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Kreml rückt ab von „Spezialoperation“Plötzlich Krieg

Kommentar von

Barbara Oertel

Den Krieg gegen die Ukraine als solchen zu bezeichnen, wurde in Russland bislang hart bestraft. Nun macht der Kreml eine rhetorische Wende – aus Gründen.

B islang bemühte der Kreml stets den Begriff „militärische Spezialoperation“, wenn es um Moskaus völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Ukraine ging. Wer in Russland in diesem Zusammenhang das Wort „Krieg“ in den Mund nahm, erhielt im besten Fall eine Geldstrafe, wenn er oder sie nicht gleich im Gefängnis landete. Doch jetzt hat diese euphemistische und realitätsverleugnende Bezeichnung offensichtlich plötzlich ausgedient. Kremlsprecher Dimitri Peskow sprach am Wochenende erstmals davon, dass sich die „Spezialoperation“ zu einem „echten Krieg“ entwickelt habe.

Die neue Formel ist mehr als eine sprachliche Petitesse, wie die offizielle Begründung zeigt. Denn schuld an diesem Krieg sind laut Peskow, wie könnte es auch anders sein, die westlichen Staaten, die Kyjiw dabei unterstützen, Ziele auf russischem Territorium ins Visier zu nehmen. Leider gehöre auch Washington dazu.

Das verbale Manöver zum jetzigen Zeitpunkt kommt nicht von ungefähr. Denn adressiert werden sowohl die einheimische Bevölkerung als auch das „dekadente westliche“ Ausland. Dieser brutale Krieg, der bislang nicht so genannt werden durfte, ist längst auch in Russland angekommen. Die Zeiten, in denen ein Großteil der Rus­s*in­nen sich dem Irrglauben hingeben konnte, mit dem Feldzug gegen den Nachbarn nichts zu tun zu haben, sind vorbei. Schon jetzt beginnt in Russland eine weitere, wenn auch noch verdeckte Mobilisierung.

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Auch die Botschaft an das Ausland ist unzweideutig. Schließlich sitzen, so der Befund des Kreml, die wahren Kriegstreiber in Berlin, Oslo oder Paris. Ergo gilt es wieder einmal, militärisch zu drohen und vielleicht in den baltischen Staaten die Nato auszutesten.

Noch absurder wird es jedoch, wenn der Kreml behauptet, militärisch verlaufe alles nach Plan, und dabei auf die Einnahme der Stadt Kostjantyniwka im Gebiet Donezk verweist – was bislang nicht bestätigt ist. Offensichtlich setzt der Kreml weiter darauf, zu blenden und „potemkinsche Dörfer“ zu errichten. Wie lange Putin seinen Landsleuten diese Märchen noch verkaufen kann, wird sich zeigen.

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Barbara Oertel Ressortleiterin Ausland

Geboren 1964, ist seit 1995 Osteuropa-Redakteurin der taz und seit 2011 eine der beiden Chefs der Auslandsredaktion. Sie hat Slawistik und Politikwissenschaft in Hamburg, Paris und St. Petersburg sowie Medien und interkulturelle Kommunikation in Frankfurt/Oder und Sofia studiert. Sie schreibt hin und wieder für das Journal von amnesty international. Bislang meidet sie Facebook und Twitter und weiß auch warum.
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46 Kommentare

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  • Genau mein Humor. Der Krieg könnte schon morgen vorbei sein, wenn Putin seinen Soldaten befiehlt, ihre Stellungen zu räumen und ukrainisches Territorium zu verlassen.

    Aus Berlin, Oslo oder Paris wurde russischen Truppen nicht der Befehl gegeben, in die Ukraine einzumarschieren.

  • Ich finde es immer noch erstaunlich wie viele so tun als ob der "Westen" Russland angestiftet hat dazu und man nur diplomatisch auf Russland zu gehen muss.



    Was die AfD und BSW Wähler damit meinen ist, Russland kann die Ukraine haben, mir doch egal was mit denen passiert. Gebt mir mein billiges russisches Gas zurück.



    Russland hat immer noch kein Interesse den Krieg mit einem Kompromiss zu beenden. Und die Bevölkerung spielt immer noch mit. Selbst die hier lebende. Und so lange muss der Druck militärisch und ökonomisch aufrecht erhalten werden

    • @Duplozug:

      Wie jetzt "Kompromiss"? Soll Russland für das Anzetteln des Krieges auch noch belohnt werden? Gut, werden die USA ja auch immer wieder, aber muss sollte man nicht mal damit aufhören, das Böse auch noch zu belohnen?

  • >militärisch verlaufe alles nach Plan<

    Die geplante physische Vernichtung hunderttausender russischer Soldaten. Dieser Plan ist dann einfach irre.

  • Des Rätsels Lösung ist doch recht einfach: Putin braucht eine Generalmobilisierung, um weiter Kanonenfutter für den Donbass generieren zu können. Wie das ein kenntnisreicher Analyst unlängst geschrieben hat: "Die Vollidioten, die bereit sind für Geld zu sterben, gehen aus." Aber eine Mobilisierung, die ja nichts anderes ist als eine Zwangsrekrutierung für eine "Militärische Spezialoperation"? Da muss man vorher schon einen Krieg draus machen.

    • @Andreas Lobe:

      Da wird doch über Wehrpflicht schon lange zwangsrekrutiert?!

      • @Matt Olie:

        Meines Wissens setzt Russland in der Ukraine sog. Freiwillige ein, wohl auch um die russische Bevölkerung halbwegs bei Laune zu halten.

  • Nun ja, wenn Putin von diversen nicht erfolgten Erfolgen schwadroniert, muss er das wohl von irgendeinem gelernt haben…

    • @Stefan Schmitt:

      Muss er? Und?

      • @Matt Olie:

        Kann er? Wie?

        • @Stefan Schmitt:

          Und - was wollen Sie uns damit sagen?

  • Soll das auf dem Foto einen Heiligenschein darstellen?

  • Zelenskyy hat immer wieder Gespräche angeboten, Waffenstillstände etc. Putin will nicht, er will diesen Krieg. Wer Frieden will muss entweder Russland zerstören oder Putin aus dem Verkehr ziehen. Der einfachste Weg zu nachhaltigem Frieden ist die Ukraine zu unterstützen Russlands Öl und Rüstungsindustrie zu zerstören und gleichzeitig ethnische Minderheiten gegen den Zentralstaat aufzustacheln. Wenn Russlands Wirtschaft kollabiert und die Kolonien sich befreien. Gibt es eine Chance das Russland ein normales Land wird mit dem man im Frieden leben kann.

  • Hui, geht jetze die Paddy etwa richtig los ?

  • Eine "Militärische Spezialoperation" lässt sich fortsetzen oder auch beenden, ein Krieg hingegen nur gewinnen oder verlieren.



    .



    Die von Putin gewählte Formulierung hat lange - auch nachdem die NATO die russische Forderung nach Verhandlungen über eine künftige Sicherheitsarchitektur VOR dem Krieg zurückgewiesen hatte - Russland semantisch die Möglichkeit eröffnet, gesichtswahrend aus der Sache herauszukommen.



    .



    》Fast jeder dritte Euro für Panzer und Drohnen



    .



    Der Haushaltsentwurf der Bundesregierung beinhaltet eine beispiellose Ausweitung der Militärausgaben.《 titelt die ZEIT vor drei Tagen www.zeit.de/politi...-ausgaben-ruestung



    .



    Und der Tagesspiegel vor 2h: 》Kanadas U-Boot-Kauf ist erst der Anfang:Am Nato-Gipfel verdient die Rüstungsindustrie prächtig



    .



    Kanada kauft deutsche U-Boote. Parallel geht Deutschland mit einem Rekord-Wehretat beim Nato-Gipfel auf Einkaufstour. Weil es so schnell gehen muss, kann die Industrie bei den Preisen zulangen.《 www.tagesspiegel.d...htig-15807208.html

    • @ke1ner:

      Russland hat Teile der Ukraine annektiert und betreibt in den besetzen Gebieten die systematische Vernichtung der ukrainischen Kultur. Das sind nicht die Handlungen von jemandem der sich bedroht fühlt sondern eines Faschisten auf Eroberungszug.

    • @ke1ner:

      Und was ist der Punkt? Russland hat die Krim annektiert und die Ukraine angegriffen. Was soll es vor dem Krieg zu verhandeln gegeben haben? Wie Russland ohne zu hohe Entschädigungskosten die Krim zurückgeben kann?

    • @ke1ner:

      Zusammengefasst hat Russlands Krieg gegen die Ukraine also quasi alles bewirkt bzw. beschleunigt wovor Putin die NATO bzw. den Westen eigentlich immer gewarnt hat.



      Hätte er die Ukraine nicht angegriffen würde sich die Bundeswehr weiter kaputtsparen und alle NATO Länder hätten sich weiterhin auf Kosten der USA ausgeruht. Nicht zu vergessen die Erweiterung des Bündnisses durch zwei Länder, die eigentlich neutral waren.

      Entweder hat Putin schlechte Sicherheitsberater oder er ist schlichtweg einfältig.

      • @DocSnyder:

        Ihre Argumentation ist nachvollziehbar, aber gegenüber dem Angesprochenen zwecklos - der Betreffende betreibt shon seit über 4 Jahren Putin-Apologetik a la „der böse Westen“ (anders kann man das nicht nennen).

    • @ke1ner:

      Wenn ein Staat einen Krieg nur noch führt, weil der Führer sonst sein Gesicht verliert, spricht das nicht für eine besonders verantwortungsvolle Grundhaltung dieses Staates.

      • @Suryo:

        Das Ziel war es die Ukraine, Transnistrien ( und damit Moldawien ) , und ggf. das Baltikum zurückzubekommen.

        In groben Zügen stünde damit wieder die alte UdSSR in Ihren Grenzen!

        Als die Transnistrischen Separatisten um Hilfe in Russland baten, sprang halt Moldau Rumänien zur Seite.

        Die De-facto-"Volksrepubliken" Donezk, Luschetsk etc.



        findet man bis dato ja immer noch - dort lässt sich der erwünschte, und zu erreichende, Vorgang relativ gut nachlesen.

  • Destruktiv und perspektivlos, leider nach wie vor unterstützt von der russischen Bevölkeriung.

  • Die Russen leben auch nicht hinterm Mond. Auch wenn westliche Medien gesperrt sind und bei RUSSIA TODAY Potemkinsche Dörfer nonstop verkauft werden, die Russen wissen schon was Sache ist. Auch in der DDR waren Westmedien verboten und trotzdem hatten wir es nahezu flächendeckend... 🤷



    Es ist den Russen nur schlicht egal bisher. So lange es den eigenen Alltag nicht bedrückt, egal.



    Das russische Mindset zu Krieg ist nicht mit dem Deutschen zu vergleichen. In Russland herrscht eine andere Grundhaltung in der Bevölkerung.



    Diese 1 zu 1 Ummünzung von Moral- und Ethikansprüchen europäischer Denkweise auf Russen stiftet nur eine Erwartungshaltung hierzulande bezüglich einer russischen Zivilgesellschaft die doch bald aufbegehren möge, die nicht realistisch ist.



    Jetzt aber kursieren Bilder aus Russland von kilometerlangen Staus vor Tankstellen...



    Dazu Mondpreise bei Kartoffeln.



    Wenn Sprit und Vodka knapp werden, da droht dem Kreml wirklich Ungemach.



    Das ist Russlands einzige Flanke.



    Die Ukraine setzt endlich da an, wo sie Russland wirklich schaden kann.



    Weiter so.

    • @Astrid Sehnefeld:

      So grundverschieden ist das Mindset aber auch nicht.



      Etwas mehr Moral haben wir im Westen, allerdings hat das auch einen ganz simplen Grund: Lebensstandard.



      Wenn der bei uns sinkt, dann ist auch die Moral recht schnell dahin. Das erstarken der AfD ist zu einem großen Teil wirtschaftlich verursacht. Wenn den Leuten plötzlich das Geld (+Sprit, Wodka, Kartoffeln) ausgeht dann gilt auch bei uns "jeder ist sich selbst der Nächste". Klar wird das von Extremisten noch mal zusätzlich angeheizt, aber die Grunderzählung stimmt ja: die einfachen Leute werden immer ärmer, die Superreichen immer reicher. Und ja: die Armen merken das. Jeden. Einzelnen. Euro.

  • Egal, wie man es nennt, ein Waffenstillstand ist dringend erforderlich. Es ist ein Fleischwolf, der viele Menschenleben zerstört und uns allen schadet.

    Ein Tipp, wie man sich bei aller Desinformation klarmachen kann, wo der Krieg hauptsächlich stattfindet, nämlich an der Front, ist die Nasa-Karte zu aktuellen (Wald-Bränden). Richtung Ukraine zoomen und man erkennt sofort, wo die aktiven Fronten verlaufen.

    Zum Beispiel so:



    firms.modaps.eosdi...ys;@37.6,48.1,6.8z

    • @Deutschfranzose:

      Russland könnte den Krieg noch heute beenden, wenn es wollte.

    • @Deutschfranzose:

      "ein Waffenstillstand ist dringend erforderlich. "



      Putin hat vorletzte Woche seinem Hofreporter Sarubin ein längeres Interview gegeben, indem er alle möglichen Dinge abgelehnt hat, immer mit der Begründung, sinngemäß, die Ukrainer wollen das nur, weil sie aus dem letzten Loch pfeifen, die Armee kurz vor dem Zusammenbruch steht, während die russischen Truppen zuverlässig und stetig auf der ganzen Frontlinie vorrücken. Aus dem Interview ergeben sich folgende, von Putin abgelehnte Angebote, die Ukrainer auf diplomatischem Wege übermittelt haben:



      -Waffenstillstand an der gesamten Frontlinie



      -alternativ Waffenstillstand an der gesamten Frontlinie außer in den Gebieten, die Russland offiziell annektiert hat (d.h. Beendigung der Kampfhandlungen in den Gebieten Charkiv, Tschernigiv, Dnepropetrovsk)



      -gegenseitiger Verzicht auf Angriffe auf die Energieinfrastruktur des Gegners



      -alternativ genereller gegenseitiger Verzicht auf Angriffe mit Raketen und Drohnen hoher Reichweite



      Das alles hat Putin abgelehnt. Dabei nähert sich der Zeitpunkt, an dem ein Waffenstillstand keine Konzession der russischen Seite mehr wäre, sondern der ukrainischen. Vielleicht ist er schon da (siehe Krim).

    • @Deutschfranzose:

      Es sollten womöglich Alarmglocken läuten, wenn Russland aus einer Spezialoperation in der Ukraine nun offiziell einen Krieg mit Verursachern außerhalb der Ukraine macht.

      • @EDL:

        =>?

        Wir sollten diese alberne Täter-Opfer-Umkehr nicht mitmachen.

        Gegen ein Eurasien von Wladiwostok habe ich durchaus etwas einzuwenden.

      • @EDL:

        Ja.

      • @EDL:

        Mit der Definition Krieg lässt es sich leichter mobilisieren. Nur mit Nordkoreanern oder Afrikanern lässt sich eine militärische Spezialoperation wohl nicht gewinnen.



        Unglaublich wielange der Angriffskrieg der Russen gegen die Ukraine nun schon geht.



        Wahrscheinlich sagt Putin 2032 immer noch, dass alles nach Plan verläuft und alle Ziele planmäßig erfüllt werden.

      • @EDL:

        Das Läuten von Alarmglocken wären doch schon Kriegstreiberei...

  • Die Kriegstreiber sitzen in Brüssel, Paris, Berlin etc.? Was ein Schwachsinn!

    Bloß doof, dass die westlichen Regierungen hart und auf Kosten ihrer Bevölkerungen daran arbeiten, das wahr zu machen. Die ach so lieben westlichen Staaten, die, was die Menge an völkerrechtswidrigen Angriffskriegen angeht, Russland ja nicht nachstehen, rüsten ihre Wirtschaften und Bevölkerungen kaputt. Auf "unserer" Seite würde man ein solches Verhalten beim Feindbild Russland ganz klar als Drohung ansehen.

    Nicht dass jemand glaubt, ich gehöre zu den Russlandkuschlern. Gar nicht. Aber man sollte sich schon mal in die Rollen des anderen versetzen, um zu sehen, wie bestimmte Aktionen bei ihm ankommen. Das tut auch in persönlichen Beziehungen gut. Und was Politik angeht, ist das eine geheimnisvolle in Vergessenheit geratene Vorgehensweise namens "Diplomatie". Kennt heute natürlich keiner mehr.

    • @Jalella:

      Naja, es liegt ja auf der Hand, dass nach der Ukraine noch viele andere, ehemalige Sowjetgebiete nach russischer Lesart förmlich darauf warten wieder "heim"geholt zu werden.

      Das Baltikum, Karelien, die osteuropäische Tiefebene bis zu den Karpaten, Zentralasien...

      Und darunter nicht einige NATO-Mitglieder.

      Das sind alles ehemalige Bestandteile des "Glacis" der Sowjetunion, mit dem die Russen ihre irrationale Angst vor einer Eroberung aus dem Westen beruhigen wollen.

      Man mag den Russen zugestehen, dass sie mehrfach Invasionen erdulden mussten, unter Napoleon und zuletzt unter Hitler.

      Dass aber die Länder der ehemaligen Sowjetunion und des Warschauer Pakts, speziell die baltischen Staaten die Aufnahme in die NATO vor allem aus schlechten Erfahrungen mit russischer Expansion angestrebt haben, kommt im russischen Bewusstsein schlicht nicht vor.

      Kein Wunder, nach russischer Lesart haben sich Satellitenstaaten ja auch gefälligst zu fügen und keine eigene Meinung zu haben.

    • @Jalella:

      Mir fällt es schwer, mich in die Rolle Russlands zu versetzen. Deutsche Truppen stehen nicht in feindlicher Absicht in einem Nachbarland.

    • @Jalella:

      Niemand arbeitet hart daran, das wahr zu machen. Die europäischen Staaten, abgesehen von Frankreich, bauen ihre Armeen zur Landesverteidigung um. Da wird nirgendwo Angriffskrieg geführt (vor allem gegen wen den?).

      " rüsten ihre Wirtschaften und Bevölkerungen kaputt." Verteidigungsausgaben wie zu Brandt's Zeiten rüsten in Deutschland weder die Wirtschaft noch die Bevölkerung kaputt. Wir haben in Deutschland Probleme, weil wir technische Erneuerungen verschlafen haben und die Chinesen aufgeholt haben und uns erst aus dem chinesischen Markt gedrängt haben und jetzt globale Konkurrenz machen. Dazu kommt der demographische Wandel, alte Leute kosten sehr viel Geld, produzieren aber sehr wenig.

    • @Jalella:

      In welche Rolle sollte man sich denn versetzen und welche Aktionen meinen Sie denn genau, die bei irgendjemandem ankommen?



      Ich hoffe Sie bedienen nicht das immer wieder gebrachte russische Narrativ, dass Russland gar nicht anders konnte als Ukrainer abzuschlachten, weil die NATO ja quasi kurz vor dem Einmarsch in das große russische Reich war. Unglücklich für Russland, dass die NATO grad deshalb nochmal expandierte und lange neutrale Länder um Aufnahme baten.



      Ich denke niemand in Europa hat irgendein Interesse daran sich auch nur einen Quadratmeter von Russlands Territorium einzuverleiben. Erst nach Russlands Angriffskrieg wurden die europäischen Staaten quasi genötigt mehr für Verteidigung auszugeben. Alles anderes wäre fahrlässig.

      Und was die von Ihnen so geheimnisvoll genannte Diplomatie angeht. Wann hat Russland unter Putin denn jemals Interesse an Diplomatie gehabt. Nacht für Nacht zeigt der Despot durch das Töten von Zivilisten was er davon hält. Es gibt gar keine Grundlage auf der man mit ihm reden könnte. Was wurde nicht alles versucht. Für Putin heißt Diplomatie, dass die Ukraine alles aufgibt und unter russischer Knechtschaft lebt.

      • @DocSnyder:

        >Ich denke niemand in Europa hat irgendein Interesse daran sich auch nur einen Quadratmeter von Russlands Territorium einzuverleiben.<

        Es geht nicht um russisches Staatsgebiet sondern um russische Einflusszonen. Da muss man wohl zugeben, dass der Westen objektiv versucht, Russland Einflusszonen wegzunehmen: Moldawien, Armenien, Belarus, Serbien, Georgien.

        Kostet viel Geld und ist einer Verständigung sicher nicht förderlich. Zuschussgeschäfte wie z. B. Moldawien könnte man auch den Russen überlassen.

        • @test_name:

          Sie machen den üblichen Fehler, indem Sie Russland gewissermaßen ein Recht auf eine Einflusszone zubilligen.



          Warum möchten denn Länder wie Moldawien, Armenien, die Ukraine usw. der russischen Einflusszone entgehen? Weil die NATO sie mit Waffengewalt dazu zwingt?



          Ich denke nicht.



          Sind es nicht vielmehr die Russen, die Schwierigkeiten haben, nationale Souveränitäten zu respektieren?

  • Wäre bei uns auch keine Petitesse, wenn wir morgen im Spannungsfall aufwachten.

    • @economista:

      Gerade in Deutschland hat der größte Teil der Bevölkerung den Ernst der Lage nicht verstanden und glaubt immer noch, dass das Ganze eine Petitesse sei. In den baltischen Staaten, Polen, Schweden und Norwegen sieht es ganz anders aus. Auf Gotland zB bereiten sich große Teile der Zivilbevölkerung auf den Kriegsfall vor.

      • @Suryo:

        Der deutsche Michel will halt nicht wahrhaben, was nicht wahr sein darf. Blöd ist allerdings, dass die Politik munter mitmacht und der Bevölkerung den Ernst der Lage nicht verdeutlicht.

        Die Wehrpflicht wird wiederkommen. Man darf natürlich immer noch dagegen sein. Aber als eine Spätfolge von Putins Ambitionen wird er die weitgehende Wiederbewaffnung der europäischen NATO auf sein Käppi nehmen müssen. Und sobald die Regierung der USA wieder zur Vernunft gelangt, auch der gesamten NATO.

  • Alles klar - Russland verteidigt sich mannhaft in der Ukraine gegen die Angreifer aus dem dekadenten Westen.

    Der Mann ist erleuchtet - sieht auch oben auf dem Bild.

    Ich vermute mal, dass das nicht nur die Mehrheit der Russen (noch) glaubt, sondern auch einige Vertreter gewisser Parteien hier bei uns.