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live Wahl in Sachsen-AnhaltSieg Unheil

Rechtsextreme gewinnen die Wahl in Sachsen-Anhalt. Die CDU ist weit abgeschlagen, das BSW nimmt die Fünfprozenthürde. Eine Regierungsbildung dürfte schwierig werden.

• In Sachsen-Anhalt ist ein neuer Landtag gewählt worden, rund 1,7 Millionen waren stimmberechtigt. Die Wahlbeteiligung mit etwa 76 Prozent war höher als je zuvor in Sachsen-Anhalt.

Die rechtsextreme AfD gewinnt die Wahl. Die bisherige Deutschland-Koalition aus CDU, SPD und FDP ist klar abgewählt. Nach letzten Hochrechnungen schafft das BSW den Einzug in den Landtag. Eine Regierungsbildung dürfte damit äußerst schwierig werden. Die Wahl in Grafiken.

Eine erste Demo zog bereits durch Magdeburg. Auf dem Magdeburger Domplatz ertönt:Alle zusammen gegen den Faschismus.“ Am Abend versammelten sich auch hunderte Menschen in Berlin.

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22.40 Uhr: BSW laut Hochrechnungen drin, Regierungsbildung völlig unklar

taz | Nach den neusten Hochrechnungen von ARD und ZDF ist das BSW sicher im neuen Landtag vertreten. Beide Sender sehen das BSW bei 5,1 Prozent. Laut Landeswahlleitung sind mittlerweile fast 97 Prozent der Wahlkreise ausgezählt, so dass sich am Ergebnis kaum noch etwas ändern dürfte.

Damit ist das Modell, dass der bisherige Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) mit einer wie auch immer definierten Unterstützung von SPD, Grünen und auch der Linkspartei im Amt bleiben kann, vom Tisch. Denn selbst diese vier haben zusammen weniger Sitze als AfD und BSW. Bei einer Abstimmung im Landtag hätte Schulze keine Mehrheit.

Die AfD betonte am Abend wiederholt ihren Anspruch, die Regierung zu stellen. Ulrich Siegmund spekuliert offenbar auf Überläufer aus anderen Parteien. Der rechtsextremen Partei fehlen drei Sitze zur abosluten Mehrheit. (ga)

21:45 Uhr: Demo in Berlin

taz | Vor der Landesvertretung Sachsen-Anhalt nahe dem Bundestag trafen sich am Abend laut Angaben des Veranstalters 300-400 Menschen, um für ein AfD-Verbot zu demonstrieren. Die Kundgebung war von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten organisiert worden. „An so einem Abend ist es ganz schwierig alleine zu hause zu sitzen“, sagt Cornelia Kerth, die Vorsitzende der Vereinigung. „Wir wollen ein Zeichen senden, dass dieses Wahlergebnis nicht das Ende des Antifaschismus bedeutet“. Auf der Kundgebung sprachen neben dem Bund der Antifaschistinnen auch Sprecherinnen vom Bündnis widersetzen. „Zwar sind wir alle erschüttert heute, aber unsere Stimmung bleibt entschlossen im Kampf gegen den Faschismus“, sagte Kerth. Begleitet wurde die Kundgebung von zwei rechten Streamern und einem großen Polizeiaufgebot. (ctt)

21:19 Uhr: Erinnerungen an rassistische Parolen auf Sylt

taz | Bei der AfD-Wahlparty läuft ein Remix von Gigi d’Agostinos „L’Amours toujours“, der Ausländer-Raus-Hymne der AfD-Jugend. Währenddessen gibt Siegmund dem rechtsextremen Compact-Magazin Interviews. Auf seine Sicherheit achtet dabei ein glatzköpfiger Security-Mann, der auf der einen Seite seiner Glatze einen Totenkopf eintätowiert hat, auf der anderen Seite in Frakturschrift „Oldschool“. (gjo)

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21:10 Uhr: Wer sind die AfD-Wähler:innen?

taz | Laut infratest dimap gewann die AfD 50 Prozent der Stimmen aller wählenden Männer und 40 Prozent der wählenden Frauen. Auf Altersgruppen bezogen stimmten 42 Prozent der 18- bis 24-Jährigen für die rechtsextreme Partei, 44 Prozent der 25- bis 34-Jährigen, 53 Prozent der 35- bis 44-Jährigen, 52 Prozent der 45- bis 59-Jährigen, 47 Prozent der 60- bis 69-Jährigen und 31 Prozent der Menschen im Alter von 70 oder älter. Zudem zeigen die Analysen, dass die Zustimmung zur AfD am höchsten ist bei einfacher Bildung (57 Prozent), bei Ar­bei­te­r:in­nen (61 Prozent) und einer schlechten finanziellen Lage (65 Prozent). (efi)

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21:05 Uhr: Grüße von der AfD-Spitze

taz | Der AfD-Parteivorsitzende Tino Chrupalla bedankt sich auf der Bühne der AfD-Wahlparty im „Alten Theater“ in Magdeburg beim reichen Großspender Winfried Stöcker und lobt dann „unseren besten Wahlkampfunterstützer Friedrich Merz“, der die Ostdeutschen als Wutbürger beschimpft hätte. Merz Strategie im Umgang mit der AfD ist im wesentlich harte von Fakten entkoppelte Antimigrationspolitik, auch heute zeigte sich wieder, dass das beim Original einzahlt. Chrupalla streicht Merz und der Union das genüsslich aufs Brot: „Das Motto von Friedrich Merz war, die AfD zu halbieren. Das war für uns die Motivation zu sagen: Wir halbieren die CDU!“ Der Jubel über das erodierenden Parteiensystem folgt auf dem Fuß. (gjo)

21.23 Uhr: BSW robbt sich über die 5 Prozent-Marke

taz | Das BSW ist auf gutem Weg, die 5-Prozent-Hürde zu knacken. Das ZDF, das die Wagenknecht-Partei am Abend länger knapp unter der Marke für den Einzug in den Landtag von Sachsen-Anhalt gesehen hat, notiert das BSW in der aktuellen Hochrechnung inzwischen bei glatt 5 Prozent. In der ARD ging es noch weiter hoch auf 5,1 Prozent. Zwei Drittel der Wahllokale sind ausgezählt. Bestätigt sich der Trend, ist die AfD zwar ein paar Stimmen weiter entfernt von der absoluten Mehrheit der Stimmen. Da das BSW aber bereits klargemacht hat, sich bei einer möglichen Wahl von Ulrich Siegmund zum Ministerpräsidenten der Stimme zu enthalten, könnte der Weg damit frei sein für den ersten Rechtsextremisten an der Spitze einer deutschen Regierung. (rru)

🐾 Nah am totalen Sieg

taz | Die AfD erzielt in Sachsen-Anhalt das stärkste Ergebnis einer rechtsextremen Partei seit 1945. Könnte sie nun auch an die Macht gelangen, fragt Gareth Joswig? Er berichtet live aus Magdeburg.

20.54 Uhr: Proteste gegen Wahlsieg der AfD in Berlin

dpa | Am Abend der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt sind in Berlin mehrere Menschen gegen die AfD auf die Straße gegangen. Durch das Regierungsviertel zog ein Protestzug unter dem Motto „Demokratie verteidigen! – AfD Verbot jetzt!“ bis zur Landesvertretung Sachsen-Anhalt. Es seien Hunderte Demonstrantinnen und Demonstranten gekommen – im unteren dreistelligen Bereich, hieß es von der Polizei. Den Angaben zufolge blieb es ruhig. Unter dem Titel „NoAfD-Protest“ ist für den Montagabend dann eine größere Kundgebung am Brandenburger Tor angemeldet.

🐾 Sachsen-Anhalt und die Berlin-Wahl: Ein Boost für die Linke – und die AfD

taz | Reaktionen auf das Ergebnis in Sachsen-Anhalt sind für Berlin nur dann relevant, wenn dadurch ein Bündnis aus CDU, SPD und Grünen als Koalitionsalternative ausschiede, sagt Stefan Alberti 

20.23 Uhr 🐾 taz talk zur Wahl

Wir liefern am Wahlabend erste Analysen aus Sachsen-Anhalt und sprechen mit unseren Kor­re­spon­den­t:in­nen und der Zivilgesellschaft. Wie schätzen sie die Ergebnisse ein und was bedeuten sie für ihre Arbeit? Die Zivilgesellschaft ist trotz zahlreicher Bedrohungen in den letzten Monaten zu Höchstform aufgelaufen, doch ihre Arbeit wäre durch eine Regierungsbeteiligung der AfD gefährdet. Wie gut ist sie darauf vorbereitet? Und wie kann man sie unterstützen oder selber aktiv werden?

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Unsere Gäste:

🐾 David Begrich ist Sozialwissenschaftler und Theologe sowie Mitarbeiter der Arbeitsstelle Rechtsextremismus bei Miteinander e.V. in Magdeburg. Er sagt, die AfD sei im Westen sozialisiert worden. Ihren gesellschaftspolitischen Resonanzraum aber habe sie im Osten gefunden.

🐾 Robert Fietzke ist Sozialarbeiter für das Soziokulturelle Zentrum ZORA in Halberstadt und Mitglied des Stadtrats für Die Linke.

🐾 Bettina Schlauraff ist Regionalbischöfin im Sprengel Magdeburg.

20.18 Uhr: Lydia Hüskens (FDP) tritt zurück

dpa | Nach dem verpassten Wiedereinzug der FDP in den Magdeburger Landtag hat Sachsen-Anhalts FDP-Landesvorsitzende Lydia Hüskens ihren Rücktritt angekündigt. „Wir müssen jetzt morgen einfach schlicht darüber reden, wie wir es machen, ob wir es mit sofortiger Wirkung machen oder den Landesparteitag im April nehmen dafür, um da den Wechsel zu machen“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur.

20.11 Uhr Linke mit Kurs auf zwei Direktmandate

taz | Während die Linke auf Landesebene deutliche Verluste hinnehmen muss, steuert sie in den beiden Großstädten Magdeburg und Halle auf einen Erfolg zu. In Magdeburg II und Halle III liegen derzeit ihre Direktkandidaten Mustafa Groener und Jannik Balint vorne. Groener liegt bei mehr als der Hälfte ausgezählter Wahlkreise bei 28 Prozent und damit 5 Prozentpunkte vor dem zweitplatzierten AfD-Kandidaten. Und in Halle ist der Linken-Vorsprung sogar noch deutlich größer: 40 Prozent für Jannik Balint, dahinter der AfD-Kandidat mit 19 Prozent. Beide Wahlkreise gingen zuletzt an die CDU. (dmn)

🐾 Taktisch wählen wirkt – aber reicht es auch?

taz | Grüne und SPD haben bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt deutlich besser abgeschnitten als erwartet. Allerdings auf Kosten der CDU, berichten aus Magdeburg David Muschenich und Tobias Schulze

19:57 Uhr: Woher kommen die Stimmen für die AfD?

taz | Laut der Wählerwanderungsanalyse von infratest dimap setzten 83.000 der vorherigen CDU-Wähler:innen nun ihr Kreuz bei der AfD. damit hätte diese Partei die meisten Stimmen an die AfD verloren. Zudem schwenkten 19.000 der vormaligen FDP-Wähler:innen zur AfD um. Aber auch unter denjenigen, die bei der vergangenen Landtagswahl für linke Parteien gestimmt hatten, sind nun AfD-Wähler:innen: 11.000 ehemalige Linke-Wähler:innen, 7.000 ehemalige SPD-Wähler:innen und 2.000 ehemalige Grünen-Wähler:innen konnte die rechtsextreme Partei für sich gewinnen. Den meisten Zulauf bekam sie allerdings von Nichtwählenden: 157.000 an der Zahl. An das BSW verlor die AfD hingegen 2.000 Wählerstimmen. (efi)

19:55 Uhr: Rechtsextreme in MV sehen „Rückenwind“

dpa/taz | Der Spitzenkandidat der AfD in Mecklenburg-Vorpommern, Leif-Erik Holm, hat den Sieg seiner Partei bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt als Zeitenwende bezeichnet. „Uns in Mecklenburg-Vorpommern gibt dieser grandiose Erfolg richtig Rückenwind für die letzten zwei Wahlkampfwochen“, sagte Holm, der zum Wahltag nach Magdeburg gefahren war. Die blaue Welle werde nun von Magdeburg nach Schwerin weiter schwappen, prognostizierte er. Er wolle das „rot-rote Regierungsdesaster“ unter Ministerpräsidentin Manuela Schwesig beenden, kündigte er an. In MV wird am 20. September ein neuer Landtag gewählt. In jüngsten Umfragen liegt die extreme Rechte auch in Mecklenburg-Vorpommern vorn, stagniert aber bei 35 Prozent. Dagegen hat die SPD zuletzt stark aufgeholt, sie käme aktuell auf 32 Prozent. Der CDU, die gerade in Sachsen-Anhalt eine krachende Niederlage eingefahren hat, droht in zwei Wochen das nächste Desaster. In Umfragen liegt sie bei 8 Prozent. (rru)

19.40 Uhr: Schulze sucht Schuldige

taz | CDU-Ministerpräsident Sven Schulze macht auch die „Taktisch wählen“-Kampagnen für das katastrophale Abschneiden seiner Partei bei der Landtagswahl verantwortlich. Das habe eine Rolle gespielt, sagte er im ZDF. Zugleich gestand er ein, dass es der CDU bis vor ein paar Wochen „nicht so richtig gelungen“ sei, die Differenzen zwischen Landes- und Bundesthemen nach vorn zu stellen. Auf die Frage, ob er sich von der Linken tolerieren lassen würde, erklärte er, eine Antwort hierauf sei jetzt noch „zu früh“. In der aktuellen ZDF-Hochrechnung liegt die CDU bei 18,2 Prozent, minus 18,9 Prozentpunkte gegenüber der Wahl 2021. (rru)

19:28 Uhr: Jubel bei der SPD

taz | Bei der Wahlparty der SPD trifft Spitzenkandidat Armin Willingmann ein. Die Ge­nos­s:in­nen empfangen ihn mit Jubelrufen und Standing Ovation. Sie bilden eine Menschentraube, verstummen, als erwarteten sie eine Ansprache. Doch er wendet sich nur einem TV-Team zu. Langsam verteilen sich die SPD-Leute wieder. (dmn)

🐾 Eine Zäsur auch ohne absolute Mehrheit

taz | Nach dem deutlichen Votum für die AfD in Sachsen-Anhalt braucht es andere, neue Antworten. Demokratische Kräfte müssen jetzt zusammenhalten, kommentiert taz-Chefredakteurin Katrin Gottschalk.

19.14 Uhr: So viele Wahlbeobachter wie nie

taz | Die Briefwahlauszählung in Magdeburg wird zentral in der Berufsschule Otto von Guericke und einem Gebäude der Magdeburger Universität organisiert. Wahlhelfer:innen, die das nicht zum ersten Mal machen, berichten davon, dass es noch nie so viele Wahl­be­ob­ach­te­r:in­ne gab. In manchen Räumen sind gleich mehrere, sie gehen umher und machen sich Notizen. Der rechtsradikale Verein „Ein Prozent“ hatte auf X sogar noch mal nach Verstärkung verlangt. Die Erzählung des Wahlbetrugs bei der Briefwahl ist bei Rechten beliebt. (cd)

🐾 Eimerweise rosa Briefe

taz | Vor der Wahl schürt die AfD in Sachsen-Anhalt Zweifel an der Briefwahl und warnt vor möglichem Betrug. In Magdeburg treffen Wahlhelfer auf rechte Wahlbeobachter. Clara Dünkler hat die Briefwahl für die taz beobachtet.

19.09 Uhr: BSW und AfD in trauter Einigkeit

taz | Nach dem Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt erklärt BSW-Spitzenkandidatin Claudia Wittig in der ARD, dass es „völlig undemokratisch“ sei, die extreme Rechte nicht an der Regierung zu beteiligen. Die Wagenknecht-Partei bereite sich jedenfalls auf eine Zusammenarbeit vor: „Es gibt natürlich Projekte, die wir uns mit der AfD sehr gut zusammen vorstellen können“, sagt Wittig, freundlich lächelnd neben AfD-Chefin Alice Weidel. Die macht schon mal klar: „Wir unterhalten uns mit jeder vernünftigen Partei.“ Womit das BSW gemeint ist. Das ZDF sieht das BSW auch in der aktuellen Hochrechnung weiter bei 4,8 Prozent, die ARD weiter bei 5 Prozent (rru)

18.50 Uhr: Sorgenfalten trotz Rekordergebnis

taz | Auf der Wahlparty der Grünen in Magdeburg ist mittlerweile das Buffet eröffnet. Als wenige Minuten nach 18 Uhr auf der TV-Leinwand AfD-Spitzenkandidat Siegmund im ARD-Interview erschienen war, hatte die Veranstaltungsregie den Ton runtergedreht. Im nächsten Moment kam der Bundesvorsitzende Felix Banaszak auf die Bühne und sprach unter Jubel vom „wahrscheinlich besten Wahlergebnis aller Zeiten“ sprach. Gleich danach fügte er mit Blick auf das Gesamtergebnis aber hinzu: „Es werden mindestens zwei Herzen in eurer Brust schlagen. Wir müssen auch dem Herzen Raum geben, das voller Angst ist.“ (tsc)

18.46 Uhr: Kubicki: „Bitterer Tag für mich“

taz | FDP-Bundeschef Wolfgang Kubicki tritt in Berlin sichtlich zerknirscht vor die Kameras. „Das ist ein bitterer Tag für die gesamte Partei und es ist auch ein bitterer Tag für mich“, sagt der 74-Jährige, der erst seit Mai im Amt ist. Er hätte sich ein anderes Ergebnis gewünscht. „Aber Wünsche erfüllen sich nicht regelmäßig.“ Die aktuelle Hochrechnung des ZDF sieht die FDP in Sachsen-Anhalt draußen.

Kubicki hatte noch vor ein paar Tagen auf über 5 Prozent gehofft. Am Sonntag gibt er die Parole aus, jetzt optimistisch nach vorn schauen zu müssen: „Das wird uns als Freie Demokraten nicht auf unserem Weg abhalten.“ Zuletzt wünscht er der Presse noch „viel Spaß“. (rru)

18.45 Uhr: Die Wahlbeteiligung nützt vor allem der AfD

rtr | Von der außergewöhnlich hohen Wahlbeteiligung in Sachsen-Anhalt profitiert vor ‌allem die AfD. Nach einer Analyse der ARD wählten Wahlberechtigte, die bei der letzten Landtagswahl nicht zur Urne gegangen waren, vor allem die AfD. Rund 157.000 Stimmen gewann die Partei so hinzu. Weitere 83.000 Stimmen wanderten von der CDU zur AfD. Die Wahlbeteiligung lag dem ZDF zufolge bei 80 Prozent und damit deutlich über den 60,3 Prozent bei der letzten Landtagswahl 2021.

18.32 Uhr: Hochrechnungen sehen AfD weit vorn, aber ohne absolute Mehrheit

taz | Die ersten Hochrechnungen von ARD und ZDF sind da. Demnach kommt die rechtsextreme AfD auf 44,1 bis 44,5 Prozent. Die CDU stürzt auf katastrophale 18,5 Prozent ab. Die Linke verliert und liegt bei 9,2 bis 9,4 Prozent. SPD und Grüne kämpfen jeweils um Platz 4. Die So­zi­al­de­mo­kra­t:in­nen werden zwischen 8,2 und 8,8 Prozent gesehen, die Grünen zwischen 8,7 und 8,9 Prozent. Das BSW kippelt weiter, die ARD sieht die Wagenknecht-Partei bei genau 5 Prozent, das ZDF knapp darunter bei 4,8 Prozent. Sicher ist aber eines: Die FDP ist raus. Die AfD hätte keine absolute Mehrheit. (rru)

18.30 Uhr: Sven Schulze gratuliert AfD

rtr | Ministerpräsident und CDU-Chef ‌Sven Schulze hat die Niederlage der CDU eingestanden und der AfD zum Wahlsieg gratuliert. Schulze lässt in der ARD offen, wie er und die CDU weiter vorgehen werden. Er betont aber, dass dies kein „schwarzer Tag“ für Sachsen-Anhalt sei. „Ich sage, das ist Demokratie und die Menschen sind heute zur Wahl gegangen“, sagt er. „Es gilt jetzt für diejenigen, die im Landtag Verantwortung tragen, aber auch darüber hinaus über Sachsen-Anhalt, dass man damit umgeht und dass man dieses Zeichen auch erkennt.“

18.28 Uhr: CDU-Generalsekretärin schließt bundespolitische Konsequenzen aus

afp | CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann hat bundespolitische Konsequenzen aus der Niederlage der CDU bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ausgeschlossen. Es beginne nun keine Diskussion über Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und die Bundesregierung, sagte Hoppermann am Sonntag in der ARD. „Die Bundesregierung und der deutsche Bundestag sind für vier Jahre gewählt“, dies habe in Sachsen-Anhalt nicht zur Debatte gestanden.

Hoppermann räumte die Niederlage der CDU ein, die nach den ersten Prognosen ihr historisch schlechtestes Ergebnis geholt hat. „Das ist eine Niederlage insgesamt für die Christdemokraten“, sagte die CDU-Generalsekretärin. Eine Koalition mit der AfD, die mit Abstand stärkste Kraft werden wird, schloss Hoppermann kategorisch aus. „Wir arbeiten nicht mit Extremen und vor allem Dingen nicht mit Rechtsextremen zusammen.“

18.18 Uhr: Schockstarre auf dem Magdeburger Domplatz

taz | Eine bedrohliche Sirene. Das ist es, was man als erstes hört, als die ersten Wahlprognosen über die Handys der etwa 400 Leute laufen, die sich in Magdeburg auf dem Domplatz zur Kundgebung des zivilgesellschaftliches Bündnisses Sachsen-Anhalt Weltoffen versammelt haben. Die Sirene ertönt aus dem umgerüsteten Demofahrzeug des Zentrums für politische Schönheit. Aus diesem dampft auch Rauch.

Erst einmal passiert fast gar nichts. Geschockt halten einige sich die Hand vor dem Mund, können die erste Prognose kaum glauben. 44 Prozent für die AfD, der nur ein Sitz bis zur absoluten Mehrheit fehlen soll – das ist noch schlimmer, als es viele hier erwartet haben. Es dauert fünf Minuten, bis zum ersten Mal „Alle zusammen gegen den Faschismus“ gerufen wird. (tk)

18.13 Uhr: Wahlbriefe werden geöffnet

taz | Im Briefwahllokal werden Punkt 18 Uhr die noch geschlossenen Briefe mit den Stimmzetteln auf den Tisch gekippt. Die ersten werden nun geöffnet. Eine Wahlbeobachterin will wissen, ob sie eine Frage stellen darf. Eigentlich nicht, die Wahl­hel­fe­r:in­nen müssen ungestört sein. Sie stellt die Frage aber trotzdem: „Woher wissen Sie, dass Sie keine von den doppelten Wahlbriefen haben?“, fragt die Frau. Das wurde schon vorher geprüft, antwortet die Wahlhelferin doch. Der hier ausgezählte Wahlkreis war nicht von den doppelt ausgegebenen Briefwahlunterlagen betroffen. Magdeburg hatte die 440 doppelt verschickten bereits vorher als ungültig erklärt und entsprechend neu ausgegeben. (cd)

18.12 Uhr: Fassungslosigkeit bei der CDU

taz | Fassungslosigkeit macht sich im Hotel Maritim in Magdeburg breit, als die erste Prognose auf dem großen Screen auftaucht. Betretene Gesichter, lautes Ausatmen, ein Schluck vom Bier – so reagieren die Christdemokrat:innen, die hier im Hotel Maritim in Magdeburg zu dem zusammen gekommen sind, was man gemeinhin Wahlparty nennt. Doch von Partystimmung ist die CDU Lichtjahre entfernt. Schockstarre trifft es deutlich besser.

18, 5 Prozent werden da in der ersten Prognose für die eigene Partei verzeichnet, 44 Prozent für die AfD. Die rechtsextreme Partei, so wird im ZDF vorgerechnet, fehlt nur noch ein Sitz zur absoluten Mehrheit. „Ich bin sprachlos“, sagt eine Frau. Sie hatte mit einem schlechtem Ergebnis gerechnet, aber so schlecht nicht. „Die Wähler wollen es nicht anders“, sagt ein Mann fassungslos. Er hat sich im Wahlkampf mächtig engagiert, manchmal Samstag um 8 Uhr morgens vor dem Bäcker schon Flyer verteilt. Und jetzt das. (sam)

18.01 Uhr: Rechtsextreme gewinnen Landtagswahl

taz | Die ersten Prognosen nach Schließung der Wahllokale bestätigen den erwarteten Wahlsieg der Rechtsextremen in Sachsen-Anhalt. Die AfD um Spitzenkandidat Ulrich Siegmund kommt laut ZDF auf 44 Prozent der Stimmen. Die ARD sieht die AfD bei 44,5 Prozent. Siegmunds Ziel war „45 Prozent plus X“. So oder so verzeichnet die in Sachsen-Anhalt gesichert rechtsextreme Partei einen massiven Zuwachs gegenüber der Wahl 2021, als die AfD auf 20,8 kam.

Weit abgeschlagen hinter der AfD folgt die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze. ZDF und ARD sehen die CDU bei 18,5 Prozent. Ein Absturz sondergleichen: 2021 holte die CDU noch 37,1 Prozent.

Die Linke schwächelt und liegt im ZDF bei 9 Prozent, in der ARD bei 9,5 Prozent (2021: 11 Prozent). Die SPD kommt auf 9 Prozent (ZDF) bzw. 8 Prozent (ARD) ab, bleibt damit sicher im Landtag (2021: 8,4 Prozent).

Gleiches gilt für die Grünen, die ordentlich dazugewinnen. In der Prognose werden sie auf 8,5 Prozent (ZDF) beziehungsweise 9 Prozent (ARD) taxiert (2021: 5,9 Prozent).

Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW), das als einzige aller Parteien angekündigt hat, im Falle eines Einzugs ins Parlament mit der AfD zusammenarbeiten zu wollen, muss zittern. Das BSW kommt in der Prognose auf 4,8 Prozent (ZDF) beziehungsweise 5 Prozent (ARD).

Die in Magdeburg bislang noch mitregierende FDP ist dagegen mit prognostizierten Werten zwischen 2,5 Prozent (ZDF) und 2 Prozent (ARD) sicher raus (2021: 6,4 Prozent). Der Absturz der Liberalen geht damit weiter. Sie verlieren nicht nur eine weitere parlamentarische Repräsentanz, sondern auch die letzte deutsche Regierungsbeteiligung. (rru)

17.30 Uhr: Bangen bei der CDU

taz | Maritim-Hotel, Magdeburg. Auf der CDU-Wahlparty trudeln langsam die Leute ein, noch sind mehr Jour­na­lis­t:in­nen als Parteimitglieder vor Ort. „Angespannt“ sei die Stimmung, sagt ein Chrstdemokrat. Gegen 18.15 Uhr wird hier Sven Schulze erwartet, der CDU-Ministerpräsident. (sam)

17.21 Uhr: SPD-Buffet in der Zauberküche

taz | Die SPD-Wahlparty steigt in der „Zauberküche“ in Magdeburg. Ein kleines Buffet ist angerichtet. Die ersten Kan­di­da­t:in­nen trudeln ein. Händeschütteln hier, Lachen da. Die Gespräche eiern um die Wahl herum. Ob die hohe Wahlbeteiligung ein gutes Zeichen ist? Die Briefstimmen seien es bestimmt. Es fallen Witze über den langen Wahlkampf. Ansonsten warten alle auf die erste Prognose. (dmn)

17.01 Uhr: Bischof mahnt, „dem nationalistischen Ungeist zu widerstehen“

epd | Der katholische Bischof von Magdeburg, Gerhard Feige, hat anlässlich der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zu gesellschaftlicher Verantwortung und einem menschenfreundlichen Miteinander aufgerufen. In seiner Predigt zur Bistumswallfahrt auf dem Gelände des Klosters Huysburg bei Halberstadt warnte Feige am Sonntagvormittag vor einem gesellschaftlichen Klima, in dem Vorurteile, Abgrenzungen und Eigeninteressen zunähmen: „Gegenwärtig heißt das wohl in besonderer Weise, dem nationalistischen und fremdenfeindlichen Ungeist zu widerstehen“, sagte er. An der Wallfahrt beteiligten sich am Sonntag nach Angaben des Bistums rund 3.000 Menschen. Sie stand unter dem Motto „Du sollst ein Segen sein!“.

16.35 Uhr: Rekordbeteiligung wird erreicht

rtr | Die Wahlbeteilung bei der Landtagswahl liegt um 16.00 Uhr bei 65,3 Prozent und damit deutlich höher als bei der Wahl 2021. Damals hatte die ‌Beteiligung zum gleichen Zeitpunkt 41 Prozent betragen. Nur 1998 war die Wahlbeteiligung insgesamt mit 71,7 Prozent höher. Absehbar dürfte auch diese Marke gerissen werden: Diese Zahlen beinhalten noch nicht einmal die Briefwähler. Die insgesamt rund 2.130 Wahllokale im Land haben noch bis 18.00 Uhr geöffnet.

🐾 Ein Dorf vor der Wahl

Was macht es mit einem Ort, wenn Nachbarn nicht mehr miteinander reden können, weil die eine Hälfte AfD wählt und die andere angstvoll schweigt? Eine lesenswerte Reportage von einem Heimatbesuch in Eimersleben im Landkreis Börde in Sachsen-Anhalt von taz-Autorin Juliane Baxmann.

16.00 Uhr: „Kein Bock auf diese braune Scheiße“

taz | Vor dem Landtag auf dem Domplatz in Magdeburg, wo abends eine Kundgebung des breiten zivilgesellschaftlichen Bündnisses Sachsen-Anhalt weltoffen stattfindet, wird kräftig gewerkelt. Etwa zwei Dutzend Menschen kriechen auf dem Boden, um bunte Papiere aneinanderzureihen und mit Steinen auf dem Boden zu befestigen. Daraus soll einmal ein riesiger Schriftzug „Wir bleiben bunt“ werden. „Einfach um zu zeigen, wir haben kein’ Bock auf diese braune Scheiße. Wir wollen Diversität, wir wollen so leben“, erklärt eine Frau mit Dreadlocks lachend. „Egal wie die Wahl ausgeht!“, bekräftigt sie noch einmal. (tk)

15.35 Uhr: Dogmatische Linke beklagen „taktisches Wählen“

taz | Auf der vergeblichen Suche nach linken Krawallen, die rechte Medien seit Wochen an die Wand malen, belagert die geballte Ansammlung rechter Streame­r:in­nen etwa 50 junge Ak­ti­vis­t:in­nen dogmatischer kommunistischer Gruppen. Diese halten Banner in die Luft, auf denen etwa „Sozialismus oder Barbarei“ steht. Vergeblich versuchen sie sich so vor den Kameras und Mikrofonen zu schützen, die ihnen die Streamer schamlos ins Gesicht drücken, um doch noch irgendeinen Satz zu hören, den sie ausschlachten können.

Dann wechseln die Kom­mu­nis­t:in­nen ihre Strategie – und beginnen dem Publikum der rechten Streams laut zu erklären, wie Ostdeutschland seit der „Annexion“ 1990 systematisch abgehängt würde. Jetzt „taktisch zu wählen“ sei nur eine Verschiebung des Problems, weil auch die anderen Parteien nicht für wirkliche Veränderung stünden. Am Ende würden alle die Interessen der Konzerne vertreten. Veränderung gebe es deshalb nur, wenn sich junge Menschen „kollektiv organisieren und zu einem Subjekt des revolutionären Kampfes werden“. Gleich wollen die Ak­ti­vis­t:in­nen einmal zum Hasselbachplatz und zurück laufen. (tk)

15.24 Uhr: „I am from Canada“, sagt der AfD-Mann

taz | In der Berufsschule Otto von Guericke in Magdeburg beginnen Wahl­hel­fe­r:in­nen mit der Prüfung der Gültigkeit der Wahlscheine, die den Briefwahlunterlagen beiliegen. Zunächst werden die Briefe ordentlich sortiert. Auf dem Tisch sind schätzungsweise 500 rosa Briefe. Sortiert wird nach Wahlbezirk und in Zehnerstapeln. Insgesamt 7 Wahlhelfende haben sich hier in einem Raum zusammengefunden und machen ihre Arbeit sehr konzentriert.

Nach einer ersten Zählung kommen sie auf 424 abgegebene Briefwahlunterlagen. Für etwas Irritation sorgt dabei ein Gast, der ein AfD-Shirt und eine AfD-Kappe trägt und seinen Blick auf die Arbeit der Wahl­hel­fe­r:in­nen richtet. „I am from Canada“, sagt er, als ihn die taz fragt, was er im Wahllokal macht. (nka/cd)

🐾 Wetten, dass… die Demokratie gewinnt?!

taz | Sachsen-Anhalts CDU-Ministerpräsident Sven Schulze sorgt sich angesichts der AfD um die Zukunft seines Bundeslandes – und war damit auf dem taz-Wahlforum in Magdeburg nicht allein. Zuvor berichteten beim Forum der Zivilgesellschaft vier Ehrenamtliche aus Sachsen-Anhalt über ihren Kampf für die Demokratie. Hier der Mitschnitt der Diskussion aller Spit­zen­kan­di­da­t:in­nen und der Diskussion der Ehrenamtlichen.

14.45 Uhr: Rechte Streamer warten auf linke Demo

taz | Vor dem Hauptbahnhof in Magdeburg sammeln sich Streamer aus dem extrem rechten Spektrum und eine Menge Polizeiautos. Hier soll gleich die Demo „Kein Morgen den Faschisten“ beginnen. Beworben wurde sie aus dem Spektrum der dogmatischen Linken. Bislang sind noch keine Teil­neh­me­r:in­nen erkennbar. Darum begnügen sich die Streamer damit, Pas­san­t:in­nen nach der Wahl zu fragen. Derweil steigen aus den Polizeiautos die ersten Be­am­t:in­nen und legen Schutzausrüstung an. (dmn)

14.35 Uhr: Wahlleitung verzeichnet Rekordbeteiligung

taz | Bei der Wahl in Sachsen-Anhalt zeichnet sich nicht nur eine deutlich höhere, sondern inzwischen sogar eine Rekordbeteiligung ab. Stand 14 Uhr betrug die Wahlbeteiligung laut der Landeswahlleiterin satte 54,4 Prozent. Zum Vergleich: Bei der vergangenen Landtagswahl am 6. Juni 2021 waren es um 14 Uhr erst 27,1 Prozent. Überhaupt lag die Beteiligung um diese Uhrzeit seit der ersten Nachwendewahl 1990 nie derart hoch. Gezählt wird hierbei erst mal nur die Urnenwahl. (rru)

14.16 Uhr: Halbzeitpause bei Hertha BSC gegen Magdeburg

taz | Zur Halbzeit hat Hertha BSC noch nicht die Demokratie gerettet. Die Zeit hatte die Hoffnung geäußert, dass rechte Fußballfans aus Magdeburg es nicht in die Wahllokale schaffen würden. „Völliger Quatsch“, kommentiert Vincent Bruckmann-Levinson in der taz: „Die Wahllokale öffnen um 8 Uhr und das Spiel beginnt um 13.30 Uhr.“ Und obendrein: „Fußballfans, vor allem jene, die sich organisieren, sind wichtig für die Demokratie.“ Beim Spiel steht es übrigens zur Halbzeit 1:1. Rund 7.000 Mag­de­bur­ge­r:in­nen sollen für die Partie in Berlin angereist sein. (ras)

13.48 Uhr: Spielen bis zum Schluss

taz | Es erinnert an die Kapelle auf der „Titanic“, die bis zum Schluss spielte: An der Seite des Landtagsgebäudes in Magdeburg gibt es eine kleine Bühne, hier musiziert eine Jazzband. „Die besten Gute-Laune-Songs aus verschiedenen Epochen“, kündigt der Moderator die Saxofontruppe an. Am Rande spaziert ein Mann um die 60 mit seiner Deutschlandfahne. Ein anderer eilt ihm hinterher und schlägt ein. Die Band spielt stoisch weiter. (cd)

Umfragen I: Dunkle Mächte gegen Wagenknecht

taz | Sahra Wagenknecht vom Stern, der ihren Namen trägt, wittert die große Verschwörung. „Wir kennen es, dass wir kurz vor Wahlen plötzlich in einigen Umfragen ganz schlechte Werte bekommen“, erklärte sie im Interview mit t-online auf den Hinweis, dass ihr BSW in Sachsen-Anhalt in allen Vorwahlumfragen kontinuierlich unter 5 Prozent taxiert wurde. „Vielleicht sind bestimmte Institute auch nicht in der Lage, seriöse Daten zu erheben“, fügte Wagenknecht noch hinzu. (rru)

Umfragen II: Kubicki und die 10-Punkte-Frage

taz | Auch FDP-Chef Wolfgang Kubicki beschäftigt sich mit dem vermeintlich zweifelhaften Wert von Umfragen. Die Liberalen klebten in Sachsen-Anhalt zuletzt bei 3 Prozent fest. Kubicki glaubt trotzdem, dass seine Partei nach Schließung der Wahllokale auf 5 bis 6 Prozent kommen wird. Die geringe Parteienbindung im Osten, die vielen Unentschlossenen: Bei der Landtagswahl vor fünf Jahren hätten die Institute schließlich auch zum Teil um 10 Punkte danebengehauen, so Kubicki zur taz.

Womit er recht hat: 2021 prognostizierten alle Meinungsforschungsinstitute noch wenige Tage vor der Wahl ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen CDU und AfD. Am Ende kam die CDU auf 37 Prozent, die AfD auf 21 Prozent. Insbesondere die letzte Insa-Umfrage vor der Wahl wirkte im Rückblick peinlich falsch, mit einer maximalen Abweichung zum Wahlergebnis von 10,1 Prozentpunkten zuungunsten der CDU.

Nun sind Abweichungen zwischen Umfragen und Ergebnis eher die Regel. Auch bei der Wahl in Baden-Württemberg im März dieses Jahres betrug beispielsweise die maximale Insa-Abweichung 6,2 Punkte, in dem Fall zuungunsten der Grünen. Eine Schieflage wie 2021 in Sachsen-Anhalt ist dennoch außergewöhnlich. Selbst die als hochseriös geltende Forschungsgruppe Wahlen des ZDF kam damals auf eine Maximalabweichung von 7,1 Punkten.

Kleiner Dämpfer für die Hoffnungen von Wolfgang Kubicki: Ausgerechnet bei der FDP in Sachsen-Anhalt lagen vor fünf Jahren alle Institute fast richtig. Prognostiziert wurden 6,5 bis 7 Prozent, bei der Wahl bekamen die Liberalen dann 6,4 Prozent. (rru)

Umfragen III: Vorsorglich niedrig stapeln

taz | Jörg Schönenborn, der Herrscher über Balken-, Torten- und Säulendiagramme und somit so etwas wie der Gereon Asmuth der ARD, verweist mit Blick auf die Vorwahlumfragen unterdessen auch diesmal vorsorglich auf die „Besonderheiten des Bundeslandes Sachsen-Anhalt“. Eben die geringe Parteienbindung und die hohe Wechselbereitschaft der Wähler:innen. „Sollte das Ergebnis am Sonntag in Sachsen-Anhalt den Vorwahlumfragen sehr nahe kommen“, wäre das für Sachsen-Anhalt „wirklich ungewöhnlich“, so Schönenborn. (rru)

🐾 Egal, was kommt

Tausende feierten am Samstag in der sachsen-anhaltischen Landeshauptstadt Magdeburg die Demokratie und Zivilgesellschaft. Vor der Wahl fassen sie Mut und versprechen sich Zusammenhalt – egal, was kommt. taz-Korrespondent David Muschenich war vor Ort.

12.45 Uhr: Schon mittags höhere Wahlbeteiligung als 2021

afp | Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zeichnet sich zum Mittag eine deutlich höhere Wahlbeteiligung ab. Bis 12 Uhr am Sonntag hatten 34,72 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben, wie die Landeswahlleiterin in Magdeburg mitteilte. Zum gleichen Zeitpunkt im Jahr 2021, bei der letzten Landtagswahl, waren es nur 22,4 Prozent.

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12.35 Uhr: Schwierige Fälle

taz | Das Wahllokal in der Magdeburger Innenstadt ist recht ruhig, zwei Wäh­le­r:in­nen geben gerade ihre Stimme ab. Trotzdem: „Gut 200 Leute waren heute schon hier“, sagt der Wahlleiter. An ihn wurde die Journalistin verwiesen. „Schwierige Fälle zu ihm“, hatte einer der Wahlhelfer gesagt, als sie sich als taz zu erkennen gab. Im Wahlkreis gebe es knapp 1.200 Wahlberechtigte, sagt der Wahlleiter. 50 Prozent davon hätten bereits per Briefwahl abgestimmt. (cd)

11.26 Uhr: Sunnyboy-Siegmund stimmt in Tangermünde ab

taz | Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat am Sonntagmorgen der Spitzenkandidat der AfD und rechtsextreme Sunnyboy Ulrich Siegmund seine Stimme abgegeben. Mit seiner Ehefrau fuhr er auf einer Simson vor dem Wahllokal in Tangermünde vor.

🐾 Was die Arbeiterklasse denkt

Die AfD schneidet vor allem in der Arbeiterschaft gut ab. Die taz hat in Magdeburg und Rügen nachgehakt, was die Menschen bewegt und was sie umstimmen würde.

10.43 Uhr: Hape Kerkeling droht für den Staatsfunk

dpa | Hape Kerkeling bekommt die Goldene Henne – und nutzt den Moment, um eine Wahlempfehlung für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt auszusprechen. „Wenn Sie Ihre Stimme abgeben am Sonntag, dann stimmen Sie auch für den MDR, den Mitteldeutschen Rundfunk und seine Hörfunkwellen“, sagte der 61-Jährige bei seiner Dankesrede am Wochenende. „Und falls Sie es nicht tun sollten, komme ich persönlich vorbei mit ’ner Taschenlampe und ’nem Mikro und sende alleine bei Ihnen“, so Kerkeling weiter.

Die AfD in Sachsen-Anhalt hatte angekündigt, im Fall einer Alleinregierung die Rundfunkstaatsverträge zu kündigen. Die Partei spricht sich für eine grundlegende Neuordnung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks aus.

10.26 Uhr: Wer ist das Schlafschaf?

taz | Am Vormittag sind Magdeburgs Straßen sonntäglich leer. Vor dem Bahnhof und in der Fußgängerzone deutet wenig darauf hin, welche entscheidende Wahl Sachsen-Anhalt heute bevorsteht. Das erste Wahlplakat, das Reisende am Bahnhofsvorplatz begrüßt, ist von der Partei „die Partei“. Darauf ein Wecker, der 19.33 Uhr anzeigt. Darüber der Satz: „Ihr werdet’s verschlafen gehabt haben“. (cd)

9.37 Uhr: Alle Augen auf Sachsen-Anhalt

dpa/taz | Der Wahlkampf ist vorbei, heute fällt die Entscheidung: Scheitern SPD, Linke und FDP an der Fünfprozenthürde, kann die AfD allein regieren. Mindestens aber wird die Partei mit dem rechtsextremen Sunnyboy als Spitzenkandidaten stärkste Kraft im Landtag. Wenn die AfD dieses Ziel verpasst, könnte eine CDU-geführte Minderheitsregierung ins Spiel kommen. Diese könnte allerdings auf Stimmen der Linken angewiesen sein – ähnlich wie in Sachsen und Thüringen. Das Problem: Die CDU lehnt für sich in einem Parteitagsbeschluss eine Koalition und „ähnliche Formen der Zusammenarbeit“ mit den Linken ebenso ab wie mit der AfD.

Das Wunschszenario von Ministerpräsident Sven Schulze (CDU): eine Mehrheit für die sogenannten Parteien der Mitte – etwa für CDU, SPD und Grüne. Angesichts der Umfragen erscheint das als sehr unwahrscheinlich. Derzeit regiert in Magdeburg eine Koalition aus CDU, SPD und FDP.

🐾 Tausende vor der Wahl auf der Straße

Am Vorabend der Wahl ziehen Tausende Antifas durch Halle und Magdeburg. Immer dabei: Das Ringen damit, vor Ort weiterzumachen – oder zu gehen. Timm Kühn war für die taz vor Ort.

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8.30 Uhr: Taktisch wählen oder nicht?

Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt könnte es der AfD erstmals gelingen, eine absolute Mehrheit zu erringen. Mehrere Organisationen haben daher die Wahlberechtigten zur taktischen Stimmabgabe aufgerufen, um eine Regierung der AfD zu verhindern.

Denn weil die Fünfprozenthürde Kleinparteien von der Vergabe der Sitze ausschließt, benötigen die Rechtsextremen nicht unbedingt mehr als 50 Prozent der Zweistimmen für eine absolute Mehrheit. Wenn besonders viele Parteien knapp an der Hürde scheitern, könnten mitunter schon gut 40 Prozent der Zweitstimmen dafür reichen.

Wer taktisch wählen will, kann deshalb sein Kreuz bei kleineren Parteien machen, die unter die Fünfprozenthürde fallen könnten. In Sachsen-Anhalt standen in den letzten Umfragen vor allem SPD und Grüne mit 8 beziehungsweise 6 Prozent darüber. Schaffen beide den Einzug in das neue Landesparlament, sinkt die Chance der AfD auf eine absolute Mehrheit deutlich.

🐾 Plattenverschiebung in Halle-Neustadt

In den Plattenbauten in Halle-Neustadt wohnen Jüngere mit Migrationsgeschichte und Ältere mit DDR-Biografie Tür an Tür. Die einen dürfen bei der Landtagswahl abstimmen, die anderen nicht. taz-Reporterin Anne Fromm war vor der Wahl dort.

8.00 Uhr: Die Wahllokale sind eröffnet

taz | Seit 8 Uhr morgens können die Wäh­le­r:in­nen ihre Stimme in den rund 2.600 Wahllokalen abgeben. Wahlberechtigt sind alle Deutschen über 18 Jahren, die seit mindestens 3 Monaten in dem Bundesland wohnen – rund 1,69 Millionen Menschen. Die Wahllokale schließen um 18 Uhr.

In 41 Wahlkreisen werden Di­rekt­kan­di­da­t:in­nen gewählt. Daneben werden über die Zweitstimme im Regelfall 42 weitere Abgeordnete bestimmt.

7.59 Uhr: Was sagen die Umfragen?

taz Die AfD wird laut allen Umfragen stärkste Partei. Zuletzt zwischen 40 und 43 Prozent gesehen. Besonders gut schnitt sie beim Institut Insa ab, das viele Umfragen im Auftrag der rechtspopulistischen Webseite Nius erstellt hat. Mehrfach sah Insa auch das BSW nah an der Fünfprozenthürde, das sich der AfD als möglicher Partner angeboten hat.

Zweistärkste Partei wird wohl die CDU des amtierenden Ministerpräsidenten Sven Schulze. Sie rangierte zuletzt bei 22 bis 23 Prozent. Das wäre ein dramatischer Verlust gegenüber der letzten Wahl vor 5 Jahren. Da war die CDU nach einem überraschenden Schlussspurt auf 37 Prozent gekommen und hatte die AfD weit hinter sich gelassen.

Die Linke wird von den Instituten zwischen 11 und 13 Prozent gesehen. Die SPD hat sich nach einem Umfragetief, bei dem ihr drohte, unter die Fünprozenthürde zu fallen, wieder leicht erholt und lag zuletzt bei 8 Prozent. Die Grünen müssen wohl um den Wiedereinzug in den Landtag zittern.

Dass Umfragen aber keinesfalls schon Wahlergebnisse vorwegnehmen, weiß man nirgendwo besser als in Sachsen-Anhalt. Bei der letzten Wahl holte die Union dort 7 bis 10 Prozentpunkte mehr, als ihr in Umfragen zugerechnet worden waren. Umgekehrt lag die AfD rund 5 Prozentpunkte schwächer als erwartet. Solche Verschiebungen sind auch an diesem Wahlsonntag nicht ausgeschlossen. Sie könnten aber auch komplett in die andere Richtung gehen.

7.45 Uhr: Wie wahrscheinlich ist ein Wahlsieg der AfD?

taz | Sta­tis­ti­ke­r:in­nen der Ludwig-Maximilians-Universität in München haben ein Tool erstellt, mit dem die Wahrscheinlichkeit unterschiedlicher Wahlausgänge anhand der Umfragen berechnet werden kann.

Unter koala.stat.uni-muenchen.de kann man zum Beispiel sehen, dass es in Sachsen-Anhalt sehr unwahrscheinlich ist, dass überhaupt eine denkbare Koalition eine Mehrheit zustande bekommt. Dass der AfD ein Alleinsieg gelingt, hat laut den Statistikern eine Wahrscheinlichkeit von nur gut 7 Prozent. Alle anderen haben gar keine Chance.

Interessant ist dort vor allem die Analyse der verschiedenen Umfrageinstitute. Legt man nur die Werte des von Rechten beauftragte Insa zugrunde, steigt die Wahrscheinlichkeit einer AfD-Alleinregierung auf 38 Prozent.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

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44 Kommentare

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  • Zippism

    „Wie braun wird Sachsen-Anhalt?“ – offenbar brauner, als es sich die taz in ihren kühnsten Überschriften vorstellen konnte.

    43,8 Prozent für die AfD. Die CDU praktisch halbiert, SPD, Grüne und Linke im einstelligen Bereich. Aber immerhin: Die demokratische Brandmauer steht! Sie steht nur inzwischen offenbar mitten in einem AfD-Wahlergebnis von fast 44 Prozent.

    Das jahrelange Konzept aus Dämonisieren, Warnen, Moralisieren und gegenseitigem Schulterklopfen scheint also seine volle Wirkung entfaltet zu haben. Man darf gespannt sein, welche neue Erklärung diesmal gefunden wird. „Die Wähler sind falsch abgebogen“? „Desinformation“? „Rechtsextreme Normalisierung“? Oder vielleicht doch einfach die altbewährte Erkenntnis, dass die Bevölkerung noch nicht ausreichend belehrt wurde?

    Besonders beruhigend: Die AfD hat die absolute Mehrheit knapp verpasst. Nur drei Sitze fehlen. Also noch einmal tief durchatmen und sich gegenseitig versichern, dass die Strategie funktioniert.

    Fast 44 Prozent sind schließlich kein Grund zur Panik.

    Das ist nur ein besonders eindrucksvoller Beweis dafür, wie hervorragend die Brandmauer funktioniert.

  • Forist Grump

    Sahra Zarenknecht wird schon irgendeine rabulistische Begründung finden, warum es im Sinne der Demokratie sei, der AfD an die Macht zu verhelfen. Hauptsache, sie selbst ist wieder in den Schlagzeilen.

  • Gesunder Menschenverstand

    Die vernünftigste Altersgruppe waren die über 70-Jährigen, da hatte die AfD "nur" 31% der Stimmen erhalten.

  • Troll Eulenspiegel

    Igitt. Koalition von AfD mit dem BSW.

  • Abdurchdiemitte

    Ich rechne ziemlich sicher damit, dass AfD-Siggi im Parlament zum Ministerpräsidenten gewählt wird.



    In der CDU-Fraktion werden sich sicher Abweichler finden, nach diesem Wahlergebnis, bei dem die CDU regelrecht abgeschmiert ist. Gerade in der Ost-CDU ist die Unzufriedenheit mit Merz‘ Kurs besonders hoch.



    Die enorme Wählerabwanderung von der CDU zu den Rechtsextremisten zeigt außerdem, a) welches Geistes Kind die CDU-Anhänger sind, b) SPD und Grüne sich in dieser Hinsicht nichts vorwerfen lassen müssen, ihr (allerdings schon vorher) geringer Wähleranteil ist stabil bzw. sie haben noch leicht dazu gewinnen können, c) für Die Linke wachsen die Bäume auch nicht in den Himmel, sie konnten die Unzufriedenheit in der Bevölkerung nicht kanalisieren.



    Bleibt zu hoffen, dass sich in der BSW-Fraktion einige Vernünftige finden - wie in Thüringen -, die die Gefahren erkennen und Siegmund nicht mitwählen werden bzw. das BSW auch in SAH an dieser Frage zerbricht.



    Es hat aus dem demokratischen Lager also eine massive Abwanderung aus dem demokratischen - sofern man die CDU (noch) dazuzählt - in das rechtsextremistische, demokratiefeindliche Lager gegeben. Das ist das eigentlich Erschreckende.

  • Andreas_2020

    Wer hätte es anders erwartet. Die Union hat mit einer hauptsächlich rechtsextremen Kampagne Olaf Scholz sturmreif geschossen, Dank Merz ist Migration und Angst das große Thema geworden. Nun fliegt es der Regierung um die Ohren.



    Die AfD muss über kurz oder lang verboten werden. Sonst wachen wir in einer wirtschaftlich schwachen Diktatur auf.

  • Günter Witte

    Zumindest so erschreckend wie deutlich die AfD die Wahl gewonnen hat ist das insgesamt 59 % die Radikalen der Politischen Ränder gewählt haben. Hier kann man nur noch die Traueranzeige : Politische Mitte, ruhe in frieden, aufgeben.

  • LinksRechtsMitte

    Das ist ein Zeichen.



    Deutschland wird sich weiter verändern in den nächsten Jahren.



    Es wird ungemütlich werden.

    Zu viel ist liegen gelassen worden und selbst wenn die aktuelle Bundesregierung nicht so desolat agieren würde, hätte sie fast nur verlieren können angesichts der massiven Herausforderungen unserer Zeit.

    Klar, die Alternativen bieten einfache Antworten heißt es immer.



    Das ist aber egal.



    Mittlerweile ist der Vertrauensverlust in die etablierten Parteien zu groß.



    Ich vergleiche das immer mit einer Beziehung.



    Stellt euch vor ihr wurdet von Freunden (Altparteien) mehrfach enttäuscht und angelogen.



    Ihr wollt dann irgendwann nichts mehr von denen wissen.



    Und da kommt ein neuer daher (AfD), der deinen Frust und deine Wut teilt.



    Dann kommen deine alte Freunde und sagen, dass dein neuer Freund nicht gut ist.



    Automatisch -und das ist menschlich- denkt man "ausgerechnet IHR wollt mir sagen, mit wem ich befreundet sein darf?".



    Und je mehr Druck deine alten Freunde aufbauen, desto mehr treibt man sie in die Arme des neuen "Freundes".

    Dieses Gefühl vieler Leute wird aber nicht verstanden.



    Lieber den Leuten erzählen, dass sie zu viel krank machen, nicht wahr Friedrich?

  • Okay

    Die Sehnsucht nach dem Nationalsozialismus ist, seit 1945, endlich erreicht.

    Allein in Sachsen-Anhalt haben von den rund 800.000 Wählerinnen und Wählern gut die Hälfte eine postfaschistische Partei gewählt.

    Begründung: zu wenig Geld in der Tasche, zu viele Ausländer oder immer noch unter dem Kommando der Westdeutschen zu stehen.



    Gewiss, Ossis und Wessis einander gegenüberzustellen, ist falsch. Aber beide haben ihre Aufgaben der Vergangenheit nicht aufgearbeitet, sondern weitestgehend verdrängt.

    Wessis waren nicht in der Lage, die Altnazis aus den Regierungsposten fernzuhalten. Ossis glaubten dagegen, unter dem Slogan „Tod dem Faschismus und hoch lebe die internationale Solidarität“ tatsächlich frei zu sein.

    Wir sehen, wie stabil diese sogenannte Demokratie ist, wenn als rechtsextrem eingestufte Personen auf einmal im Fernsehen zu prominenten Stars werden.

    Weiter so, Deutschland!

  • Bauer Gerry

    "Alles ist möglich" habe ich vom Spitzenkandidaten der AfD vernommen, will sich aber auf keine Koalition einlassen.

    Die Menschen werden bald erkennen, dass die AfD Politiker keine besseren Menschen sind, sondern nur vielleicht besonders einfach und nachtragend im Denken. Das mag bei immer mehr, ebenso einfachen und nachtragenden Menschen, sehr gut ankommen.

    Einfach im Denken macht es aber leider nicht leichter, komplizierte Sachverhalte zu verstehen. Und die nachtragende Komponente im Denken wird für viel Schaden sorgen.

  • So,so

    merz und klingbeil hatten 1 Jahr Zeit zu zeigen was sie vorhaben für (oder gegen?) die Bevölkerung.



    Sozial- und KV-leistungen kürzen, Arbeitnehmerrechte schwächen, Privilegien und Steuergeschenke für Reiche und Unternehmen erhöhen. Strom nicht billiger für Verbraucher. KEIN Klimageld.



    Dazu (wegen Kriegen und Kartellen) Lebensmittel, Gas, Benzin und Diesel erheblich teurer.



    Positive Visionen (Energiewende, Kindergrundsicherung, Krankenhausreform) komplett eingestampft.



    Dazu Beschimpfung von Nichtreichen, Kranken und Nichtdeutsch-gelesenen (Stadtbild, anyone?).

    Dann kommt eine Partei und mobilisiert 150.000 Nichtwähler- durch Volksverhetzung, Lügen, eine naive Medienlandschaft, die sie normalisieren, verharmlosen und mithetzen (bild!) und eine gut geschmierte parteieigene Propagandamaschine- und verspricht Lösungen für alle Probleme.



    Ich denke ohne einen massiven Kurswechsel der spd hin (oder eher zurück!) zu sozialdemokratischer Politik sehe ich keine Chance, dass sich diese Wahlergebnisse nicht wiederholen werden.



    Aber smarte, ehrenvolle PolitikerInnen mit Rückgrat umd Ausdauer, die dazu nötig wären, sehe ich leider nirgends.

  • Gerald Stolten

    Sahra kann sicher kaum warten, den Nazis den Steigbügel zu halten...🤮🤮🤮



    Die einzige Frage ist, ob die CDU schneller ist, den Fackelzug zu organisieren.

  • Uwe Kulick

    Die Grafik über Wechselwähler sagt etwas Erschreckendes aus: Wer vor 5 Jahren in Sachsen-Anhalt AfD gewählt hat, wählt immer noch AfD, außer einer Handvoll Überläufer zum BSW, also Leuten die nicht ganz so brutal rechtsextrem sein wollen. Diagnose: Brutal gefestigtes Weltbild wie bei kaum einer anderen Wahl zuvor eine Parteianhängerschaft je hatte :-(



    Hingegen gab es Abwanderung von Linken zur AfD. Ich könnte mir vorstellen, dass Leute, die damals Linke protestgewählt haben, nun als Protestwähler die Rechte stärken. Von der FDP gab es verhältnismäßig noch größeren Schwund hin zur AfD, soviel, dass sie nur noch Splitterpartei ist.



    Gut ist, dass von der hohen Wahlbeteiligung ein wenig die SPD und v.a. Grüne mitprofitierten. Gab es vor Wochen doch noch eine Umfrage, die SPD, Grüne, BSW auf der gleichen Verliererstraße wie die FDP sah. Die Umfrage kam offenbar rechtzeitig, damit diese Parteien im Wahlkampf noch eine Schippe drauf legten. Nur eine hat es nicht geschafft, aber die FDP ist ja nun wirklich komplett überflüssig geworden.

  • Claude Nuage

    AfD und BSW - die Hufeisenkoalition steht. Putin wird das schon deichseln - es geht ja um die gemeinsame Sache.

  • Philippo1000

    Klar ist das enttäuschend.



    ABER: Danke an Alle, die demokratische Parteien gewählt haben!!!



    Die Sachsen Anhalter*Innen haben gezeigt, dass es Viele Demokrat*Innen vor Ort gibt.



    Auch war die Initiative "taktisch wählen" erfolgreich.



    Vielen Dank für diese gute Idee und an All Jene, die jetzt Muskelkater vom Treppensteigen haben und Diejenigen, die die persönlichen Gespräche gewürdigt haben.



    Wir Demokrat*Innen müssen uns nun auf unsere Stärken besinnen und zusammen arbeiten.



    Da geht noch was!



    Wenn das BSW tatsächlich mit der "afd" gemeinsame Sache machen will, hat es sich als demokratische Partei endgültig diskreditiert.



    Vielleicht kehrt ja noch Vernunft ein und Inhalte werden höher bewertet, als persönliches Aufmerksamkeitsbedürfnis.

    Liebe Wahlkämpfer*Innen, Liebe Demokratiewähler*Innen,



    ihr habt echt Alles gegeben und das ist am Ergebnis klar abzulesen.



    Dankeschön für Eure Arbeit und Euren Mut, das lässt hoffen!!!

  • Pico

    Für das BSW freue ich mich besonders. Totgeschwiegen und wieder aufgestanden. Gut für Sachsen-Anhalt.

  • Ricky-13

    Friedrich Merz wollte ja ursprünglich die AfD halbieren. Jetzt ist aber - zumindest in Sachsen-Anhalt - die CDU halbiert worden.

    Ob das auch an der unsozialen Politik von Friedrich Merz liegt, dass abgehängte Bürger immer mehr die AfD wählen, kann uns wohl nur die 'Wahrsager-Glaskugel' erzählen.

  • Astrid Sehnefeld

    "Alle zusammen gegen Rechts" steht auf dem Titelbild.



    Klare Botschaft. Aber von "alle" zu reden, wenn 44,x% AfD wählen und mutmaßlich auch das BSW den Einzug ins Parlament schafft, ist halt auch eine komplette Ignoranz gegenüber der Realität.



    Dieses "alle" gibt es nicht.



    Eventuell gab es das vor 10 Jahren, aber selbst da wäre ich mir sehr unsicher, weil "alle" hieße, das man gemeinsam an einem Strang zieht.



    Union und Die Linke ziehen nicht an einem Strang - weder vor 10 Jahren, noch heute.



    Es gibt kein "alle".



    Das Votum sagt klipp und klar was gewünscht ist.



    Die Karte mit den Wahlkreisen ist überwältigend blau.



    Das kann man nicht ignorieren. Da kann man nicht von "alle" dagegen sprechen.

  • Müller Christian

    Diese Mehrparteien-Koalition ist Gift. Weil die CDU (egal was man von ihr hält) die einzig wählbare konservative Partei ist. In einer Koalition mit drei Linken Parteien wird das Konservative so verwässert, dass am Ende nicht mehr viel da ist. Dies ist aus meiner Sicht der Grund, warum Sie so viele Stimmen verliert. Die AfD geht gar nicht, da sind wir uns einig. Wenn eine Bevölkerung, wie in Sachsen-Anhalt mehrheitlich Rechts/Konservativ wählt, aber eine Links-Mitte Regierung bekommt frustriert dass die Menschen. Das ist meine persönliche Meinung. Aber das schlimmste: ich habe nicht ein vernünftige Idee, wie man das Problem lösen kann.

    • sociajizzm

      @Müller Christian:

      Die CDU hat thematisch viel von der AFD übernommen.



      .



      Deutschland habe 3 Probleme. Migration, Migration, Migration. Ausländer nehmen die Arzttermine Weck, die kleinen Paschas, der importierte Antisemitismus, Stadtbilddebatte, Grenzschließungen. Auch der Kulturkampf gegen "Woke" kam aus der rechten Blase. Das gleiche gilt für die Agitation gegen NGOs. Auch damit hat die AFD angefangen.



      .



      Mit dem rechten Populismus wollte die CDU der AFD das Wasser Abgaben, sie "halbieren". Und das Ergebnis?



      .



      Es ist grundsätzlich richtig, dass eine immer stärkere AFD immer größere Koalitionen und Kooperationen erfordert. Dadurch verschwimmen die Grenzen zwischen den Parteien und der AFD fällt es leichter diese als Einheitsbrei darzustellen. Zur gleichen Zeit sind aber auch alle Parteien spürbar nach Rechts gerückt. Es war ein SPD Kanzler, der "im großen Stil abschieben wollte". Und die Ampel, die bereits die Verfahren über die Aufnahme von Ortskräften in die Länge zog.



      .



      Und die Zuwächse bei der AFD sind zu guter Letzt zum größten Teil ehemalige Nichtwähler:innen und eben nicht enttäuschte "Konservative".

    • DerLurch

      @Müller Christian:

      Sie haben absolut Recht. Am Ende kann es nur schlecht werden. Egal wie es kommt

    • EchteDemokratieWäreSoSchön

      @Müller Christian:

      Eine Lösung ist gar nicht schwer:



      Es muss wieder eine Politik gemacht werden, mit der nicht80% und mehr unzufrieden sind, sondern die 70-80% für zumindest im halten. Dazu benötigt man 50-100 Mrd. € mehr pro Jahr.



      Die würde man haben, wenn man nur die 5000 Milliardäre und Superreichen (>100 Mio $) in Deutschland um 1,5-3,5% ihres Vermögens (3400 Mrd.$) höher besteuert.deNn das wären 50-100 Mrd. €. Dadurch würden die noch nicht einmal ärmer werde, denn die werden um 5-20%. Pro Jahr reicher. Alleine seit 2024 um 400 Mrd.€.

      Wenn man das nicht macht, wird die AdD demnächst auch im Bund reagieren. Und zwar nicht erst 2029.

  • Sabine Hofmann-Stadtländer

    Es ist das zweite Mal, dass das BSW um die 5 % herum steht. Sollte diese Partei am Ende wieder knapp an dieser Hürde "kratzen", wird es sicherlich erneut eine Klage wegen Neuauszählung geben.

    Ansonsten ist das Ergebnis äußerst schwierig für eine Regierungsbildung, auch wenn es gut ist, dass es die SPD und die Grünen in den Landtag geschafft haben.

    • Pico

      @Sabine Hofmann-Stadtländer:

      2 Blöcke und eine gute Idee: Unabhängige(r) Ministerpräsident*in.



      Das BSW hat hier vollkommen recht. Hätte ich auch gewählt. Die Brandmauer ist doof und ist eingestürzt.

    • Bürger L.

      @Sabine Hofmann-Stadtländer:

      Der befürchtete Albtraum ist Wirklichkeit geworden. Ob mit Hilfe des BSW oder mit rechten Abweichlern der CDU wird es wohl eine Landesregierung der rechts-nationalen Rassisten in Sachsen Anhalt geben.



      Meines Erachtens hat die Bundespolitik, z.B. durch die sozial unausgewogenen sogenannten Reformvorhaben, so kurz vor den Wahlen erheblich dazu beigetragen.

      Was bleibt?



      Die Hoffnung, dass sich die SPD nach den beiden noch anstehenden Wahlen dazu durchdringt, Parteivorsitz und Regierungsämter zu trennen, um sich freier darauf besinnen zu können, wofür Sozialdemokratie mal stand.

      Das wäre nur eine der Voraussetzungen um längerfristig, gemeinsam mit Linken und Grünen ein ernst zu nehmendes Gegengewicht zu rechts konservativen Mehrheiten in Ländern oder im Bund zu bilden.

      Solange SPD und Union gemeinsam den Eindruck vermitteln, sie könnten über die Köpfe der arbeitenden Bevölkerung hinweg sozial unausgewogenen Politik betreiben, werden sie ungewollt zu Wahlhelfern für rechts-nationale Populisten.



      Dass das zwischen links und rechts irrlichternde Bündnis der Frau W. es doch noch als möglicher Beschaffer rechts-nationaler Mehrheiten in den Landtag geschafft hat, zeigt das beispielhaft.

      • Zippism

        @Bürger L.:

        „Was bleibt?“ Vielleicht die Erkenntnis, dass 44 Prozent für die AfD nicht über Nacht vom Himmel gefallen sind.

        Die momentanen AfD-Stimmen sind vermutlich eine beeindruckende Gesamtleistung praktisch aller Regierungsparteien seit 2015: CDU/CSU, SPD, Grüne, FDP – und je nach Bundesland auch noch weitere Mitspieler. Jahre voller großer Versprechen, ungelöster Probleme, politischer Fehlentscheidungen und anschließendem Erstaunen darüber, dass immer mehr Menschen ihr Kreuz bei der AfD machen.

        Aber natürlich ist jetzt wieder nur die „sozial unausgewogene“ Bundespolitik kurz vor der Wahl schuld. Das ist bequem. Dann muss man sich wenigstens nicht fragen, warum man über ein Jahrzehnt lang offenbar so erfolgreich Politik gemacht hat, dass eine rechtsextreme Partei mittlerweile bei fast 44 Prozent landet.

        Und was bleibt?

        Vielleicht einmal nicht den Wähler beschimpfen, nicht die nächste „Desinformation“ entdecken und nicht die Brandmauer bewundern – sondern sich fragen, warum diese Brandmauer inzwischen offenbar hauptsächlich verhindert, dass die etablierten Parteien noch merken, wie ihnen die Wähler davonlaufen.

      • Nachtsonne

        @Bürger L.:

        Es haben doch noch gar keine Reformen stattgefunden - wie können die dann sozial unausgewogen sein?

      • Marcelo

        @Bürger L.:

        Die SPD hat nur Erfolg wenn Sie sich von Linke und Grüne distanzieren

      • Martin Sauer

        @Bürger L.:

        Ich muss mich korregieren 53 % der wälenden Arbeiter haben AfD gewählt Bei der Linke waren es 8 % und SPD 7%

      • Martin Sauer

        @Bürger L.:

        Die Landesvorsitzende der BSW hat es Heute rungweg abgelehnt mit der AfD zu koalieren oder diese zu untestützen. Sie will mit de Linke zusamen CDU, SPD, Grüne in einer Regierung unterstützen. da bin ich aber mal gespant was die Linke dazu sagt. Die BSW hat schon ihre Forderung gestelt. Einen überparteilichen Ministerpräsidenten. Die Linken und die Grünen stellen schon Forderungen an die CDU. Das gibt eine Regierung toleriert vom linken und vom rechten Rand. CDU, SPD, Grüne, Linke,BSW müsen bei jeder Abstimmung ein Kompromiss finden. Ohne BSW würde das ja funktionieren.

        Und Linke die Arbeiterpartei. 6 % der Sachsen-Anhaltinischen Arbeiter (Währer) haben die Linke gewählt und 40 % der Arbeiter (Wähler) die AfD.

  • Markus Schäfer

    Die genauen Ergebnisse sind natürlich noch nicht da, aber am Ende läuft es auf eine AfD-Regierung oder eine Vielparteienkoalition (4 bis 5) über das gesamte politische Spektrum hinaus, die nie und nimmer notwendige Reformen zusammenbekommt. Die Wahl zwischen zwei Übeln.

    • Axel Schäfer

      @Markus Schäfer:

      Die wichtigen politischen Reformenvorhaben müssen auf Bundesebene umgesetzt werden, sicher nicht in einem einzelnen Bundesland. Wenn die jetzt dort nichts gebacken bekommen, kann sich ja der Souverän, der Wähler, mal an die eigene Nase fassen, angesichts dessen, was er dich da zusammengewählt hat.

      • Georg Sonntag

        @Axel Schäfer:

        Jede Person hat das gewählt was sich für sie als beste Wahl angefühlt hat. Da hilft die beste Wähler Beschimpfung nichts.



        Ich hoffe das es nun zum Verbotsverfahren kommt.



        Allerdings habe ich Angst um das Verfassungsgericht, falls sie die AFD für gesichert ekelhaft aber nicht verbotswürdig sehen. Dann werden die angeblichen Beschützer der Demokratie sich die eine demokratische Instanz mal ordentlich vornehmen....

  • Hans Dampf

    „Alle zusammen gegen den Faschismus“



    Ist dieser Aktionismus nicht Jahre zu spät?



    Sachsen-Anhalt hat in einer demokratischen Wahl die AfD leider, leider zur stärksten Partei gemacht - die Wähler wollten es so.



    Da hättet ihr schon früher aufwachen und kämpfen müssen, denn jetzt kämpft ihr gegen die Mehrheit der Wählerstimmen.

  • Astrid Sehnefeld

    Das der Tag kommen wird war klar.



    Zum Glück trifft mit Sachsen-Anhalt ein Bundesland, dass weder politisch noch wirtschaftlich für Deutschland oder Berlin ein großes Gewicht hat.



    Allerdings werden Schockwellen von diesem Ergebnis ausgehen.



    Leider sehe ich die üblichen Floskeln kommen:



    Wir haben verstanden. Wir sind nicht durchgerungen. Es muss jeder Stein umgedreht werden.



    Blablabla

    • sociajizzm

      @Astrid Sehnefeld:

      Schön wäre, wenn die CDU endlich begreift dass es absolut nichts bringt die Themen, Feindbilder und Rhetorik der AFD nachzuäffen. Nicht Mal eine Handvoll AFD Sektenmitglieder haben die Seite gewechselt. Jedenfalls nicht zur CDU.



      .



      Der populistische Umgang mit vielschichtigen Themen wie der Migration und Integration muss endlich pragmatischen und geräuschlosen Sachpolitik weichen.

    • Forist Grump

      @Astrid Sehnefeld:

      »Zum Glück trifft mit Sachsen-Anhalt ein Bundesland, das weder politisch noch wirtschaftlich für Deutschland oder Berlin ein großes Gewicht hat.«

      Es ist aber ein fatales Signal, und im Bundesrat kann auch ein kleines Bundesland wie Sachsen-Durchfahrt für jede Menge Scherereien sorgen, z. B. durch die Blockierung zustimmungspflichtiger Gesetzesvorhaben.

  • Forist Grump

    Meine Prognose: Es werden sich genügend Überläufer von der CDU zur AfD finden, um Letzterer die absolute Mehrheit zu ermöglichen.

    • Forist Grump

      @Forist Grump:

      Oder das BSW spielt den Steigbügelhalter für Siegmund.

    • Hans Dampf

      @Forist Grump:

      Ist es nicht eher so, dass die "Überläufer" der Linken, namentlich BSWagenknechtler nun wahrscheinlich zum Königsmacher werden?



      Ex-Linke setzen Ultrarechte vermutlich auf den Thron, welch eine Ironie.

  • Uwe Kulick

    Nachmittag! Schlusspurt an die Urnen. Alle hier gelisteten Umfragen sehen mehr AfD-Abgeordnete kommen als eine Krüppelkoalition der Etablierten zusammen brächte. Es wäre politischer Mut, näme sich Merz soviel Herz um auf der Stelle zu verkünden: "Die Linke ist etabliert".

    Soviel Problemlösungskompetenz wird man doch wohl von einem gestandenen Blackrock-Topmanager erwarten können!

    • Müller Christian

      @Uwe Kulick:

      Wenn März das sagt, erfolgt die nächste große Wähler Wanderung zur AfD. Das wäre die Folge? Wollen Sie das?

  • Pico

    Man kann immer weiter diverse Probleme ausklammern und weiter wurschteln. Fakt ist, dass die CDU - SPD - Grüne - Linke nicht mehr in der Lage sind diverse Problem zu lösen und noch nicht einmal Ansätze dazu anbieten. Nur wer zuhört, Lösungen vorschlägt und auch umsetzt, der wird vielleicht eine weitere Chance haben. Wer dies nicht tut, kann zusehen wie "seine Partei" immer weiter an Zustimmung verlieren wird.

  • Axel Schäfer

    Diese Einteilungen der Wähler sind ja heute etwas schwierig, daher weiss ich jetzt nicht, was man mit "... Was die Arbeiterklasse denkt ..." anfangen sollte, da müsste man ja erst einmal Arbeiterklasse definieren, macht man das über Einkommen, Qualifikation oder Selbstbeschreibung. Wenn man jetzt bei Wahlumfragen der Selbstbeschreibung glaubt kann sich das Bild schön verzerren, zumal Arbeiterklasse ja mittlerweile schon fast abwertend benutzt wird, der vielzitierten Pflegekraft und dem Dachdecker zum Trotz.