Einigung bei Volkswagen : Nur Sparen schafft keine Zukunft
Der VW-Aufsichtsrat hat die Kahlschlagspläne des Vorstands überraschend abgesegnet. Was völlig fehlt, sind gute Ideen für die Zukunft.
S chon Tage vorher hatten VW-Vorstand, Gewerkschaft und Politik vergeblich um einen Kompromiss gerungen, auch am Freitag dauerte das Treffen des Aufsichtsrates bis in den späten Abend hinein an. Umso überraschender kam dann die Meldung, dass der drastische Sparplan von Volkswagenchef Oliver Blume beschlossen wurde – einstimmig sogar. Und das, obwohl er noch immer keinen mutigen Weg in die Zukunft des großen Autobauers ebnet – und die Krise schwer auf dem Rücken der Beschäftigten ablädt.
Volkswagen steht Kahlschlag bevor. Weltweit werden mehr als 100.000 Stellen gestrichen, rund doppelt so viele wie ursprünglich geplant. Das Ende der vier bedrohten Werke in Deutschland, in Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm ist zwar nicht besiegelt, aber auch alles andere als vom Tisch.
Nun kann man sich wundern, dass der VW-Betriebsrat und Vertreter:innen der IG Metall dem dennoch einfach zugestimmt haben. Sie geben sich alle Mühe, als verantwortungsvolle Akteure dazustehen, die eine Eskalation verhindert haben. Und hoffen offenbar auf eine gute Verhandlungsposition, wenn es um den Fortbestand der angezählten Fabriken geht.
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Ob das wirklich verantwortungsvoll war angesichts eines Konzernvorstands, der seine bedrohlichen Visionen allzu gerne bewusst in der Presse platziert, bevor er mit den Arbeiter:innen spricht? Der bisher kaum zu Zugeständnissen bereit war? Das wird die IG Metall noch beweisen müssen, wenn sie Zwickau, Emden, Hannover und Neckarsulm verteidigen muss.
Keine Impulse für Zukunftsmärkte und -technologien
Vor allem aber ist tragisch, dass bei allen Drohgebärden des Vorstands und aller Angst der Arbeitnehmer:innen noch kein plausibler Plan für ein zukunftsfähiges Geschäftsmodell aufgetan werden konnte. Wenn die Transformation der Standorte Jobs in der Produktion kostet, dann müssten dafür neue in anderen Bereichen aufgebaut werden. Und VW braucht Ideen für Zukunftsmärkte und -technologien, mehr denn je.
Nur lassen die Konzernmanager keinen, wirklich gar keinen solchen Ehrgeiz erkennen. Das muss sich ändern – und dabei sollten auch die Gewerkschaft und Politiker:innen in Bund und Ländern stärkere Impulse setzen.
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