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Debatte über Teilzeit-ArbeitVom „Wohlstand“ bekomme ich nur Brotkrumen

Die CDU-Kampagne gegen "Lifestyle-Teilzeit" soll triggern. Das tut sie auch. Denn wir sollen mehr arbeiten, aber vom Wachstum haben wir wenig.

Warum nicht mehr Freizeit statt mehr Arbeit? Foto: Raphaela Tesch/Alamy/mauritius images

J edes Mal, wenn man denkt, das CDU-Milieu sollte so langsam alle Policy-Ideen aus der Kategorie „Wir müssen alle mehr arbeiten“ verbraten haben, kommen sie mit dem nächsten Vorschlag um die Ecke. Jetzt wollen Teile der CDU die „Lifestyle-Teilzeit“ abschaffen. Ein so wunderbarer PR-Begriff – er sollte triggern, und er hat getriggert.

Denn wer hat nicht diesen einen Bekannten, der „einfach keinen Bock auf die 40-Stunden-Woche“ hat, lieber bouldern geht und den halben Sommer hedonistisch auf Festivals abhängt. Konservative lieben es, sich von diesem Typus abzugrenzen. Und Linksliberale lieben es, Konservative daran zu erinnern, dass die allermeisten Teilzeitarbeitenden diesem Typus ja gar nicht entsprechen und in die Teilzeit gezwungen sind.

„Ihr habt ja recht“, argumentieren sie dann gerne, „wir brauchen das Wirtschaftswachstum. Aber das Abschaffen des Rechts auf Teilzeit bringt da nichts, es gibt viel bessere Wege, um mehr Menschen, gerade Frauen, in Arbeit zu bringen.“ Am Ende sind sich dann von Mitte-links bis rechts außen alle einig: Wir brauchen Wachstum!

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Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten, linken Meinungsspektrums.

Nur leider fällt Wirtschaftswachstum eben nicht einfach vom Himmel, es muss produziert werden. Was muss ein Land also tun, um sein Wachstum zu steigern? Es muss seine Wettbewerbsfähigkeit gegenüber anderen Ländern verbessern, die auch nach Wachstum streben – denn Investoren investieren in die Unternehmen, von denen sie sich die größte Rendite versprechen, und die größte Rendite bekommen sie dort, wo kontinuierliches Wachstum stattfindet.

Um immer weiter zu wachsen, brauchen Unternehmen wiederum Investitionen. Und wie verbessert ein Land seine Wettbewerbsfähigkeit? Weniger Sozialabgaben, weniger Regulierungen und Bürokratie, Steuern und Klimaschutzvorgaben für Unternehmen – und vor allem: mehr Arbeit.

Dabei arbeiten wir gar nicht weniger als vorher, auch nicht die Gen Z. Das ist ein konservativer Boomermythos. Im Gegenteil, wir arbeiten kollektiv mehr als je zuvor. Nur bedeutet Wachstum eben, dass jedes Jahr mehr erwirtschaftet werden muss als im Vorjahr. Wir alle müssen also noch mehr arbeiten als nur mehr und am besten produktiver. Na ja, okay, nicht alle. Nur die, die einer Lohnarbeit nachgehen.

Deshalb ist jetzt auch wirklich mal Schluss mit der allgemeinen Faulenzerei – mit dem vielen Kranksein, all den Feiertagen, dem ganzen Urlaub und dem Life in der Work-Life-Balance! Alles Zeit, in der man auch etwas für das deutsche Wirtschaftswachstum tun könnte, statt gesund zu werden, sich auszuruhen oder – god forbid! – Spaß zu haben.

Aus Sicht des Kapitals und aus Sicht eines kapitalistisch organisierten Staats macht das total Sinn. Aber warum zur Hölle sollten wir, die ohnehin in die Lohnarbeit gezwungen sind, um existieren zu können, für dieses Wirtschaftswachstum auch noch den letzten Rest eines guten Lebens aufgeben?

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Die Merzens dieser Welt faseln dann gerne irgendwas von „unserem Wohlstand“, den wir „gemeinsam erarbeiten“ müssten. In der Realität sind wir aber nur bei dem Erarbeiten mitgemeint – von dem Wohlstand, der durch Mehrarbeit generiert wird, bekommen wir, wenn überhaupt, nur Brotkrumen ab. Mal ganz zu schweigen davon, dass dieser Wachstumszwang auch noch langfristig den Planeten, auf dem wir leben, für uns alle unbewohnbar macht.

Na ja, nicht für alle. Aber zumindest für die, die sich keine klimakatastrophensichere Festung oder den Umzug auf den Mars leisten können. Für alle anderen wäre es wohl mal Zeit, sich zu überlegen, wie eine Gesellschaft ohne Kapitalismus und den ihm inhärenten Wachstumszwang funktionieren könnte.

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Pauline Jäckels
Meinungsredakteurin
Redakteurin im Meinungsressort seit April 2025. Zuvor zuständig für die parlamentarische Berichterstattung und die Linkspartei beim nd. Legt sich in der Bundespressekonferenz gerne mit Regierungssprecher:innen an – und stellt manchmal auch nette Fragen. Studierte Politikwissenschaft im Bachelor und Internationale Beziehungen im Master in Berlin und London.
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95 Kommentare

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  • Ich arbeite 30 Stunden die Woche in einem psychisch und körperlich sehr herausfordernden Job im sozialen Bereich in Schichtarbeit. Ich mag den Job und ich kann den Job. Aber ich kann nicht mehr leisten und besonders meistens möchte ich auch nicht. Am Ende des Monats bekomme 1300€. Das ist verdammt wenig, auch weil mein Lohn einfach bescheiden ist. Ich brauche kein fancy Essen gehen, teure Kleidung oder andere teure Sachen, um irgendwelchen Frust vom Job zu kompensieren. Ich mache einen Job der mir liegt und Spaß macht, ich mich persönlich entwickeln und einen Sinn sehe. Es geht mir nicht darum wie viel ich arbeite, wie viel ich verdiene oder welche Karre ich fahre. Es geht drum wie ich mich fühle. Und ich bin soweit fine mit meinem Leben.



    Jetzt macht Fritzi aber diesen Fehler uns zu sagen wir sollen mehr arbeiten. Da ich weiß, dass es anderen Menschen nicht so gut geht wie mir, die in noch schlechter bezahlten Jobs totunglücklich sind, bin ich nicht mehr fine. Ich bin wütend über das Wissen, dass einige wenige Menschen so viel mehr haben, als andere. Und das eben jene andere ihnen diesen Reichtum erarbeiten. Schau ich in die Politik, verliere ich meine Ruhe und meinen Frieden

  • Alles richtig, danke, Frau Jäckels.

    Trickle-down ist die irre Maxime, die von einem Großteil der Lohnabhängigen auch noch beklatscht wird, indem die ihr Kreuz überproportional bei CDU/CSU und AFD machen. Und in meiner lokalen Zeitung schreibt die reichste, best versorgte Rentergeneration, die wir je hatten und haben werden, die Kommentarspalten voll mit "Jawohl, der Merz hat Recht, früher war alles besser, wir wussten noch, was Arbeiten ist! Schluss mit Lifestyle-Teilzeit!"

    Früher oder später fährt dieses Land offenkundig wirtschafts-, sozial- und gesellschaftspolitisch wie die USA vor die Wand, wenn der Diskurs von der neoliberalen Elite weiter so dominiert wird.

  • Nachtrag: ich habe im nicht fast 230 Stunden gearbeitet. Und das bezahlt. Durch Progression war mein Netto Aufschlag eher gering gegenüber der normalen Arbeitszeit. Allerdings hat Thorsten gewonnen. Schließlich haben meine Überstunden der Krankenkasse einiges eingebracht. Und davon partizipiert auch Thorsten, der sich von Arbeit fern hält.

  • Jedes Wahlvolk hat genau die Regierung die es verdient hat. Ich habe da kein Mitleid (mehr). Begründung:

    Millionen von Wählern haben Union, SPD (Agenda!) und FDP (hier brauchts ja wohl keinen Kommentar) in den letzten 80ig Jahren in verschiedenen Konstellation gewählt, in den letzten Jahren auch die Grünen. ALLE diese Parteien haben - wie man es aktuell sieht - epochal vergeigt. Sprich: Die Wähler von Deutschland haben den aktuellen miesen Zustand gewählt. Die wollen das so, exakt so.

  • Ich habe mir überlegt, wie eine Gesellschaft ohne Wachstumszwang funktionieren könnte:



    ​Die Integrierte Geldsystem-Oekonomie (IGO) ist ein Betriebssystem, das Wirtschaft an soziale Gerechtigkeit und ökologische Grenzen koppelt. Die besondere Stärke des Konzepts liegt in den Synergieeffekten seiner vier Säulen, die systemische Fehler heutiger Finanzmodelle gemeinsam eliminieren:

    MMT: Geld als öffentliche Infrastruktur. Der Staat finanziert Aufgaben zinsfrei durch Geldschöpfung, begrenzt nur durch reale Ressourcen.

    Freigeld: Ein Umlaufimpuls verhindert Hortung. Geld bleibt als Tauschmittel im Kreislauf.

    ECO-Währung: Ein persönliches Budget setzt verbindliche ökologische Grenzen und belohnt Nachhaltigkeit.

    Zeit-Ökonomie: Lebenszeit ist der Wertanker. Einkommen werden an den Zeitfaktor gekoppelt, die Spreizung wird demokratisch begrenzt.







    Erst das Zusammenspiel dieser Werkzeuge ermöglicht eine stabile „Oekopolis“ ohne Wachstumszwang. Gesteuert wird das System durch geloste Bürgerräte in 8-Jahres-Zyklen.

    IGO statt Ego.

    ​Bei Interesse schicke ich euch das Konzept gerne per Mail: kpippo@web.de

  • Gibt es eine Kausalität "längere Arbeitszeiten --> Wachstum"? Oder nicht doch eher umgekehrt "Wachstum --> kürzere Arbeitszeiten"?



    .



    Dass im 20. Jh. in Europa und den USA kürzere Arbeitszeiten durchgesetzt werden konnten, wäre doch gewiss nicht möglich gewesen ohne ein produktivitätsgetriebenes Wirtschaftswachstum, oder? Stichwort Fordismus. Und in jüngerer Vergangenheit ist China stark gewachsen, es konnte gleichzeitig individuellen Reichtum schaffen und die kollektive Armut überwinden. Das Wachstum sollte nicht verteufelt werden. Stagnation führt zu Abstiegsängsten und gesellschaftlicher Regression. (Bert Brecht wusste das!). Und auch eine ambitionierte Umweltpolitik wird nur dann akzeptiert, wenn es Ressourcen gibt, um die daraus entstehenden Nachteile auszugleichen.



    .



    Die andere Seite: Wachstum kann nur dann nachhaltig sein, wenn es sich von der Ausbeutung kritischer Ressorcen entkoppelt. Eine dieser Ressourcen ist die menschliche Arbeitskraft. Der Begriff "Wohlstand" beinhaltet doch nicht nur ein gewisses Konsumniveau, sondern weit mehr noch eine relative Freiheit der Lebensgestaltung. Wohlstand zu steigern, indem man Freizeit verringert, ist m.E. ein Widerspruch in sich.

  • Das Forum der taz lässt mich einigermaßen ratlos zurück. Einerseits müssen wir die Arbeit aufteilen, weil wir nicht genug Arbeit haben. Darum muss der Rechtsanspruch auf Teilzeit bleiben, und es darf nicht mehr Druck auf Bürgergeldempfänger ausgeübt werden, andererseits haben wir Arbeitskräftemangel und brauchen mehr Migration. Hm, schwierig..



    Darum versuche ich mich dem Thema mit einem Beispiel zu nähern.



    Ich arbeite in der Betreuung/ Pflege. Zum.ersten November ging unser Haustechniker in den Ruhestand. Das Jobcenter schickte uns einen Bürgergeldempfänger. Thorsten, nach Weiterbildung im Jobcenter austherapiert. Mehr wäre nicht möglich. Probearbeiten endete nach zwei Tagen. Krank gemeldet.



    Bei der Demo in Gießen hab ich ihn Ende November getroffen. Das wäre nicht sein Ding, obwohl er Elektroinstallateur ist. Sein Ding wäre Aktivist. Hab ihn gefragt woher wir nun Kräfte hohlen sollten. Sei Antwort: Migranten. Okay, Migranten für die Arbeit für die sich Thorsten zu schade ist. Das ist linker Rassismus.

    • @Georg Sonntag:

      Technisch betrachtet hat er Recht mit der Migration, und als in der Pflege tätiger wissen Sie auch, dass der Laden ohne Migrant:innen zusammenklappen würde.

      Und zu schade für irgendwas sind wir uns alle, siehe z.B. die vielen migrantischen Putzhilfen in D‘land, sozialversichert & schwarz.

      Worum es eigentlich geht: 1. der geringe Lohnzuwachs wegen Steuerprogression, gerade bei geringen Einkommen, demgegenüber die 2. lächerliche Steuer auf Vermögen und 3. die vielen Abschreibungsmöglichkeiten für die Reichen. Kann man alles reparieren. 4. Die negativen Zukunftserwartungen durch Polykrisen. Kann man nicht so einfach reparieren, wir versuchen es nicht einmal, krallen uns stattdessen an unseren Ölheizungen, Urlaubsreisen und Schummeldieseln fest und treten nach unten.

    • @Georg Sonntag:

      Vielleicht hat Thorsten gesehen mit was für einem miesen Nettogehalt (Steuern, Abgaben + Märchensteuer) er abgespeist werden soll?

  • "...denn Investoren investieren in die Unternehmen, von denen sie sich die größte Rendite versprechen, und die größte Rendite bekommen sie dort, wo kontinuierliches Wachstum stattfindet."



    Wer investiert warum?



    Nein, Investoren investieren in gute Ideen und Innovationen und daraus folgende Dienstleistungen und Produkte. Ob das allein durch mehr Arbeit geht, dass ist doch genau der Punkt! Warum sollten VW Arbeiter ans Band und mehr arbeiten, wenn das Produkt "VW" gar nicht mehr in entsprechenden Stückzahlen verkaufbar ist, weil schlecht im Vergleich zum Wettbewerber!



    Wir verlieren unsere Talente ans Ausland. Wir vergraulen qualifizierte porenzielle Zuwanderer. Wir halten am Alten fest und wollen nix ändern. Das sind unsere Probleme von Links über die Mitte bis Rechts.

  • Die Überschrift fasst alles zusammen, als Boomer kann ich nur sagen, das Zeit meines Lebens die Politik und die Wirtschaft/Superreichen von Krisen gefaselt haben und dann unser Geld nach oben umverteilt haben. Wenn es der Wirtschaft besser ging wurden die Superreichen nur noch schneller reicher.



    "Sozialreformen" waren meist ein populistisches Treten nach unten und eine Privatisierung staatlicher Leistungen ein weiteres Umverteilen nach oben.



    In normalen Arbeitsverhältnissen sinkt der Reallohn seit Jahrzehnten, aber der DAX erreicht immer neue Höhen.



    Warum sollte ich eine Minute länger für Staat/Wirtschaft arbeiten?

    • @Axel Schäfer:

      "Warum sollte ich eine Minute länger für Staat/Wirtschaft arbeiten?"

      Damit jene die reich sind, noch reicher werden, selbst wenn das bedeutet das sie ihre Gesundheit dabei verlieren oder auf's Spiel setzen! Ich war so ein Idiot, mir hat meine Arbeit 3 Operationen am Rücken gekostet. Jetzt stehe nun dar, mit gar nichts mehr. Deswegen habe ich höchsten Respekt vor Menschen die ihre physische und psychische Gesundheit an erste stelle setzen, und kann aus eigener leidvollen Erfahrung sagen, richtig so! Wenn man erst seine Gesundheit durch Arbeit verloren hat, versteht man wie groß die Hilfe wird die man dann bekommt, wenn gar nichts mehr geht, nämlich gar keine! Sie haben die Sache genau beschrieben und auf den Punkt gebracht, das macht in meinem Fall alles sogar noch bitterer!

  • Es gibt auch Länder -- ich denke da etwa an Dänemark --, da sind derartige Problemstellungen Sache der Tarifvertragsparteien und nicht des Gesetzgebers. Das hätte aus Sicht der CDU allerdings den Nachteil, dass die Rolle der Gewerkschaften aufgewertet würde.

  • Oh wie schön ist's in der Wunderwelt der CDU - alle arbeiten mehr und die Wirtschaft springt an, da wo Kapital ist wird mehr und immer mehr angehäuft und der Rest der Schaffenden erkennen den Sinn des Lebens - Arbeit macht frei, oder wie war das? Freie Zeit ist doch unnütz, langweile und Konsumterror bedoht das Wohlbefinden. Wir leben, um zu arbeiten. Und danken den Christlichen für die frohe Botschaft: ora et labora und die Erlösung folgt im Himmelreich

    • @Heinz Kurtenbach:

      Großartige Zusammenfassung. Danke!

  • Die einen wollen triggern, die anderen lassen sich triggern. Medien, wie die taz, triggern eifrig mit. Für ein aufklärendes Dossier reicht die Kraft nicht mehr, also werden Meinungen lanciert und gemacht. Selbst die merkwürdigen Verkürzungen einer vermeintlich eindeutigen Pressemittleilung des Statistsichen Bundesamts [ (www.destatis.de/DE...r%20(24%2C9%20%25). ] in einer dpa-Meldung [ taz.de/Teilzeit-Debatte/!6150077/ ] werden „unters Volk geworfen“.

    • @DemokratischeZelleEins:

      @DemokratischeZelleEins



      ...und was selbstbestimmte, freie Zeit für einen persönlichen Wohlstand bereitet, wird von den Bruttoinlandsprodukt Anbetern der christlichen, neoliberalen Unions Parlamentariern, vorweg dem BlackRocky Kanze' ler tunlichst unberücksichtigt & unerwähnt gelassen.

  • Der Artikel legt sich - das ist richtig - beim Wohlstand nicht fest, d. h. es geht letztlich immer um Güter. Investiert wird zunächst darin, dass Güter entstehen (können). Wenn man dies allein Anreizen und den Vermögenden überlässt, entsteht Zwang, der sich letztlich auf die finanziell unteren Bevölkerungsschichten wirkt - politisch. Güter bereit zu stellen, das kann niemals ungeregelt sein. Einkommen knüpft an Güter und diese an die natürlichen Ressourcen und kann daher niemals allein aus Arbeit für jeden realisiert werden. Wir müssen uns - vornehmlich die Reichen - daran gewöhnen, steigende Sozialeinkommen zu haben, oder die Arbeit zu teilen, jedoch definitiv die Güter.

  • Gab es da nicht mal eine Zeit in der insbesondere die GRÜNEN und Umweltverbände etc. , richtigerweise, gegen dieses verantwortungslose Wachstumsgeschwafel opponierten - die Ausbeutung der Erde/Umwelt (und auch der Menschen) sollte endgültig gestoppt werden! Wurde die Forderung beendet nachdem die entsprechenden Führungspersonen aus ihren oft prekären Einkommenverhältnissen in lukkrative Positionen in Politik und Verbänden" gewachsen" sind - da gab es Wachstumsraten von oft bis zu 80/90%.



    Was eigentlich sagt der "Joschka" dazu , nach seinem erfolgreichen "Marsch in die Institutionen" ? (diese politische Parole hatte eigentlich etwas anderes im Sinn, es sollte um mehr politische Macht gehen um die Situation von Menschen und Umwelt nachhaltig zu verbessern)

  • Boomermythos oder Gen-Z-Gejammer- schön wenn die Welt so einfach erklärt werden kann. Mit der Arbeitswelt und der Motivation hat das zwar nichts zu tun, es ist aber wohl total woke so zu schreiben?

    • @FraMa:

      Ich verstehe ihren Beitrag nicht so recht. Was an dem Artikel ist für sie woke? Ich sehe auch keine implizierte Einfachheit, sondern eher den Vorwurf der Einfachheit, an die Regierung und ihre Argumentation?!



      Zu sagen wir müssen mehr arbeiten, um mehr Wohlstand zu haben, ist im besten Fall einfach und unterkomplex, im schlimmsten Fall gelogen.

  • Wir brauchen klügere Technik, smarteres Arbeiten, produktivere Verwendung von Ressourcen aller Art. Fortschritt.

    Fortschritt ist dabei genauso, deutlich _weniger Aufwand für ziemlich Sinnloses oder gar Planetenschädliches zu betreiben. Wir wären schlagartig in diesem Sinne reicher, wenn nicht mehr z.B. Autos, Flüge, Steaks teuer konsumiert würden, als gäbe es kein Morgen. Wenn wir auch das Solidarische in uns nicht mehr neoliberal unterdrücken. Platz für strebenden Fortschritt bleibt dann immer noch: Plastikmüll wegräumen, die Pflege, Spitzenforschung, ... aber bitte nicht mehr das falsche Fossil-Funditum.

  • Wir brauchen klügere Technik, smarteres Arbeiten, produktivere Verwendung von Ressourcen aller Art. Fortschritt.

    Fortschritt ist dabei genauso, deutlich _weniger Aufwand für ziemlich Sinnloses oder gar Planetenschädliches zu betreiben. Wir wären schlagartig in diesem Sinne reicher, wenn nicht mehr z.B. Autos, Flüge, Steaks teuer konsumiert würden, als gäbe es kein Morgen. Wenn wir auch das Solidarische in uns nicht mehr neoliberal unterdrücken. Platz für strebenden Fortschritt bleibt dann immer noch: Plastikmüll wegräumen, die Pflege, Spitzenforschung, ... aber bitte nicht mehr das falsche Fossil-Funditum.

  • "von dem Wohlstand, der durch Mehrarbeit generiert wird, bekommen wir, wenn überhaupt, nur Brotkrumen ab"

    Ich wuerde den Sozialstaat nicht als Brotkrumen abtun. Zur Zeit wird dieser via Schulden finanziert, deshalb erscheint es so, als waere dieser auch ohne Wohlstand finanzierbar. Diese Illusion wird aber bald platzen und dann wir der Sozialstaat an den Wohlstand angepasst. Ob man dann immer noch von Brotkrumen redet wage ich zu bezweifeln.

    • @elektrozwerg:

      Der Sozialstaat ist so teuer weil wir sehr viele Arbeitnehmer*Innen haben, die in Mehrarbeit dafür sorgen, dass wir uns diesen Sozialstaat leisten können. Wenn diese Arbeitnehmer*Innen dann wegen der Arbeitsbelastung ausfallen, sollte das erwirtschaftete Geld, eben jenen Ausfällen zu Gute kommen. Das sind mehr als Krumen, die da nötig sind, aber es wird auch mehr als nur Krumen erwirtschaftet. Wenn wir dann aber Regierungen wählen, die unverhältnismäßig viele Krumen, immer denselben wenigen geben, werden irgendwann die Krumen knapp um unsere Sozialsysteme am Laufen zu halten.



      Logischer Schritt: gib den einigen wenigen sowieso schon vielhabenden weniger Krumen als vorher und der hart arbeitenden Mehrheit mehr als vorher.



      Wir hätten hier alle ein schönes Leben haben können aber die die sowieso schon so viel mehr als andere haben, wollen den anderen noch mehr wegnehmen. Aber irgendwann reicht es auch denen und dann werden auch die die viel haben irgendwann weniger haben, weil sich keiner mehr für sie krumm legen wird

    • @elektrozwerg:

      Brotkrumen bezieht sich wohl auf die Menge im Vergleich zum Brot (das durch Dividenden, Aktienrückkäufe, Erbschaften. Cum-Ex und Steuerschlupflöcher verschwindet).

      Der Großteil des Sozialstaates wird von Beitragen und Steuer zuschussen gedeckt. Da könnte man erstmal an Bürokratiekosten, Beamten-Gehaltern und Pensionen, Staatlicher Effizienz, Militärausgaben usw schrauben. Sogar an Rentenanpassungen, den das ist der größte Posten.

      Das Problem ist, dass die Menschen keine Kinder mehr kriegen wollen aufgrund der Hoffnungslosigkeit. Mieten, Klimawandel, Rechtsruck, Angst vor KI&Roboter Massenarbeitslosigkeit, Kriege, Polarisierung durch Anti-Soziale Medien. Da will keiner mehr Kinder kriegen. Schon gar nicht wenn es einen massiven Einschnitt in die knappen Finanzen bedeutet. Ich kenne so viele kinderlose Paare, ich bin der einzige im ganzen näheren Bekanntenkreis mit Kindern. Ich bin Mitte 45. Kindergarten und Nachmittagsbetreuung kosteten letztes Jahr 6000 Euro.

      Und es ist so. Selbst wenn ich jetzt statt 40 doch 45 Stunden die Woche arbeite kann ich mir für 500€ im Monat mehr kein Haus leisten (hab leider nix geerbt sorry). Auch bei 50 Stundenwoche nicht.

      • @Marcel Blanck:

        Es geht, wenn man nicht selbst baut, sondern aus dem Bestand kauft. Habe selbst drei Kinder, null Förderung und nichts geerbt. 150m2 in 20 Jahren abbezahlt und unter anderem 7500€ bezahlt nur zur Behebung der Rechtschreibschwäche meines Sohnes durch schreiben nach Gehör. KiGa und Nachmittagsbetreuung war bei 3. Kindern deutlich teurer.



        Halt FullTime Beruf und nicht nur Job.

  • Ja, genau! Stimme in allen Punkten zu. Es ist ein revolutionärer Akt in einer kapitalistischen Welt und Leistungsgesellschaft höchstens Teilzeit zu lohnarbeiten! Frau lebt nur einmal und hat in ihrer "Freizeit" genug mit unbezahlter Arbeit zu tun.

    • @RosaProsa:

      Bäm.



      Zustimmung. Ich möchte als Mann mit revoluzzen.

  • Es ist alles so ermüdend. In Teilzeit verdiene ich nicht viel klar. Der Unterschied zu Vollzeit ist dann im nettp aber dann doch so gering, dass ich meine Gesundheit nicht gefährden will. In Vollzeit würde ich zusammenbrechen und wäre im Zweifelsfall (über Jahre) gar nicht mehr arbeitsfähig. Dinge die so passieren, wenn man in chronischer Armut früh parentifiziert wurde und trotzdem Angeberrechte für die emotional missbrauchenden Eltern anschaffen sollte. Das Leben ist wohl nur zu wenigen gut...

  • Guter Artikel! Die Arbeit muss verteilt werden. Genau so wie der Wohlstand. Ewiges Wachstum auf einem endlichen Planeten geht nicht. Ich dachte auch die Roboter machen die Arbeit: drei Stunden für jeden pro Tag.

    • @A.S.:

      Und der arbeitslose Grafikdesigner baut dann Brücken oder operiert Krebs? Wir leben in einer hochkomplexen Wirtschaft, Arbeit kann nicht so einfach verteilt werden weil es für die meisten Jobs und 99% der gut bezahlten hoch qualifizierte Fachkräfte braucht.

      • @Machiavelli:

        Den Krebs operiert bald ein Roboter und KI.

  • Für mich ergibt sich aus der Debatte ein noch nicht diskutiertes Problem: Das sind die absoluten Kosten der Sozialversicherung. Warum muss die in Vollzeit Arbeitenden Person solidarischer bei Ihrer KV sein, als die in Teilzeit arbeitende Person? Ich bin für einen Straffaktor auf KV und PV bei Teilzeit. Das würde dann Anreiz zu Mehrarbeit schaffen. Am besten einen Einheitsbeitrag für alle über 18.

    • @drexelsior:

      Ich sehe ihren Punkt. Der Fehler den wir machen ist Arbeit in Zeit zu messen. Mir fällt spontan keine bessere Möglichkeit ein. Die Pflegekraft im Krankenhaus oder der Pädagoge in der Kita arbeitet die 8 std 120% durch und im



      Büro werden von den 8 Std häufig nicht alle 8 gearbeitet. Ich habe im Büro gearbeitet und ich arbeite jetzt im sozialen Bereich, ich habe meine Erfahrungen gemacht und im Großen und Ganzen machen alle ihren Job.



      Was ich sagen möchte:



      Wir fangen schon wieder an uns untereinander anzugehen. Teilzeit vs Vollzeit, Büro vs Pflege.



      WIR HABEN GENUG. Für Teilzeit, für Vollzeit, für Büro und für Pflege. Die Ressourcen sind nur einfach unfair verteilt. Und Fritze versucht davon abzulenken. Wir sollen uns streiten ubd irgendwelche Sündenböcke präsentiert bekommen. Für die einen sind’s die Bürgergeldempfänger oder Flüchtlinge, für die anderen die AfD Wähler und für den nächsten die Grünen.



      Wir alle legen uns krumm und erwirtschaften Geld, um dieses Geld dann Supermarktketten, Mietkonzernen und anderen Großunternehmen geben zu müssen. Und diese Profiteure sitzen auf den Ressourcen, die uns fehlen, weil sie einfach nicht zurück geben

    • @drexelsior:

      Kann sich dann die arbeitende Person ihre Beiträge zurückerstatten lassen, wenn sich der /die Lebenspartner-in daheim um einen zu pflegenden Menschen kümmert?

    • @drexelsior:

      Auch angesichts der Arbeitslosenzahlen ist das falsch.

    • @drexelsior:

      Hier ist tatsächlich ein Ungleichgewicht und fehlende Solidarität, die behoben werden müsste. Hier könnte man tatsächlich einen Punkt machen was Lifestyle-Teilzeit angeht, dass wenn es keinen guten Grund gibt, die Sozialbeiträge auf 40 Arbeitsstunden hochgerechnet und abgezogen wird.

      • @Walterismus:

        Was ist dieses Lifestyle Teilzeit? Ich arbeite im sozialen Bereich im Schichtbetrieb auf 30 Stunden Basis. Ich kann nicht mehr leisten. Ich bin am Limit. Die Arbeit die ich mache ist unfassbar herausfordernd und anstrengend. In unserem Betrieb sind diesen Winter permanent alle krank weil wir über dem Limit arbeiten. Wenn ich nun zu meinem sowieso schon geringen Einkommen auch noch in den Sozialsystemen benachteiligt werde, kündige ich. Und das werden meine Kolleg*Innen auch tun. Und dann stirbt die soziale Branche. Dann sterben die Berufe, die körperliche und psychisch einfach anstrengender sind, als andere. Weil diese Jobs mit 40 Stunden die Woche auf Dauer nicht zu machen sind.



        Ich lade Friedrich Merz ein, meinen Job mal ein Jahr zu machen und dabei auch noch GUT zu arbeiten.



        Diese ganze Debatte ist eine absolute Frechheit und ich verstehe nicht warum wir über JEDES Stöckchen springen, dass uns diese Reichenpartei hinhält. Solidarität Leute! Solidarität.

      • @Walterismus:

        Warum denn 40 Stunden? Da lässt sich doch noch was rauskitzeln. 50, 60, 70, mal schauen wie weit sich das System drehen lässt. Sie glauben doch nicht, dass man sich mit läppischen 40 Stunden dauerhaft den steigenden Sozialbeiträgen entziehen kann? Schließlich haben sie ja selbst weiter unten erklärt, dass Wachstum zwingend notwendig ist. Also Mensch, wachse!



      • @Walterismus:

        Kommt dann als nächstes eine Strafe für Menschen, die in Berufen unter ihrer Qualifikation arbeiten, weil sie ja mehr verdienen könnten und daher Sozialbeiträge sparen?



        Solange nicht jede Arbeit den gleichen Stundenlohn einbringt ist eine Forderung nach Sozialaufschlägen für Teilzeitarbeit ein schlechter Witz.

        • @Herma Huhn:

          Nein kommt nicht. Aber warum jemand der 40 Stunden arbeitet auch auf die 40 Std SV-Beiträge soll, während jemand in Lifestyle-Teilzeit nur 20 Std arbeitet, dann aber den gleichen Output aus den SV-Beiträgen bekommen soll, ist nicht nachvollziehbar.

          Da wird Solidarität gefordert für Menschen die keine Solidarität benötigen und Ihrerseits selber solidarisch sein könnten.

          • @Walterismus:

            Definiere Personengruppen, die sich Lifestyle-Teilzeit leisten können?



            Vielleicht ist der Begriff ähnlich dem der Neiddebatte.



            Wie neidisch muss jemand sein, der sich Venedig für seine Hochzeit mietet, dafür absurde Umweltverschmutzung in Kauf nimmt, mal eben Raketenflüge ins Weltall anbietet und hofft, im Falle des Falles Zuflucht auf dem Mars zu finden, aber z. B. dem Auslieferfahrer, der seinen Reichtum erst ermöglicht, nicht ein ausreichendes Auskommen ermöglicht?



            Wie war das also mit dem Stöckchen und dem drüberspringen?

      • @Walterismus:

        Seit wann darf man nicht mehr selbst bzw staatlich ungestraft darüber entscheiden, wie lange man arbeiten möchte?! So braucht es im Zweifel einen gesetzlichen Anspruch.

        • @Gerhard Krause:

          Darf man und soll man selbstverständlich frei entscheiden dürfen. Aber warum soll eine Person in Vollzeit mehr SV-Beiträge zahlen als eine Person in Lifestyle-Teilzeit? Die Frage muss man sich tatsächlich stellen.



          Es scheint ja auch niemand eine Antwort zu haben, da Solidarität wegfällt, denn warum soll der Vollzeitarbeiter solidarisch sein und nicht der Teilzeitarbeiter?

  • Danke dafür.



    Dieses ewige Wachstum ist unerklärlich.



    Wenn eine Firma gut läuft und die Auftragsbücher gefüllt sind, dann läuft sie gut und die Auftragsbücher sind gefüllt. Warum muss die dann dringend größer werden, um nicht unterzugehen?



    Gerade mal zwei Prozent der arbeitenden Bevölkerung sind für die Landwirtschaft und damit für die tatsächlich lebensnotwendige Produktion zuständig. Das sind weniger als Menschen, die in absolut irrelevanten Pseudojobs ein überdurchschnittliches Gehalt verdienen, das in keiner Relation zu ihrem Nutzen für die Allgemeinheit steht.



    Ich kann mir momentan leider auch nicht vorstellen, welches System es besser schaffen würde den Wert einer Arbeit zu bemessen. Aber das kapitalistische System schafft es definitiv nicht.



    Gerade war auch wieder die Meldung groß, dass die Arbeitslosenquoten neue Rekorde erreichen. Wenn wir nun Teilzeitarbeit einschränken, sind das doch nur noch weniger Köpfe, die mit Erwerbseinkommen ausgestattet werden. In den 70gern haben 40 Stunden ausgereicht, um eine Familie zu ernähren. Warum soll das besser sein als 50 Stunden auf zwei Personen aufgeteilt?

    • @Herma Huhn:

      Nach der heutigen Verfasstheit der sog. "Wirtschaft" (zu wenig Gemeinwohl, zuviel Umweltzerstörung) ist "Wachstum" ein Wort der Bevölkerungsverdummung. Im Ergebnis kann nur die Einkommenssteigerung (in Geld oder Gütern ausgedrückt) gemeint sein. Der Begriff sagt jedoch nicht, wessen Einkommen steigt bzw steigen soll, das Einkommen einer Gruppe, oder im Extremfall das einer Einzelperson.

    • @Herma Huhn:

      "Wenn eine Firma gut läuft und die Auftragsbücher gefüllt sind, dann läuft sie gut und die Auftragsbücher sind gefüllt. Warum muss die dann dringend größer werden, um nicht unterzugehen?"

      Um am Markt überleben zu können. Eine Firma die nicht wächst, wird relativ schnell an den eigenen Kosten ersticken! Wenn der Umsatz nicht steigt, können auch keine Gehälter der angestellten steigen.



      Eine Firma die nicht wächst wird irrelevant, weil Sie die Bedürfnisse der aktuellen Kunden nicht mehr bedienen kann. Dann sucht sich der Kunde jemand anderes der das bedienen kann.



      Eine Firma die nicht wächst, kann nichts entwickeln, weil kein Geld und Kapazität da ist. Die Firma wird irrelevant, weil von Konkurrenz abgehängt (Wer kauft heute noch ein Handy mit Technologie aus 2012?)

      Eine Firma muss wachsen, andernfalls geht eine Firma unter.



      Und ich meine jetzt nicht den Kiosk oder Friseur um die Ecke.



      Eine produzierende Firma muss wachsen, andernfalls dauert es keine 3 Jahre und die Firma ist weg vom Markt.

      • @Walterismus:

        In Ihrem Kommentar stecken viele Aussagen, die uns unsere Gesellschaft seit Jahrzehnten vermittelt und eingetrichtert hat. Und es ist für alle äßerst schwer aus dieser Denke auszubrechen. Ja, Firmen gehen unter - schon oft passiert, wird auch immer wieder passieren. Sowohl für diejenigen, die dem Wachstum hinterherhecheln als auch für die, welche die Zeichen der Zeit verpennen. Was ist so schlimm daran? Oder was ist so erstrebenswert daran, eine Organisation für alle Zeiten zu zementieren.

        Anekdote aus der Vergangenheit - Besprechung zum Business Plan der Expo 2000 in Hannover. "Da fehlt aber noch was im Plan." - "Wie? Wieso? Was soll da noch fehlen?" - "Rückstellungen für die Auflösung der Gesellschaft." - "Was? Warum Auflösung der Gesellschaft?" - "Na, Expo 2000. Fällt Ihnen was auf?" - "Äh, tja... also..."

      • @Walterismus:

        Was ist denn bei Ihnen "Wachsen"?! Selbständige Dozenten wachsen wann? Wenn sie mehr einnehmen (müssen), um Kosten (womöglich, aber unwahrscheinlich, um eine steigende Büromiete bedienen zu können)? Wenn sie mehr Unterricht erteilen? Und eine GmbH, die Mülleimer fertigt, warum müsste sie "wachsen"? Liefern Sie doch einmal ein Beispiel ab, bitte.

      • @Walterismus:

        ja, aber warum???



        Warum ist der Markt so aufgebaut, dass eine Firma, die immer gute Arbeit liefert, vom Markt überholt werden muss?



        Wir verkaufen mittlerweile Fernseher die mit Auflösungen werben, die 90 % der Zuschauer aus einem Meter Entfernung nicht mehr wahrnehmen können. Warum müssen also Fernsehhersteller weitere Innovation in Sachen Auflösung liefern, um nicht unterzugehen?



        Was spricht gegen das Handy aus 2012? Ja, die Firma, die da nicht weiter mitgemacht hat, ist untergegangen. Aber warum ist das so? Warum glauben so viele, das müsste so sein? Der Lebensstandard in den 70ern war doch gar nicht so schlecht. Warum muss es mehr sein? Die Lebenserwartung ist in den letzten zehn Jahren auch nicht mehr gestiegen, im Gegenteil, ein Abfall der allgemeinen Gesundheit zeichnet sich immer deutlicher ab. Warum glauben immer noch so viele, der Fortschritt müsse sein, damit nicht alles zusammenkracht?



        Sie beschreiben den Ist-Zustand.



        Ich frage nach den Ursachen dafür.

        • @Herma Huhn:

          Ihre Frage kann mE nur beantwortet werden, wenn man den Begriff "Wachstum" für das jeweilige Fallbeispiel, zB ist Ausweitung der Produktion ohne Steigerung des Absatzes Wachstum, oder ist Ausweitung der Produktion mit Steigerung des Absatzes Wachstum, oder einfach eine Preiserhöhung bei gleichbleibender Produktion und oder gleichbleibendem Absatz Wachstum, oder der Gewinn steigt und nur Kosten werden gesenkt, oder das vorher Gesagte mit Gewinnrückgang .., definiert. Ich denke, dass zahlreiches Wachstum in Form von - im Vergleich zu einem Bezugspunkt oder -zeitraum - physischen Gütern, zB Lebensmittel, Fernsehgeräte, Autos, eh auf der Müllkippe landet, zB weil es kein 🐷 kauft, eher: kaufen kann. Daher neige ich zu der Spekulation, dass wir in den Nachrichten mit Wachstum etwas anderes meinen, und der Antrieb für das Wachstum, nach dem Sie fragen, aus unserer Idee (auch aus dieser Idee geboren und real umgesetzt, sozusagen der Tat: Geldanlagen, die nach Zuwachs / Gewinn streben) von Wirtschaft stammt und damit politisch, d.h. von der Gesellschaft, geändert werden kann.

        • @Herma Huhn:

          Nochmal, weil die Firmen ohne Wachstum schlicht abgehängt werden. Das ist auch keine Konstruktion des Marktes, sondern in allen Lebensbereichen der Fall.



          Firmen müssen mit der Zeit gehen, andernfalls werden Sie und Ihre Produkte nicht mehr gebraucht. Daher das Beispiel mit Handy aus 2012. Diese Handys sind heute nicht mehr in der Lage die Anforderungen an ein Handy zu bedienen, weil die Prozessoren die Menge an Daten nicht mehr verarbeiten kann.

          Das gleiche wie mit Personal im Unternehmen. Ein Mitarbeiter der nicht mit der Zeit geht und wie wie 1990 noch ohne PC arbeiten will, kann in einer digitalen Arbeitswelt nicht überleben.

          Für Firmen gilt das gleiche. Die DDR Firmen sind hier das Paradebeispiel, welche nach dem Mauerfall nicht mehr Konkurrenzfähig waren, wegen Stillstand.

          Wachstum ist keine Marktlogik Es ist ein Teil des Fortschritts in jedem Bereich des Lebens. Ein Körper dem nicht mehr genug Zellen nachwachsen, der stirbt (Ganz normal im Alterungsprozess eines jeden Menschen). Dies trifft auch auf Unternehmen zu.

          • @Walterismus:

            Sie verstehen nicht. Es macht keinen SINN. Wir Menschen ziehen keine Vorteile mehr aus dem Wachstum. Das IPhone 17 macht mein Leben nicht lebenswerter als das IPhone 7. Wir leiden eher unter diesem permanenten Anpassungswahn und dem dauerhaften Gefühl nicht genug zu sein, dass uns Werbung vermittelt, damit wir meinen eben jene beworbenen Produkte zu benötigen.



            Die Lebenserwartung steigt nicht mehr, obwohl die Medizin wahnsinnige Fortschritte macht? Warum? Weil wir diese wahnsinns Fortschritte benutzen, um unser immer ungesunder werdendes Leben versuchen zu reparieren. Chemikalien in Lebensmitteln, Schadstoffe in der Luft die wir atmen, verseuchtes Grundwasser. Das alles ist das Resultat dieses ewigen Wachstums. Und jetzt bitte: wo liegt da der Sinn?

          • @Walterismus:

            Zum Verständnis: Ruhrpottkind und als Rentner immer noch Ruhrpottler.



            Ziel der Treuhand war nach kurzer Zeit nicht mehr der Erhalt der DDR-Firmen, sondern deren Abwicklung. Von 600 Milliarden Wert der Firmen blieben am Ende 286 Milliarden "Sondervermögen". Dokus gucken macht manchmal schlauer.



            Habe die letzten 20 Jahre meines Handwerkerdaseins Computer benutzt und stelle mir gerade das verdutzte Gesicht des Kunden vor wenn sich der Handwerker in die Toilette einlogt um dann festzustellen das tatsächlich kein Wasser nachläuft, das Ventil aber in Ordnung sei und der Kollege dann in 3 Wochen vorbei komme. ;-).



            Warum kommen eigentlich immer mehr einfache Handys, also keine Smartphones, in die Auswahl von Mediamarkt? Ich brauche nur za. 10 Apps auf meinem Smartphone, habe aber 130 auf dem Gerät, wovon ich viele nicht einmal deinstallieren kann. Mir war unverständlich warum Gigaset in Bocholt 0815 Smartphones zusammengeschraubt hat, statt eins mit sehr guter Kamera, freier Software, gutem Reparaturservice und individueller Konfigarurierbarkeit. Nun schrauben sie halt nicht mehr.



            Warum sind die faulen Arbeitnehmer schuld, wenn Politik und Firmenlenker die falschen Entscheidungen treffen

          • @Walterismus:

            Sie beschreiben nach wie vor nur den Ist-Zustand.



            Um Ihr Beispiel aufzunehmen: Ein Körper, in dem die Zellen ihr eigenes Wachstum nicht begrenzen, stirbt. Wir haben sogar einen Namen für diese Krankheit: Krebs.



            Wachstum um jeden Preis funktioniert nicht. Selbstbegrenzung zum Wohl des Großen Ganzen ist der Trick, der höhere Lebensformen und damit Entwicklung und Fortschritt erst möglich gemacht hat.

            • @Herma Huhn:

              Der Ist-Zustand ist der Ist-Zustand, weil dieser sich als der beste und nachhaltigste Weg herauskristalisiert hat in einer weltweit vernetzten Erde.

              Das hat nichts mit einer bestimmten Marktlogik zu tun, sondern ist allumfassend.



              Ihr Beispiel Krebs ist ein Zeichen für ein Wachstum ohne Inhalt. Um bei Firmen zu bleiben. Eine Firma die künstlich aufgeblasen wurde ohne entsprechende Assets. Sogenannte Blasenbildung, welche irgendwann platzt. Das ist tatsächlich schädlich.



              Wirschaftswachstum ist aber tatsächlich mit Zellvermehrung vergleichbar und nicht dem Einzelwachstum einer Zelle.

              Eine Wirtschaftsform ohne Wachstum zu finden ist schlicht nicht möglich. Fehlendes Wachstum lässt Sozialismus jedesmal scheitern.

    • @Herma Huhn:

      Nur die Landwirtschaft als lebensnotwendig zu definieren ist ein wenig kurz gegriffen, oder? Trinkwasser, Strom, ärztliche Versorgung? Vielleicht wäre auch eine Wohnung nett, die muss übrigens auch gebaut werden. Damit die Landwirte überhaupt arbeiten können, benötigen sie natürlich Maschinen, Dünger etc. Fällt auch nicht vom Himmel. Wenn sie so leben wollen wie in den 70ern reicht ein Job. Also ein Festnetztelefon statt Handy für jedes Familienmitglied und superschnelles Internet. Halb soviel Wohnraum pro Person wie heute. Medizinische Versorgung wie vor 60 Jahren mit entsprechend reduzierter Lebenserwartung. Pflegegeld und Elterngeld wie damals (nämlich Null) und und und

      • @Nisse:

        Natürlich reicht Essen allein nicht aus für ein gutes Leben. Aber Sie können nicht leugnen, dass es mehr Arbeitsplätze in Bereichen gibt, die wirklich gar nicht notwendig für das gesellschaftliche Wohl sind, als Arbeitsplätze in der Landwirtschaft.



        Egal, wie streng wir das definieren, auf weniger als 10% Bullshit-Jobs kommen wir nicht.

    • @Herma Huhn:

      Bei dem ewigen Wachstum geht es um ein wissenschaftliches Experiment, bei dem man von Anfang an weiß. dass es nicht funktionieren kann:



      Wie generiert man unendliches Wachstum in einem System mit endlichen Ressourcen?

    • @Herma Huhn:

      ".... Warum muss die (Firma 1) dann dringend größer werden, um nicht unterzugehen? ..."

      Sie selbst nicht, aber Firma 2, die die Maschinen baut, mit denen Firma 1 produziert, braucht das. Denn nur so hat auch sie ihre Auftragsbücher voll und überlebt, in diesem Fall erstmal ohne zu wachsen.

      Wirtschaft ist immer vielschichtig. Wenn die Schicht am Konsumenten stagniert, schrumpfen die Schichten darunter.

      • @Tinus:

        Ich wage zu behaupten, dass Maschinen oft genug kaputt gehen und dann gegen bessere ersetzt werden können, dass auch ohne Wachstumszwang eine Maschinenbaufirma lebensfähig sein kann.

  • Wir sind eines der reichsten Länder der Welt, "aber vom Wachstum haben wir wenig" -- echt jetzt?

    Niedrige Kindersterblichkeit, hohe Lebenserwartung, Gesundheit, Sicherheit, ... alles "wenig"?

    • @Jobst Heitzig:

      Verteilung befriedet, das scheint zu stimmen. Daraus, jedoch mittelbar, lässt sich Ihre Meinung natürlich ableiten. Dennoch halte ich sie für unbegründet. Die von Ihnen insinuierte Kausalität zwischen "Wachstum" und Verteilung - Kindersterblichkeit, sonstige Lebenserwartung, allg. Gesundheit, Sicherheit - ist nicht gegeben. Abgesehen davon, was jeder für seine Gesundheit positiv zu tun in der Lage ist, nämlich weder zu rauchen, noch zu saufen, entsteht Infrastruktur durch Organisation, zB Gremiumbeschluss (zB Stadtrat, Landtag ..), schlicht Erledigung der übertragenen Aufgaben. Die Erledigung hängt dabei nicht zwingend von der Finanzierbarkeit ohne Kreditaufnahme ab, zB freiwillige Aufgaben, oder es findet sich ein Geldgeber, der eine höhere Rückzahlung erwartet: Rendite. Gefahren wehren wir idR aufgrund von Pflichtaufgaben ab. Wo hängt das also zwingend am "Wachstum", wodurch es angeblich allen besser geht? Es hängt wohl eher von der Verschuldung der öffentlichen Hand ab, weil wir den Überreichtum vorsätzlich oder fahrlässig nicht abschöpfen.

    • @Jobst Heitzig:

      "Wir" sind nicht eines der reichsten Länder. Der Steuern und abgabenbelastete (da sind "wir" neben Belgien allerdings unerreicht ganz oben) Lohnempfänger ist nicht "reich". Denn Reichtum entsteht bekanntlich nicht durch Lohnarbeit sondern entweder durch raffen, betrügen oder akkumulation über Generationen (gerne in Kombination).

      Daher liegen "Wir" (Median!, Durchschnitt verzerrt) auf Platz 30, hinter Österreich und eine Stelle vor Griechenland. Reich sind in Deutschland nur der Staat (Einnahmen) und einige sehr Wenige, dass allerdings dann extrem. Der Reichtum des Staates wird allerdings nicht in Infrastruktur oder Bildung oder sonstige der Allgemeinheit zukommenden Dinge gesteckt ("Danke" an den Wähler der das immer wieder zulässt).

      Auch die aktuellen Sonderschulden werden in private Taschen Weniger umgepumpt (Die Sondervermögen einiger Weniger).

    • @Jobst Heitzig:

      Die Lebenserwartung steigt nicht mehr, sie sinkt mittlerweile sogar wieder.



      Und wenn man sich die Lebenserwartung getrennt nach verschiedenen Berufsgruppen anschaut, werden hier auch sehr deutliche Unterschiede sichtbar. Gesundheit und Sicherheit sind tatsächlich nicht für jeden gleichermaßen zu bekommen. Die Zeiten, als diese Aspekte noch für alle besser wurden, wenn die Wirtschaft vorankam, sind leider wirklich vorbei. Wir zehren noch von den Errungenschaften der Wirtschaftswunderjahre. Aber das Versprechen von steigendem Wohlstand für alle wird nicht mehr eingehalten.

      • @Herma Huhn:

        "Die Lebenserwartung steigt nicht mehr, sie sinkt mittlerweile sogar wieder. " leicht erklärbar durch die hohe Wirkung der frühkindlichen Entwicklung auf Lebenserwartung hat und die hohe Migration, Biodeutsche haben weiterhin eine hohe vermutlich sogar steigende Lebenserwartung.

    • @Jobst Heitzig:

      Zufriedenheit ist in dem System nicht vorgesehen, wo kämen wir denn da hin?

  • Ja, selbst so erlebt. Nach ein paar Jahren Teilzeit in einem Projekt gelandet, in dem es dann doch sinnvoll gewesen wäre, an 5 Tagen pro Woche ansprechbar zu sein. Auf die Frage nach Vollzeit kam von mir "Was bekomme ich denn dafür, wenn ich wieder Vollzeit arbeite?" Die Antwort: "Du bekommst die zusätzliche Tage natürlich bezahlt." Ist doch tröstlich, dass keine ehrenamtliche Tätigkeit erwartet wird...

    • @Der dreckich Katz:

      Ach so ... Man erwartet jetzt als Teilzeit arbeitende Person auch noch einen Bonus wenn man mehr arbeitet ? Ja toll, dann sollte man ja einen gewaltigen Aufschlag kriegen wenn ich vom Minijob in Vollzeitarbeit zu 40 Stunden gehe.

      Ich finde die Anspruchshaltung echt merkwürdig.

      • @Duplozug:

        Ein Arbeitsvertrag regelt im Wesentlichen wieviel Zeit ich für eine bestimmte Menge Geld eintausche. Wenn sich die Menge an Zeit grundlegend und dauerhaft ändern soll (wir reden hier nicht über geringfügige gelegentliche Mehrarbeit), erwarte ich selbstverständlich auch ein Gespräch über das damit verbundene Gehalt. Und wenn ich mit meinen bisherigen Konditionen zufrieden bin, mögen mir die freien Stunden wertvoller sein als mehr Arbeit zum bisherigen Stundensatz.

        Wechsel vom Minijob zur Vollzeit kann ja auch in unterschiedlichen Situationen auftreten. Wenn ein Mitarbeiter froh ist, endlich Vollzeit beschäftigt zu werden und ein entsprechendes Gehalt zu bekommen, ist die Höhe wahrscheinlich kein Gesprächsthema. Wenn ein Mitarbeiter mit dem Minijob zufrieden ist und nicht mehr Zeit investieren möchte, müsste mehr Zeit entsprechend teuer vergütet werden.

    • @Der dreckich Katz:

      Noch habe ich Sie nicht verstanden.



      Sie boten Vollzeit statt Teilzeit an, um dem Projekt zu dienen. Und die wäre dann auch entsprechend bezahlt worden. Ein zumindest formales Dankeschön und Anerkennung des Mitdenkens und Engagierens wäre gewiss noch nett.



      Wenn jedoch früh die Frage kommt "Was bekomme ich denn dafür" (und Sie sind sonst nicht so der Ego-Typ), dann lief da mit Ihnen und dieser Firma vielleicht auch noch ganz anderes aus der Vorgeschichte quer?

      Jetzt ein Überstundenzuschlag oder die Stachanow-Medaille in Gold dafür verstünde ich nämlich auch nicht, wenn ich mich in die Firma hineinzuversetzen suche.

      • @Janix:

        Die ursprüngliche Nachfrage kam aus Richtung des Projekts und seitens des Arbeitgebers. Meine Einschätzung war lediglich "ja, das wäre aus Projektsicht sinnvoll" - vielleicht etwas missverständlich ausgedrückt. :)

        Ein Wechsel von Teilzeit/Vollzeit ist ja eine langfristige Änderung des Arbeitsverhältnisses. Dann ist es meiner Ansicht nach auch gerechtfertigt, über die Konditionen neu zu reden. Es geht mir nicht darum, eine vorübergehende Phase in der es hoch hergeht zu verhandeln. Aber dauerhaft (wieder) Vollzeit zu arbeiten ist eine Entscheidung, die erfordert, dass ich mein leben auch organisatorisch etwas umkremple. Wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer keine zufriedenstellende Lösung finden, bleibt es eben bei den bisher vereinbarten Bedingungen.

  • Genau diese Fragestellungen werden im Sammelband "Tätigsein in der Postwachstumsgesellschaft", herausgegeben von Irmi Seidel und Angelika Zahrnt, thematisiert und von verschiedenen Autoren aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet. mMn sehr interessant!

  • Dass Viele in der Union ihrer Rolle nicht gewachsen sind, ist ja kein Geheimnis.



    Ein Möchtegernkanzler an der Spitze ist nur das traurige Aushängeschild einer kopflosen Union, deren Köpfe mit wenig Inhalt losplappern.



    Arbeitskräfte sind Mangelware, daher ist eine rigide Einwanderungspolitik falsch - Dobrint 6, setzen!



    Kranke Arbeitnehmer*Innen sind nicht produktiv, sondern teuer.



    Mehr arbeiten wird daher kontraproduktiv.



    Deutschlands Erfolgsmodell ist ja grundsätzlich Automatisierung gewesen, also produktiver bei weniger Arbeitszeit.



    Gerade wer mehr Lebensarbeitszeit fordert, muss die Arbeitskräfte bei Gesundheit und Laune halten.



    Die Unionspolitik hierzu ist kopflos .



    Der Staat muss Rahmenbedingungen schaffen.



    Um das Potenzial der Frauen umzusetzen, sind beispielsweise mehr Betreuungsangebote für die Kinder notwendig.



    DAS würde helfen, nicht dumme Sprüche.



    Gut ist halt, dass die SPD mitregiert, dann wird eben nicht jeder Quatsch realisiert, der vom Unionsstammtisch herüberweht.

    • @Philippo1000:

      Die Union ist nicht Kopflos, unfähig etc. Sie optimieren nur nicht auf das Gemeinwohl sondern auf ihre Machtzirkel. Der Rest der Bevölkerung ist nur Mittel zum Zweck.

  • wie eine Gesellschaft ohne Kapitalismus und den ihm inhärenten Wachstumszwang funktionieren könnte

    Tja das geht nur dann, wenn wir die Vermehrung der Menschheit stoppen.

    • @Donni:

      Viel Spaß das der "dritten Welt" vorzuschreiben. Ich bin schon gespannt wie du das anstellen möchtest.

    • @Donni:

      Na da hab ich gute Nachrichten für Sie! Das Ende der Vermehrung der Menschheit ist schon in Sichtweite. Und die Vermehrung der Deutschen ist schon lange gestoppt - das bisschen Bevölkerungswachstum, dass wir noch haben, kommt nur durch Migration.

      Nur dummerweise wollen die, die unendliches Wirtschaftswachstum in Deutschland wollen aber auch gleichzeitig keine Migranten im Stadtbild haben.

  • "Dabei arbeiten wir gar nicht weniger als vorher..." Das sieht das Bundesamt für Statistik aber deutlich anders. Bei der Wochenarbeitszeit sind wir europaweit mittlerweile Drittletzter.



    Man kann das mit dem Wachstumszwang sehr gerne kritsch sehen, allerdings wird dabei häufig vergessen, dass auch technische und qualitative Verbesserungen Wachstum sind. Durch die fortschreitende Entwicklung sind diese aber zwangsläufig, was beim aktuellen Nullwachstum bedeutet, dass es quantitativ für alle weniger wird. Das ist dann aber auch wieder keinem recht. Schwierig

    • @Samvim:

      Richtig. Ein runder, gut lesbarer und an sich nachvollziehbar argumentierter Artikel voller Lamentiererei - und dann stimmen die grundlegenden Fakten nicht. Das ist wirklich katastrophaler Journalismus.

      • @TheBox:

        Statistiken lesen lernen.



        Familie: Mann, Frau und zwei Kinder.



        Frau geht Vollzeit 40 Stunden arbeiten. Mann macht Haushalt, erzieht Kinder und pflegt seinen Vater.



        Statistik sagt: Bravo, wir liegen über dem Schnitt der EU.



        Gleiche Familie: Opa gestorben, Kinder mittlerweile 12 und 15 Jahre alt.



        Neben der 40-Stunden-Woche geht der Mann jetzt 25 Stunden arbeiten.



        Statistik sagt: Mist, wir liegen unter dem Schnitt der EU.



        Lehrsatz: Traue niemals einer Statistik, die du nicht selber gefälscht hast. ;-)

  • Endlich mal den Gedanken zuende gedacht.



    Danke.



    Wie nennt man eigtl. den Freizeit-Vollzeit-Lifestyle der "von Beruf Sohn" Mitmenschen?



    'ich habe wieder die halbe Nacht wachgelegen in der Sorge, dass meine investments weniger Redite erwirtschaften als die meiner Kumpels..'



    'Sollte ich mein Steuerbüro wechseln, da ich immer noch Steuern zahle? Wer kennt da Tipps?'



    'Vermieter sein ist soo anstrengend. Und die Kündigungen und Räumungsklagen gehen an meine Substanz. Ich will doch nur in Ruhe meine Schäfchen ins Trockene bringen..'



    'Von meinem 100 ha Ackerbaubetrieb kann ich nur leben wenn der Staat mir 100.000€/ Jahr Sozialhilfe-ähh- Agrarsubventionen gibt. Und dann darf ich noch nicht mal Grundwasser und Bäche kontaminieren. Und dann soll ich auch noch Steuern zahlen? Naja, aber ich bin ja ein schlauer "Landschaftspfleger".. soviel kriegt der Drecksstaat nicht von mir..hähä..'

    Es wäre toll wenn es mal sowas wie eine sozialdemokratische Partei auch in Deutschland geben würde.



    Aber da kommt nix mehr.

  • Ach liebe Pauline Jäckels, nur etwas tiefer in die Materie eintauchen und man erkennt, das dem Kapitalismus kein inhärenter Wachstumszwang innewohnt. Bestes Beispiel sind die negativen Realzinsen in den letzten Jahren. Wirtschaftswachstum wurde dennoch generiert. Wachstum ist kein konstituierendes Element des Kapitalismus, wie auch Kapitalismus nicht gleich Kapitalismus ist. Hängt schon auch vom Wirtschaftssystem ab. Raubkapitalismus mit unregulierten Finanzmärkten unterscheidet sich schon stark z. B. vom Rheinischen Kapitalismus, welcher den Deutschen den Wohlstand beschert hat.

    Die geäußerte Kritik wurde leider nicht zu Ende gedacht, gilt auch für den Punkt der Ressourcen. Kapitalismus kann auch resourcenschonenden Wachstum generieren.

    Anstatt das System zu ersetzen, ist es sinnvoller innerhalb des Systems Instrumente zu setzen, die verhindern, dass das System CO2 ausstösst, Rohstoffe verbraucht etc. Hierzu liegen bereits diverse Konzepte vor, wie Degrowth.

    Auch Wellbeing Economy kann dazu beitragen, wie hier in Norwegen. Viele Betriebe haben einen 6 Stundentag bei vollem Lohnausgleich eingeführt und sogar die Produktivität dadurch gesteigert. Ökonomisch alles machbar.

    • @Sam Spade:

      Hallo Sam, prinzipiell sind deine Überlegungen richtig. Der Kapitalismus müsste sich reformieren und nicht die Rolle rückwärts üben, tut er aber nicht.



      Ist so wie mit dem Frieden.



      Im Prinzip machbar, scheitert aber an der Realität Mensch.

    • @Sam Spade:

      Trotz der guten Arbeitsbedingungen hat Norwegen höhere Krankenstände / mehr Fehltage als die übrigen skandinavischen Länder. Die Debatte auf NRK letzten Donnerstag war diesem Thema gewidmet.

    • @Sam Spade:

      So ganz grob ist Kapitalismus Teil, ned Lösung des Problems.



      Der beruht darauf, daß Schulden gemacht werden und die schlussendlich mit Umweltverbrauch bezahlt werden. Das durch die Schulden in die Welt geschissene Kapital weiß irgendwann nimmer wohin und richtet auf seinem Wege in die Akkumulation bei Wenigen auch noch Schaden durch wachsende Ungleichverteilung an. Warum kriegt die Tellerwäscherin nur Mindestlohn und sowohl Gäste als auch der Restaurantbesitzer fahren AMG oder Lambo? Warum ist Rohkaffeeinfuhr (fast?!?) zollfrei, gerösteter dank Zölle für die Anbauländer unwirtschaftlich? ...

    • @Sam Spade:

      Teilweise Zustimmung, nur Norwegen taugt als Beispiel nicht: Dem Staat und den Menschen dort geht es nicht aufgrund ihrer Arbeitskraft gut, sondern wegen des Öls. Kann D leider nicht kopieren

      • @Samvim:

        Ein Mythos das der Norweger durch Öl vermögend geworden ist.

        Die Ölindustrie ist der größte Wirtschaftszweig, macht aber dennoch lediglich 26% des BIP aus. Zum Vergleich, die deutsche Autoindustrie samt Zulieferern macht schon 11% des deutschen BIP aus.

        Die Einnahmen aus der Gewinnabführung des Staatsfonds werden auch nicht an die Bevölkerung ausgeschüttet, sondern fließen in die Staatskasse und nur mit einem sehr geringen Teil daraus werden der Wohlfahrtsstaat und Infrastrukturmassnahmen finanziert.

        Der größte Arbeitgeber ist übrigens nach wie vor die Fischindustrie in Norwegen. Und mein Beispiel des sechs Stundentags beruht genau auf Betrieben die in diesem Wirtschaftszweig oder im Handwerk tätig sind.

        Wenn die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen, kann jedes Land Wellbeing Economy betreiben, praktizieren Länder wie Dänemark, Island oder Irland ja auch schon seit geraumer Zeit in diversen Branchen.

  • Eine "Debatte" entsteht erst, wenn die Zeitungen auf so einen Stuss auch anspringen und jeder seinen Senf dazu geben kann.



    Schon mal jemand von den CDU-Blödeln der Gedanke gekommen, dass weniger Teilzeit auch gar nicht arbeiten bedeuten kann?

  • Dem EU Sozialismus wird irgendwann das Geld der Deutschen ausgehen …..so langsam ist es soweit.

    (Frei nach Margret Thatcher).

    • @Hank999:

      Sozialismus in der EU? Wo? D

      ie EU wurde u.a. gegründet, um günstige Akkumulationsmöglichkeiten für Kapital zu schaffen. Nicht als soziales Projekt.

      Sozialismus ist nicht, was der konservative Kampfbegriff a la Thatcher suggerieren will.

  • Wahre Worte,



    aber wo ist der Humus hin, auf dem das gedeihen kann?



    Nicht nur die Böden erodieren im Wachstums-Rechtsruck-Westen, auch der gesellschaftliche Restverstand.

  • Danke für diesen Text, denn der Beginn der heutigen tagesschau war geradezu obzön. 3 Millionen Arbeitslose und unsere Wirtschaftsministerin sieht einen Hoffungsschimmer!







    Wie wäre es einige Miliarden Euro in die Hand zu nehmen, um für die Arbeitslosen eine gute Weiterbildung anzubieten?

    Wird es nicht geben, weil dieser Bereich von der Bundesagentur privatisiert wurde. Stattdessen obskure Weiterbildungen, die kaum eine Arbeitslosen weiterbringen. Hauptsache raus aus der Statistik. Interssierte auch keinen, so lange die Wirtschaft lief.

    Was ist mit den Zehntausenden, die jetzt in der Automobilindustrie ihre Jobs verlieren, während sich Krankenhauspersonal kaputtarbeitet, auch weil viele älter werden und kleine Kliniken zuhauf schließen?

    Oder was ist mit den Tausenden, die im Einzelhandel ihre Jobs verlieren, weil jeder Online einkauft und Billiglöhner die Pakete ausfahren?

    Deshalb die Trigger-Kampagne "Lifestyle-Teilzeit" und keine Ideen, wie eine Gesellschaft zu schaffen wäre, die nicht auf Teufel kommen raus wachsen muss, was auch dem Klimaschutz helfen würde. Stattdessen Wachstum mit Künstlicher Intelliigenz, obwohl dieses auf einer Spekulationsblase beruht.

  • Bei der Aussage der CDU bez. Teilzeit (und auch vorher wegen Merz´Forderung dass die Deutschen mehr arbeiten müssen) musste ich mich fragen was zum Teufel diesen Mann reitet. Derartig unsinnige und realitätsfremde bzw realitätsverleugnende Forderungen zu stellen während die eigenen Umfragewerte so tief im Keller sind dass sie praktisch überhaupt nicht mehr sinken können, das grenzt doch an politischen Selbstmord. Noch dazu gibt es keinerlei Gründe derartige Diskussionen anzufangen. Bzw es gäbe weitaus dringendere Themen die auch politisch anschlussfähig wären. Der Mann kann es wirklich nicht, und seine Berater sind ihr Geld nicht, überhaupt nicht, wert. Ausser sie würden von jemand anders bezahlt. Genauer betrachtet ist es mit Merz so wie mit Merkel: Die arbeiten letztendlich für die AfD.