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Superreiche und KlimakriseEin Leben ohne Privatjet ist machbar

Susanne Schwarz

Kommentar von

Susanne Schwarz

Das reichste eine Prozent hat schon jetzt ihr gesamtes CO2-Jahresbudget aufgebraucht. Klimaschutz bei ihnen einzufordern, ginge ganz ohne Härten.

Reiche könnten ohne Probleme ihre Klimaziele erreichen Foto: Jonathan Brady/dpa

D as reichste Prozent der Weltbevölkerung hatte schon am 10. Januar die gesamte Menge an Treibhausgasen ausgestoßen, die ihm für das gesamte Jahr 2026 zusteht. Das hat die Entwicklungsorganisation Oxfam berechnet. Sie setzt als legitime CO2-Menge für eine Person in einem Jahr 2,1 Tonnen an. Der Rechnung nach steht also jeder Person dieselbe Menge CO2 zu.

Die Realität sieht aber eben anders aus. Viele Menschen nehmen sich mehr heraus – aber einige wenige tun das exzessiv. Daten des „Stockholm Environment Institutes“ zeigen, dass das reichste Prozent der Weltbevölkerung 2023 für 75,1 Tonnen CO2 pro Person verantwortlich war. Daraus abgeleitet haben die Superreichen also nach nur zehn Tagen das aufgebraucht, was ihnen 365 Tage reichen müsste. Das ist inakzeptabel – und ein Grund mehr, gegen den übermäßigen Reichtum vorzugehen.

Die Debatten um die Erbschaftsteuer oder auch eine Vermögensteuer zeigen leider, dass die Bundesregierung daran kein Interesse hat. Bei einem Kanzler Friedrich Merz (CDU), der selbst als reich gilt, ist das wohl auch kaum überraschend. Dabei geht es um Staatseinnahmen, die gebraucht werden – auch für den Klimaschutz.

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Das Schöne daran, Klimaschutz von Reichen einzufordern, ist ja: An keiner Stelle müsste die Politik aufwändig überprüfen, ob sie nicht irgendeine soziale Härte verursacht. Diese Frage verlangsamt klimapolitische Debatten schließlich üblicherweise – teilweise zu Recht. Ob die Pend­le­r*in­nen noch gut zur Arbeit kommen, wenn man Benzin aus Klima-Gründen verteuert, aber der ÖPNV auf dem Land ausgedünnt ist, ist eine wichtige Frage. Oder ob Mie­te­r*in­nen überlastet werden, wenn zur Mietenexplosion noch eine Umlage für energetische Sanierung hinzukommt.

Auch die durchschnittsdeutsche Person trägt mit um die 10 Tonnen CO2-Ausstoß pro Jahr viel Klimaschuld, kann also nicht mit Klimaschutz verschont werden. Die Klimapolitik muss (und kann!) nur gut sozial flankiert werden. Aber: Ein Leben ohne Privatjet, Superyacht und Weltraum-Tourismus ist zumutbar. Einfach so, völlig unflankiert.

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Susanne Schwarz
Leiterin wirtschaft+umwelt
Jahrgang 1991, leitet das Ressort Wirtschaft + Umwelt und schreibt dort vor allem über die Klimakrise. Hat ansonsten das Online-Magazin klimareporter° mitgegründet.
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99 Kommentare

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  • Es sollte für jede natürliche Person ein Maximalvermögen geben, z.B. das 1.000 fache des aktuellen jährlichen Pro-Kopf-BIP. Als Vermögensteuer: Freibetrag = Maximalvermögen, Steuersatz = 100 %. Hat nichts mit Neid zu tun. Der immer größere Reichtum einiger weniger bedroht für jeden erkennbar Demokratie, Rechtsstaat und Klima.

  • Manchmal habe ich das Gefühl einige Kommentator:innen müssen einfach aus Prinzip etwas dagegen haben.

    Es können doch mehrere Feststellungen richtig sein.

    Man kann bei Superreichen ansetzten, ohne den CO2-Verbrauch der restlichen Bevölkerung mit einem Schulterzucken hinzunehmen. Das ist keine entweder-oder-Entscheidung. Das ist Konsistenz.

    Aber es ist doch höchst merkwürdig, das wir monatelange Debatten hinter uns haben, in deren Verlauf immer wieder auf das "Gerechtigkeitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger" Bezug genommen wurde, immer dann, wenn harte Einschnitte am unteren Rand diskutiert wurden, denen wenig bis keine Entlasung für den Haushalt entgegen standen.

    Der blanke Hohn wenn man bedenkt, dass mit diesem Argument gravierenste Einschnitte für die Betroffenen gerechtfertigt wurden und werden, das gleiche Argument bei Privatjets aber plötzlich nicht mehr greifen soll.

    Vielleicht ist das auch ein Indiz für eine abnehmende Fitness des Volkskörpers, der nur noch das unten treten beherrscht und sein Bein nicht weiter als ganz leicht oberhalb der eigenen Körpermitte heben kann, weil er zu lange vor dem Fernseher gesessen und öffentlich-rechtliche Talkshows geschaut hat.

  • Ich verstehe die Aufregung nicht. Wenn ich spontan Lust auf frische Luft über dem Atlantik habe, will ich doch nicht erst den Wetterbericht für die Bahn prüfen. Mein Privatjet ist schließlich kein Luxus, sondern Selbstfürsorge auf Kerosinbasis. Außerdem rette ich mit jedem Start Arbeitsplätze. Pilot, Bodencrew, Klimadebatte inklusive. Wenn das Klima ein Problem hat, soll es sich bitte anpassen. Ich bin schließlich flexibel.

    • @Kathodenstrahler:

      Sie sollten Ironie kennzeichnen.



      Sonst glaubt noch jemand, Sie meinen das ernst. :-)



      Und dann haben Sie das Gegenteil von dem erreicht, was sie erreichen wollten.

      • @EchteDemokratieWäreSoSchön:

        Wer die Ironie hier nicht sieht und versteht, bei dem ist eh Hopfen und Malz verloren.

  • Es ist nicht nur zumutbar, es sendet auch die richtige Botschaft. Auch die packen an, ziehen mit. Statt die "Eliten" erlauben sich alles.

    Wir müssten jetzt nur noch halbwegs klimaneutrale Lösungen für bedaurenswerte statusfixierte Erbenkinder finden, ihr Statusmarkieren auch ohne Jet auszuleben. Vielleicht eine Runde taz-Soli-Abo ausgeben?

  • "Die Debatten um die Erbschaftsteuer oder auch eine Vermögensteuer zeigen leider, dass die Bundesregierung daran kein Interesse hat. Bei einem Kanzler Friedrich Merz (CDU), der selbst als reich gilt, ist das wohl auch kaum überraschend."

    Man könnte die CDU auch Mal loben.Sie teilt das offen und ehrlich mit. SPD und Grüne machen viele Worte und setzen das freiwillig und gerne das um was die CDU Macht.

    Was vielen wohl entgangen ist ist dass die SPD die meiste Zeit mit ab der Regierung war.inklusive ein paar tollen Gesetze für Menschen mit viel Geld umgesetzt von ihren Ministern.

    Und ja, man könnte den wohl betuchten einiges untersagen ohne das sie es schmerzt.das gilt aber für nahezu alle deutschen.schmerzfrei ist man immer nur wenn es andere betrifft.

  • Ich glaube das ist immer eine Frage des Niveaus welches man finanziell erreicht hat. Würde man jemanden aus dem globalen Süden fragen, dann würde der vermutlich auch sagen, dass auch ein Leben ohne Fahrrad und ohne isoliertes Haus gut vorstellbar wäre und man einfach auf dem mit Strom bedeckten Boden liegen könnte.

  • Das reichste 1 % verbraucht 75 t CO2 im Jahr die restlichen 99 % verbrauchen pro Person circa 10 t im Jahr. Das macht bei 100 Personen für einen Superreichen 75 t und bei den 99 nicht superreichen 9500 t CO2.

    Wo der Schwerpunkt liegt ist also mehr als deutlich.

    Man lügt sich etwas in die Tasche, wenn man behauptet, dass die Superreichen für den Klimawandel verantwortlich sind, oder dass man auch nur irgendetwas erreicht, wenn man die paar Jets auf dem Boden lässt.

    Der Fokus auf Superreiche versperrt den Blick auf das Wesentliche und behindert effektive Klimaschutzmaßnahmen. In den Bereichen Verkehr wohnen Essen und Tourismus.

    • @Rudolf Fissner:

      Ich verstehe ihre Rechnung nicht so ganz. Abgesehen davon, dass die Zahlengrundlage von Oxfam hier sehr holzschnittartig (und von mir nicht nachvollziehbar) ist: eine "reiche" Person 75 t CO2 , 99 andere Personen jeweils 10 t CO2, das macht allerdings nicht 9500 t für diese 99 Personen, sondern 990 t. Da sieht das Verhältnis wieder anders aus.

    • @Rudolf Fissner:

      Man würde Milchmädchen grobes Unrecht tun, wenn man ihre Rechnung als Milchmädchenrechnung bezeichnet. Denn die Rechnung von Milchmädchen sind um ein Vielfaches richtiger als ihre.



      Erstens ist 99*10 nicht 9500, sondern 990.



      Zweitens beziehen sich die 1% auf die Weltbevölkerung und die 10t auf einen Durchschnittsdeutschen, der wesentlich mehr verbraucht als der durchschnittliche Mensch auf diesem Planeten. Und die Superreichen sind nochmal ganz anders definiert als die 1%.



      Wenn man richtig rechnet, stellt man fest, dass alleine die reichsten 1% 10% des weltweiten CO2s produzieren.



      Es wäre also absolut richtig, sich auf dieses reichste 1% zu fokussieren. Denn wenn man die Autos, die die fahren und die Business-Tickets, die die nutzen, solange um 50% teurer machen würde, bis diese klimaneutral sind, was glauben Sie, wie schnell die deutschen Autohersteller gute und günstige e-Autos bauen würden und wie schnell Fluggesellschaften klimaneutral fliegen würden? Denn die Personen, die entscheiden, wie klimaneutral Autos und Flugzeuge sind, gehören alle zu diesen 1%. Und dieses reichste 1% würde sich das problemlos leisten können.

    • @Rudolf Fissner:

      Das mit dem CO2 "verbrauchen" wäre schön!



      Ansonsten sehe ich das genauso, leider wird solchen sinnfreien Schlagzeilen wie denen von Oxfam nach wie vor zu viel Aufmerksamkeit geschenkt. Die Lösungen liegen bei den Normalos. Nämlich uns selbst, als Masse gesprochen.

  • Leute, seid doch nicht so streng. Friedrich Merz zählt sich selbst als Teil der gehobenen Mittelschicht -obwohl er Millionär ist.



    Und wenn ich als Milliadär in meinem Anwesen auf den Bahamas sitze und eben mal Lust auf frische Erdbeeren habe, dann lasse ich mir die eben mit meinem Jet einfliegen.

  • Das Internet erzeugt weltweit mehr CO2 durch Kohlestrom als der weltweite Flugverkehr. China Zb. hat 1290 Kohlekraftwerke.

    Durch Streaming, KI, Bitcoinhandel, Spiele werden riesengroße Mengen an Strom verbraucht. Und es steigert sich immer weiter.

    Also immer schön mit dem Finger auf andere zeigen.

    main-spessart.bund...n%20zu%20verwenden

    Die Branche wird im Jahr 2040 voraussichtlich für 14 Prozent aller Emissionen verantwortlich sein,

  • Hat das Institut vielleicht auch aufgeschlüsselt welche Reiche besonders viel CO2 verbrauchen? Die EU ist mittlerweile auf 5,9% der CO2 Äquivalente runter. Das ist nur minimal mehr als sein Anteil der Weltbevölkerung. Es dürfte aber ein überproportionaler Anteil der 1% in der EU leben. Folgerichtig ist anzunehmen, das die hiesigen 1% weniger CO2 ausstoßen wie die anderer Regionen.

    Passt aber wahrscheinlich nicht ins Narrativ.

  • "Daten des „Stockholm Environment Institutes“ zeigen, dass das reichste Prozent der Weltbevölkerung 2023 für 75,1 Tonnen CO2 pro Person "

    Das nenne ich mal eine höchst vereinfachte Form der Dateninterpretation. Denn wenn man sich diese Studie ansieht, stellt man fest das der hohe CO2 E der "Superreichen" zum zu einem geringen Anteil aus Superyachten, Privatjets und "Weltraum-Tourismus" herrührt, sondern aus den Unternehmen die diesen Menschen gehören.

    "Neben den Emissionen ihres Lebensstils verursachten viele Geschäftszweige hohe Emissionen, in die Reiche ihre Vermögen investierten."



    taz.de/Oxfam-ueber...htigkeit/!6144158/

    Also im Klartext: jeder Arbeiter oder Angestellte der in diesen Betrieben arbeitet ist für die Emissionen verantwortlich. Was soll nun also die Lösung sein? Aber Hauptsache wir können eine Neiddebatte über Luxus führen.

    • @Tom Tailor:

      das ist keine vereinfachte Form der Dateninterpretation. Sie ist schlicht falsch und aus journalistischer Perspektive fragwürdig. Jenseits von Neid und Gerechtigsdebatten zwischen Malthus und Marx wäre es interessanter darüber zu debattieren, ob und wie die Entkopplung von Wachstum und Emission weiter voranschreitet. Man kann sich natürlich auch an Merzens Privatflügen oder Weltraumtourismus aufhalten.

    • @Tom Tailor:

      Sie zitieren die Studie und den taz-Artikel, auf den sie verlinken, völlig falsch.



      Das "Neben den Emissionen ihres Lebensstils verursachten viele Geschäftszweige hohe Emissionen, in die Reiche ihre Vermögen investierten." wird gar nicht in die 75t eingerechnet. Das ist völlig unabhängig davon. Auch die Superyachten, Privatjets eines Superreichen haben nichts mit dem 1% zu tun, bei denen behauptet wird, dass sie für 75t CO2 verantwortlich sind. Sie werfen diese 3 Punkte einfach durcheinander, um damit zu behaupten, es würde eine Neiddebatte geführt. Nur wenn man den taz-Artikel sehr oberflächlich liest, kann man diese 3 Punkte durcheinander werfen.



      Der Vorwurf Neid wird gerne gebraucht, um von der Verantwortung der Reichsten abzulenken.



      Fakt ist, dass die reichsten 1% 75t CO2 pro Jahr durch ihr Verhalten produzieren. Dazu muss noch nicht einmal ein Privatjet oder eine Superyacht herhalten (die produzieren noch viel mehr). Sondern es reichen 5-10 Business-Langstreckenflüge pro Jahr.

      • @EchteDemokratieWäreSoSchön:

        "Das "Neben den Emissionen ihres Lebensstils verursachten viele Geschäftszweige hohe Emissionen, in die Reiche ihre Vermögen investierten." wird gar nicht in die 75t eingerechnet. Das ist völlig unabhängig davon."

        Nein ist es nicht. Die TAZ bezieht sich auf eine Studie des "Oxfam-Instituts":

        "Oxfam beruft sich außerdem auf Daten des Stockholm Environment Institut, nach denen 2023 das reichste Prozent der Weltbevölkerung pro Kopf 75,1 Tonnen CO2 emittiert hat"



        ....



        Oxfam schreibt in einer Pressemitteilung: „Allein durch Superyachten und Privatjets erzeugt ein:e su­per­rei­che:r Eu­ro­päe­r:in in rund einer Woche so viel Treibhausgase wie ein Mensch aus dem ärmsten Prozent der Weltbevölkerung in seinem gesamten Leben.“ Neben den Emissionen ihres Lebensstils verursachten viele Geschäftszweige hohe Emissionen, in die Reiche ihre Vermögen investierten."

        Die Daten welche verarbeitet wurden stammen vom "Stockholm Environment Institut". Die Yachten und Privatjets sind ein Teil davon, wurden aber explizit von Oxfam angeführt um die Diskrepanz zwischen Arm und Reich sichtbar zu machen. Fakt bleibt aber, dass die 75 T CO2 aus allen Quellen herrühren, die den "Reichen" zugerechnet werden.

        • @Tom Tailor:

          Dass Sie nun selbst nach meinem Hinweis immer noch auf ihrer fehlerhaften Interpretation des Artikels bestehen, finde ich schon sehr bedenklich.



          Die Anmerkungen zu den Privatjets und Superyachten haben keinen Bezug zu den 75t, sondern sind in dem Artikel ein ganz anderer Gedankengang. Was man schon daran sieht, dass ein Privatjet pro Jahr typischerweise 800t - mehrere 1000t CO2 produziert und eine Superyacht 3.000t-30.000t.



          Das wird natürlich auch bei der CO2-Produktion der reichsten 1% berücksichtigt, aber da nur die wenigsten der 1% einen Privatjet oder eine Superyacht haben, auch nur zu einem sehr geringen Teil. Die meisten der 1% produziert die 75t z.B. durch viele Langstreckenflüge.

          Und was die Unternehmen betrifft: Sie tun so, als man als das CO2, das von Unternehmen produziert wird, den Reichsten zugerechnet hätte. Auch das stimmt nicht. Man hat den Reichsten nur das CO2 zugerechnet, dass sie anteilig durch Konsum produziert haben, z.B. indem sie Autos gekauft haben oder damit gefahren sind - genau wie bei allen anderen auch. Also wurden die Reichen und Reichsten in diese Studie absolut fair behandelt. Und nicht unfair, wie Sie versuchen, den Mensch zu erzählen.

    • @Tom Tailor:

      Wieso ist die Belegschaft für die Emissionen verantwortlich? Eine untragbare Behauptung. Was ist das denn für eine "Neiddebatte" in diesem Zusammenhang ?? So ein billiges Argument ist für eine sachliche Diskussion untauglich. Die "Reichen" können so viel Knete haben wie sie wollen - solange sie das ehrlich, verantwortungsbewusst erwerben und damit auch so umgehen. Das tun sie eben nicht, denen geht diese gesamtgesellschaftliche Diskussion an dem dafür bestimmten Körperteil vorbei....

    • @Tom Tailor:

      **Aber Hauptsache wir können eine Neiddebatte über Luxus führen.**

      Also dafür, dass Sie ja eigentlich nur "Tom der Schneider" sind, legen Sie sich aber hier sehr ins Zeug für die Superreichen – oder sind Sie ein königlicher Hofschneider?

      • @Ricky-13:

        Mir könnte er zwar keine Jacke verkaufen, aber der Besitzer von "Tom Taylor" ist zumindest finanziell wahrscheinlich mehr als "nur".

        • @Erfahrungssammler:

          Tom Tailors Lieferketten sind global, mit einem starken Fokus auf asiatische Länder wie Bangladesch, China, Indonesien, Indien und Vietnam, wo der Großteil der Produktion stattfindet, um Kostenvorteile zu nutzen. Die Tom-Tailor-Kleidung wird sicherlich nicht auf Yachten oder in Privatjets nach Deutschland und andere Länder transportiert, sondern auf große Containerschiffe. So gesehen blasen die Reichen – mit ihren oftmals unnützen Produkten – mehr als "nur" 75 t/Pers. CO2 in unsere Erdatmosphäre. Natürlich sollte man den Verbraucher hier nicht herausrechnen, denn ohne "Kaufwille" des kleinen Verbrauchers, der ja immer "alles haben will", funktioniert der Wirtschaftswachstumswahnsinn natürlich nicht.

          So gesehen hat Tom Tailor (also der taz-Kommentator) recht, dass es hier nicht um die Yachten und Privatjets von ein paar Reichen geht. Was wir in diesem Jahrhundert anstreben sollten, ist ein Verzicht auf unnötige Dinge, und wir gleichzeitig mal für eine gerechte Verteilung des Geldes sorgen müssen, damit die kleinen Leute in Bangladesch etc. nicht hungernd auf der Straße sitzen, während die reichen CO2-Klimawandelerzeuger in ihren Privatjets weiterhin sinnlos durch die Welt fliegen.

      • @Ricky-13:

        Ich bin nur an einer Versachlichung der Diskussion interessiert. Wenn halt so getan wird als ob Yachten und Privatjets für 75,1 Tonnen CO2 pro Person verantwortlich sind und sich darauf abreagiert wird, kann eine Richtigstellung nicht schaden.

        • @Tom Tailor:

          Diese Dinger tragen aber sehr erheblich zur Klimakatastrophe bei. Und wenn Richtigstellung, dann auch bitte Deinen Vorwurf an die Belegschaft der Unternehmen dieser Leute: diese Arbeitnehmer*innen sind NICHT verantwortlich. Neiddebatte ist das hier alles ebensowenig. (Siehe meinen Kommentar oben)

        • @Tom Tailor:

          Wenn Sie an einer Versachlichung der Diskussion interessiert sind, sollten sie auch sachlich bei den Fakten bleiben. Und nicht sowohl die Studie als auch den taz-Artikel falsch zitieren. Und auch in dieser Antwort zitieren Sie wieder falsch: Niemand hat so getan, als ob Yachten und Privatjets für 75,1 t CO2 pro Person verantwortlich sind, was Sie auch selber schnell erkennen würden, wenn Sie den taz-Artikel, den Sie zitieren, wirklich selber lesen würden.



          Dann hätten sie gesehen, dass die reichsten 1% 75t CO2 pro Personen produzieren. Aber die wenigsten dieser 1% (=80 Mill.) haben einen Privatjet. Die machen das z.B. schon dadurch, dass sie 5-10 mal Langstrecke fliegen.



          Diejenigen, die einen Privatjet haben, produzieren viel mehr. Schon eine kleiner Light Jet produziert bei nur 7 Flugstunden pro Woche über 800 t CO2.



          Und eine Superyacht nochmal ein Vielfaches: 3.000-30.000 t CO2 pro Jahr.



          Ich hoffe, dass Sie diese Richtigstellung zu schätzen wissen und in Zukunft selbst diese richtigen Zahlen benutzen.

  • taz: *Daraus abgeleitet haben die Superreichen also nach nur zehn Tagen das aufgebraucht, was ihnen 365 Tage reichen müsste.*

    Reichtum schützt eben nicht vor Dummheit. Die Reichen haben doch auch Kinder, aber der viele Mammon macht diese Leute wohl dumm und blind, sonst müssten sie ja mal endlich begreifen, dass der Klimawandel ihre Sprösslinge auch nicht verschonen wird, wenn er die große Keule herausholt.

    Die Superreichen in Deutschland haben jetzt aber endlich ihren "BlackRock-Kanzler", der nicht nur regelmäßig provokante und umstrittene Äußerungen von sich gibt, sondern auch ein großes Herz für die Reichen hat. Eine Erbschaftsteuer oder eine Vermögensteuer wird es mit Merz nicht geben, da macht er lieber die Armen noch ärmer, indem er Bürgergeldempfänger - oder wie man die demnächst nennt - sanktionieren lässt.

    'Reichenschutz' ist besser als 'Klimaschutz', denkt sich wohl der ehemalige BlackRock-Lobbyist und 12-facher „Mittelschicht“-Millionär und steigt in sein Privatflugzeug. Friedrich Merz ist eben ein echter "Volksvertreter", also ein Mann aus dem Volk, wie man hier auf dem Foto ja auch sehr gut sehen kann. taz.de/Privatflugz...kandidat/!6065499/

  • Ich würde mich freuen, wenn die Privajets am Boden bleiben, die sinnlosen Riesenboote in St-Tropez und Monaco festsitzen. Diese Gruppe von Menschen lebt sprichwörtlich zu Lasten und auf Kosten von anderen, zu Lasten unseres Planeten. Der Sohn von König Fahd hat einen so großen Swimmingpool in Riad, dass man ihn aus dem Weltraum sehen kann. Der Irrsinn der Superreichen ist so durchgeknallt, dass es bearbeitet werden muss. Niemand braucht eine Jacht, die so groß wie ein Fährschiff in Norwegen ist. Niemand braucht Swimmingpools, die so groß wie ein finischer See sind. (Wird in Riad wahrscheinlich noch gekühlt mit elektrischer Energie).

    • @Andreas_2020:

      Was andere machen, kann man sehr schlecht beeinflussen. Aber das, was man selber tut. Selbst wenn wir nicht superreich sind, verbrauchen wir dennoch mehr Ressourcen als uns zustehen. Insofern können wir beide nun perfekt bei uns anfangen und diesen Mangel gerade ziehen

  • Da liegt ein Missverständnis vor, denn wer die Presse der Reichen zur Kenntnis nimmt, kann feststellen, dass sie schwer belastete Schneeflöckchen sind, stets auf der Suche nach dem nächsten Escape und Retreat mit größtmöglichem Abstand von Zumutungen des Alltags wie ungefilterter Begegnung mit Paupers. Man kann jetzt nicht auch noch verlangen, dass sie in den Mitteln für ihre Gesundheitsvorsorge beschnitten werden.

  • Zuviel Schotter verdirbt den Charakter, bei manchen sogar noch mehr.



    Ich bin es leid, mich über diese Leute aufzuregen.



    Was mich beruhigt ist, dass sie sterblich sind und ihre Kinder in einer unerträglich qualvollen Zeit der Verknappung aufwachsen werden, wo Geld nur noch dazu dient, den Tod hinauszuzögern.

    • @Andreas Flaig:

      Mich beruhigt es leider nicht, ich hätt schon jetzt gerne menschenwürdige Lebensumstände für alle.

      • @Erfahrungssammler:

        Man könnte sofort seinen Anteil leisten und einen Ausgleich inzwischen sich selber und einem armen Menschen im globalen Süden schaffen.. wir brauchen nicht monatlich so viel Geld, wie der in fünf Jahren verdient

        • @Horst Sörens:

          Naja - zumindest ich kenne meinen Anteil daran.

      • @Erfahrungssammler:

        Und das würde ALLE erheblich glücklicher machen.

  • Wir sollten bedenken, dass im weltweiten Maßstab, die meisten Menschen in Deutschland auch "reich" sind und unser Leben ohne gewisse Dinge, an die wir uns gewöhnt haben auch machbar wäre. Ehe man als Verzicht bei anderen fordert, gern mal selbst reflektieren, worauf man selbst denn verzichten würde.

    • @ZTUC:

      1,6 Millionen Millionäre stehen ca 13,5 Mio. armutsgefährdeten Menschen gegenüber. 19 Prozent der Rentner gelten schon als arm, das wären 4,18 Mio. Ich bezweifele insofern ihre These, dass es in Deutschland so viele reiche Menschen gibt.

      • @Andreas_2020:

        Sie haben es vielleicht überlesen: Es geht um den globalen Maßstab. Der "arme" Rentner hierzulande gilt in ganz Afrika und wahrscheinlich auch Mittel- und Südamerika sowie Asien als reich. Von einer Rente von 1000 EUR kann man zum Beispiel in Namibia prima leben, da bleibt sogar noch was übrig am Monatsende. Und Oktoberfest, Karneval und Schnitzel gibts da auch.

      • @Andreas_2020:

        Diese Statistik muss man sich erstmal leisten können. Sprich: Was sie anführen, ist sog. "relative" Armut, die nur die nationale oder vielleicht EIU-Brille kennt. Wie sich der Lebensstandard eines nach dieser Statistik "armen" Deutschen im Vergleich zu den 90 ärmsten Prozent der Weltbevölkerung ausmacht, wird darin mit keinem Buchstaben berücksichtigt.

        • @Normalo:

          Das ist natürlich richtig. Allerdings habe ich diese Argumentation auch oft in der DDR gehört. Schließlich ging es den DDR Bürgern auch deutlich besser, als dem größten Teil der Weltbevölkerung.

          In der Praxis vergleichen Menschen sich aber selten mit Menschen auf fernen Kontinenten, sondern mit ihrer Umgebung. Es ist ja auch wenig tröstlich für arme Rentner in Deutschland, dass es anderen Menschen noch schlechter geht. Die sehen den Porsche, der beim Flaschen sammeln an ihnen vorbeifährt.

          • @warum_denkt_keiner_nach?:

            Nur ist eben im Angesicht von GLOBALER Ungleichheit und Klimakrise die Frage, was man nun wirklich zum Leben braucht, grundsätzlich auch global zu betrachten.

            ODER man akzeptiert schickalsergeben, dass da halt Jeder seinen sozialadäquaten Maßstab hat, von dem man ihn nicht runterstubsen kann. Das bedeutet dann nur für die Deutschen ihre Fernreisen, Altbauten und was sonst noch so Geld frisst und CO2 spuckt, jeden US-Bürger Klimaanlage, Golfplatz und zwei großhubige Pickups und natürlich auch für die Lieblingsfeinde der Oxfam-Statistiker, dass sie nicht signifikant Privatjet-Meilen sparen müssen im Vergleich zu ihren Multimillionärs- oder Milliardärskollegen aus weniger klimabesorgten Ländern - Jedem seine Peergroup, also... ;-)

      • @Andreas_2020:

        Was ZTUC sagen wollte ist, dass selbst diejenigen, die in Deutschland als arm gelten, im weltweiten Vergleich einen recht hohen Lebensstandard haben.



        Das kann man denen natürlich nicht zum Vorwurf machen, denn ein Lebensstandard, wie er in irgendeiner ostasiatischen Pampa üblihc ist, wäre hier nicht menschenwürdig umsetzbar, weil die Umgebung einfach eine ganz andere ist.



        Dennoch gibt es hier Standards, auf die man weltweit erst noch kommen müsste.

        • @Herma Huhn:

          Wie aussagefähig ist das denn, wenn eine Familie mit zwei Kindern in München 3000 Netto im Monat hat im Gegensatz zu einer Familie gleicher Art in Abuja Nigeria oder in Peshawar in Pakistan? Ich glaube, das ganze Bild einer reichen Mitte gegen 'die weltweite Armut' sagt extrem wenig aus, könnte aber nützlich sein, um die Armut in Deutschland zu verschleiern, weil wir offiziell ja auch keine echte Armut haben, jedenfalls nach offizieller Sicht unserer Regierung.

  • Vor 15 Jahren gehörte man mit monatlichem Netto von >4000€ zu den 3% höchsten Einkommensbeziehern. Da verdiente schon ein Abgeordneter mehr als das Doppelte.

    Wann ist man superreich?

    • @Richie:

      Superreich sind all jene, die eine Lebenserwartung von über 80 Jahren haben

    • @Richie:

      Hier kann man ganz gut fündig werden:

      ungleichheit.info/de

      Überreich ist man nicht wenn man sich aus der Steuerkassen jeden Monat 13.000€ genehmigt mit zusätzlichen absurden Privilegien. Das ist nur komplett ungerecht.

      Die Menschen können mit großen Zahlen nicht gut umgehen. Daher ein Beispiel: Wenn jemand eine 100 Millionen hat und jeden Tag 1000 Euro verbrennt. Wie lange kann er das machen, bis er kein Geld mehr hat? Ein Jahr? Zehn Jahre? Nein, 274 Jahre. Jeden TAG 1000€.



      Unsere Politiker haben festgelegt, dass solche Menschen rücksichtsvoll behandelt werden müssen, wenn sie soetwas erben (Bedarfsverschonungsprüfung), aber sie sagen auch, dass ein Bürgergeldempfänger von dem, was so jemand 274 Jahre lang jeden Tag verbrennen könnte, zwei Monate leben soll.



      Das könnte man als etwas ungerecht empfinden. Also ich schon.



      Und nähme man so jemandem 90 Millionen ab per Steuern, dann könnte er immer noch jeden Tag 1000€ verbrennen 27 Jahre lang. Er wäre also nicht "arm".

    • @Richie:

      So allgemein gefragt halte ich es für eine Nebelkerze.

      Es sollte besser überreich heißen, denn das beschreibt die Situation akkurater.

  • Zu viel Geld verdirbt den Charakter, bei manchen sogar noch viel mehr.



    Ich bin es leid, mich über diese Leute aufzuregen.



    Was mich beruhigt ist, dass sie sterblich sind und ihre Kinder in einer unerträglich qualvollen Zeit der Verknappung aufwachsen werden, wo Geld nur noch dazu dient, den Tod hinauszuzögern.

  • Bravo, Treffer, versenkt!

  • uba.co2-rechner.de/de_DE/quickcheck/

    Juhuuu, ich bin unterdurchschnittlich.

    • @Cededa Trpimirović:

      7,54



      Aber beim Auto konnte ich nur Ja ankreuzen, nicht das ich das so selten benutze das schon Algen dran wachsen xD

    • @Cededa Trpimirović:

      8

  • Die Autorin hat recht, wenn sie fordert, dass die Superreichen endlich mehr zur Verantwortung gezogen werden, um die Klimakrise zu bekämpfen. Und dass keiner von denen dadurch eine soziale Härte erleiden wird.

    Die Autorin ist aber neoliberaler Propaganda auf den Leim gegangen, wenn sie schreibt "Auch die durchschnittsdeutsche Person ... kann nicht mit Klimaschutz verschont werden".

    Denn es ist absolut möglich, dass Klimaschutz nur durch die reichsten finanziert wird und der Durchschnittsdeutsche (und erst recht die ärmeren) davon zu 100% verschont wird.



    Ein kleines Beispiel möge dies verdeutlichen: Wenn nur Business-Tickets nur mit 20%-30% der heutigen Preise besteuert würden, würde dies 70-120 Mrd. € bringen und damit könnten genug Ausgleichsmaßnahmen finanziert, um den gesamten Flugverkehr CO2 neutral zu machen, ohne dass 1 Economy-Ticket teurer würde.

    Und dies ist nicht nur möglich, es ist auch gerecht (weil die reichsten nicht nur heute, sondern schon die letzten 40 Jahre einen vielfach höheren Anteil am CO2-Problem hatten).

    Und es ist nicht nur gerecht, sondern es ist auch die einzige Chance, denn sonst werden immer mehr durchschnittsdeutsche die AfD wählen

    • @EchteDemokratieWäreSoSchön:

      Ihre Rechnung erinnert klassich an die Rechenexemple linker Politiker.

      Nur, wenn Sie eine Steuer auf Business-Tickets einführen oder eine solche Steuer erhöhen, werden diese auch seltener gebucht, was Ihre Einnahmen reduziert.

      Ferner werden Business-Tickets erfahrungsgemäß von Firmen gebucht, welche sie als Betriebsausgaben / Werbungskosten absetzen, was sich auf die Steuereinnahmen auswirkt (30 bis 50 Prozent der Steuereinnahmen fehlen dann an anderer Stelle.

      Ferner, wenn Deutschland eine Business-Ticket-Steuer einführt, unsere Nachbarn jedoch nicht, dann steigen die Menschen zukünftig lieber in Amsterdam, Zürich, Wien oder Warschau (baut gerade einen neuen Flughafen), womit dann wieder die Einnahmen sinken.

      Und am Ende dürfen wir das Minus bei den inländischen Fluglinien nicht vergessen.

      Also rechnen Sie doch bitte erst mal bis zum Ende durch, bevor Sie die Mehreinnahmen ausgeben.

    • @EchteDemokratieWäreSoSchön:

      Ausgleichsmaßnahmen funktionieren aber nur in begrenztem Maße.



      Eine rein finanzielle Lösung des CO2 Problems kann es nicht geben. Der Ausstoß muss in der Realität runter, nicht nur auf dem Papier.



      Sie haben aber insofern recht, dass eine gründliche Finazierung durch diejenigen, die es sich leisten können, dafür sorgen können, dass realistische Maßnahmen kostengünstig umgesetzt werden können.



      Siehe Preisverfall bei Photovoltaik. In vielen Entwicklungsländern ist die mittlerweile günstiger als ein Dieselgenerator. Nun müssen die Reichen bei der (Preis)Entwicklung von Akkus nachziehen.



      Ganz ohne Veränderung auch für unsere ärmere Bevölkerung wird es dennoch nicht gehen.

      • @Herma Huhn:

        Auch Akkus sind in den letzten Jahren um sagenhafte 90% im Preis gefallen.

        Die Richtung stimmt bereits.

      • @Herma Huhn:

        Veränderung wird es natürlich auch für die ärmeren Bevölkerung geben müssen. Aber es darf für die keine Last sein, sondern muss als positiv empfunden werden. Sonst wird es erhebliche Widerstände geben und die AdD immer stärker.



        Beispielsweise werden auch die auf e-Autos umsteigen müssen. Aber für die müssen e-Autos dann eben günstiger als Verbrenner sein - in Betrieb UND Anschaffung. Und nicht nur für die ärmste Bevölkerung, sondern mindestens für die ärmeren 80%.



        Und finanziert werden könnte das z.B. durch die 120 Mrd. € durch die Steuer auf Business-Tickets (s. letzte s Post). Das würde dann als Ausgleichsmaßnahme zählen. Irgendwann sind alle Autos elektrisch. Bis dahin muss man es dann geschafft haben, Flugzeuge klimaneutral anzutreiben, z.B. mit Algentreibstoff, e-Fuels, Wasserstoff, elektrisch oder wie auch immer.

        • @EchteDemokratieWäreSoSchön:

          Vielleicht ist auch ein Problem im Umgang mit dem Klimawandel, dass viele Politiker sich nicht trauen, ehrlich zu sein.



          Natürlich darf niemand überlastet werden, aber eine Umstellung kostet immer Kraft. Wer in seiner Werbung tönt, dass es ganz ohne Kraftanstrengung gehen muss und dann ist das einfach unrealistisch, treibt damit erst recht Leute zu Populisten.



          Umstellung ist nicht für jeden positiv empfindbar. Egal, wie viel besser es am Ende ist, die Umstellung allein wird von vielen schon als Belastung empfunden. Das anzuerkennen, bedeutet nicht, gegen die Umstellung zu sein.

          • @Herma Huhn:

            Naja, heute IST die Umstellung objektiv oft eine Belastung. Beispielsweise wenn Mieter erstmal eine Modernisierungsumlage zahlen müssen, bevor dann vielleicht irgendwann die Heizkosten niedriger werden.



            Oder wenn erstmal das e-Auto teurer ist, und dann auf Dauer das durch niedrigere Betriebskosten ausgeglichen werden soll.



            Und genau diese zwischenzeitliche Belastung können sich viele nicht leisten. Und sind deshalb dagegen. Und wählen dann eine Partei, die sagt, dass das sowieso alles unnötig ist.



            Aus diesem Grunde darf es für niemanden der ärmeren 80% eine Belastung sein, auch nicht zwischenzeitlich. Sonst wird die AdD immer stärker. Und mit Klimaschutz klappt es dann sowieso nicht.

  • Das Problem bei den Zahlen ist, sie basieren einzig auf der Annahme: "We assume that above a certain base level of emissions (floor) and below a certain maximum emissions level (ceiling), emissions increase in proportion to income. " Es wird also einfach angenommen, dass proportional zum Einkommen die Emissionen steigen. Ist eine Anahme, kann richtig sein oder nicht. Mit dieser Annahme wird jedenfalls, selbst, wenn die Emissionen der Superreichen wirklich sinken sollten, dies bei einer solchen Studie nie ermittelt werden können.

  • 1 % der Weltbevölkerung sind also nach Oxfam "Superreich", das wären etwa 80 Millionen Menschen. Allerdings gab es 2022 laut swissinfo "nur" 23100 Privatjets (Quelle: www.swissinfo.ch/g...e-zahlen/88857659). Danach hätten "nur" 0,03 % der Superreichen einen Privatjet, die anderen 99,97 % nicht.. Ob da so viel zu sparen ist? Ich halte eher die Berechnung oder die Definition von Oxfam mit der Anzahl der "Superreichen" für falsch, da dürfte das Komma einige Stellen verrutscht sein.

    • @Offebacher:

      In Deutschland gibt es ca. 3900 Superreiche, wenn man Superrreiche als Personen definiert, die mehr al 100 Mio. € Vermögen besitzen. Dies sind ca. 0,005% der Bevölkerung.



      Aber um auf 75t CO2 zu kommen, muss der oder diejenige auch gar nicht superreich sein oder einen Privatyet oder eine Superyacht haben. Dazu reichen schon 5-10 Langstreckenflüge pro Jahr in der Business-Class



      Aber da ist schon eine Menge zu holen. Wenn man nur die Business-Tickets nur mit 20-30% CO2-Steuer belasten würde, hätte man 70-150 Mrd. € pro Jahr. Damit hätte man wohl schon genug, um das Fliegen CO2-neutral zu machen.



      Und wenn man auf die 23100 Privatjets 20% CO2-Steuer erhebt und die Betriebskosten aller 23100 Privatjets nochmal 30% CO2-Steuer erhebt (da die es sich offensichtlich leisten können), kommen da sogar noch mal 60-80 Mrd. € dazu.

      • @EchteDemokratieWäreSoSchön:

        Wo nehmen sie ihre Zahlen her? Wenn 20-30% des Preises der Business-Tickets 70 bis 150 Milliarden Euro ergeben sollen, dann müssten bisher dafür pro Jahr Business-Flug-Tickets (ohne diese Steuer) für 350 bis 700 Milliarden (bei 20%) oder 233 bis 467 Milliarden (bei 30 %) verkauft worden sein. Das halte ich für sehr unrealistisch, haben sie eine Quelle für ihre Zahlen?

      • @EchteDemokratieWäreSoSchön:

        Nette Milchmädchenrechnung. Die "Superreichen" fliegen nicht Business. In der Business finden sie zu 80% Geschäftsreisende, die die Tickets von ihren Firmen bezahlt bekommen. Also belasten sie die Unternehmen, oder Mitarbeiter dürfen nicht mehr Business fliegen, sondern müssen Economy fliegen.



        Auch viele "Normalos" fliegen Business, da sie sich Upgrades mit Meilen holen, die sie vorher durch Punktesammeln erreicht haben

  • Ich wuensche mir, dass die Reichen Deutschland mal fuer ein Jahr verlassen. Wenn all die Arbeitsplaetze, die die Reichen entweder durch ihre Firmen oder durch ihren Konsum ermoeglichen, verschwinden, ebenso wie die von ihnen bzw von ihren Firmen und Konsum ermoeglichten Steuer- und Abgabenzahlungen, wuerde ich gern sehen wie die Neider sie ersetzen und diesen Staat am Laufen halten.

    Dieser Neid auf andere die mehr haben ist nach meiner Einschaetzung in Deutschland extrem. Dabei muessten doch gerade hier die Erfahrungen mit dem realen Sozialismus gezeigt haben, dass das was sich manche wuenschen - alle gleich arm - auch in diesem nicht realisiert werden konnte. Die Reichen waren dann eben die Funktionaere.

    Vielleicht ein Vorschlag zur Guete: Dankt den anstaendigen Reichen. Sie sorgen dafuer, dass manche Sozialismusblase nicht platzt und man im realen Sozialismus aufwacht. Und von den hochnaesigen Erbreichen kann man wenigsten lernen, wie man das Geld anderer verprasst, quasi Sozialismus fuer Fortgeschrittene.

    • @elektrozwerg:

      Nun hat aber der auch von den Superreichen erzeugte Konsum einen kleinen Haken: Viele Arbeitsplätze der Produktion sind allzu oft erstens prekär, unfair bezahlt und sowieso schon im Ausland angesiedelt. Und noch eins: Mein Neid auf die Superreichen ist begrenzt, ihr Milieu ist auch stressig und langweilig zugleich.

    • @elektrozwerg:

      Gut, dass Sie das zum xten mal sagen, man hätte sonst vergessen, eine horrende Exit-Steuer auf hier erwirtschaftete Vermögen mit zu erwähnen.

      • @Volker Maerz:

        Nur zu, aber dann nicht wundern, warum junge auslaendische Fachkraefte, zB im Bereich IT, einen grossen Bogen um Deutschland machen und die Entwicklung von neuen Technologien und die Markteinfuehrung durch junge Unternehen nicht in Deutschland geschieht.

        Nur das man mich nicht falsch versteht: Starke Schultern muessen mehr tragen, keine Frage. Aber vielleicht waere auch mal ein bissl Anerkennung dafuer angebracht, statt andauernd jedes erdenkliche Problem den Reichen in die Schuhe zu schieben. In einer Demokratie bekommt man das was man bestellt hat. Und "man" sind in diesem Fall nicht die "Reichen", denn diese sind ueberall in der Minderheit. Beispielsweise haben wohl kaum die "Reichen" die SPD-PDS-Koalition in Berlin gewaehlt, die dann die Sozialwohnungen verscherbelt hat.

    • @elektrozwerg:

      Ach, das ist ein solch abgedroschenes Argument.



      Genauso gut könnte man sagen, man würde sich wünschen, die, die für die Reichsten arbeiten, würden Deutschland mal für ein Jahr verlassen. Dann würde ich gerne mal sehen, wer dann noch den Staat am Laufen hält und wieviel die Reichsten dann noch verdienen.



      Der Punkt ist einfach, dass die Verteilung der Gewinne nicht mehr gerecht ist. Alleine das Vermögen der reichsten 500 Deutschen ist alleine von 2020-2024 um 500 Mrd. € gewachsen (lt. Manager-Magazin)., während die 50-70% ärmeren kaum über die Runden gekommen sind und der Staat riesige Schulden aufhäufen musste. So funktioniert das einfach nicht. Wenn die reichsten 3900 (also die mit mehr als 100 Mio.€) nur einen Teil des Zuwachses an Vermögen, das sie pro Jahr haben, abgeben würden, hätte der Staat und alle anderen über 100 Mrd. € pro Jahr mehr. Allen ging es besser. Nur die 3900 reichsten würden nicht mehr ganz so schnell reich.



      Niemand will zum Sozialismus der DDR zurück. Aber der heutige Kapitalismus ist genauso zum Sterben verurteilt wie der Sozialismus. Aber eine kleine Anpassung (s.o.) würde verhindern, dass Gesellschaft, Demokratie und Wirtschaft den Bach runtergehen.

      • @EchteDemokratieWäreSoSchön:

        @EchteDemoktratieWäreSoSchön



        Das Söderische Mantra der Indoktrination on Unwarheiten verfängt halt immernoch bei einigen Ahnungslosen...

  • "die Entwicklungsorganisation Oxfam (...) setzt als legitime CO2-Menge für eine Person in einem Jahr 2,1 Tonnen an."



    Und das ist völlig absurd. Das ist ein Wert um Empörung zu produzieren. Auf diesem Niveau will kein Mensch freiwillig leben.



    Was glaubt ihr was 2,1 Tonnen pro Kopf pro Jahr sind?



    Der Lebensstandard Indonesiens? Oder Brasiliens? Oder der Indiens?



    Weder noch - selbst diese Schwellenländer lagen bereits 2023 alle über dem Wert von 2,1 Tonnen.



    Indonesien 2,64. Brasilien 2,25. Indien 2,14.



    Nur zur Info - Indien bemüht sich immer noch, allen Bewohnern ihres Landes den Zugang zu Toiletten zu ermöglichen. Nennt sich 'Swachh Bharat Mission', kurz SBM. Nicht eine PERSÖNLICHE Toilette pro Haushalt. Nur der Zugang zu irgendeiner...



    Nicht mal flächendeckend Toiletten und trotzdem lag Indien schon 2023 über der 2,1 Tonnen Grenze von Oxfam...



    Hanebüchen diese Grenze.



    Entweder wir werden komplett nuklear - ein Franzose emittiert Dank AKWs nur etwa die Hälfte wie ein Deutscher - oder wir müssen forschen was das Zeug hält.



    2,1 Tonnen ist ein völlig surrealer Wert mit der aktuellen Technik.



    Empörung. Spaltung. Neid schüren. Mehr taugt dieser Wert nicht.

    • @Saskia Brehn:

      Langsam sollte auch den boniertesten Menschen das Neidargument zu doof sein. Es sind auch die Überreichen die gesellschaftliche Spaltungen vorantreiben und nicht ihre Kritiker.

    • @Saskia Brehn:

      Der starke Zusammenhang zwischen CO2 Ausstoß und Wohlstand entsteht erst durch die derzeitige fossilen Energiegewinnung.

      Indien ist wegen hohem Anteil von Kohlestrom über der Marke.

      Bsp:



      Wenn sie offene Feuerstellen durch eine geschlossene oder gar Induktion ersetzen sinkt der CO2 Ausstoß, bei steigendem Lebensstandard.

    • @Saskia Brehn:

      AKWs: Wohin mit den Müllfässern, wie wird die Angriffs- und Unfallgefahr beseitigt oder auch nur kontrolliert oder auch nur angemessen analysiert?

    • @Saskia Brehn:

      Nein, das ist ein Wert, der die wissenschaftlich messbaren Auswirkungen des Ausstoßes so begrenzt, dass auch die nächste Generation noch einen Planeten hat, auf dem sie leben kann. Wenn Sie das empört, hoffe ich mal stark, dass Sie einen Ersatzplaneten in der Tasche haben. Ansonsten einfach mal die Realitätsverweigerung etwas runterfahren.

    • @Saskia Brehn:

      Der Wert ist doch einfach ein berechneter Wert bei einem 1,5 Grad-Ziel. Was der "produziert", "taugt" usw hat keinen Bedeutung. Sollen Wissenschaftler:innen die Menschen belügen für ein besseres Gefühl? Damit niemand verunsichert ist?

    • @Saskia Brehn:

      In Indien ist es inzwischen günstiger sich eine Solaranlage aufs Dach zu packen, als sich ans öffentliche Stromnetz anschließen zu lassen.



      Es ist möglich, den CO2 Ausstoß zu verringern, ohne sich dabei in die Steinzeit zurückzuversetzen.



      Natürlich sieht der Weg unterschiedlich aus, jenachdem, von welcher Richtung aus man kommt. Aber zu sagen, es geht nicht, weil mir das zu unbequem ist, wird die Katastrophe nicht beenden.

      • @Herma Huhn:

        "In Indien ist es inzwischen günstiger sich eine Solaranlage aufs Dach zu packen"



        Eben, dank Forschung.



        Könnte bei uns schwierig werden - wir müssen unsere PV Platten aus dem Ausland beziehen und sind somit auf deren Wohlwollen und günstige Zusammenarbeit angewiesen, nachdem unter der Ampel auch die letzte Sonnenmodulfabrik aus Deutschland vergrault wurde und in die USA geflohen ist...🤷



        Niemals vergessen: Rot-Grün hat zweimal die deutsche Solarindustrie in die Knie gezwungen. Das erste Mal unter Schröder, das zweite Mal unter Scholz👍



        taz.de/Ende-der-de...oduktion/!5991942/

        • @Saskia Brehn:

          "Niemals vergessen: Rot-Grün hat zweimal die deutsche Solarindustrie in die Knie gezwungen. Das erste Mal unter Schröder, das zweite Mal unter Scholz"

          Auch wenn ich gerne aufgrund des verfruehten Atomausstiegs auf Rot-Gruen plus Merkel draufhaue, die Foerderung von "Erneuerbaren" hat dazu beigetragen, dass diese Technik weltweit einen Schub bekam. Das, und auch nur das, rechne ich dem Eistuetenmathematiker positiv an.



          Ausserdem war Globalisierung und Just-In-Time-Logistik damals halt der heisse Scheiss. Rueckblickend ist man oft schlauer.

        • @Saskia Brehn:

          Nein, nicht dank Forschung. Der photoelektrische Effekt ist bereits 1839 entdeckt und 1905 durch Albert Einstein erklärt worden.



          Aber der Erfolg der Photovoltaik kam erst durch den breiten Einsatz, durch den dann Photovoltaik-Anlagen immer günstiger wurden. Und der breite Einsatz kam weltweit durch die Einspeisevergütungen, die von der rot-grünen Regierung 1999 beschlossen wurden.



          Dass die Solarindustrie dann ins Ausland getrieben wurde, kam durch die Entscheidungen der folgenden CDU/FDP-Koalition, die die Einspeisevergütungen viel zu schnell gesenkt hat. Dadurch und durch die hohen Subventionen in China war es dann billiger, die Elemente in China zu fertigen.



          Und dass dann die letzte Solarfirma unter Scholz in die USA abgewandert ist, lag daran, dass in den USA damals alle Parteien die Solarindustrie unterstützt haben. In D aber die FDP nicht, die CDU/CSU nicht und die SPD nur halbherzig. Steht auch in ihrem Artikel.



          Denn in D ist die neoliberale Lehre, dass der Staat sich nicht in die Wirtschaft einmischen soll, extrem stark. Während China sehr viel pragmatischer ist und Industriezweige so lange staatlich subventioniert, bis sie stark genug ist, um alleine zu überleben.

        • @Saskia Brehn:

          "Rot-Grün hat zweimal die deutsche Solarindustrie in die Knie gezwungen."



          Schon mal was vom Altmaier-Knick gehört? Womit ich die SPD keineswegs in Schutz nehmen will.



          Und jetzt warten wir auf den Reiche-Kollaps...

          • @Klabauta:

            Naja. Solang wir fuer nicht angeschlossene "Erneuerbare" bezahlen und Milliarden aufwenden muessen, damit unsere Nachbarn im Sommer uns ueberfuessigen Strom abnehmen, da wir ihn nicht speichern koennen, macht es schon Sinn, den Ausbau der "Erneuerbaren" an die Kapazitaeten der Netze, die vorhande, bzw nicht vorhandene Speicherinfrastrukur und den effektiven Bedarf auszurichten, meinen Sie nicht?

            • @elektrozwerg:

              Sinn macht, Netze und Speicherkapazitäten auszubauen, zudem braucht es eine intelligente, an schwankende Strompreise angepasste Steuerung der Einspeisung durch dynamische Tarife, d.h., Verbraucher zahlen weniger in Zeiten hohen Angebots.



              Ich warte jetzt schon darauf, dass die Argumentation der derzeitigen Regierung demnächst lautet, es sei ja gar nicht genug Solarstrom im Angebot, also lohne sich der Netzausbau nicht.

    • @Saskia Brehn:

      Mal ganz ruhig. 2,1 t sind problemlos innerhalb von 10-20 Jahren erreichbar. Sogar ohne dass der Lebensstandard sinkt oder jemand auf Annehmlichkeiten wie Urlaub und Flugreisen verzichten muss.



      Wenn Indonesien und Brasilien und Indien über 2,1 t liegen, so liegt dies in erster Linie am Verbrennen fossiler Rohstoffe. Alleine das Benzin für ein Auto kostet fast 2t pro Jahr. Die Heizung einer Wohnung oder eines Hauses ebenso. Sobald das auf erneuerbare Energien umgestellt ist (und da hat man ja schon ca. 50% geschafft) fällt das automatisch alles weg. Und auch das CO2, das in der Produktion von sonstigem Konsum steckt. Und dazu müssen wir (Gott sei Dank) nicht einmal komplett nuklear werden. Denn erneuerbare Energien leisten dasselbe zu einem viel günstigeren Preis. Und wenn endlich mal ausreichend Speicher gebaut sind, wird es auch kein Problem mit Dunkel-Flauten mehr geben.

  • Soll man schreiben "Ach, Susanne"?

    Sie wissen natürlich genauso, dass es eine utopische Utopie ist, dass 80 Mio Leute weltweit so besteuert werden, dass sie nicht mehr genug Reichtum haben, um soviel CO2 zu emittieren.

    Vielleicht könnte der Durchschnittsdeutsche der Entmachtung der Superrreichen zustimmen, allerdings bedeutet es auch, dass die die Superreichen nicht mehr als Ausrede nehmen dürf(t)en. Die Einschnitte in das "nomale" Leben sind noch in keiner Weise realistisch, denn nur mit ein paar E-Autos, A++ Kühlschränke und Biogemüse wird die Nettonull nie erreicht.

    2030 ist quasi morgen und 2045 ist auch schon sehr bald.

    • @fly:

      Vielen Dank für Ihren Einwand. Ich bekomme bei solchen Diskussionen immer eins auf die Finger, wenn ich als Beispiel die "Reisewut" zum Beispiel nach Mallorca nenne. Fast 5 Millionen Deutsche (und über 13 Mio. insgesamt) fliegen pro Jahr auf die Balearen. Ja, man muss den Leuten ihren Urlaub gönnen können. Und gleichzeitig wird gern gen Superreiche getreten, bevor man mit der eigenen CO2-Reduzierung beginnt.

      • @Mopsfidel:

        Das ist das egoistische Argument von Superreichen: Bevor wir etwas machen, sollen erstmal alle anderen ihren CO2-Fussabdruck reduzieren.



        Dabei ist es für den Durchschnittsdeutschen viel schwieriger als für die Superreichen. Denn viele können sich nicht aussuchen, ob sie in einer Mietwohnung mit Ölheizung wohnen oder Wärmepumpe. Und viele haben auch nicht das Geld, sich ein e-Auto zu kaufen etc.



        Superreiche hätten dagegen locker die Möglichkeit, ihren CO2-Fussabdruck zu halbieren oder zu vierteln. Es würde sie nur ein klein wenig ihres Geldes kosten, von dem sie sowieso zu viel haben und dass sie zum einem guten Teil dadurch verdient haben, dass sie mit einer fossilen Wirtschaft die Gewinne eingestrichen haben und die Gesellschaft die Kosten hat.

        • @EchteDemokratieWäreSoSchön:

          Es geht nicht um die Wohnungen, sondern um die Mallorca Urlauber. Oder Türkei oder Ägypten oder Bulgarien. Dort ist Urlaub inkl. Flug günstiger, als wenn man mit der Bahn an die See oder in die Berge fährt. Soll das verboten werden? Oder so verteuert werden, dass es es sich nur noch Gutverdiener leisten können?

    • @fly:

      Naja, es besteht ja nicht einmal Einigkeit wie "Nettonull" definiert ist.

      • @Nachtsonne:

        Global schon: Der Anstieg der CO2-Menge in der Atmosphäre von einem Jahr aufs andere muss Null sein.

        • @EchteDemokratieWäreSoSchön:

          Jepp. Und dazu muss der CO2-Ausstoß eben nicht auf Null reduziert werden aufgrund der Senkenkapazitäten. Diese Differenzierung scheint mir leider häufig verloren zu gehen.

          • @Nachtsonne:

            Ja, da haben Sie Recht. Das verstehen nicht alle.

            Aber eben deswegen wird ja gesagt, dass pro Mensch ca. 2t CO2 pro Jahr ok sind, damit der CO2-Anteil in der Atmosphäre nicht weiter anwächst.

    • @fly:

      Man muss den Reichen gar nicht so viel wegnehmen, dass sie nicht mehr genug Reichtum haben, um soviel CO2 zu emittieren. Es würde reichen, ihnen nur vom Wachstum ihres Reichtums so viel wegzunehmen, dass man damit alle Klimaschutzmaßnahmen bezahlen kann. Das Vermögen der Superreichen (mehr als 100 Mio. €) wächst mit 5-10% pro Jahr. Wenn man davon 2-5% nimmt, entspricht dies ca 60-150 Mrd. € pro Jahr. Damit kann man alle Klimaschutzmaßnahmen finanzieren. Der derzeitige Klimaschutz-Transformationsfond hat nur 8 Mrd. € pro Jahr.



      Also könnte man mit 150 Mrd,€ 20x so viel machen!

      Oder was den Heizungstausch betrifft. Wenn statt der bisherigen komplizierten Förderung der Staat sagen würde, er finanziert jedem, der es möchte, die Wärmepumpe zu 100%, wenn dafür 80% der bisherigen Heizkosten als Abzahlung so lange gezahlt wird, bis die Wärmepumpe abgezahlt ist, dann können sie gar nicht so schnell gucken, wie dann Wärmepumpen eingebaut werden. Kosten tut das ganze 600-1000 Mrd. € verteilt über 10-15 Jahre (2040). Gespart wird damit 100-150 Mrd. €/Jahr an Kosten für Öl und Gas. D.h. das Ganze hat sich nach 7-10 Jahren amoritisiert. Win-Win-Win-Win für Mieter-Vermieter-Staat-Klima

      • @EchteDemokratieWäreSoSchön:

        Wer baut diese Wärmepumpen denn ein? Wer stellt die Anzahl der Wärmepumpen her? Was kosten Wärmepumpen plötzlich, wenn diese zu 100% vom Staat finanziert werden? Woher wissen Sie pauschal, bei welchem Gebäude eine Wärmepumpe sinnvoll ist und wo nicht? Woher wissen Sie, dass der Faktor CO2-Einsparung pro KWh an dieser Stelle bei jedem Haus höher ist als an anderer Stelle? Vielleicht investieren Sie das Geld lieber in günstigen CO2-neutalen Strom mit hoher Verfügbarkeit - dann kommen die Leute von ganz alleine darauf Wärmepumpen einzubauen. Üblicherweise geschieht das beim Eigentümer-Generationswechsel der einer Immobilie oder wenn der Eigentümer zu den Besserverdienern gehört. In der Summe erstreckt sich das in der realen Welt über 20 Jahre.

  • Das Problem ist ja nicht der Reichtum, sondern die Art des Konsums und der Augaben. Insoweit greifen Steuern an der falschen Stelle an.

    Und da die jeweiligen Länder für die Besteuerung verantwortlich sind, wir in Deutschland davon jedoch vergelichsweise wenige haben ist die Debatte so oder so merkwürdig. Jedenfalls musste die taz für ein Bild der Superyachten zuletzt auf den Hafen von Monaco zurück greifen.

    • @DiMa:

      Ja, hab ich auch gedacht. Meine parkt hinter der Villa.

  • "Der Rechnung nach steht also jeder Person dieselbe Menge CO2 zu."

    Oh dieser verdammte Mittelwert. Hätte ich in der Schule besser aufgepasst, dann würde mir das nicht passieren. Äh was?

  • Da ist unser Kanzler viel zu stark selbst betroffener. Daher vertritt er in diesem Sinne nur sich persönlich, aber nicht die Wähler, oder Bürger dieses Landes die ein Vermögen unter 1 Mio. Euro besitzen. Dazu zählern auch Menschen die nichts besitzen.



    Soweit ist verständlich, warum sich ein Kanzler oder sehr viele andere Politiker mit entsprechendem Vermögen sich schwer tun im Sinne des Staates zu handeln den sie vertreten sollen. Vermutlich wie so häufig der pure Egoismus. Sollten wir weiterhin solche Menschen wählen?