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Deutschlandticket als Pflicht in NRWWas für ein absurder Vorschlag

Nanja Boenisch

Kommentar von

Nanja Boenisch

Die NRW-CDU will Bür­ger­geld­emp­fän­ge­r:in­nen zum Kauf eines Deutschlandtickets verpflichten. Ausgerechnet die, die ohnehin fast nichts haben.

E s ist zum Haareraufen. Um Geld in die Kassen der Nahverkehrsbetriebe zu spülen, wollen CDU-Politiker aus Nordrhein-Westfalen Bür­ger­geld­emp­fän­ge­r:in­nen ein Deutschlandticket als Sachleistung aufzwingen. Mehr Geld bekämen die Menschen dafür nicht – der Betrag, der normalerweise selbstbestimmt für Mobilität ausgegeben werden kann, würde ihnen gestrichen.

Die Überzeugung der CDU-Politiker, dass sie da eine wirklich gute Idee hatten, zeigt, wie wenig sie von der Lebensrealität einkommensarmer Menschen verstehen – und wie erschreckend leicht es ihnen fällt, immer noch mehr Geld und Freiheit bei Armen abzuzwacken. Selbst, wenn es stimmt, dass die Verkehrsverbünde von mehr Kun­d:in­nen im Abomodell profitieren: Der Vorschlag ist absurd und abschätzig. Das Ticket gibt es seit gut zwei Jahren. Seit dieser Zeit ringen Bundesregierung, Länder und Verkehrsverbünde über das Angebot. Sie alle finden es gut, aber niemand will so recht für die Kosten aufkommen.

Gleichzeitig rufen die Länder nach mehr Geld vom Bund für den Nahverkehr. In den vergangenen Jahren hat die Bundesregierung die Mittel immer mal wieder erhöht, Schwarz-Rot hat im Koalitionsvertrag eine weitere Erhöhung zugesagt. Und doch sollen es ausgerechnet Bür­ger­geld­emp­fän­ge­r:in­nen sein, die die Löcher stopfen sollen? Die Bürgergeldempfänger:innen, denen die Bundesregierung gerade erst die Freibeträge gekürzt und schärfere Sanktionen aufgebrummt hat?

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Seit das Deutschlandticket auf dem Markt ist, gab es zahlreiche konstruktive Vorschläge, wie mehr Einnahmen generiert werden können: ein Jahresabo für einen stabileren Kund:innenstamm, ein bundesweites Sozialticket zu einem niedrigeren Monatspreis, ein höherer Finanzierungsanteil des Bundes. All diesen guten Ideen konnten oder wollten sich die Ver­kehrs­mi­nis­te­r:in­nen bisher nicht widmen. Spätestens jetzt können sie das nachholen, um dem absurden CDU-Vorschlag etwas entgegenzusetzen.

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Nanja Boenisch

Nanja Boenisch Redakteurin

Schreibt im Ressort Wirtschaft + Umwelt über Mobilität und Verkehrswende.
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93 Kommentare

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  • Einer der Fehler in diesem Ansatz ist: ein Bürgergeldempfänger mag mal irgendwohin fahren, wo das Deutschlandticket brauchbar wäre.



    Ihn aber Monat für Monat dazu verpflichten, und ihm sonst nicht die Möglichkeit zu lassen 2 mal 3,80 für ein Single-Busticket zu bezahlen, oder die Reparatur seines Fahrrads - das ist hanebüchen und zeigt die Verachtung gegenüber jenen, die es finanziell schwer haben.



    Und es zeigt, wie noch mehr von unten nach oben umverteilt werden soll.

  • Ich kann mich noch erinnern, wie auf dem Weg des Semesterbeitrags den Studis Semesterticket angedreht wurden, auch wenn sie dafür keine Verwendung hatten...

    • @Carsten S.:

      Aber das war zumindest keine staatliche Entscheidung, was noch mal für mich ein definitiver Unterschied im Verständnis eines Rechtsstaates ist, eines demokratischen Rechtsstaates.

  • Ich halte ein vergünstigtes Deutschlandticket für Bürgergeldempfänger für sinnvoll, etwa zum halben Preis. Entscheidend ist aber, dass der Kauf freiwillig bleibt und der Regelbedarf nicht gekürzt wird. So bleibt die Entscheidung offen, ob das Geld für ÖPNV, Fahrrad oder andere Mobilität gebraucht wird.

    • @GTD:

      Ein Sozialticket verpflichtend zum halben Preis könnte ich mir durchaus vorstellen.



      Das tut vielen etwas gutes und vereinfacht die Bürokratie.

      • @Carsten S.:

        Auch das ist sogar noch überflüssig, denn dafür gibt es ja bereits zur Hälfte des regulären Preises Sozialtickets. Dennoch würde auch ich das für eine gute Idee halten, denn dann hat man als armer Mensch zumindest theoretisch mehr Mobilität und wenn's nur für die ein zweimal im Jahr ist. Der Mann ist vielleicht wirklich mal im Regionalverkehr nutzt, weil man an irgendeinen See im Sommer fährt oder so. Aber nur als zusätzliches Angebot zu den bestehenden Sozialtickets. Gerne aber mit Evaluation nach vielleicht einem Jahr,, ob sich der Kauf der Sozialtickets dadurch verringert hat. Und dann könnte man ja vielleich tüberlegen, ob man das Sozialticket wiederum abschafft, wenn das DeutschlandTicket (zur Hälfte das Preises für Sozialgeld, Empfänger oder Geringverdiener) es kompensiert.

  • "Deutschlandticket als Pflicht in NRW"



    Diejenigen, die so etwas fordern, sollten sich mal im Berufsverkehr zwischen Hamm und Bonn im überfüllten Zug und im Stehplatz-Bereich der zweiten Klasse an den Türen (und selbstverständlich im Hochsommer) um ihre künftigen Wählerstimmen bewerben, mit diesen Argumenten, die, gut gemeint mit Kritik, allenfalls die Qualität von Nebelkerzen haben.



    Wenn's klug und sinnvoll wäre, gäbe es das auch schon, so ist der Markt, auch für die Politik...



    Im klimatisierten Dienstwagen gedeihen offensichtlich so manche Kuriositäten, alles Vorboten des Sommerlochs.

  • Wie muss man sich Menschen vorstellen, die so einen Gedanken nicht sofort als unsinnig und unzumutbar verwerfen? Eine ganze Gruppe von Menschen. Mit wem reden die? Was sind Bürgergeldempfänger für die? Denken die, die fahren jeden Tag zur Arbeitsagentur?

    63 € monatlich sind 10% ihres Einkommens. Manche fahren Rad. Viele wohnen auf dem Lande, sollen die regelmäßig in die Stadt fahren, sich Ausstellungen anschauen oder ins Theater gehen? Das brächte ja gleich noch Geld für notleidende Kultureinrichtungen.

  • Wenn Die Linke fordern würde, dass eine neue pauschale Steuer eingeführt werden sollte, 59€ pro Kopf und im Gegenzug erhält jeder Bürger ein Deutschland Ticket, ich bin mir sicher, da würde hier gefeiert und gejubelt.



    Ich lese hier ständig Beiträge wonach sich der Individualverkehr verboten oder stark eingeschränkt gehört.



    Nun schlägt die Union so etwas vor - und natürlich ist es falsch🙄🤷



    Meiner Ansicht nach ist es eine sehr gute Idee. Der Staat muss den ÖPNV finanzieren. Und der Staat muss Bürgergeldempfänger finanzieren.



    Wieso ist es ein Skandal, wenn man versucht diese Kosten zusammenzulegen?



    Unterm Strich spart sich so der Staat 59€ pro Bürgergeldempfänger. Der ÖPNV fährt so oder so. Aber durch diese Regelung wäre etwas mehr Geld im Topf des ÖPNV.



    Und, ebenfalls unter Strich, wären sogar mehr Menschen mobil als vorher. Die wenigsten Bürgergeldempfänger haben ein Auto. Vielen könnte so eine umfassende Mobilität ermöglicht werden, die sie sich alleine, vllt aus Fokusmangel oder anderen Gründen, nicht verschaffen.

    • @Astrid Sehnefeld:

      "Wenn Die Linke fordern würde, dass eine neue pauschale Steuer eingeführt werden sollte, 59€ pro Kopf und im Gegenzug erhält jeder Bürger ein Deutschland Ticket, ich bin mir sicher, da würde hier gefeiert und gejubelt."

      Und Sie?



      Würden Sie auch feiern und jubeln?

      Denn wenn nicht, ist Ihre Haltung ebenso Doppelmoralisch, wenn Sie dann hier aber andererseits kundtun, dass Sie das für eine einzelne Gruppe selektiv und diese stigmatisierend und zudem unverschämt ausbeutend, in Ordnung finden.

    • @Astrid Sehnefeld:

      Die Zusammenlegung der Kosten muss nicht zwingend ein Skandal sein, doch die dreiste Verordnung von oben: "Du musst das Deutschlandticket kaufen." das ist ein fetter Skandal. Was kommt dann? "Du musst ein XY-Smartphone kaufen oder einen SUV oder einmal pro Quartal nach Malle fliegen" - oder was auch immer.



      Ich bestimme selbst darüber was ich kaufen will, der Staat hat an dieser Entscheidung in keine Mitspracherechte - es sei denn es gibt eine gesetzliche Grundlage, doch die ist mir in Sachen Deutschlandticket nicht geläufig....

      • @Perkele:

        Wenn Sie Ihr Geld selbst verdienen, dann dürfen (müssen) Sie einen Teil auch erstmal für Kranken- und Arbeitslosenversicherung sowie GEZ ausgeben.

        Einem Bürgergeldempfänger ist daher durchaus zuzumuten, dass ein Teil seines leistungslosen Einkommens an bestimmte Ausgaben gebunden wäre.

      • @Perkele:

        "Ich bestimme selbst, was ich mir kaufe!"?



        Echt jetzt? Das ist doch voll neoliberal!

    • @Astrid Sehnefeld:

      Aber Bürgergeldempfänger können sich doch jetzt auch ein Deutschlandticket kaufen wenn sie reisen wollen oder müssen. Freiwillig halt, für selbstbestimmte Zeiträume und nicht ganzjahres-zwangsenteignet. Oder verstehe ich etwas falsch und diese Menschengruppe ist neuerdings vom Ticketerwerb ausgeschlossen?

      "Vielen könnte so eine umfassende Mobilität ermöglicht werden, die sie sich alleine, vllt aus Fokusmangel oder anderen Gründen, nicht verschaffen.":

      Das ist zynisch: Eine einschränkende Zwangsmaßnahme als Wohltat verkaufen zu wollen, weil der derart Geschurigelte selbst offenbar zu dumm ist, den behaupteten Vorteil selbst zu erkennen.

      • @Josef 123:

        Nein sie verstehen das nicht falsch, allerdings musst du dann Schwarzfahren weiter kriminalisieren. Das Deutschlandticket wäre ein Ausweg.



        Wenn man das vorgeschriebene Deutschlandticket jetzt verteufelt und auf Eigenverantwortlichkeit setzt, dann muss diese auch geleistet werden, wenn man ÖPNV fährt und ein Ticket gekauft werden muss.

        Alles andere wäre ein Hohn.

      • @Josef 123:

        "Das ist zynisch: Eine einschränkende Zwangsmaßnahme als Wohltat verkaufen zu wollen, weil der derart Geschurigelte selbst offenbar zu dumm ist, den behaupteten Vorteil selbst zu erkennen."



        Zynisch?



        Das macht der Staat ständig.



        Verbrennerverbot, Verbot von fossilen Heizungen, Tempolimit, Erhöhung Tabaksteuer, etc...



        Der Staat greift ständig ein und will uns "einschränkende Zwangsmaßnahme als Wohltat verkaufen", weil wir "selbst offenbar zu dumm" sind, "den behaupteten Vorteil selbst zu erkennen."



        Wenns um den Autofahrer, Raucher, Trinker, etc geht wird hier immer Beifall geklatscht, wenn der Staat regulierend und steuernd eingreift, aber beim Bürgergeldempfänger soll es plötzlich zynisch sein???



        Das ist völlig unlogisch.



        Ein Staat ist immer regulierend. Sonst bräuchte man ihn nicht, sonst bräuchte man keine Gesetze, keine Regeln, nichts.



        Ohne Regulation des Staates wäre Anarchie.

        • @Astrid Sehnefeld:

          Der große Unterschied ist doch, dass bei all den von Ihnen aufgeführten bisherigen "Zwangsmaßnahmen" kein Unterschied zwischen arm und reich gemacht wird.



          Es geht um Gruppen, die sich bestimmten Interessen widmen, wie von Ihnen aufgeführtes Rauchen oder Autofahren, und alle werden von dem Verbot gleich betroffen. Nicht finanziell natürlich, aber von der Kausalität her, warum das Verbot für sie gilt oder gelten soll, wenn es käme, wie Tempolimit oder Rauchverbote.



          Ich wusste nicht, dass Bürgergeldempfänger-Sein ein persönliches Interesse darstellt, für das man sich bewusst entscheidet, weil es so viel Spaß macht.

        • @Astrid Sehnefeld:

          Ja, ich staune auch, wie viele heimliche Verteidiger der Neoliberalismus hier auf einmal findet.



          🤗

        • @Astrid Sehnefeld:

          Das eine ist das Verbot etwas zu kaufen, das andere der Zwang etwas zu kaufen. Ich sehe da schon einen einen Unterschied, vor allem da es nur einen kleinen Bevölkerungsanteil betrifft

  • Da wiehert der Amtsschimmel! :D - Ist ja auch klar: Man streicht den Leuten, die eh nicht verreisen können, im Jahr ~600 € ( wohlwollend niedrig gerechnet, auf 49 €-Basis ) - die WaIst ahlmöglichkeit - und schon ist der ÖPNV in NRW gerettet...

    Spaß beiseite:

    So ein Schmarrn wurde selbst in Bayern in der kürzesten Zeit wieder einkassiert.

    Mal sehen, welches Bundesland als nächstes diese Idee wieder aufwärmt.

  • Das ist dann ja ungefähr so wie mit den Zwangsgebüren der GEZ oder dem mit unseren Steuergeldern Zwanghaft finanzierten Politikern, bald bleibt echt nix mehr über - tzzzzzzz

  • Schlau ist das schon: Man hat sich verkalkuliert, und Leistungsempfänger sollen jetzt zwangsweise das Finanzloch stopfen, egal ob sie das Ticket brauchen oder überhaupt nur ansatzweise nutzen können.

    Gegenvorschlag: Firmen werden verpflichtet, für jeden ihrer Angestellten ein Ticket zu kaufen. Das wären weitaus mehr, die Einnahmen also ungleich höher, und die Tickets würden auch genutzt werden.

    Den Aufschrei möchte ich hören.

    • @Josef 123:

      "...egal ob sie das Ticket brauchen oder überhaupt nur ansatzweise nutzen können."



      Da sie ja schnellstmöglich wieder Arbeiten gehen sollen wird jeder das Ticket brauchen, egal ob zum erreichen von Bewerbungen, Ausbildung, Förderkursen, oderoderoder

      • @Astrid Sehnefeld:

        @Astrid Sehnefeld



        Renter mit niedrigen Renten und daher Grundsicherungsempfänger sollen nicht wieder arbeiten. Auch alleinerziehende Mütter mit drei kleinen Kindern auch nicht. Wer erzählt Ihnen nur solche Dummerhaftigkeiten ?

        • @Alex_der_Wunderer:

          *Wer erzählt Ihnen nur solche Dummerhaftigkeiten ?*

          Dass Rentner faul sind, erzählt zum Beispiel der hochsympathische CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann; und alles andere weiß der aufgeklärte Bürger aus solchen Qualitätsmedien wie Springer-WELT/BILD und Konsorten. Und dass es alleinerziehende Mütter gibt, die frech Sozialhilfe beantragen, anstatt für ein paar Euro Lohn in einem Job dafür zu sorgen, dass ihr Arbeitgeber sich einen neuen Porsche kaufen kann, das erfährt der Bürger z.B. aus DOKU-Sendungen von RTL; denn der frühere CDU-Bundeskanzler Helmut Kohl hat damals mit dem Medienmogul Leo Kirch dafür gesorgt, dass der Bürger auch endlich mal gute TV-Sendungen vorgesetzt bekommt.

          Den Bürgern kann man aber keine Schuld geben, denn er/sie ist durch die Mainstreammedien, die alle schon fest in der Hand der Reichen sind, so "erzogen" worden, dass er/sie nichts mehr in Frage stellt was Politiker sich so alles "ausdenken" um den Freunden aus der Wirtschaft zu helfen.

          Ich habe es auch schon aufgegeben mich darüber aufzuregen und begegne der ganzen Idiotie nur noch mit Ironie und Sarkasmus.

          ***heute show - Linnemann und die Rentner*** www.youtube.com/shorts/0yNPy1CePXs

          • @Ricky-13:

            @Ricky-13



            Hey - Dankeschön für den Link, gerade richtig zur Kaffeezeit entdeckt - Unterhaltung pur, wie wir sie mögen 😂 🤣 😂

      • @Astrid Sehnefeld:

        Genau, und dafür gibt es in ihrer Welt selbstverständlich auch keine andere Möglichkeit als ein bundesweites Ticket für rund 60 € was für einen Bürgergeld Empfänger ungefähr für eine Person eine Woche essen bedeutet von insgesamt vier. Mit Verlaub, aber sie scheinen nicht die geringste Ahnung von Lebensrealitäten armer Menschen und Bürgergeld-Empfänger zu haben oder sie ignorieren es bewusst. Ich vermute, Sie fahren Auto und haben auch gar keine Ahnung von Preisen der lokalen Öffentlichen, denn ein Großteil der Bürgergeld Empfänger kommt aus selbigen praktisch nie heraus und ein Ticket im Stadtbereich ist für Bürgergeld Empfänger weitaus günstiger als ein deutschlandweites, was sie gar nicht in Anspruch nehmen können. Wohin soll man schon reisen, wenn man nicht mal Geld für einen Campingplatz als Übernachtung übrig hat, nachdem man ein Viertel seines Nährstoffbedarf in ein überflüssiges Ticket zwangsweise investieren musste?



        Mit ihren Begründungen, auch von oben, die schon zynisch kalt sind, könnte man auch genauso gut den Kommunismus rechtfertigen. Hat ja auch viele Vorteile. Ich wundere mich über Ihr Demokratieverständnis. Der Staat bestimmt für den Bürger?

      • @Astrid Sehnefeld:

        Ist das Ironie? Einige können mit dem Rad fahren, einige besitzen ein Auto. Und einige arbeiten im Homeoffice und bekommen Aufstockung bzw. arbeiten später im Homeoffice.



        Einige Aufstockende bekommen es vom Arbeitgeber. Einige fahren in Fahrgemeinschaft. Viele brauchen ihr Ticket für wenige Fahrten im Monat. Da reichen Einzelfahrscheine.







        Und die, die wegen Behinderung ohnehin kostenlos fahren oder die, die wegen psychischer Erkrankung erst gar nicht das Haus verlassen, werden richtig bestraft. Und wer mal 8 Wochen kranke ist, hat kein Geld für Medikamente.

        Es gibt KEIN Argument für das D-Ticket als Zwang für Leistungsbeziehende, keins. So eine richtig boshafte Idee der Union.

        • @menschbin:

          Mit ihren Argumenten, von denen ich mich gerne überzeugen lassen möchte, ist dann aber auch jegliche Einschränkung für den Individualverkehr für immer vom Tisch.



          Freie Fahrt für mündige Bürger mit dem Transportmittel und Antrieb Ihrer Wahl, danke

          • @Astrid Sehnefeld:

            Lustig, dass Sie mit diesen Einschränkungen gerade bei den Bürgergeldempfängern anfangen wollen. Während Superreiche weiter ihre Privatjets nehmen können.



            Bezogen auf Individualiverkehr und Klimafolgen - denn darauf beziehen Sie sich ja wohl - ist wohl was schlimmer? Und was menschenunwürdiger?

        • @menschbin:

          Vielen Dank für diesen Kommentar! Ich bin wirklich auch erschrocken über diese kalte Empathielosigkeit und dass Menschen offensichtlich Demokratie immer nur dann gefährdet sehen, wenn es sie selbst betrifft und ansonsten immer noch eins drauf!

  • Ein weiteres Problem mit Deutschlandticket und auch dem Berlin-Ticket S (Ich vermute den meisten anderen Kommunen dürfte es auch so sein) : Keine Mitnahme von Fahrrädern vorgesehen. Aber klar, für die "letzte Meile" gibt es ja die Leih-Scooter. Dummerweise haben die aber keinen Ermäßigungstarif. Zudem soll die Verfügbarkeit immer schlechter werden, je weiter man sich vom Stadtzentrum entfernt.

    • @Mustardmaster:

      "die "letzte Meile" ..



      laufe ich zu Fuß, dafür braucht man kein Rad oder E-Scooter. Gesund ist es auch noch.

    • @Mustardmaster:

      In BW ist die Mitnahme von Fahrrädern in der Bahn am Wochenende und werktags ab 9 Uhr generell kostenlos. Unabhängig vom Ticket.

    • @Mustardmaster:

      München MVG



      Während dieser Sperrzeiten ist die Fahrradmitnahme in der U-Bahn nicht gestattet, ansonsten ist es erlaubt.

      Montag – Freitag (außer Feiertage): 6 – 9 Uhr



      Montag – Freitag (außer Feiertage und Schulferien): 16 – 18 Uhr

      In Bussen und Tram ist es verboten und für die S-Bahn ist die Bahn zuständig.

  • Das ist klar verfassungswidrig. Entweder die Regelung wird aufgegeben, oder der Warenkorb, der für die Ermittlung des Existenzminimums herangezogen wird, wird um genau diese 63 EUR erhöht.



    Für die meisten Hartz IV-Menschen lohnt sich das Deutschlandricket nicht. Entweder haben sie mit viel Mühe ihr altes Auto in den Leistungsbezug gerettet oder sie machen alles mit dem Fahrrad/Roller/Buggy oder notfalls einem Abo der Stadtwerke. Dass ein Aufstocker jeden Morgen und Abend 20 km mit ÖPNV zur Arbeit pendelt, ist nun wirklich die Ausnahme.

    • @hedele:

      Was soll daran verfassungswidrig sein? Der Staat nimmt ein Teil der Buergergelds, bzw einen Teil der Mobilitaetspauschale des Buergergelds, und zahlt direkt an die Verkehrbetriebe. Wenn das verfassungswidrig waere duerfte er auch die Miete nicht direkt zahlen.

      Sehen Sies doch mal von der positiven Seite: Kein Buergergeldempfaenger wird mehr wegen Schwarzfahrens in den Knast kommen, was bestimmt die Hauptmotivation der CDU-Politiker ist.

      Ich wuesste auch nicht, warum, wo doch dauernd das kostenlose Ticket gefordert wird, welches auch nicht alle brauchen aber uber Steuern mitbezahlen, die Nichtnutzung ein Problem darstellen wuerde. Der Zug ist mit der GEZ-Gebuehr doch schon lange abgefahren.

      • @elektrozwerg:

        Mit Ihrer Erklärung sind wir dann auch bald bei Essensmarken für Bürgergeldempfänger.



        Und Sie verstehen nicht, was daran verfassungswidrig sein soll?



        Was für ein menscheinverachtendes Deutschland da heraufdämmert, wenn so viele Menschen hier noch nicht mal begreifen, warum so etwas nicht geht.

      • @elektrozwerg:

        Ihr Vergleich mit der Miete ist verfehlt. Damit der ansatzweise zutrifft, müsste es so sein, dass das der Staat für Sie bestimmt wo, in welcher Wohnung, in welchem Geschoss, Sie zu wohnen haben, damit das Jobcenter eben diese Gebäude über ihre Miete finanzieren kann, um selbst seinen Pflichten nicht nachkommen und eine gerechte Belastung aller Bürger nicht vornehmen zu müssen, sondern die Abhängigkeit der schwächsten vom Staat lieber als Machtinstrument auszunutzen, um noch weiter nach unten zu treten, damit noch mehr Straßen und Autos für Besserverdienende gebaut werden können, die sich zu bequem oder zu gut sind, mit Bus und Bahn zu fahren, wie das Fußvolk.



        Aber wenn man es ganz verrucht mag, kann man das natürlich noch als Mobilität für die ärmsten verkaufen. Einfach nur unglaublich wie überflüssigerweise es im so reichen Deutschland abgeht. Und den ärmsten und sozial schwächsten der Gesellschaft. wird am allerwenigsten gegönnt.



        Dieser Staat hat vor nichts mehr Angst, als dass es einem Bürgergeld-Empfänger zu gut gehen könnte. Keine Angst vor Nazis, keine Angst vor den Gefahren des Kapitalismus für Menschen, Tier und Umwelt, keine Zukunftsängste, aber wehe Bürgergeld-Empfänger!

        • @Edda:

          Auch der Vergleich hinkt, denn der Staat wuerde einem ja nicht vorschreiben, welchen Bus und welche Strecke zu nehmen ist.

          Aber wie ich schon geschrieben habe. Entweder man verringert die Grundsicherung um die Kosten fuer das Sozialticket, dafuer ist das Sozialticket inklusive oder man laesst es so wie es ist.

          Ich als Liberaler bin ganz klar fuer die 2. Variante.

          Zu Ihrem letzten Absatz: Ich denke der Staat hat keine Lust doppelt zu bezahlen, zuerst in Form der Mobilitaetspauschal als Teil der Grundsicherung und 2. in Form der Folgekosten der Trotzdemschwarzfahrer. Aber das sind bei mir wie bei Ihnen Spekulationen.

          • @elektrozwerg:

            Meine Güte, ihre Sichtweise ist schon haarsträubend, jetzt haben sie auch noch den Bogen dazu dass Kosten durch Schwarzfahren von Bürgergeld Empfängern verursacht werden!



            Wie kommen Sie darauf oder welche Belege haben Sie dafür?



            Desweiteren haben Sie meine Analogie nicht richtig verstanden. Denn das Äquivalent im Vergleich ist nicht, dass der Staat aussucht, mit welchem Verkehrsmittel Sie wann fahren, sondern dass der Staat für Sie bestimmt, welche Art von Mobilität Sie zu nutzen haben und welches Tarifmodell sie dafür zu nehmen haben!

            Wenn aber ihr demokratisches Verständnis sich schon darin erschöpft, dass der Bürger ja schließlich immer noch selbst aussuchen kann, welche Bussen und Bahnen er nimmt, fällt mir auch nichts mehr ein, was ich ihnen sagen könnte, um mich verständlicher auszudrücken, worum es geht.

            Vielleicht muss man sowas wirklich erst mal Autofahrern aufdrücken, damit es Manchen klar wird, welche staatliche Übergriffkeit es ist, und dann auch noch ausbeuterisch, denn das Sozialticket in Berlin kostet die Hälfte und reicht voll aus. Kaum ein BGeld-Empfänger ist außerhalb auch nur sein Kiezes unterwegs!



            Haben Sie selbst Bezug zu Lebensrealitäten armer Menschen?

      • @elektrozwerg:

        Mit Verlaub, was reden Sie da, Sie implizieren, dass der Staat das Recht hat, die Wahl Ihrer Mobilität und dann auch noch das Ticket Modell , welches Sie zu nutzen haben, vorzuschreiben, unabhängig ihres eigenen Bedarfs, den sie plötzlich nicht mehr selbst feststellen dürfen, sondern der Staat, nach eigenem Bedarf, Ihr Ernst?

        Warum drückt man das nicht Autofahrern auf?



        Das ist doch viel sinnvoller, wenn die gezwungen werden, Zug zu fahren. Sie verpesten die Umwelt, generieren Gefahr für Mensch, Tier, Natur und sorgen für verdammt viele staatliche Enteignungen, gegen die hier doch auch immer gegiftet wird. Außerdem klauen Sie der Allgemeinheit ganz egoistisch und selbstverständlich öffentlichen Raum, der allen Menschen zusteht. Sei es in Form von immer mehr Straßen, als für die Dienstleistung und Versorgung der Menschen notwendig, sei es durch Parkraum und dann auch noch kostenlos. Was für eine unglaubliche Anspruchshaltung?! Wenn Autofahrern zwangsweise das Deutschland Ticket aufgedrückt wird, bin ich damit okay, dass es auch bei Bürgergeld-Empfängern und allen anderen Bürgern passiert. 60 € für ALLE pauschal, dafür deutschlandweit Nahverkehr umsonst! Und keiner heult bitte rum!

      • @elektrozwerg:

        " Der Staat nimmt ein Teil der Buergergelds, bzw einen Teil der Mobilitaetspauschale des Buergergelds, und zahlt direkt an die Verkehrbetriebe. "

        Das stimmt nicht, das Ticket liegt über der Pauschale!

        • @menschbin:

          Nur wenn Sie das Sozialticket ignorieren.

      • @elektrozwerg:

        Die GEZ Gebühr ist doch ein super Beispiel. Wissen Sie wer die nicht zahlt? Bürgergeldempfänger:innen!



        .



        Ein vergleichbares Modell wäre beim ÖPNV auch sinnvoll. Von diesem profitieren auch alle Menschen, ob sie ihn selbst direkt nutzen oder nicht.

        • @sociajizzm:

          Von mir aus, aber glauben Sie ja nicht, dass dann der Buergergeldbetrag nicht dementsprechend gekuerzt wird. Und dann sind wir wieder beim CDU-Vorschlag.

          Ich finde die derzeitige Regelung am besten. Wer Oeffis fahren will, holt sich einer Sozialticket und hat immer noch was von der Mobilitaetspauschale uebrig, oder er gibt das Geld fuer was anderes aus.



          Jeder soll das passend zu seinen Beduerfnissen machen. Der Staat hat da nicht reinzureden. Buergergeldempfaenger sind doch keine Kinder.

        • @sociajizzm:

          @ sociajizzm



          Hey - voll gut die Schlussfolgerung 👍👍

    • @hedele:

      Klarer Fall

      Wenn der Staat dich dazu verpflichtet, soll der Staat es bezahlen

  • Nur so als Hinweis:



    Seit gestern - 01.07.2026 - gibt es kein Bürgergeld mehr, sondern Grundsicherung.

    • @B. Trübt:

      Ja, der alte Wein in neuen Schläuchen. Obwohl... "Ich bin grundgesichert" hört sich schon besser an als "Ich bin Bürgergeldempfänger". Danke Herr Merz, jetzt fühle ich mich viel abgesicherter und werde die AfD doch nicht wählen.



      Wobei ich die Blauen eh nicht mag. Was gegenseitig ist, denn die mögen ja auch nicht solche "Sozialschmarotzer" wie mich.

  • taz: *Die Überzeugung der CDU-Politiker, dass sie da eine wirklich gute Idee hatten, zeigt, wie wenig sie von der Lebensrealität einkommensarmer Menschen verstehen ...*

    Hat jemand etwas anderes von den überbezahlten CDU-"Volksvertretern" erwartet?

    Um Geld in die Kassen der Nahverkehrsbetriebe zu spülen, könnte man ja mal über eine Vermögens- und Übergewinnsteuer nachdenken; aber man zieht lieber den ärmsten Bürgern das Geld aus den Taschen.

    • @Ricky-13:

      "Vermögens- und Übergewinnsteuer" - Geht i.d.R. nicht, es gilt das Nonaffektationsprinzip. Steuern dürfen nicht zweckgebunden erhoben werden.

      • @Desdur Nahe:

        Eine Vermögens- und Übergewinnsteuer muss ja nicht als zweckgebundene Verknüpfung angesehen werden, um z.B. in die Kassen der Nahverkehrsbetriebe zu fließen. Aber der Staat (also wir 83,5 Millionen Bürger) hätten dann wenigstens mal mehr Geld zur Verfügung; und konservativ-neoliberale CDU-Politiker müssten dann nicht den Armen ihr mickriges Existenzminimum mit irgendwelchen "Ideen" zusätzlich noch klein rechnen.

        • @Ricky-13:

          "der Staat ... hätte dann wenigstens mal mehr Geld zur Verfügung"



          Und was soll das bringen? Die Steuereinnahmen erreichten in den letzten Jahren mehrfach historische Rekordwerte - gereicht hat es dennoch nicht. Und wird es auch nie.

          • @Desdur Nahe:

            Weil die Steuergelder nie da ankommen, wo sie in einem demokratischen Sozialstaat (Art. 20 GG) eigentlich ankommen sollten – und da muss sich endlich etwas ändern.

            Der Staat subventioniert zum Beispiel seit vielen Jahren Arbeitgeber die ihren Angestellten nur Niedriglöhne zahlen. Wahrscheinlich damit die "armen Arbeitgeber" sich jedes Jahr eine neue Luxuslimousine von den eingesparten Löhnen kaufen können oder alle paar Jahre eine neue Yacht.

            Es wird langsam mal Zeit, dass die Reichen auch endlich ihren Anteil an der Gesellschaft zahlen. Dass der Privatflugzeugbesitzer und Millionär Friedrich Merz immer noch gegen eine Vermögensteuer ist, sagt sehr viel über ihn und seine sogenannte demokratische Partei aus.

    • @Ricky-13:

      @Ricky-13



      Nachdenken könnte auch unsere Familienministerin Karin Prien, CDU einmal versuchen zumindest könnte sie es einmal - wo sie ja gerade so ziemlich alle Demokratie förderen Maßnahmen finanziell rasiert, dafür aber



      " R21 " mit zwei Millionen Euro fördert, um die Annäherung von CDU & AfD etwas zu beschleunigen.



      Zumal als Familienministerin, könnte Frau Karin Prien, CDU auch einmal die Familienstiftungen ins Auge fassen, die hauptsächlich dazu dienen Familienvermögen vor dem Fiskus zu bewahren und Vermögen von Familien Dynastien auch schön für die Familien Dynastien zu erhalten ❗️



      Was für eine Gurkentruppe versucht da eigentlich zu regieren ? Man, man, man 🤑

      • @Alex_der_Wunderer:

        Sie sind wohl wirklich 'Dennis the Menace', der den armen Multimilliardären an ihr hart geerbtes Geld will. 😅

        Das sind schließlich alles Leistungsträger, wo die Urgroßväter schon die kleinen Arbeiter damals 'gekonnt ausgebeutet' haben. Der alte Geldadel muss auch erhalten bleiben, denn woher soll die CDU/CSU sonst ihre Spenden herbekommen? Familienunternehmen und deren Eigentümer spenden jedes Jahr Summen im siebenstelligen Bereich an die Union.

        Viele Großunternehmen nutzen auch den Weg über Verbände wie die Stiftung Familienunternehmen. Eine Stiftung die uns beiden ja sehr am Herzen liegt, deshalb erwähnen wir diese großartige Stiftung in unseren taz-Kommentaren ja auch sehr oft. 😉

        • @Ricky-13:

          @Ricky-13



          ...pssssssssst - Dennis the Menace' is doch hier inkognito unterwegs 😁



          😎 🤸🕺🤺🤸‍♀️🤸🤺🤸‍♀️

  • Das Deutschlandticket sollte bei allen Bürgergeldempfänger inklusive sein - kostenlos. Zur Finanzierung Stuttgart 21 abreißen und die Bruchstücke als Gag verkaufen, wie seinerzeit die der Mauer.

  • Ist es schon so weit? Bestimmt jetzt eine Regierung was ich zu kaufen habe? Auch dann, wenn ich es gar nicht brauche?

    • @Perkele:

      Das ist schon lange so. Fahrkartenverkäufe decken grob 50% der Kosten, den Rest zahlen die Steuerzahlenden. Egal, ob sie die Öffis nutzen wollen oder nicht.

      • @Desdur Nahe:

        Die Öffis nutzen auch Menschen, die diese selbst nicht nutzen.



        .



        Weniger Verkehr insb in der Innenstadt oder Schulbusse.

      • @Desdur Nahe:

        Nur sind Bürgergeldempfänger keine besonders üppige Steuerzahler - andere schon, zumal in direktem Vergleich....

      • @Desdur Nahe:

        Ich geh mal davon aus, daß ein Großteil der Steuerzahlendenden irgendwo im nächsten Umfeld schulpflichtige Kinder hat und jene nutzen zu nem großen Teil den ÖPNV. Meistens in den "Wüsten" verbindungstechnisch.

  • Vielleicht gelingt ja ein Junktim: Wenn BG-Empfänger obligatorisch das Ticket kaufen (was ja dann auch günstiger als 63 Eur sein sollte), dann sollte das auch für Angestellte gelten: bei der nächsten wirtschafts-Elefantenrunde im Kanzleramt kann Merzi das gleich den Bossen abringen.



    Find's sozialpolitisch so auch doof, aber wir müssen ins Handeln kommen und lieber die doofen zu guten Vorschlägen umbauen als aus dem Schuützengraben die immer gleichen Parolen zu rufen.

    Und mal ehrlich: Wenn statt eines Flickenteppichs mit komplizierter Bedürftigkeitsprüfung und mal niedrigen/ mal hohen Preisen, endlich eine einheitliche Regel auf fairer Preisbasis (Vorschlag 35 Eur) kommt, hat das auch positive Aspekte. Eine Idee auf Basis der Haltung des Absenders zu bewerten, ist mir zu dünn. Was ist denn eine realistische Alternative? Dass diese Regierung für den ÖPNV die Schatulle aufmacht? Really?

    • @Horst Hornblende:

      Naja mit den 50-60 Euro pro Kopf Ersparnis aus Steuer Reform



      Umleiten in Tickets für alle in Deutschland

      Wodurch die Bahn gratis wird, und somit auch endlich gut ausgelastet

  • "(...) seit zwei Jahren (...) seitdem ringen Bund und Länder und Verkehsverbünde über das Angebot".



    Die Aktuelle Bundesregierung hat, im Gegenteil, diese unsichere Finanzierung beendet und jährlich 1,5 Mrd,, bis 2030 fest zugesagt. Das ist das Gegenteil der unsicheren Finanzierung.



    Wir erinnern uns: die Ampel scheiterte an der Finanzierung im Allgemeinen.



    Die Union wollte an die Regierung, aber keine Kredite aufnehmen.



    Noch vor Amtsantritt erkannte Merz, dass es ohne Geld nicht geht und zusammen mit den Grünen wurde das Sondervermögen verabschiedet.



    Nun ist Geld da, auch für das Deutschlandticket.



    Das Deutschlandticket ist die beste verkehrspolitische Idee seit Jahren.



    Die Bundesregierung ist nicht die Landesregierung NRW.

    • @Philippo1000:

      "Das ist das Gegenteil der unsicheren Finanzierung."

      Ein Fixbetrag ohne Inflationsausgleich ist die Zementierung der Unsicherheit, ob nan das heutige Angebot noch kostendeckend fahren kann - erst recht angesichts der absehbaren Preisentwicklung (Elektrifizierungsgrad des Straßen-ÖPNV aktuell unter 10%, Personalkostenentwicklung der letzten Jahre überdurchschnittlich, ...)

      • @FriedrichHecker:

        Nö!



        Bisher wurde jährlich neu verhandelt, ob es überhaupt noch Fördergelder gibt, das Deutschlandticket somit komplett infrage gestellt.



        Diese Unsicherheit ist nun vom Tisch.



        Was die Investitionen in die Infrastruktur betrifft, so stehen den Ländern und Kommunen nun 100 Mrd. zur Verfügung.

        • @Philippo1000:

          "Diese Unsicherheit ist nun vom Tisch."

          Die Unsicherheit, ob es Geld gibt wurde ersetzt durch die Unsicherheit wie der Inflationsausgleich erfolgt. Ein Wahnsinnsfortschritt!🫤

          "Was die Investitionen in die Infrastruktur betrifft,"

          So war von denen bis jetzt nicht die Rede sondern vom Betriebskostendefizit.🤓

          Im übrigen - wenn Sie schon damit anfangen - wird ein Sondervermögen auf 10 Jahre nicht dafür sorgen, dass die Gleisbauindustrie Großmaschinen beschafft, die auf 20 bis 35 Jahre kalkulatorisch abgeschrieben werden...

          • @FriedrichHecker:

            Nun Sie sprachen von Elektrifizierung und ich betrachte das als Ziel. Die Deutsche Bahn macht unter Anderem ja genau das. Elektrifizierung oder auch Wasserstoff für den ÖPNV ist über das Sondervermögen möglich und spart langfristig natürlich Kosten, womit ein Problem der Länder bzw . Kommunen, das der hohen laufenden Kosten, angegangen würde.



            Was Ihre Theorie von Investitionen betrifft: Allein die deutsche Bahn betreibt in diesem Jahr 27000 Baustellen.



            Dass das Netz auch weiterhin modernisiert und saniert werden muss, ist kein Geheimnis.



            Wer in einer solchen Situation in diesem Bereich Investitionen scheut, hat kein unternehmerisches Verständnis.

            • @Philippo1000:

              Ich sprach vom Elektrifizierungsgrad des straßengebundenen ÖPNV als Hinweis darauf, dass die Betriebskosten in den Himmel schießen, sobald sich ein Husten und Schnupfen von Weltwirtschaft und Weltpolitik auf die Spritpreise auswirkt. Oder dass man Fahrzeuge anschaffen muss (auch das gilt in diesem Zusammenhang als Betriebskosten - Investition im Sinne der hiesigen Förderung wäre nur der Betriebshof), die pro Stück das anderthalbfache kosten...

  • Als nächster Schritt wäre denkbar, nur noch Sachleistungen zu gewähren. Lebensmittelmarken, Klopapierbons, Zahnpastacoupons... Ach ne, die brauchen sich ja eigentlich die Zähne nicht zu putzen. Aber das können dann ja die Sachbearbeiter entscheiden. Ne, Herr Müller, sie haben doch vor 4 Wochen schon ein Stück Seife bekommen. Jetzt müssen sie noch ein bisschen warten. Wenn die Einkommen der deutschen Milliardäre sich verdoppelt haben, dann gibt's auch wieder Seife für Sie.

  • es ist leider jedes Jahr der gleiche Hickhack um die Finanzierung. Es geht dann um ca. 3 Mrd. Euro, die z.B. letztes Jahr fehlten. Bei über 60 Mio Wählern d.h. Erwachsenen werden zzt nur ca. 11-12 Mio D-Tickets verkauft. Sicherlich könnten mehr Tickets verkauft werden, wenn die Preise sinken aber das würde eben nicht automatisch mehr Einnahmen für die Verkehrsbetriebe bedeuten.

    Jeder zusätzlicher Verkauf erhöht die sicherlich wünschenswerte und notwendige Selbstfinanzierung der Verkehrsbetriebe.

    Ich hatte schon 2023 an den damaligen Bundesverkehrsminister geschrieben, dass man einfach verschiedene Zielgruppen mit unterschiedlichen Preisen ansprechen sollte:

    1) Sozialhilfeempfänger und Gebrechliche, die sowieso kaum Ihre Stadt verlassen (können): 1 € /Tag bzw. 29 €/Mon für Reisen innerhalb Ihrer Kommune

    2) Berufspendler, die zwischen maximal 2 Zonen zur Arbeit fahren müssen zu 2 € /Tag bzw. 59 €/Mon

    3) Reiselustige mit genug Zeit, NICHT den ICE nehmen zu müssen (Renter wie mich z.B.), für ein Deutschland-weites Ticket (wie aktuell) aber zu 3 € /Tag bzw. 89 €/Mon.

    Das heutige Deutschland-Ticket ist zu teuer für den Sozialhilfeempfänger aber zu billig für den D-Reisenden !

    • @Volker Ollesch:

      Bei über 60 Mio Wählern d.h. Erwachsenen werden zzt nur ca. 11-12 Mio D-Tickets verkauft. Sicherlich könnten mehr Tickets verkauft werden, wenn die Preise sinken

      Nur Preis liegt das imho nicht, sondern am schlechten und unzuverlässigen ÖPNV abseits der Ballungszentren. Da ich Nachbarschaft zu meinem Arbeitsplatz (und dem Bahnhof) wohne

    • @Volker Ollesch:

      Und warum nicht das selbe Ticket für alle nicht Sozialhilfe Empfangenden ab X Jahren?

      Eine GEZ für den ÖPNV.

      Das könnte dann für Alle Menschen 30 oder auch nur 20€ kosten und trotzdem DEUTLICH mehr 💰 einspülen. Die Summe könnte man dann noch je nach Einkommen staffeln und schon wäre sogar Geld für den Ausbau da!

    • @Volker Ollesch:

      Aber bitte trotzdem für alle das gleiche Ticket. Der größteVorteil ist doch, dass eben nicht geprüft werdenmuss, wer in welcher Preiszone unterwegs ist. Da ist schon ein einheitlicher Preis, der eventuell über Sozial-Unterschiede rabattiert werden kann, das beste, was man machen kann.

  • Nein kein eiziger Bürgergeldempfänger soll gezwungen werden ein Deutschland Ticket zu kaufen. Im Bürgergeld sind 50,49 € pauschal für Fahrtkosten enthalten. Anstatt der Pauschale sollen Bürgergeldempfänger ein Deutschland Ticket bekommen. Das ist aber kein Beschluss von CDU Abgeordneten oder Ministern in NRW sondern ein Antrag auf dem CDU NRW Parteitag, Und beschliesen könnte man das in NRW auch nicht,.

    Auf den Parteitagen der Grünen werden auch unzählige Anträge gestellt, das sind noch lange keine Gesetze. Für Gesetze sind die Abgeordneten im Bundestag zuständig. Nicht Parteimitglieder.

  • völlig absurd.



    Was machen die Menschen, die eine Schwerbehinderung haben und deshalb sowieso frei fahren?



    Oder die, die aufgrund einer Behinderung keinen ÖPNV benutzen können und auf Individualverkehr angewiesen sind?

    Schon diese kleinen Beispiele zeigen, dass da wieder jemand den Mund auf gemacht hat, der wohl immer im eigenen Flugzeug, äh Fahrzeug unterwegs ist.

  • KFZ-Zulassung nur mit Haftpflicht und Deutschlandticket.



    Bei 70 Mio KFZ-Bestand könnte dadurch der Preis wieder auf 9€ pro Monat gesenkt werden...

    • @Limonadengrundstoff:

      Geht's noch? Gleiche Lebensumstände für alle!



      Hier auf dem Land gibt es keinen ÖPNV. Ich möchte daher ein Auto für 59 € im Monat, incl. Haftpflicht und Sprit.

      • @sollndas:

        Alternativ könnte man auf dem Land 40 Taxifahrten pro Monat inkludieren. Damit wäre der Nachtei gegenüber dem ÖV in gut erschlossenen Ballungsgebieten ungefähr ausgeglichen.



        Ach, das kann keiner bezahlen?



        Stimmt, aber das ist vielen Menschen in den Ballungsgebieten irgendwie auch nicht bewusst.

    • @Limonadengrundstoff:

      Volle Zustimmung!

  • Diese Art von Gesetzesinitiativen beweist wieder wie würdelos gerade CDU-Politiker, aber auch andere Mandatsträger mit den Bürgern an der Armutsgrenzen umgehen, egozentrisch Machtpositionen ausleben und über einen Teil der Wähler in undemokratischer Weise bestimmen. In diesen Positionen gibt es viele, die nur sehr wenige Fähigkeiten haben, ihr Wirken demokratisch im Sinne unserer Verfassung auszuüben. Viele sind darunter die ihre Position als Job verstehen, ohne ihrer Verantwortung gerecht zu werden.



    Kein Wunder, dass derzeit die politische Lage immer mehr in die nationalsozialistisch geprägte Ecke verrutscht. Denn es geht immer mehr nur um Macht, Einfluss und Geldverdienen auf Kosten von Schutzbefohlenen.

    • @Sonnenhaus:

      Es geht nur noch um das Regieren nach Gutsherrenart.



      Es geht darum, zu Gängeln, zu Schikanieren, zu Übervorteilen wo es geht - stets dem eigenen Machtansprucxh folgend.

    • @Sonnenhaus:

      Wie kann man den an Bürgergeldempfänger Geld verdienen? Ich habe nichts dagen das Menschen in Not Sozialleistungen erhalten, man kann aber nichts daran verdienen

      • @Martin Sauer:

        Na, dann schauen sie mal in die Billanzen der Konzerne wie LEG. Da sehen sie wie ausgezeichnet man daran verdienen kann. Am Rande der Legalität (Mietendeckel) aber mit Billigung der Anteilseigner [=Staat / Gemeinden]

  • Kostenloser Bahn- und Bus für alle, das Geld dafür ist da man muss es sich nur holen bei Dienstwägen, Treibstoffrabatten und Pendlerpauschale.

    • @Thomas Koll:

      Dann fahren Sie mal Werktags morgens oder Nachmitags im Ruhrgebiet mit Regionalzügen. Fast immer verspätet fast immer überfüllt. Im Ruhrgebiet pendeln 50 % der Arbeitnehmer in andere Städte. Und nein man kann Zb. Hauptbahnhöfe und Gleise nicht erweitern weil das Ruhrgbiet so stark bebaut ist. Oder Busse quälen sich mit Verspätung durch den Berufsverkehr. kostenloses fahren ließe das komplett zusammen brechen. Ähnlich Berlin, Köln und Hamburg Ja in Luxenburg geht das, die haben 670000 Einwohner, wir haben 84000000 Einwohner

      • @Martin Sauer:

        Wenn die Busse sich durch den Berufsverkehr quälen müssen, dann fahren ja gerade nicht soo viele mit dem Bus, sondern sitzen einzeln in den Autos.

      • @Martin Sauer:

        Nachtrag: Nein, in Luxemburg ist es anders. Trotz kostenlosem Nahverkehr ist die Verkehrssituation für Pendler in der Rush-Hour gleich schlecht. Noch immer auf den Autobahnen Luxemburgs Stoßstange an Stoßstange zwischen 6 und 9 Uhr. Kostenloser Nahverkehr bedeutet dort, armes Fußvolk zu sein, also lieber ab ins Auto und mit seinem Statussymbol sich im Stau quälen.

      • @Martin Sauer:

        Was soll der Seitenhieb mit der Einwohnerzahl? Sind unter den 84 Millionen etwa unerwünschte Menschen dabei?



        Und es gibt Länder mit weitaus mehr Einwohnern, besser noch pro Quadratkilometer weil das entscheidener ist, und der Modalsplit ist mehr ÖPNV als das quälende Auto.

        • @Troll Eulenspiegel:

          Ich denke, der Seitenhieb sollte darauf hinweisen, dass Luxemburg dank eines attraktiven Steuersystems mehr Steuerzahler als Einwohner hat. Während es hier umgekehrt ist. Und für etliche der 84 Millionen hierzulande sogar die legale Versteuerung in Luxemburg attraktiv ist - von Modellen im Grenzbereich oder jenseits der Realität ganz zu schweigen.