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Anschlag auf den CSD in Berlin Sonnenallee For Queers

Entlang der Sonnenallee leben viele queere Menschen. Wie wäre es, wenn nach dem CSD-Anschlag dort überall Regenbogenflaggen gehangen hätten?

A m Montag nach dem Anschlag auf den CSD bin ich über die Sonnenallee gefahren. Wie überall in der Stadt – außer im Tiergarten – war hier business as usual. Neben der Trauer um die Opfer und die Wut über die rassistische Debatte spürte ich noch etwas anderes: die Sehnsucht nach einer Allianz, die sich nicht so einfach teilen und herrschen lässt, sondern die Hegemonie der Dominanzgesellschaft bedroht.

Was wäre, wenn nach dem größten Anschlag auf queeres Leben in Deutschland seit 1945 die Läden auf der Sonnenallee alle Regenbogenflaggen rausgehängt hätten? Nicht als Distanzierung vom Täter, sondern als Solidarität mit queeren Communitys.

Als Teil dieser Nachbar_innenschaft ist es für viele Queers zur Ehrensache geworden, sich von homonationalistischen Mythen abzugrenzen und eine klare antirassistische Haltung in eine politische Praxis umzusetzen. Und die Sonnenallee spielt in dieser Debatte immer wieder eine große Rolle. Dabei scheint sie mehrere Versionen ihrer selbst zu haben. Sie reihen sich parallel aneinander, manchmal berühren sie sich und zusammen ergeben sie ein ganzes Bild. Ein bisschen wie bei einem Regenbogen.

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Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten linken Meinungsspektrums.

Zum einen gibt es den Ort, an dem arabische Communitys in ihren Wohnungen oder Imbissen, Cafés, Supermärkten und auf der Straße zusammenkommen. Medial und politisch werden sie zur Projektionsfläche für rassistische Erzählungen über eine konservativ-muslimische Parallelgesellschaft, die Hochburg der Clankriminalität sei und zur No-go-Area für Queers gemacht wird. Dabei wird ausgeblendet, wie viele queere Menschen entlang der Sonnenallee leben, wie durchgentrifiziert die Nebenstraßen und Mieten sind und dass in vielen Cafés die meistgehörte Sprache neben Deutsch eher Englisch als Arabisch ist.

Blutgruppe Hummus

In einer anderen Fantasie wiederum wird die Sonnenallee als rough romantisiert. Insbesondere weiße und bürgerlich sozialisierte Personen fetischisieren dieses Milieu so stark, dass die rassistische Anmutung direkt in die andere Richtung ausschlägt. Hier machen Leute auf Blutgruppe Hummus, obwohl sie bis in ihre Zwanziger kein arabisches Essen probiert haben. Ein äquivalentes Phänomen ist mir für andere Bezirke nie begegnet.

Besonders jene Queers, die sich gegen den Genozid in Palästina positioniert haben, haben für ihre Solidarität bezahlt

Aber ist die Straße überhaupt so rough? Wir müssen natürlich nicht so tun, als handele es sich ausgerechnet bei der Sonnenallee um einen cuten FLINTA-Space oder eine reizarme Umgebung. Und die verstärkte Polizeipräsenz sowie deren Gewaltexzesse an rassifizierten, jüdischen, weißen, queeren und selbst minderjährigen Demonstrierenden seit dem 7. Oktober 2023 hat keinen Beitrag zu einem erhöhten Sicherheitsgefühl geleistet.

Besonders jene Queers, die sich gegen den Genozid in Palästina positioniert haben, haben für ihre Solidarität bezahlt: mit heftigen Konflikten in ihren Szenen, ihrer körperlichen Unversehrtheit auf Demos, manchmal sogar mit ihren Jobs. Ich muss dabei nicht selbst Teil dieser aktivistischen Szene oder mit jeder Position einverstanden gewesen sein, um die staatlichen Bestrafungen gegen sie falsch zu finden.

Fakt ist, dass queere Orte in keinem Stadtteil sicher vor Angriffen sind. Weder in Neukölln noch in Prenzlauer Berg oder in Schöneberg. Und rougher geht immer: In der Nacht vor dem CSD-Wochenende gab es auf das Café Köpenick einen queerfeindlichen Brandanschlag. Der Fall reiht sich in die rechtsradikalen Vorfälle im Bezirk Treptow-Köpenick ein. Im Berliner Register taucht zudem Lichtenberg immer wieder auf. Solidarische Regenbogen- oder Antifa-Flaggen vermisse ich dort ebenfalls.

Fixierung auf die Sonnenallee

Selbst wenn an jedem Gebäude Regenbogenflaggen hingen, wäre der Anschlag aber nicht ungeschehen und die Gesellschaft nicht magischerweise von ihrer Queerfeindlichkeit befreit. Die Feindseligkeit gegenüber LGBTIQ-Personen zieht sich durch die gesamte Gesellschaft. Rechtsradikale Anti-Pride-Demos oder der islamistische Anschlag auf den CSD zeigen ihre vernichtungslustigen Dimensionen.

Trotz des Ernstes der Lage habe ich von regierenden Politiker_innen in den letzten Wochen keinen Lösungsvorschlag gehört, der die Würde der Opfer und den Schutz queeren Lebens zentriert. Militante Radikalisierung in Deutschland wird von materiellen Zuständen wie Rassismus, Armut oder sozialer Ungerechtigkeit begünstigt. Wer dann in der Präventionsarbeit, bei Aussteiger- und Bildungsprogrammen Mittel kürzt, wird die Wurzel des Problems nie erreichen.

Warum dann meine Jens-Spahn-codierte Fixierung auf die Sonnenallee? Die – manchmal ambivalente – Verbundenheit mit der Sonnenallee zieht sich durch meine Zeit in Berlin. Von Anfang an war für mich und viele rassifizierte, migrantische oder muslimische Queers klar, dass wir uns manchmal schützend vor Gruppen stellen, von denen wir nicht garantieren können, dass sie dasselbe für uns tun würden. Weil das Prinzip von Solidarität nicht transaktional ist.

Eine schöne Geste wäre es trotzdem, wenn die nichtqueeren Teile der Sonnenallee allen potenziellen Anfeindungen zum Trotz unser Symbol tragen würden.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Hengameh Yaghoobifarah

Hengameh Yaghoobifarah Mitarbeiter_in

Hengameh Yaghoobifarah studierte Medienkulturwissenschaft und Skandinavistik an der Uni Freiburg und in Linköping. Heute arbeitet Yaghoobifarah als Autor_in, Redakteur_in und Referent_in zu Queerness, Feminismus, Antirassismus, Popkultur und Medienästhetik.
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56 Kommentare

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  • Mendou

    Als ignoranter Nicht Berliner denk ich bei Sonnenallee erstmal an den Film, habe also gar keine Vorstellung von der Gegend. Laut Hengamehs Beschreibung sehe ich jetzt einen durchgentrifizierten Stadtteil vor mir, in dem hauptsächlich Deutsch/Englisch gesprochen wird und wo viele Queere wohnen, die als Kinder kein arabisches Essen bekommen haben. Irgendwie scheint es aber auch eine kleine arabische Community zu geben, definitiv keine Clan Kriminalität, dafür ständig Polizeibrutalität gegen rassifizierte, weiße, jüdische Queers. Irgendwas ist da aber auch rough.

  • R. Mc'Novgorod

    " Medial und politisch werden sie zur Projektionsfläche für rassistische Erzählungen über eine konservativ-muslimische Parallelgesellschaft, die Hochburg der Clankriminalität sei..."

    Hier wird ein Strohmann aufgebaut und tatsächlich rassistische mediale Hetze über Clankriminalität ( als ob es keine mafiösen Strukturen in anderen Bereichen der Gesellschaft gäbe) mit der tatsächlich real existierenden konservativ- muslimischen und queerfeindlichen Community vermischt und vermutlich soll damit gesagt werden, das wenn das Eine ( Clankriminalität) übertrieben ist- das Andere ( eine stärkere Ablehnung im Durchschnitt gegenüber queeren Personen) auch nicht zutrifft.



    Dazu gibt es aber Umfragen, Zum Beispiel das "Special Eurobarometer, Discrimination in the EU" von 2023.

    In Deutschland ergab die Zustimmungsrate auf folgende Aussage folgendes: " LGBTQ-Personen sollten die gleichen Rechte wie Heterosexuelle haben" : Muslime 26 Prozent, Christen 50 Prozent, Atheisten/ Agnostiker 59 Prozent.

    Wollen wir das als Linke nun wirklich einfach weiterhin aussitzen und so tun, als gäbe es dieses Problem nicht?

    Desweiteren stört es mich, wie selbstverständlich die Autorin das Wort Genozid benutzt

  • Thomas Andreas

    Die Idee einer flächendeckenden Regenbogen-Solidarität nach dem islamistischen Anschlag ist eine ziemlich verqueerte Fantasie der Autorin. Die Realität, gerade der Sonnenallee, ist deutlich komplizierter und weniger idyllisch, als der Text suggeriert.

  • Land of plenty

    Das können Sie ja jederzeit nachholen!



    Einfach jetzt viele Regenbogenflaggen aufhängen.

  • Black & White

    Die Gesellschaft ist m.E. zum weit überwiegenden Teil nicht feindlich gegenüber Queers eingestellt. Warum? Entweder halten sie



    1) die freie Entscheidung über die persönliche Sexualität/Gender für gut, oder sie



    2) interessiert es überhaupt nicht und oder sie



    3) lehnen die Einstellung von Queers ab, was aber nicht zu einer Feindlichkeit gegenüber Queers führt.



    Insbesondere Homosexualität ist breit akzeptiert (z.B. Pew-Studie 2025 / 94%).

    Die Aussage: "Die Feindseligkeit gegenüber LGBTIQ-Personen zieht sich durch die gesamte Gesellschaft." würde ich nicht unterstreichen. Wie die Autorin richtig anmerkt sind es (eher) die rechtsextremen und islamistischen Gruppen, die feindlich eingestellt sind. Man sollte vorsichtig mit dem Begriff "Queerfeindseligkeit" umgehen, sie wird häufig mißinterpretiert.

    Insbesondere bei den Werten, die durch die Regenbogenfahne symbolisiert werden, gibt es unterschiedliche Auslegungen. Deshalb können Liberale z.B. der Fahne ganz andere Werte zuordnen als Religiöse. Ein "Feind" ist man aber noch lange nicht.

    • cazzimma

      @Black & White:

      "Queerfeindseligkeit" ist schon rein sprachlich Quatsch, weil es ja bedeutet, dass Feindseligkeit von Queers ausgeht.

  • Alexandra Fosså

    Das, was Hengameh sich wünscht, habe ich vor einem oder zwei Jahren (erinnere mich nicht mehr) auf dem Dyke March erlebt. Die Demo ist durch Kreuzberg und Neukölln mit vielen Palästina-Flaggen und solidarischen Schildern gezogen. Dabei wurden wir von Gruppen von jungen Menschen, meistens Männern, mit vermutlich arabischer/palästinensischer Herkunft angejubelt und haben zusammen Viva Palästina gerufen. Ich weiß nicht, wie diese Menschen sonst zu queeren Rechten stehen, wahrscheinlich nicht alle sonst so positiv. Aber das Gefühl von Solidarität zwischen zwei Gruppen, die Springer-Presse und co am liebesten gegen einander ausspielen würden, hat den Moment zu einer meiner schönsten Erinnerungen gemacht.

    Und nein, ein Genozid ist nie berechtigt, auch wenn die Opfer homophob sind.

    Ich empfehle allen den tollen Film Pride aus 2014, die die wahre Geschichte von Solidarität zwischen queeren Aktivistis und (nicht immer queerfreundlichen) streikenden walisischen Bergarbeitern darstellt. Diejenigen an der Macht haben (zurecht) Angst davor, was passieren kann, wenn marginaliserte Gruppen sich zusammentun und wir sollen uns von ihnen nie spalten lassen.

    • cazzimma

      @Alexandra Fosså:

      "Pride" ist tatsächlich ein toller Film! Manchmal gelingt unwahrscheinlich erscheinende Solidarität und den Versuch ist es immer wert.



      Leider muss ich anhand meiner Erfahrungen in der Schule sagen, dass die Anzahl bestimmter junger Menschen (entweder stramm in Richtung Rechts abdriftend oder konservativ muslimisch geprägt) eher zuzunehmen scheint und die Ablehnung nicht-heterosexueller Lebensweisen Teil dieser Ideologien ist.

    • Suryo

      @Alexandra Fosså:

      Was Sie dagegen NIEMALS erleben werden, ist, dass sich diese Leute mit Ihnen solidarisieren.

      Es gibt Queers for Palestine, aber kein Palestine for Queers.

      Sorry für die Härte, aber:

      Ihr tolles Gefühl war Illusion und in dem Moment waren die Dykes leider nur nützliche Idiotinnen.

    • Axotono

      @Alexandra Fosså:

      Mit dem möglicherweise klitzekleinen Unterschied, dass es jeweils die akademischen Queers sind/waren, die die Palästina- und Bergarbeiter-Flagge hielten, aber selbstverständlich niemals umgekehrt. Solange das so ist, ist es nicht mehr als Illusion.

      • Alexandra Fosså

        @Axotono:

        Im Falle der Bergarbeiter ist das schlichtweg falsch:

        "Die von Lesben und Schwulen erwiesene Solidarität mit den Streikenden sicherte der sich formierenden Lesben- und Schwulenbewegung während der folgenden Jahre die politische Unterstützung der mächtigen Bergarbeitergewerkschaft National Union of Mineworkers (NUM). Bergarbeiter führten 1985 in London die Lesbian and Gay Pride Parade an. Im Herbst 1985 wurde mit Unterstützung der Gewerkschaften auf dem Parteitag der Labour Party in Bournemouth ein Antrag durchgesetzt, der die Partei zur Unterstützung der Rechte von Lesben und Schwulen verpflichtete. Im 1988 vergeblich geführten Kampf gegen Section 28 zählten die Bergarbeiter zu den wichtigsten Verbündeten der Lesben- und Schwulenbewegung."

        Aus dem Wikipedia-Artikel zu Lesbians and Gays Support the Miners.

        Zweitens: Der "Zweck" der queeren Solidarität mit Palästina in Zeiten eines Genozids ist kein "Erkaufen" von einer Solidarität mit der queeren Bewegung. Palästinenser*innen müssen nicht erst mit der Regenbogenflagge schwingen, um es verdient zu haben, nicht mehr von ihren Dörfern vertrieben oder brutal ausgehungert und ermordet zu werden.

      • R.L.

        @Axotono:

        Stimmt nicht: das Wort Queer kommt ursprünglich aus der Arbeiter Gay Szene der Zeit, als die sich übe rdie Schwulen Funktionäre ärgerten, die sich in ihren Positionen einrichten wollten: sie sahen aber,dass es gegen die kapitalistische Bedrohung ( Patriarchat kommt dazu) mehr revolutionäre Bewegungssolidaritäten braucht und haben das gerade gegenüber den Bergarbeitern praktiziert, Da gab es noch keine akademische Queere Bewegung, die hat sich erst da draufhin entwickelt und mit Judith Butlers gender trouble. Heute ist die Frage nach proletarischer Bewegung erheblich erschwert, da es eine Arbeiterbewegung so nicht mehr gibt. Die Bergarbeiterstreiks waren ja einer der ihr Ende anzeigenden Abwehrkämpfe, umso wichtiger ist es immer wieder richtig zu stellen, dass der Begriff Queer eben ursprünglich einer gegen akademische Funktionäre und den Klassismus ihrer Vereinahmung von emanzipativ-revolutionär motivierten sozialen Bewegungen ist. Heute weiß das niemand mehr, weil die akademische Ebene so stark das Thema besetzt hat, aber besser als wenn es mit der Arbeiterbewegung verschwunden wäre!

  • LinksRechtsMitte

    Schöne Idee welche an der Wirklichkeit zerschellt.

    Die Autorin kämpft sichtlich mit sich, das Wunschdenken kollidiert immer wieder mit der Wirklichkeit.



    So wird weiterhin relativiert und ignoriert, dass in religiös geprägten arabischen Communities Queerfeindlichkeit einfach dazugehört, siehe den bereits in einem anderen Kommentar geposteten Schwulissimo Beitrag.



    Und selbst wenn es keine Feindseligkeit ist, ist es zumindest eine gewisse Form von Unverständnis dieser bunten und manchmal selbst für Queere wie mich überfordernden Community.

    Es ist der Wunsch der Autorin, dass "einfach mal alle" sich gegen "die da oben" vereinen, denn - das scheint das Selbstverständnis einiger Linker zu sein - es müssen ja süß Prinzip alle unterdrückten Minderheiten zusammenhalten.

    Schöner Gedanke.



    Naiv, aber ein schöner Gedanke.

  • R.L.

    Eine ganz tolle Idee ! Muss mensch sagen, dass da leider nicht von selber geschieht? Ich erinnere, dass während der Zeit des linken Transgenialen Kreuzberger CSD , der stets mit einem Straßenfest die O Straße entlang zum Rio Reiser, damals Heinrich Platz führte: da hatten die Leute vom Plenum aus den queeren Bars um das SO 36 stets im Vorfeld Leute in alle Läden in der O Str. und dem Kotti Umfeld geschickt, damit sie Fahnen mit dem LGBTI Soli Kamel aushängten: hier gibt es Schutz von Queeren gegen Gewalt, ob von Grauen Wölfen, oder der Polizei. Das Gefühl der sozial geschaffenen Sicherheit war super ! Ich habe schon lange versucht, die Leute in den Palästina Soli Kreisen und andere Minority Gruppen, dazu anzustossen: Wir brauchen endlich eine Flagge für die Menschenrechte Aller, statt Nationalflaggen, die stets auch Trauma und Hass triggern, solange patriarchal-theokratisch Autoritäre Fossile Kriegherren alles bestimmen. Befreiung gerne, aber Nation ist so was von vom Feind impregniert gegen echte Solimacht! Bisher hats noch nix gefruchtet. Manche zeigen ihren Feminismus, indem sie eben: free Sudan-free Iran- free Palestine schreiben, immerhin! Sonnenallee bräuchte auch was Neues!

    • Anette Detering

      @R.L.:

      "sie Fahnen mit dem LGBTI Soli Kamel aushängten". Davon hät ich gern ein Foto. Wo kann ich das denn bekommen?

      • R.L.

        @Anette Detering:

        www.arbeiterfotogr...-transgeniale.html

        Hier das 17. Foto zeigt so eine Fahne, die natürlich die Solidarität zwischen rosanen Kamelen und Hirschen sichtbar machte..

  • Tom Farmer

    Warum wird immer so gekämpft? War ein paar Wochen lang in Schweden und Norwegen.



    Mit welcher Selbstverständlichkeit an jedwedem Gebäude Regenbogenfahnen hängen. Entspannt, normal, cool. Immer. Nicht nur nach einem Anschlag. Einfach so, weil es gut und richtig ist. Dauerpräsenz. Inklusiv.



    Diese ganze hinweisende mitteleuropäische abwägende und achsokluge, besserwissend erklärende Art. Mich nervt das zunehmend. Hat denn immer alles eine weitere Bedeutung oder Einschränkung, oder Zusatzaussage in der dritten Analyseneben für bestimmte Personen oder Gruppen? Solidarität ist übergeordnet, nicht detailversessen.

    • Sam Spade

      @Tom Farmer:

      "Mit welcher Selbstverständlichkeit an jedwedem Gebäude Regenbogenfahnen hängen. Entspannt, normal, cool. Immer."

      Dann waren sie in Norwegen aber nicht an den Küstenregionen im Westen und Südwesten unterwegs. Wird auch der norwegische "Bible Belt" genannt. Entspannt ist in der Region für Queers rein gar nichts und Regenbogenflaggen werden sie dort vergeblich suchen. Beim nächsten Besuch statt in den queerfreundlichen Städten Oslo, Bergen, Trondheim oder auch bei uns in Tromsø einen Abstecher nach Kristiansand oder gleich mit dem Camper durch die Provinz Rogaland reisen. In der Region Stavanger z.B. bei einem Besuch in Sola kommen sie auch gleich auf Tuchfühlung mit den norwegischen Evangelikalen, die stehen ihren Namensvettern in den USA um nichts nach. Kein Zufall das die rechtspopulistische Fremskrittspartiet in dieser Provinz die stärkste politische Kraft ist. Und auch im Norden könnte ich ihnen einige Regionen nennen, wo sie besser nicht die Regenbogenflagge hissen sollten.

      Es ist hier nicht alles Gold was glänzt. Die registrierten Hatkrim Fälle im Bereich Queerfeindlichkeit machen ein Viertel der Hasskriminalität in Norwegen aus. 2025 waren es 285.

      • Tom Farmer

        @Sam Spade:

        Danke für den Exkurs.



        Meine Hauptaussage im letzten Absatz sehe ich null geschmälert.

        • Sam Spade

          @Tom Farmer:

          Das war ja auch gar nicht meine Absicht dahinter.

          Es ist nur so wenn Skandinavien zum Vergleich herangezogen wird, dann meist mit einem zu beschönigenden Bild.

          Diese Art Verklärung finde ich auch in vielen Artikeln der taz, wenn Skandinavien wieder einmal als Vorbild dienen soll. Für den Wohlfahrtsstaat mag das gelten, aber nicht für die Zustände innerhalb der Gesellschaft.

          Proportional gesehen ist bei einem Vergleich der Kriminalstatistik zwischen Norwegen und Deutschland die Hasskriminalität in Norwegen höher als in Deutschland. Gleiches gilt für die Fälle häuslicher Gewalt und sexueller Übergriffe.

          Das Queers wie auch Frauen in den größeren Städten relativ unbehelligt leben können lässt eben noch keine Rückschlüsse zu über die Gesamtsituation im Land.

          Die Themen Muslimfeindlichkeit und Antisemitismus spreche ich jetzt gar nicht erst an, das würde ausufern.

          Darauf wollte ich lediglich hinweisen.

  • Šarru-kīnu

    Solidarität ist fast immer auch transaktional. Hilfe wird in der Erwartung geleistet, im Notfall selbst Unterstützung zu erhalten (z. B. in Sozialsystemen oder Versicherungsmodellen).



    Die Autorin sucht hier im Text ja jetzt auch selbst aktiv nach Solidarität eines Milieus, dem sie selbst gegenüber vorher solidarisch war und erkennt jetzt da kommt aber nur dröhnendes Schweigen.

  • Chris McZott

    Die Ideen dass Migranten weniger queerfeindlich als die Alteingeborenen sein sollen, ist nunmal rassistisch und vorallem falsch. Genauso falsch ist übrigens die Idee, dass Queere weniger rassistisch seien als der Rest. Die Vereinnahmung der Queeren durch das linke Spektrum mag zwar dort folgerichtig erscheinen, hat aber auch seine Tücken.

    Die Menschen sind nunmal gleich. Und zwar überall.

    • Powow

      @Chris McZott:

      Haha. Leider guter Punkt. Es gibt sogar schwule Nazis.

  • Zippism

    Natürlich muss der CSD geschützt werden. Und natürlich ist der Täter für den Anschlag verantwortlich. Aber vielleicht sollte die queere Szene auch einmal über die eigenen politischen Widersprüche sprechen.

    Man kann nicht einerseits für eine offene Gesellschaft demonstrieren und andererseits Bewegungen hofieren, in deren politischen und religiösen Milieus Homosexualität keineswegs als selbstverständlicher Bestandteil dieser offenen Gesellschaft gilt. „Queers for Palestine“ halte ich deshalb für einen politischen Irrweg: Solidarität mit palästinensischen Zivilisten ist das eine, sich mit politischen Bewegungen zu identifizieren, deren Weltbild mit queeren Freiheitsrechten kollidiert, etwas völlig anderes.

    Und nein, daraus folgt nicht, dass „Queers for Palestine“ für diesen Anschlag verantwortlich wäre. Das wäre genauso absurd wie der Versuch, jede Kritik an Islamismus als rassistisch abzutun.

    Wer queeres Leben wirklich schützen will, sollte allerdings konsequent sein: gegen Rechtsextremismus, gegen Islamismus und gegen jede andere Ideologie, die individuelle Freiheit und sexuelle Selbstbestimmung einschränken will.

  • Suryo

    „ Von Anfang an war für mich und viele rassifizierte, migrantische oder muslimische Queers klar, dass wir uns manchmal schützend vor Gruppen stellen, von denen wir nicht garantieren können, dass sie dasselbe für uns tun würden.“

    Würde irgendwer auch nur auf den Gedanken kommen, sich manchmal schützend vor Rechtsextremisten oder fanatische Evangelikale zu stellen?

    • Land of plenty

      @Suryo:

      Warum sollte ich auf so eine Idee kommen?

      • Suryo

        @Land of plenty:

        Keine Ahnung, fragen Sie Yaghoobifarah, für die das von Anfang an klar war. Für mich nicht. Ich bin nicht solidarisch mit Islamisten oder anderen Leuten, die mich aus Ideologie, Glauben, Tradition oder Ehre umbringen wollen.

    • Residente

      @Suryo:

      Selbstverständlich. Wenn etwa meine israelischen und jüdischen Brüder und Schwestern antisemitisch angegangen werden verdienen und bekommen sie diesen Schutz, auch wenn sie beispielsweise die rechtsextreme israelische Regierung wählen oder befürworten. Hier gilt es zwischen jemandes Gesinnung, für die jeder gleich hart kritisiert gehört, und jemandes Herkunft und Kultur, die niemals Grundlage von Kritik sein kann, zu unterscheiden.

      • Harmonie ist eine Strategie

        @Residente:

        "[...]Herkunft und Kultur, die niemals Grundlage von Kritik sein kann [...]". Das finde ich argumentativ ziemlich wackelig. Herkunft ist klar, aber Kultur? (Abweichende) Sexualität unterdrückender Katholizismus oder homophober Protestantismus, menschenfeindliche Arbeitsethik, Hang zum Autoritarismus, Tradition schrecklicher Wurstwaren, um nur ein paar Beispiele deutscher Kultur zu nennen. Fügen sie bitte eine negative kulturelle Ausprägung aus anderen Ländern ein: natürlich darf das kritisiert werden. Und: Kultur prägt, aber Menschen wählen in einem gewissen Rahmen ihre Werte und ihr Verhalten. Sonst sähe es um die Menschlichkeit noch schlechter aus

        • Residente

          @Harmonie ist eine Strategie:

          Sie haben völlig Recht, die Formulierung hat mich beim zweiten Lesen ebenfalls gestört. Natürlich müssen und können kulturelle Praktiken auf einer gesellschaftlichen Ebene analysiert und kritisiert werden. In meinem Ausgangspost fehlt in dem Satz die Konkretisierung "persönliche Kritik" um klarzustellen, dass es für mich inakzeptabel ist Menschen in der Art des Ausgangsbeitrags über einen Kamm zu scheren und ihnen, anhand von Vorurteilen, kollektiv Beistand zu entziehen oder zuzustehen.

      • Suryo

        @Residente:

        Da haben Sie aber sehr elegant die sofortige Verknüpfung von Rechtsextremismus und Israel hingekriegt. Die Sonnenallee wäre stolz auf Sie. Sie wissen schon: die Straße, wo man sich am 7. Oktober ganz untransaktionell mit den Israelis solidarisch zeigte.

        • Residente

          @Suryo:

          Die "Verknüpfung von Rechtsextremismus und Israel" haben die Wähler und Wählerinnen in Israel hergestellt, indem sie eine rechtsextreme, kriegsverbrecherische Regierung (wieder)gewählt haben. Dafür sind sie, wie oben erwähnt, hart zu kritisieren. Gleiches gilt für die Bewohner der Sonnenallee wenn sie Aktionen der Hamas bejubeln. Trotzdem verdienen natürlich beide Gruppen unsere Solidarität und unseren Schutz, wenn sie rassistisch, islamophob oder antisemitisch angegriffen werden. Ich weiß nicht was daran so kompliziert ist.



          Vielleicht hilft ein anderes Beispiel, dass Sie etwas weniger triggert: Jens Spahn gehört für seine politischen Ansichten und seine Korruption so hart kritisiert, wie es der demokratische Diskurs zulässt, wenn er aber homophob angegangen wird verdient und bekommt er meine Solidarität dagegen.

          • Suryo

            @Residente:

            Ausgerechnet als Deutscher bei "Rechtsextremismus" sofort auf Israel zu kommen anstatt auf Deutschland, ist meiner Meinung nach nicht mehr normal.

            • Residente

              @Suryo:

              1. Wie kommen Sie darauf ich wäre Deutscher?



              2. Haben Sie inhaltlich wirklich gar kein Argument mehr?



              3. Haben Sie den Artikel und das Zitat, dass Sie in die Diskussion eingebracht haben im Kontext gelesen und verstanden?

        • Janix

          @Suryo:

          Lesen Sie noch mal Ihren Eingangspost oben, der könnte den Hinweis von Residente erklären helfen.

  • Sybille Bergi

    Statistisch gesehen ist die Allianz leider sehr unwahrscheinlich. Schwulissimo hat dazu einen interessanten Artikel gebracht Ende letzten Jahres:



    schwulissimo.de/ne...t-starkes-gefaelle

    • rero

      @Sybille Bergi:

      Danke für den überaus spannenden Link.

      Nach dem wären verschiedene Narrative auch zu Homophobie schlicht falsch.

  • Anette Detering

    "Eine schöne Geste wäre es trotzdem, wenn die nichtqueeren Teile der Sonnenallee allen potenziellen Anfeindungen zum Trotz unser Symbol tragen würden." - Lass uns doch einfach den Anfang machen, liebe Hengameh, ich bringe Regenbogenfahnen mit und wir hängen sie bei ein paar Bekannten von dir auf der Sonnenallee aus dem Fenster. - Machst du mit?

    • Ohne_Mitte_geht_nix

      @Anette Detering:

      Wäre es nicht viel besser, Sie würden zusammen die deutsche Fahne aus dem Fenster hängen? Und wäre es nicht auch ein Stich ins Herz jedes AfD Anhängers, wenn auf Pride Demos die deutsche Fahne gezeigt würde, anstatt nur immer die Regenbogenflagge, mit der ebenfalls eine Abgrenzung gegenüber anderen gezeigt werden soll.

      • warum_denkt_keiner_nach?

        @Ohne_Mitte_geht_nix:

        Das würde der AfD Anhänger dann wohl eher als Missbrauch werten.

        Im Übrigen wäre es vielleicht allgemein besser, wenn weniger Fahnen geschwenkt würden...

  • ToMuch

    Manche möchten vielleicht einfach nur schwul/lesbisch/whatever sein, ohne großen Zirkus? Einfach nur ihr Leben privat leben und nicht mit Flaggen auf ihr „Anderssein“ hinweisen, da sie nicht anders sind.

    • Powow

      @ToMuch:

      Und genauso deswegen sollte ne regenbogenfahne halt auch völlig normal sein.

  • Janix

    Es soll ja Menschen geben, die sogar keinerlei Fahne mal eben bei sich zuhause haben.



    Einige auch, die bewusst von der Straße gedrängt wurden.

    Gleichwohl sollten Christen, Atheisten, Muslime, Juden, Pastafaris & Co. gerne immer wieder klarmachen, dass das Liebesgebot o.ä. auch für Homosexuelle gilt.



    Wer der Meinung ist, irgendjemand oben wolle das bestraft sehen, kann das einfach diesem Jemand im Jenseits überlassen. Ok?



    Bis dahin universal für gleiche Rechte! Und gegen die Ungleichheitspredigers.

    • R.L.

      @Janix:

      Ich finde seit ein paar Jahren, also seit nach dem 7. Oktober 23, dass wir terrestrisch gesehen, gegen die Rechte recktionäre Welle eine Flagge für die Menschenrechte ALLER brauchen, die von mir aus die meisten Nationalflaggen meist ersetzen sollten, damit wir uns als Menschheit gegen die Entdemokratisierung und die Tranbsformation von Kapitalismus& Patriarchat gegern Gewaltherrschaftsformen jeglicher Art eine Menschheitliche Identifikation überhuapt erstmal schaffen. Das ist evolutionär nötig und fehlt.

  • Axotono

    Entschuldigung, ich schätze Hengamehs Kommentare und Schaffen sehr, aber dies fällt leider selbst in die Kategorie Romantisierung. Die erhoffte gegenseitige Solidarität ist schlicht Wunschdenken, in der Realität ist sie eine Einbahnstraße. Wer Opfer von Rassismus ist, ist nicht automatisch ein besserer Mensch, das auszublenden einer der größten Fehler der Linken seit jeher. Solidarität mit queerem Leben braucht vor allem klare Benennungen der Verhältnisse ohne falsche Allianzen.

    • Suryo

      @Axotono:

      Aus der Sicht vieler deutscher Linker sind Migranten irgendwie Kinder, die zum einen besonderen Schutzes bedürfen, zum anderen nicht so richzig für ihre Worte und Taten verantwortlich gemacht werden können. Es ist letztlich eine paternalistische, bevormundende Sicht.

      • Chris McZott

        @Suryo:

        Paternalismus ist noch eine wohlwollende Bezeichnung. Rassismus wäre als Diagnose aus meiner Sicht angemessener, "white savior"-Rassismus um genau zu sein. Man muss die jeweils anderen für kollektiv rangniedriger halten, um zu meinen, diese bevormunden zu können

        Eine weitere Interpretation wäre - wenn es sich selbst um migrantische Kommentare handelt - ganz klassischer Nationalismus. Man verteidigt den eigenen Stamm gegen die bösen anderen...

  • Olav Parnem

    "Medial und politisch werden sie zur Projektionsfläche für rassistische Erzählungen über eine konservativ-muslimische Parallelgesellschaft, die Hochburg der Clankriminalität sei"...

    Weil die Sonnenallee natürlich keine massive Ansammlung von konservativ? NEIN! islamistisch geprägter Parallelgesellschaft beheimatet?



    Dass da hunderte Migranten mit und ohne deutschen Pass auf der Straße offen Süßigkeiten verteilt und gejubelt haben, als ihre Brüder in Israel mehrere TAUSEND Israeli auf WIDERLICHSTE WEISE vergewaltigt und abgeschlachtet haben, das ist ja alles nur Nazi-Propaganda.

    Klar doch. Trallala, alle sind lieb.

    • aujau

      @Olav Parnem:

      Man sieht nicht gern die eigene Community als Träger von Problemen, welche man Anderen gerne vorwirft.



      Dies führt im Extremfall zu einem Vorwurfs-und Vergeltungspingpong, der im Nahen Osten beobachtet werden muss. Gewinner dabei ist sowohl in der Sonnenallee als auch in der queeren Community als auch sonst wo: NIEMAND.

      • rero

        @aujau:

        Aber wir spielen in der Sonnenallee kein Gewinnerpingpong.

        Dazu gibt es dort nicht genug Juden.

        Es geht um das Bejubeln eines Massakers.

        So, wie ich Ihre Kommentare in der Taz erlebt habe, bin ich mir sicher, wären Opfer und Täter andere Gruppen, würden Sie nicht mit Pingpong um die Ecke kommen.

        • aujau

          @rero:

          Einen hab ich noch: Sagte ich schon, dass ich antisemitische Pogrome nicht als Befreiungsinstrument sehe und die Hamas für einen extrem üblen Verein halte? Dazu gibt es auch Kommentare, so ab 07.10.23 ungefähr.

        • aujau

          @rero:

          Es liegt mir fern, das Massaker und sein Bejubeln zu relativieren. Auch dies sollten Sie in meinen Kommentaren sehen können.



          In weiteren Kommentarspalten zum Nahostkonflikt finden Sie ein PingPong mit Fakten zum Nahostkonflikt, seinen Kriegen und Akteuren. Darauf wollte ich hinaus.

  • axiom

    "Die Feindseligkeit gegenüber LGBTIQ-Personen zieht sich durch die gesamte Gesellschaft. Rechtsradikale Anti-Pride-Demos oder der islamistische Anschlag auf den CSD zeigen ihre vernichtungslustigen Dimensionen."

    Hier muss man wohl mal auf die Bremse treten.



    Auch wenn sich diese Feindseligkeit durch die Gesellschaft zieht wie Dreckschlieren, so ist doch nicht jeder der Gesellschaft davon beschmutzt. Aber so ganz plötzlich wird man durch zwei Sätze, die nebeneinanderstehen, in den Dreck reingezogen.

    Nein, ich habe nichts gegen Leute, die sich als LGBTIQ-Personen definieren.



    Ich möchte aber die (meine ) Normalität behalten dürfen, keine nackten Fahradfahrer oder schrillen Clowns ertragen zu müssen, die mir ungebeten was vor die Nase halten.

    Ich weiß,das hört sich ganz "unlinks" an, aber zügellose Freiheit kann auch eine Art von Nötigung werden.



    Auch von einer A.Grande oder sonstigen Nacktstars aus Amerika möchte ich nicht ständig was vor die Nase gehalten bekommen.

    • Waldreamer

      @axiom:

      Mein Tipp: Veranstaltungen, mit denen man nicht viel anfangen kann, einfach weiträumig umgehen.

    • Desdur Nahe

      @axiom:

      Ansätze fehlender Differenzierung im Artikel nach dem Motto "Wer nicht für uns ist, ist gegen uns".



      Aber "Nicht für uns" kann bedeuten "Ist mir egal/lass mich damit in Ruhe", "ich mag die nicht" bis hin zu "Ich will die töten".



      Selbst TeilnehmerInnen an Anti-Pride-Demos sind weit entfernt von der Kategorie Mensch, bei der dann z. B. jemand abgestochen, erschlagen oder mit einem Auto überfahren wird.

    • Suryo

      @axiom:

      "... keine nackten Fahradfahrer oder schrillen Clowns ertragen zu müssen, die mir ungebeten was vor die Nase halten."

      Die Nackt-Radler-Demo gestern war nun wirklich eher heterosexuell.

      Im übrigen kann man der konservativste, langweiligste Schwule sein - in einigen Straßen bzw. Gegenden hilt einem das gar nicht. Man kann einfach nicht dort langgehen und sich als Paar zeigen und dabei nichts befürchten müssen. Das gilt für die Sonnenallee ebenso wie für manche Dorfallee in Ostdeutschland.