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Ausschreitungen nach Gen-Z-Protesten Und wieder als fremd markiert

Yağmur Ekim Çay

Kommentar von

Yağmur Ekim Çay

Unionspolitiker machen das „migrantische Millieu“ für Ausschreitungen in Frankfurt verantwortlich. Kein Wunder, dass sich die ständige Ausgrenzung in Wut verwandelt.

W ie lange bleibt man ein Migrant? Diese Frage müssen sich migrantisch gelesene Personen seit Jahrzehnten stellen. Laut den Aussagen von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und dem hessischen Innenminister Roman Poseck (CDU) ändert offenbar auch ein deutscher Pass nichts daran, dass man für immer Migrant bleibt.

Denn Dobrindt und Poseck machten eine für sie ganz selbstverständliche Unterscheidung: Diejenigen, die an den Ausschreitungen nach den Gen-Z-Protesten am Wochenende beteiligt gewesen seien, hätten zwar überwiegend die deutsche Staatsbürgerschaft, gehörten aber zu den „Chaoten aus dem migrantischen Milieu“.

Das ist letztlich das, was CDU-Politiker seit Jahren mit Begriffen wie „kleine Paschas“ oder einem „Problem im Stadtbild“ kommunizieren und mittlerweile noch offener aussprechen: Egal, in welcher Generation ihr seid und welchen Pass ihr habt, ihr gehört eben nicht dazu.

Der gute Migrant ist unsichtbar

Frankfurt ist eine migrantische Stadt. 58 Prozent der Bevölkerung haben eine Einwanderungsgeschichte. Hier hat man längst verstanden, dass man in einer Migrationsgesellschaft lebt und migrantische Menschen selbstverständlich zum „Stadtbild“ gehören. Noch absurder ist, dass Poseck diese Aussagen am Sonntag neben dem Frankfurter Oberbürgermeister Mike Josef trifft, der selbst eine Fluchtgeschichte hat.

Also, wer soll dieses „migrantische Milieu“ genau sein? Wer ist damit gemeint? Stellte man dies am Samstagabend bei Polizeikontrollen anhand des deutschen Passes, der Familiengeschichte oder der Hautfarbe fest? Und warum wird ein Großteil der Frankfurter Stadtgesellschaft unter Generalverdacht gestellt?

Für die jungen Menschen aus Frankfurt ist es ein weiterer Schlag ins Gesicht, wenn dabei vom „Zeil-Klientel“ gesprochen wird, die Rechtsbrüche begehe und teilweise gewaltbereit sei. Gemeint sind damit offenbar auch migrantische Menschen, die sich am Wochenende auf Frankfurts Einkaufsmeile, der Zeil, treffen und dort Spaß haben. Denn hier wird klar: Die guten Mi­gran­t:in­nen sind offenbar diejenigen, die in ihren Vierteln bleiben, unsichtbar sind und ihren Spaß woanders haben, damit die sogenannte Mehrheitsgesellschaft möglichst nicht mit ihnen konfrontiert ist.

Was in Frankfurt am Wochenende passiert ist, war teilweise brutal. Es ist erschreckend, wie Frankfurts Einkaufsmeile am Wochenende ausgesehen hat und, dass nun viele Ladenbesitzer mit finanziellen Konsequenzen rechnen müssen.

Als Antwort darauf will die hessische Polizei Männer aus dem „migrantischen Milieu“ noch stärker in den Fokus nehmen. Es ist längst bekannt, dass die Frankfurter Polizei ein Rechtsextremismusproblem hat. Dass es in Frankfurt nun aber noch mehr Racial Profiling geben wird, ist nicht nur juristisch fragwürdig. Es stellt sich auch die Frage, welches Problem damit gelöst werden soll.

Migration soll alles erklären

Diese stark diskriminierende Politik, rassistischen Aussagen sowie Kontrollen tragen gerade nicht dazu bei, dass sich junge migrantische Menschen als Teil dieser Gesellschaft fühlen. Im Gegenteil: Sie verstärken das Gefühl, ausgeschlossen und diskriminiert zu werden. Denn seit Jahren wird eine ganz klare politische Linie verfolgt: Möglichst viele gesellschaftliche Probleme, von fehlenden Zahnarztterminen bis hin zu Antisemitismus sollen sich offenbar ganz einfach mit Migration erklären lassen.

Dazu kommt, dass migrantische Menschen, die sich in den vergangenen Jahren an propalästinensischen Demonstrationen beteiligt haben, häufig pauschal kriminalisiert und ihre Anliegen ignoriert wurden. Man darf eben auch nicht vergessen, dass viele Jugendliche in Frankfurt damit aufgewachsen sind, dass vor sechs Jahren in Hanau ein Rechtsextremist neun Menschen ermordet hat. Die Ermordeten gehörten ebenfalls zu den Menschen, die heute wohl unter das fallen würden, was als „Zeil-Klientel“ bezeichnet wird.

An jenem Abend versuchte Vili Viorel Păun, die Polizei zu erreichen, blieb jedoch ohne Hilfe und starb. Für Hamza Kurtović hatte es tödliche Konsequenzen, dass der Notausgang in der Arena Bar verschlossen war. Was bei den Hinterbliebenen, aber auch bei vielen jungen Menschen nach all den Jahren hängen geblieben ist, ist die Erkenntnis: Ein Rassist kann sie ermorden, ohne dass die notwendigen Konsequenzen folgen und tatsächlich jemand Verantwortung übernimmt.

Es ist keine Überraschung, dass diese Menschen irgendwann das Gefühl verlieren, politisch repräsentiert zu werden. Wer sie ständig kriminalisiert und ihnen das Gefühl gibt, nicht dazuzugehören, sollte sich nicht darüber wundern, wenn sie sich irgendwann tatsächlich nicht mehr als Teil dieser Gesellschaft verstehen.

Yağmur Ekim Çay

Yağmur Ekim Çay Korrespondentin

taz-Korrespondentin für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland. Davor Reporterin bei der Frankfurter Rundschau. Ausgezeichnet 2024 mit dem Hessischen Journalistenpreis sowie 2023 vom medium magazin als eine der “Top 30 bis 30”.
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69 Kommentare

  • gyakusou

    Auf der einen Seite soll es problematisch und rassistisch sein, von einem migrantischen Milieu bei den Tätern zu sprechen (obwohl es sich bei den Randalierern auf den Videos sehr wohl um eine sehr homogene Gruppe handelt).

    Aber auf der anderen Seite sind jungen, migrantische Menschen doch so eine konkrete Gruppe, dass ihnen allen Wut und fehlende Zugehörigkeit zur Gesellschaft zugeschrieben werden.

  • Alice Flood

    Die Autorin hangelt sich entlang der Stereotypen. Ich habe eine Reihe Videos zu den Vorfällen in Frankfurt gesehen. Vielleicht sind sie nicht repräsentativ, aber mir scheint, dass die randalierenden und plündernden jungen Männer ihrer Kleidung nach nicht wie deklassierte & marginalisierte Menschen aussehen (wie man im Soziologen- und Sozialpädagogen-Jargon sagen würde. Hab' ich beides studiert), die am Hungertuch nagen und ihrer Wut über ihre Minderprivilegiertheit & Stigmatisierung Ausdruck verleihen.

    Was mich am meisten erbost, ist, dass diese jungen Männern uns ein paar tausend AfD-Wähler mehr bescheren werden - und sich dessen offenkundig nicht bewusst sind (deren Eltern auch nicht?). Dafür werden sie aber klagen, wenn die "Remigrations-ICE"-Truppen, von denen AfDeppen schon schwadronieren, sie am Schlafittchen packen und wo auch immer hinbringen: Den Bau von "Detention Centers", wie so was in den USA heißt, kriegt man in Deutschland entlang historischer Vorbilder gewiss hin.

  • Alex_der_Wunderer

    Die Parlamentarier der Unionsparteien sollten einmal nach diesen rassistischen Äußerungen bezüglich der vielfältigen Teilnehmer mit unterschiedlichen Familienstammbäumen, auf ihr Verständnis von Demokratie überprüft werden. Die Überprüfung sollte mit unserer ganzen Härte unserer Gesetze zum Schutz unserer rechtstaatlichen Demokratie durchgeführt werden, um unsere Demokratie zu schützen, mit voller Härte - aber.

  • BlackCoffeeCat

    Vielleicht können wir Deutsche Migration einfach nicht.



    Die Nazis haben damals was in der deutschen Kultur kaputt gemacht, und wenn ich mir diese Kommentare hier so durchlese, denke ich, in ein paar Jahren wird niemand mehr nach Deutschland kommen wollen und auch niemand mehr jemanden mit deutschem Pass willkommen heißen. Dann sind wir alle Nazis - halt das Volk, das einmal die Idee hatte das Töten zu Industrialisieren.



    Ich hoffe, diese Denkweise wendet sich noch einmal. Leute aus arabischen Ländern sind übrigens sehr herzlich, nett und klug (viele Deutsche sind leider zu weltfremd und verschlossen, um das zu verstehen.).

    • Pico

      @BlackCoffeeCat:

      Migration heißt auch: Die Dinge beim Namen zu benennen. Ich finde es richtig, wenn das offen und transparent ausgesprochen wird und eben NICHT unterm Teppich gekehrt wird.

    • Perkele

      @BlackCoffeeCat:

      Sehr gut! Besonders der letzte Absatz trifft genau ims Schwarze....

  • Josef 123

    Mich stört hier etwas das gezeigte Verständnis für Krawall und Ausschreitung, und das wieder mal alle ausser den Akteuren selber schuld sein sollen. Die Überschrift könnte auch lauten "Und wieder haben wir uns selbst als fremd markiert" im Sinne von: Wir wollen garnicht Mitglieder dieser Gesellschaft in diesem Land sein.

    Die Vorgänge sind Wasser auf die Mühlen der AFD und sonstiger Rechtsradikalen.

    • Terano

      @Josef 123:

      Sie begehen ein Kategorienfehler, denn welcher Anteil der gesamten Bevölkerung mit migrantischer Geschichte hat diese Taten begangen? Wohl weit unter jeder statistischen Grenze, dass das dann trotzdem als Aussage über die Grundgesamtheit genommen wird, ist statistisch wie auch moralisch unzulässig. Genauso gut, hätte man in dieser Logik auch melden können: Das Problem waren mal wieder Männer, was weder falscher noch hilfreicher wäre als die Markierung "Migrant".

      Soweit Krawall und Ausschreitungen gerechtfertigt werden, teile ich aber die Sorge.

  • Chris McZott

    Das Argument funktioniert in beide Richtungen.

    Weil die Deutschen von den Einwandern als fremd angesehen werden, verhalten sie sich den Deutschen gegenüber aggressiver. Das betrifft ja nicht nur Sicherheits- und Ordnungsbehörden, sondern auch Feuerwehr, Rettungskräfte, Krankenhauspersonal etc.

    • Nicole Knosta

      @Chris McZott:

      Was meinen sie denn mit "Die Deutschen" ?

      Eine Person mit Migrationshintergrund ist in den allermeisten Fällen eine Deutsche Person, mit deutscher Staatsbürgerschaft, deutschen Freunden...

      Sicher gibt es auch Brennpunkt, welche bisher noch nicht integriert werden konnten, meist aufgrund Sozialer Probleme, wie fehlenden Integrationsangeboten oder Integrationshemmnissen wie das Lernen der Deutschen Sprache (Und bevor sie sagen...Tja...Wollen halt nicht lernen...Bedenken sie dass Deutsch eine der schwersten Fremdsprachen ist die jemand lernen kann)

      Noch Viel Mehr Menschen mit Migrationsgeschichte sind aber inzwischen in 2. Oder 3. Generation und sind stolz darauf Deutsche zu sein, sich hier eine Existenz aufgebaut zu haben, und empfinden wie sie behaupten "Die Deutschen" nicht als Fremd, sondern als Mitbürgerinnen und Mitbürger.

      Alles andere zu behaupten bedient rassistische Klischees.

    • ASD

      @Chris McZott:

      Schon klar!!! Ich bin fast 40 Jahre deutscher Staatsbürger…. Trotzdem werde ich vom Bürgerbüro halbwegs gezwungen ein rechtsverbindliches Dokument auszufüllen, ob ich im Jahre 2009-2015 beim Militär eines anderen Staates gedient habe. Ich wollte einfach einen Reisepass abholen. Die Mitarbeiterin wollte mir ansonsten das Dokument nicht aushändigen. Mit über 53 Jahren (geboren in Deutschland)und 39 Jahre deutscher Staatsbürgerschaft werde ich sowas noch gefragt, weil ich Migrationshintergrund habe!!!!!!! Was ist das??? Bb

    • Perkele

      @Chris McZott:

      Das ist eine pauschale, falsche und ebenfalls aggressive Formulierung. Die Angriffe auf Feuerwehr, Rettungskräfte usw. werden durchweg von Deutschen begangen, keineswegs von "Migranten" in der Mehrheit. Mir ist noch NIE ein*e Migrant*in begegnet, der/die aggressiver war als ein Durchschnitts-Twen



      mit "biodeutschem" Pass - und ich habe viel mit den Leuten zu tun. Es ist böse, unredlich etwas anderes zu behaupten, es ist AgD-Sprech....

  • StefanMaria

    Richtig, die Hautfarbentönung ist irrelevant. Was die Jugend mittags und abends ein t, ist dass sie nicht gehört wurde und sich übergangen fühlt. Schön, dass jetzt sogar vereinzelte Unionspoltikerinnen von fehlender Kommunikation sprechen. Nur zum Reden allein ist es jetzt zu spät, jetzt muss gehandelt werden - und das wird Geld kosten. Da bin ich ja mal gespannt ob die Superreichen bereit sind sich hier am Allgemeinwohl zu beteiligen. Oder doch lieber werden sie die unchristliche primitive Lösung Gewalt durch Staatsgewalt wählen.



    Die AfDfreunde profitieren jedenfalls gerade - hoffentlich nicht auch bei den Wahlen.

    • Alice Flood

      @StefanMaria:

      Ich kann das "wir wurden nicht gehört" nicht mehr hören. Wann haben die denn gesprochen?

  • Kölner Keller

    Die Ethnisierung sozialer Probleme hat einen langen Bart in Deutschland.



    Die Ausschreitungen und Plünderungen sind für die CDU, CSU und sicherlich auch Teilen anderer Parteien ein willkommener Anlasss, um 1. den Rassismus in den eigenen Köpfen in Worte fassen zu dürfen und 2. die eigene Ohnmacht und Unzulänglichkeit bei der Lösungsfindung der multiplen sozialen uns ökonomischen Probleme zu kaschieren und dafür eine harte Hand gegenüber Migrant*innen vorzubereiten.



    Die CDU und CSU konnte das schon immer sehr gut, die AfD hat das perfekt übernommen.

  • Rohek

    Man kann auch Rostock Lichtenhagen allein auf exogene Faktoren, die nichts mit Einstellungen, Haltungen, kulturellen Prüfungen der handelnden Akteure zu tun haben, zurückführen. Das ist keine Gleichsetzung der Ereignisse, aber ein Vergleich der Erklärungsmuster. Ich bin mir sicher, für die meisten Autorinnen und Autoren dieser Zeitung, war Rostock Lichtenhagen kein isoliertes Ereignis, das zwar bedauerlich, aber irgendwie auch erklärbar ist, sondern ein gesamtgesellschaftliches Fanal.

    • Nicole Knosta

      @Rohek:

      Sie stellen hier aber "Nazi sein" (-> Eine Bewusste Entscheidung) mit "Einen Migrationshintergrund haben" (-> In egal welchem Fall keine bewusste Entscheidung) gleich...

      Dabei hat erstere Person hat sich dazu entschieden, ihren Hass gegen diskriminierte und marginalisierte Menschen zu richten...

      Letztere Protestieren gegen ihre Marginalisierung und für Ihre nach dem GG zugesicherten Menschenrechte (Gleichheit, Chance auf Zukunft), werden aber als Sündenbock für jede Eskalation benutzt.

      There is a difference...

  • Fritz Müller

    Sehr geehrte Frau Yağmur Ekim Çay,



    es macht keinen Sinn gegen die statistischen Tatsachen zu argumentieren.

    "Ausländischen Jugendliche sind in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) überdurchschnittlich vertreten: 2025 wurden 165.082 Tatverdächtige zwischen 14 und 18 Jahren erfasst, 50.172 hatten einen ausländischen Pass, also rund 30 Prozent. In der Bevölkerung zwischen 15 und 20 Jahren lag der Anteil ausländischer Personen 2025 bei rund 16,6 Prozent.

    Die Tatverdächtigenbelastungszahl – also die Tatverdächtigen pro 100.000 Personen – ist unter ausländischen mehr als doppelt so hoch wie unter deutschen Jugendlichen (9.946 im Vergleich zu 4.299)"

    • ASD

      @Fritz Müller:

      Klar Fritz Müller: Tatverdächtige sind keine Täter!!! Es werden Migranten immer vermehrt kontrolliert und das steht da nicht drin. Neutralität sieht anders aus.

  • Martin Rees

    "Kein Wunder, dass sich die ständige Ausgrenzung in Wut verwandelt..."



    /



    Offensichtlich sucht sich der im Abwärtstrend befindliche Konservatismus der Union seinen Nachwuchs als Wähler*innen und für politische Arbeit zukünftig anderswo. Vielleicht ist das nicht besonders erfolgreich, in jedem Fall ist es langfristig nicht klug.

  • Šarru-kīnu

    Der Artikel steht beispielhaft für die komplette Diskursverweigerung, die uns direkt in die heutige Situation kurz vor der Machtübernahme der Rechten geführt hat. Es ging der Mehrheit nie um DIE Migranten sondern um eine sehr kleine Gruppe junger Männer die ihre mangelnde Bildung mit Testosteron überkompensieren. Da wir uns aber scheinbar weiterhin weigern die Probleme zu adressieren, wird es auch keine praktischen Lösungen geben und am Ende übernehmen dann die rechten Rattenfänger und es geht wirklich gegen alle Migranten.

    • DiMa

      @Šarru-kīnu:

      Das mag so sein. Nur wenn die "sehr kleine Gruppe junger Männer die ihre mangelnde Bildung mit Testosteron" ganz oder weit überwiegend einen migrantischen Phänotyp aufweist, dann sollte das auch entsprechend benannt werden.

      Die einzigen, die dies beobachten könnten, sind die direkt am Einsatz beteiligten Polizeikräfte, den alle anderen haben keinen hinreichenden Überblick und werden diesen aus datenschutzrechtlichen Gründen auch nicht bekommen.

      Wenn es also tatsächlich so sein sollte, dann wäre die Nichtbenennung die von Ihnen angeführte Diskursverweigerung.

      • StefanMaria

        @DiMa:

        Es ist immer die Frage ob die Nennung Migrant zielführend ist oder welches Ziel dies erreichen kann.



        Es gibt religiös eingebundene Leute, die deshalb Probleme machen, es gibt gelangweilte oder frustrierte Jugendliche, die deswegen Probleme machen, es gibt kriminelle, fanatisierte, und ein noch größeres Spektrum an Ursachen. EIne Ursache und dann welche Lösung in der Hautfarbe zu suchen ist doch Quatsch.



        Manchmal, oder auch häufiger sind da momentan die Bunteren auffällig, kann ja sein oder auch nicht. Ich weiß gar nicht wie ich das messen sollte, vielleicht am Stadtbild? Aber mit Nennung einer Hauttönung ist kein Problem eigekreist oder lösbar. Deswegen ist es irreführend und eher schädlich das so übertrieben zu machen.

    • Dr. McSchreck

      @Šarru-kīnu:

      Exakt. Zumal sich dieses ewige entschuldigen schwerer Straftaten auch in Wut verwandelt. Auf der anderen Seite, der Opfer nämlich.

      Ich verachte die afd, aber es gibt ja zu denken, dasd viele Migranten mit aufstiegsgeschichte sie zu.wählen mindestens ankündigen, hoffentlich nicht tun.

  • Okay

    „Und wieder als Fremde markiert“



    Rechtspopulismus schafft Feindbilder, indem er mit Unwahrheiten, Vereinfachungen und emotionalen Botschaften arbeitet. Er lebt in einem „faktenfreien Raum“ und versucht, durch gezielte politische Faktenproduktion die Deutungshoheit zu gewinnen.



    Wie vor 500 Jahren wird der weiße Mann wieder zum Akteur eines Prozesses der Entmenschlichung. Sklaverei und Kolonialismus werden dabei gewissermaßen zeitgemäß neu interpretiert.



    Faschismus ist nicht nur ein festes Ideologiepaket, sondern auch eine Krisenreaktion kapitalistischer Gesellschaften. Dabei werden soziale Konflikte umgelenkt, autoritäre Strukturen stabilisiert und Feindbilder konstruiert. (Toscano)



    Dem lässt sich etwas entgegensetzen: Menschen mit Migrationsgeschichte – immerhin rund ein Drittel der Bevölkerung – müssen stärker in die bestehenden Macht- und Entscheidungsstrukturen hineingehen. Ob Politik, Polizei, Justiz, Verwaltung, Sicherheitsbehörden, Bundeswehr, Wirtschaft oder Medien: Es geht darum, Verantwortung und Führungspositionen zu übernehmen und diese Institutionen von innen heraus mitzugestalten und zu verändern. Darin liegt eine Chance, neoliberaler Vereinnahmung und gesellschaftlich

    • DiMa

      @Okay:

      Was bedeutet den bei Ihnen "faktenfrei"?

      Nehmen wir mal an, bei den Tätern handelt es sich tatsächlich weit überwiegend um Personen mit Einwanderungsgeschichte. Dann wäre das ein Fakt.

      Ich weiß es nicht. Sie wissen es vermutlich auch nicht. Die einzigen, die es wissen können, sind die Polizisten, die am Einsatz beteiligt gewesen sind.

      Daran würde sich auch nichts ändern, wenn die von Ihnen aufgestellten Forderungen umgesetzt werden würden.

    • Carl Rouberg

      @Okay:

      Genau das passiert in Frankreich schon seit langem. Es gibt viele Minister. und Unternehmenschefs aus diesen bestimmten Milieus.



      Es ist schon auffällig, dass in den Taz Kommentaren die gesellschaftlichen Probleme oft im Establishment gesehen werden.

  • Elite123

    Hier liegt ein Henne oder Ei Problem vor.

    Das Milieu identifiziert sich trotz deutschem Pass selbst nicht als Deutsch ("ich bin Türke, ich bin Marokkaner").



    Das liegt zum einen sicher daran, dass die Aufnahmegesellschaft wenig tut, um integrativ zu sein.



    Es liegt aber auch daran, dass Deutsch sein überhaupt nicht "sexy" ist - der Nationalstolz entfaltet sich über die Eltern zugunsten des Ursprungslandes der Eltern oder Großeltern.

    Die Identität wird über die Sprache zu Hause, die gegessenen Gerichte, die erweiterte Familie definiert und nicht über den Wohnort allein.

    Jetzt kommt ein Dobrindt und spricht dieses Milieu an. Ist das falsch, existiert es nicht? Ich halte nichts davon, Dinge nicht anzusprechen, die man sieht.



    Am Ende machen es die, von denen man es nicht hören will, und die gewinnen Wahlen, weil sie die Fakten ansprechen.

  • warum_denkt_keiner_nach?

    Man kann ja fast nicht mehr unterscheiden, was von der Union und was von der AfD kommt...

    • Gila Rosenberg

      @warum_denkt_keiner_nach?:

      Ja, das sage ich schon seit Jahren: zwischen €DU/€SU und AfD passt kein noch so dünnes Blatt Papier...

  • Gerhard Krause

    Ich hingegen würde das ernst nehmen und die berechtigte Kritik am neoklassisch ausgerichteten Staat, aber auch den (gesellschaftlichen) Hass - nett gesagt: " nachhaltige Kritik" - gegenüber der Armut vertiefen. Im Übrigen kann man ja auch einmal etwas Pfiffiges den "Dubai-Influencern" entgegensetzen, wie cool es zB ist, nicht mit 12 Zylindern durch die 30er Zone zu peitschen.

  • Éljen a Magyar

    Und wieder werden Migranten und Menschen mit Migrationshintergrund nur als Opfer der Umstände und ihrer Umwelt, nur als Objekte gesehen.



    Was ist mit den zahlreichen Videos vom Wochenende, die genau die im Text als Unterstellung wiedergegebenen Punkte belegen? "Die Migranten" sind nicht per se kriminell. "Die Migranten" sind aber auch nicht per se gesetzestreu und friedlich. Dieses Spannungsfeld muß man auch als linke Zeitung aushalten. Genau wie man der "migrantischen Szene" in Deutschland die Fähigkeit, Verantwortung zu übernehmen, zubilligen muß - um Guten wie im Schlechten...

    • ASD

      @Éljen a Magyar:

      Per Se nicht kriminell oder gesetzestreu gilt für alle!! Oder gilt das für dunkelhäutige/ dunkelhaarige, bärtige Migranten nicht???

  • Ruhig bleiben

    Dass das "Ziel-Klientel" alle Menschen mit Mugratuonshintergrund sein sollen, ist aber auch nur die Interpretation der Autorin und um diese Interpretation gegen Kritik zu immunisieren, werden Opfer eines rechtsextremen Anschlags herangezogen, die eben NICHT zur Zielgruupe gehören.

    Und nein, die "guten" Migrant*innen sind nicht die unsichtbaren, sondern die, die sich an Recht und Gesetz halten. Wie alle Anderen eben auch.

    • Herma Huhn

      @Ruhig bleiben:

      Merken Sie, was Sie gerade geschrieben haben:



      Migranten sollen sich an Gesetze halten "wie alle anderen auch"



      Damit implizieren Sie, dass alle, die nicht migrantisch sind, sich auf jeden Fall an Recht und Gesetz halten. Gerade in Frankfurt rund um den Bahnhof kann ich diese Beobachtung aber nicht machen.



      Für viel zu viele Deutsche gehört zum "sich an Recht und Gesetz halten" eben viel mehr dazu als bloß die Vermeidung verbotener Handlungen. Verdächtig machen manche Menschen sich schon allein dadurch, dass sie auffallen.

      • Ruhig bleiben

        @Herma Huhn:

        Holy Strawman, Batman!

        Das habe ich so weder gesagt noch impliziert.

        Ich habe lediglich Aussage der Autorin aufgegriffen, dass "gute" Migrant*innen unsichtbar sein sollen und daraus "gute" Migrant*innen halten sich an Recht und Gesetz" gemacht. Mehr nicht.

      • Encantado

        @Herma Huhn:

        "Merken Sie, was Sie gerade geschrieben haben:



        Migranten sollen sich an Gesetze halten "wie alle anderen auch"



        Damit implizieren Sie, dass alle, die nicht migrantisch sind, sich auf jeden Fall an Recht und Gesetz halten."



        Grammatisch lässt sich das so nicht ableiten. Das kann auch simpel heißen, dass sich sowohl Migranten als auch 'alle anderen' an Recht und Gesetz halten sollen.



        Mehr nicht.



        Alles darüber hinaus ist reine Interpretation, die nicht dem Sender, sondern dem Empfänger der Nachricht anzulasten ist.

      • Janix

        @Herma Huhn:

        Ich würde beim Ursprungskommentar wohlwollend annehmen, dass da jemand nur betonen wollte, dass die Unterscheidung zwischen gut und böse bei Handlungen verläuft, nicht zwischen Herkünften o.ä.



        Ich hoffe zumindest, dass dies die Aussage sein sollte.

      • Rohek

        @Herma Huhn:

        Ich vermute Mal das "wie alle anderen auch" bezieht sich auf die Vorraussetzung, die erfüllt werden muss, um für "gut" befunden zu werden.

      • AliceMirrow

        @Herma Huhn:

        Das kann man aber auch genauso anders interpretieren.

        • Dr. McSchreck

          @AliceMirrow:

          Wenn man will, eigentlich muss man sogar, weil am Ende das "auch" steht

          Für mich sagt der beitrag nur etwas eigentlich selbstverständliches, nämlich dass alle sich an Gesetze zu halten haben und es nervt, dass manche Täter immer zu Opfern umdefiniert werden.

      • Strolch

        @Herma Huhn:

        Ihr Kommentar zeigt: Wer Rassismus sucht, der findet ihn überall.

        Lesen Sie doch den vorherigen Satz nochmal in Ruhe. Da wird zwischen gut und böse unterschieden. Wie bei allen anderen auch nach gut und böse unterschieden wird: gesetzestreu ja oder nein.

      • Harbinger

        @Herma Huhn:

        Wortklauberei...

      • Klaus Baumgart

        @Herma Huhn:

        Selbst wenn man sozioöknonomischen Status und Alter in die Betrachtung mit einbezieht sind bestimmte migrantische Gruppen (besonders aus dem arabischen Raum, man sieht ja auch keine Vietnamesen bei den Randalen) überrepräsentiert in der Verbrechensstatistik. Also kommen sie mir nicht mit: "Deutsche tun das auch." und bevor hier wieder jemand mit dem sinnfreien Scheinargumentkommt das "migrantisch gelesene Personen" häufiger angezeigt werden, auch bei den Verurteilten ist die Statistik das gleiche und auch bei Verbrechen die angezeigt werden müssen.

  • Markus Urban

    In meiner Nachbarschaft lebt eine Familie mit libyschen Wurzeln. Die Kinder sprechen hervorragendes Hochdeutsch. Sie besuchen das Gymnasium bzw. weiterführende Schulen. Trotzdem musste ich mir in einer Diskussion über das Grundstück anhören (ob man da durch gehen darf oder nicht), dass man kein Gespräch möchte, weil „die” sofort ein Messer zücken würden. Inzwischen ist das Gartentor abgeschlossen und ich bin der Einzige außerhalb der Familie, der einen Schlüssel hat, sodass ich direkt mit meinem Hund spazieren gehen kann. Das war einigen Grund genug, mir eine Nähe zu Kriminellen und Terroristen zu unterstellen. Der Rassismus ist in Deutschland tief verwurzelt.

    • Alex_der_Wunderer

      @Markus Urban:

      @ Markus Urban



      Wenn die rassistischen Michels hier so weiter rumprollen, kommen wir mit einem deutschen Pass bald in kein Ausland mehr rein - EINREISEVRRBOT, für Germanen aus Germania ❗️

    • Dr. McSchreck

      @Markus Urban:

      Deutsche sind auch keine besseren Menschen, behauptet auch niemand. Aber die Frage wäre, wer krampfhaft Entschuldigungen für solche rassistischen Aussagen sucht. Vielleicht nius?

  • Martin Rees

    Das birgt noch Zündstoff:



    "Migranten als Chaoten? Pistorius setzt sich von Dobrindt ab"



    zdfheute.de



    Weiter dort"



    "Was sind denn migrantische Gruppen? Sind das Menschen, die in dritter Generation in Deutschland leben und deutsche Staatsangehörige sind? Wo hören wir auf, das zu differenzieren?" Pistorius sagte in Bezug auf die Debatte:



    "Ich glaube, das führt in die falsche Richtung."



    (Boris Pistorius, SPD)



    /



    Er, der Verteidigungsminister Pistorius, muss es auch schon wegen seiner Aufwuchs-Probleme bei der Bundeswehr ganz gut im Blick haben, wer sich für oder gegen den Staat engagiert.

  • Andreas Wolter

    Ich stimme zu, dass diese vorschnelle Schuldzuweisung falsch ist und Betroffene frustrieren muss.



    Aber dies dann als verständliche Wut zu rechtfertigen ist m. E. genauso falsch. Ich lebe in Frankfurt am Main und war am Samstag in der Innenstadt, kurz vor den Ausschreitungen. Ich möchte nicht, dass irgendeine Gruppe Verständnis dafür bekommt, wenn sich ihre Wut entlädt.

  • YeahYeah

    Nun, deutsche Medien haben in der letzten Zeit auch diese Unterscheidung bewirtschaftet: Oppa-Kontrolle zur NSDAP und SS-Mitgliedschaft. Ich bin selber Migrant erste Generation, unser Sohn ist 2. Generation, aber weder seine migrantischen Freund*innen noch er haben das Bedürfnis auf Randale. Wo bitte bleibt die Eigenverantwortung?

  • Janix

    Sind es gerade nicht Teile des CDU-Milieus, die orientierungsschwach gen unchristlicher Ausgrenzung schlingern?



    (Und auch noch Opas Untaten mit einem starren Wegsehen bei Netanyahus Untaten zu sühnen glauben, doch das wäre noch ein anderes Kapitel)

  • Cgh590aet

    Das ist alles keine Rechtfertigung für das plündern von Läden.

  • Jalella

    Na ja, man muss jetzt hier niemandem erklären, dass Dobrindt ein nicht auf dem Boden des Grundgesetzes stehender Rassist ist, oder? Und als Hesse muss ich leidvoll sagen, dass unsere Landesregierung leider meistens auch nicht besser ist.

    Alle fordern eine Prüfung für die AfD, aber man sollte die cdU/csU da nicht rauslassen. Die Partei als Ganzes ist wohl nicht verfassungswidrig, aber in Teilen mit Sicherheit. Und da ja alle plötzlich ihr Herz für den Kampf gegen Antisemitismus entdeckt haben wenn es um die Linke geht, sollten sie mal schleunigst den Blick nach rechts werfen auf cdU/csU/AfD. Da kann man das auch ohne Mikroskop und mit schlechten Augen sehen.

  • Vic Merz

    Gut getroffen mit dem Kommentar, spricht wohl einfach nur das wahr aus was ist, die scheidende 'union' versucht auf dreckigsterweise nochn paar Stimmen von der AFD zu holen bevor man sich ja doch mit ihr verbündet weil sogar der hohle Versuch wieder mal nicht funktioniert hat...



    Die Schuldigen hatte man ja schon immer, arme, ausländer, assis, linke, grüne... MIGRANTEN... Ohh gott, wahre unser Land!….

    • Gila Rosenberg

      @Vic Merz:

      Unser Land geht den Bach runter, und zwar nicht wegen der Migranten, sondern wegen der Deutschen...

  • Donald Duck

    "Diese stark diskriminierende Politik, rassistischen Aussagen sowie Kontrollen tragen gerade nicht dazu bei, dass sich junge migrantische Menschen als Teil dieser Gesellschaft fühlen. Im Gegenteil: Sie verstärken das Gefühl, ausgeschlossen und diskriminiert zu werden."



    Und die in den Medien veröffentlichten Bilder verstärken eventuell die Diskriminierung junger migrantische Menschen.



    Hier könnte sich ein Teufelskreis entwickeln, der die Gesellschaft spalten kann.



    Vor allem SPD und CDU müssen jetzt aufpassen, daß sie nichts behaupten, was Wähler als Täuschung auffassen könnten. Das würde der Russlandpartei weitere Wähler zutreiben.

  • Conil

    Wie lange bleibt man ein Migrant?



    Laut Statistik: Wenn beide Elternteile als Deutsche geboren wurden ist man kein Migrant mehr, sondern Deutscher.



    Gesellschaftlich:



    Es kommt drauf an.



    Je ähnlicher ein Mensch gesehen wird, umso schneller wird er nicht mehr als Migrant angesehen. Othering ist hier das Stichwort.



    Sowohl phänotypisches, als auch kulturelles Othering.



    Während ein irgendwie als "Europäisch" gelesener, atheistischer, oder christlich gläubiger Mensch unter Umständen sogar noch vor seiner Einbürgerung als Deutscher akzeptiert wird, werden es PoCs und Muslime selbst in der 4. Generation nach Einwanderung ihrer Vorfahren nicht.



    Während die Deutsche Politik seit Jahrzehnten Integration verlangt und auch fördert, beginnt sie erst jetzt zu verstehen, dass es in Deutschland große Bevölkerungsgruppen gibt und immer schon gab, die nicht Integration, sondern größtmögliche Assimilation der "Fremden" wollen.



    Daher ist es auch nicht absurd, wenn Herr Posek seine Aussage neben OB Mike Josef (der sogar seinen Nachnamen geändert hat und früher Yusuf hieß) getätigt hat.



    Mike Josef ist, wie auch z.B. Cem Özdemir, bis "auf die Knochen" assimiliert.

    • charly_paganini

      @Conil:

      Vorletzter Ansatz ist so nicht richtig. Er hat nur seinen ursprünglichen Nachnamen wieder angenommen. Er stammt aus einem aramäischen Elternhaus in Syrien und dort war es Aramäern nicht gestattet ihre aramäisch-christlichen Nachnamen zu tragen. Diese mussten arabisch sein. Das gilt auch für Aramäer die aus der Türkei stammen.

  • Rohek

    ... Im Übrigen können das eine - pauschale Ablehnung, Ressentiment, falsche Vorurteile etc. - und das andere - Kriminalitäts- und Gewaltorientierung, Ablehnung der Gesellschaftsordnung - gleichursprünglich, ohne direkten Kausalzusammenhang nebeneinander existieren.

  • StefanMaria

    Ein bischen kommt mir das vor wie wenn dumme Jungs - nach der sinnlosen zerstörerischen Gewalt gegen die Geschäfte durch noch unbekannte Gruppen - die Gelegenheit sahen und mal zugriffen, und sich jetzt einen schrecklichen Ärger aufladen. Für viele wäre Täter-Opfer-Ausgleich, Soziale Trainingskurse und kräftig Sozialstunden vielleicht das beste.



    Aber die Polizeiführung und Politik hat versagt. Wer mittags gegen die Schüler mit Wsserwerfern vorgeht, wo ich bis jetzt immer noch keine Gefahr sah, und abends so ein Chaos zuläßt - da sollte die Politik und Polizei nicht so einfach mit Sprüchen über Migranten ausweichen können. Untersuchungsausschuss und oder oder Rücktritt des Innenministers wäre eher richtig



    Wahrscheinlich ist die Politik froh, dass dieses Thema von den ganzen unangenehmen Themen der letzten Zeit ablenkt. Hoffentlich gelingt es ihr nicht.

  • Horst Sörens

    Oftmals erinnern diese Menschen aus der migrantischen Szene optisch nicht an Schweden, Polen oder Ukrainer. Und selten sind es auch Vietnamesen, die gemeinhin als bildungsnah gelten auch wenn Sie sozial schwach aufgestellt sind.

  • DiMa

    "Wie lange bleibt man ein Migrant?"

    "ändert offenbar auch ein deutscher Pass nichts daran, dass man für immer Migrant bleibt."

    "58 Prozent der Bevölkerung haben eine Einwanderungsgeschichte"

    Die Autorin regt sich einerseits über die Unterscheidung zwischen "Migrant" und "Staatsbürgerschaft" auf, nur um dann selbst auf die "Einwanderungsgeschichte" einzugehen.

    Staatsbürgerschaft und Migrationshintergrund haben nichts miteinander zu tun.

    Dann dieser merkwürdige Schwenk zur Tat in Hanau. Die strafrechtliche Verfolgung scheiterte daran, dass der Täter verstorben ist. Bei allen anderen fehlt es an einem kausale Zusammenhang. Das kann man auch nicht fingieren, nur um irgendeiner Community ein besseres Gefühl zu geben.

  • Sam Spade

    Migrant ist für Dobrindt und Co. lediglich ein Synonym für Menschen aus einem ganz bestimmten Kulturkreis.

    Da zählt weder der Pole dazu noch der Brasilianer oder Japaner. Als Norwegerinnen zählten meine Töchter garantiert auch nicht zu "Dobrindts Migranten" als sie hier zur Schule gingen. Dabei hatten sie nichtmal einen deutschen Pass, waren also im Wortsinn Migrantinnen.

    Ich habe in Deutschland aber auch gelernt, das alteingesessene Menschen mit Migrationshintergrund ebenfalls sehr fein differenzieren wenn es um Migranten geht. Macht für viele schon einen Unterschied im Stellenwert aus hier geboren und aufgewachsen zu sein oder nach einiger Zeit eingebürgert zu werden. Die wollen halt auch nicht in einen Topf mit der Aufschrift "Migrant" geworfen werden.

    Ich finde aber auch das zumindest in Großstädten das Zusammenleben zwischen den Menschen mit und ohne Migrationshintergrund in Deutschland gut funktioniert. Das habe ich in Dänemark vor langer Zeit anders erlebt und auch hier in Norwegen besteht längst nicht so ein reger Austausch, wie ich ihn in Deutschland kennengelernt habe. Da scheinen große Teile der einheimischen Bevölkerung schon weiter zu sein als die Politiker.

  • Semon

    Die Sprüche der CDSU sind genauso verhersagbar, wie dieser Artikel der taz. Das sind Räuber, die unter dem Deckmantel einer Demo offensichtlich geplant Plünderungen begehen. Die viel interressanteren Fragen sind doch: Ist die Polizei nicht in der Lage die zu fassen? Warum weis man nicht, wie sich diese Typen für solche Aktionen verabreden? Keiner gefasst worden, sodaß man sein Handy untersuchen könnte?

  • Zuversicht

    Problematisch ist natürlich, daß der Rechtsstaat plötzlich Proletarierinnen gegenüber steht. Keiner Luisa, mit der die Zivilgesellschaft gerne parlieren mag. Keine Arbeiter, die man schon längst an die AfD verloren hat.

    Sondern Prekariat, welches wütend und aggressiv ist. Was nicht versteht, dass es zum persönlichen Wohlstand wohl noch einige Jahrzehnte braucht, aber sich aktuell in die Ecke gedrängt fühlt. Darauf muss man Antworten finden.

  • Dadaesda

    Toller Kommentar und absolut auf den Punkt gebracht.



    "Migrantisches Milieu" ist sowas von daneben und maximal beschränkt. Was würden die Leute sagen, wenn man vom "deutschen Milieu" bei Fußballausschreitungen faseln würden? (Organisierte Fanszenen in Deutschland sind sehr weiß) Oder man würde gar die wirkliche "Wahrheit" aussprechen und von dem "männlichen Milieu" sprechen, welches immer wieder mit Gewaltausbrüchen auffällt. Die Damen und Herren der Unio würden absolute Schnappatmung bekommen.

    • Rohek

      @Dadaesda:

      Und finden Sie das nun schlecht, wenn man vom männlichen Milieu "faselt"? Kommt, zumindest hier, des Öfteren vor.

  • Bolzkopf

    Jaja,teilweise gewaltbereit, teilweise korrupt, teilweise Fake-Doktor, teilweise Steuerhinterzieher, teilweise kriminell.



    Das sind sie - aus dem christdemokratischen Millieu.



    Genauso wie aus jedem anderen Milieu ...

    • ASD

      @Bolzkopf:

      👌👍