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Bundeskanzler Friedrich MerzMuss Merz weg?

Nach der Wahl in Sachsen-Anhalt fordern erste Stimmen in der CDU offen einen Kanzlertausch. Klingt verlockend, würde viele Probleme aber nicht lösen.

Vor ein paar Wochen landete ein 50 Jahre altes Video bei der CDU. Ein Mann, gespielt von Loriot, will ein Bild an der Salonwand gerade rücken. Dadurch rutscht ein zweites aus dem Rahmen, ein drittes fällt, das Unheil nimmt seinen Lauf. In weniger als drei Minuten von der Ordnung zum Chaos, das ist die Geschichte von Loriots Sketchklassiker „Das Bild hängt schief“.

Das Video ging in CDU-Chatgruppen viral, der Bezug zu Friedrich Merz war sofort allen klar. „Er kann es nicht“, war in diesen Tagen häufig aus der CDU zu hören, auch halb öffentlich. Der Kanzler hatte gerade eine Personalrochade verstolpert, der erhoffte Aufbruch verpuffte, Teile der CDU fielen über Merz her. Am Ende war seine Autorität angeschlagen, und die Partei stand schlechter da als zuvor. Das ist acht Wochen her.

Seit Sonntag hat sich die Lage der CDU noch dramatisch verschärft. Oder besser: Die dramatische Lage der CDU ist so sichtbar wie nie. Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt sind die Christ­de­mo­kra­t:in­nen auf 17,2 Prozent abgestürzt, von den bislang 40 Sitzen im Magdeburger Landtag sind nur 15 übrig. Gemeinsam mit den Grünen, der Linken und der SPD hat die CDU genauso viele Abgeordnete wie die AfD; die alte Parteienordnung ist verrutscht. Die Rechtsextremisten könnten bald die Macht in Sachsen-Anhalt übernehmen. Es ist eine Zäsur.

wochentaz

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Merz, der die AfD halbieren wollte, hat daran gehörigen Anteil, das zeigen nicht nur die Erfahrungen an den Wahlkampfständen zwischen der Altmark und Zeitz, sondern auch Erhebungen nach der Wahl. Drei Viertel der Befragten sind der Ansicht, dass der Kanzler dem Abschneiden der CDU geschadet habe, knapp die Hälfte der CDU-Anhänger:innen sieht das so. „Trotzdem ist natürlich richtig, dass ich das Problem habe, dass viele Menschen mir in meinen Gedanken und in dem, wie ich es beurteile, nicht folgen können oder nicht folgen wollen, das ist meine Bringschuld, und die nehme ich an“, sagte Merz am Montag in der CDU-Zentrale in einem selbstkritischen Moment. Jetzt will er die Menschen „in ihrer ganzen Emotionalität“ erreichen und eine „bessere Erzählung“ finden. Doch warum sollte ihm das plötzlich gelingen?

Anstehende Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin

In der CDU ist es angesichts der Lage relativ ruhig geblieben. Doch was passiert, wenn die Partei bei der anstehenden Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern einstellig abschneidet und dort das schlechteste Landtagswahlergebnis – 9,1 Prozent 1951 in Bremen – noch unterbietet? Und was, wenn sie in Berlin den Posten des Regierungschefs an die Linke verliert? An die Linke! Dann könnte sich der ganze Ärger auf Friedrich Merz erneut Bahn brechen, vehementer als je zuvor.

Er muss runter vom Sessel, und da muss ein anderer rauf

Tino Schomann, Vize­landeschef der CDU in ­Mecklenburg-Vorpommern

Einer hat sich bereits aus der Deckung gewagt: „Er muss runter vom Sessel, und da muss ein anderer rauf“, so hat Tino Schomann, immerhin stellvertretender CDU-Landeschef in Mecklenburg-Vorpommern, gefordert. Nach dem 20. September wird es mehr solcher Stimmen geben. „Es könnte eine Kurzschlussreaktion bei der aufgeregten Basis und in der nervösen Bundestagsfraktion geben – und das ohne eine durchdachte Strategie“, meint Parteienforscherin Julia Reuschenbach.

Es klingt ja auch so leicht: Wir tauschen den ungeliebten Frontmann aus, und dann wird vielleicht nicht alles gut, aber doch deutlich besser. Nur: Für einen Kanzlerrücktritt gibt es bisher weder ein geeignetes Drehbuch noch einen Protagonisten, der die Rolle des Königsmörders übernehmen will.

„Aufgeben ist für mich keine Option“, hat Merz am Montag gesagt, freiwillig will er nicht weichen. Berater außerhalb seines loyalen Zirkels, die größer dächten, auf die er hörte, gibt es kaum. Der weitsichtige Stratege Wolfgang Schäuble ist tot, Roland Koch hat neulich noch kundgetan, das Problem sei nicht Merz, sondern die schwierige Koalition mit der SPD. Merz’ Frau Charlotte soll am Kanzleramt mindestens so hängen wie er.

Bleibt nur ein konstruktives Misstrauensvotum

Wenn Merz sich sperrt, bleibt als Verfahren nur ein konstruktives Misstrauensvotum. Danach kann der Bundestag den Kanzler nur dann entlassen, wenn er gleichzeitig einen neuen wählt. Mit Erfolg ist das in der Geschichte der Bundesrepublik erst ein Mal passiert, als die FDP 1982 die Seiten wechselte und Helmut Kohl ihre Stimmen gab. Heute allerdings gibt es zur aktuellen schwarz-roten Koalition gar keine Alternative – und an Neuwahlen hat sie angesichts der schlechten Umfragen kein Interesse. Deshalb müssten sich CDU, CSU und SPD auf einen neuen Kandidaten einigen, der bereit ist, gegen Merz anzutreten.

Viele meinen, das könne nur Hendrik Wüst sein, der relativ beliebte Ministerpräsident Nordrhein-Westfalens, der dort recht geräuschlos zusammen mit den Grünen regiert. Auch Politikwissenschaftlerin Reuschenbach glaubt das. „Aber das Risiko ist riesig. In einem guten halben Jahr wird in NRW gewählt. Wer sollte dort Wüst denn im Wahlkampf ersetzen? Schlimmstenfalls verbrennt man den wichtigsten Landesverband gleich mit. Und wenn die CDU Nordrhein-Westfalen verlieren würde, dann ist gar nichts mehr selbstverständlich.“

Reuschenbach meint, auch mit Blick auf die Stabilität der Partei könne es strategisch klüger sein, zunächst NRW zu gewinnen und Schwarz-Grün dort als Koalitionsoption offenzuhalten.

Als mögliche Kanzlerkandidaten werden auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Innenminister Alexander Dobrindt, beide CSU, genannt. Beide hält Reuschenbach für eher unrealistisch. Kurzum, strategisch macht aus ihrer Sicht momentan ein Kanzlerwechsel wenig Sinn.

Wird Merz gestürzt, dürfte das Siegesgeheul der AfD zudem noch größer werden, die Rechtsextremisten hätten das Chaos aus Sachsen-Anhalt erfolgreich in die Hauptstadt getragen.

Hinter verschlossenen Unions-Türen baut sich dennoch eine Welle auf und könnte, ganz unstrategisch, eine eigene Dynamik entfalten.

Ein Kanzlertausch allein reicht nicht

Es stimme, räumt Reuschenbach ein, dass es unwahrscheinlich sei, dass die CDU mit Merz aus ihrem Loch wieder richtig herauskomme. Eine Möglichkeit sei daher, das Team zu diversifizieren. „Die Partei muss in Gänze aktiv werden.“ Man müsse in dieser aufgewühlten, verunsicherten, polarisierten Gesellschaft die großen Konfliktthemen in Gesetze gießen: Rente, Pflege, Steuern. Und außerdem müsse man die Wirtschaft wieder zum Laufen bringen, obwohl man auf viele Faktoren dabei wenig Einfluss habe.

Vielleicht würde ein neuer Kanzler „einen anderen Angang“ finden, meint Reuschenbach. „Aber auch er müsste unterschiedlichen Gruppen etwas zumuten, was diese nicht wollen – da kann es mit der Sympathie auch schnell vorbei sein.“ Hinzu käme der durch den Wechsel entstehende Zeitverlust, die angekündigten Reformen würden sich noch weiter verzögern.

Man dürfe sich den Aufstieg der AfD nicht als tagespolitisches Protestphänomen gegen Merz vorstellen, sagt Reuschenbachs Kollege Marcel Lewandowsky, der an der Uni Halle-Wittenberg zu Populismus und Parteien forscht. „Es gibt keine kurzfristige Taktik, die dazu führt, dass man die Leute wiedergewinnt. Das ist ein ganz langfristiger Bruch mit den Werten des demokratischen Systems, die wir in diesem Milieu sehen.“ Wichtig sei, langfristig in die Präsenz vor Ort zu investieren. „Man muss die Räume zurückgewinnen, die die AfD besetzt hat. Strukturen im ländlichen Raum, Lebensgefühl, Repräsentation. Das ist Kärrnerarbeit.“

Und natürlich müsse man auch sehen, dass die Union dazu beigetragen habe, die AfD stark zu machen. „Die Kulturkampfrhetorik, die Grünen als Hauptgegner und natürlich die Migrationspolitik: das ‚Stadtbild‘, die ‚kleinen Paschas‘. Davon muss man weg.“ Zudem blieben die Reformen wirtschaftsliberal, auch wenn sie freundlich vorgetragen würden. Hilfreicher, als den Kanzler zu tauschen, sei etwas anderes: Sich darauf zu konzentrieren, was CDU-Kernthemen jenseits von Identität, Kultur und Migration sind. „Man weiß doch gar nicht, wo die CDU zwischen der reaktionären AfD und der mittig ausgerichteten SPD steht. Was heißt Konservatismus heute in einem liberalen Einwanderungsland? Darauf muss die CDU Antworten geben.“

Hendrik Wüst, Favorit der vielen, hat die Debatte über den Kanzlertausch bislang an sich abtropfen lassen. Nachdem Merz sich am Montag in der CDU-Zentrale sichtlich erschüttert in Selbstkritik übt, steht der Ministerpräsident nur ein paar Hundert Meter entfernt am Brandenburger Tor und macht gut gelaunt Selfies. Wüst ist mit dem Berliner Spitzenkandidaten Stefan Evers im Wahlkampf unterwegs, auch in Sachsen-Anhalt hat er, anders als Merz, den Kontakt zu den Bür­ge­r:in­nen gesucht. Der Termin kann Zufall sein, aber klar ist auch: Hier hält sich einer im Gespräch.

Nach dem Erfolg der AfD bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt bangen viele Menschen um die Zukunft, es droht die erste AfD-Regierung. Das wäre eine (weitere) Zäsur für Deutschland. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

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36 Kommentare

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  • Ta Tsu

    Friedrich Merz kommt eben einfach als ein weiterer Sozialdemokrat aus dem letzten Jahrhundert rüber. Machterhalt durch Wahlgeschenke und Sozialleistungen, statt den fettsüchtigen Staat auf Diät zu setzen und den Menschen ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Seit die FDP weg ist, sehe ich allerdings niemanden, der ihn ersetzen könnte.

  • Land of plenty

    Andy Burnham ersetzt Keir Starmer. Der scheint besser anzukommen.



    Aber diese Personalisierung ist selbst Teil der populistischen Welle. Es braucht dann kompetente Gruppen, nicht einen einzelnen.



    Seltsam: dieser Rückschritt auf archaische Muster: der Kanzler, das Deutsche, der Krieg, das Volk, die Führung...



    Dieser Fokus auf Grundsätzliches, auf Grundbestandteile, um alles in Frage zu stellen, zu fundamentalisieren. Als wäre Kultur essentiell.



    Zurück zum Fortschritt.

  • FtznFrtz

    Die Glaubwürdigkeit einer Person ist ein hohes Gut, vor allem der an der Spitze. Sie war das Kernstück des Merkelismus, die Person Merkel war der Kern des Erfolges. Durch übermäßig kreative Ideen oder überschäumenden Aktionismus zeichneten sich die Merkel-Regierungen nicht aus. Selbst die Show der AfD ist durch den harmlos-knuffigen Dauergrinser Siegmund nur noch halb so finster, komischerweise trauen diesem Typen auch noch eine Menge Leute.



    Daher finde ich die Überlegung, Merz auszutauschen völlig plausibel. Merz verhält sich tölpelhaft in der Kommunikation, großspurig in Ankündigungen ohne auch nur halbwegs zu liefern. Er kann nicht zusammenführen, moderieren, Empathie geht ihm völlig ab. Er ist simpel gesagt der Falsche für den Posten. Dann muss eben ein anderer in der Union ran, am besten bevor die AfD bundesweit bei über 40 Prozent steht.

  • T-Rom

    Olaf Scholz wird hinten im Plenarsaal sitzen und leise grinsen. Offenbar war er doch deutlich kompetenter und sogar beliebter als sein Nachfolger.



    Spass beiseite, vielleicht liegt das Problem weniger in den Personen (obwohl man da über die Qualifikation des einen Ministers oder der anderen Ministerin durchaus Zweifel haben kann). Offenbar fehlt es an einem Konzept der CDU und SPD, wo man überhaupt hin will. Ohne Plan gibt natürlich jede Führungsperson ein schlechtes Bild ab (bei einige wie Pistorius dauert es nur etwas länger, wenn sie mit einem Sympathiebonus starten).

  • DerBlondeHans

    "Merkel muss weg" zu fordern, war doch irgendwie nicht ok, oder?

  • Alex_der_Wunderer

    Die Frage, die sich doch stellt, wäre doch, wer hat etwas davon wenn wir eine rechtsextremistische, totalitäre Regierung bekommen. Warum unternimmt unser Bundeskanzler Friedrich Merz nichts gegen eine eventuelle , rechtsextremistische, totalitäre Machtübernahme. Warum schützt uns unser Bundeskanzler Friedrich Merz, seine Bevölkerung nicht. Wäre doch seine vordringlichste Aufgabe, uns zu schützen. Begreife ich nicht, es heißt doch " zum Wohle für unser Volk " - irgendwie nicht zu verstehen.

    • Encantado

      @Alex_der_Wunderer:

      "Warum unternimmt unser Bundeskanzler Friedrich Merz nichts gegen eine eventuelle , rechtsextremistische, totalitäre Machtübernahme."



      Weil er bei aller kapitalistischer Gewissenlosigkeit ein politischer Naivling ist. Er glaubt im Grunde nicht daran, dass eine solche totalitäre Machtübernahme möglich sein könnte. Und damit ist er beileibe nicht alleine. Im Grunde ihres Herzens denkt die Masse der Bevölkerung ebenso; einschließlich eines großen Teils der AfD-Wähler, die dann ruhigen Gewissens mit dem Feuer spielen können.



      "Das haben wir doch nicht gewusst! Das haben wir doch nicht gewollt!"

    • Tom Tailor

      @Alex_der_Wunderer:

      "Was verstehen Sie denn unter einer "rechtsextremistischen, totalitären Machtübernahme"? So auf Bundesebene womöglich?

    • Andreas Flaig

      @Alex_der_Wunderer:

      "wer hat etwas davon wenn wir eine rechtsextremistische, totalitäre Regierung bekommen."



      Die stinkenden fetten Geld-Fische, die uns letztendlich alle verarscht haben. Denen ist das vollkommen schnuppe wer da am Hebel sitzt, oder haben selbst teilweise womöglich schon Verbindungen geknüpft.



      Leider "war" Merz nichts anderes als ein gestandener Polit-Clown mit 10% Beliebtheitswert. Die AfD hatte mit ihm einen perfekten Traumtänzer gefunden, das sie eigentlich nur noch grinsend daneben standen. Alles lief wie von selbst.



      Ich verstehe auch nichts mehr.

    • Puky

      @Alex_der_Wunderer:

      Es gibt keine Machtübernahme. Dies sind Ergebnisse demokratischer Wahlen und der Kanzler tut gut daran, dies zu akzeptieren. Die Bevölkerung muss nicht vor sich selbst geschützt werden.

  • Günter Witte

    Natürlich muss Merz weg wenn man die AfD noch besser stärken möchte. Was sind die Alternativen auf der Union Seite, ? Wüst und Günther sind Merkelianer, beide sind sicherlich auf der Linken Seite der Union einzuordnen, damit holt man keine Wähler von der AfD zurück, im Gegenteil ist die Gefahr groß noch mehr konservative Wähler zu verlieren. Wem hat die SPD ? Klingbeil und Bas kämpfen um ihr überleben in der eigen Partei. Pistorius, der beliebteste Politiker, hat die mieseste Bilanz aller Minister, seine Unfähigkeit würde sicherlich im Wahlkampf ausgeschlachtet. Dröge bei den Grünen, Reichinnek bei den Linken sind Personen für ihre Blase aber nicht für Mehrheiten. Also was ist die Lösung ??

    • Sonderzeichen

      @Günter Witte:

      Natürlich müssen linke Positionen wieder gestärkt werden.



      Das sind die Positionen die dem Großteil der Bevölkerung guttun würden. Im Gegensatz zum neoliberalen Merz-Kurs.



      Die Bevölkerung wird nur eben komplett auf AfD-Kurs eingeschworen, und daran ist Herr Merz zu einem ordentlichen Teil selbst Schuld.



      Die Bevölkerung bestimmt ihren Kurs ja - ob man das nun hören will oder nicht - nicht selbst. Das wird von Politik, Medien, heute insbesondere und LEIDER social-media, und Experten bestimmt.



      Wenn natürlich (fast) alle einstimmig "Asyl, Asyl, Migration, Migration" vor sich hin stammeln, wie sollte dann die Bevölkerung auf die Idee kommen, dass AfD und Migration als Partei und Hauptthema irgendwie schlecht wären?

    • Biker-Ffm

      @Günter Witte:

      Ich gebe ihnen vollumfänglich Recht. Das einzigste was mir einfallen würde wäre Söder. Ich mag den zwar überhaupt nicht, aber warum nicht mal Populisten (AFD) mit einem Populisten bekämpfen. N Versuch wär's wert und schlimmer geht nimmer.

  • Gerald Müller

    Bin mal gespannt ob Merz sich an Merkels Geheimrezept der "asymmetrischen Demobilisierung" zur Rettung seiner Kanzlerschaft erinnern wird. Merkel hatte die Hauptforderungen ihres Hauptkonkurrenten - damals waren es die Grünen - schlicht übernommen. Und damit den Ausstieg aus Atom und Kohle und die heutigen Energiepreise und deren negative Wirkungen auf die Wirtschaft und auch die bis heute andauernde Asylkrise und deren Auswirkungen geschaffen. Und damit die AfD. Wollte Merz Merkels Überlebensstrategie nutzen dann müsste er jetzt die Forderungen der AfD übernehmen. Klingt politisch schwierig aber er wäre in der Tradition einer Kanzlerin die ja auch heute noch von vielen CDUlern, SPD und Grünen hochgeschätzt wird. Daran sollten insbesondere auch letzere denken.

    • Perkele

      @Gerald Müller:

      a) Die derzeitigen Energiepreise liegen nicht am Fehlen von Nuklear- oder Kohlenutzung.



      b) Die csdU hat die Forderungen der AgD längst übernommen, etwas (!!!) weicher formuliuert, doch Dobrindt ist bei eifriger Umsetzung - Gesetze hin oder her...

      • Machiavelli

        @Perkele:

        Wenn Sie das was die CDU macht für AfD Politik halten habe ich schlechte Neuigkeiten. Die Union ist in der Migrationsfrage vielleicht 10% so rechts wie die AfD.

    • Encantado

      @Gerald Müller:

      "Wollte Merz Merkels Überlebensstrategie nutzen dann müsste er jetzt die Forderungen der AfD übernehmen."



      Das ist ein Witz, oder? Seit Jahren werden Themen und 'Lösungen' dafür von der AfD übernommen (wenn auch in jeweils etwas abgeschwächter Form), und das alles mit dem Erfolg, dass das rechtsextreme Original immer stärker wird.

  • Bolzkopf

    Muss Merz weg?

    Kurze Antwort: Natürlich.

  • Bolzkopf

    Ein Kanzlertausch allein reicht nicht

    ... wäre aber ein Anfang ...

    • Encantado

      @Bolzkopf:

      "Ein Kanzlertausch allein reicht nicht



      ... wäre aber ein Anfang ..."



      Ein Anfang für was? Das würde nur wieder bedeuten, dass sich die Politik mit sich selbst beschäftigt statt dass man der AfD entgegentritt.

  • Dietmar Rauter

    Wir sind in der 'Analyse' der letzten 'Wahl' viel zu sehr an Personen und ihren Parteien festgeklammert, statt die konkrete Lage in den Parlamenten zu berücksichtigen. In der derzeitigen Lage ducken sich doch fast alle -außer Söder !- angesichts der katastrophalen Krisen lieber weg in die zweite Reihe, ohne ihre eigene Politik infrage zu stellen. Wie ist es möglich, sich überhaupt wählen lassen zu wollen, ohne ernsthaft alles tun zu wollen. um die Folgen der Klimaveränderungen irgendwie noch so hinzubekommen, dass ein Überleben überhaupt denkbar wäre. Wo sind da z.B. die Grünen, aber auch alle anderen ?



    Stattdessen eiern alle nur herum, wo doch der Letzte begriffen haben müsste, dass wirklich ALLE ALLES TUN müssen, um so umzusteuern, dass WIR evtl. alles noch in den Griff bekommen könnten. Niemand will das heiße, nein inzwischen GLÜHENDE Eisen anpacken, wie verlogen ist diese unglaubliche Verdrängungsleistung? Ist es da ein Wunder, dass sich da die Ängstlichen wegducken, neben der Kriegsangst auch die Furcht von den Folgen der Klimapolitik gemeinsam mit Trump und der AfD nichts wissen zu wollen. Wie blöd und ungebildet sind wir eigentlich und wie unbedeutend ist da ein Merz ?

    • Sonderzeichen

      @Dietmar Rauter:

      Wir sind so blöd und ungebildet, dass wir einen Merz überhaupt gewählt haben.



      Schon das: völlig unverständlich. Von vorneherein absehbar.



      Merz war schon immer, und ist auch jetzt, ein neoliberaler Hardcorekapitalist. Das wussten wir doch alle. Und ein erheblicher Teil der Bevölkerung hat ihn und die CDU/CSU trotzdem gewählt.



      Ja wir sind blöd. Unbedeutend ist der Merz aber nicht, er ist Ausdruck unserer Blödheit, sozusagen deren Essenz.



      Unfassbar WITZIG finde ich, dass ich nun immer öfter zu lesen bekomme: "wo sind eigentlich die Grünen beim Klimaschutz?".



      Abgewählt.



      Und wer hat sie abgewählt? Wir selbst!



      Wer wollte stattdessen CDU-Neoliberalismus? Wir selbst!



      Wer wählt nun die AfD statt der Grünen? Wir selbst!



      Und um Himmels willen: alle ducken sich weg außer Söder? Selten so gelacht! Söder ist Opportunist erster Güte. Die Grünen "gehören nicht zu Bayern". Ja, genau diese Grünen nach denen nun verschämt gefragt wird. Während der Söder als der einzige gesehen wird der sich "nicht wegduckt".



      Herr im Himmel, warum hast du mitsamt aller guten Geister die CSU und das deutsche Volk verlassen...

  • Ricky-13

    taz: *Muss Merz weg?*

    Ja, als Bundeskanzler muss Friedrich Merz weg.

    Friedrich Merz hätte niemals Kanzler werden dürfen, denn er ist kein Staatsmann und wird es auch nicht mehr werden. Merz ist und bleibt ein kaltherziger BlackRock-Lobbyist, ein politisches "Fossil" aus dem letzten Jahrhundert, der nur Politik für die Reichen und Mächtigen macht, sich aber für die Sorgen und Nöte der kleinen Bürger nicht interessiert - er will die Zukunftsängste der Normalbürger mit seinen "Reformen" ja sogar noch vergrößern.

    Das wirklich Fatale ist aber, dass Merz die AfD mit seiner "Politik" immer stärker macht. Sogar das 'Springer-CDU-Kampfblatt WELT' hat nach der Sachsen-Anhalt Wahl geschrieben: "Während der Siegesfeier erklärte AfD-Chef Tino Chrupalla unter dem Jubel der Anhänger ironisch, Bundeskanzler Friedrich Merz sei der „beste Wahlkämpfer von allen“ für die AfD gewesen."

  • Franz Hofer

    ohne jetzt die Verluste der CDU kleinreden zu wollen: Wenn man sich die Wählerwanderungen anschaut, sieht man dass eine erhebliche Anzahl von der CDU zur SPD und den Grünen abgewandert sind. Es gab ja auch entsprechende Aufrufe, um den Einzug dieser Parteien zu ermöglichen. Die Schwäche von SPD und Grünen hat somit die Verluste der CDU verstärkt.

  • Philippo1000

    Quark!



    Das bringt jetzt ja gerade mal gar nichts - außer die „afd“ weiter zu stärken,



    Neuwahlen wäre die freundliche Einladung, die Demokratie abzuwählen.



    Dass Merz kein guter Kanzler wird, haben Viele geahnt, allerdings haben auch Viele noch nicht begriffen, was Merkel und Scholz für Qualitäten hatten.



    Demokratie ist nicht das Durchsetzen einer Mindermeinung , sondern die Suche nach dem besten Kompromiss.



    Derzeit gibt es keine linke Mehrheit, auch wenn sich einige aus der Blase so anhören.



    Die Demokratie zu verteidigen, heißt momentan auch mal, deren Vertreter zu schützen.



    Merz ist kein Nazi und daher besser, als Alle, die rechts von Ihm stehen.



    Leider haben Viele Linke noch nicht realisiert, dass wir nicht vor dem Siegeszug des Sozialismus stehen, sondern der Faschismus an die Tür klopft.



    Der lässt sich nur gemeinsam, mit allen demokratischen Vertreter*Innen, abwehren.



    Von der linken Seite aus Steine aus der Brandmauer zu brechen, führte zum gleichen Ergebnis.

    • ja wirklich?

      @Philippo1000:

      Danke. Ich schließe mich Ihren Überlegungen an.

    • Chris McZott

      @Philippo1000:

      "allerdings haben auch Viele noch nicht begriffen, was Merkel und Scholz für Qualitäten hatten." - Merkel hatte ganz sicher ihre politpraktischen Fähigkeiten. Aber Scholz? Seine Regierung ist gescheitert. Nicht nur aber auch seinetwegen.

  • Sonnenhaus

    "Und außerdem müsse man die Wirtschaft wieder zum Laufen bringen, obwohl man auf viele Faktoren dabei wenig Einfluss habe." Wer ment denn so etwas. Gerade Frau Reiche hat massiven negativen Einfluss auf unsere Wirtschaft geschaffen, und mit ihrer Lobbyarbeit den nationalen Mitbewerbern auf dem Markt unterstützt, ohne jeglichen wirtschaftlichen Vorteil für unser Land. Ein Wechsel des Kanzlers würde mindestens die Möglichkeit einer Neubesetzung der Ministerien ermöglichen. Dies wäre ein Neuanfang um auf die in der Wahl in SA zu Tage getretenen Bürgerthemen endlich anzugehen und damit die Möglichkeit der Nähe zu den Wählern wieder zu gewinnen. Wenn Herr Wüst schon nicht für NRW nicht verloren gehen soll, könnte sich doch Herr Pistorius anbieten, der in den Umfragen aufgrund seiner Umsetzungsstärke sehr beliebt ist.



    Jetzt ist die Gelegenheit das Rad herum zu drehen, und den Wählern mit den Wählern zusammen neue bessere Lebenshorizonte zu erschließen. Ganz ohne AfD, die selbst A. Hitler das Wort im Munde herumdreht, als Alice Weidel behauptete A. Hitler sei ein Sozialist gewesen. A. Hitler hat selbst öffentlich das Gegenteil kundgetan.

  • Mondschaf26

    Noch mehr Loriot? dachte ich, als die Kommentarfunktion noch nicht geöffnet war. „Bitte sagen Sie jetzt nichts..." 😊



    Friedrich Merz könnte ja mal paar Loriot-Zitate in seine Reden einbauen. Zum Vorbild könnte er Margaret Thatcher nehmen: www.youtube.com/watch?v=DQ6TgaPJcR0

  • Desdur Nahe

    "...und natürlich die Migrationspolitik: das ‚Stadtbild‘, die ‚kleinen Paschas‘. Davon muss man weg."



    Ist das so? Gibt ja verschiedene Theorien dazu. Sollte man vielleicht einfach testen:



    Bis zur nächsten Bundestagswahl alle Grenzen bedingungslos öffnen. Und dann schauen, ob in zwei Jahren die Kanzlerin Heidi oder Alice heißt.

    • Perkele

      @Desdur Nahe:

      Niemand verlangt eine unbegrenzte Grenzöffnung, niemand! Sehr wohl aber verlangen verantwortungsbewusste und anständige Menschen einen fairen Umgang mit den Geflüchteten und keine Beleidigungen, Diskriminierungen und Benachteiligungen.

    • Zangler

      @Desdur Nahe:

      C*U ohne Rechtspopulismus? Ist die letzten knapp 80 Jahre nicht probiert worden und wird auch jetzt nicht funktionieren. Den Aufstieg der Rechtsextremen hat das nicht gehindert – im Gegenteil: Seit Merz Kanzler ist und Dobrindt Innenminister, geht's so richtig ab! So weitergehen kann's also nicht ...

  • Perkele

    Vor allem muss die cDU endlich sehen, dass es -auch bei notwendigen- Reformen nicht opportun ist, immer nur die Schwachen zu belasten und die Pfeffersäcke ungeschoren lässt. Es geht auch nicht, sich als höchst verantwortungsvoll für Klimaschutz darzustellen und dann alles, ALLES unternimmt um die Erneuerbaren auszubremsen . Dazu gehört die Lobbyministerin gefeuert und zwar umgehend. Der 16000 Hitzetoten allein diesen Sommer hat man bislang nicht mal einer Erwähnung bedacht. Auch wirksame Massnahmen zur Eindämmung von CO2 sind zu beschließen, etwa mit einem Tempolimit.

  • passthedutchie

    In den letzten dreißig Jahren hat sich die CDU i.d.R. nach massiven Wahlschlappen auf Klausurtagungen zurückgezogen, groß angekündigt als "totale Erneuerung der CDU" und daß sich die CDU nun komplett neu ausrichten wird. Alle haben gebannt auf das Ergebnis gewartet. Und?



    Zu Kohls Zeiten hat sich die Wahlplakatsfarbe von schwarz auf blau geändert. Zu Merkels Zeiten dann von blau auf orange. Das war so ziemlich alles.



    Was soll daran ein anderer CDU Kanzler ändern?



    Die CDU kann sich nicht ändern.



    Problem: Die einzige, *vermeintliche* Alternative, die in den Köpfen der Doofen aufgebaut wurde, ist die AfD. Die ist schlicht keine. Die Doofen haben das nicht kapiert.



    Die Probleme sind längst sehr viel tiefer, größer und massiver, als daß man sie mit einem anderen Kanzler oder auch einer SPD Regierung beheben könnte. Das verdanken wir der CDU. Unter anderem auch, daß es soviel Doofe gibt.

    So sieht's aus: Entweder weiter mit der CDU immer noch tiefer in die Sch.. marschieren, oder mit der AfD direkt in die allertiefste Sch.. springen.



    Ich sehe keines von beiden als Alternative.

    Kurz:



    So weitergehen kann es nicht, und Alternativen haben wir auch keine.



    Also:



    Was nun?



    Wie weiter?

  • Martin Rees

    Eine rebellische Gruppe in der CDU wollte 1989 auch Kanzler Kohl austauschen, blamierte sich dabei aber.



    www.spiegel.de/pol...-0000-000013507081



    Offenbar hat Daniel Günther keinen ausreichenden Rückhalt mit so mächtigen Fürsprecher*innen wie Hendrik Wüst.



    merkur.de Ende Juni 2026:



    "Günther lässt Kanzler-Ambitionen durchblitzen – und lobt den „Schleswig-Holstein“-Stil"...

    • Kaboom

      @Martin Rees:

      Na warten wir mal die Wahlen in Meckpomm ab, wo die CDU vermutlich irgendwo zwischen 5,1 und 6,9 % landen wird.



      Des Weiteren haben diverse CDU-Landesverbände ein Interesse, sich die Wahlen im nächsten Jahr nicht von Merz ruinieren zu lassen.