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Extremismusforscher über Islamismus„IS rät, bei Anschlägen mit Autos zweite Waffe mitzuführen“

Der Täter von Berlin soll einen islamistischen Hintergrund haben. Extremismusforscher Schindler hält es für möglich, dass er sich im Netz radikalisiert hat.

Klaudia Lagozinski

Interview von

Klaudia Lagozinski

taz: Herr Schindler, müssen wir unsere Sicherheitskonzepte für Veranstaltungen wie den CSD überdenken?

Hans-Jakob Schindler: Das Problem mit Massenveranstaltungen ist, dass man sie nie zu 100 Prozent schützen kann. Es ist schwierig, in einem urbanen Gebiet eine Großveranstaltung weiträumig abzusperren. Es wurden ja nicht auf der Veranstaltung Menschen umgefahren, sondern diejenigen auf dem Hin- oder Rückweg.

taz: Was bedeutet das konkret?

Schindler: Man stößt an Grenzen. Man kann nicht wegen einer Großveranstaltung die gesamte Innenstadt abriegeln.

Im Interview: Hans-Jakob Schindler

leitet das Counter Extremism Project (CEP). Zuvor war er Koordinator des ISIL-, Al-Qaida- und Taliban-Be­ob­achtungs­teams im UN-Sicherheitsrat.

taz: War das der Hauptgrund dafür, dass der CSD Anschlagsziel wurde?

Schindler: Es ging dem Angreifer sehr wahrscheinlich um die Wirkung, weil es ein Riesenevent war. Er hätte ja auch eine Schwulenbar in Berlin attackieren können. Aber er hat sich den CSD ausgesucht, das versprach die größte Aufmerksamkeit. Hinzukommt der Berlin-Faktor: Es ist die Hauptstadt, immer im Fokus der News.

taz: Was ist besonders an der Berliner Islamistenszene?

Schindler: Wir haben in Berlin eine heterogene Gewaltszene, in der ein palästinasolidarisches Milieu, Linksextremisten, Islamisten und Rechtsextreme aufeinandertreffen. Es gibt innerhalb dieser Gruppen mehr Personen, die Gewaltbereitschaft zeigen, als Ressourcen, sie zu beobachten.

taz: Welche Veränderungen nehmen Sie im Vergleich zu vor einigen Jahren wahr?

Schindler: In den letzten drei Jahren wurde die Gewalt enthemmter, auch auf Demonstrationen und Veranstaltungen.

taz: Der mutmaßliche Täter war im Jugendarrest, unter anderem wegen Gewaltdelikten, und wurde dann entlassen. Hätte man ihn beobachten sollen?

Schindler: Man braucht konkrete Hinweise, um solche Maßnahmen anzuordnen, denn Freiheitsrechte sind ein hohes Gut. Das nutzen gewaltbereite Täter immer wieder aus. Und gleichzeitig wollen wir auch nicht in einem Überwachungsstaat leben. Also bleibt nur die Online-Beobachtung, also die Beobachtung von Extremisten und ihrem Verhalten online, sowohl in offenen als auch in geschlossenen Räumen. Diese ist im Moment rechtlich noch stark begrenzt.

taz: Welche Motivation könnte der Täter haben?

Schindler: Bisher hat die Polizei nur gesagt, dass er Teil des islamistischen Milieus ist. Solange nichts bestätigt ist, muss man vorsichtig mit Mutmaßungen sein. Es gibt Hinweise, dass er in das IS-Milieu gehört. Der IS hat in seinen Online-Postings in den letzten Jahren angeraten, bei Anschlägen mit Autos noch eine zweite Waffe mitzuführen – um noch weitere Menschen zu töten, nachdem das Auto nicht mehr fährt. So ging beispielsweise der Täter beim Anschlag im Dezember 2024 in New Orleans vor.

taz: Sollte sich bestätigen, dass Auto und Messer die Tatwaffen waren, würde das auch bestätigen, dass es sich um einen IS-Anhänger handelt?

Schindler: Nicht unbedingt. Denn Social-Media-Plattformen gehen immer noch zu unverantwortlich mit extremistischen Inhalten um. Der IS ist wieder zurück auf Facebook, seit ein paar Monaten. Zehn Jahre lang war er das nicht. Mittlerweile kann man den IS mit Logo auf Facebook finden, wenn man weiß, wonach man suchen muss. Eine definitive Verbindung des Täters zum IS bestätigt das eben nicht, weil Inhalte online so frei und einfach für jeden erhältlich sind.

taz: Und dann von Interessierten angesehen und als Inspiration genommen werden kann.

Schindler: Genau. Es ist auch möglich, dass der Täter einfach generell Islamist ist, der bereit ist zu töten. Islamisten sind nicht nur tief antisemitisch, sondern auch gegen die LGBTQ-Community. Das macht den CSD zu einem möglichen Anschlagsziel.

taz: War die queere Community schon immer so stark im Fokus von Islamisten?

Schindler: Klar ist, dass es dort ein Feindbild der queeren Community gibt. Der IS hat in Videoaufnahmen queere und schwule Personen vom Dach geworfen. Terroristische Anschläge auf diese Gruppe gab es – Gott sein Dank – in Deutschland nicht so oft. Es gab einen Mord durch Islamisten an einem schwulen Pärchen im Jahr 2020 in Dresden und einen Anschlag auf eine Transperson 2022 beim CSD in Münster, jedoch findet alltägliche Gewalt gegen queere Personen durch Islamisten, anspucken, schlagen, wegschubsen, immer häufiger statt.

taz: Nicht nur die Islamisten sind der queeren Community feindlich gesinnt.

Schindler: Wenn man sich die Zahlen anschaut, ist natürlich die gewaltorientierte rechtsextreme Szene in Deutschland weiterhin am größten, auch im Vergleich zu den Islamisten. Der CSD wurde, verständlicherweise, insbesondere auf die Gefahr von rechts vorbereitet, und zeitgleich hatte die Polizei auch das Thema Islamismus auf dem Schirm. Denn dass Islamisten jederzeit bereit sind, Großveranstaltungen anzugreifen, das ist Teil der allgemeinen Gefährdungslage. Aus diesem Grund werden heutzutage eben Großveranstaltungen so geräumig abgesperrt. Aber es wird leider immer irgendwo eine Lücke geben.

taz: Wie konnte der Täter von Berlin flüchten?

Schindler: Dieser Teil des Tiergartens, der ein wenig weiter weg vom eigentlichen Event war, war weniger gesichert. Polizeibeamten konzentrierten sich stärker auf das Zentrum des Events. Zudem scheint es eine extreme Stresssituation gewesen zu sein. Wenn der Täter wirklich ein Messer dabei hatte, würde ich jedem raten, ihn nicht aufzuhalten. Und dann ist Berlin eine große Stadt, es herrscht Chaos. Tausende Menschen sind auf dem Weg nach Hause, weil der CSD beendet wurde. Das sind günstige Voraussetzungen, um in einem Park in der Nacht zu verschwinden.

taz: Spielen Kameras bei der Suche eine Rolle?

Schindler: Ja, aber dafür braucht man Zeit und Personal, denn die allgemeine automatische biometrische Erfassung und Abgleichung von Kameras ist gesetzlich nicht erlaubt. In London wird es hingegen so gemacht. Hierzulande laufen weiterhin Debatten darüber, wie tief der Eingriff in die Freiheitsrechte sein darf.

taz: Wie stark hängt die Tat mit den aktuellen globalen Konflikten zusammen?

Schindler: Im Moment wissen wir noch viel zu wenig. Klar ist, dass mehrere Konflikte direkt nach Deutschland einwirken, vor allem in Berlin: Palästina, Ukraine, Russland, Sabotageakte. Die Hauptstadt von Mali wird seit Monaten belagert, die Hauptstadt von Somalia auch, beide von Al-Qaida.

Global gesehen haben wir weiterhin eine aktiv islamistische Szene. Nicht nur in Afghanistan, wo die Freundschaft zwischen Al-Qaida und Taliban heute so stark ist, wie sie es vor 2001 war. Der ISKP, der afghanische Ableger des IS, hat schon mehrfach in Deutschland versucht, Anschläge zu verüben. Außerdem wirken die Taliban direkt über soziale Medien auf afghanische Personen in Deutschland ein. Die radikalisieren sich kräftig weiter. Weil wir in einem sozialen Medienumfeld in einer globalen Gesellschaft leben, bleibt Hass und Gewalt nicht mehr nur in einer Region, sondern wirkt auch in andere Länder hinein.

taz: Welchen Einfluss haben soziale Netzwerke bei der neuen Radikalisierung?

Schindler: Die Algorithmen, die jetzt eingesetzt werden, sind viel aggressiver als früher. Die Plattformen wissen, dass sie im Grunde genommen eine elektronische Droge programmieren. Das befeuert eben auch Radikalisierung, einem wird immer härterer Inhalt ausgespielt, damit man auf der Plattform bleibt.

taz: Was sollte Ihrer Meinung nach in Deutschland noch getan werden, um solche Taten zu verhindern?

Schindler: Eine große Lücke sind die sozialen Medien: rechtliche Kompetenzen der Behörden einerseits, die Verpflichtung der Plattformen zur Zusammenarbeit andererseits. Wir leben in einer Massendatenumgebung. Entweder müssen die Plattformen erlauben, dass ihre Daten quasi komplett heruntergeladen werden und dann mit KI durch die Behörden durchsucht werden.

Oder man muss es so machen, wie bei der Finanzindustrie: Diese wird rechtlich in die Pflicht genommen. So werden Daten in Sekundenschnelle ausgewertet, um Finanzkriminalität, Terrorismusfinanzierung und Steuerhinterziehung zu identifizieren und bei Verdacht zu melden. Meiner Meinung nach ist das die einzige Möglichkeit, die sozialen Medien irgendwie in den Griff zu bekommen. Es ist bewiesen, dass die Radikalisierung in sozialen Medien bei den meisten Anschlägen eine wichtige Rolle spielte – und auch der Täter von Berlin wird wahrscheinlich kein reiner Offline-Mensch gewesen sein.

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62 Kommentare

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  • "Man stößt an Grenzen. Man kann nicht wegen einer Großveranstaltung die gesamte Innenstadt abriegeln."



    Doch! Das machen die Herrschenden bei allen G7 und G8-Veranstaltungen seit den 90er Jahren.



    Wenn die Regierungschefs kommen, dann geht das sehr wohl.

    • @Land of plenty:

      Dann findet in Berlin kein CSD mehr statt.

      G7- und G8-Treffen tun es aus demselben Grund auch nicht.

  • Es gibt Hinweise, das er zum islamistischen Milieu gehörte? Er ist dafür im Mai verurteilt worden! Und auf freien Fuß gesetzt worden.

  • Wenn „Datenauswertung“ läuft wie bei Steuerhinterziehung, dann werden Merzwegeier in Sekundenschnelle gefunden und Terroristen schlüpfen durch die Maschen. Und dann wird die Polizei durch Pimmelwitze gebunden, statt sich um Gefahren zu kümmern.

    Klingt eher wie eine dumme Idee.

    Zur Erinnerung: der Täter war – mal wieder – polizeibekannt.

  • Es war und wird nicht der letzte Anschlag auf unsere offene Lebensweise sein. Dafür haben wir zu viele Menschen in Deutschland, die diese unsere liberale Lebensweise nicht akzeptieren oder gar verabscheuen!

    Wenn man bedenkt, dass mehr Anschläge verhindert, als durchgeführt wurden. Wieviele bekannte Gefährder es gibt, die wir nicht kontrollieren können, dann müssen wir dort ansetzen wo das alles seinen Lauf nimmt.

    Und wenn wir uns ehrlich machen und uns die Vita dieser Täter ansehen, dann sind es Menschen, denen mit Worten leider nicht mehr beizukommen ist.

    Wir müssen uns Gedanken machen, wie man mit diesen Gefährdern, gewaltbereiten Islamisten umgehen soll. Wie wir dies in den Griff bekommen.

    • @Sole Mio:

      Dazu machen wir uns unentwegt Gedanken und es gibt genau zwei Ideen an die Sache ranzugehen:



      mehr Macht für den Staat, was natürlich irgendwo auch mit der Einschränkung von Grund- und Menschenrechten einhergeht zu Gunsten mehr staatlicher Kontrolle



      oder



      mehr Prävention durch Bildung, Aufklärung und engmaschige psychologische persönliche Betreuung.



      Beides hat sein Für und Wider.



      Beides ist teuer.



      Beides bringt keine 100%ige Sicherheit.



      Mehr staatliche Kontrolle kann schneller umgesetzt werden, während der Weg über Prävention durch Bildung und Aufklärung ein sehr langwieriger Prozess ist.



      Zu einer Einigkeit, was der bessere Weg ist, werden wir nie kommen, weil sich beide Wege mit völlig gegensätzlichen Vorstellungen von staatlicher Ordnung und gesellschaftlichen Zusammenseins unterscheiden.



      Und so wird halt je nachdem welche Regierungskonstellation gerade an der Macht ist eher die eine Idee verfolgt oder die andere.

      • @Astrid Sehnefeld:

        Ich bin leider zu der Überzeugung gekommen, dass diese Menschen mit Worten nicht zu erreichen sind. Wieviele davon waren schon in psychischer Betreuung?

  • Auch wenn der Täter in Deutschland geboren ist, je religiöser unsere Gesellschaft wird um so schwieriger wird das Zusammenleben. Die Durchgeknallten machen sicher nur einen ganz kleinen Teil der Religiösen aus - aber sie sind halt doch da und sie sind eine Belastung.



    .



    Wollen wir uns das antun - sicher nein.



    .



    Müssen wir uns das antun - da gehen die Meinungen auseinander.



    .



    Zeit für eine offene Diskussion über religiöse Zuwanderung in eine in weiten Teilen areligiöse Gesellschaft.

    • @test_name:

      Wer seine eigene unfreiheitliche, patriarchale Lebensweise und/oder Religion über die Gesetze stellt, im Extrem dann sogar für ein Kalifat in Deutschland eintritt, muss klar gemacht werden, dass dies nicht geduldet wird.

      Es gibt leider Länder in denen das gelebt wird, sollen sie doch dahin. Aber das wollen sie auch nicht.

    • @test_name:

      Was verstehen Sie denn unter einer 'religiösen Zuwanderung' - geht es da um Menschen, die mit religiösen Argumenten nach GER einwandern ("auf ins gelobte Land")? Und wer wäre das?

      • @TerryX:

        Es geht um Menschen, die die Gesetze ihrer Religion über den Rechtsstaat stellen.

        • @Moby Dick:

          Nein, es geht um Menschen, die ihren Hass auf andere Menschen über alles stellen und „ausleben“, findet man in jeder Nationalität und Religion. Besitzlose machen auf „Brutalinski“ und Mörder. Besitzende und Mächtige nutzen ihre Möglichkeiten staatlich geschützt.

          • @snowgoose:

            Dazu die Fakten:

            "In den letzten Jahren übertraf der islamistische Terrorismus bei weitem jede andere terroristische Ideologie an Todesopfern."



            [...]



            "Zwischen 1979 und 2019 sind weltweit mehr als 160.000 Menschen bei islamistischen Terroranschlägen ums Leben gekommen"

            de.wikipedia.org/w...ischer_Terrorismus

  • Und sofort werden uns Kamera- Überwachung des CSD und natürlich auch anderer Demos mit biometrischer Gesichtserkennung und automatischer Abgleichung, mehr online-Bespitzelung.. in andern Worten, alles was der Katalog aus Peter Thiels Firma Palantir so an KI Überwachungstools für den Polizeistaat bietet, zu diesem Anlass verkauft.

    Da wird wirklich keine Zeit verschwendet.

    Nein danke.

  • In diesem Fall war es vielleicht ein Islamist. In anderen Fällen ist/war es ein anderer (Deutscher, ….) Durchgedrehter. (Beispiele gibt es zu viele verschiedener Couleur, ob Attentate auf Schulen, Anschläge auf Ausländerunterwohnstätten ect.).



    Es beginnt aber viel früher: Bei Indoktrination zur Ablehnung anders Denkender, bei Hassbotschaften im Netz, bei einzelnen Übergriffen, ….



    Welch Hohn, dass sich jetzt auch wieder Personen besonders laut zu Wort melden, die sonst Meister der Verunglimpfung sind und Gewaltideen schüren.



    Was die fehlende Ausbremsung schon bekannter Personen angeht (nicht nur Islamisten) muss man leider feststellen: Da man jede Menge Kräfte verschwendet, die harmlosen/falschen Menschen ins Visier zu nehmen, ist der Focus wahrscheinlich eingeschränkter.

    • @snowgoose:

      Definieren Sie bitte Ihre Aussage zu „die harmlosen/falsche Menschen ins Visier zu nehmen“ welche sind das?

      • @Sole Mio:

        Zum Beispiel Abschiebungen Integrationswilliger trotz Ausbildungsvertrag und gelernter Sprache oder nächtliche Abschiebe-Überfälle ausländischer Familien (bindet Geld und Polizeikräfte), Hafturteile für Schwarzfahrer oder Armutsdiebstähle, ….

        • @snowgoose:

          Mehrere Bundesländer führen Abschiebungen solcher Leute nicht durch.

        • @snowgoose:

          Diebstahl ist Diebstahl.



          Haftstrafen für Schearzfahrer, da muss man schon sehr oft schwarzfahren.

          Bei der Abschiebung von Menschen, die sich hier engagieren und auch arbeiten bin ich bei Ihnen

  • Es kann einem einfach nur unendlich leid tun.

  • Wenn ich das richtig verstanden habe, lebte der Täter ja schon lange in Deutschland und hatte libanesische Wurzeln. Mir fällt auf, dass viele Täter, die solche schrecklichen Taten planten oder verübten, lange Zeit in Deutschland (bzw. in Europa) verbracht haben, bevor sie beschließen, zu islamistischen Attentätern zu werden.

    Wie diese Radikalisierung geschieht, müssen wir hinterfragen, auch wenn es wehtut. Wir müssen ihre Entwicklung innerhalb ihrer Familien, in der Schule und ihrer Freizeit analysieren, um zu verstehen, warum solche Jugendlichen zu Terroristen werden und was oder wer sie dazu antreibt.

    Was auch zu verstehen wäre, wäre, warum unsere Behörden immer wieder beim Umgang mit solchen Individuen scheitern. Die fehlende Kameraüberwachung ist dafür sicher nicht der Grund.

    Darüber hinaus sollten wir endlich beginnen, uns Gedanken über die Nähe von islamistischem zu rechtsradikalem Gedankengut zu machen. Dass es eine solche Nähe gibt, sieht man an der Auswahl der Opfer.

    • @Aurego:

      >Nähe von islamistischem zu rechtsradikalem Gedankengut<



      .



      Also statistisch ein rechtsradikaler Anschlag - Zeit für ein afd-Verbot.

      • @test_name:

        Ich bin klar gegen Rechtsradikalismus, aber das ist wirklich hanebüchen.

    • @Aurego:

      "Mir fällt auf, dass viele Täter, die solche schrecklichen Taten planten oder verübten, lange Zeit in Deutschland (bzw. in Europa) verbracht haben, bevor sie beschließen, zu islamistischen Attentätern zu werden."



      Sie ziehen hier einen falschen Schluss. Nur weil jemand längere Zeit in Deutschland oder Europa lebt, muss er in keinster Weise mit unseren Werten sozialisiert sein.



      Das Stichwort lautet Parallelgesellschaften.



      Die haben wir, europaweit - und natürlich auch und vor allem in Berlin.



      Das liest man immer wieder in der Zeitung: Person xy, seit Jahrzehnten hier wohnhaft oder gar geboren, muss zu Gericht und braucht einen Dolmetscher...🤷



      Da hörts auf.



      Aus meiner Sicht erlauben wir viel zu viel. Geschäfte wo Produkte in Arabisch ausgewiesen sind, Führerschein- und Behördenformulare in 8 verschiedenen Sprachen, etc...



      Sprache IST das Tor zur Gesellschaft. Wir erlauben Menschen hier dauerhaft zu leben, ohne unsere Sprache können zu müssen.



      Wollen wir ein Miteinander, dann MUSS es die Pflicht zur Sprache geben.



      Das ist aber von links als autoritär verschrien. Kann ich auch irgendwo nachvollziehen.



      Dann müssen wir aber mit der Gefahr leben.



      Das will ich nicht.



      Dann lieber autoritär.

      • @Astrid Sehnefeld:

        Die Sprache ist die Basis zur Integration und zum Austausch miteinander.



        Das erlernen unserer Sprache sollte verpflichtend sein.

        Und ja, manche verstehen nur eine autoritären Umgang. Diesen sollten wir wählen, wenn es bei manchen anders nicht geht

      • @Astrid Sehnefeld:

        "Dann lieber autoritär."???



        Nein! So einen verfassungswidrigen angstgetriebenen Quatsch akzeptiere ich nicht.



        Besser ist ein Leben in Freiheit!



        Am besten, Sie verbarrikadieren sich in Ihrer Wohnung und gehen nicht mehr nach draußen, wenn Sie eine solche panische Angst vor der "Gefahr" haben.

        Die Statistiken sagen allerdings etwas anderes, nämlich dass wir heute sicherer leben als zu den Zeiten vor 33 Jahren, als die Kriminalität in Deutschland ihr Maximum erreichte. Das war 3 Jahre nach der Wiedervereinigung.

        • @Aurego:

          Sagen sie dies mal all denen, die von solchen Taten betroffen, deren Partner, Kinder, Freunde ihr kleben lang gezeichnet oder gar gestorben sind direkt ins Gesicht.

          Diese Taten sind nicht mehr hinzunehmen.



          Wenn es wie bisher bei jenen nicht funktioniert, dann muss man diesen auch mit Autorität entgegentreten, alles andere scheinen diese Personen nicht zu begreifen.

    • @Aurego:

      Das Verstehen, wie Radikalisierung geschieht und warum solche Jugendliche zu Terroristen werden, ist ja da.

      Vielleicht nicht bei Ihnen und mir, aber bei den Experten. Manche der Experten bieten sogar Deradikalisierungsprogramme an.

      Und nun?

      Was folgt für Sie aus diesem Wissen?

      • @rero:

        Ich sehe da kaum ein Verständnis dafür, was die Radikalisierung tatsächlich verursacht und welche Voraussetzungen dafür gegeben sein müssen.



        Ich selbst wäre als Jugendlicher wohl nie auf die Idee gekommen, mir z. B. Hass-Videos im Internet anzuschauen. Ich nehme an, dass Jugendliche, die das tun, zu sehr sich selbst überlassen werden. Manche entwickeln dann ein verzerrtes, äußerst negatives Weltbild. Vielleicht würde dagegen eine flächendeckende Ganztagsschule helfen, wenn sie gut organisiert ist und den Jugendlichen die richtigen Perspektiven vermittelt. Aus der Ferne beobachtet würde ich sagen, dass es den meisten dieser jugendlichen Attentäter nicht an Intelligenz gefehlt hat, eher an guten Vorbildern, vielleicht auch an geeigneten Ideen für das eigene Leben.



        Zur Frage, wie erfolgreich Deradikalisierungsprogramme tatsächlich sind, gibt es wahrscheinlich wieder einmal keine Daten.

    • @Aurego:

      Das wissen wir doch schon: Junge Männer werden in patriachalen Denkmustern groß und scheitern dann grandios in mehr oder minder liberalen Gesellschaften, weil, trotz aller Fehler die diese Gesellschaften haben (insbesondere, dass dort auch hochfunktionale patriachale Gewaltäter in Machtpositionen kommen), dort ihr Verhalten sie aus der breiten Mittel- und Oberschicht exkludiert/zu Versagern macht. Und damit können sie nicht umgehen bzw. nur mit Gewalt.

      Die eigene zufällige Herkunft entscheidet dann nurnoch darüber ob man islamistischer oder rechtsradikaler Gewaltäter wird. Oder halt "Idealist".

      Unsere Behörden "versagen" im Umgang mit solchen Gewaltätern aus zwei Gründen: Personalmangel in Bildung und Sicherheit und dass es eben (noch) liberale Gesellschaften sind, die (noch) nicht mit permanenter Überwachung und präemptiver und disproportionaler Gewalt auf (potentielle) Gewalttäter reagieren.

      • @N. Ietsche:

        Permanente Überwachung bringt herzlich wenig, wenn man sich nicht einen Überwachungsapparat wie den der DDR wünscht.



        Härtere Strafen bringen auch nichts (s. USA).



        Bleibt der Ansatz, sich rechtzeitig und mit den richtigen Mitteln um Jugendliche und junge Erwachsene zu kümmern.

      • @N. Ietsche:

        Das ist ein bekanntes Muster. Das sind Kleinkriminelle (Schulhofschläger), die Gewissensbisse bekommen und denen dann eingeredet wird, dass Gott ihnen ihre Schuld vergibt, wenn sie ihre kriminelle Energie für eine "gute Sache" einsetzen.

  • Was für ein schwaches Interview.

    Der Täter war den Behörden bekannt. Es gibt zu wenig Ressourcen und Personal um all die Gefährder zu verfolgen.

    Aber gleichzeitig fordert der Interviewte mehr Überwachung, automatisierte Gesichtserkennung flächendeckend (die wieder mehr Ressourcen bindet) und die den Anschlag auch nicht hätte verhindern können.

    Vor ein paar Monaten hat die CDU / CSU noch Polizeibeamte losgeschickt um Pride Flaggen aus dem Bundestag zu verbannen. Und der Kanzler hat davon gesprochen, dass der Bundestag doch kein Zirkuszelt sei und man sich deshalb nicht mit den Queeren gemein machen will.

    Die Solidarität und Betroffenheit wirkt mehr wie eine klammheimliche Freude darüber, jetzt wieder ganz ungeniert nach mehr Überwachung und Befugnissen zu rufen.

    Was hätte denn vielleicht helfen können?



    Eine Autofreie Innenstadt? Dann wird es nicht mehr so schwer sein solche Veranstaltungen vor dieser Art Anschlag zu schützen.

    Oder vielleicht Politik für alle Menschen, statt Kulturkampf von der Regierung gegen Minderheiten. Über die Überwachung und Befugnisse wird sich die kommende faschistoide Regierung sicher freuen... und weiß damit bestimmt auch was anzufangen...

  • Guter Beitrag, vieles muss konsequenter und besser laufen gegen die islamistischen Terroristen.



    Aber - WARUM veröffentlich die TAZ das Fahndungsfoto nicht?????



    Der Typ ist noch gefährlich.

  • Es kann doch nicht so schwer sein, die islamistischen Plattformen im Internet und den anderen Social Media zu überwachen oder stelle ich mir das als zu einfach vor. Einen anderen Weg, uns vor solchen Tätern zu schützen, sehe ich nicht.



    Ich weis, der rechte Mob wird jetzt wieder toben und nach Re-Migration rufen - aber das hilft nun wirklich nicht weiter.

    • @Il_Leopardo:

      Führerscheinentzug wäre noch was. Dann klsppt's mit dem Auto Mieten wenigstens nicht.

    • @Il_Leopardo:

      Sagten Sie hier "überwachen"? Sales Consultant von Palantir? Tougher job bei der German Angst vor den technischen Möglichkeiten der IT. Wir haben die härtesten Datenschützer der Welt.

    • @Il_Leopardo:

      Ich gehöre nicht zum rechten Mob und rufe auch nicht pauschal Remigration. Aber natürlich würde es helfen, ausländische Gefährder abzuschieben. Auch nach Afghanistan und Syrien.

      • @Dr. McSchreck:

        Sie übersehen da etwas: der Täter wurde in Deutschland geboren und besaß die deutsche Staatsbürgerschaft.

      • @Dr. McSchreck:

        Das geschieht doch bereits - sogar nach Afghanistan! Unter Remigration versteht die AfD aber etwas ganz und gar anderes!

        • @Il_Leopardo:

          Eben. Das meine ich aber nicht. Ich meine aber, dass es gleichermaßen falsch ist, Remigration im Sinne der AfD zu forden wie es falsch ist, Abschiebungen in bestimmte Länder auszuschließen. Es muss auf den Einzelfall ankommen und ob die Person für dieses Land eine Bereicherung oder eine Belastung darstellt, im schlimmsten Fall eine tödliche Gefahr.

    • @Il_Leopardo:

      warum hilft eine Re-Migration nicht weiter. Allein in Berlin sind laut Behörden 1940 extreme Islamisten bekannt die teilweise schon mehrmals mit dem Gesetz in kKonflikt gekommen sind. Warum schieben wir nicht diese ab ? (Solange sie keine deutsche Staatsbürgerschaft haben!) -Warum sollen wir diesen unser Gastrecht geben, wenn Sie im Gegenzug nicht unsere Werte akzeptieren. Das hat nichts mit rechten MOB zu tun sondern mit normalen Menschenverstand!

      • @Thomas Zwarkat:

        Finde ich auch. Ich frage mich dann immer (so in alter Zonen-Manier): wem nützt es (auch materiell)? Und da fallen mir zahlreiche Personen ein.....

      • @Thomas Zwarkat:

        Zuwanderer sind keine Gäste.

        • @Francesco:

          Manche schon.

      • @Thomas Zwarkat:

        Die kürzliche Tat wurde aber nicht von einem jungen Mann vollbracht, der bereits Deutscher war. Sie tun ja geradeso, als würden alle Menschen aus diesem Raum tagtäglich solche Taten verüben. Es sind Ausnahmetaten!

        • @Il_Leopardo:

          Ausnahmetaten? - ah und deshalb gibt es dann im Netz Anweisungen man soll noch eine zweite Waffe bei einem Anschlag mit dem Auto mitnehmen - verstehe !!! und die bekannten extremistischen Islamisten in Berlin wollen nur ein wenig "spielen" und tun uns nichts......

          das sind keine Ausnahmetaten - das sind geplante Terroranschläge !!!

        • @Il_Leopardo:

          Bei den 1940 sollte man aber verhindern, dass sie die deutsche Staatsbürgerschaft bekommen oder nicht? Natürlich sind es nicht "alle" Menschen. Es sind ja auch ein paar mehr hier als diese 1940. Es mögen Ausnahmetaten sein, aber sie brennen sich ein und sie machen den Menschen Angst. Daher nennt es sich Terror.

          [Ich gehe davon aus, dass Ihr "nicht" im ersten Satz zu viel war.]

          • @Strolch:

            Der CSD-Attentäter ist in Deutschland geboren und hatte die deutsche Staatsbürgerschaft.



            Wie viele der angeblich 1940 Gefährder sind bereits Deutsche? Die Terroristen vom Bataclan waren größtenteils Franzosen, manche in Paris geboren und aufgewachsen.



            Und jetzt? Abschieben ist in solchen Fällen kein gangbarer Weg. Einfach wegsperren geht i. d. R. auch nicht.

    • @Il_Leopardo:

      Der rechte Mob, der sonst Queere zusammen schlagen und Anschläge auf Unterkünfte verüben lässt.

      • @snowgoose:

        Was ist das schon wieder für ein Kommentar. WANN wurde von einem rechten Mob ein Attentat auf Schwule verübt? Relativierung.....

  • Es ist ja nicht der erste Anschlag und was haben wir uns nicht alles vorgenommen zu tun, dass sich sowas nicht wiederholt, aber nichts ist passiert und somit sind wir mitschuldig.

  • Wenn es das Ziel des Anschlags war, dass gleich am nächsten Tag die Bundespolizei schwerbewaffnet an allen Grenzübergängen nach Deutschland aufmarschiert, Bundestagabgeordnete die Gesetze zur Totalüberwachung der eigenen Bürger sofort zu beschließen fordern und Dobrindt sowie Merz nun ihre Zusammenarbeit mit den islamistischen Terroristen in Afghanistan zwecks Abschiebung weiter verbessern wollen, dann hat er sein Ziel voll erreicht.

  • In vielen islamischen Ländern werden gleichgeschlechtliche



    Beziehungen u. sexuelle Handlungen auf Grundlage der Scharia



    mit teils drakonischen Strafen (zB. Auspeitschungen) verfolgt.



    Bedarf es da einer „besonderen“ Radikalisierung für Anschläge



    auf Veranstaltungen wie die CSD-Umzüge durch islamische Fanatiker, wenn solche Handlungen u. Beziehungen ihrer



    „göttlichen Ordnung „ widersprechen ?

    • @behr Behr:

      Die oft jugendlichen Attentäter haben dieses Gedankengut aber selten aus den Ländern ihrer Vorfahren mitgebracht, sondern lebten meist viele Jahre in Deutschland oder Europa, bevor sie sich radikalisierten. Die Attentäter von Paris hatten z. B. fast alle die französische oder belgische Staatsangehörigkeit und sind z. T. in Paris geboren.



      Wir müssen also hinterfragen, was genau in deren Leben schiefgelaufen ist, dass sie sich in Terroristen verwandeln.

      • @Aurego:

        Der damalige Innenminister wollte 2005 einen sozialen Brennpunkt in Paris "kärchern" (nettoyer au Karcher). Da muss man sich nicht wundern, dass das eine halbe Generation später so ausgeht.

      • @Aurego:

        Vielleicht sollten wir erst die Integration abwarten und dann erst einbürgern. Das gilt für die ganze Familie, zumal mit gesichertem Aufenthaltsstatus auch ohne deutschen Pass ein menschenwürdiges Leben möglich ist.



        Und selbst dann müssen wir leider damit rechnen, dass in den Familien auch mal etwas schief läuft. Der Sohn einer deutschen Mathematiklehrerin z.B. war bei der RAF und hat schwerste Verbrechen begangen. Radikalisierung ist kein allein migrantisches oder islamisches Problem.

        • @Carsten S.:

          Wer war der Sohn einer deutschen Mathematiklehrerin , der bei der RAF war ? Vielen Dank

        • @Carsten S.:

          Welche Integration wollen Sie denn abwarten, wenn sich ein junger Mann, der die deutsche Staatsbürgerschaft hat und in Berlin geboren ist, sich radikalisiert?



          Ich fürchte, da muss man mehr Prävention in die Schulen bringen und besser auf Social-Media-Kanäle aufpassen, die Hass verbreiten und zur Radikalisierung beitragen.

          Und vielleicht sollte man diesen Gefährdern einfach den Führerschein abnehmen, damit sie keine Autos anmieten können ...

    • @behr Behr:

      Dann haben solche Verteidiger der göttlichen Ordnung hier nichts verloren.

      • @Leningrad:

        Dummerweise hatte der CSD-Attentäter die deutsche Staatsbürgerschaft und ist in Berlin geboren und aufgewachsen.

        • @Aurego:

          Dann müssen halt Gesetze der Situation angepasst, auch das Staatsbürgerschaftsrecht. Recht ist etwas was mit der Zeit zu gehen hat, anderenfalls würde hier noch der Hexenhammer von 1486 noch gültiges Recht sein bzw. wie in der Consititutio Criminalis Carolina von 1538 auf Diebstahl die Todesstrafe durch Erhängen stehen.