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Vor dem CSD-Wochenende in BerlinEin queerer Scherbenhaufen

CSD gegen Dyke* March, Dykes* gegen Dykes*, CSD gegen IQP, Trans Pride gegen ITP: Der neue Drag March und der Nahostkonflikt spalten die Szene.

Respekt, Solidarität mit marginalisierten Menschen und die Ablehnung jeder Form von Menschenfeindlichkeit. Das seien die gemeinsamen Prinzipien, die sie verbinden, heißt es im Aufruf zum Community Dyke* March, der am Freitag ab 17 Uhr vom Roten Rathaus zum Oranienplatz in Kreuzberg zieht. Ein Blick auf die verschiedenen queeren Veranstaltungen am Wochenende zeichnet jedoch ein anderes Bild: von endlosen erbitterten Grabenkämpfen.

Dyke* March vs. CSD

Seit 2013 findet der Dyke* March für lesbische Sichtbarkeit – Dyke war früher ein Schimpfwort, heute ist es eine Selbstbezeichnung für Lesben – traditionell am Vorabend des Christopher Street Day (CSD) statt. Dieses Jahr aber gerät er in Konkurrenz zum CSD selbst, der erstmals schon am Freitag eigenes Programm bietet.

Wir sehen das als Angriff auf lesbische* Sichtbarkeit

Ver­an­stal­te­r*in­nen des Dyke* March zum Zeitgleich angesetzten Drag March

Ab 17 Uhr soll in Anlehnung an den New Yorker Drag March erstmals ein Berliner Drag March stattfinden. „Wir sehen das als Angriff auf lesbische* Sichtbarkeit“, kritisieren die Ver­an­stal­te­r*in­nen des Dyke* March gegenüber der taz. In New York lägen Drag March, Dyke* March und Pride an aufeinanderfolgenden Tagen. „In deren Berliner Version davon wird der Dyke* March einfach unsichtbar gemacht und ignoriert.“

Der CSD-Vorstand sieht das anders: Da keine einzelne Initiative die gesamte Vielfalt der Community abbilden oder ansprechen kann, bedürfe es einer breiten Palette an Angeboten und Formaten. „Nur so kann Berlin seinem Anspruch als weltoffene Regenbogenhauptstadt gerecht werden.“ Mit dem Dyke* March hoffe man auf einen konstruktiven Austausch.

Die Dyke* March-Veranstalter*innen weisen indes die Behauptung der CSD-Veranstalter*innen, man stehe im Austausch, zurück. Für die Dykes* steht fest: „Wir lassen uns die Sichtbarkeit nicht nehmen.“ Sie stünden jedoch noch immer für ein Gespräch bereit. „Dafür erwarten wir jedoch zunächst eine Entschuldigung und eine ehrliche Aufarbeitung des Vorgehens.“

Israelsolidarische Dykes* vs. palästinasolidarische Dykes*

Es ist nicht die erste Forderung nach Aufarbeitung im Zusammenhang mit dem Dyke* March. Bereits 2024 kam es zu Konflikten, im Zentrum stand damals der Nahostkonflikt. Die Demo war von einem lautstarken Palästina-Block angeführt worden, es gab „Yallah Intifada“-Gesänge und gewaltsame Festnahmen von Palästina-Aktivist*innen.

Wenige Tage vor dem Dyke* March hatte das Orgateam zu einem Fundraising-Event in der Bar Möbel Olfe eingeladen. Dort hätten fünf überwiegend weiße und nichtjüdische Lesben die Teilnehmenden provoziert, indem sie Sticker mit der israelischen Flagge auslegten sowie eine Regenbogenflagge mit Davidstern aufhingen, so die Ver­an­stal­te­r*in­nen des Dyke* March. Da die Situation verbal eskalierte, sei das Fundraising beendet worden. Die fünf Protestierenden hätten anschließend die Polizei gerufen, auch kam es zu einer Anzeige und einem Gerichtsverfahren gegen einen Gast.

Nach der Demo gründete sich die Initiative Dykes, Women and Queers Against Antisemitism, die die Aktion für sich beanspruchte. Ihr Ziel sei es gewesen, Aufmerksamkeit zu schaffen über antisemitische Inhalte und Hamas-Symbolik im Aufruf des Dyke* March. Die Ver­an­stal­te­r*in­nen bestritten die Vorwürfe: „Antizionismus ist nicht Antisemitismus“.

Dyke* March vs. Community Dyke* March

Im Jahr darauf sollten eigentlich wieder die Dykes* und ihre Forderungen im Mittelpunkt stehen, nicht der Nahostkonflikt. Doch im Juni 2025, nur wenige Wochen vor der Demo, kam die überraschende Nachricht: „Wir, das Dyke* March Berlin Orgateam, werden 2025 den Dyke* March aus gesundheitlichen und organisatorischen Gründen nicht durchführen.“ Schnell bildete sich ein neuer Zusammenschluss, der Community Dyke* March, der fortan die Demo-Orga übernahm.

Mit dem Orgateam der letzten Jahre gab es jedoch laut eigener Aussage weder eine Übergabe noch Kontakt oder Austausch. Somit sei es auch nicht die Aufgabe des neuen Orgateams, vergangene Dynamiken im Zusammenhang mit Nahost aufzuarbeiten, erklärte der neue Community-Zusammenschluss. Dazu fehle auch der Einblick in interne Entscheidungen aus dem letzten Jahr.

Dass erneut Palästinasolidarität im Zentrum stehen würde, zeigte sich schnell: Nationalflaggen waren generell verboten, so auch Israelflaggen. Verboten wurde auch die Prideflagge mit einem Davidstern, weil sie „von vielen als Symbol der Zustimmung oder Verharmlosung dieser Gewalt wahrgenommen“ werde. Die einzige Ausnahme: die palästinensische Flagge, da sie für jahrzehntelangen „antiimperialistischen Widerstand“ und ein „Recht auf Selbstbestimmung“ stehe. Die Initiative Dykes, Women and Queers Against Antisemitism kritisierte: Es gebe keinen Dialog zwischen der Community Dyke* March-Orga und jüdischen Queers.

Community Dyke* March 2026

In diesem Jahr stehen die Zeichen erstmals wieder auf Entspannung: Erlaubt sind sowohl die Prideflagge mit einem Davidstern als auch die palästinensische Flagge. „Symbole, die unterschiedlich interpretiert werden und dadurch Menschen verletzen können – wie das rote Dreieck“ sind hingegen verboten. Im Aufruf heißt es: „Jüdische Dykes* sind selbstverständlicher Teil unserer Community.“ Die Solidarität mit Palästina und der Kampf gegen Antisemitismus stünden nicht im Widerspruch, so die Organisatorinnen.

Internationalist Queer Pride vs. CSD

Nicht nur die Dykes* zerlegen sich an Nahost – auch die Schwulen wissen, wie man sich spaltet. In diesem Jahr mobilisiert East Pride Berlin unter dem Motto „Homos sagen Ja zu Israel“ für den diesjährigen CSD. Die Initiative Lesben gegen rechts schließt sich dem an. Dem gegenüber steht der Internationalist Queer Pride (IQP), der zeitgleich zum CSD stattfindet, und sich eindeutig propalästinensisch positioniert. Teil des ursprünglichen Bündnisses der seit 2021 stattfindenden Demonstration waren die Israel-Boykottbewegungen BDS Berlin und Palästina spricht. In der Vergangenheit wurden Vorwürfe der Israelfeindschaft laut, so hieß es im Aufruf: „No Pride in Genocide & Apartheid“. Die Mitglieder des diesjährigen Bündnisses wurden bislang nicht bekannt gegeben.

Internationalist Trans Pride vs. Trans Pride Berlin

Unterrepräsentiert bis unsichtbar sind am CSD Inter- und Transpersonen. „Wir haben es satt mit sogenannten Pride-Events, in deren Zentrum Weißsein, kapitalistische und koloniale Vorstellungen von Gender, Schönheit und individueller Leistung stehen“, ließ die Gruppe Internationalist Trans Pride auf Instagram wissen – und organisierte eine eigene Demo, die bereits Anfang Juli stattfand.

Gestritten wird dabei nicht nur mit dem CSD, sondern auch mit Trans Pride Berlin, die in den Vorjahren INTA* (inter, nichtbinäre, trans und agender) Pride-Demos organisiert hatten. Der Streitpunkt ist – Überraschung – Nahost. Nachdem die Trans Pride jahrelang keine explizite Palästinasolidarität gezeigt hatte, wollte ein Teil des Orgateams 2025 genau das ändern. Long story short: Der Konflikt eskalierte derart, dass die INTA* Pride 2026 ganz ausfiel, dafür aber erstmals der klar palästinasolidarische Internationalist Trans Pride (ITP) am 12. Juli stattfand.

Die Pointe: Schließlich entschuldigte sich auch Trans Pride Berlin dafür, die eigenen „Werte und unser Bekenntnis zur Solidarität mit der Bewegung für die palästinensische Befreiung untergraben“ zu haben. Das Ergebnis: zwei propalästinensische Trans-Pride-Gruppen.

CSD macht Party statt Protest

Unter dem Motto „Haltung ist hot“ macht der CSD in diesem Jahr auf die bevorstehende Abgeordnetenhauswahl am 20. September aufmerksam. „Die queere Community geht wählen: Weil Demokratie, Vielfalt und unsere Rechte nicht selbstverständlich sind“, heißt es auf der Website.

Von einer politischen Demonstration, wie sie der Dyke* March oder Internationalist Queer Pride veranstalten, kann jedoch nicht die Rede sein. Die angemeldeten Wagen sorgten bereits für Unruhe: Nach Protesten zog Möbel Höffner sich am Montag von der Teilnahme zurück. Dass Firmengründer Kurt Krieger 2024 18.000 Euro an die AfD gespendet hatte, war dem CSD-Vorstand vorab bekannt – eingeladen hatten sie Möbel Höffner trotzdem.

Auch sonst zeigt sich der CSD wenig konfrontativ: Man begrüße die Zusammenarbeit mit der Berliner Polizei zur Verbesserung der Sicherheit queerer Menschen, heißt es. Dass die Polizei nicht alle queeren Menschen gleichermaßen schützt, zeigte sich spätestens bei den brutalen Festnahmen am Dyke* March 2024.

Vielleicht ist es Zeit, an den Ursprung des CSD zu erinnern: Die Stonewall Riots 1969 waren ein Aufstand gegen gewalttätige, homophobe Razzien der Polizei in New York.

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50 Kommentare

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  • Werden auf irgendeiner dieser ganzen Veranstaltungen eigentlich heterosexuelle Palästinenser_innen mit Regenbogenflagge mitmarschieren?

    Nach dem Motto “Palestinians for Queers - Thank you for all the solidarity”?

  • Jo. Weil sich in der gesamten Aktivisten Szene des linken Spektrums mittlerweile zu Viele selbst zu wichtig nehmen und selbst in der überschaubarsten Ecken immer noch die einzig Wahren sein wollen. Diese mittlerweile absurd gewordene Spaltungssucht hilft weder marginalisierten Gruppen hier, noch denen in Nahost. Die allgemeine Verweigerung Grautöne zu akzeptieren, andere Meinungen und einen differenzierten Dialog zuzulassen, offenbart dass sich alles nur um die Protagonisten selbst dreht und nicht für irgendein voregebliches, soziales Ziel.



    Was ich seit ein paar Jahren in den linken Kulturzentren und Veranstaltungsdiskussionen erlebe ist -mit leider wenigen Ausnahmen- von genau diesem Geist geprägt und -so ehrlich wie deutlich-, es kotzt mich nur noch an.



    Mit welcher Hybris da von Veranstaltern und Künstlern schriftliche Statements zum Nahostkonflikt verlangt werden und wie schnell jemand brutal abgestempelt und ausgeladen wird, zeugt von einer autoritär intoleranten Haltung, die nur noch verstört. Und das bei aller aller Distanz, die ich schon immer zu jeglichen ideologischen Lagern hatte.



    In Zeiten, wo die Rechten auf der Überholspur sind. Unbeschreiblich merkbefreit.

  • "Die angemeldeten Wagen sorgten bereits für Unruhe: Nach Protesten zog Möbel Höffner sich am Montag von der Teilnahme zurück. Dass Firmengründer Kurt Krieger 2024 18.000 Euro an die AfD gespendet hatte, war dem CSD-Vorstand vorab bekannt – eingeladen hatten sie Möbel Höffner trotzdem."



    Die AfD hat eine lesbische Vorsitzende und Jens Spahn ist ein schwuler Rechtsaußen der Union...🤷



    Queers gibt es in jedem Spektrum!



    Wer ein pro-palästinensisches Bündnis mitlaufen lässt, obwohl nachweislich die Hamas Homosexuelle foltert oder direkt ermordet, der sollte auch Möbel Höffner ertragen.



    Aber das wäre gelebte Toleranz...



    Toleranz kommt übrigens von tolerare - das heißt 'ertragen', nicht 'gut finden'.

  • Insgesamt erleben wir leider 1 autoritär-kapitalistisch-patriarchale hegemoniale Welle:Nationalismen sind überall, während wir die Boykott war & nationalism!+ Flagge für die Menschenrechte Energie nicht aufbringen, die aber gebraucht wird. Wenn ne ethnische Gruppe vernichtet wird, ist deren existenzielle Not sehr laut, aber dabei eben auch andere autoritäre Aktöre nicht zu übersehen, das überfordert viele. Zusammen zu sagen, dass die autoritär-patriarchal-theokratischen Kreigstreiber auf allen 3 Seiten, inkl. besonders das Trump christliche zionisten Lager sich spiegelgleich ähneln in ihrem homophoben misogynen & antidemokratischen Zerstörungswerk, das wäre mal fortschrittlich, leider schafft das wohl grad niemand & autoritären Anteile aus den Demos gegen genozidale Kriegseskalationen auszuschliessen gelingt nicht (Graue Wölfe). Ich schätze den Dyke Marsch und hatte auch vor 2 Jahren die Demo erlebt, die beide Seiten noch mit zu nehmen schaffte: die 1 Regebogen Magen David Flagge& Palästina Soli Blockenden und alle möglichen dazwischen.Das war real &es auszuhalten wichtig. EineFlagge für die Menschenrechte braucht es aber sicher, dann brauchts noch breitere Demos gg Nukes&warZwang!

    • @R.L.:

      "Insgesamt erleben wir leider 1 autoritär-kapitalistisch-patriarchale hegemoniale Welle"



      Das ist seit langem die Standardausrede für alles...🙄



      Linke und Progressive zerlegen sich selbst, weil sie ALLES aufs Mü genau ausdiskutiert haben wollen.



      Was macht Rechts - die dulden ne lesbische Vorsitzende und den bekennenden Homosexuellen Spahn als Vorkämpfer.



      Stellt euch mal so viel Toleranz im linken Lager vor - was da möglich wäre bei Klima, Fleischkonsum oder Aktien...



      Aber nein, Links zerlegt sich in klein klein, Rechts hat ein großes Ziel vor Augen.



      Deswegen performt rechts zur Zeit weltweit so gut und links nicht.



      Glaubt irgendwer Menschen wollen einer Gesinnung beitreten, die nur noch damit auffällt, heillos zerstritten zu sein und die sich gegenseitig überfällt - siehe Zehlendorf zuletzt...



      Die Rechte tritt mit wenigen Ausnahmen (NRW zuletzt) geschlossen auf.



      Nennt es Kaderführung, nennt es Parteidisziplin, nennt es sich auf die Lippe beißen fürs große Ganze - nennt es wie ihrs wollt, aber DARAN fehlts der Linken seit langem meilenweit.



      Die zerstreitet sich ja sogar auf dem Segeltrip gen Gaza so dermaßen, dass 'Aktivisten' die Boote gewechselt haben...😂🙄🙈



      Unglaublich dumm.

  • Treffen sich vier Linke und streiten über 5 Meinungen.

    Uralter Kneipen-Witz, immer noch aktuell :-(

  • Sehr bedauerlich, dieses Hauen und Stechen in "Life of Brian"-Manier, und natürlich erweist der eigentlich gemeinsamen Sache aller Beteiligten einen Bärendienst.



    Die Häme darüber ist insoweit gerechtfertigt, als hier nicht nur überkreuz geratene Vorstellungen über die richtige Positionierung sondern handfeste Eitelkeiten und Territorialkämpfe im Spiel sind. Wer sich da so wenig im Zaum halten kann, hat das Scheitern und die Lacher verdient.



    Ansonsten ist die Geschichte einmal mehr ein Lehrbeispiel, warum man bei der gemeinschaftlichen öffentlichen Vertretung von konkreten politischen Anliegen den Fokus auch auf genau diese legen sollte - und nicht auf eine darum herum existierende gesamtpolitische Agenda. Es finden sich immer irgendwelche Antipluralisten, die nicht vernknusen können, dass sie mit ihren Mitstreitern nicht auch in allen anderen Punkten einig sind. Und wenndie auf so einen Zankapfel treffen, steigen die Fliehkräfte innerhalb der Gemeinschaft unweigerlich an. Da hilft nur Einigkeit (und entsprechend entschlossene Durchsetzung derselben), dass man sich auf das konzentriert, wofür man eigentlich zusammengekommen ist.

  • Ich lese aus den Kommentaren eine ganze Menge Schadenfreude heraus. Nebenbei wird dann gerne gleich alles, was im Verdacht steht, links oder woke zu sein mitabgeräumt.

    Sollten wir nicht eher traurig sein, dass Menschen, die der Grund für den CSD/Pride March einigen sollte, sich gegenseitig fertigmachen, anstatt ihre Differenzen außen vor zu lassen in der Erkenntnis, wo der eigentliche Feind steht, nämlich rechts?

    Ein erster Schritt wäre, sämtliche Israel-, Palästina- oder sonstige Nationalflaggen wegzulassen. Braucht kein Mensch.

    • @Klabauta:

      Man sollte nicht schadenfroh sein, das ist eine negative Haltung. Allerdings zeigt diese ganze Rechthaberei, dass noch viel Arbeit vor solchen Gruppen liegt, wenn sie einmal ernsthaft politschen Einfluss nehmen wollen, denn dazu gehört Kompromissfähigkeit. Rechthaberei nützt da wenig, selbst wenn man Recht hätte.

      Zudem weisen manche Kommentare auch auf den inneren Widerspruch hin, für Toleranz zu streiten (für die eigene Position), aber sehr wenig Toleranz aufzubringen.

    • @Klabauta:

      Schadenfreude überrascht hier doch niemanden. Gerade in linken Milieus gehören diese permanenten Abgrenzungs- und Reinheitsdebatten seit Jahren zum Alltag. Wer ständig den höchsten moralischen Anspruch erhebt, muss sich eben auch daran messen lassen – und am Ende reicht oft schon die "falsche" Position zu einem Detailthema, um vom Verbündeten zum Feind zu werden.

      Der Ruf nach Einigkeit gegen rechts klingt zwar schön, scheitert aber regelmäßig an genau diesem Hang, sich zuerst gegenseitig die moralische Legitimation abzusprechen. Vielleicht wäre etwas weniger Gesinnungspolizei und etwas mehr Pragmatismus tatsächlich der erste Schritt.

  • Manche tragen die Palästina-Flagge auf dem CSD. Ein Gegenbesuch mit Regenbogenflagge in einem von der Hamas kontrollierten Gebiet wäre vermutlich deutlich weniger erwünscht. Ironischer lässt sich politische Romantik kaum entlarven.

  • Der Kindergarten, den heutige "Aktivistinnen und Aktivisten" veranstalten, ist ein Grund, warum viele, die sich früher engagiert haben, abgesprungen sind. Es geht längst nicht mehr um die Rechte von LGBTQ+, sondern nur noch um interne Grabenkämpfe auf Nebenschauplätzen.

    Die Rechte freut sich...

  • "Dort hätten fünf überwiegend weiße und nichtjüdische Lesben die Teilnehmenden provoziert, indem sie Sticker mit der israelischen Flagge auslegten sowie eine Regenbogenflagge mit Davidstern aufhingen, so die Ver­an­stal­te­r*in­nen des Dyke* March."

    Fuu. Also. Steile These. Und echt nicht so geil von der taz, das hier so unsortiert wiederzugeben: Erstmal, "provozieren" muss man sich schon auch lassen. Mein Eindruck ist, dass die Pali-Dykes das gerne tun und solche Gelegenheiten lieben. Und wieso ist es den Dykes (und der taz?) offenbar ein Anliegen darauf hinzuweisen, dass es sich um "weiße" Personen handelte. Und woher wissen sie, dass diese (zu allem Übel des Weißseins) auch noch "nichtjüdisch" waren? Ich behaupte mal, dass die Mehrheit der ProPali-Szene auch "weiß" ist und keine palästinensische Wurzeln hat. Dort scheint das aber keine so große Rolle zu spielen.

    • @Petar Stefanac:

      Das ist ein Zitat und wird dazu noch im Konjunktiv wiedergegeben. Da wird also gar nichts unsortiert wiedergegeben. Aber genau hier liegt das Problem. Man will prinzipiell den Gegenüber mißverstehen. Völlig am Kontext vorbei. Es geht nicht um die Sache, sondern ums Recht haben. Und da nehmen sich beide Lager überhaupt nichts, wie man hier bestens rauslesen kann.

    • @Petar Stefanac:

      Ja, so genau schaut antidiskriminatorische Wokeness dann schon hin, denn linke Identitätspolitik kommt halt nicht ohne die Betonung auf "Identität" aus - soweit sie in den Täter-Opfer-Narrativ passt...

  • Es scheint ja in Berlin erfreulicherweise eher so zu sein, dass der eigentliche CSD eine Größenordnung größer ist als die meisten anderen Organisationen. Wenn ich mir das Manifest der „Internationalist Queer Pride“ durchlese, wirkt es auf mich auch eher als dass das eine pro-Palästina Organisation ist, die ihre Forderungen mit „queer“ besprenkelt hat und nun damit versucht, die queere Szene zu vereinnahmen.

    Allgemein scheint es aber auch anderorts Tendenzen zu geben, den Forderungskatalog breit zu fassen und auch Themen aufzunehmen, die nichts mit LGTBQ zu tun haben. Der CSD Hannover beispielsweise fordert auch den Stopp von Waffenlieferungen ins Ausland, den Stopp von Asylverfahren an den EU-Außengrenzen und den sofortigen Abbau von Polizei- und Bundeswehr-Etats. In meinen Augen sollte man sich eher auf die LGTBQ bezogenen Kernforderungen beschränken, um eine möglichst breite Bewegung zu erzeugen und nicht einfach nur als linke Organisation wahrgenommen zu werden. Es gibt ja auch in den konservativen/rechten Parteien Personen, die durchaus queer leben, aber irgendwie mit der Bewegung nichts mehr anfangen können.

    • @Theo Weyers:

      Na ja, wer ernsthaft den Abbau von Polizei- und Bundeswehr-Etats fordert, der macht sich eh lächerlich und den kann man nicht mehr ernstnehmen.

  • Kann mir jemand den Zusammenhang zwischen CSD / Pride und dem Konflikt zwischen Israel und Hamas erklären? Das sind doch zwei Themen, die nichts miteinander zu tun haben?

    • @Ruediger:

      Erinnern Sie sich noch an das schräge KI-generierte Gaza-Video von Donald Trump? In dem tanzten bärtige Frauen. Vielleicht die Queers for Palestine?

  • Ich finde es grundsätzlich erstaunlich, dass die Communities sich an diesem Thema zerlegen. Je zersplitterter der Kampf für LGBTQIA*-Rechte und -Gleichberechtigung geführt wird, umso weniger wird man letztlich erreichen. Von außen unbeteiligt zuschauend, werden sich die verschiedenen Lager (in Bezug auf Palästina/Israel) wohl mit jeweils eigenen Argumenten befremdet abwenden. Es wäre besser, man würde nicht versuchen, das Thema Nahostkonflikt im Rahmen des CSD und anderer Veranstaltungen zu lösen. Ähnlich schädlich war ja auch die Positionierung von Greta Thunberg und der FFF Bewegung, die sich eigentlich auf Klimaschutz konzentrieren und dann für ein Thema ins Kreuzfeuer gerieten, das eher spaltend als vereinend wirkt.

    Ich bin ein schwuler cis-Mann, weiß, als in Berlin Geborener recht privilegiert und mit klarer (differenzierter) Haltung zur Palästina/Israel-Frage, die recht einfach, wie im Artikel zitiert, zusammenzufassen ist: "Die Solidarität mit Palästina und der Kampf gegen Antisemitismus stünden nicht im Widerspruch, so die Organisatorinnen." Die Themen sollten dennoch m.M.n thematisch nicht mit der LGBTQIA* Bewegung vermischt werden, sondern gesondert beackert werden.

    • @YoHoNoMo:

      Das ist das Ergebnis der sogenannten intersektionellen Identitätspolitik. Alles muss immer zusammen gedacht werden, und wer eine Meinung haben darf entscheidet sich nach Hautfarbe und sexueller Ausrichtung. Und dann wundert man sich, dass keine breiten Bevölkerungsschichten mehr mobilisiert werden können.

    • @YoHoNoMo:

      "das Thema Nahostkonflikt... lösen". Das haben nicht einmal die Leute geschafft, die an den Oslo-Verträgen gearbeitet haben. Und das waren immerhin professionelle Diplomaten.

  • "Moralspektakel" von Philipp Hübl lesen. Da analysiert der Autor sehr luzide, warum sowas passiert.

    Solange die linken Milieus in unserer Gesellschaft sich nicht von Statuskämpfen lösen können, wird das nichts mit der besseren Gesellschaft.

    • @Hanno Homie:

      Versuche ich auch immer wieder mal mitzuteilen, aber Andere können das wahrscheinlich mal wieder besser formulieren.



      Danke für den Buchtipp.



      Bedauerlich, dass der Nahost-Konflikt überall wichtige progressive Ansätze spaltet.

  • Die Volksfront Judäas schimpft über die Judäische Volksfront und alle schimpfen über die Populäre Front. "SPALTER!!!"

    Man müsste lachen, wenn es nicht so traurig wäre. Aber so ist das, wenn der Anspruch an den Splitter des Auge des Nächsten größer ist, als der an den Balken im eigenen. Und jeder immer 150%ig sein muss.

  • "Palästinasolidarische Queers " ist in sich komplett widersprüchlich. Man kann zwar palästinasolidarisch UND queer sein, aber nicht palästinasolidarisch WEIL queer. Man kann ja auch nicht prorussisch sein, weil man queer ist.

    Change my mind.

    • @Suryo:

      Wie wäre es damit: PalästinenserIn heisst nicht Hamas, Israeli heisst nicht IDF und Netanjahu.

      • @Systemknecht:

        Es geht aber der propalästinesischen Bewegung nicht (nur) um die einzelnen Palästineserin sondern wesentlich auch um Existenzrecht und territoriale Ansprüche eines etwaigen palästinensischen Staates. Und den angesichts der in den besetzten Gebieten herrschenden Machtverhältnisse von der Hamas getrennt zu betrachten, ist schon nicht mehr so leicht. Das gilt insbesondere, da eben die Hamas überall dort, wo sie einmal die Ausübung der Staatsgewalt übernommen hat, auch nur dann für die Meinung der einzelnen Palästinenserin offen zeigt, wenn diese u. a. allen möglichen Leuten - von Isrealis über Juden, Christen und anderen Ungläubigen alllüberall und natürlich auch allen LGBTQIA+ - ein möglichst baldiges und gewaltsames Frühableben in Aussicht stellt.



        MUSS man nicht toll finden. Jedenfalls stimme ich @Suryo zu, dass Queerness und aufrichtiger Einsatz für LGBTQIA+-Rechte jedenfalls nicht ZWANGSLÄUFIG eine Parteinahme für einen palästinensischen Staat bedingen dürfte.

      • @Systemknecht:

        Aber nochmal: wo ergibt sich der Zusammenhang mit Queerness? Wieso sollte man palästinasolidarisch sein, WEIL man queer ist?

        Und wie queersolidarisch ist eigentlich Palästina?

        • @Suryo:

          Für viele westliche (radikale) Linke ist "Palästina" der neue Hauptwiderspruch und Antizionismus der kulturelle Code und der Kitt, der den Laden (noch) zusammenhält. Weil man dem Vormarsch der Rechten nicht ernsthaft etwas entgegensetzen kann dient es als Ersatzhandlung.

        • @Suryo:

          "Wieso sollte man palästinasolidarisch sein, WEIL man queer ist?"

          Diese Verknüpfung ("weil") finde ich zumindest im Artikel nicht, insofern höre ich hier einen Strohmann knistern. Dass sich queere Menschen mit anderen marginalisiertern Gruppen, zb. den Menschen in Palästina solidarisieren, finde ich jetzt nicht soo abwegig.

          Die Verknüpfung "PalästinenserInnen = Hamas" finde ich dagegen häufig, auch ausdrücklich in deinem Posting. Und die ist mMn genau so falsch wie "Israelis = IDF/Netanjahu".

          • @Systemknecht:

            Diese Verknüpfung findest du in meinem Posting nicht, schon gar nicht ausdrücklich.

            Tatsache ist, dass diese Solidarität eine Einbahnstraße ist. Und nicht nur das: Queers werden in Palästina geächtet und verfolgt. Keine dieser Dykes* und Co könnte dort unbehelligt über die Straße gehen, schon gar nicht mit Regenbogenflagge.

            Und das wissen diese Leute selbst sehr wohl. Das macht es ja so absurd.

            • @Suryo:

              "Diese Verknüpfung findest du in meinem Posting nicht"

              Ähm, doch:

              " wie queersolidarisch ist eigentlich Palästina?"

    • @Suryo:

      Und es stellt sich zudem die Frage, wie Queere in Palästina aufgenommen würden. Ob sie sich danach auch noch propalästinensisch äußern würden, ist stark zu bezweifeln.

  • Mal im Zeitraffer, ich hoffe ich habe es verstanden: Das 'Dyke* March Berlin' Orgateam sieht im 'Drag March' einen Angriff aus die lesbische* Sichtbarkeit des 'Dyke* March', die 'Dykes, Women and Queers Against Antisemitism' kritisieren das 'Dyke* March Berlin' Orgateam wegen Hamas-Symbolik, woraufhin das Team 'Community Dyke March' übernimmt. Unterdessen ruft 'East Pride Berlin' für den CSD das Motto 'Homos sagen Ja zu Israel' aus, die 'Lesben gegen rechts' finden das gut. Der 'Internationalist Queer Pride' ist hingegen propalästinensisch und findet zeitgleich statt. Unsichtbar sind am CSD die Inter- und Transpersonen. Die Gruppe 'Internationalist Trans Pride' wirft den anderen Weißsein, Kolonialismus und Kapitalismus vor. Sie steiten aber auch mit 'Trans Pride Berlin', die in den Vorjahren den 'INTA* Pride' organisiert hatten. Der wurde 2026 durch den palästinasolidarischen 'Internationalist Trans Pride' ersetzt. Jetzt gibt's zwei propalästinensische Trans-Pride-Gruppen... So einen Irrsinn kann sich niemand ausdenken, das gibt's nur im echten Leben.

    • @Jochen Laun:

      Vielen dank für die amüsante Zuspitzung. Ich musste sehr lachen.

    • @Jochen Laun:

      You made my day! :-))

    • @Jochen Laun:

      Dit is Berlin.

  • Das alte Problem progressiver Bewegungen: Gehört man der Volksfront von Judäa oder der Judäischen Volksfront an? (In dem Zusammenhang mit dem Irrsinn der Pro/Contra-Palästina-Grabenkämpfe noch einmal besonders absurd).

    Ich verstehe immer nicht, warum man sich vor allem Gegenseitig bekämpft, wenn doch das Ansinnen im Kern eigentlich gleich ist.

    Vllt. ist es aber auch das Problem, dass in vielen progressiven Gruppen eben doch ein Denken im Sinne von "Wir-gegen-den-Mainstream" vorherrscht, das dann ständig wieder zu einer Selbstbekämpfung führt. Es geht vllt. dann doch vielen mehr um das eigene Ego, die eigene Gruppe und die eigene öffentliche Präsenz, als um die Lösung gesellschaftlicher Probleme.

    Schade.

  • Sollen ruhig Grabenkämpfe stattfinden. So wie vor vielen Jahren Antideutsche gegen Antiimps.

    Zionisten wollen einen großen Staat Großisrael, Muslime Willkommen, sonst wären die 21%, die jetzt schon in Israel leben, vernichtet worden.

    Umgekehrt sollen Muslime auch nur einen Staat haben, From the River.... , die Zukunft der Israeliten ist dabei einem egal, so wie auch der grassierende Antisemitismus unter den Linken.

    Also ja, lieber Distanzieren. Dann gibt es halt fünf CSDs. Oder 100.

    • @Troll Eulenspiegel:

      "Zionisten wollen einen großen Staat Großisrael, Muslime Willkommen..."

      Die Zionisten sind kein fester Block. Der rechte Flügel möchte ein rein jüdisches Israel. Und er sitzt mit in der Regierung...

  • Ach weh! Würde sich doch nur die neue Rechte derart selbst zerlegen...

    Und wer Polizeigewalt als einendes Band braucht, hat es vielleicht gar nicht so schwer im Leben.

    Es bleibt ein resignierter Merz: "Geht mehr arbeiten."

  • Früher waren Homosexuelle ein nach außen homogener Block, der Rechte erkämpfen musste. Früher Wowereit, heute wählen selbst AfDler eine lesbische Frau an die Spitze.



    Wenn Ziele erreicht wurden, bleibt "den Neuen" nur die Möglichkeit, "noch mehr" zu fordern, um selbst auch "was zu erreichen". Die einzige Möglichkeit ist eine zunehmende Zersplitterung, um weiterhin persönliche Benachteiligungen identifizieren und öffentlichkeitswirksam anprangern zu können.



    Die Folge ist eine fortschreitende Zersplitterung und Zerfaserung und damit einhergehend eine abnehmende Wirksamkeit nach außen durch innere Konflikte.



    Wenn da jetzt auch noch weitere Segmentierungskriterien (wie z. B. politische, s. Nahostkonflikt) hinzukommen, beschleunigt das diesen Prozess.



    Die Bewegung "siegt" sich quasi zu Tode.



    Und ganz ohne Einfluss von außen wird das Prinzip "Teile und herrsche" die gesellschaftliche Wirksamkeit der vielen kleinen Gruppen weiter schwinden lassen.

  • Wenn Menschen ihr wichtiges Thema selbst zum Nebenwiderspruch machen...

  • Volksfront von Judäa, die Judäische Volksfront, die Judäische Popularfront...

  • Es wäre sinnvoller, gemeinsam für seine Sache einzutreten, als sich auf nicht einende Themen zu reduzieren, die eigene Gruppen haben, denen man sich separat anschließen kann.

  • Leider war es historisch schon immer ein Übel der Linken und deren nahestehen Gruppierungen, sich immer weiter zu zersplittern und mit quasi-religiösem Eifer alle anzugreifen , die nicht dieselbe, bis ins Atom identische Richtung verfolgen.



    Genau dieses Übel hat immer wieder dazu geführt, dass Rechts gewinnt. Nicht, weil deren Ideen gut oder sinnvoll wären. Einzig und allein, weil sich die andere Seite immer wieder gegenseitig zerlegt, ablehnt und öffentlich herab setzt.

    • @Heideblüte:

      "Genau dieses Übel hat immer wieder dazu geführt, dass Rechts gewinnt. Nicht, weil deren Ideen gut oder sinnvoll wären. Einzig und allein, weil sich die andere Seite immer wieder gegenseitig zerlegt, ablehnt und öffentlich herab setzt."



      Die Rechte zerlegt sich ebenfalls, siehe derzeit NRW-AfD. Was aber die Rechten von den Linken diesbezüglich unterscheidet, ist das Wissen darum, wer der eigentliche Gegner ist und die Fähigkeit, interne Querelen zurückzustellen, um diesem Gegner zu schaden.



      Warum das so ist, entzieht sich mir.

      • @Encantado:

        Rechten reicht es tendenziell, "Ungleiche" zu identifizieren und auf denen herumzukloppen. Darauf kann man sich auch bei internen Uneinigkeiten recht leicht fokussieren.



        Linke kennen keine Ungleichen sondern allenfalls "Gleichere", und zu denen wollen nicht Wenige von ihnen aber sehr wohl gerne gehören. Entsprechend lehnen sie tendenziell das Streben nach materialistischen Erfolgsmerkmalen ab, ersetzen es aber oft genug durch einen ebenso hart geführten Wettbewerb darum, wer der beste, rechthabendste und natürlich auch mächtigste Förderer des Wohls der "Gleichen" ist.



        Wenn sich die Gewinner dieses Kampfes dann den "verdienten" Exklusiv-Zugriff auf materialistischen Schnickschnack sichern, ist die Entlarvung perfekt. Aber die Tendenzen kann man auch schon vorher beobachten, eben wenn sie es nicht lassen können, mehr Energie auf die Zurückdrängung der Konkurrenten um die Spitzenpositionen zu verwenden als auf die eigentliche "Sache".

      • @Encantado:

        Der Wunsch nach Unfehlbarkeit und moralischem Prestige ist dazu ein wesentlicher Antrieb.