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Verlängerung der Grenzkontrollen Rechter Stimmenfang auf Kosten aller

Daniel Bax

Kommentar von

Daniel Bax

Als Grenzkontrollen wieder eingeführt wurden war die Kritik groß. Doch Innenminister Dobrindt bleibt stur und setzt auf Gewöhnung. Das hat einen Grund.

M it der Zeit gewöhnt man sich an alles. Auch an die Polizeikontrollen an den Landgrenzen zu den neun deutschen Nachbarstaaten, die Innenminister Dobrindt um ein weiteres Mal bis März 2027 verlängern will. Der Massenansturm auf die spanische Exklave Ceuta von Anfang August dient ihm als Vorwand, um diese Maßnahme zu begründen.

Eingeführt wurden die Grenzkontrollen vor zwei Jahren von seiner Amtsvorgängerin Nancy Faeser (SPD), die damit dem dauernden Druck von rechts nachgab. Doch Dobrindt ließ die Kontrollen verschärfen, um sich als „Deutschlands schwarzer Sheriff“ (Jens Spahn) zu profilieren und verfügte, Schutzsuchende an den Grenzen zurückzuweisen. Dass er sich dabei über Recht und Gesetz hinwegsetzt, wie mehrere Gerichte festgestellt haben, ist ihm egal: Es geht ihm allein um die Wirkung. Die Grenzkontrollen sind ein Symbol für die angebliche „Migrationswende“, die sich die Merz-Regierung auf die Fahnen geschrieben hat. Deswegen hält Dobrindt so stur an ihnen fest.

Als die Grenzkontrollen eingeführt wurden, war die Kritik groß: Polen und andere Nachbarstaaten waren verstimmt, und die Gewerkschaft der Polizei bemängelte, der Aufwand sei völlig unverhältnismäßig. Doch inzwischen hat sich die Empörung gelegt, die Kritik ist verstummt.

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Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten linken Meinungsspektrums.

Die Ausnahme ist zur Regel geworden

Eigentlich sollten Grenzkontrollen in der Europäischen Union eine Ausnahme sein und nur in absoluten Notfällen gerechtfertigt. Doch mittlerweile haben mehrere Länder im Schengenraum vorübergehend wieder feste oder stichprobenartige Binnengrenzkontrollen eingeführt. Zwanzig Jahre, nachdem das Schengener Abkommen in Kraft getreten ist, zerfällt Europa wieder in lauter Kleinstaaten. Der Nationalismus ist überall auf dem Vormarsch. Das schadet vielen Unternehmen und der Wirtschaft in Europa, aber diese Einbußen nehmen Populisten wie Dobrindt billigend in Kauf.

Am stärksten trifft die schleichende Rücknahme der EU-Freizügigkeit alle Menschen, die regelmäßig über die Grenze müssen: Bewohner grenznaher Städte, Arbeitspendler, Geschäftsreisende, Touristen oder Studierende. Besonders betroffen sind aber auch Menschen mit dunkler Hautfarbe oder sichtbarem Migrationshintergrund, die von der Polizei besonders häufig kontrolliert werden. Denn Grenzkontrollen sind ein Einfallstor für Racial Profiling, also polizeilichen Maßnahmen aufgrund von äußeren Merkmalen.

Friedrich Merz wiegelte einmal ab, an den Grenzen würde die Polizei ohnehin nur „komische Autos“ mit „irgendwelchen komischen Figuren drin“ herausfiltern, keine normalen Urlaubsrückkehrer. Auch so kann man Rassismus bagatellisieren.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Daniel Bax

Daniel Bax Redakteur

Daniel Bax ist Journalist und Autor und schreibt über Politik, Kultur und Gesellschaft in Deutschland. Er arbeitet als Themenchef im Regieressort der taz und hat mehrere Bücher veröffentlicht: “Angst ums Abendland” (2015) über antimuslimischen Rassismus und “Die Volksverführer“ (2018) über den grassierenden Rechtspopulismus. Sein aktuelles Buch "Die neue Lust auf Links" über das Comeback der Linkspartei ist Ende 2025 im Goldmann Verlag erschienen. Impressum: Daniel Bax c/o taz, die tageszeitung. taz Verlags- und Vertriebs GmbH, Friedrichstr. 21, 10969 Berlin
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60 Kommentare

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  • Sole Mio

    Man sollte sich vielleicht auch mal mit de. Ergebnissen der Kontrollen auseinandersetzen. Oder ist das hier nicht gewollt?

    Wir haben die Kontrollen bei uns in der Nähe und bekommen auch mit was dort aufgedeckt wird:



    -Schlepperei



    -Drogenhandel



    -Personen mit gefälschten Dokumentierten



    -Schmuggel



    -Festnahmen gesuchter Personen



    Alle 2-3 Tage wird hier ein Auto beschlagnahmt meist weil es ohne Verzollung über die Grenze gebracht wurde

    Die Zahlen sind sehr hoch und dies bei nicht permanenten Kontrollen.

    Gerne auch mal selbst nachschauen und nach Kontrolle A96 Sigmarszell suchen

    Meine Frage:



    Wie soll das denn sonst unterbunden werden?

    • Sonderzeichen

      @Sole Mio:

      Schleierfahndung.



      Polizeiarbeit.

      • Sole Mio

        @Sonderzeichen:

        Das alleine würde es wohl nicht bringen.



        Bei Schleierfahndung höre ich dann auch schon wieder diejenigen die dann wegen rassistischem Profiling und Verletzung der Grundrechte durch Willkür der Polizei auf die Barrikaden gehen.

        Es hat sich bewiesen, dass hier eine Vielzahl von Straftaten erfolgt. Das dürfen wir nicht zulassen und müssen uns zu helfen wissen

  • Martin Sauer

    Die französiche Regierung hat 2015 nach den schrecklichen islamistischen Attentaten von Paris Grenzkontrollen angeordnet. Die bestehen noch immer. Füchtlinge ohne Papiere werden an der Grenze abgewiesen. Auch wenn sie Asyl beantragn wollen. Ähnlich Dänrmark, Asylsuchende aus Deutschland werden teilweise abgewiesen und dann an das Erstaufnahmezentrum in Flensburg verwiesen. Aber Deutschland verstösst gegen Gesetze

  • rero

    Ich leiste mir mal eine abweichende Meinung.

    Die aktuellen Grenzkontrollen haben viel von einer Showveranstaltung, keine Frage.

    Wenn diese Show dafür sorgt, dass das subjektive Sicherheitsgefühl der Wähler gestärkt wird und deshalb mehrere Prozent nicht AfD wählen, die der AfD zur absoluten Mehrheit verhelfen würden, ist es mir das Wert.

    Ich möchte nicht von der AfD regiert werden.

    „Rechter Stimmenfang“ ist deshalb für mich positiv besetzt.

    Ein „Weiter so!“ wird der AfD schon mal keine Stimmen abnehmen.

    Schließlich hat es die AfD erst großgemacht.

    Ich stehe gerne im Stau an der Grenze und zeige mein Gepäck im Auto, wenn dafür die AfD nicht regiert.

    • Sonderzeichen

      @rero:

      Um das subjektive Sicherheitsgefühl zu stärken, brechen wir also das Gesetz und schüren Vorurteile.



      Beeindruckend.



      Die AfD hat schon gewonnen.

    • Desdur Nahe

      @rero:

      Nachvollziehbare Sichtweise.



      Man stelle sich mal vor, Ceuta passiert erneut, und eine Mittelstadt an Menschen wird medienwirksam nach Deutschland weitergeleitet.



      Selbst dann würden sich vermutlich noch viele Personen aus unserer Bubble verwundert die Augen reiben, wieso die AfD denn plötzlich auch auf Bundesebene die absolute Mehrheit holt.

  • amigo

    Dass Innenminister Alexander Dobrindt die Grenzkontrollen stur verlängert, ist symbolpolitischer Aktionismus auf dem Rücken des europäischen Gedankens. Wer Schlagbäume hochzieht und Binnengrenzen dichtmacht, verlagert Probleme nur, statt sie europäisch zu lösen, und gießt genau jenes Misstrauen in Beton, von dem die Feinde der Freiheit leben.



    ​Während der Staat Milliarden in Grenzabsperrungen pumpt, übersieht das Innenministerium die eigentliche, zerstörerische Gefahr für unsere Demokratie: den völkischen Rechtsextremismus der AfD. Diese Partei zersetzt das Vertrauen in unsere Rechtsordnung, bedroht Minderheiten und arbeitet systematisch am Umbau unserer offenen Gesellschaft.



    ​Dobrindts Grenz-Festung bedient am Ende nur das Narrativ der Rechten. Wer die Grundrechte an den Grenzen schleift, rettet die Demokratie nicht, sondern schwächt sie von innen heraus. Die wahre Bedrohung unserer Freiheit steht nicht an den Grenzen – sie sitzt in den Parlamenten und heißt AfD.

    • Sole Mio

      @amigo:

      Die Kontrollen jedoch bringen viel hervor, was schon auch zu denken geben sollte. Wir erleben dies in unserer Region tagtäglich.

      Viele berufen sich auf Schengen.



      Zu Schengen gehört jedoch auch eine strenge Kontrolle der Aussengrenzen und dort scheint es doch zu hapern und das Ganze dadurch zu beginnen.

      Grenzkontrollen bedienen ganz sicher kein Narrativ der Rechten, sondern hier stehen klare Fakten, nämlich die Ergebnisse der Kontrollen.

      Ich sehe es mittlerweile sehr kritisch, dass wenn immer hier etwas diskutiert wird was jemandem nicht in seine Weltanschauung passt, dies dann gleich in eine Beziehung zu der AFD gebracht wird bieten sie denen nur eine Bühne, wo diese nicht sein müsste und dadurch auch unnötig gepusht wird!

    • Günter Witte

      @amigo:

      Es verstößt auch gegen die Europäischen Gedanken wenn andere Länder dann Personengruppen einfach durchwinken um nicht selber für die Kosten aufkommen zu müssen. Außerdem schreckt es Schlepper ab, wenn sie Angst haben müssen bei ihren miesen Geschäften erwischt zu werden.

      • amigo

        @Günter Witte:

        Das Versagen anderer EU-Staaten beim Asylsystem rechtfertigt keine nationale Kurzsichtigkeit, die das Fundament Europas untergräbt. Wer meint, mit dauerhaften Binnengrenzkontrollen das Durchwinken zu beenden oder Schlepper wirksam abzuschrecken, betreibt teure Symptombekämpfung: Schlepperbanden weichen innerhalb von Tagen auf Nebenrouten aus, während der europäische Binnenmarkt verstopft, Grenzregionen veröden und Milliarden an Steuergeldern versickern.



        ​Echte Abschreckung und Kontrolle entstehen nicht durch patriotische Schlagbaum-Romantik in der Mitte des Kontinents, sondern durch lückenlose Außengrenzüberwachung, eine faire EU-Kostenverteilung und die konsequente Durchsetzung von Recht an den Außengrenzen.



        ​Wer das Europarecht bricht, um Versäumnisse anderer auszugleichen, bewirkt nur eines: Das schrittweise Scheitern von Schengen. Und genau diese europäische Handlungsunfähigkeit ist der Treibstoff, der das Geschäft von Schleppern und den rechtspopulistischen Rändern erst richtig anheizt.

        • Günter Witte

          @amigo:

          Das (erste) Schengener Abkommen stammt aus dem Jahr 1985, damals war das Phänomen der Massenmigration nach Europa so gut wie unbekannt, sonst hätte man damals schon andere Regeln aufgestellt. Veränderte Zeiten brauchen auch andere Gesetze.

          • amigo

            @Günter Witte:

            Herr Witte, die Prämisse greift historisch zu kurz. Auch 1985 war Migration keineswegs unbekannt – Europa verarbeitete damals bereits die Großfluchtbewegungen des Kalten Krieges und Jahrzehnte der Arbeitsmigration.



            ​Genau deshalb ist das Schengener Abkommen von Beginn an als Doppelversprechen angelegt worden: Die Abschaffung der Binnengrenzen funktionierte vertraglich nur im Paket mit dem gemeinsamen Schutz der Außengrenzen und einer abgestimmten Asylpolitik (Schengen-II-Abkommen).



            ​Ja, veränderte Zeiten verlangen angepasste Regeln. Doch die Lösung für ein funktionierendes System kann nicht darin bestehen, das Grundprinzip einzureißen und zu nationaler Kleinstaaterei zurückzukehren. Der richtige Weg, auf neue Realitäten zu reagieren, ist die Reform des gemeinsamen europäischen Asylsystems (GEAS) und die Stärkung von Frontex an den Außengrenzen – nicht der symbolpolitische Rückzug an die eigenen Schlagbäume, der am Ende nur den europäischen Binnenmarkt und die eigene Wirtschaft lähmt.

    • rero

      @amigo:

      Es ist aber nun mal kein Grundrecht, dass man an der Grenze nicht kontrolliert wird.

      Da liegen Sie falsch.

      • amigo

        @rero:

        Es geht hier nicht um ein abstraktes Gefühl, sondern um verbindliches Europarecht.



        ​Der Schengener Grenzkodex legt eindeutig fest: Das Verbot systematischer Personenkontrollen an den Binnengrenzen ist der Regelfall. Der Europäischen Gerichtshof (EuGH) hat mehrfach geurteilt (u.a. Az. C-368/20), dass Binnengrenzkontrollen die Ausnahme bleiben müssen und eine Höchstdauer von sechs Monaten nicht überschreiten dürfen, solange keine neuartige, konkrete Bedrohung vorliegt.



        ​Wer Dauer-Kontrollen an Binnengrenzen rechtfertigt, bricht geltendes EU-Recht.



        ​Die Freizügigkeit ist eine der zentralen Errungenschaften der EU. Wenn Mitgliedstaaten eigenmächtig und dauerhaft Grenzkontrollen einführen, hebeln sie genau das Rechtssystem aus, auf das sie sich berufen. Die Behauptung, es gäbe „kein Recht auf Kontrollfreiheit“, ignoriert schlichtweg den Vertragstext von Schengen und die Rechtsprechung des höchsten europäischen Gerichts. Wer den Rechtsstaat verteidigen will, darf ihn nicht an den eigenen Grenzen außer Kraft setzen.

        • rero

          @amigo:

          Sie haben mit fast allem Recht.

          Und doch ist es viel schlimmer.

          Die Briten sind bereits wegen der Migration ausgetreten aus der EU.

          Die Dänen machen auch ihr eigenes Ding.

          Rechte hierzulande wollen oft ebenfalls raus.

          Was Sie so gar nicht berücksichtigen, ist der Umstand, dass Migration das Potenzial hat, die ganze EU zu sprengen.

          Ein Austritt würde die Grundrechte in Deutschland nicht tangieren.

          • amigo

            @rero:

            ​Das Argument verlagert das Problem. Migration erzeugt reale Integrations- und Infrastrukturaufgaben, aber die größte Bedrohung für das europäische Projekt ist nicht die Bewegung von Menschen, sondern der politische Wille zur Zerstörung von innen heraus.



            ​Wenn rechtspopulistische und völkische Kräfte die Europäische Union als Feindbild inszenieren, tun sie das nicht, um Migrationsfragen konstruktiv zu lösen – sie nutzen den Unmut als Hebel, um Werte wie Rechtsstaatlichkeit, den Binnenmarkt und die europäische Friedensordnung schrittweise zu demontieren. Ein Austritt würde zwar rein formal die verfassungsrechtliche Struktur des Grundgesetzes unangetastet lassen, doch isoliert in einer hochglobalisierten Welt verliert ein Staat genau jene Handlungsfähigkeit, die für den Schutz seiner Bürger nötig ist.



            ​Die EU bricht nicht an der Asylpolitik zusammen, sondern an der Weigerung nationaler Akteure, gemeinsame Regeln durchzusetzen. Wer die Zerschlagung der EU als Lösung verkauft, löst kein einziges Migrationsproblem, sondern opfert das Fundament des europäischen Wohlstands und der Freiheit auf dem Altar eines rückwärtsgewandten Nationalismus.

  • Klabauta

    Deutsch-französische Grenze bei Mühlhausen. Die Polizei winkt einen PKW aus der Schlange heraus, öffnet den Kofferraum und schaut in Plastiktüten. Was sie darin wohl suchen? Migranten wohl kaum. Hoffen sie vielleicht auf Beifang nach dem Motto, "Wenn wir schonmal dabei sind...", oder ist es der Langeweile geschuldet?



    Andere Uhrzeit, selber Ort. Es ist Nacht, kein Beamter weit und breit zu sehen, man kann einfach durchfahren, wie das vor Faesers und Dobrindts Weisung normal war. Geht doch!

    • Hugo

      @Klabauta:

      Ich war letzes WE Leute an der bayrisch-österreichischen Grenze besucht, da gibts überall kleine Übergänge wo so ca. selten bis nie Polizei oder BGS vorbeiguckt.

      • rero

        @Hugo:

        Das erzählen Sie der AfD. Vielleicht stellen die dann Bürgerwehren auf wie in Polen an der deutschen Grenze.

  • Astrid Sehnefeld

    Wenn Beamte an den Grenzen vor allem "Menschen mit dunkler Hautfarbe oder sichtbarem Migrationshintergrund" kontrollieren und nicht "normale Urlaubsrückkehrer" ist das in meinen Verständnis kein Rassismus, sondern schlicht ihre Aufgabe.



    Wenn die Polizei Fußballfans vor dem Stadion kontrolliert, ziehen die auch nicht Frauen und Kinder raus, sondern logischerweise nur Männer.



    Da die illegale Migration sich stetig verschiebt - mal war die Grenze zu Österreich der Hotspot, später Tschechien und Polen und neuerdings eben die Westgrenzen, vor allem zu Frankreich - muss auch an allen Grenzen fortwährend kontrolliert werden.



    Dobrindt führt auch nur fort was Nancy Faeser unter der Ampel gestartet hat - es ist also keinesfalls eine rechte Agenda der Union, sondern eine Fortführung der Ampelpolitik.



    Übrigens - 71% der Deutschen befürworten klar eine Fortführung der Grenzkontrollen. Ich auch.



    www.br.de/nachrich...kontrollen,VRQZ8me

    • Sonderzeichen

      @Astrid Sehnefeld:

      Also erst mal: Fußballstadion ist nicht Grenzübergang. Abstruser Vergleich.



      Faeser hat es gestartet, ja, war aber auch damals schon falsch. Ist also kein Pro-Argument. Auch Nicht-Unionspolitiker können aus mangelnder Weitsicht der AfD-Agenda nachlaufen.



      Die Grenzkontrollen sind ja auch ok - an der EU-Außengrenze. Binnengrenzen gehören zum Innenbereich. Wir schließen gerade innerhalb unserer Wohnung jede Tür hinter uns ab und kontrollieren uns gegenseitig beim Durchgang. Das behindert uns in erster Linie selbst und ZERSTÖRT Effizienz und die Einhaltung unseres gemeinsamen EU-Rechts.



      Gerade Ihnen als Konservative sollte doch an der Einhaltung von Recht und Gesetz gelegen sein. Wo kämen wir denn sonst hin? Wir leben ja schließlich nicht in... suchen Sie sich was aus.

    • -_JK_-

      @Astrid Sehnefeld:

      Hier sehen wir ein sehr schönes Beispiel für die im Artikel angesprochene Gewöhnung, die auch eine Normalisierung rechter Narrative darstellt:



      Wenn "Menschen mit dunkler Hautfarbe oder sichtbarem Migrationshintergrund" in Kontrast zu "normalen Urlaubsrückkehrern" gesetzt werden ist das natürlich Rassismus und wenn dies von den Bürgern nicht so wahrgenommen wird, hat die AfD ihr Ziel bereits erreicht.

      Dazu gehört ebenfalls der Ausdruck der "illegalen Migration" und der Irrglaube man könne/müsse gegen diese etwas unternehmen.

      Im übrigen steht es Ihnen (wie allen anderen auch) natürlich zu Ihre Meinung zu vertreten, auch wenn es dazu verfassungsrechtliche Bedenken gibt.

      • Ohne_Mitte_geht_nix

        @-_JK_-:

        Demnächst darf dann niemand mehr kontrolliert werden, oder?



        Und natürlich wird an den Grenzstellen nach äußeren Merkmalen kontrolliert.



        Und ebenso natürlich gibt es illegale Migration, denn in diesem Fall findet die Einreise oder der Aufenthalt in einem Staat unter Verstoß gegen die geltenden rechtlichen Bestimmungen und Einwanderungsgesetze des Ziellandes statt.

      • Dr. McSchreck

        @-_JK_-:

        Wenn Sie von der aktuellen Gesetzeslage ausgehen, gibt es selbstverständlich illegale Migration. Es gibt viele Länder, da braucht man zur Einreise ein Visum. Hilfsweise kann man Asyl beantragen - wer beides nicht hat/tut, reist illegal ein.

    • Fckafd Somuch

      @Astrid Sehnefeld:

      Tja, so kann man es auch sehen, wenn man sich selbst nicht allzu viele Gedanken machen möchte, einem Gesetze egal sind und man selbst ja eh nicht von Racial-Profiling betroffen ist.

      Es gibt keinen sichtbaren Migrationshintergrund!

      Vielleicht ist es Ihnen noch nicht aufgefallen, aber auch in Deutschland werden Menschen mit nicht "weißer" Hautfarbe geboren.

      • Astrid Sehnefeld

        @Fckafd Somuch:

        "Vielleicht ist es Ihnen noch nicht aufgefallen, aber auch in Deutschland werden Menschen mit nicht "weißer" Hautfarbe geboren."



        Natürlich gibt es die, aber der Anteil schwarzer Menschen in Deutschland beträgt laut Statistik 1,2%-1,5% von der Gesamtbevölkerung.



        Heißt 98,5% sind nicht schwarz.



        Gleichzeitig geht die illegale Zuwanderung nach Deutschland beinahe ausschließlich von Ländern aus, in denen braune oder dunklere Hautfarben vorherrschen.



        Es macht daher nüchtern überlegt natürlich Sinn, vor allem Menschen mit dunkleren Hautfarben beim Grenzübertritt zu kontrollieren, da bei Ihnen statistisch die Chance wesentlich höher ist, dass sie ohne Aufenthaltstitel sind.



        Sonst wird auch immer Effizienz gefordert. Die eingesetzten Kräfte sollen Ergebnisse erzielen.

        • amigo

          @Astrid Sehnefeld:

          Mehr Rassismus als sie hier vortragen geht kaum noch! Oder sind Sie ein AFD Troll?

    • Klabauta

      @Astrid Sehnefeld:

      "



      Wenn Beamte an den Grenzen vor allem "Menschen mit dunkler Hautfarbe oder sichtbarem Migrationshintergrund" kontrollieren und nicht "normale Urlaubsrückkehrer" ist das in meinen Verständnis kein Rassismus, sondern schlicht ihre Aufgabe."



      Nein, das ist Racial Profiling.

      Dass Dobrindt wissentlich und vorsätzlich gegen Gesetze verstößt, können Sie hier nachlesen:



      fragdenstaat.de/ar...g-202608160400-766

      • Astrid Sehnefeld

        @Klabauta:

        Ich zitiere aus ihrem Link:



        "Die Staatsanwaltschaft teilte uns jedoch mit, es gebe keinen Verdacht, dass Dobrindt wissentlich rechtswidrige Weisungen erteilt habe."

        • Klabauta

          @Astrid Sehnefeld:

          Und an der Stelle haben Sie nicht weitergelesen? Der nächste Satz lautet:



          "Die nun veröffentlichten Dokumente liefern Belege, dass Dobrindt bewusst einen Rechtsbruch in Kauf genommen hat."



          Und dann folgen die Belege. Kann man natürlich einfach mal ignorieren.

          • Dr. McSchreck

            @Klabauta:

            Zu juristischen Fragen kann es oft verschiedene Ansichten geben.

  • travellingpete

    Schönes Beispiel hier in der Gegend an der Grenze zu Frankreich: Man quert parallel zur Grenze fahrend das Ende der französischen Autobahn mit kontrollbedingtem Rückstau. Um kurz darauf auf der Landstraße unbehelligt die Grenze zu überqueren. Und wo sind wohl die ominösesten Fahrzeuge unterwegs?



    Da werden Geld, Zeit und Nerven sinnlos verbrannt.

  • Andreas Flaig

    Die Regierung ist ein Wegbereiter für das was Deutschland bevorsteht.



    Deswegen wird es einen fließenden Übergang geben. Die Regierung wird das Zepter an die Faschisten übergeben, weil sie glaubt, Deutschland könne ohne eine "starke Hand" endgültig ins Verderben rutschen.



    Ganz Europa denkt mittlerweile so. Sie verkaufen dem Teufel die demokratische Seele.

  • Hans Dampf

    Wenn es der inneren Sicherheit dient, und die offiziellen Statistiken scheinen dies zu belegen, dann sind mir Grenzkontrollen egal. Ich kenne sie noch von früher und sie haben mich nie wirklich gestört. Man steht ein Vielfaches mehr im Stau als an einer Grenze, was solls. Ich kann auch akzeptieren, wenn andere Länder der EU mich bei der Einreise kontrollieren - wenn es der Sicherheit wirklich dient.

    • Fckafd Somuch

      @Hans Dampf:

      Es dient aber nicht der Sicherheit

      • Hans Dampf

        @Fckafd Somuch:

        Die Kriminalstatistik sagt was anders. Alleine in BW wurden hunderte Schleuser festgenommen.

      • Querbeet

        @Fckafd Somuch:

        Hat Ihre Wohnungstür ein Schloss? Grenzen Sie damit aus?

      • *Sabine*

        @Fckafd Somuch:

        Das kann von niemandem verbindlich festgestellt werden, ob durch die Zurückweisung oder Festnahme zwischen Mai 2025 und Mai 2026 der

        - 47.659 unerlaubt Einreisenden



        - 1.821 einreise gesperrten Personen



        - 8.842 mit offenen Haftbefehlen gesuchten



        - 1.415 Schleusern



        - 1.581 Personen aus dem links-, rechts- und ausländerextremistischen sowie islamistischen Spektrum

        jemand m/w/d zu Schaden gekommen oder verletzt worden wäre.

        Ob der Aufwand der Grenzkontrollen sich "rechnet" weiß ich nicht, da es auch davon abhängt, welchen "Wert" man Straftaten zugrundelegt, aber die Frage, ob Grenzkontrollen grundsätzlich der Sicherheit dienen oder nicht, könnte ich nicht so eindeutig beantworten wie Sie.

        Die obigen Zahlen habe ich von einem Artikel aus euronews. (Lt. Google KI ist euronews durchaus als seriös zu betrachten, wenn auch "europa-freundlich".)

  • Sole Mio

    Ist das wirklich schon Nationalismus?



    Bin ganz froh an den Kontrollen, auch wenn ich selbst immer wieder dadurch mal im Stau stehe.

    • -_JK_-

      @Sole Mio:

      Ja, ist es.

      Ich hoffe ich konnte die Frage zu Ihrer Zufriedenheit beantworten.

      • Sole Mio

        @-_JK_-:

        Ist es m.E. keineswegs. Bitte um Begründung. Würde mich über den Austausch freuen

      • Ohne_Mitte_geht_nix

        @-_JK_-:

        Neee....ist es nicht. Aber toll, dass Sie trotzdem versucht haben, die Frage zu beantworten.

  • Eule4

    Die Grenzkontrollen betreffen beileibe nicht nur Merzens "komische Figuren", sondern sehr wohl auch eindeutig nicht "migrantisch" wirkende Fahrgäste in Zügen und Fernbussen. Wenn selbst deutsche Personalausweise eingescannt werden geht es ganz sicher nicht um unerlaubte Einreisen und wenn das tagtäglich bei denselben Pendlern passiert nenne ich das Schikane. Das Aufspüren von Personen, gegen die Straf- oder Ordnungswidrigkeitenverfahren (!) ist gerade kein valider Grund für die Regelkontrollen auch bei Deutschen. Leute wie Dobrindt zersetzen die Freizügigkeit in der EU und sähen Zwietracht zwischen den Mitgliedsstaaten, hinzu kommt die ständige Schelte auf EU-Institutionen. Hat das etwa Methode? Letztlich liefert man nur AfD und Co zu.

    • AliceMirrow

      @Eule4:

      "Wenn selbst deutsche Personalausweise eingescannt werden"



      Wenn das nicht so gemacht wird, heißt es Racial Profiling

    • Ohne_Mitte_geht_nix

      @Eule4:

      "Das Aufspüren von Personen, gegen die Straf- oder Ordnungswidrigkeitenverfahren (!) ist gerade kein valider Grund für die Regelkontrollen auch bei Deutschen."



      Warum nicht?

      • Khuul

        @Ohne_Mitte_geht_nix:

        Selbst wenn es belastbare Daten für die Behauptung gäbe, dass "Verbrecher" geschnappt werden würden, wären Grenzkontrollen immernoch ein komplett unverhältnismäßiges Instrument.

        • Ohne_Mitte_geht_nix

          @Khuul:

          Jeder geschnappte Verbrecher ist es wert...denn es ist ein freilaufender Krimineller weniger.

          • Sonderzeichen

            @Ohne_Mitte_geht_nix:

            Verzeihung aber: sie argumentieren in alarmierendem Maße kurzsichtig und ignorant.



            Mit derr Argumentation "so lange es nur einen Kriminellen weniger gibt..." können wir sämtliche Vorschriften zum Schutz aller Bürger mit sofortiger Wirkung einstampfen.



            Es ist ab jetzt ALLES erlaubt, denn: "wenn es nur einen freilaufenden Kriminellen weniger gibt, dann ist es das wert".



            Sie stellen weder die Kosten dem Nutzen gegenüber, noch denken Sie darüber nach wie unser Leben aussieht wenn wir nach ihrer persönlichen Überzeugung handeln.



            Ein einziger, fiebriger Albtraum.

      • Fckafd Somuch

        @Ohne_Mitte_geht_nix:

        Weil es gegen das Gesetz ist

        • test_name

          @Fckafd Somuch:

          >Weil es gegen das Gesetz ist<



          .



          Genau das ist das Problem. Die Regierung will bestimmte Personen nicht ins Land lassen - schafft es aber nicht die Gesetze so zu ändern, dass die Rechtslage ihr genau dies ermöglicht.



          .



          Pseudokontrollen um Handlungsfähigkeit vorzutäuschen.

  • DerBlondeHans

    Ok, konstruktive Frage an den Autor:

    Was denn dann?



    Keine Grenzkontrollen?



    Kontrollen von denen die nicht so aussehen wie die nach denen man sucht?

    Ich bin ja für alles offen, aber dass nun schon Grenzkontrollen stigmatisiert werden...

    • Klabauta

      @DerBlondeHans:

      Wo haben Sie in den letzten 40 Jahren gelebt? Schonmal was vom Schengen-Abkommen gehört?

      • Hans Dampf

        @Klabauta:

        Sie wissen aber schon, dass 99% aller Flüchtlinge aus Ländern des Schengener Abkommens nach DE kommen, obwohl sie dies gemäß Abkommen gar nicht berechtigt.



        Da stellt sich mir die Frage: Wenn das Abkommen von fast jedem Land "individuell" ausgelegt wird, macht es dann überhaupt noch Sinn.

      • Zippism

        @Klabauta:

        Der Schengen-Rechtsrahmen sieht ausdrücklich die Möglichkeit vor, bei ernsthaften Gefahren für öffentliche Ordnung oder innere Sicherheit vorübergehend wieder Grenzkontrollen einzuführen.

        Und genau darum geht es doch: Sind diese Kontrollen angesichts der irregulären Migration sinnvoll und verhältnismäßig oder nicht? Darüber kann man trefflich streiten.

        • Klabauta

          @Zippism:

          Einmal mehr: Herr Dobrindt bricht wissentlich geltendes Recht. Es gibt die von ihm herbeifantasierte Notlage nicht.

          • Sole Mio

            @Klabauta:

            Die Kontrollen jedoch bringen viel hervor, was schon auch zu denken geben sollte.

            Zu Schengen gehört jedoch auch eine strenge Kontrolle der Aussengrenzen und dort scheint es doch zu hapern!

  • Todesfister

    Grenzschutz ist sinnvoll da man extrem viele Treffer hat...

    • Sonderzeichen

      @Todesfister:

      Woher nehmen Sie ihre Erkenntnis?



      Warum nicht, z.B., vor einem Einkaufszentrum kontrollieren? Da hätte man auch extrem viele Treffer. Alle Kriminellen brauchen Nahrungsmittel, Gaffatape, Benzin. Warum nicht an Tankstellen? An Autobahnauffahrten? An Ortseingängen? Viele Verbrecher wollen in Ortschaften hinein. Viele wohnen sogar dort.

    • Desdur Nahe

      @Todesfister:

      Es sei denn, man möchte (aus welchen Gründen auch immer) genau diese Personen im Land haben.



      Auch die Staatsbediensteten, die in Bremen die Abschiebung von 500 Personen (darunter Straftäter) in den Westbalkan verhindert haben, werden ihre speziellen Gründe dafür gehabt haben.



      Ich kenne diese Gründe nicht, könnte alles sein von Mitleid, bedroht werden, Weltrettungsfantasien, weil man damit "das System" destabilisieren kann oder sonstwas. Sicher ist nur: Sowas passiert nicht zufällig "aus Versehen".