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Merz bei TrumpFan-Besuch in Washington

Bei seinem Besuch im Weißen Haus will Bundeskanzler Merz auf keinen Fall bei Trump anecken: Er wagt nicht ein kritisches Wort zum Angriff auf den Iran.

„Deutschland ist großartig“, findet zumindest US-Präsident Trump. Friedrich Merz am Dienstag zu Gast im Oval Office Foto: Mark Schiefelbein/ap
Anna Lehmann

Aus Washington

Anna Lehmann

Die Verhaltensregeln für die Presse im Oval Office sind streng. Klingelton aus, nicht gegen den Schreibtisch rennen, berühren verboten. Also: immer schön die Balance wahren. Das galt auch für den deutschen Bundeskanzler, der am Dienstagvormittag mit dem US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump zusammensaß. Friedrich Merz war der erste europäische Staatsgast, den Trump nach den Angriffen auf den Iran im Oval Office empfing. Es war auch der erste größere Auftritt Trumps seit Beginn des Kriegs am Samstag.

Das mit der Balance klappte nicht ganz: Merz wollte auf keinen Fall anecken, sich aber auch nicht gänzlich vereinnahmen lassen für den Angriff der USA und Israel auf den Iran – ein völkerrechtswidriger Krieg mit ungewissem Ausgang, der bereits jetzt hunderte zivile Opfer gefordert hat. In seinem kurzen Eingangsstatement sagte Merz: „Wir sind uns einig, dass dieses schreckliche Regime in Teheran gestürzt werden muss“. Man werde aber auch „über die Zeit danach sprechen. Darüber, was dann geschieht, wenn sie gestürzt sind“.

Trump dankte es seinem Gast aus Deutschland mit lobenden Worten: Merz sei ein sehr erfolgreicher Mann, mache seine Arbeit sehr gut und sei sehr beliebt. Trump nannte ihn einen „Freund“ und überhaupt sei Deutschland „großartig“, lobte er die Haltung der Bundesregierung zum Krieg.

Trump nannte ihn einen Freund, Deutschland sei „großartig“, lobte er die Haltung der Bundesregierung mit Blick auf den Iran.

Weniger gnädig urteilte Trump über Alt-Kanzlerin Angela Merkel, die spanische Regierung und den britischen Premierminister. Mit „Angela“ habe es ein paar Probleme gegeben, die Migration zum Beispiel. Der britische Premier sei „kein Churchill“ und die spanische Regierung möge er gar nicht. Schrecklich habe sich Spanien verhalten, als es den USA untersagt habe, seine Stützpunkte für die Angriffe gegen Iran zu nutzen, sagte Trump. Er wolle Geschäfte mit dem Land einstellen. Wenn er wolle, könne er jeglichen Handel mit Spanien abbrechen – „Kann ich ein Embargo verhängen?“, wandte er sich an seinen Handelsbeauftragten, der wie ein Statist in der zweiten Reihe stand und eilfertig zusicherte, dass das natürlich möglich sei.

Und Merz? Hörte mit unbewegter Miene zu wie Trump erst über seine Vorgängerin, dann über einen der wichtigsten sicherheitspolitischen Verbündeten und eines der größten EU-Länder herzog. Auf Nachfrage entgegnete er lediglich, man werde Spanien an das 3,5-Prozent-Ziel der Nato erinnern. Ansonsten ließ er sich freudig das Knie tätscheln und machte gute Miene zum skurrilen Spiel.

Eigentlich wollte er über Zölle reden

Geplant war der Besuch bei Trump schon seit mehreren Wochen, eingeladen hatte der amerikanische Präsident. Ursprünglich hatte Merz mit Trump über Zölle reden wollen und über Russlands Krieg gegen die Ukraine. Doch das Großthema Iran drängte seine Anliegen an den Rand.

„Wir müssen auch über die Ukraine sprechen“, kündigte er während der öffentlichen Trump-Show an. Die Ukraine stehe ganz oben auf seiner Prioritätenliste, versicherte daraufhin Trump. Aber da sei ja dieser entsetzliche Hass zwischen Putin und dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj.

Bei seinem Resümee zeigte Merz sich zufrieden: Man sei sich einig in der Bewertung des Mullah-Regimes und dem Interesse an einem Ende des Krieges, trotz aller Risiken. Auch das Thema Zölle und den Krieg in der Ukraine habe er angesprochen. Erstere schadeten beiden Ländern, bei letzterem habe er Trump gebeten, mehr Druck auf Russland auszuüben.

Beim Mittagessen habe er Trump auch auf kritische Themen angesprochen, sagte Merz, er habe den Konflikt aber nicht auf offener Bühne austragen wollen.

Ob Bitten helfen?

Ob Bitten bei Trump helfen? Um ihn gewogen zu stimmen, hatte Merz diesmal ein Faksimile des ersten Handelsvertrages zwischen Preußen und den USA aus dem Jahr 1785 dabei. Mal sehen, ob er den Wink versteht.

Seine Botschaft zum Irankrieg an Trump hatte der deutsche Kanzler schon bei seinem ersten Statement zum Irankrieg am Sonntag im Kanzleramt geprobt. Bei allen Zweifeln teile man viele Ziele, sagte Merz, etwa die Beendigung des iranischen Nuklear- und Raketenprogramms. Aber eben nicht alle.

Wie will man denn Putin gegenübertreten, wenn er das Völkerrecht bricht, oder Xi Jinping, wenn er sich Taiwan einverleiben will?

Stefan Liebich, Rosa-Luxemburg-Stiftung

Ob der Plan aufgehen kann, durch Militärschläge von außen einen politischen Wandel aus dem Inneren heraus herbeizuführen, hatte Merz schon am Sonntag in Zweifel gezogen. Es bleibt völlig unklar, wie lange der Krieg dauern und wer das Land künftig regieren soll. Auch Trump konnte diese Frage nicht beantworten. „Die meisten Leute, die ich im Kopf hatte, sind tot.“

Das Völkerrecht? Merz: Ein Dilemma

Bereits im Vorfeld machte Merz die völkerrechtlich fragwürdige Dimension gar nicht auf. „Das ist jetzt nicht der Zeitpunkt, um unsere Partner und Verbündeten zu belehren“, hatte Merz vor Abreise forsch verkündet. Es sei eben ein Dilemma – der Iran stelle eine Bedrohung dar, sowohl für die eigenen Bür­ge­r:in­nen als auch für Israel und die Region. Viele Verhandlungsrunden und mehrere europäische Sanktionspakete hätten nichts bewirkt. Das kommt einer Kapitulation der europäischen Diplomatie gleich.

„In der Außenpolitik geht es um Werte und Interessen und im Moment fallen die Werte hinten runter“, meint der Leiter der Rosa-Luxemburg-Stiftung in New York, Stefan Liebich. Er glaubt, dass sich das rächen wird. „Länder im Globalen Süden werden Deutschland an seine doppelten Standards in Bezug auf das Völkerrecht erinnern“, sagt Liebich der taz. „Wie will man denn Putin gegenübertreten, wenn er das Völkerrecht bricht, oder Xi Jinping, wenn er sich Taiwan einverleiben will?“

Cathryn Clüver Ashbrook, Transatlantikexpertin bei der Bertelsmann-Stiftung, findet es dennoch „nicht unwichtig, dass Merz in Washington ist und auf der Weltbühne wahrgenommen wird, als der Kontaktpunkt von Trump zu Europa“. Vor dem sagte sie der taz: „Entscheidend ist, dass Merz sich nicht ins Bockshorn jagen lässt. Europa darf nicht in einer reinen Reaktionsposition verharren, sondern muss die eigenen Stärken betonen.“ So sieht es auch Liebich: „Trump reagiert auf klare Positionen und starke Typen, aber nicht auf Duckmäusertum und vorsichtiges Andeuten. Merz kann ja auch mal sagen, dass Ramstein kein US-Territorium ist.“

Zudem, das zeigt der gemeinsame Auftritt mit Merz auch, gerät Trump innenpolitisch unter Druck. Trump musste sich im Weißen Haus Fragen nach seiner Strategie für die Evakuierung amerikanischer Staatsbürger gefallen lassen und zu den Gefahren, die von diesem Krieg ausgehen.

„Jetzt kommen Amerikaner in Body Bags nach Hause, und Trump hat angekündigt, dass es nicht das letzte Mal sein wird“, sagt Clüver Ashbrook. „Das ist eine Ohrfeige für die MAGA-Bewegung, denn ihr Friedensfürst hatte etwas ganz anderes versprochen.“ Gleichzeitig sorgten steigende Lebenshaltungskosten und Benzinpreise für Unzufriedenheit. Sie erwartet große Schwierigkeiten für die amerikanische Volkswirtschaft. (mit Agenturen)

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57 Kommentare

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  • Zuhause beleidigt er die hart arbeitenden Menschen und belehrt sie mit erhobenem Zeigefinger und kuscht dann international vor aus der Zeit gefallenen Despoten.



    Dieser Mann repräsentiert mich nicht. In keinster Weise!



    Ich erkenne ihn nicht an, ich respektiere ihn nicht und stehe auch nicht hinter ihm.



    Friedrich Merz verkörpert so vieles von dem, was ich für schädlich und falsch auf dieser Welt erachte.

  • Der Kanzler blamiert uns mindestens vor Europa, wahrscheinlich sogar vor der ganzen Welt:

    "Alvarez enttäuscht von Merz / Grundsätzlich läuft die Handelspolitik über Brüssel, von dort erhofft sich Spanien Rückendeckung. Apropos: Von Deutschland vermisse man die Solidarität im Moment, erklärte Spaniens Außenminister José Manuel Albares. Dass Bundeskanzler Friedrich Merz neben US-Präsident Trump saß und nicht reagierte, als der Spanien beschimpfte, kann Albares nicht verstehen: 'Wenn jemand mit einem Land die gleiche Währung teilt, den gleichen Wirtschaftsraum, könnte man die Solidarität erwarten, die Spanien mit Dänemark zeigte, als es dort Zolldrohungen gab wegen des Streits um die Unabhängigkeit Grönlands.' Albares sagte, er habe auch Merz' Vorgänger Angela Merkel und Olaf Scholz gekannt, das sei damals schon ein anderer europäischer Geist gewesen, so Spaniens Außenminister."

    (tagesschau / Christian Sachsinger, ARD Madrid, tagesschau, 04.03.2026 • 13:44 Uhr)

    Die hatten halt "Politiker" gelernt und nicht Vermögensverwalter.

    Merz gefährdet die Solidarität unserer Nachbarn, wen wir mal darauf angewiesen sein sollten. Der Mann scheint ungeeignet für den Job zu sein.

  • Im Kreise der senilen oder pubertierenden Minister der USA hat Merz eigentlich eine ganz gute Figur gemacht. Ich sehe im hintergrund das Gold und vorn ein Flugzeug. Ist das die Sammlung im Pflegeheim?

  • Naja, wenigstens die Parteitagsdelegierten der CDU finden Merz klasse. Der sich selbst auch. Und Trump und die SPD offensichtlich ebenfalls. Also alles prima.

  • Es tut körperlich weh, dieser Posse zuzuschauen. Wie will dieser Mensch jemals wieder den europäischen Regierungschefs unter die Augen treten, die dieser Rüpel beleidigt hat? In seinem Beisein, ohne dass er etwas dagegen unternommen hat. Ein bedauernswert armes Licht.

    • @Thomas Raukamp:

      Es wird kolportiert, Merz sei Trumps Lieblings-Europäer. Wie wird Mann das?

    • @Thomas Raukamp:

      "Ein bedauernswert armes Licht."



      Eine echte Führungspersönlichkeit für ganz Europa.

  • Im Internat nannten wir solche Charaktere Schleimer...



    Heutzutage, in Merz seiner Position und damit einhergehender Verantwortung, könnte man es auch als charakterlose Diplomatie umschreiben.



    Aber muss Kanzler dafür extra in die USA reisen, reicht da nicht jeden Tag ein Strüßken goldener Blumen zu senden und ordentlich überteuerte Verträge bei Trump für Gaslieferungen und in mit den Rüstungsindustrien aus den USA abzuschließen ?

    • @Alex_der_Wunderer:

      "muss Kanzler dafür extra in die USA reisen"



      Die Frage können Sie sich angesichts Trumps wahrgenommener eigener Bedeutung vermutlich selbst beantworten, oder?

    • @Alex_der_Wunderer:

      Ist Diplomatie in Wort und Schrift nicht immer charakterlos?



      Wo war denn dann Merkel oder gar der Scholz charaktervoller? Oder Habeck in Katar.



      Es geht beim Außendienst um deutsche Interessen (Flüssiggas beim Habeck, EURO Rettung bei der Merkel, jetzt/derzeit eben um den Nuklearschirm inkl. NATO Stabilität) und nicht darum zu zeigen wie toll denn Weltfrieden wäre. Da sind dann andere Formate da.... durchaus wieder mit Merz und Trump, aber dann eben auch noch andere.

      • @Tom Farmer:

        Maybe - Aber kann es nicht sein, dass dieser vielbesprochene Nuklearschirm spätestens unter Trump nichts anderes ist als pure Behauptung? Wie all der "mögliche" Schutz durch die amerikanische Weltmacht? Musste ja glücklicherweise seit der Berlinblockade nie bewiesen werden. - Bleibt lediglich zu hoffen, dass wir nie in eine Situation geraten, in der wir uns auf Agent Orange, seinen "Kriegsminister Headset" und die ganze evangelikale Sippe verlassen müssen...

  • Das Treffen war eine Spiegelung der Kräfteverhältnisse. Wer mehr erwartet hatte, träumt noch. Merz hat eine guten Job gemacht. Typen wie Trump muss man die Eier kraulen, auch wenn es einem stinkt. Alles andere wäre kontraproduktiv. Das ist nun mal Diplomatie.

    • @Ismir Elend:

      Zumindest solange Trump uns bei den Eiern hat.

  • Es gab mal Kanzler, die waren gegen Kriegsteilnahme. Dieser jetzige Kanzler begrüßt einen Krieg, der aus der Verhandlungsphase heraus begonnen wurde. Unrechtsstaat geg. Unrechtsstaat geg. Völkerrecht. Zudem spricht er Iran ( zugeg. Schweinesystem ) ab, sich zu verteidigen. Merzwürdiges Verhalten.

  • An alle die hier Merz kritisieren für seinen Umgang mit Trump haben noch nicht kapiert welchen Stellenwert Deutschland noch hat.



    Wirtschaftlich schlingern wir von einer Krise in die nächste, Militärisch sind wir, zwar mit Rekordschulden für Investitionen aber durch einen Unfähigen Minister, heute schlechter dran als vor 4 Jahren, Schulden steigen, Arbeitsleistung sinkt.



    Deutschland ist somit sicherlich das letzte Land das auf dicke Hose machen sollte und andere belehrt !!

    • @Günter Witte:

      Wenn einer weder für voll genommen wird, noch für voll genommen werden will, sein Beitrag zu was auch immer nicht der Rede wert ist, hätte BlackRocky vielleicht wenigstens die Reisekosten sparen können...

    • @Günter Witte:

      @ Günter Witte



      Zudem, unserem Kanzler ging es bei dem kleinem Plausch mit seinem verehrten Imperalisten, ja nicht um Verstöße gegen Völkerrechte und um die UN, sondern um die, vor Leben und Tod stehenden Zölle für old Germany, nicht wahr...

  • Es ist sinnlos so zu tun, als könne Merz den Trump irgendwie ändern. Oder er solle mal bestimmte Sätze sagen, damit sich hier in DE ein paar Menschen besser fühlen, wegen der Bestätigung der eigenen Grundwerte und Überzeugungen.



    Merz muss die Interessen Deutschlands wahren und verteidigen. Und das schafft man nicht durch Besserwisserei bei einem Narzissten. So hat er das nicht ganz schlecht gemacht: Den Gegenüber schwadronieren lassen, die eigenen Interessen wahren.

    • @Tom Farmer:

      Kann man allgemein vielleicht so sehen. Aber zu Spanien hätte Merz was anderes sagen müssen. Die Botschaft, die hängenbleibt, ist: Deutschland unter Merz ist bereit, seine europäischen Partner an die USA zu verkaufen, wenn's dafür ein paar Streicheleinheiten vom Babo gibt. Damit handelt Merz m.E. gegen deutsche Interessen. Spanien ist keine Größe, die sich mal so herumschubsen lässt.

  • Ein Staatsbesuch ist doch sinnfrei, wenn man nichts gescheites hinbringen oder abholen kann. Was kam nun heraus? Diesmal gab es noch keine Abreibung, das kommt also demnächst mal. Kanzler, also Deutschland, war Staffage für nonstop-nonsense Gepöbel über Spanien und UK. Und das in billigster Gaga-Gold-Kulisse mit Flugzeugmodellphallus auf dem Tisch als Symbol der Korruption. Wo waren an der Wand die Fotos von Hochzeiten auf Sylt? Nice. Und wir mittendrin. Cheap.

    • @Olne:

      Im Kerosinverballern war er halt immer schon gut und "hat immer mehr GAs gegeben".

  • 'Nach oben buckeln, nach unten treten', so kennt man Friedrich Merz.

    • @Ricky-13:

      @ Ricky-13



      Wieviel % von unserer Bevölkerung, den etwas über 80 Millionen Deutschen, meint Merz wohl mit seinem [ UN ]Verhalten zu vertreten ?



      Echt nur noch zum Fremdschämen unser BlackRocky & den anderen Europäischen Staaten zudem teilweise dabei mal ebend vor den Kopf gestoßen, unser Möchtegern - Ansager der Europäischen Union....

  • Danke, liebe CDU-Wähler, für das Oberschoßhündchen, das auf dem Bauch durchs Weiße Hause gekrochen ist.



    Immerhin kommt so keine deutsche Arroganz auf, ist ja auch etwas.

  • Das wußten wir schon in den 80ern: "Der Ami hat den Weg von der Barbarei zur Dekadenz ohne den Umweg über die Kultur gemacht!" Leider sind unsere Wirtschaftsinteressen für alles gut, außer für Konfrontation. Der "Kunde" könnte abspringen.

  • Jedes Mal, wenn ich Friedrich Merz sehe, werde ich traurig, wenn ich daran denke, dass wir stattdessen Robert Habeck als Kanzler hätten haben können.

    • @Turban:

      "Wirtschaftsminister Robert Habeck verbeugt sich tief beim Besuch in Katar." Ich mag den Habeck. Aber musste er sich wirklich in Katar so ranwanzen.



      www.deutschlandfun...uessiggas-100.html

      • @Il_Leopardo:

        wohl wahr...

      • @Il_Leopardo:

        Die eine Verbeugung versaubeutelt den Planeten natürlich wesentlich mehr als das Ranwanzen des Regierungschefs mit seiner Ministerauswahl an Banken, Energiekonzerne und andere Lobbyriesen, also an das Kapital schlechthin.

        • @Erfahrungssammler:

          @ Erfahrungssammler



          ...und da denkt nun mancher treuer Untertan, er hat durch demokratische Wahlen doch Leutz aus dem Volke, sozusagen Leutz " wie du & ich " legitimiert, seine Interessen wahrzunehmen, doch da reibt so mancher sich die Augen 🙈 Vetternwirtschaft 👀, Vetternwirtschaft & Korruption, gewachsene Strukturen aus Politik, Industrie & Wirtschaft destabilisieren unsere Demokratie - oh weh 🤑

  • Er hat in China nichts kritisches gesagt, warum dann in den USA ! Wahrscheinlich hat ihn die deutsche Wirtschaft schon gebrieft nichts Kritisches zu sagen, da es sonst neue Zölle gibt!



    Schlimm, dass wir uns eine eigene Meinung und Haltung nicht mehr leisten können !

  • Könnte es nicht eher evidente und essenzielle Zusammenhänge mit der militärischen Logistik geben, die das Verhalten erklären?



    Drehscheibe, Drehkreuz, Scharnier, Base:



    Ramstein wäre für eine Erklärung gut.



    "Militärschlag gegen Iran: Ohne diese US-Basis in Deutschland wäre der Angriff nicht möglich gewesen



    Die USA greifen Iran an – und eine Airbase in Deutschland spielt eine zentrale Rolle. Was Flugexperten beobachten und was Juristen besorgt. Eine Analyse."



    Bei berliner-zeitung.de



    "Flugdatenauswertungen und Beobachtungen von Luftfahrtexperten dokumentierten einen drastischen Anstieg der Flugbewegungen. Personal und Material wurden über Ramstein in Richtung Naher Osten verlegt – etwa über Al Udeid (Katar) und andere Basen. Ramstein fungierte dabei als das, was es seit Jahrzehnten ist: das zentrale Scharnier zwischen dem amerikanischen Heimatkontinent und den Einsatzgebieten jenseits des Mittelmeers."



    Offensichtlich ist im derzeitigen Dunkelfeld des Völkerrechts die Rolle Deutschlands in juristischen Bewertungen nicht ganz so eindeutig für den bundesdeutschen Musterschüler als Klassensprecher (wie der POTUS vielleicht denkt: aus der "Vasallenklasse").

  • Alter, was ist aus dem Oval Office geworden.



    Kitsch und Klunker in der "Höhle des Löwen".



    Erschütternd.



    Aber Geschmack kann man nicht kaufen.

    • @So,so:

      Ich bin mal auf das neue Kanzleramt gespannt.

  • Merz hat wieder mal alle Erwartungen erfüllt. Er ist der peinlichste Kanzler seit 1871. In Europa auf den Putz hauen und in Washington Trumps Schoßhund. Eben alles wie erwartet.

    • @warum_denkt_keiner_nach?:

      Machen Sie Ihrem Nickname alle Ehren und denken Sie mal nach. Was hätte Merz davon, Trump auf offener Bühne zu kritisieren, außer, dass Sie das vielleicht gut fänden? Nicht ein einziger Vorteil ergibt sich daraus.



      Diplomatie ist immer die Wahl zwischen dem größeren und dem kleineren Übel und da hat es sich bewährt, hinter den Kulissen und hinter verschlossenen Türen offen zu reden und Probleme zu klären. Denken Sie an Bearbock, mit ihrer offenen Kritik bspw. an China hat sie nichts erreicht, außer dass sie nirgendwo mehr empfangen wurde (und wenn, dann durfte sie mit einem Staatssekretär reden wie im Nahen Osten). Wenn man tatsächlich etwas erreichen will, ist Diplomatie das richtige Mittel und nicht laute Töne in der Öffentlichkeit.

      • @Bommel:

        Wobei Diplomatie und Diplomatie ein wenig zweierlei sein können. Welche Art Diplomatie ein Trump versteht sehen und hören wir täglich. Dem muss man vermutlich genauso blöd kommen um akzeptiert zu werden. - Gut sicherlich nicht grade vor seinen Lakaien oder wenn Kameras laufen..



        In der asiatischen Welt läuft sowas traditionell eben ganz anders. Wer dort zu laut wird (oder auch nur so empfunden, insbesondere als deutlich jüngerer Mensch) verliert schnell ein für allemal sein Gesicht (wörtlich zu nehmen) und ist damit kein Verhandlungspartner mehr. Durchaus auch ein Grund warum Amerikaner China oder Japan nie verstehen werden...

      • @Bommel:

        >Was hätte Merz davon, Trump auf offener Bühne zu kritisieren.<

        Den Respekt der freien Welt.

      • @Bommel:

        Wenn Trump gegen unserem Partner und Verbünden Spanien eine Blockade verhängen will, weil sich das Land an Völkerrecht hält, darf Merz nicht schweigen. Da muss er widersprechen.



        Besonders wenn er in der EU, wie angekündigt, eine Führungsrolle übernehmen will. Mit seiner Kriecherei macht er sich und unser Land lächerlich.



        Und wenn er schon nicht widersprechen will, hätte er wenigstens zu Hause bleiben können.

        • @warum_denkt_keiner_nach?:

          Merz ist nicht Bundeskanzler, um zu "widersprechen" sondern um Deutschlands Interessen zu wahren, auch gegenüber dem wichtigsten NATO-Bündnispartner (das sind sie immer noch und damit unsere Schutzmacht, auch wenn es unter dieser US-Regierung schwerfällt, das zu akzeptieren). Im Gegensatz zu Ihnen finde ich, dass Merz in diesem Zusammenhang seinen Job ganz gut macht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er Trumps Aussagen gerne unkommentiert lässt, aber er hat nun mal eine bestimmte Rolle wahrzunehmen - s.o.



          Im übrigen - hatten Sie nicht vor einiger Zeit in einem anderen Artikel vorgeschlagen, ganze Bataillone nach Grönland zu senden und den Herren im Weißen Haus mit Atomwaffen zu drohen?

          • @TerryX:

            Merz vertritt ganz gewiss nicht Deutschlands Interessen, wenn er sich und uns vor den europäischen Partnern zum Obst der Woche macht...

          • @TerryX:

            Deutschlands wichtigstes Interesse ist, sich mit unseren Partnern in der EU zu solidarisieren, wenn sie bedroht werden.



            Die angebliche Schutzmacht USA existiert nicht mehr. Wer glaubt, Trump würde auch nur einen Finger rühren, um uns zu beschützen, wenn der Kanzler nur ordentlich buckelt, hängt in überholten Vorstellungen fest.



            Wir können uns nur noch auf uns selbst und unsere europäischen Freunde verlassen. Aber wenn Merz diese weiter verrät, sieht es auch damit essig aus.

            "...ganze Bataillone nach Grönland..."

            Ja. Hatte ich vorgeschlagen. Ist die Sprache, die Trump versteht. Für Bücklinge hat er nur Verachtung. Und Grönland will er natürlich immer noch...

        • @warum_denkt_keiner_nach?:

          "Wenn Trump gegen unserem Partner und Verbünden Spanien eine Blockade verhängen will, weil sich das Land an Völkerrecht hält, darf Merz nicht schweigen. Da muss er widersprechen."

          Meine Güte, seit Jahren brabbelt Trump tagtäglich irgendwelches Zeug. Will Zölle, Embargos, etc. gegen alles und jeden verhängen. Will raus aus aus der NATO, droht Kanada mit Annektion, will Grönland bestzen, Kriege in 24h beenden etc. Der Großteil davon passiert nicht oder wird von Gerichten kassiert.



          Schlimm genug, dass die daueraufgeregte Öffentlichkeit liebend gern über jedes Ministöckchen springt, dass der Orangen da aus der Hosentasche holt. Dass Merz wegen sowas in der aktuellen geopolitischen Lage, Trump im Weißen Haus vor laufenden Kameras nicht zurechtweist, ist diplomatisch gesehen wesentlich schlauer, als für ein paar Klatscher die Konfrontation zu suchen.

          • @Deep South:

            "... seit Jahren brabbelt Trump tagtäglich irgendwelches Zeug."

            Ja. Und er arbeite mit seiner Clique daran, diese Dinge umzusetzen. Natürlich kann man das herunterspielen, weil er ständig seine Taktik ändert. Die Ziele haben sich nicht verändert. Und ein Ziel wird er mit Merz Hilfe auch erreichen. Die EU zu spalten und zu zerstören.



            Ein Kanzler ohne den Ansatz von Rückgrat, ist genau das, was er benötigt. Merz hat ja nur die große Klappe, wenn es darum geht, auf Schwache einzudreschen...

  • „Trump-Freund“ Merz



    Da ihm leider eine klare Haltung in Bezug auf das Völkerrecht fehlt, reist er mit doppelten Standards durch die Welt.



    Was wird er sagen, wenn Xi Jinping sich Taiwan einverleiben will?



    Der italienische Philosoph Alberto Toscano bringt die Problematik in seinem Buch auf den Punkt und bezeichnet den modernisierten Rechtsextremismus als „Spätfaschismus“.



    So werden mutmaßliche Kriegsverbrecher aus Afrika zum Beispiel vor dem Internationalen Gerichtshof zur Verantwortung gezogen, aber die „weißen Männer“ genießen weiterhin die Aufmerksamkeit der „Brüderschaft“ von Herren wie Friedrich Merz.



    Guten Morgen Deutschland!

    • @Okay:

      China will sich Taiwan einverleiben, dass steht außer Frage und wird von den Chinesen auch so kommuniziert. Auch ein Völkerrecht wird sie davon nicht abhalten. Das Einzige, was sie ggfls davon abhalten wird, ist die darauf folgende Reaktion der USA, Japan und anderen. Im Moment ist es leider so, dass das Völkerrecht keinerlei Schutz bietet, nur glaubhafte Stärke. Es nützt derzeit nichts, sich aufs Völkerrecht zu berufen. Je eher das verstanden wird, umso besser, auch für Deutschland.

      • @Bommel:

        >Auch ein Völkerrecht wird sie davon nicht abhalten.<

        Sicher nicht. Völkerrechtlich ist Taiwan ein Teil Chinas.

  • Grundsätzlich bei ich ein Freund der Diplomatie.



    Es ist auch überhaupt nicht nachvollziehbar, warum diplomatische Gespräche zwischen den USA und Iran in einem Krieg münden.



    Gesprächsbereitschaft war vorhanden.



    Die Tatsache, dass die USA erst nach Tagen Botschaftspersonal in den Nachbarstaaten reduziert, spricht für eine spontane Eingebung bei trump.



    Der Argumentation der Atombombengefahr geht Merz direkt auf den Leim und CDU sowie CSU folgen der fadenscheinigen Erläuterung.



    Dass mit ein paar Luftangriffen ein Regime nicht zu stürzen ist, ist hingegen die Meinung unabhängiger Beobachter*Innen.



    Die britische Regierung hält sich diesmal wohlweislich zurück, schließlich hat sie mit fadenscheinigen ( hier bewiesen falschen) Bombenargumenten bereits einen verlustreichen Krieg an der Seite der USA geführt.



    "Deutschland" stellt sich verbal aber direkt an die Seite trumps.



    Dem widerspreche ich. Es ist gut, dass die SPD und die Grünen den Wert des Völkerrechts anmahnen. Da gibt es nicht zwei und es gibt einen internationalen Gerichtshof.



    Manchmal, Herr Merz, ist Schweigen die bessere Art der Diplomatie. Schweigen und zu Hause bleiben.



    Außenminister sollten auch erst denken und dann reden.

  • Eine sehr betont faire Darstellung des Kanzlerbesuches. Nun gut, ein starkes Europa hat er aber nicht präsentiert. Eigentlich ist gar nicht klar, was er dort überhaupt wollte.

  • Merz sollte zumindest intern einiges ansprechen: Dass Europa einig ist und auch so adressiert werden will. Dass Völkerrecht auch für den Großen Bruder gilt und warum der ohne Zielzustand dahinter sich in einen Krieg hineinziehen ließ. Und eine große Reihe von Grönland mit Zoll.



    Ramstein ist in der Tat für die Staaten bei Lufteinsätzen zentral, um nur einen Punkt zu nennen, wenn es denn Hardball sein soll.

    Es wird eine Zeit nach Trump geben, und dafür dann hat Deutschland mit Merz sein Kapital ungut verspielt.

    • @Janix:

      "Dass Europa einig ist"



      Ernsthaft?



      "Dass Völkerrecht auch für den Großen Bruder gilt"



      Nee, tut es offenbar nicht. Und nun?

      Mit solchen Behauptungen würde sich Merz bei Donald doch nur lächerlich machen...

      • @Encantado:

        Ernsthaft sollte EU-Europa mit einer Stimme sprechen, das größte Land darin muss sich also intensiv abstimmen und nicht in Form von Merz mal schwächlich extemporieren.

        Doch, gilt bekanntlich auch für die USA. Deren Auffassung sollten wir eben nicht übernehmen.



        Versöhnlicher: ... and carry a big stick schadet bei Trumps nie. ;-)

  • „Kann ich ein Embargo verhängen?



    Warum nur ein Embargo. Das kannst du doch besser, Donald! Einfach in Spanien einmarschieren. Problem erledigt!



    Und welchen Sinn hatte eigentlich der Besuch des Kanzlers. Eine weitere Geste der Demut, der Unterwerfung. Mehr war es doch nicht!

  • Er mag sich ja meinetwegen mit Kritik zurückhalten - aber was er getan hat, war, seine Senilität, Ahnungslosigkeit, und Verachtung für das Völkerrecht vor laufenden Kameras zu paradieren:

    "Wenn nun dieses Regime an sein Ende kommt, dann ist das eine gute Nachricht für den Iran, für die Menschen im Iran", aber "man weiß nicht, ob der Plan aufgeht, ob die Militärschläge von außen einen politischen Wandel nach innen heraus ermöglichen", und "dieser Plan ist nicht ohne Risiko."

    Junge. Es GIBT KEINEN PLAN.

    Trump und Netanyahu maken einfach shit up as they go.

    Ich verlange ja gar nicht, dass Merz sich das Evakuierungschaos am Golf anschaut, damit er merkt, dass hier GAR NICHTS geplant wurde, sondern einfach aus der Hüfte geballert, schlimmer als 2003 im Irak.

    Einmal aus seiner geistigen Umnachtung aufwachen und auf die Preise schauen, wenn er an einer Tankstelle vorbeichauffiert wird - ist das echt zu viel verlangt vom BRD-Regierungschef?

    Naja, am Ende sind dann wieder "Linke und Grüne" an Rezession und Inflation schuld.



    Denn dass die Union nie zu ihren Fehlern stehen wird - DARAUF ist Verlass!

    • @Ajuga:

      Schließe mich an und denke das gleiche - hätte das jedenfalls nicht besser formulieren können...

  • Die Zeiten der Bittsteller sollten doch besser der Vergangenheit angehören.



    Merz braucht womöglich Nachhilfe Unterricht von Sanchez. Spanien. Die wissen wie's geht.



    Peinlicher Stiefel Putzer. Das Trump nur reagiert, wenn man ihn herrausvordert, hat Merz wohl vergessen. Gerade das Zoll-Thema, komplett vergeigt.



    Verpflichtet ist Merz nicht zum Kuscheln, sondern Europa zu präsentieren. Kann er nicht. Er kann nicht mal Kanzler.

  • Ein Glück, dass unsere Verbündeten die Guten sind, so wie wir. Da muss man sich nicht gegenseitig belehren.

    Die Bösen, die dürfen nicht das Recht brechen, das wäre böse. Wir, die Guten, brechen nicht das Recht, weil wir gut sind.

    Kurz dachte ich die Welt wäre komplex dabei ist es einfach nur gut und böse. Jetzt bin ich beseelt, ich gehöre zu den Guten.