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Gen-Z-Proteste Den Erfolg nicht von rechten Krawallmachern kapern lassen

Anna Klöpper

Kommentar von

Anna Klöpper

Trotz rechter Panikmache gingen Zehntausende mit der Gen Z auf die Straße. Zeit, über ihre Forderungen zu reden.

W as war das jetzt eigentlich, mag man sich mit Blick auf die zurückliegenden Gen-Z-Proteste in vielen deutschen Städten am Wochenende fragen. Über was müssen wir denn nun reden? Darüber, dass es gewaltsame Ausschreitungen gab, teils sogar Plünderungen von Geschäften, wie in Frankfurt am Main geschehen? Oder sollte man nicht eher bemerken, dass angesichts der großen Panikmache aus konservativen Kreisen und ihren medialen Sprachrohren eigentlich sogar sehr wenig Krawalle und Gewalt passiert sind? Und was macht man mit der Zahl von – laut aufrufendem Bündnis „Gen Z regelt“ – 120.000 Teil­neh­me­r*in­nen bundesweit: Top oder Flop?

Vielleicht fängt man genau hier mal an: 120.000 Teilnehmer*innen, die an einem nasskalten Oktobernachmittag für reichlich weit gefasste Forderungen – „für ein bezahlbares Leben“, „mehr Geld für Schulen“, „Nein zur Wehrpflicht“ – auf die Straße gehen, sind selbstverständlich ein Erfolg. Auch Familien, ältere Menschen und Gewerkschaftsmitglieder sind dem Protestaufruf gefolgt, obwohl sich keine namhaften Organisationen dem Aufruf angeschlossen hatten, im Gegenteil: Die Bun­des­schü­le­r*in­nen­kon­fe­renz hatte sich im Vorfeld sogar noch klar distanziert, weil nicht erkenntlich sei, wer genau hinter „Gen Z regelt“ stehe und was eigentlich der Fokus der Proteste sein solle.

Viele sind dennoch solidarisch mit der Gen Z auf die Straße gegangen. Und das, obwohl im Vorfeld besonders aus den Reihen der Union, fleißig unterstützt von Polizeigewerkschaft und Springer-Medien, massiv Ängste vor Randale à la Frankreich geschürt wurden – gerne mit rassistischen Ressentiments versehen. Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Alexander Throm, sprach von einer „Kaperung“ der Proteste durch Linksextremisten und Kriminelle aus dem migrantischen Milieu, der Bundesvorstand der Polizeigewerkschaft via Bild gleich von „Krawallmigranten“, die von der Polizei „keine Gnade“ erwarten dürften.

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Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten linken Meinungsspektrums.

Dass die Sicherheitsbehörden unmittelbar vor dem Protesttag überhaupt „keine weitergehenden Erkenntnisse zu konkreten Gewaltaufrufen oder zu geplanten gewalttätigen Ausschreitungen“ hatten, ging als Randnotiz unter.

Es ist also ein Erfolg, dass 120.000 Menschen solidarisch und friedlich protestiert haben, obwohl nach Kräften versucht wurde, das zu verhindern. Oder vielmehr: Obwohl von rechts maximal versucht wurde, das Krawallnarrativ für die eigene Agenda zu instrumentalisieren. Es ist übrigens auch positiv, dass es Krawallmachern, ob nun von antikapitalistischer Dringlichkeit erfüllt oder nur an neuen Sportschuhen interessiert, höchstens punktuell gelang, die Demos zu „kapern“.

Nun wird die Frage sein, worüber die Politik eigentlich nach diesem Wochenende zu reden hat. Die SPD hat inzwischen einen Bildungsgipfel gefordert. Gute Idee und höchste Zeit, sich endlich inhaltlich mit den sehr legitimen Forderungen der Gen Z zu beschäftigen.

Anna Klöpper

Anna Klöpper Leiterin taz.eins

Seit 2011 bei der taz. Leitet gemeinsam mit Sunny Riedel das Ressort taz.eins. Hier entstehen die ersten fünf Seiten der Tageszeitung, inklusive der Nahaufnahme - der täglichen Reportage-Doppelseite in der taz. Davor Ressortleiterin, CvD und Redakteurin in der Berliner Lokalredaktion. Themenschwerpunkte: Bildungs- und Familienpolitik.
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51 Kommentare

  • elektrozwerg

    Ich fand die Demo in Frankfurt absolut harmlos. Da geht bei der Eintracht regelmaessig mehr ab. Es liefen zwar die ueblichen Verdaechtigen mit, bei denen es den Plakaten und Rufen nach eher nicht um Bildung ging, aber diese waren vergleichsweise zahm. Ob das nur die Ruhe vor dem Sturm war, kann ich nicht beurteilen, ich bin net solang geblieben.



    Was die Demo betrifft bin ich etwas enttaeuscht, aber vielleicht erwarte ich zuviel fuer das erste mal. Hat sich fuer mich eher wie ein Schulausflug angefuehlt.



    Ich kann verstehen, dass die Polizei sich nach den Erfahrungen in anderen Laendern vorbereiten muss, aber kann man die Wasserwerfer nicht 1, 2 Strassen weiter parken? Ein bissl mehr Fingerspitzengefuehl waere da angebracht gewesen, schliesslich handelte es sich grossenteils um Minderjaehrige auf ihrer ersten Demo.



    Wie waere es, wenn die selbternannten Demokratieretter die Demokratie mal zur Abwechselung staerken wuerden, zB in dem man die demokratischen Rechte der friedlichen Demonstranten anerkennt? Dazu gehoert auch, nicht bei jeder kleinen Lappalie die Demo anzuhalten, denn das ist absolut unverhaeltnismaessig und untergraebt das Versammlungsrecht.

  • Chaos-NRW

    Es waren hier Linksextremisten, die die eigentlich friedlichen Proteste gekappert haben, keine "rechten Krawallmacher". Man muss die Realität schon weit ausklammern, um das nicht zu sehen.

  • Jens Köster

    Dass die friedlichen Proteste von Krawallmachern für Ihre Zwecke missbraucht werden, war nicht nur zu befürchten, es ist auch eingetreten. Anstatt die üblichen Schähungen auf nicht linke Presse, wäre ein Beitrag hilfreich, ob es sich tatsächlich um linksradikale und migrantische Täter handelte, so wie in Frankreich. Wenn dem nicht so wäre wäre, hätte der Autor mit seinem links vs. rechts Thema einen Punkt. Würde es stimmen, gäbe es Anlass sich zu fragen, was in der eigenen Bubble eigentlich schief läuft.



    Dass Jugendliche für eine gute Gegenwart und Zukunft auf die Straße gehen ist verständlich. Warum beschädigt man das mit Randale?

  • Chris McZott

    "Den Erfolg nicht von rechten Krawallmachern kapern lassen" (Überschrift)

    ist eine ganz andere Aussage als

    "Obwohl von rechts maximal versucht wurde, das Krawallnarrativ für die eigene Agenda zu instrumentalisieren." (Text)

    Ich würde sogar sagen, dass beide richtig sind.

  • hsqmyp

    Die Rolle der meisten deutschen Parteien ist hier doch mindestens fragwürdig.



    Die SPD ist leider doch recht zurückhaltend in der Unterstützung der jungen Leute.



    Die früher vielleicht mal zur SPD Wählerschaft gehört hätten.

    Ein Bildungsgipfel ist schließlich nichts anderes als ein weiterer nutzloser Arbeitskreis, mit dem Lösungen verschoben und Verantwortlichkeit verschleiert wird.

    Insgesamt reagieren die Union, die rechte Presse und leider auch der ÖRR sehr unreflektiert und polarisierend auf diesen Jugendprotest.



    Demonstrationen sind ein ausdrücklich zugelassenes politisches unserer FDG.



    Mit der Delegitimierung der Proteste werden hierzulande genau die gleichen Fehler gemacht wie in Frankreich.

    Den jungen Leuten wird die Verantwortung für die Straftaten gegeben, die andere unter dem Deckmantel einer angemeldeten Demonstration begehen.



    Das ist leider nicht Neues.

    Hier wäre in der Tat unvoreingenommen zu klären, wer tatsächlich hinter diesen Gewalttätern steckt.



    Es gibt ja in diesem polarisierten Land nicht wenige, die davon politisch profitieren wollen.

  • Rückert Lena-Ann

    Wann bitte wurde von wem beschlossen, dass die "GenZ" links ist? War die "Mitgliedschaft" hier nicht eine Frage des Geburtsjahrs? Das ist ja mal wie überall echtger Qualitätsjournalismus ... na danke.

    • Alex_der_Wunderer

      @Rückert Lena-Ann:

      @ Rückert Lena-Ann



      Zumindest humanistisch und solidarisch waren die Teilnehmer aus der Generation GenZ aber schon, sonst wären sie nicht für die Rechte - auch ihrer z. B. Mitschüler auf die Straßen gegangen und da humanistische Menschen heutzutage fast nur noch ausschließlich bei der humanistischen Linken zu verordnen sind, kommt es wohl ganz einleuchtend zu der Annahme. Ok Ausnahmen unter den Menschen mag es, wie üblich geben.



      Kann ja durchaus auch mal ein Grüner humanistisch sein.

    • Zange

      @Rückert Lena-Ann:

      Wer auf der Straße für "bessere" Bildung demonstriert ist links. Immer wenn Steuermittel aufgewendet werden um Gerechtigkeit herzustellen ist das links. Niemand sagt, dass "GenZ" links ist, schließlich ist die Junge Union auch "GenZ" und eindeutig rechts. Aber Demonstranten sind immer als Chaoten klassifiziert worden wenn sie etwas zum Nutzen breiter Bevölkerungsteile fordern. Und Chaoten sind nun mal links. Dieses Schicksal teilen Sie mit allen "Linken". Es ist ein Kampfbegriff der Rechten. Er soll sie Angst und Bange machen für ihre Rechte zu kämpfen. Lassen sie sich von Rechten nicht fremd bestimmen.

  • Ricky-13

    taz: *... besonders aus den Reihen der Union, fleißig unterstützt von Polizeigewerkschaft und Springer-Medien, massiv Ängste vor Randale à la Frankreich geschürt wurden – gerne mit rassistischen Ressentiments versehen.*

    Wenn Bildung in diesem Land in die Tonne getreten und der Sozialstaat immer mehr abgebaut wird, dann wird "Randale à la Frankreich" auch bei uns zunehmen. Die Schuld werden konservative und rechte Medien natürlich wieder den jungen Menschen geben, anstatt die unfähige CDU/SPD-Regierungspolitik endlich mal an den Pranger zu stellen.

    Wer am Ende davon profitiert sind die Rechten. Aber das kennt man ja noch aus der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts.

    • Alex_der_Wunderer

      @Ricky-13:

      @ Ricky-13



      Ach, und wir dachten die Statements in den Sonder / Extra Sendungen direkt nach den Nachrichten in den öffentlich rechtlichen Sendern, von Polizeisprecher, Bürgermeistern und Mr. Dobrindt in Funktion als Ober- Innenminister galten unseren Parlamentariern im Bundestag, die sicher doch eventuell auch am Bildschirm die Ergebnisse ihrer Untätigkeit bezüglich unseren Bildungssystem verfolgt haben werden....

  • DiMa

    "Die SPD hat inzwischen einen Bildungsgipfel gefordert. Gute Idee..."

    Was sollte am dieser "Idee" "gut" sein? Bildung ist Ländersache. Die Bundesregierung hat insoweit keine rechtlichen Kompetenzen.

    • PartyChampignons

      @DiMa:

      Ein Bildungsgipfel kann die Länder doch mit einschließen?

      • DiMa

        @PartyChampignons:

        Und was soll dann dabei passieren? Der Bund wäre doch nur Gastgeber und kommt für die Getränke auf.

        Wir haben eine Kultusministerkonferenz, die genau dafür zuständig ist.

    • nihilist

      @DiMa:

      Es gibt trotzdem ein Bundesministerium für Bildung und Forschung, eine Kultusministerkonferenz und viele weitere Stellen, an denen Bildung dann doch Bundes- oder noch öfter kommunale Sache ist. Aber das Mantra sitzt jedenfalls. Braver Konservativer.

      • DiMa

        @nihilist:

        Die Kultusministerkonferenz ist eine Veranstaltung der Länder ohne Beteiligung des Bundes.

        Die Zuständigkeit des Bildungsministeriums beschränkt sich auf die Universitäten.

        Ja, die Kultusministerkonferenz müsste sich treffen, nur daran hält der Bund halt keine Aktien.

    • Sam Spade

      @DiMa:

      Gibt auch Ausnahmen wie Bafög, betriebliche Ausbildung im dualen System, Zulassung und Abschlüsse an Hochschulen. In allen diesen Bereichen liegt die Gesetzgebungskompetenz beim Bund.

      Dazu kommen gemäß Grundgesetz Finanzhilfen vom Bund für Investitionen in den Ländern z. B. für den Digitalpakt Schule oder das Startchancen Programm. Bliebe dann noch die Förderung von Wissenschaft und Forschung in den Ländern z.B. die Exzellenzstrategie.

      Da liegt genug auf dem Tisch für einen Bildungsgipfel. Besonders in Bezug auf Bafög. Eine Erhöhung würde vielen Studenten schon weiterhelfen z. B. bei der Suche nach einer bezahlbaren Unterkunft in den Großstädten.

      • DiMa

        @Sam Spade:

        Die von Ihnen benannten Themen sind doch alles allenfalls Randthemen. Und das Bafög wurde gerade erst erhöht.

  • Land of plenty

    Dass es überhaupt wieder radikale linke Jugend gibt es erst mal positiv.



    Die Forderungen sind so in den Demos heterogen, aber die Bewegung ist ja gerade erst entstanden.



    Man schauen was sich inhaltlich bis zum nächsten Termin 20.11. entwickelt.



    Da kommt es auch auf bisherige Organisationen an von GEW bis Interventionistische Linke.



    Streiken: in Dt streiken meist nur, die es überhaupt können, und denen es erlaubt ist. Dann erst mal "Warnstreik". Die Mehrzahl der Branchen hat fast keine Betriebsräte, kaum gewerkschaftliche Organisierung. Deshalb der "Mindestlohn".



    Zwischen dem Tiktok-Post, dem Minijob und den rechtsradikal-autoritären Herrschaftsansprüchen stellt sich die Frage nach dem Lebenssinn, einer Jugend, die weiß, dass all das Rollback der Fossilokraten nur die Erde weiter erhitzen wird.



    Wie reagiert Merz? Der empört sich darüber, dass ihn jemand kritisiert. und die Bildungsministerin warf den auf Bafög Angewiesenen Vollkasko-Mentalität vor.



    Also nicht den Privatjettern...



    Wer da nicht ständig Empörungsmassendemos macht, ist wohl schon tot.

    • Encantado

      @Land of plenty:

      "Dass es überhaupt wieder radikale linke Jugend gibt es erst mal positiv."



      Nein.



      Aktiv, interessiert, engagiert, alles das.



      Aber Radikalität ist eigentlich nie positiv.

    • Walterismus

      @Land of plenty:

      "Da kommt es auch auf bisherige Organisationen an von GEW bis Interventionistische Linke."

      Wenn du irgendetwas erreichen willst, dann müssen diese Gruppen ausgeschlossen werden. Protest hat dann Erfolg und Potenzial, wenn grade diese Gruppen nicht dabei sind wie FFF gezeigt hatte. Bis dann eben oben genannte Gruppen einen größeren Raum eingenommen haben und FFF allmählich verschwunden ist.

      Die Linken Gruppen müssen draußen bleiben!

  • vieldenker

    Nein liebe Linke, Ihr könnt die Gewalt Eurer Radikalen nicht einfach auf der anderen politischen Seite abladen. Die Demokratieverachter finden sich leider auch unter Euren Symphatisanten.

    • Kaboom

      @vieldenker:

      Ihnen scheint auf den Magen zu schlagen, dass die CDU unter jungen Leuten bei den letzten Wahlen kaum die 5% Hürde schafft.



      Und was nun die "Demokratieverächter" angeht: Wenn eine Partei jemand in ihren Reihen duldet, der es gerne gesehen hätte, dass Juden mit dem Polizeiprügel durch Halle/Saale gejagt werden, sollten ihre Anhänger über angebliche Demokratieverachtung bei anderen schweigen. Aber sowas von!

      • Anna Bell

        @Kaboom:

        Volltreffer und versenkt! Der Antisemitismus und die Fremdenfeindlichkeit in der CDU muss auch endlich mal thematisiert werden.

        • Thomas Müller

          @Anna Bell:

          Man kann der CDU vieles vorwerfen, aber Antisemitismus sicher nicht.

      • PeWi

        @Kaboom:

        Und Ihr Kommentar ist so ziemlich das "prachtvollste" und sinnfreieste Beispiel für Whataboutismus, das ich seit langem gelesen habe.

        Natürlich gibt es auch unter Linken gewaltbereite Menschen, oder haben Sie die "Hammerbande" bereits unter "rechts" eingestuft, damit der linke "Ehrenschild" wieder rein blinken kann?

        Die Böller und Molotow-Cocktails, die aus der Menge auf die Polizei geworfen worden sind, wurden genau zu dem Zweck mitgenommen. Die liegen nicht auf der Straße rum.

        In Ihrer Art, mit Kritik umzugehen, sind übrigens der AfD näher als Ihnen lieb sein dürfte.

      • zartbitter

        @Kaboom:

        man muss schon augen und ohren fest mit Beton zugemauert haben um nicht einzugestehen das extremistische Banden die dermonstrationen gegen Abend gekapert haben. In frankfurt wurden fensterscheiben eines waffenladens zerschmettert und die polizei hat es gerade noch verhindert das schuss- und stichwaffen entwendet wurden.

  • Alex_der_Wunderer

    Wer heute , Sonntag den 1. November die



    " Extra Nachrichtensendungen " in den öffentlich rechtlichen Sendern, bezüglich der berechtigten, längst überfälligen Demonstrationen unserer hoffnungsvollen Jugendlichen, mit den geballten Indoktrinationen von Polizeisprecher, Bürgermeistern und und unserem so absolut " fähigen " inkompetenten Innenminister Dobrindtleien genossen hat , der begreift sehr fix, wer hier was zu kapern beabsichtigt, unsere Demokratie - unser Demonstrationsrecht...



    Hoffentlich sind unsere Parlamentarier parteiübergreifend jetzt wach gerüttelt worden und gehen nun fix an die Arbeit, um eine respektable Bildungspolitik für unseren Nachwuchs zu erarbeiten und in die Umsetzung zu bringen, für die Schüler, für uns - und unser Land ❗️

  • Land of plenty

    Das sehe ich auch wie Frau Klöpper.



    Eigentlich selbstverständlich, dass Menschen sich für ihre Interessen betätigen und für ihre Rechte demonstrieren.



    Verwunderlich, warum so selten so wenige demonstrieren!

    • Budzylein

      @Land of plenty:

      Vor den Demos in Frankreich war es niemandem in Deutschland eingefallen, gegen die angeblich zu geringe finanzielle Ausstattung der Schulen zu demonstrieren. Offensichtlich bedurfte es erst eines "Denkanstoßes" aus einem anderen Land mit einem ganz anderen Bildungssystem, bevor die Leute hierzulande erstaunt bemerkten, welche Interessen sie (angeblich) haben.

      • Anna Bell

        @Budzylein:

        Mag richtig sein, dass der Demo-Anstoss aus Frankreich kam. Aber das im Bildungswesen nix im Argen liegt kann nur jemand behaupten, der in den letzten 20 Jahren keine Fuss in eine Schule gesetzt hat.

        • Budzylein

          @Anna Bell:

          Nirgendwo liegt "nix im Argen". Das heißt aber noch lange nicht, dass es zu erwähnenswerten Protesten kommt. Der Punkt ist, dass vor den Demos in Frankreich eine angeblich zu geringe finanzielle Ausstattung der Schulen in Deutschland kein öffentlich breit behandeltes Thema war und keinen Anlass zu größeren Demonstrationen gegeben hat.

  • Patrick Pietron

    Kommentar entfernt. Bitte halten Sie sich an unsere Netiquette.

    Die Moderation

    • rero

      @Patrick Pietron:

      Und wenn man wiederholt Bilder sieht, wie Demonstranten Polizisten attackieren, hat mancher mit den am Boden liegenden Demonstranten wenig Mitleid.

      Beide Sichtweisen führen zu nichts, weil man wissen müsste, was vorher war und warum gerade wer was tut.

      • Sam Spade

        @rero:

        Da braucht es kein Vorwissen. Wer auf eine am Boden liegende Person mit einem Knüppel einschlägt begeht schlicht Körperverletzung.

        Ganz unabhängig davon, ob die Tat von der Polizei oder von Demonstranten begangen wurde.

        • Alex_der_Wunderer

          @Sam Spade:

          @Sam Spade



          Nur mit dem kleinem , aber doch feinen Unterschied, die einen knüppeln - von uns Demokraten mit unseren Steuergeldern finanziert, auf Demokraten ein, die ihr demokratisches Recht wahrnehmen für demokratische Verhältnisse mit einem adäquaten Schulsystem und einer ausreichenden Finanzierungen während der Schul- und Studienzeit oder anschließender Ausbildung, sich durch die Teilnahme an entsprechenden, rechtstaatlichen Demonstrationen einsetzen.

          Kleine aber dennoch feine Unterschiede...

        • Šarru-kīnu

          @Sam Spade:

          Notwehrexzesse soll es ja auch noch geben.

  • Oleg Fedotov

    Die Sichtbarkeit und Medienpräsenz hat dem Thema sicher Auftrieb gegeben. Die Krawalle sind ein anderes Thema, wo der Staat /die Staatsgewalt sich auch in der Vergangenheit nicht gerade erfolgreich präsentiert hat.



    Aber die Forderungen, mit Ausnahme der Wehrpflicht, sind doch zu allgemein gefasst. Da könnten auch noch die Bewohner eines Altenheimes mitmarschieren. Denn auch da gibt es Fälle, wo z.B. ein Aufzug über Wochen nicht funktionierte und die eingeschränkt gehfähigen der oberen Wohnbereiche quasi in Mobilitätshaft genommen wurden.



    Also konkret. wie soll denn die mögliche Lösung zu den einzelnen Punkten aussehen. Nur gegen die Wehrpflicht oder hohe Mieten sein reicht nicht (klein Felix ist im Kindergarten auch gegen Fingerfarben), hier müssten Lösungsvorschläge eingebracht werden, welche Generationenübergreifend einen Konsens finden ließen. Aber davon war nirgends etwas zu hören oder zu lesen.

  • Pfennig

    Es ging nicht wirklich um Belange der Generation Z, die Forderungen "bezahlbares Leben", "mehr Geld für Schulen", "nein zur Wehrpflicht" haben, zumindest in Stuttgart, nur eine Nebenrolle gespielt. Die Schwerpunkte dagegen "Antifaschista", "Antikapitalista", "pro Palästina", "ganz Stuttgart hasst die Polizei", also das übliche linksradikale Demo-Programm.

    • Oleg Fedotov

      @Pfennig:

      "Antifaschista", "Antikapitalista", "pro Palästina",



      Als Antfaschist bezeichnet sich ja mittlerweile jeder/jede, und konkret nachgefragt, versteht dann auch jeder etwas anderes darunter. Der Begriff ist abgenutzt und viel zu verschwommen.



      Und mitt den letzten beiden "Kampfbegriffen" treibt man noch Zaudernde oder unentschlossene politisch interessierte/Wähler dann ungewollt in die klassischen Parteien oder noch weiter nach rechts. Diese Worte sind bei der Mehrheit zu sehr mit einer gedachten/realen Verbindung zum Terrorismus besetzt.

  • Sam Spade

    Der deutsche Staat hatte schon immer eine sehr eigenwillige Auffassung von der Wahrnehmung des Demonstrationsrechts durch seine Bürger.

    Wahrscheinlich würde die Polizei auch mit Wasserwerfern aufwarten, wenn Kleinkinder und Erzieher*innen eine Demonstration für bessere Kita-Bedingungen abhalten würden.

    Es spricht Bände das Bundes- und Landespolitiker der Union sich an Formulierungen über eine Gefährdung durch Randalierer abarbeiten, kein Einziger aber öffentlich Stellung bezieht in Bezug auf die Anliegen der Gen Z.

    Demonstrationen dienen dem Zweck sich Gehör zu verschaffen und sein Anliegen zu kommunizieren.

    Für demokratische Volksvertreter sollte es daher eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein dem Volk auch zuzuhören anstatt Teile des Volkes als Störer zu betrachten und mit der Staatsgewalt zu drohen.

    Ein Grundkurs in Demokratieverständnis wäre daher bei manchen Volksvertretern dringend von nöten. Besonders für die Protagonisten die meinen das künftige Demonstrationen per se verboten werden sollten, wenn dem Staat die Teilnehmer nicht genehm sind. Denn nichts anderes stellen Aussagen, wie die von Hessens Innenminister, dar.

    • Auweiowei

      @Sam Spade:

      Tatsächlich waren die "Aussagen" des Herrn Innenminister gestern Abend im ZDF-Interview ein Musterbeispiel für das Jonglieren mit vorgestanzten verbalen Versatzstücken - einfach nur noch peinlich:



      "Wir werden konsequent... migrantisch geprägte linksextreme Randalierer... sowie deren Gewaltstrukturen... mit Nachdruck und mit den nötigen Maßnahmen... schon im Vorfeld..."



      So oder so ähnlich.



      Solche Worthülsen und Sprechblasen sollen zunächst einmal das Publikum irgendwie beruhigen: 'Wir haben alles unter Kontrolle.'



      Unterschwellig jedoch ist da die Parole herauszuhören: 'Augen zu und durch!'

  • Mondschaf26

    „Schnell fertig ist die Jugend mit dem Wort, das schwer sich handhabt wie des Messers Schneide."



    Wallenstein kannte seinen Pappenheimer Dobrindt.

    • Meister Petz

      @Mondschaf26:

      Darum spricht er auch im Alexandriner.

      • Mondschaf26

        @Meister Petz:

        🐻Bärenstark. 🐻



        „Leicht beieinander wohnen die Gedanken,



        Doch hart im Raume stoßen sich die Sachen."

  • Pico

    Bessere Bildungseinrichtungen, bezahlbaren Wohnraum, eine Zukunftsperspektive, wer würde das nicht unterschreiben?



    Aber worüber man jetzt redet, ist Gewalt, Plünderungen und Zerstörungen. Geschehen eben nach den Demos und von Teilnehmern dieser Demos. Das hat aber nichts mit rechten Krawallmachern zu tun, sondern mit jenen die eben auch bei den Demos mit dabei waren. Zumindest hätte es auch eine klare Distanzierung der Veranstalter bedurft.

    • hornyunicorn

      @Pico :

      Ich weiss echt nicht, wie sich die Veranstalter*innen noch klarer hätten distanzieren sollen... ausser vielleicht die Demos doch im Vorfeld abzusagen?

      • Pico

        @hornyunicorn:

        Distanziert hat sich hier niemand, zumindest nicht die Veranstalter. Und ja, abgesagt haben doch sehr viele, darunter auch die Bundes-Schüler-Vertretungen. Welche Organisation überhaupt dabei war, weiß keiner so genau ....

    • nihilist

      @Pico :

      Die Veranstalter haben sich doch vorab und hinterher ausdrücklich distanziert. Was war da unklar?

      • Pico

        @nihilist:

        Wo, wann und wie? Etwa so, dass die Demo angeblich ein Erfolg war und sie nichts für die Randale könnten??? Das ist alles, nur keine Distanzierung ...

    • Alex_der_Wunderer

      @Pico :

      @ Pico



      Man kann förmlich Ihren Schmerz fühlen, beim lesen Ihres Kommentar. Darum gehen ja unsere Jugendlichen und Schüler auf die Straßen, wegen der mangelhaften Bildungspolitik.

      • Pico

        @Alex_der_Wunderer:

        Nee, Schmerz habe ich bestimmt keinen. Aber Mitgefühl für die 20 eingeworfenen Scheiben auf der Zeil in Frankfurt und für die 5 geplünderten Geschäfte. Was das mit Bildung zu tun hat, muss man nicht verstehen. Es hat aber sicherlich was mit Ungebildheit zu tun ...