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Debatte über Teilzeit-ArbeitVom „Wohlstand“ bekomme ich nur Brotkrumen

Die CDU-Kampagne gegen "Lifestyle-Teilzeit" soll triggern. Das tut sie auch. Denn wir sollen mehr arbeiten, aber vom Wachstum haben wir wenig.

Warum nicht mehr Freizeit statt mehr Arbeit? Foto: Raphaela Tesch/Alamy/mauritius images

J edes Mal, wenn man denkt, das CDU-Milieu sollte so langsam alle Policy-Ideen aus der Kategorie „Wir müssen alle mehr arbeiten“ verbraten haben, kommen sie mit dem nächsten Vorschlag um die Ecke. Jetzt wollen Teile der CDU die „Lifestyle-Teilzeit“ abschaffen. Ein so wunderbarer PR-Begriff – er sollte triggern, und er hat getriggert.

Denn wer hat nicht diesen einen Bekannten, der „einfach keinen Bock auf die 40-Stunden-Woche“ hat, lieber bouldern geht und den halben Sommer hedonistisch auf Festivals abhängt. Konservative lieben es, sich von diesem Typus abzugrenzen. Und Linksliberale lieben es, Konservative daran zu erinnern, dass die allermeisten Teilzeitarbeitenden diesem Typus ja gar nicht entsprechen und in die Teilzeit gezwungen sind.

„Ihr habt ja recht“, argumentieren sie dann gerne, „wir brauchen das Wirtschaftswachstum. Aber das Abschaffen des Rechts auf Teilzeit bringt da nichts, es gibt viel bessere Wege, um mehr Menschen, gerade Frauen, in Arbeit zu bringen.“ Am Ende sind sich dann von Mitte-links bis rechts außen alle einig: Wir brauchen Wachstum!

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Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten, linken Meinungsspektrums.

Nur leider fällt Wirtschaftswachstum eben nicht einfach vom Himmel, es muss produziert werden. Was muss ein Land also tun, um sein Wachstum zu steigern? Es muss seine Wettbewerbsfähigkeit gegenüber anderen Ländern verbessern, die auch nach Wachstum streben – denn Investoren investieren in die Unternehmen, von denen sie sich die größte Rendite versprechen, und die größte Rendite bekommen sie dort, wo kontinuierliches Wachstum stattfindet.

Um immer weiter zu wachsen, brauchen Unternehmen wiederum Investitionen. Und wie verbessert ein Land seine Wettbewerbsfähigkeit? Weniger Sozialabgaben, weniger Regulierungen und Bürokratie, Steuern und Klimaschutzvorgaben für Unternehmen – und vor allem: mehr Arbeit.

Dabei arbeiten wir gar nicht weniger als vorher, auch nicht die Gen Z. Das ist ein konservativer Boomermythos. Im Gegenteil, wir arbeiten kollektiv mehr als je zuvor. Nur bedeutet Wachstum eben, dass jedes Jahr mehr erwirtschaftet werden muss als im Vorjahr. Wir alle müssen also noch mehr arbeiten als nur mehr und am besten produktiver. Na ja, okay, nicht alle. Nur die, die einer Lohnarbeit nachgehen.

Deshalb ist jetzt auch wirklich mal Schluss mit der allgemeinen Faulenzerei – mit dem vielen Kranksein, all den Feiertagen, dem ganzen Urlaub und dem Life in der Work-Life-Balance! Alles Zeit, in der man auch etwas für das deutsche Wirtschaftswachstum tun könnte, statt gesund zu werden, sich auszuruhen oder – god forbid! – Spaß zu haben.

Aus Sicht des Kapitals und aus Sicht eines kapitalistisch organisierten Staats macht das total Sinn. Aber warum zur Hölle sollten wir, die ohnehin in die Lohnarbeit gezwungen sind, um existieren zu können, für dieses Wirtschaftswachstum auch noch den letzten Rest eines guten Lebens aufgeben?

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Die Merzens dieser Welt faseln dann gerne irgendwas von „unserem Wohlstand“, den wir „gemeinsam erarbeiten“ müssten. In der Realität sind wir aber nur bei dem Erarbeiten mitgemeint – von dem Wohlstand, der durch Mehrarbeit generiert wird, bekommen wir, wenn überhaupt, nur Brotkrumen ab. Mal ganz zu schweigen davon, dass dieser Wachstumszwang auch noch langfristig den Planeten, auf dem wir leben, für uns alle unbewohnbar macht.

Na ja, nicht für alle. Aber zumindest für die, die sich keine klimakatastrophensichere Festung oder den Umzug auf den Mars leisten können. Für alle anderen wäre es wohl mal Zeit, sich zu überlegen, wie eine Gesellschaft ohne Kapitalismus und den ihm inhärenten Wachstumszwang funktionieren könnte.

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Pauline Jäckels
Meinungsredakteurin
Redakteurin im Meinungsressort seit April 2025. Zuvor zuständig für die parlamentarische Berichterstattung und die Linkspartei beim nd. Legt sich in der Bundespressekonferenz gerne mit Regierungssprecher:innen an – und stellt manchmal auch nette Fragen. Studierte Politikwissenschaft im Bachelor und Internationale Beziehungen im Master in Berlin und London.
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64 Kommentare

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  • Das Forum der taz lässt mich einigermaßen ratlos zurück. Einerseits müssen wir die Arbeit aufteilen, weil wir nicht genug Arbeit haben. Darum muss der Rechtsanspruch auf Teilzeit bleiben, und es darf nicht mehr Druck auf Bürgergeldempfänger ausgeübt werden, andererseits haben wir Arbeitskräftemangel und brauchen mehr Migration. Hm, schwierig..



    Darum versuche ich mich dem Thema mit einem Beispiel zu nähern.



    Ich arbeite in der Betreuung/ Pflege. Zum.ersten November ging unser Haustechniker in den Ruhestand. Das Jobcenter schickte uns einen Bürgergeldempfänger. Thorsten, nach Weiterbildung im Jobcenter austherapiert. Mehr wäre nicht möglich. Probearbeiten endete nach zwei Tagen. Krank gemeldet.



    Bei der Demo in Gießen hab ich ihn Ende November getroffen. Das wäre nicht sein Ding, obwohl er Elektroinstallateur ist. Sein Ding wäre Aktivist. Hab ihn gefragt woher wir nun Kräfte hohlen sollten. Sei Antwort: Migranten. Okay, Migranten für die Arbeit für die sich Thorsten zu schade ist. Das ist linker Rassismus.

  • "...denn Investoren investieren in die Unternehmen, von denen sie sich die größte Rendite versprechen, und die größte Rendite bekommen sie dort, wo kontinuierliches Wachstum stattfindet."



    Wer investiert warum?



    Nein, Investoren investieren in gute Ideen und Innovationen und daraus folgende Dienstleistungen und Produkte. Ob das allein durch mehr Arbeit geht, dass ist doch genau der Punkt! Warum sollten VW Arbeiter ans Band und mehr arbeiten, wenn das Produkt "VW" gar nicht mehr in entsprechenden Stückzahlen verkaufbar ist, weil schlecht im Vergleich zum Wettbewerber!



    Wir verlieren unsere Talente ans Ausland. Wir vergraulen qualifizierte porenzielle Zuwanderer. Wir halten am Alten fest und wollen nix ändern. Das sind unsere Probleme von Links über die Mitte bis Rechts.

  • Die Überschrift fasst alles zusammen, als Boomer kann ich nur sagen, das Zeit meines Lebens die Politik und die Wirtschaft/Superreichen von Krisen gefaselt haben und dann unser Geld nach oben umverteilt haben. Wenn es der Wirtschaft besser ging wurden die Superreichen nur noch schneller reicher.



    "Sozialreformen" waren meist ein populistisches Treten nach unten und eine Privatisierung staatlicher Leistungen ein weiteres Umverteilen nach oben.



    In normalen Arbeitsverhältnissen sinkt der Reallohn seit Jahrzehnten, aber der DAX erreicht immer neue Höhen.



    Warum sollte ich eine Minute länger für Staat/Wirtschaft arbeiten?

  • Es gibt auch Länder -- ich denke da etwa an Dänemark --, da sind derartige Problemstellungen Sache der Tarifvertragsparteien und nicht des Gesetzgebers. Das hätte aus Sicht der CDU allerdings den Nachteil, dass die Rolle der Gewerkschaften aufgewertet würde.

  • Oh wie schön ist's in der Wunderwelt der CDU - alle arbeiten mehr und die Wirtschaft springt an, da wo Kapital ist wird mehr und immer mehr angehäuft und der Rest der Schaffenden erkennen den Sinn des Lebens - Arbeit macht frei, oder wie war das? Freie Zeit ist doch unnütz, langweile und Konsumterror bedoht das Wohlbefinden. Wir leben, um zu arbeiten. Und danken den Christlichen für die frohe Botschaft: ora et labora und die Erlösung folgt im Himmelreich

    • @Heinz Kurtenbach:

      Großartige Zusammenfassung. Danke!

  • Die einen wollen triggern, die anderen lassen sich triggern. Medien, wie die taz, triggern eifrig mit. Für ein aufklärendes Dossier reicht die Kraft nicht mehr, also werden Meinungen lanciert und gemacht. Selbst die merkwürdigen Verkürzungen einer vermeintlich eindeutigen Pressemittleilung des Statistsichen Bundesamts [ (www.destatis.de/DE...r%20(24%2C9%20%25). ] in einer dpa-Meldung [ taz.de/Teilzeit-Debatte/!6150077/ ] werden „unters Volk geworfen“.

  • Der Artikel legt sich - das ist richtig - beim Wohlstand nicht fest, d. h. es geht letztlich immer um Güter. Investiert wird zunächst darin, dass Güter entstehen (können). Wenn man dies allein Anreizen und den Vermögenden überlässt, entsteht Zwang, der sich letztlich auf die finanziell unteren Bevölkerungsschichten wirkt - politisch. Güter bereit zu stellen, das kann niemals ungeregelt sein. Einkommen knüpft an Güter und diese an die natürlichen Ressourcen und kann daher niemals allein aus Arbeit für jeden realisiert werden. Wir müssen uns - vornehmlich die Reichen - daran gewöhnen, steigende Sozialeinkommen zu haben, oder die Arbeit zu teilen, jedoch definitiv die Güter.

  • Gab es da nicht mal eine Zeit in der insbesondere die GRÜNEN und Umweltverbände etc. , richtigerweise, gegen dieses verantwortungslose Wachstumsgeschwafel opponierten - die Ausbeutung der Erde/Umwelt (und auch der Menschen) sollte endgültig gestoppt werden! Wurde die Forderung beendet nachdem die entsprechenden Führungspersonen aus ihren oft prekären Einkommenverhältnissen in lukkrative Positionen in Politik und Verbänden" gewachsen" sind - da gab es Wachstumsraten von oft bis zu 80/90%.



    Was eigentlich sagt der "Joschka" dazu , nach seinem erfolgreichen "Marsch in die Institutionen" ? (diese politische Parole hatte eigentlich etwas anderes im Sinn, es sollte um mehr politische Macht gehen um die Situation von Menschen und Umwelt nachhaltig zu verbessern)

  • Boomermythos oder Gen-Z-Gejammer- schön wenn die Welt so einfach erklärt werden kann. Mit der Arbeitswelt und der Motivation hat das zwar nichts zu tun, es ist aber wohl total woke so zu schreiben?

  • Wir brauchen klügere Technik, smarteres Arbeiten, produktivere Verwendung von Ressourcen aller Art. Fortschritt.

    Fortschritt ist dabei genauso, deutlich _weniger Aufwand für ziemlich Sinnloses oder gar Planetenschädliches zu betreiben. Wir wären schlagartig in diesem Sinne reicher, wenn nicht mehr z.B. Autos, Flüge, Steaks teuer konsumiert würden, als gäbe es kein Morgen. Wenn wir auch das Solidarische in uns nicht mehr neoliberal unterdrücken. Platz für strebenden Fortschritt bleibt dann immer noch: Plastikmüll wegräumen, die Pflege, Spitzenforschung, ... aber bitte nicht mehr das falsche Fossil-Funditum.

  • Wir brauchen klügere Technik, smarteres Arbeiten, produktivere Verwendung von Ressourcen aller Art. Fortschritt.

    Fortschritt ist dabei genauso, deutlich _weniger Aufwand für ziemlich Sinnloses oder gar Planetenschädliches zu betreiben. Wir wären schlagartig in diesem Sinne reicher, wenn nicht mehr z.B. Autos, Flüge, Steaks teuer konsumiert würden, als gäbe es kein Morgen. Wenn wir auch das Solidarische in uns nicht mehr neoliberal unterdrücken. Platz für strebenden Fortschritt bleibt dann immer noch: Plastikmüll wegräumen, die Pflege, Spitzenforschung, ... aber bitte nicht mehr das falsche Fossil-Funditum.

  • "von dem Wohlstand, der durch Mehrarbeit generiert wird, bekommen wir, wenn überhaupt, nur Brotkrumen ab"

    Ich wuerde den Sozialstaat nicht als Brotkrumen abtun. Zur Zeit wird dieser via Schulden finanziert, deshalb erscheint es so, als waere dieser auch ohne Wohlstand finanzierbar. Diese Illusion wird aber bald platzen und dann wir der Sozialstaat an den Wohlstand angepasst. Ob man dann immer noch von Brotkrumen redet wage ich zu bezweifeln.

    • @elektrozwerg:

      Brotkrumen bezieht sich wohl auf die Menge im Vergleich zum Brot (das durch Dividenden, Aktienrückkäufe, Erbschaften. Cum-Ex und Steuerschlupflöcher verschwindet).

      Der Großteil des Sozialstaates wird von Beitragen und Steuer zuschussen gedeckt. Da könnte man erstmal an Bürokratiekosten, Beamten-Gehaltern und Pensionen, Staatlicher Effizienz, Militärausgaben usw schrauben. Sogar an Rentenanpassungen, den das ist der größte Posten.

      Das Problem ist, dass die Menschen keine Kinder mehr kriegen wollen aufgrund der Hoffnungslosigkeit. Mieten, Klimawandel, Rechtsruck, Angst vor KI&Roboter Massenarbeitslosigkeit, Kriege, Polarisierung durch Anti-Soziale Medien. Da will keiner mehr Kinder kriegen. Schon gar nicht wenn es einen massiven Einschnitt in die knappen Finanzen bedeutet. Ich kenne so viele kinderlose Paare, ich bin der einzige im ganzen näheren Bekanntenkreis mit Kindern. Ich bin Mitte 45. Kindergarten und Nachmittagsbetreuung kosteten letztes Jahr 6000 Euro.

      Und es ist so. Selbst wenn ich jetzt statt 40 doch 45 Stunden die Woche arbeite kann ich mir für 500€ im Monat mehr kein Haus leisten (hab leider nix geerbt sorry). Auch bei 50 Stundenwoche nicht.

  • Ja, genau! Stimme in allen Punkten zu. Es ist ein revolutionärer Akt in einer kapitalistischen Welt und Leistungsgesellschaft höchstens Teilzeit zu lohnarbeiten! Frau lebt nur einmal und hat in ihrer "Freizeit" genug mit unbezahlter Arbeit zu tun.

  • Es ist alles so ermüdend. In Teilzeit verdiene ich nicht viel klar. Der Unterschied zu Vollzeit ist dann im nettp aber dann doch so gering, dass ich meine Gesundheit nicht gefährden will. In Vollzeit würde ich zusammenbrechen und wäre im Zweifelsfall (über Jahre) gar nicht mehr arbeitsfähig. Dinge die so passieren, wenn man in chronischer Armut früh parentifiziert wurde und trotzdem Angeberrechte für die emotional missbrauchenden Eltern anschaffen sollte. Das Leben ist wohl nur zu wenigen gut...

  • Guter Artikel! Die Arbeit muss verteilt werden. Genau so wie der Wohlstand. Ewiges Wachstum auf einem endlichen Planeten geht nicht. Ich dachte auch die Roboter machen die Arbeit: drei Stunden für jeden pro Tag.

    • @A.S.:

      Und der arbeitslose Grafikdesigner baut dann Brücken oder operiert Krebs? Wir leben in einer hochkomplexen Wirtschaft, Arbeit kann nicht so einfach verteilt werden weil es für die meisten Jobs und 99% der gut bezahlten hoch qualifizierte Fachkräfte braucht.

  • Für mich ergibt sich aus der Debatte ein noch nicht diskutiertes Problem: Das sind die absoluten Kosten der Sozialversicherung. Warum muss die in Vollzeit Arbeitenden Person solidarischer bei Ihrer KV sein, als die in Teilzeit arbeitende Person? Ich bin für einen Straffaktor auf KV und PV bei Teilzeit. Das würde dann Anreiz zu Mehrarbeit schaffen. Am besten einen Einheitsbeitrag für alle über 18.

    • @drexelsior:

      Kann sich dann die arbeitende Person ihre Beiträge zurückerstatten lassen, wenn sich der /die Lebenspartner-in daheim um einen zu pflegenden Menschen kümmert?

    • @drexelsior:

      Auch angesichts der Arbeitslosenzahlen ist das falsch.

    • @drexelsior:

      Hier ist tatsächlich ein Ungleichgewicht und fehlende Solidarität, die behoben werden müsste. Hier könnte man tatsächlich einen Punkt machen was Lifestyle-Teilzeit angeht, dass wenn es keinen guten Grund gibt, die Sozialbeiträge auf 40 Arbeitsstunden hochgerechnet und abgezogen wird.

      • @Walterismus:

        Kommt dann als nächstes eine Strafe für Menschen, die in Berufen unter ihrer Qualifikation arbeiten, weil sie ja mehr verdienen könnten und daher Sozialbeiträge sparen?



        Solange nicht jede Arbeit den gleichen Stundenlohn einbringt ist eine Forderung nach Sozialaufschlägen für Teilzeitarbeit ein schlechter Witz.

        • @Herma Huhn:

          Nein kommt nicht. Aber warum jemand der 40 Stunden arbeitet auch auf die 40 Std SV-Beiträge soll, während jemand in Lifestyle-Teilzeit nur 20 Std arbeitet, dann aber den gleichen Output aus den SV-Beiträgen bekommen soll, ist nicht nachvollziehbar.

          Da wird Solidarität gefordert für Menschen die keine Solidarität benötigen und Ihrerseits selber solidarisch sein könnten.

          • @Walterismus:

            Definiere Personengruppen, die sich Lifestyle-Teilzeit leisten können?



            Vielleicht ist der Begriff ähnlich dem der Neiddebatte.



            Wie neidisch muss jemand sein, der sich Venedig für seine Hochzeit mietet, dafür absurde Umweltverschmutzung in Kauf nimmt, mal eben Raketenflüge ins Weltall anbietet und hofft, im Falle des Falles Zuflucht auf dem Mars zu finden, aber z. B. dem Auslieferfahrer, der seinen Reichtum erst ermöglicht, nicht ein ausreichendes Auskommen ermöglicht?



            Wie war das also mit dem Stöckchen und dem drüberspringen?

      • @Walterismus:

        Seit wann darf man nicht mehr selbst bzw staatlich ungestraft darüber entscheiden, wie lange man arbeiten möchte?! So braucht es im Zweifel einen gesetzlichen Anspruch.

  • Danke dafür.



    Dieses ewige Wachstum ist unerklärlich.



    Wenn eine Firma gut läuft und die Auftragsbücher gefüllt sind, dann läuft sie gut und die Auftragsbücher sind gefüllt. Warum muss die dann dringend größer werden, um nicht unterzugehen?



    Gerade mal zwei Prozent der arbeitenden Bevölkerung sind für die Landwirtschaft und damit für die tatsächlich lebensnotwendige Produktion zuständig. Das sind weniger als Menschen, die in absolut irrelevanten Pseudojobs ein überdurchschnittliches Gehalt verdienen, das in keiner Relation zu ihrem Nutzen für die Allgemeinheit steht.



    Ich kann mir momentan leider auch nicht vorstellen, welches System es besser schaffen würde den Wert einer Arbeit zu bemessen. Aber das kapitalistische System schafft es definitiv nicht.



    Gerade war auch wieder die Meldung groß, dass die Arbeitslosenquoten neue Rekorde erreichen. Wenn wir nun Teilzeitarbeit einschränken, sind das doch nur noch weniger Köpfe, die mit Erwerbseinkommen ausgestattet werden. In den 70gern haben 40 Stunden ausgereicht, um eine Familie zu ernähren. Warum soll das besser sein als 50 Stunden auf zwei Personen aufgeteilt?

    • @Herma Huhn:

      Nach der heutigen Verfasstheit der sog. "Wirtschaft" (zu wenig Gemeinwohl, zuviel Umweltzerstörung) ist "Wachstum" ein Wort der Bevölkerungsverdummung. Im Ergebnis kann nur die Einkommenssteigerung (in Geld oder Gütern ausgedrückt) gemeint sein. Der Begriff sagt jedoch nicht, wessen Einkommen steigt bzw steigen soll, das Einkommen einer Gruppe, oder im Extremfall das einer Einzelperson.

    • @Herma Huhn:

      "Wenn eine Firma gut läuft und die Auftragsbücher gefüllt sind, dann läuft sie gut und die Auftragsbücher sind gefüllt. Warum muss die dann dringend größer werden, um nicht unterzugehen?"

      Um am Markt überleben zu können. Eine Firma die nicht wächst, wird relativ schnell an den eigenen Kosten ersticken! Wenn der Umsatz nicht steigt, können auch keine Gehälter der angestellten steigen.



      Eine Firma die nicht wächst wird irrelevant, weil Sie die Bedürfnisse der aktuellen Kunden nicht mehr bedienen kann. Dann sucht sich der Kunde jemand anderes der das bedienen kann.



      Eine Firma die nicht wächst, kann nichts entwickeln, weil kein Geld und Kapazität da ist. Die Firma wird irrelevant, weil von Konkurrenz abgehängt (Wer kauft heute noch ein Handy mit Technologie aus 2012?)

      Eine Firma muss wachsen, andernfalls geht eine Firma unter.



      Und ich meine jetzt nicht den Kiosk oder Friseur um die Ecke.



      Eine produzierende Firma muss wachsen, andernfalls dauert es keine 3 Jahre und die Firma ist weg vom Markt.

      • @Walterismus:

        ja, aber warum???



        Warum ist der Markt so aufgebaut, dass eine Firma, die immer gute Arbeit liefert, vom Markt überholt werden muss?



        Wir verkaufen mittlerweile Fernseher die mit Auflösungen werben, die 90 % der Zuschauer aus einem Meter Entfernung nicht mehr wahrnehmen können. Warum müssen also Fernsehhersteller weitere Innovation in Sachen Auflösung liefern, um nicht unterzugehen?



        Was spricht gegen das Handy aus 2012? Ja, die Firma, die da nicht weiter mitgemacht hat, ist untergegangen. Aber warum ist das so? Warum glauben so viele, das müsste so sein? Der Lebensstandard in den 70ern war doch gar nicht so schlecht. Warum muss es mehr sein? Die Lebenserwartung ist in den letzten zehn Jahren auch nicht mehr gestiegen, im Gegenteil, ein Abfall der allgemeinen Gesundheit zeichnet sich immer deutlicher ab. Warum glauben immer noch so viele, der Fortschritt müsse sein, damit nicht alles zusammenkracht?



        Sie beschreiben den Ist-Zustand.



        Ich frage nach den Ursachen dafür.

        • @Herma Huhn:

          Nochmal, weil die Firmen ohne Wachstum schlicht abgehängt werden. Das ist auch keine Konstruktion des Marktes, sondern in allen Lebensbereichen der Fall.



          Firmen müssen mit der Zeit gehen, andernfalls werden Sie und Ihre Produkte nicht mehr gebraucht. Daher das Beispiel mit Handy aus 2012. Diese Handys sind heute nicht mehr in der Lage die Anforderungen an ein Handy zu bedienen, weil die Prozessoren die Menge an Daten nicht mehr verarbeiten kann.

          Das gleiche wie mit Personal im Unternehmen. Ein Mitarbeiter der nicht mit der Zeit geht und wie wie 1990 noch ohne PC arbeiten will, kann in einer digitalen Arbeitswelt nicht überleben.

          Für Firmen gilt das gleiche. Die DDR Firmen sind hier das Paradebeispiel, welche nach dem Mauerfall nicht mehr Konkurrenzfähig waren, wegen Stillstand.

          Wachstum ist keine Marktlogik Es ist ein Teil des Fortschritts in jedem Bereich des Lebens. Ein Körper dem nicht mehr genug Zellen nachwachsen, der stirbt (Ganz normal im Alterungsprozess eines jeden Menschen). Dies trifft auch auf Unternehmen zu.

          • @Walterismus:

            Zum Verständnis: Ruhrpottkind und als Rentner immer noch Ruhrpottler.



            Ziel der Treuhand war nach kurzer Zeit nicht mehr der Erhalt der DDR-Firmen, sondern deren Abwicklung. Von 600 Milliarden Wert der Firmen blieben am Ende 286 Milliarden "Sondervermögen". Dokus gucken macht manchmal schlauer.



            Habe die letzten 20 Jahre meines Handwerkerdaseins Computer benutzt und stelle mir gerade das verdutzte Gesicht des Kunden vor wenn sich der Handwerker in die Toilette einlogt um dann festzustellen das tatsächlich kein Wasser nachläuft, das Ventil aber in Ordnung sei und der Kollege dann in 3 Wochen vorbei komme. ;-).



            Warum kommen eigentlich immer mehr einfache Handys, also keine Smartphones, in die Auswahl von Mediamarkt? Ich brauche nur za. 10 Apps auf meinem Smartphone, habe aber 130 auf dem Gerät, wovon ich viele nicht einmal deinstallieren kann. Mir war unverständlich warum Gigaset in Bocholt 0815 Smartphones zusammengeschraubt hat, statt eins mit sehr guter Kamera, freier Software, gutem Reparaturservice und individueller Konfigarurierbarkeit. Nun schrauben sie halt nicht mehr.



            Warum sind die faulen Arbeitnehmer schuld, wenn Politik und Firmenlenker die falschen Entscheidungen treffen

          • @Walterismus:

            Sie beschreiben nach wie vor nur den Ist-Zustand.



            Um Ihr Beispiel aufzunehmen: Ein Körper, in dem die Zellen ihr eigenes Wachstum nicht begrenzen, stirbt. Wir haben sogar einen Namen für diese Krankheit: Krebs.



            Wachstum um jeden Preis funktioniert nicht. Selbstbegrenzung zum Wohl des Großen Ganzen ist der Trick, der höhere Lebensformen und damit Entwicklung und Fortschritt erst möglich gemacht hat.

    • @Herma Huhn:

      Nur die Landwirtschaft als lebensnotwendig zu definieren ist ein wenig kurz gegriffen, oder? Trinkwasser, Strom, ärztliche Versorgung? Vielleicht wäre auch eine Wohnung nett, die muss übrigens auch gebaut werden. Damit die Landwirte überhaupt arbeiten können, benötigen sie natürlich Maschinen, Dünger etc. Fällt auch nicht vom Himmel. Wenn sie so leben wollen wie in den 70ern reicht ein Job. Also ein Festnetztelefon statt Handy für jedes Familienmitglied und superschnelles Internet. Halb soviel Wohnraum pro Person wie heute. Medizinische Versorgung wie vor 60 Jahren mit entsprechend reduzierter Lebenserwartung. Pflegegeld und Elterngeld wie damals (nämlich Null) und und und

      • @Nisse:

        Natürlich reicht Essen allein nicht aus für ein gutes Leben. Aber Sie können nicht leugnen, dass es mehr Arbeitsplätze in Bereichen gibt, die wirklich gar nicht notwendig für das gesellschaftliche Wohl sind, als Arbeitsplätze in der Landwirtschaft.



        Egal, wie streng wir das definieren, auf weniger als 10% Bullshit-Jobs kommen wir nicht.

    • @Herma Huhn:

      Bei dem ewigen Wachstum geht es um ein wissenschaftliches Experiment, bei dem man von Anfang an weiß. dass es nicht funktionieren kann:



      Wie generiert man unendliches Wachstum in einem System mit endlichen Ressourcen?

    • @Herma Huhn:

      ".... Warum muss die (Firma 1) dann dringend größer werden, um nicht unterzugehen? ..."

      Sie selbst nicht, aber Firma 2, die die Maschinen baut, mit denen Firma 1 produziert, braucht das. Denn nur so hat auch sie ihre Auftragsbücher voll und überlebt, in diesem Fall erstmal ohne zu wachsen.

      Wirtschaft ist immer vielschichtig. Wenn die Schicht am Konsumenten stagniert, schrumpfen die Schichten darunter.

      • @Tinus:

        Ich wage zu behaupten, dass Maschinen oft genug kaputt gehen und dann gegen bessere ersetzt werden können, dass auch ohne Wachstumszwang eine Maschinenbaufirma lebensfähig sein kann.

  • Wir sind eines der reichsten Länder der Welt, "aber vom Wachstum haben wir wenig" -- echt jetzt?

    Niedrige Kindersterblichkeit, hohe Lebenserwartung, Gesundheit, Sicherheit, ... alles "wenig"?

    • @Jobst Heitzig:

      Die Lebenserwartung steigt nicht mehr, sie sinkt mittlerweile sogar wieder.



      Und wenn man sich die Lebenserwartung getrennt nach verschiedenen Berufsgruppen anschaut, werden hier auch sehr deutliche Unterschiede sichtbar. Gesundheit und Sicherheit sind tatsächlich nicht für jeden gleichermaßen zu bekommen. Die Zeiten, als diese Aspekte noch für alle besser wurden, wenn die Wirtschaft vorankam, sind leider wirklich vorbei. Wir zehren noch von den Errungenschaften der Wirtschaftswunderjahre. Aber das Versprechen von steigendem Wohlstand für alle wird nicht mehr eingehalten.

      • @Herma Huhn:

        "Die Lebenserwartung steigt nicht mehr, sie sinkt mittlerweile sogar wieder. " leicht erklärbar durch die hohe Wirkung der frühkindlichen Entwicklung auf Lebenserwartung hat und die hohe Migration, Biodeutsche haben weiterhin eine hohe vermutlich sogar steigende Lebenserwartung.

    • @Jobst Heitzig:

      Zufriedenheit ist in dem System nicht vorgesehen, wo kämen wir denn da hin?

  • Ja, selbst so erlebt. Nach ein paar Jahren Teilzeit in einem Projekt gelandet, in dem es dann doch sinnvoll gewesen wäre, an 5 Tagen pro Woche ansprechbar zu sein. Auf die Frage nach Vollzeit kam von mir "Was bekomme ich denn dafür, wenn ich wieder Vollzeit arbeite?" Die Antwort: "Du bekommst die zusätzliche Tage natürlich bezahlt." Ist doch tröstlich, dass keine ehrenamtliche Tätigkeit erwartet wird...

    • @Der dreckich Katz:

      Ach so ... Man erwartet jetzt als Teilzeit arbeitende Person auch noch einen Bonus wenn man mehr arbeitet ? Ja toll, dann sollte man ja einen gewaltigen Aufschlag kriegen wenn ich vom Minijob in Vollzeitarbeit zu 40 Stunden gehe.

      Ich finde die Anspruchshaltung echt merkwürdig.

    • @Der dreckich Katz:

      Noch habe ich Sie nicht verstanden.



      Sie boten Vollzeit statt Teilzeit an, um dem Projekt zu dienen. Und die wäre dann auch entsprechend bezahlt worden. Ein zumindest formales Dankeschön und Anerkennung des Mitdenkens und Engagierens wäre gewiss noch nett.



      Wenn jedoch früh die Frage kommt "Was bekomme ich denn dafür" (und Sie sind sonst nicht so der Ego-Typ), dann lief da mit Ihnen und dieser Firma vielleicht auch noch ganz anderes aus der Vorgeschichte quer?

      Jetzt ein Überstundenzuschlag oder die Stachanow-Medaille in Gold dafür verstünde ich nämlich auch nicht, wenn ich mich in die Firma hineinzuversetzen suche.

  • Genau diese Fragestellungen werden im Sammelband "Tätigsein in der Postwachstumsgesellschaft", herausgegeben von Irmi Seidel und Angelika Zahrnt, thematisiert und von verschiedenen Autoren aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet. mMn sehr interessant!

  • Dass Viele in der Union ihrer Rolle nicht gewachsen sind, ist ja kein Geheimnis.



    Ein Möchtegernkanzler an der Spitze ist nur das traurige Aushängeschild einer kopflosen Union, deren Köpfe mit wenig Inhalt losplappern.



    Arbeitskräfte sind Mangelware, daher ist eine rigide Einwanderungspolitik falsch - Dobrint 6, setzen!



    Kranke Arbeitnehmer*Innen sind nicht produktiv, sondern teuer.



    Mehr arbeiten wird daher kontraproduktiv.



    Deutschlands Erfolgsmodell ist ja grundsätzlich Automatisierung gewesen, also produktiver bei weniger Arbeitszeit.



    Gerade wer mehr Lebensarbeitszeit fordert, muss die Arbeitskräfte bei Gesundheit und Laune halten.



    Die Unionspolitik hierzu ist kopflos .



    Der Staat muss Rahmenbedingungen schaffen.



    Um das Potenzial der Frauen umzusetzen, sind beispielsweise mehr Betreuungsangebote für die Kinder notwendig.



    DAS würde helfen, nicht dumme Sprüche.



    Gut ist halt, dass die SPD mitregiert, dann wird eben nicht jeder Quatsch realisiert, der vom Unionsstammtisch herüberweht.

  • wie eine Gesellschaft ohne Kapitalismus und den ihm inhärenten Wachstumszwang funktionieren könnte

    Tja das geht nur dann, wenn wir die Vermehrung der Menschheit stoppen.

    • @Donni:

      Viel Spaß das der "dritten Welt" vorzuschreiben. Ich bin schon gespannt wie du das anstellen möchtest.

    • @Donni:

      Na da hab ich gute Nachrichten für Sie! Das Ende der Vermehrung der Menschheit ist schon in Sichtweite. Und die Vermehrung der Deutschen ist schon lange gestoppt - das bisschen Bevölkerungswachstum, dass wir noch haben, kommt nur durch Migration.

      Nur dummerweise wollen die, die unendliches Wirtschaftswachstum in Deutschland wollen aber auch gleichzeitig keine Migranten im Stadtbild haben.

  • "Dabei arbeiten wir gar nicht weniger als vorher..." Das sieht das Bundesamt für Statistik aber deutlich anders. Bei der Wochenarbeitszeit sind wir europaweit mittlerweile Drittletzter.



    Man kann das mit dem Wachstumszwang sehr gerne kritsch sehen, allerdings wird dabei häufig vergessen, dass auch technische und qualitative Verbesserungen Wachstum sind. Durch die fortschreitende Entwicklung sind diese aber zwangsläufig, was beim aktuellen Nullwachstum bedeutet, dass es quantitativ für alle weniger wird. Das ist dann aber auch wieder keinem recht. Schwierig

    • @Samvim:

      Richtig. Ein runder, gut lesbarer und an sich nachvollziehbar argumentierter Artikel voller Lamentiererei - und dann stimmen die grundlegenden Fakten nicht. Das ist wirklich katastrophaler Journalismus.

      • @TheBox:

        Statistiken lesen lernen.



        Familie: Mann, Frau und zwei Kinder.



        Frau geht Vollzeit 40 Stunden arbeiten. Mann macht Haushalt, erzieht Kinder und pflegt seinen Vater.



        Statistik sagt: Bravo, wir liegen über dem Schnitt der EU.



        Gleiche Familie: Opa gestorben, Kinder mittlerweile 12 und 15 Jahre alt.



        Neben der 40-Stunden-Woche geht der Mann jetzt 25 Stunden arbeiten.



        Statistik sagt: Mist, wir liegen unter dem Schnitt der EU.



        Lehrsatz: Traue niemals einer Statistik, die du nicht selber gefälscht hast. ;-)

  • Endlich mal den Gedanken zuende gedacht.



    Danke.



    Wie nennt man eigtl. den Freizeit-Vollzeit-Lifestyle der "von Beruf Sohn" Mitmenschen?



    'ich habe wieder die halbe Nacht wachgelegen in der Sorge, dass meine investments weniger Redite erwirtschaften als die meiner Kumpels..'



    'Sollte ich mein Steuerbüro wechseln, da ich immer noch Steuern zahle? Wer kennt da Tipps?'



    'Vermieter sein ist soo anstrengend. Und die Kündigungen und Räumungsklagen gehen an meine Substanz. Ich will doch nur in Ruhe meine Schäfchen ins Trockene bringen..'



    'Von meinem 100 ha Ackerbaubetrieb kann ich nur leben wenn der Staat mir 100.000€/ Jahr Sozialhilfe-ähh- Agrarsubventionen gibt. Und dann darf ich noch nicht mal Grundwasser und Bäche kontaminieren. Und dann soll ich auch noch Steuern zahlen? Naja, aber ich bin ja ein schlauer "Landschaftspfleger".. soviel kriegt der Drecksstaat nicht von mir..hähä..'

    Es wäre toll wenn es mal sowas wie eine sozialdemokratische Partei auch in Deutschland geben würde.



    Aber da kommt nix mehr.

  • Ach liebe Pauline Jäckels, nur etwas tiefer in die Materie eintauchen und man erkennt, das dem Kapitalismus kein inhärenter Wachstumszwang innewohnt. Bestes Beispiel sind die negativen Realzinsen in den letzten Jahren. Wirtschaftswachstum wurde dennoch generiert. Wachstum ist kein konstituierendes Element des Kapitalismus, wie auch Kapitalismus nicht gleich Kapitalismus ist. Hängt schon auch vom Wirtschaftssystem ab. Raubkapitalismus mit unregulierten Finanzmärkten unterscheidet sich schon stark z. B. vom Rheinischen Kapitalismus, welcher den Deutschen den Wohlstand beschert hat.

    Die geäußerte Kritik wurde leider nicht zu Ende gedacht, gilt auch für den Punkt der Ressourcen. Kapitalismus kann auch resourcenschonenden Wachstum generieren.

    Anstatt das System zu ersetzen, ist es sinnvoller innerhalb des Systems Instrumente zu setzen, die verhindern, dass das System CO2 ausstösst, Rohstoffe verbraucht etc. Hierzu liegen bereits diverse Konzepte vor, wie Degrowth.

    Auch Wellbeing Economy kann dazu beitragen, wie hier in Norwegen. Viele Betriebe haben einen 6 Stundentag bei vollem Lohnausgleich eingeführt und sogar die Produktivität dadurch gesteigert. Ökonomisch alles machbar.

    • @Sam Spade:

      Hallo Sam, prinzipiell sind deine Überlegungen richtig. Der Kapitalismus müsste sich reformieren und nicht die Rolle rückwärts üben, tut er aber nicht.



      Ist so wie mit dem Frieden.



      Im Prinzip machbar, scheitert aber an der Realität Mensch.

    • @Sam Spade:

      So ganz grob ist Kapitalismus Teil, ned Lösung des Problems.



      Der beruht darauf, daß Schulden gemacht werden und die schlussendlich mit Umweltverbrauch bezahlt werden. Das durch die Schulden in die Welt geschissene Kapital weiß irgendwann nimmer wohin und richtet auf seinem Wege in die Akkumulation bei Wenigen auch noch Schaden durch wachsende Ungleichverteilung an. Warum kriegt die Tellerwäscherin nur Mindestlohn und sowohl Gäste als auch der Restaurantbesitzer fahren AMG oder Lambo? Warum ist Rohkaffeeinfuhr (fast?!?) zollfrei, gerösteter dank Zölle für die Anbauländer unwirtschaftlich? ...

    • @Sam Spade:

      Teilweise Zustimmung, nur Norwegen taugt als Beispiel nicht: Dem Staat und den Menschen dort geht es nicht aufgrund ihrer Arbeitskraft gut, sondern wegen des Öls. Kann D leider nicht kopieren

  • Eine "Debatte" entsteht erst, wenn die Zeitungen auf so einen Stuss auch anspringen und jeder seinen Senf dazu geben kann.



    Schon mal jemand von den CDU-Blödeln der Gedanke gekommen, dass weniger Teilzeit auch gar nicht arbeiten bedeuten kann?

  • Dem EU Sozialismus wird irgendwann das Geld der Deutschen ausgehen …..so langsam ist es soweit.

    (Frei nach Margret Thatcher).

    • @Hank999:

      Sozialismus in der EU? Wo? D

      ie EU wurde u.a. gegründet, um günstige Akkumulationsmöglichkeiten für Kapital zu schaffen. Nicht als soziales Projekt.

      Sozialismus ist nicht, was der konservative Kampfbegriff a la Thatcher suggerieren will.

  • Wahre Worte,



    aber wo ist der Humus hin, auf dem das gedeihen kann?



    Nicht nur die Böden erodieren im Wachstums-Rechtsruck-Westen, auch der gesellschaftliche Restverstand.

  • Danke für diesen Text, denn der Beginn der heutigen tagesschau war geradezu obzön. 3 Millionen Arbeitslose und unsere Wirtschaftsministerin sieht einen Hoffungsschimmer!







    Wie wäre es einige Miliarden Euro in die Hand zu nehmen, um für die Arbeitslosen eine gute Weiterbildung anzubieten?

    Wird es nicht geben, weil dieser Bereich von der Bundesagentur privatisiert wurde. Stattdessen obskure Weiterbildungen, die kaum eine Arbeitslosen weiterbringen. Hauptsache raus aus der Statistik. Interssierte auch keinen, so lange die Wirtschaft lief.

    Was ist mit den Zehntausenden, die jetzt in der Automobilindustrie ihre Jobs verlieren, während sich Krankenhauspersonal kaputtarbeitet, auch weil viele älter werden und kleine Kliniken zuhauf schließen?

    Oder was ist mit den Tausenden, die im Einzelhandel ihre Jobs verlieren, weil jeder Online einkauft und Billiglöhner die Pakete ausfahren?

    Deshalb die Trigger-Kampagne "Lifestyle-Teilzeit" und keine Ideen, wie eine Gesellschaft zu schaffen wäre, die nicht auf Teufel kommen raus wachsen muss, was auch dem Klimaschutz helfen würde. Stattdessen Wachstum mit Künstlicher Intelliigenz, obwohl dieses auf einer Spekulationsblase beruht.

  • Bei der Aussage der CDU bez. Teilzeit (und auch vorher wegen Merz´Forderung dass die Deutschen mehr arbeiten müssen) musste ich mich fragen was zum Teufel diesen Mann reitet. Derartig unsinnige und realitätsfremde bzw realitätsverleugnende Forderungen zu stellen während die eigenen Umfragewerte so tief im Keller sind dass sie praktisch überhaupt nicht mehr sinken können, das grenzt doch an politischen Selbstmord. Noch dazu gibt es keinerlei Gründe derartige Diskussionen anzufangen. Bzw es gäbe weitaus dringendere Themen die auch politisch anschlussfähig wären. Der Mann kann es wirklich nicht, und seine Berater sind ihr Geld nicht, überhaupt nicht, wert. Ausser sie würden von jemand anders bezahlt. Genauer betrachtet ist es mit Merz so wie mit Merkel: Die arbeiten letztendlich für die AfD.