWs teilweise genau so schnell fahren dürfen wie Autos, die Führerscheinausbildung sehr verkürzt ist, es keinen TÜV gibt, undundund.



          Deutsxhlabds Autobahnen sind extrem sicher. Unsere Ausbildung und Überwachung von Fahrern und Fahrzeugen ist vorbildlich.



          Durch Tempo 80 auf der Landstraße oder Tempo 30 innerorts lassen sich deutlich mehr Leben retten als durch 120 auf der Autobahn.

          • @Astrid Sehnefeld:

            >Ich kenne genauso viele Studien dagegen.<

            Der Reifen platzt - kann immer mal passieren und passiert auch. Sie fahren 200 ich fahre 100 - wer ist wohl besser dran und hat bessere Chancen zu überleben?



            .



            Sekundenschlaf + Stauende - wer ist besser dran?



            .



            Die Aussage, dass die erlaubte Geschwindigkeit nichts mit Verkehrstoten zu tun haben soll, disqualifiziert sie für diese Diskussion weil sie physikalische Gegebenheiten - Energie beim Abbremsen in Bewegung befindlicher Masse - ignoriert.



            .



            Man kann sich sicher darüber streiten, ob es um 58, 25 oder 150 Todesfälle im Jahr geht. Die Behauptung dass Schnellfahren nicht gefährlicher ist als Langsamfahren ist aber hanebüchen.

      • @Astrid Sehnefeld:

        "Die Landstraße muss auch besser gezügelt werden, da hier die meisten tödlichen Unfälle geschehen.

        Bundesstraßen sind zumeist sehr gut ausgebaut und Fahrräder und Fußgänger sind dort keine Verkehrsteilnehmer - daher Tempo 100 angebracht."

        Selbstverständlich sind Fahrräder und Fußgänger auch auf Bundesstraßen Verkehrsteilnehmer. Landes- und Bundesstraßen unterscheiden sich nicht unbedingt baulich. Auch autobahnähnlich gebaute Straßen sind nicht nur für Autos, solange es nicht Kraftfahrstraßen sind.

        Gleichermaßen hat die Autobahn keineswegs 60 km/h Mindestgeschwindigkeit. Einzig die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit muss über 60 km/h liegen. Die tatsächliche Fahrgeschwindigkeit kann wegen Technik, Steigung, Wetter, Sicher, Fahrer oder sonstwas auch unter 60 km/h liegen.

        Die Negierung eines Tempolimits über die Eisenbahn schlägt vollkommen fehl. Ein Zug befährt seinen Abschnitt immer exklusiv und der Bahnverkehr wird von außen geregelt und kontrolliert.

        Quasi das weltweit einzige Land ohne Tempolimit, als ob wir den Stein der Waisen gefressen hätten und die Welt dann doch mal am deutschen Wesen genesen solle. Mit Tempolimit wär's für unsere Autohersteller auch einfacher.

        • @Dasbi Nich:

          "Selbstverständlich sind Fahrräder und Fußgänger auch auf Bundesstraßen Verkehrsteilnehmer."



          Wo und wann sehen Sie Fahrräder und Fußgänger auf einer Bundesstraße?



          Einmal im Jahr?

      • @Astrid Sehnefeld:

        „Ich bin für ein sachliches Tempolimit:"



        --



        Das „hohe Gut" der individuellen Mobilität wird durch Tempo-Regelungen kaum eingeschränkt. Sicherheit hingegen wird erhöht und die Zahl der Personenschäden wird reduziert.



        Bei ihrem polemischen Vergleich zum Bahnverkehr haben Sie das Thema Sicherheit und Personenschäden (bewusst?) ignoriert....

        • @Mondschaf26:

          Nachklapp: Den durchschnittlichen Prokopf-Energieverbrauch eines ICE je reisender Person bei Höchstgeschwindigkeit finden Sie sicherlich im Internet.

          • @Mondschaf26:

            Nachklapp: ihr ICE hält in Berlin, Halle, Erfurt, Nürnberg, München.



            Die 500 Kilometer dazwischen lässt er links liegen.



            ICEs sind was ganz tolles von Großstadt zu Großstadt - so lange diese entlang der Strecken liegen.



            Für alle anderen - Großstädte abseits der Bahnlinien, kleine Städte, und Dörfer - sind ICEs ein Strich in der Landschaft der schnell an Ihnen vorbeisaust...🤷

    • @Eulennest:

      Die europäischen Staaten haben auch die Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen im Blick. E-Mobilität ist weltweit auf dem Vormarsch, doch hier wird immer weiter von "Aus-für-Verbrenner-Aus" schwadroniert. Wieso sollten wir uns denn auch nach vorne bewegen, wenn Stillstand doch viel bequemer ist....

    • @Eulennest:

      Niemand wird gezwungen schnell zu fahren, die Freiheit besteht darin es tun zu können aber es nicht zu müssen. Funktioniert doch in Deutschland sehr gut so, warum ändern?

      • @Flocke:

        Wann waren Sie das letzte Mal auf der Autobahn unterwegs? Dort sieht man deutlich, dass nichts funktioniert. Fällt aber evtl nicht so auf, wenn man selbst als Raser und Drängler unterwegs ist.

        • @warum_denkt_keiner_nach?:

          Gestern! Bin ca. 50000 Km/Jahr im Auto, häufig auch Europ. Ausland und USA. Deutscher Straßenverkehr funktioniert im internationalen Vergleich sehr gut. Hohes Tempo in sehr dichtem Verkehr (USA überall um die großen Städte), fehlender Abstand ( USA, Frankreich, Italien, Holland, Spanien, Schweiz) , Rechtsüberholen( Frankreich, Italien) sind in diesen Ländern durchaus häufig und ich fühle mich in Deutschland in der Summe des Verhaltens aller regelmäßig am Besten.

          • @Flocke:

            Das hohe Tempo ist für einige möglich, weil andere ständig Platz machen müssen. Für die nicht eiligen sind unsere Autobahnen einfach Streß.

            Fehlenden Abstand und rechts überholen gibt es in D auch zur Genüge. Das ist nichts ausländisches.

            • @warum_denkt_keiner_nach?:

              Gegenseitige Rücksicht und Rechtsfahrgebot ist ja auch kein Problem für alle Verkehrsteilnehmer, es sei den man ist ein hartnäckiger Mittelspurfahrer, die zunehmend endemisch sind.

              • @Flocke:

                Ein Tempolimit würde auch die Spurhopserei auf den Autobahnen begrenzen. Dann fahren die, die das Tempolimit ausschöpfen, links und die langsameren rechts. Funktioniert im Ausland meist recht gut.

                Das ist übrigens dann tatsächlich gegenseitige Rücksichtnahme.

      • @Flocke:

        Wo funktioniert das denn in Deutschland? Einige Beispiele wären schon interessant....

        • @Perkele:

          Z..B. A 5 südlich Walldorf bis Basel. Nördlich Bad Homburg, A49 , A7 südlich Kassel im gesamten Verlauf, A8 München bis Ulm, weite Strecken der A81. Läuft dort da ausbauzustand, regeln und Verkehr zusammen funktionieren.

    • @Eulennest:

      Es liegt wohl nicht an der Politik alleine.



      Jedenfalls zeigen die TomTom Verkehrsdaten keine Abnahme der Durchschnittsgeschwindigkeit durch jetzt höhere Spritpreise. Am Geld liegt es also auch nicht.



      Und die Autozulassungen sind auch auf einem Höchststand, bis auf die Stadtstaaten.

      • @fly:

        @Fly: Ja, solange sich das Fahrverhalten nicht bemerkbar ändert, solange ist der Sprit offenbar nach wie vor zu billig. Es wird weiterhin schnell, leer, abstandsverweigernd, beschleunigungsintensiv und kurz gefahren.

      • @fly:

        Wer Geld sparen muss, fährt längst langsamer. Und den anderen ist der Verbrauch egal. Die Möglichkeiten, Dinge über den Preis zu steuern, sind begrenzt.

      • @fly:

        Also heißt es: Meine Freiheit!!!!!

        Naja, wird es halt so wie Golfspielen. Ein Luxushobby. Und wer diesem nachgeht, der ist gesellschaftlich auch was wert.

        • @Troll Eulenspiegel:

          Beim Golfspiel werden zumindest keine Unbeteiligten drangsaliert und gefährdet.

  • Dobrindt und Scheuer sind in der Tat keine guten Referenzen.

    Ich bin übrigens neulich in Oberbayern mal wieder ein längeres Stück Autobahn gefahren - wegen zahlreicher Baustellen mal 80km/h, mal 60km/h, oft 100km/h, selten mehr. Sorry, Leute, das mit dem Tempolimit geht wunderbar! 130km/h wäre ein Traum, 120km/ wie in der Schweiz ein deutlicher Gewinn.

    Mein eigener Vorschlag: Tempolimit von 100km/h für alle, die mit fossilen Kraftstoffen fahren, für alle anderen kein Limit!

    • @Aurego:

      Interessant. Dann erweitern wir das Prinzip doch gleich: Wer mit Gas heizt, darf die Wohnung nur auf 19 Grad erwärmen. Wer Fleisch isst, bekommt kleinere Teller. Und wer zweimal im Jahr fliegt, hat gefälligst im Zug zu stehen.

      Manche Vorschläge scheinen weniger von Verkehrspolitik als von der Freude am Erziehen der Mitbürger zu leben. Dass Autobahnen wegen Baustellen zeitweise nur mit 80 oder 100 km/h befahren werden können, ist übrigens kein überzeugendes Argument für ein dauerhaftes Tempolimit. Baustellen sind eine Ausnahme – keine Blaupause für den Normalzustand. Aus Ausnahmen allgemeine Regeln abzuleiten, ist eine bemerkenswert kreative Form der Argumentation.

      Und die Idee, Elektroautos ohne Tempolimit fahren zu lassen? Physik ist leider erstaunlich ideologieresistent: Bei 220 km/h unterscheidet sich die Aufprallenergie nicht danach, ob der Wagen mit Strom oder Benzin fährt. Sicherheit scheint hier plötzlich zweitrangig zu sein – Hauptsache, das richtige Antriebsetikett klebt auf dem Auto.

      • @Zippism:

        " Wer Fleisch isst, bekommt kleinere Teller." Danke - sehr wirklich lustig.

        "Physik ist leider erstaunlich ideologieresistent: Bei 220 km/h unterscheidet sich die Aufprallenergie nicht danach, ob der Wagen mit Strom oder Benzin fährt."

        Das ist ein wirklich sehr wichtiger Aspekt.

        Es gibt noch einen physikalischen Aspekt, der in dieser Diskussion von keinem Teilnehmer genannt wurde:

        Der Windwiderstand = Energieverbrauch des Fahrzeugs = Erwärmung der Umgebungsluft des Fahrzeugs durch Verwirbelung und Reibung ist proportional zum Quadrat der Fahrtgeschwindikgkeit.

        200x200=40.000



        130x130=16.900



        100x100=10.000



        80X80=6.400



        60x60=3.600



        usw.

        Darum geht´s ja gerade ? Dass es zu warm wird, oder ?

        Physik ist ideologieresistent weil die meisten ideologisch kreativen Abgeordneten Juristen und Verwaltungsangestellte sind, denen Physik ab Mittelstufe zu schwer war.

      • @Zippism:

        Inzwischen sind Baustellen und Abschnitte mit Tempolimit eher der Normalzustand als die Ausnahme.

        • @Aurego:

          Ein kurzer Blick in Richtung KI sagt sie liegen falsch:

          "Gesamtes Autobahnnetzca. 13.200 km100 %



          Baustellenbereiche ca. 1.982 km15,0 %



          Dauerhaftes Tempolimitca. 3.564 km 27,0 %



          Zusammen 5.546 km42,0 %

          Wichtiger Hinweis: Diese 42 % sind ein theoretischer Maximalwert. In der Praxis gibt es erhebliche Überschneidungen, weil nahezu jede Autobahnbaustelle gleichzeitig ein Tempolimit (meist 60 oder 80 km/h) besitzt. Das heißt, viele der 1.982 km Baustellen sind bereits in den tempolimitierten Abschnitten enthalten oder kommen zumindest zeitweise hinzu."

          • @Zippism:

            Mit dauerhaftem Tempolimit sind es also bereits mehr als 25% der Strecken. Das sind wahrscheinlich auch die stärker genutzten Strecken.

            Aber auch unter diesen Umständen wäre man mit einem flächendeckenden Tempolimit von 120km/h wie in der Schweiz nicht wesentlich länger unterwegs. Ich wäre dafür.

            • @Aurego:

              Danke. Dann sind wir uns zumindest einig, dass die Aussage "Baustellen und Tempolimits sind der Normalzustand" so nicht haltbar war. Ob ein generelles Tempolimit sinnvoll ist, ist eine andere Diskussion. Dafür gibt es eigene Argumente – aber nicht das von Ihnen ursprünglich genannte.

              • @Zippism:

                Mehr als 25% sind keine Ausnahmen mehr und auf vielen stark frequentierten Autobahnen ist es bereits eine Art Dauerzustand.

                Es lassen sich mehr plausible Gründe für ein allgemeines Tempolimit finden als dagegen.

                • @Aurego:

                  Sie verschieben gerade die Torpfosten. Ausgangspunkt war Ihre Behauptung, Baustellen und Tempolimits seien heute der „Normalzustand“. Nachdem sich das so nicht halten ließ, lautet das Argument nun: „Es gibt ohnehin viele Tempolimits.“ Das ist aber etwas völlig anderes.

                  Dass auf manchen stark frequentierten Autobahnen häufiger Baustellen und Begrenzungen vorkommen, bestreitet niemand. Daraus folgt aber weder, dass dies der Normalzustand des gesamten Autobahnnetzes ist, noch dass ein generelles Tempolimit deshalb überflüssig oder selbstverständlich wäre.

                  Für ein generelles Tempolimit kann man durchaus mit Sicherheit, Verkehrsfluss oder Emissionsminderung argumentieren. Das sind legitime Positionen. Nur waren das eben nicht Ihre ursprünglichen Argumente. Sicherheit scheint für Sie allerdings ohnehin kein ausschlaggebendes Argument zu sein – schließlich haben Sie selbst vorgeschlagen, Elektroautos ohne Tempolimit fahren zu lassen. Das wäre eine merkwürdige Definition von Sicherheit.

                  • @Zippism:

                    Ach Gottchen! Und Sie verstehen sich also als den schlechthinnigen Faktenchecker?



                    Die meisten E-Auto-Besitzer fahren ohnehin relativ gemütlich, weil sie nicht ständig Boxenstops einlegen wollen. Es würde den E-Autokauf attraktiver machen, wenn E-Autos kein Tempolimit hätten, was wiederum der Umwelt nützt.



                    Die nächste Steigerung, die sich in den kommenden Jahrzehnten durchsetzen wird, sind autonom fahrende E-Autos. Damit wird sich die Mobilität gewaltig ändern. Die deutsche Verbrennerindustrie wird dann irgendwann genauso sterben wie die Diskussion über Tempolimits.

                    • @Aurego:

                      Von „Baustellen sind der Normalzustand“ über „25 % sind keine Ausnahme mehr“ bei der großen Zukunftsvision vom autonomen E-Auto gelandet. Die Argumentation entwickelt sich schneller weiter als die Ladeinfrastruktur.

                      Nein, ich verstehe mich nicht als „schlechthinigen Faktenchecker“. Ich habe lediglich darauf hingewiesen, dass eine konkrete Behauptung („Baustellen und Tempolimits sind der Normalzustand“) mit den verfügbaren Zahlen nicht stimmt.

                      Dass viele E-Auto-Fahrer heute nicht dauerhaft 200 km/h fahren, ist richtig – aber daraus folgt nicht, dass ein theoretisch erlaubtes Rasen bei Elektroautos plötzlich sicherer oder physikalisch anders wäre.

                      Und die Idee, man mache E-Autos attraktiver, indem man ihnen ein Privileg ohne sachlichen Zusammenhang gibt, ist auch eher Symbolpolitik als Verkehrspolitik

                      Was die autonome Mobilität angeht: Möglich, dass sie vieles verändert. Bis dahin fahren allerdings noch Menschen mit menschlichen Fehlern auf deutschen Autobahnen.

                      Von der ursprünglichen Aussage „Baustellen und Tempolimits sind der Normalzustand“ sind wir inzwischen bei „die Zukunft wird anders“. Das ist zwar ein weiter Weg, aber immerhin eine bemerkenswerte argumentative Reise.

                      • @Zippism:

                        Natürlich sind Baustellen und Tempolimits trotz Ihrer Einlassungen der Normalzustand. Sie werden wenige Autobahnen finden, auf denen Sie längere Strecken fahren können, ohne Baustellen und Tempolimits zu begegnen. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass von der Gesamtstrecke nur etwas mehr als 25% ein Tempolimit haben. Sie können gerne alle Autobahnen um München herum (nach Frankfurt bzw. Berlin, Lindau, Stuttgart, Salzburg etc.) selbst ausprobieren.

                        • @Aurego:

                          Sie wechseln erneut zwischen zwei völlig unterschiedlichen Aussagen.

                          Ihre ursprüngliche Behauptung lautete, Baustellen und Tempolimits seien der Normalzustand auf deutschen Autobahnen. Als sich das mit den Zahlen nicht halten ließ, lautet das Argument plötzlich: „Man begegnet ihnen auf vielen Fahrten.“ Das bestreitet niemand.

                          Dass man auf einer längeren Fahrt irgendwann an einer Baustelle oder einem Tempolimit vorbeikommt, ist etwas völlig anderes als die Behauptung, sie seien der Normalzustand des Autobahnnetzes. Nach derselben Logik wäre auch ein Stau der Normalzustand – schließlich begegnet ihm fast jeder Autofahrer irgendwann.

                          Ihre Beispiele beschränken sich zudem auf den stark belastete Räume.. Von regionalen Hotspots auf den Zustand des gesamten deutschen Autobahnnetzes zu schließen, ist keine belastbare Argumentation, sondern eine Verallgemeinerung.

                          Wenn Sie für ein generelles Tempolimit argumentieren möchten, gibt es dafür gute und diskutierbare Gründe. Nur Ihr ursprüngliches Argument trägt diese Schlussfolgerung nach wie vor nicht.

                          • @Zippism:

                            Stark belastete Räume sind die Stellen, wo, rein statistisch gesehen, die meisten Menschen unterwegs sind.



                            Was ich über das Tempolimit geschrieben habe, ist weiterhin eine gangbare Idee, die nicht nur von mir vertreten wird. Wenn Sie weiterhin mit kleinteiligen Argumenten den Zustand der Autobahnen verteidigen wollen, machen Sie ruhig.

    • @Aurego:

      Nochmal: wenn unterschiedliche Fahrzeuge unterschiedlich schnell fahren dürfen braucht es unterschiedliche Fahrspruren, weil es sonst zur Behinderung des Verkehrs kommt, ist also nicht umsetzbar. Und auch Elektroautos haben verschleiß und Reifenabrieb und sollten nicht durch Raserei mehr Vebrauchen als unbedingt nötig. Also: wenn Tempolimit, dann auch für alle. Alles andere bekommt auch nemandem vermittelt

      • @PartyChampignons:

        Sie Witzbold! Wann waren Sie zum letzten auf einer deutschen Autobahn unterwegs? Da fahren jetzt schon alle mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten! Von 50km/h bis 300km/h ist alles dabei.

        • @Aurego:

          Wenn alle Benziner nur 100 fahren dürfen, dann fahren die Elektrofahrzeuge auch automatisch 100 weil sie von den Benzinern blockiert werden. Ist doch eigentlich logisch oder? Macht also keinen Sinn. Die Realtität auf deutschen Autobahnen kenne ich, hat aber nichts mit dem Erstellen sinnvoller Regeln zu tun, die müssen in sich schlüssig sein und das ist es nicht!

          • @PartyChampignons:

            LKWs dürfen auch nicht beliebig schnell fahren und halten die anderen kaum auf. Dafür gibt es bei Autobahnen ja mehrere Spuren nebeneinander ...

    • @Aurego:

      Natürlich ein Tempolimit. Aber für alle. Elektroraser gibt es schon genug. Die muss man nicht noch fördern.

    • @Aurego:

      "Mein eigener Vorschlag: Tempolimit von 100km/h für alle, die mit fossilen Kraftstoffen fahren, für alle anderen kein Limit!"



      Da bin ich sofort dabei. Das habe ich selbst schon vorgeschlagen.



      Das wäre aus meiner Sicht auch der einzig nicht ideologisch gefärbte Grund für ein Tempolimit - Anreiz zum Umstieg auf Stromer.



      Stromer freie Fahrt, Verbrenner wegen Abgasen drosseln.



      Klare Sache und eine vernünftige Abwägung zwischen Innovation, persönlicher Freiheit und Umweltschutz.

      • @Astrid Sehnefeld:

        Die E-Auto-Verkäufe würden dann - auch ohne Prämie - sofort durch die Decke schießen. Und so ein 100er Schild auf der Heckscheibe eines BMW X7 ist einfach peinlich.

  • Zum Glück gibt es weiterhin Menschen die schneller fahren und viel mehr Sprit tanken wollen. Mit der damit bezahlten Mineralölsteuer, CO2-Abgabe und Mehrwertsteuer werden meine Straßen finanziert. Leider wird dadurch die Luft nicht besser.

    • @Gummistiefel:

      @Gummis: Steuern dienen immer und ausschließlich der Finanzierung des Gesamthaushaltes. Unterscheidet sich bei Alk, Nikotin, Sprit, Glücksspiel und Sexarbeit nullkommanull.

    • @Gummistiefel:

      Da muss ich Sie enttäuschen. "Ihre" Straßen werden von uns allen finanziert, wie auch die restlichen Kosten des Autoverkehrs. Autofahrende zahlen ein paar Steuern mehr, zu Recht, weil sie mit ihren schweren Fahrzeugen, die von uns allen finanzierten Straßen weitaus stärker belasten, als die ohne Auto. Die Reparaturen wiederum zahlen dann wieder Alle. Und Ihr Argument hinkt weiter: Wer schneller fährt, verursacht mehr Kosten. Und die gesonderten Einnahmen decken die entstehenden Kosten nur zu einem Bruchteil.

    • @Gummistiefel:

      Das reicht dummerweise vorne und hinten nicht für "Ihre" Straßen. Aber keine Sorge - es sieht nocht danach aus, dass Menschen ohne Auto darum herumkommen, Sie zu bezuschussen.

    • @Gummistiefel:

      Das sind nicht "Ihre Straßen".

  • Soll die Ernennung von S.Bilger als Verkehrsminister heißen, das es F. Merz mit dem Umweltschutz nicht so ernst nimmt?

    • @StevenK:

      Aber wie kommen Sie denn darauf?



      Er liebt doch sein Sauerland.



      /s

  • Hat irgendjemand was Anderes erwartet? Etwa, dass eine progressive Verkehrspolitik gestaltet wird? Stattdessen nun der nächste Lobbyist im Ministerrang.

  • Hat mal wieder etwas sehr Trostloses, diese Kabinettsumbildung. Wieder kein Freund der Bahn, der irrwitzigerweise gegen das Verbrenneraus ist (das dann hoffentlich eben der Markt besorgt), na ja BaWü-CDU, jetzt auch nicht sooo überraschend.



    Die Schwarzen drehen am Rad, und sie drehen es zurück, dabei wäre so viel in Richtung Zukunft zu tun. Leider wollten es die Leute anders, also kämpft die Politik gegen die Veränderung, die sie nur bremsen, aber nicht aufhalten kann, was am Ende dazu führt, dass andere die Autos und Bahnen der Zukunft bauen, eine bessere Infrastruktur haben.



    Dazu kommt noch die polithandwerkliche Rumpeligkeit, wie Merz auch diesen Wechsel größtmöglich vergrützt hat. Schnieder anzählen, im Ungewissen lassen, was sollte das? Bis dieser dann selbst dem Unfug ein Ende machen wollte und selbst sein Amt zur Verfügung stellte. Und jeder, der abwinkte winkte hinterher in die Medien. Man fragt sich, welche Amateurtruppe da im Kanzleramt unterwegs ist, ausdrücklich inklusive Chef.