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Dieter Nuhrs Femizid-WitzeEr füttert ein misogynes Weltbild

Carolina Schwarz

Kommentar von

Carolina Schwarz

In einer ARD-Sendung macht Kabarettist Nuhr Witze über Frauenmorde. Weder eine rote Linie für ihn noch für den öffentlich-rechtlichen Sender.

D ass Dieter Nuhr kein Herz für Frauen hat, ist weithin bekannt. Bei ihm müssen sie regelmäßig für flache Pointen herhalten. Mal sind sie zu woke, mal zu dogmatisch und mal können sie einfach nicht einparken. Auch in seiner aktuellen ARD-Sendung „Nuhr im Ersten XXL“ witzelt er, die Parklücken bei Frauen seien einfach strukturell zu klein. Auch 2026 scheint das für sein Publikum noch ein Brüller zu sein. Aber das ist erst einmal kein Problem. Das Problem folgte in der Sendung direkt darauf.

Ausgehend von einem Text meiner SZ-Kollegin Nele Sophie Karsten und von mir in der taz, die sich beide mit der strukturellen Gewalt im Patriarchat beschäftigen, sagt Nuhr, es gäbe kein strukturelles Problem mit dem Töten von Frauen. Nun hätte man denken können, dass wenigstens Femizide eine rote Linie für die Witze bei dem Kabarettisten Dieter Nuhr seien. Aber falsch gedacht! Auch tote Frauen sind für Nuhr einen Lacher wert.

Er rechnet den Zuschauer_innen vor, dass die Wahrscheinlichkeit, als Frau von einem Mann getötet zu werden, quasi bei null liege. Denn es gäbe 300 bis 350 Frauenmorde pro Jahr, und er betont zwar, dass jeder Mord zu viel sei, nur um dann zum großen Aber zu kommen. Millionen Männer in Deutschland würden keine Frauen töten. Um zu überleben, hat er dann auch noch einen Ratschlag für die Frauen parat. Er sagt: „Zur Sicherheit wäre es nicht schlecht, wenn man den Partner vor dem Geschlechtsverkehr einfach erst mal kennenlernt.“ Und ergänzt nach einer kurzen Pause für das Gelächter des Publikums. „Vielleicht einfach mal fragen, ob er nebenberuflich als Frauenmörder tätig ist.“

Um das klarzustellen: Die Frage ist nicht, worüber Comedians Witze machen dürfen. In einer Demokratie, in der die Kunstfreiheit ein hohes Gut ist, dürfen sie sich erst einmal über alles lustig machen. Die Frage, was ein gelungener Witz ist, ist dabei eine ganz andere. Und Nuhrs Versuch, sich humoristisch mit Femiziden auseinanderzusetzen, ist gleich auf mehreren Ebenen gescheitert.

Keine Bühne bieten

Zuerst: Er ist nicht witzig. Humor ist bekanntlich Geschmackssache, aber sein Witz zeugt nicht von Raffinesse, er hat keinen doppelten Boden. Er ist einfach plump. Anstatt sich humoristisch an den Tätern abzuarbeiten, sind die Frauen, die Opfer, das Ziel. Denn durch seinen Sicherheitstipp wird seine Ansicht klar: Frauen seien selbst schuld, wenn sie getötet werden. Sie hätten den Mann vor dem Sex einfach einmal kennenlernen müssen. Das ist nicht nur Victim Blaming, also eine Umkehrung der Schuld, die die Verantwortung bei den Betroffenen anstatt bei den Tätern sucht. Es ist auch schlicht falsch: Denn die meisten Täter, die Frauen töten, sind keine Fremden, die sie in einer Bar kennenlernen. Es sind Männer, die sie sehr gut kennen: In 87 Prozent ist der Täter der (Ex-)Partner.

Was Dieter Nuhr vermutlich noch nicht verstanden hat, ist, dass Gewalt gegen Frauen wie eine Spirale funktioniert. Die Tötungen kommen nicht aus dem Nichts, sondern sind die Spitze einer Gewaltdynamik: Davor steht physische Gewalt, aber auch psychische Formen, wie Kontrollen oder Manipulationen, aber auch verbale Erniedrigungen. Hinter alldem steckt ein misogynes Weltbild, laut dem Frauen schlicht weniger wert seien als Männer und von diesen kontrolliert werden dürfen. Witze, wie die von Nuhr, füttern so ein Weltbild.

Bleibt die Frage, warum die Öffentlich-Rechtlichen solchen Kabarettisten eine Bühne bieten. Laut ihrem Auftrag dürfen sie keine Menschen aufgrund ihres Geschlechts diskriminieren und sind zur Achtung der Menschenwürde verpflichtet. Eine Anfrage der taz beantwortet der rbb damit, dass sie die Kritik nachvollziehen können, Nuhrs Sendung jedoch von der Kunst- und Satirefreiheit gedeckt sei. Konsequenzen soll es keine geben.

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Carolina Schwarz

Carolina Schwarz Ressortleiterin taz zwei

Ressortleiterin bei taz zwei - dem Ressort für Gesellschaft und Medien. Schreibt hauptsächlich über intersektionalen Feminismus, (digitale) Gewalt gegen Frauen und Popphänomene. Studium der Literatur- und Kulturwisseschaften in Dresden und Berlin. Seit 2017 bei der taz.
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50 Kommentare

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  • "Um das klarzustellen: Die Frage ist nicht, worüber Comedians Witze machen dürfen. In einer Demokratie, in der die Kunstfreiheit ein hohes Gut ist, dürfen sie sich erst einmal über alles lustig machen. Die Frage, was ein gelungener Witz ist, ist dabei eine ganz andere."

    Sorry, aber da klingt für mich einfach nicht glaubwürdig. Wenn man fordert, jemanden "keine Bühne zu bieten", weil man den Humor nicht teilt oder den Witz für "nicht gelungen" hält, dann geht aber exakt um die Frage, worüber man Witze machen darf".



    Ich möchte Nuhr kein Stück verteidigen, ich steile einen Humor nicht. Aber ich hätte gern Ehrlichkeit in der Debatte. Und wenn man die Kunstfreiheit selbst betont, dann darf man zwar Witze kritiseren, aber man muss sie hinnehmen, auch wenn man nicht drüber lachen kann.

  • "Was Dieter Nuhr vermutlich noch nicht verstanden hat"



    Ich glaub nicht, dass es sich hier um ein Verständnisproblem handelt.



    Bei zur Zeit stabilen 27% AfD + 22% cDU + 4% fDP Stimmen ist klar, dass es eine breite Nachfrage für rechtes Kabarett gibt.



    Insofern verhält sich der Mann mit der braunen Lederjacke, der Mann mit dem braunen Bühnenhintergrund durchaus 'marktkonform' und füllt die Säle.



    Nuhr geht durchaus geschickt vor, indem er sein rechts-chauvinistisches AfD-nahes Geschwurbel mit gelegentlichen Spitzen gegen die AfD verziert, um so eine offenbar funktionierende Immunisierung gegen die inhaltlich teils durchaus statthafte Einordnung als AfD-'Kabarettist' herzustellen, was ihm auch weiterhin den privilegierten Sendeplatz sichern wird.



    Und die ARD?



    Fast alle EU-Länder sind längst sukzessive nach rechts gerutscht (Sozialabbau, Feindbildaufbau, Militarisierung, etc.) logisch, dass auch die regierungsnahen deutschen Öffentlich-Rechtlichen da mitziehen, natürlich bei parallel stattfindender und sehr wirksamer Kritik von Rechtsaußen in Richtung 'Linksfunk'.



    Nuhrs Programme sind kaum mehr als das Sarrazinsche "Das wird man doch wohl noch sagen dürfen":



    Dumpf-rechter Chauvinismus

  • Nuhr ist halt ein typischer Deutscher. Leicht rechts vor sich hin grantelnd, bösartig, empathielos und nur auf den eigenen Vorteil bedacht.



    Sein Management dürfte durchaus wissen, dass man damit beim Großteil der Zielgruppe Erfolg hat und wunderbar Kohle scheffelt.

  • Ok, schwierig. Wie wäre es, also ohne Zensur, mit dem einfachsten Voting des Zuschauers: Abschalten!...frei nach Peter Lustig.

    Niemand wird gezwungen diesen Mumpitz anzuschauen. Jeder hat die Wahl...oder?

  • Mich stört es nicht, dass Nuhr seine widerliche Meinung im ÖR zum Besten geben kann. Soll er sagen was immer er zu sagen hat.



    Besser als er selber kann man gar nicht beweisen, das er nichts relevantes zu sagen hat.



    Was mich dann aber immer wieder verwundert ist, wenn einer wie Nuhr sich hinstellt und immer noch davon schwafelt, das man ja nicht mehr sagen könne, was man denkt. Das Nuhr viel denkt, das wage ich ernsthaft zu bezweifeln, dennoch würde ich gerne mal wissen, welche weiteren Geschmacklosigkeiten ihm sonst noch so im Kopf rumspucken, die er sich dann aber scheinbar nicht öffentlich sagen traut.

  • Mh. Mir scheint eher, der Witz ist von einigen einfach nicht verstanden worden (vielleicht mit Absicht?). Er bezog sich ja nicht auf Femizide an sich, sondern auf den Umstand, dass es Menschen gibt, die trotz des zahlenmäßig absurden Missverhältnisses zwischen Tätern und allen Männern an sich, ein strukturelles Problem herbeifantasieren.

  • "Um das klarzustellen: Die Frage ist nicht, worüber Comedians Witze machen dürfen. In einer Demokratie, in der die Kunstfreiheit ein hohes Gut ist, dürfen sie sich erst einmal über alles lustig machen"



    Ach so. Warum dann dieser Artikel?



    "Humor ist bekanntlich Geschmackssache, aber sein Witz zeugt nicht von Raffinesse, er hat keinen doppelten Boden. Er ist einfach plump."



    Tja, es soll Menschen geben, die nicht jeden Tag schwere Kost mögen🤷



    Ich zum Beispiel. Warum kriegt wohl ein Mario Barth Fußballstadien voll? Weil die Menschen einfach gerne plump lachen.



    Hirn aus und genießen. Das ganze Leben ist schon ernst, wenn da auch noch der Humor 'anstrengend' sein muss...🙄



    Es ist immer wieder spannend, Offenheit und Toleranz einfordern, aber selber null davon aufweisen.



    Hufeisen ick hör dir trapsen 🧲

  • Was ist Nuhr, nur ?



    Ein Clown, ein Schabernacker, ein Troller ?



    Mit der Kunst eines Kabarettisten hat Nuhr, nur so gar nix mit zutun, soviel - so klar. Etwa soviel wie ein Vegetarier mit einem Schweinebraten 🐖



    Aber bei Nuhr - da kommt mir, merkwürdiger Weise nur immer gleich der alte Joke mit dem meterlangem Zopf in den Sinn - warum Nuhr ?



    Was ist noch mal der Unterschied zwischen einer Klapperschlange und einer Autoschlange auf der Autobahn, auch Stau genannt ?



    Genau bei der Autobahnschlange ist das A....loch vorne....

  • Ich check den Sinn des Artikels nicht. Ist dieser Humor meinem subjektiven Empfinden nach plump und schlicht nicht witzig? Ja, und offensichtlich (wenn man sich die Kommentare ansieht) bin ich damit nicht alleine. Wenn aber im GLEICHEN Artikel ein paar Zeilen weitersteht „Ja klar, Kunstfreiheit muss sein“ und „Humor ist subjektiv“: Warum dann der Artikel, hat es sich damit nicht erledigt?! Hier wurde offensichtlich nichts justiziables vorgetragen, dementsprechend ist die Kritik daran nichts weiteres als individuelle Empörung. Das kann man zwar machen, adressiert aber das völlig falsche Publikum und macht die Bühne für einen Comedian größer, als es der TAZ wohl eigentlich lieb ist. Wie gesagt, es ist halt persönlicher Geschmack. Ich habe damals nichts in der TAZ in Richtung Empörung rufen hören, als z.B. MoneyBoy seinen Twitter-Rant bezgl. des Flugzeugabsturzes von German Wings ausgelebt hat. Findet wahrscheinlich auch nicht jeder witzig, aber wie sagte schon Maxim von KIZ: „Man kann über alles lachen… nur nicht mit jedem“. Das gilt dann wohl für alle. Und das die ARD eher den Boomer-Humor a la Mario Barth bedient: So what?! Ist halt die Zielgruppe…

  • Ich mag Dieter Nuhr und habe imemr viel Freude an seinen Beiträgen. In Kombination mit Lisa Eckhart und einem Glas Weißwein wunderbar. Aber klar, ist nichts für jeden oder jede.

  • Satire und Comedy sind anscheinend nur echt und legitim wenn es Andersdenkende und nicht die eigene Community trifft.



    Im Sinne der Meinungsfreiheit muss man halt auch mal eher rechte Comedians ertragen. Selbst wenn sie aus unserer Sicht geschmacklos Witzeln.

  • Niemand hier im Forum mag ihn - aber dennoch sieht man ihn ständig auf dem Bildschirm. Da stimmt doch was nicht!

  • Einfach den ÖR abschaffen, dann muss sich niemand aufregen, was mit Steuergeldern geschieht. Würde mir viel Geld sparen für etwas, was ich nicht nutze. Die Radiosender können gerne bleiben, aber die bekommt man für ein Bruchteil des Geldes.

  • Ich schaue mir den Schmarrn, den Herr Nuhr seit einigen Jahren zur Aufführung bringt, schon lange nicht mehr an. Ich weiß zwar nicht, was ihn radikalisiert hat, aber wahrscheinlich leidet er seit Corona unter einer Art Lagerkoller. Ich verstehe nicht, zu welchem Zweck die ARD ihm überhaupt noch eine Bühne bietet. Aber klar: Wer sich dieses desorientierte Geschwätz freiwillig antut und es sogar beklatscht, wird wahrscheinlich ähnlich gewickelt sein und will genau diesen Quatsch hören.

  • Warum die Öffentlich-Rechtlichen Sender ihn nicht stoppen? Er ist deutlich rechtsgerichtet, hetzt gegen GRÜN und Links - das schützt ihn qua Einfluss der Parteien der gleichen Coleur und die denken sehr ähnlich wie dieser Möchtegern-"Kabarettist"

  • Comedian ist halt Comedian. Und diese Spezies, nicht nur Herr Nuhr, hauen öfters einen raus, der manchem nicht passt. Nuhr ist den politisch links orientierten Menschen, spätestens seit seiner Kritik an Greta, ein Dorn im Auge. Aber wie heißt es bei Comedians immer, Satire darf viel, wenn nicht sogar alles. Ich sehe das entspannt.

  • Witze, wie die von Nuhr, füttern so ein Weltbild.



    auf jeden Fall.



    Dieter Nuhr ist sowieso der Letzte. Demseine Auftritte sind auch seit 10 Jahren Teil des Rechtsrucks.



    Überhaupt gibt es bereits eine Menge Kabarettisten von rechts.

  • Fast kann er einem leid tun der Dieter... Das Schenkelklopfen seines Facebook-Boomer Publikums reicht ihm schon lange nicht mehr aus, er braucht auch regelmäßig den großen Shitstorm, und dafür muss er dann halt noch ein paar Kellen drauflegen. Sein unappetitliches Getrolle ist nur ein stummer Schrei nach Relevanz.

  • Dieter Nuhr ist wirklich gar nicht witzig. Aber eine blöde Gesellschaft braucht blöde Comedians. Und wir sponsoren das auch noch mit dem Rundfunkbeitrag.

    • @t-mos:

      Wir sponsoren ja auch so Formate wie Monitor, oder andere schreckliche Sendungen

  • Nuhr war schom bei den Rechtspopulisten von NIUS und fabulierte dort vom "Verfall Deutschlands". Außerdem schrieb er das Vorwort eines Schwurbel-Buches des NIUS-Mannes Ralf Schuler.

    Dieter Nuhr hat schon lange fertig und es gibt keine Argumente mehr, mit denen man ihn verteidigen könnte. Die rechten Bots werden es natürlich trotzdem wieder versuchen. Spart euch die Mühe.

    • @Epilog:

      Dazu braucht es keine Bots, die Konservativen sind glücklicherweise in der Mehrheit. Wozu also Bots nutzen?

    • @Epilog:

      Keine Sorge, ich bin kein rechter Bot: Ich gebe nur zu Bedenken dass Herr Nuhr vor kurzem erst vom Zentralrat der Jüdinnen und Juden mit dem Leo-Baeck-Preis ausgezeichnet wurde wegen seines konsequenten Eintretens gegen Antisemitismus…das ist nun schon etwas das mensch würdigen sollte.

  • Ich möchte Nuhrs Witz wie folgt korrigieren. Der sicherste Weg für Frauen, kein Opfer eines Femizids zu werden ist es, jegliche sexuellen Partnerschaften mit Männern zu vermeiden. Auch andere Übergriffigkeiten lassen sich auf diese Weise deutlich minimieren (siehe Pelicot und die vielen weiteren Fälle).

    • @Corina Strößner:

      Man sollte also jedem Kontakt mit einem Mann aus dem Wege gehen. Wie sieht es aus mit Femiziden durch Transpersonen oder Lesben, oder sind solche Taten per Definition schon ausgeschlossen. Aber wahrscheinlich beruhen solche Gedanken auf struktureller Frauenfeindschaft.

    • @Corina Strößner:

      Wenn man nicht gerade lesbisch ist, ne ziemlich blöde Idee

    • @Corina Strößner:

      Die Idee, dass Frauen nur noch untereinander sexuelle Beziehungen eingehen sollten, ist zwar für mich recht reizvoll, weil die Enttäuschung, dass die Interessante hetero ist, wegfallen würde 😁

      Aber das Problem von Übergriffen auf Frauen durch Männer würde nicht gelöst. Männer, die zu solchen Angriffen neigen, würden sich nur den Umweg über die Beziehung sparen.

    • @Corina Strößner:

      "Der sicherste Weg für Frauen, kein Opfer eines Femizids zu werden ist es, jegliche sexuellen Partnerschaften mit Männern zu vermeiden."



      Damit unterstellen Sie, dass Gewalttaten gegen Frauen ausschließlich von ihren Sexpartnern ausgeht. Das ist doch Unfug.

    • @Corina Strößner:

      Eine ebenso einfache wie logisch-schlüssige Idee. Konsequent verfolgt vermeidet sie sogar die Reproduktion einer "femiziden Spezies", löst das Problem somit "endlösungsartig-nachhaltig", leider allerdings radikal und leider allerdings auch durch Unterbindung weiblichen Nachwuchses.

      Eine biologisch interessante Variante, die geschlechtliche Fortpflanzung u n d Reduktion der männlichen Individuen vereint, kennen wir von einigen Spinnenarten der Gattung "Lactrodectus", dt. Bezeichnung "Echte Witwen" unter dem Begriff des "sexuellen Kannibalismus", wobei die zumeist größeren weiblichen Spinnen den Geschlechtspartner nach erfolgter Spermienabgabe töten. Bei den Rotrückenspinnen (Latrodectus hasseleti) bieten sich zumindest ein Teil der männlichen Spinnen im Kopulationsvorgang mittels der als Stellung so bezeichneten "Begattungs-Saltos" den Kiefern der Spinneri:innen geradezu als Beute an. Jene, die dabei gebissen - kannibalisiert - werden, geben ihre Gene über eine effizientere Spermienabgabe und einer Libidohemmung der Spinner:innen bezogen auf spätere andere Paarungen weiter und haben daher einen Selektionsvorteil auch hinsichtl. Vererbung des "Begattungs-Saltos".

      • @Gerald Kolb:

        Also Samen gibt es zu kaufen. Dazu muss Frau nicht mal in die Nähe eines Mannes...

    • @Corina Strößner:

      Femizide geschehen auch ohne vorherige sexuelle Beziehungen! Wie sieht dafür die Lösung aus?

      • @Odysseus L:

        Niemals alleine unterwegs sein, immer in Gruppen. Gated Communities. Gff. nach Japan ziehen. Ich würde das alle s machen, wenn das Geld für hätte...

      • @Odysseus L:

        Im Text wird eine Quote von 87% genannt - wozu also die Nachfrage?

      • @Odysseus L:

        Wäre dann ja bereits eine Reduktion um 85%, was jedenfalls deutlich mehr ist, als gebetsmühölenartig darauf hinzuweisen, dass "nur ein Bruchteil aller Männer sowas macht".

  • "Die Frage ist nicht, worüber Comedians Witze machen dürfen. In einer Demokratie, in der die Kunstfreiheit ein hohes Gut ist, dürfen sie sich erst einmal über alles lustig machen.



    (...)



    Bleibt die Frage, warum die Öffentlich-Rechtlichen solchen Kabarettisten eine Bühne bieten."



    Also, die Witze sind erlaubt, aber in den ÖR sollten sie verboten sein. Ist das so das Fazit?



    Kunstfreiheit in den ÖR also nur, wenn's dem gesunden Volksempfinden entspricht?



    Ich mag den Nuhr ja auch nicht so, aber da krieg ich einen ganz komischen Geschmack im Mund.

  • Jeder hat das Recht, schlechte Witze zu machen. Und bei Nuhr ist es nunmal das, was er am besten kann.



    Da bringt es nicht viel, nachzuweisen, dass seine Pointe sachlich falsch ist.

  • Ich finde den überhaupt nicht lustig und verstehe nicht, warum man ihm so viel Sendezeit einräumt.



    Auch verstehe ich nicht, warum sich im Publikum so viele Frauen befinden. Aber vielleicht wurden die alle von Männern, die sie gerade erst kennenlernten, in seine Höhle verschleppt.



    Eigentlich müssten alle Frauen bei den ersten misogynen Witzeleien den Saal verlassen - und zwar unter lautem Protest.



    Gut, wenn in der Kunst und insbesondere im Kabarett alles erlaubt ist, dann sag ich mal: Nur ein xxxxx Nuhr ist ein guter Nuhr! Die x-Zeichen stehen übrigens für "ausgebuhter" - damit das klar ist!

  • Ich habe mich mit Nuhr beschäftigt, da er im Öffentlichen arbeitet, und ich ja seinen Lebensunterhalt finanziere.



    Ich unterstelle Nuhr, dass er Satire instrumentalisiert, um seine private Meinung zu äußern bzw. öffentlich zu machen. Es geht also weniger um Satire, als vielmehr um eine private Meinung, die er vertritt. Im Social Media findet man sehr viele Belege, die meine These belegen. Er meint es tatsächlich so.



    Es geht mir nicht um Shitstorm. Ich weiß, dass Nuhr provoziert, um Shitstorm zu erzeugen. Shitstorm ist für viele Personen des öffentlichen Lebens (Publizisten, Journalisten, Politiker und Andere) profitabel. Es geht mir darum, dass die Öffentlichen sich die Frage stellen müssen, ab wann wird Meinungsbullshit mit Meinungsfreiheit verwechselt....

    • @c. F:

      "Ich unterstelle Nuhr, dass er Satire instrumentalisiert, um seine private Meinung zu äußern bzw. öffentlich zu machen."



      Das tut jeder Satiriker. Jeder Satire unterliegt eine bestimmte Sicht auf die Welt und ist damit Meinung.



      Wollen Sie das für mißliebige Meinungen verbieten?



      "...ab wann wird Meinungsbullshit mit Meinungsfreiheit verwechselt...."



      Und wer legt fest, was was ist?

    • @c. F:

      Böhmermann macht das gleiche von links. Daher schaue ich mir beide nicht an.

  • O Mann, das ist ja so eine beschränkte Aussage von Nuhr. Wer besserwissert, sollte seine Fakten beisammen haben.

    Ja, ein Mann, auch ein (Ex-)Gatte ist nicht automatisch Täter.



    Nein, leider haben wir da auch wie der Artikel darlegt, noch ein paar generelle, sagen wir: strukturelle Hausaufgaben zu machen.







    Witzig ist Nuhr übrigens auch (wieder) nicht, wenn die Pointe so falsch liegt wie eine Flatulenz im Bauch.

  • Ich verstehe nicht, wie man: "Um das klarzustellen: Die Frage ist nicht, worüber Comedians Witze machen dürfen. In einer Demokratie, in der die Kunstfreiheit ein hohes Gut ist, dürfen sie sich erst einmal über alles lustig machen." mit: "Bleibt die Frage, warum die Öffentlich-Rechtlichen solchen Kabarettisten eine Bühne bieten." zusammenkriegt. Herr Nuhr hat einen schlechten Witz erzählt - insoweit nichts neues (ich kann mich nicht an einen guten Witz von Herrn Nuhr erinnern). Aber diese reflexhaften Cancelforderungen sind ermüdend und letzten Endes auch etwas albern. Keine spezifische Person wurde durch Herrn Nuhrs Witz abgewertet, und wenn einem nur das in den Witz (vielleicht mit Recht) hineininterpretierte "Weltbild" nicht gefällt, dann ist das kaum ein Grund, ihn abzusetzen. Das ständige: "Was darf Satire?" hat noch nie irgendjemanden überzeugt.

    • @Agarack:

      Doch, die Frage ist eindeutig: "Was entspricht dem Auftrag des ÖRR?" - frauenfeindliche Witze m.E. nicht. Nicht jeder erlaubte Mist muss auch gezeigt werden, das sind zwei Schuhe.

    • @Agarack:

      es wird im gesamten artikel nicht einmal eine cancel-forderung erhoben – weder reflexhaft noch geplant. die ausleitende frage der autorin hat ja durchaus berechtigung: angesichts begrenzter sendeplätze und eines öffentlichen bildungsauftrags der ard: gibt es nix besseres, als den misogynen flachmann dieter nuhr? und mal im ernst: das ding mit der cancel-culture ist doch eher eine rechte psy-op, die sich als sagenhaft anschlussfähig im spätbürgerlichen lager erwiesen hat.

  • Nach welchen Kriterien sollen die ÖRRs entscheiden, wer auftreten darf und wer nicht? Wer soll die Kriterien festlegen? In D scheint man Verbote zu "lieben".

    • @Odysseus L:

      Es geht nicht um "Verbot", das ist das übliche "Cancel Culture"-Gewinsel. Es geht darum was mit unserem Steuergeld gefördert wird, und da sehe ich abwertende Witze nicht. Er kann sich von mir aus gern auf den Marktplatz stellen und sein Zeug erzählen.

  • Die Witze von Nuhr sind wirklich schlecht, aber niemand wird sich trauen, diese Sendung, die es sogar als XXL Format gibt, abzusetzen. Die ÖR sind froh, zur 'Ausgewogenheit' einen Rechten im Programm zu haben. Es gibt aber Lichtblicke, wie den Auftritt von Johann König (nur zufällig mitbekommen), der zuerst auf die üblichen Politiker schimpfte und auf den Beifall hin sagte, sehen sie, und das ist Populismus, worauf dann betretenes Schweigen folgte.

    • @joschking:

      Ja, der Auftritt war beklemmend. Ich hoffe es hat bei den Zuschauern etwas ausgelöst...

  • Dieter Nuhr ist auch für mich inakzeptabel.

    • @Hartmut Wolff:

      Böhmermann für mich auch, ändert aber nichts an der Sendezeit die er bekommt.