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Physikerin über die deutschen Autobauer„Die Zukunft der Autobranche ist emissionsfrei“

Die deutschen Autokonzerne verhalten sich arrogant, sagt die Physikerin Birgit Scheppat. Sie müssten umsteuern – dann gelinge auch das Comeback.

Guangzhou, China, 2. Dezember 2025: am Stand von Volkswagen bei der Internationalen Automobilmessse Foto: John Ricky/AA/imago
Nanja Boenisch

Interview von

Nanja Boenisch

taz: Frau Scheppat, ist die deutsche Autoindustrie noch zu retten?

Bild: Andreas Schlote
Im Interview: Birgit Scheppat

ist Physikerin und Professorin für Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie an der Hochschule Rhein-Main. Sie forscht und lehrt zur Nutzung erneuerbaren Stroms in Batterien und Wasserstoffbrennzellen, unter anderem in Fahrzeugen.

Birgit Scheppat: Im Grunde hat die deutsche Automobilindustrie die Fähigkeiten, sich zu retten. Aber ihr fehlt der Mut, zukunftsfähige Technologien umzusetzen. Also das mit der Rettung wird schwierig, wenn sie sich immer auf die alten Dinge konzentriert. Sie müsste eigentlich in die Zukunft gucken. Wenn sie das nicht hinkriegt, dann ist sie nicht zu retten.

taz: Wie sieht die Zukunft der Branche aus?

Scheppat: Auf jeden Fall emissionsfrei – auch wenn die deutschen Hersteller probieren, das Rad wieder zurückzudrehen und länger Verbrenner zu bauen. Bei Personenkraftwagen ist der Fortschritt der Elektromobilität nicht aufzuhalten.

taz: Wie könnte die Industrie Mut fassen, um da anzukommen?

Scheppat: In Deutschland gibt es eine Konzentration auf wenige große Automobilkonzerne – Volkswagen, BMW und Mercedes-Benz. Die sind wie Tanker, die fahren immer geradeaus, die haben einen unendlich langen Bremsweg. Sie mal in eine andere Richtung zu lenken, ist extrem schwierig. Die Betriebsräte, die Mitarbeiter und das Management müssen sich klarmachen, dass sie gegen Konzerne konkurrieren, die in Asien angesiedelt sind – sei es in China, in Japan oder in Korea. Dann müssen sie sich sehr schnell überlegen, wo sie mit welcher Technologie, mit welchen Mitarbeitenden und an welchen Standorten hinwollen, klare Kante zeigen und sagen: Wir machen das jetzt. Das wird erst dann klappen, wenn die Konzerne den Mut haben, ihre inneren Strukturen zu ändern.

taz: Woran ist das bisher gescheitert?

Scheppat: Die deutschen Automobilkonzerne haben keinen Kurs. Die wissen nicht, wo Norden und wo Süden ist. Dabei müssten sie sich fragen: Wie schaffen sie es, emissionsfreie Autos herzustellen? Wie schaffen sie es, angesichts der Konkurrenz aus Asien die Produktivität zu erhöhen? Das heißt, dass sie erstens Produktionsprozesse automatisieren müssen. Zweitens müssen sie schauen, wo sie noch einen Vorteil im Vergleich zur internationalen Konkurrenz haben. Drittens gibt es nicht genug Fachleute, die neugierig und hungrig sind, um in neue Technologien einzusteigen. Ingenieurswissenschaften sind ein schwieriges Fach – und die Politik in Bund und Ländern spart gerade an der Ingenieursausbildung. Damit tut sie der Volkswirtschaft keinen Gefallen. Ohne eine gute Ausbildung wird die Industrie nicht zukunftsfähig.

taz: Was müsste die Politik noch tun, um die Industrie zukunftsfähig zu machen?

Scheppat: Tja. Die Bundesregierung ist wankelmütig und macht das, was die Branche ihr sagt. Das ist für die Unternehmen schwierig und für den Standort Deutschland eine Katastrophe. Auch in der Politik bräuchte es jemanden, der Mut hat und der sagt, wir wollen unsere Klimaziele so gut wie möglich einhalten, wir gehen diesen Weg zur Emissionsfreiheit, und zwar geradeaus. 1,5 Grad Erderwärmung sind ohnehin locker überschritten, Deutschland wird die meisten seiner Klimaziele verfehlen – da sollten wir erst recht nicht zurück zu Verbrennern gehen.

taz: Der Verband der Automobilindustrie bekennt sich immer wieder zu den Pariser Klimazielen, will sie aber auch mit synthetischen Kraftstoffen und Plug-in-Hybriden erreichen.

Scheppat: Die Effizienz synthetischer Kraftstoffe liegt im Vergleich zu batterieelektrischen Antrieben zwischen fünf und zehn Prozent. Das ist Wahnsinn. Die Industrie fordert gerne das, was ihr gerade opportun ist, aber schaut nicht langfristig. Porsche hat batterieelektrische Fahrzeuge auf den Markt gebracht, dann gemerkt, dass sie so teuer sind, dass sie auf dem Markt nicht so gut ankommen. Jetzt will Porsche zu Verbrennern zurück. Oder VW: Da hapert es bei den Elektroautos noch manchmal an der Software. Dann müsste VW jetzt ganz engagiert in die Technologie reingehen. VW aber hat erst Geld reingesteckt, dann gemerkt, dass es nicht so klappt, wie es sollte – und sich dann abgewendet. Technologien müssen Schritt für Schritt entwickelt werden, auch auf die Gefahr hin, dass mal was schiefgeht.

taz: Trotzdem haben die Fortschritte der Elektromobilität auf dem asiatischen Markt die hiesigen Autobauer überrascht. Ging die Entwicklung der Technologie da schneller?

Scheppat: Auch dort waren es lange Prozesse. 2015 hat Deutschland in Mainz zwar die erste Power-to-Gas-Anlage gebaut, um erneuerbare Energien zu speichern. Inzwischen ist Japan weltweit führend bei der Technologie. Die Ingenieure dort haben sich die deutsche Anlage angeguckt und sie jahrelang weiterentwickelt. Deutschland hat da eine Arroganz, die es sich ganz schnell abgewöhnen muss – als wäre alles, womit wir mal angefangen haben, auf ewig Weltspitze. Auch unsere Automobile sind leider nicht mehr Weltspitze.

taz: Deshalb wollen die deutschen Hersteller ja auf Altbewährtes – ihre Verbrenner – setzen.

Scheppat: Das ist, als würde man den Termin beim Zahnarzt aufschieben. Die Zahnschmerzen gehen davon aber nicht weg. Dabei könnte der Wandel klappen. Es funktioniert in den Niederlanden, es funktioniert in Norwegen. Wenn die deutschen Autobauer jetzt keine batterieelektrischen Fahrzeuge auf den Markt bringen, fehlt ihnen in den nächsten Jahren wieder ein Stück Erfahrung im Vergleich zur Konkurrenz.

taz: Norwegen hat E-Auto-Käufe bis etwa 42.600 Euro von der Mehrwertsteuer befreit und zusätzliche Abgaben für neue Verbrenner eingeführt. In den Niederlanden gibt es eine Kaufprämie für neue E-Autos unter 45.000 Euro.

Scheppat: Die haben natürlich eine kleinere Bevölkerungszahl als Deutschland, da ist Wandel vielleicht einfacher zu erwirken. Aber ja, dort hat man sich klargemacht, dass es bestimmte Anreize braucht.

taz: Die Bundesregierung will den Wandel jetzt mit einer sozial gestaffelten Prämie für Kauf und Leasing von E-Autos und Hybriden erwirken. Was halten Sie davon?

Scheppat: Sie müsste E-Autos speziell aus deutscher Produktion mit einer Kaufprämie fördern. Die gießkannenmäßige Förderung für irgendwelche Fahrzeuge, auch für chinesische, ist natürlich sehr nett für Autokäufer – hilft der deutschen Industrie aber nicht. Sie müsste von den Herstellern ein preiswertes batterieelektrisches Fahrzeug verlangen, das es Kunden erlaubt, in die Technologie einzusteigen – und das dann subventionieren. Und sie müsste den Konzernen sagen: Sorgt dafür, dass ihr eure Flotten gestaffelt emissionsfrei macht, so wie es die EU mit den Flottengrenzwerten vorgegeben hat.

taz: Bisher sind die Gewinnmargen bei E-Autos für die Hersteller niedriger als bei Verbrennern. Wie können sie das langfristig lösen?

Scheppat: Indem sie große Serien fertigen, Teile wie die Batterie preiswerter entwickeln oder einkaufen, die Produktivität automatisieren und digitalisieren. Die EU sollte sich für den Aufbau einer eigenen Batteriefertigung einsetzen, um unabhängiger von asiatischer Technologie zu werden. Frankreich und Deutschland haben zusammen Airbus aufgebaut – ich wünsche mir ein Projekt in dieser Qualität für eine europäische Batterietechnologie.

taz: Automatisierte Produktivität – das klingt nach Stellenabbau.

Scheppat: Die Autobauer drohen gerne damit, Arbeitsplätze einzusparen, wenn die Politik nicht das macht, was sie will. Das ist eine Unart, die unserer Industriegesellschaft nicht gerecht wird. Es stimmt, ein Elektroauto hat nur halb so viele Bauteile wie ein Verbrennerauto, deshalb sind weniger Menschen für den Bau nötig. Es könnten aber hochqualitative Industriearbeitsplätze in der Weiterentwicklung der Fahrzeuge geschaffen werden.

taz: Wenn der Bau eines E-Autos simpler ist als der eines Verbrenners – was passiert dann mit den Zulieferern, deren Teile nicht mehr gebraucht werden?

Scheppat: Zulieferer müssen sich überlegen, was sie beisteuern können. Einige machen das. Eine ganze Reihe von Firmen weiß, dass ihre Fähigkeiten zum Beispiel in den Bereichen Metalle oder Kunststoff hilfreich sind, um leichtere Autos zu bauen. Zulieferer könnten sich auch fragen: Wie lassen sich die Materialien recyceln? Wie können Verbundstrukturen im Fahrzeug stabiler werden? Auch bei der Sensorik eines Autos ist noch viel Luft nach oben. Aber natürlich wird es schwierig für viele Zulieferer, sie müssen sehr schnell umdenken. Und gerade werden sie von den Autoherstellern im Regen stehen gelassen.

taz: Was halten Sie von der Idee, die Produktionsstätten der Autoindustrie und das Personal für den Bau von Straßenbahnen und Bussen für den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen?

Scheppat: Eine Verbesserung und Finanzierung des öffentlichen Nahverkehrs liegt mir auf jeden Fall am Herzen. Mobilität wird nicht besser, wenn wir ganz viele Autos auf der Straße haben. Autos können gut sein für die Anfahrt auf einen Park-and-Ride-Parkplatz, wo man in den Nahverkehr umsteigen kann. Und wenn es die Möglichkeit gibt, Straßenbahnen zu bauen, um die Menschen in Arbeit zu halten und auch da batterie- oder wasserstoffelektrische Antriebe einzusetzen und nach vorne zu bringen, ist das sinnvoll – und ein guter Weg, Bürgern weiter hochqualitative Industriearbeitsplätze zu bieten.

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56 Kommentare

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  • Die kWH Arbeit aus Strom kostet das 3 fache der kWH aus ÖL (Diesel/Benzin). Da aber der Staat für Straßenerhaltung etc noch mal ca 100 % draufschlägt, sieht das Verhältnis für das E- Auto günstiger aus, da dessen Strom eben nicht besteuert wird. Es bedarf aber nur einer einfachen Gesetzesänderung um Stromautos ähnlich hoch zu besteuern.(z.B. über den Kilometerzähler)Derzeit finanzieren nur die Verbrenungsmotoren die Straßen.Die E-Autos zahlen fast nichts.

  • Mein erster Gedanke war: Wenn die Frau Scheppat so genau weiss warum es mit der E-Mobilität in D nicht funktioniert dann sollte sie sich für einen Mangeemnt-Posten bei VW oder Audi bewerben. Besser bezahlt als ein Uni-Job und sie könnt é etwas bewirken.

    Kleine Anmerkung zum Beispiel Norwegen: Norwegen verdient das Geld mit dem E-Autos subventioniert werden mit Öl und Gas, also fossilen Rohstoffen, Eigentlch müsste man das dadurch erzeugte CO2 zur Energiebilanz der E-Autos dazuzählen.

  • Was passiert denn mit den Arbeitsplätzen und den Zulieferern wenn Verbrenner-Deutschland sich noch weiter selbst abhängt und der dt. Verbraucher lieber zum elektrischen Fahrzeug der Konkurenz außerhalb der EU zuschlägt weil billiger und leiser?

    So schnell wird das Defizit dann nicht mehr aufgeholt.

    Ich hätte gerne ein Auto. Kein Verbrenner und ich will auch keine 15k Euro für ein Auto ausgeben, egal ob E oder nicht.



    Ich möchte keine zig Assistenten, mein Wunschauto kann simpel sein. Weniger Asistenten = weniger Softwareprobleme, weniger Eingriffe in meiner Fahrt. (Ich habe schon erlebt wie ein Spurenassitent das normal fahrende Auto Richtung Fahrbahnmitte steuerte und es war beängstigend.)

  • Der Elektromobilität gehört mit Sicherheit die Zukunft. Und ich bin sicher, dass die deutschen Autobauer dies auch wissen und die entsprechenden Technologien entwickeln.



    Das heisst aber natürlich nicht, dass die Produktion sofort komplett auf E-Fahrzeuge umgestellt wird. Dies geschieht schrittweise.

    Zu bedenken sind z.B. die sehr unterschiedlichen Märkte auf der Welt, die die Autobauer bedienen müssen. Die deutschen Automobilhersteller verkaufen den Großteil ihrer Produktion im/ins Ausland und müssen sich an die dortigen Gegebenheiten anpassen. Stichwort bespw. USA & Trump.

    Wie haben sich z.B. die sog. Experten aus dem Elfenbeinturm über die Hybrid-Strategie von TOYOTA aufgeregt. Ein Hybrid statt eines Diesels, später sollte es unbedingt ein Elektroantrieb sein. Der Erfolg von TOYOTA mit dem Hybrid spricht für sich. Erst jetzt rollt der Hersteller E-Autos in größerem Umfange aus. Auch die deutschen Hersteller werden sich Gedanken über das richtige Timing und die Antriebsstrategie gemacht haben.

    Frau Scheppat hat einige gute Gedankenanstöße gegeben, allerdings bezweifele ich, dass eine Externe die Automobilbranche so gut kennt, wie die Hersteller selbst.

  • Das Interview zeigt eine erstaunliche Unkenntnis der internationalen Energiesituation. Länder wie Nigeria verfügen über viel Öl, aber erreichen gegenwärtig nur die Hälfte der Bevölkerung bei der Stromversorgung. Man kann das für viele Länder der Erde nachweisen. Schaut man sich die Entwicklung in China an, die weltweit bei der Elektromobilität führend sind, wird dort inzwischen deutlich in sogenannte Plug in Hybrid investiert, allerdings mit relativ hohen elektrischen Reichweiten. Alle großen asiatischen Automobilhersteller von Hyundai bis Toyota oder Byd investieren, massiv in Wasserstoff und diese Technologien. Die wollen ihre Autos weltweit verkaufen, auch in Regionen, die über keine Elektroinfrastruktur verfügen wie Deutschland. Auch in Ländern wie Spanien mit großen Flächen , die extrem dünn besiedelt sind, ist eine Infrastruktur, die für Elektroautos geeignet ist, in den nächsten 30–50 Jahren nicht zu erwarten. Vermutlich werden sich Mischsysteme durchsetzen. Die Verbreitung der Eisenbahn hing auch nicht von der Qualität der Lokomotive ab, sondern von der Schieneninfrastruktur. Das wird in allen Diskussionen immer vergessen.

  • Grundlegendes Problem ist, dass die Politik nicht Ziele vorgibt (hier CO2-Reduktion), sondern detailliert Mittel zur Erreichung vorschreibt oder fördert (und das dann noch erratisch). So können die Optimierungsmechanismen einer freien Marktwirtschaft nicht wirken. Entsprechend ist das Endergebnis dann auch suboptimal.

  • Weg von diesen Wegwerf-Mobilen und ein Recht auf Reparatur. 20 Jahre oder eine halbe Million Kilometer - eben mindestens so haltbar wie ein Verbrenner der besseren Fabrikate aus besseren Zeiten. Ansonsten wird das nichts mit dem Gebrauchtwagenmarkt. "Bei den Sensoren ist noch Luft nach oben..." - gute Idee, Sensoren durch Luft ersetzen. Raus mit dem ganzen unnötigen und fehleranfälligen Gerümpel. Spurhalteassistent, Schildererkennung, Abstandsradar - niemals werde ich mir so ein Auto zulegen. Wenn man es mit den Vorschriften auf die Spitze treibt, fahre ich nur mehr mit meinem Traktor und einem Güllefass hintendran. Einfache, haltbare Fahrzeuge, die überall repariert werden können (das ginge ebenso mit elektrischem Antrieb), dann funktioniert auch wieder der Autohandel und die Fünftbesitzer in der Mongolei können ihre Audi 100 verrschrotten. Es ist doch unfassbar, 20 Jahre alte Mercedes-Benz Fahrzeuge werden mittlerweile zu fünfstelligen Beträgen gekauft, nur um sie als problemloses Alltagsfahrzeug einzusetzen. Die deutschen "Premiumhersteller" sind nicht mehr in der Lage ein robustes und haltbares Auto zu bauen. Weder als Verbrenner, noch elektrisch.

  • Ich glaube es ist ziemlich sinnfrei sich mit einem Ingenieur über Volkswirtschaftliche Problemstellungen zu unterhalten. Das ist nicht deren Fachgebiet.

  • Vieles ist wahrscheinlich richtig. Aber es ist auch nicht wirklich neu. Vielleicht kann es das aber auch nicht, wenn eine Professorin für Physik und Technologie hauptsächlich über Ökonomie und Management spricht. Es ist immer etwas befremdlich, wenn Einzelne der gesamten Autoindustrie, einschliesslich Zulieferern, unterstellen, sie hätten eigentlich keine Ahnung. Das Fehler gemacht wurden, keine Frage. Aber die meisten sind (noch) in der Gewinnzone, trotz Stellenabbau.

    Wie schreibt der Spiegel heute? Autobesitzende stecken bis zu einer halben Million ins Auto. Das Geld treibt die Wirtschaft. Keiner möchte die Summe privat in den ÖPNV versenken.

    • @fly:

      Was für eine Versenkung durch Führerschein, Autokäufe, Werkstatt, Versicherungen - und dann noch CO2, NOx, Feinstaub, Platz, Autobahnspurenbau, ...



      Warum versenken wir die noch und lassen die Gemeinschaft einen großen Teil davon tragen?

      Die Autoindustrie hat inzwischen nicht mehr Innovation als Kernqualifikation, sondern teures staatliches Wohlwollen zurechtzulobbyieren. Wie bei Steinkohle müssen wir die Trauerphase irgendwann mal einleiten.

  • Die Kritik kann ich so pauschal nicht nachvollziehen.



    Gerade VW und im Schulterschluß mit der Gewerkschaft hat nun und bis beinahe zur Selbstaufgabe fast alles getan, dem E-Mobil zum Durchbruch zu verhelfen; während Ford, Stellantis und sogar Porsche nun langsam zurück rudern.

    Das "Problem" scheint mir eher der potentielle Kunde zu sein; der eben weitgehend fehlt, sich verweigert.

    • @sutrebe:

      U.a. VW war damit beschäftigt gefakte Zahlen zu vertuschen und fleissig Benziner zu verkaufen. Ich erinnere mal an den Dieselskandal. Es ist richtig das die deutsche Autobranche auch in E-Autos investiert. Aber: nur halbherzig und mit Fokus auf (zu) teuere Wagen. Asian produziert im Gegensatz kleine und günstige E-Autos. Nicht jeder kann mal eben 50.000€ (oder mehr) für ein neues E-Auto auf den Tisch legen. Und Leasing mit 300-500€ Monatsrate ist schlicht WAHNSINN. Wer nur auf Luxus/Gross abzielt muss sich nicht wundern wenn er nichts mehr verkauft. Das ist ein eindeutiger Fehler bei Planung/Management. Vielleicht sollte man die ganzen Manager feuern und ihr Vermögen/Besitz beschlagnahmen. Wenn solche (sprich richtige) Strafen drohen werden sie endlich anfangen zu arbeiten und vor allem umzudenken.

    • @sutrebe:

      VW ist aber auch ein schönes Beispiel für die allgemeine Fehentwicklung in der deutschen Automobilindustrie. Habeck hatte den Vorstand ja Mal an den Namen des Unternehmens erinnert. Aber das juckt dort niemanden. Autos fürs gemeine Volk zu bauen, hat VW fast komplett aufgegeben. Die Anderen deutschen Hersteller auch.

      Ich habe mich letzte Woche mal ein wenig auf dem Markt für bezahlbare, elektrische Kleinwagen umgeschaut. Bei deutschen Herstellern komplette Fehlanzeige. Ich habe jetzt ein Prospekt eines chinesischen Herstellers angefordert. Der kommt in Frage, obwohl er in D den doppelten Preis wie in China verlangt.

      Vielleich sollten unsere Autobosse mal über einen Spruch von Henry Ford nachdenken: "Autos kaufen keine Autos."

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        Ihre Einlassung entspringt einem merkwürdigen Blickwinkel. Zum einen ist es für das "gemeine Volk" ökonomisch eine Katastrophe einen Neuwagen zu kaufen, gleich wie günstig er ist. Und zum zweiten: natürlich sind chinesische Autos günstiger als deutsche. Dies ist vor allem dem hiesigen Lohnniveau geschuldet. Mit Ihrer Entscheidung stärken Sie daher den chinesischen Produktionsstandort und nicht den deutschen. Dies ist die eigentliche Fehlentwicklung.

      • @warum_denkt_keiner_nach?:

        Zu deutsche Kosten und Löhnen ist kein günstiger Kleinwagen in Deutschland realisierbar, ein chinesisches Fahrzeug ist nur billiger wegen der geringeren Löhne und der erheblichen staatlichen Subventionierung.

    • @sutrebe:

      Porsche ist doch auch VW, oder nicht?

    • @sutrebe:

      Ach, Sie meinen, wenigstens VW habe bezahlbare Volks-E-Wagen hinbekommen? Und die ganze Werbung daraufhin gebündelt statt auf verfettete Verbrenner-Gonzos?



      Dann hätte doch sogar ich es mitbekommen müssen, oder?

      • @Janix:

        Ein kleiner Anreiz für die zukünftige Entscheidung bezüglich der Anschaffung eines E-Kfz's, könnte schon durch die Aufmachung der Kennzeichen gegeben werden.



        E-Kfz generell, ob in Eigentum oder noch durch Fremdfinanzierung in Besitz, in herkömmlicher Form, weißer Grund mit schwarzer Schrift.



        Verbrenner, generell ob in Eigentum oder noch mit Fremdfinanzierung, zusätzlich eine breite, fette rote Umrandung der Kennzeichen. 😉

      • @Janix:

        VW hat ja nicht mal bezahlbare Verbrenner hinbekommen. Die waren auch im Kleinwagensegment immer viel teurer als die Autos anderer gängiger Marken.

  • Alles absolut richtig, aber wird es von den verantwortlichen Stellen gehört? Politik und Wirtschaft halten sich anscheinend lieber die Ohren zu. Statt endlich die Weichen richtig zu stellen rasen wir lieber auf den Abgrund zu nd feuern das auch noch an. Armes Deutschland!

  • Dabei müssten sie sich fragen: Wie schaffen sie es, emissionsfreie Autos herzustellen? Wie schaffen sie es, angesichts der Konkurrenz aus Asien die Produktivität zu erhöhen?

    Nein: Die Frage ist: Wie schaffen sie es Autos zu verkaufen. Es haben doch ganz viele Elektro-Only vor 5 Jahren angekündigt (alle außer BMW), aber der Kunde kauft einfach nicht ausreichend. Ich bin mir sicher, auch in diesem Forum werden dann wieder die immer gleichen Vorurteile gegen E-Autos bedient werden, wovon lediglich eins für mich nachvollziehbar ist: Wer keine Lademöglichkeit zu Hause hat, hat wenig von den vielen Vorteilen. Wer eine hat (oder installieren kann), fährt mit Elektro im Alltag wesentlich besser.

    • @Strolch:

      "Nein: Die Frage ist: Wie schaffen sie es Autos zu verkaufen."

      Ja! Die Frage nach den Konsumenten der E-Mobile bleibt in dem Interview unterbelichtet. Außer Subventionen kommt da nichts.

  • Klar, dass es scheppert, wenn feister Lobbyismus Innovation ersetzen sollte.



    Und wenn wir vor allem daran arbeiten, dass in Stadt und Land fast niemand mehr ein Auto welcher Art auch immer "brauchen" "muss"? Was das für ein volkswirtschaftlicher Gewinn wäre, darf sich jeder anhand der Kosten für Autokauf, externe Schäden von Klima bis Gesundheit, Fossil-Kosten, ... selbst mal überschlagen.

    • @Janix:

      Predigen bringen nix, an die in der Kirche hält sich ja auch nie einer.



      Es muss einen Vorteil gegenüber dem Konkurenzprodukt haben, dann wird es gekauft.



      Und da das Thema Emotionsgeladen ist, wäre ein "cooler Vorteil" wohl das beste, über den Preis kriegt man nur die Vernünftigen Käufer, Praktischer als nen Verbrenner kriegt man es zur Zeit kaum hin (solange überall Tankstellen stehen bleibt der Verbrenner praktischer), also muss es einfach viel Geiler sein als der Verbrenner.

      Wie wäre es mit High Speed Strecken nur für E-Autos? Wo dann auf der Strecke die Steuerung aller Fahrzeuge elektronisch erfolgt, Fahrer braucht nicht mehr lenken, und Spitzengeschwindigkeiten von ~300 KmH auf gerade Strecke normal sind.



      Ich weiß klingt Futuristisch, wie die Autos aus Minority Report oder so, aber wir sind auch nicht weit davon entfernt Haushalts Androiden zu bauen, lasst uns doch mal moderner denken...

  • Der Vergleich mit den Niederlanden und Norwegen ist nicht zielführend, da diese Länder keine Automobilproduktion haben und deshalb auch kein Risiko eingehen durch die Elektrifizierung.



    Auch Stelle ich mir eine Subventionierung von deutschen E- Fahrzeugen hinsichtlich EU-Recht sehr schwer vor. Man könnte höchstens das Dienstwagenprivileg auf E-Autos beschränken, es würden dann aber auch ausländische Fahrzeuge gekauft.



    Ein guter Punkt ist die Produktivität, Toyota baut mehr Autos als die VW Gruppe und benötigt hierfür 200.000 Mitarbeiter weniger. Hier sehe ich einen sehr großen Handlungsbedarf.

    • @thomys:

      Welches Risiko?



      Die deutsche Autoindustrie ist das Risiko eingegangen viel zu lange elektronisch zu ignorieren. Jetzt haben sie ein Problem.



      Wäre VW zeitig auf E gegangen gäbe es heute kein Tesla und auch in China sähe es anders aus.

      Und VW ist teuer weil sie viel an die Aktionäre geben, gegeben haben.

      • @Marco Martens:

        Was ein Schmarrn, es gibt so viele Autohersteller, welche nahezu alle in die Forschung investieren. Tesla hätte es auch ohne VW gegeben. Genauso wie es auch alle anderen Marken gab, trotz Uralter deutscher Autos und Marken.

      • @Marco Martens:

        Der größte Aktionär von VW ist das Bundesland Niedersachsen. Offenbar waren die Ausschüttungen immer gerne genommen, um den Haushalt aufzufetten.

  • Zum Thema Arroganz im Artikel gäbe es ja so Einiges zusagen. Bei uns in der Stadt schließt im März nach 117 Jahren der letzte größere industrielle Arbeitgeber Bombardier der Region seine Pforten und verlegt die Produktion noch weiter nach Osten. Nach Aussage der Geschäftsleitung sei es in Deutschland nicht mehr möglich wettbewerbsfähig Schienenfahrzeuge zu produzieren. Diese Aussage selbst bei uns mit den niedrigsten Löhnen des ganzen Landes sollte zu denken geben wenn die gutbezahlten und tarifgebundenen Jobs der Autoindustrie mal eben so auf Produktion für den ÖPNV umgestellt werden sollen. Das ist eigentlich ein Hohn für jeden Arbeitnehmer der damit seine Familie ernährt. Bei uns im Ort hat der Rüstungskonzern KNDS das Werk übernommen und baut jetzt Panzer für Polen/Ukraine. Das klingt dann aus linker Perspektive wahrscheinlich deutlich unromantischer aber zumindest konnten erstmal die meisten Arbeitsplätze gerettet werden.



    Es wird einen massiven Stellenabbau im Autobereich und damit besonders im Westen einen drastischen Wohlstandseinbruch geben. Falls allerdings erfahrene Transformationsberater nötig sind, stehen wir gegen eine geringe Buschzulage aber gern zur Verfügung.

    • @Šarru-kīnu:

      Du glaubst auch alles oder?



      Es geht nur um eines, Gewinnoptimierung.



      Schau dir mal die Unternehmensstruktur an und was so ausgezahlt wird.



      Die "Gehälter" in der Führung sind massiv gestiegen während an anderer Stelle Zeitarbeiter und Mindestlöhner eingesetzt werden.



      Auch ein Musk oder Bezos jammert rum.



      Die reichsten in Deutschland jammern weil sie so wenig haben.

      Wer auf den Populismus reinfällt hat so gar keine Ahnung

      • @Marco Martens:

        Gewinnoptimierung bei Bombardier Transportation?? Schön wär's. Der Laden war so verlustreich dass sie an Alstom verkaufen mussten oder zumachen. Dort läuft's seitdem aber auch nicht besser. Einen Musk oder Bezos könnten die gut gebrauchen.

        www.lok-report.de/...schuldenabbau.html

      • @Marco Martens:

        Gründen Sie dann zeitnah so ein Unternehmen ohne Gewinnerwartung und zahlen dann in unserer Region gute Löhne? Bis dahin ist ihre Antwort selbst bei aller mir zur Verfügung stehenden Höflichkeit nur leeres linkspopulistisches Hintergrundrauschen.

        • @Šarru-kīnu:

          Das Problem ist ja nicht nur in Deutschland.



          In allen Industrienationen hat sich das Wirtschaftswachstum der letzten 30 Jahre von Erhöhungen bei Lohn und Rente enkoppelt.



          .



          Das viele Geld landet unter anderem im Imobilienmarkt und treibt auch da die Preise immer weiter.



          .



          Und so ist es kaum ein Rätsel, warum recht Bauernfänger in ganz Europa auf dem Formarsch sind.

        • @Šarru-kīnu:

          Stadler produziert sogar in der Schweiz. Dort sind die Löhne sicher nicht niedriger als in D.

  • "Die Zukunft der Autobranche ist emissionsfrei“



    Wann?



    1. Die Herstellung von e-Autos verursacht mehr Emission als die von Verbrennern.



    2. E-Autos haben breitere Reifen als Verbrenner weil höheres Gewicht. Der Reifenabrieb ist dadurch deutlich höher als bei Verbrennern. Reifenabrieb ist eine MASSIVE Quelle von Feinstaub und Mikroplastik.



    3. Wie und ob Batterien von e-Autos recycelt oder wiederverwendet werden ist ungeklärt. Am Beispiel der Flügel von Windrädern zeigt sich hervorragend wie das nach hinten losgehen kann, die Flügel werden nämlich gerne einfach im Boden vergraben, weil sie aus schwer recycelbaren glas- oder kohlefaserverstärkten Kunststoffen bestehen. Vor dem Vergraben werden sie mit Containerschiffen, die mit Schweröl laufen, in die USA geschifft...



    4. In Deutschland gibt es 15.000 Tankstellen. Die halten den Verkehr mobil. Wie hundertausende Autos in Städten geladen werden sollen ist technisch ungeklärt - bis heute🤷



    Typische Wohngebiets-Trafos haben begrenzte Kapazitäten (200 bis 375 kVA). Die komplette Strominfrastruktur müsste umgebaut werden. Eine Jahrhundertaufgabe.



    5. Trafos sind rar. Wartezeit aktuell 4 Jahre.



    Emissionsfreier Verkehr? Eine sehr ferne Zukunft.

    • @Antje1971:

      @Antje 1971



      Das sind die falschen "Fakten" die die E-Mobilität von Anfang an begleitete. Festhalten am Verbrenner auch wenns uns in den Abgrund führt.



      Es fehlen noch:



      - Der Akku ist nach einem Jahr kaputt



      - Die Windräder schreddern alle Vögel



      ...



      Wird alles nicht wahrer dadadurch dass man es immer wiederholt...

    • @Antje1971:

      "Wie und ob Batterien von E-Autos recycelt oder wiederverwendet werden, ist ungeklärt."



      .



      Das ist ein schlechter Scherz, oder?



      .



      Firmen, die sich auf das Recycling spezialisieren, haben unter anderem deshalb ein Problem, an Nachschub zu kommen, weil viel zu viele E‑Auto-Batterien in Heimnetzen landen.



      .



      Rund 50 kWh Batterie x 80% = 40 kWh Heimspeicher. Das mit ordentlich Solar+ dynamischem Strompreis gibt eine negative Stromrechnung im Gesamtjahr.



      .



      Von der Entlastung für das Netz mal ganz zu schweigen.



      .



      Wenn jetzt noch der Stromverkauf an Nachbarn erlaubt wäre...



      .



      Windräder könnten zumindest theoretisch recycelt werden, sogar kreisförmig. Müsste aktuell jedoch staatlich subventioniert werden.



      .



      Downcycling geht auch, als Zugabe für Zement.



      .



      Aber ja, 78% der Rotorblätter weltweit landen in "Landfills".



      Aber immer noch besser als Plastik, welches zu 91 % nicht recycelt und auch zu 79 % vergraben wird.



      .



      Nur für Deutschland stimmt die Behauptung ganz und gar nicht. Die Aussage, ein signifikanter Teil würde in die USA verschifft, ist ganz einfach Fakenews!



      .



      Und China schickt auch keine Rotorblätter in die USA und das Land ist aktuell die absolute Nr1 bei Wind.

    • @Antje1971:

      Woher haben Sie diesen Unsinn?



      Falls es Sie interessiert: Die Emissionen von Elektrofahrzeugen (BEV) über den gesamten Lebenszyklus von der Herstellung bis zur Entsorgung sind um 73% niedriger als bei Verbrennern (ICEV).



      theicct.org/public...ions-europe-jul25/

      • @tfks:

        Über den gesamten Lebenszyklus, keine Frage. Habe ich nirgends in Abrede gestellt.



        Bitte genau lesen. Ich behaupte nicht, dass Verbrenner besser sind, ich widerlege die These, dass die Zukunft der Automobilbranche emissionsfrei ist - denn es fallen jede Menge Emissionen bei der Herstellung an, aktuell mehr noch als bei Verbrennern.



        Und es entstehen auch Emissionen beim Betrieb.



        Und hinterher auch - entweder in Folge des Recycling oder wenn aus wirtschaftlichen Gründen aufs Recycling verzichtet wird🤷

    • @Antje1971:

      Was ein Unsinn.



      Daran stimmt so gar nichts.



      Fakten, nicht Meinungen zählen.

      Nur ein Beispiel, 80% Akku werden recycelt.



      Verbrennern sieht schlechter aus.



      Meistens werden sie in die dritte Welt verschickt.

      • @Marco Martens:

        "Verbrennern sieht schlechter aus"



        Die Behauptung des Artikels ist, dass die Zukunft der Automobilbranche emissionsfrei ist.



        Darum geht es, dass widerlege ich.



        Verbrenner sind nur in der Herstellung noch emissionsärmer.



        Das dürfte sich aber mit fortschreitender Herstellung von e-Autos angleichen.



        Aber emissionsfrei ist da gar nichts.



        Mich stört diese Verherrlichung von e-Autos.



        Deren Ressourcengewinnung ist nicht weniger problematisch als die bei Verbrennern. Deren Recycling ist hochkomplex und Energieintensiv.



        E-Autos mögen ein Fortschritt sein, aber sicher kein Allheilmittel. Dazu werden sie aber gerne verklärt, eben mit so hanebüchenen Thesen wie "Die Zukunft der Autobranche ist emissionsfrei"

      • @Marco Martens:

        "Verbrennern sieht schlechter aus.

        Meistens werden sie in die dritte Welt verschickt."

        1. Was ein Quatsch, nur vergleichsweise wenige Autos werden in 3. Welt Länder verschifft und leben dort dann in der Regel weiter, bis Sie abgewrackt werden

        womit wir zu 2. kommen. Autos werden in allen Teilen der Welt am Ende abgewrackt und nahezu komplett recycled, da nahezu jedes Bauteil recyclebar ist am Motor inklusive des Motorblocks aus Massiveisen!

        • @Walterismus:

          Ein Motorblock besteht nicht aus „Massiveisen“, sondern meist aus Aluminiumguss. Pleuel, Kurbel- und Nockenwellen sowie Kolben werden dagegen aus verschiedenen Stahllegierungen gefertigt. Daher ist das Ganze nicht leicht zu recyceln.

      • @Marco Martens:

        In einigen Ländern der dritten Welt, ist der Import alter Verbrenner, mittlerweile Verboten. Auch dort wächst das Bewusstsein für Umwelt- und Klimaschutz.

    • @Antje1971:

      Zu Punkt 5: ein Auto wird im Schnitt 10000 km im Jahr bewegt. Das erfordert ca. 2000 kWh Strom. Bei 365 und 24 Stunden ist die durchschnittliche Leistung 0,22 kWh. Das dürften allein die Glühbirnen gewesen sein, die früher 200 W für ein Wohnzimmer benötigt haben. Ich bezweifle daher, dass da soviel aufgestockt werden muss. Es gibt eine einfache Möglichkeit den Verbrauch in Zeiten zu lenken, wo er nicht stört: der Preis.

      • @Strolch:

        Ach Strolch, wer hat denn damals die Glühbirnen 24 Stunden am Tag, 365 Tag im Jahr angelassen? Niemand natürlich. Daher haben die Glühbirnen wesentlich weniger verbraucht als 2000 kWh pro Jahr, vieleicht 20 oder 30. Und, der Stromverbrauch für das Nachladen der E-Autos entsteht nicht gemittelt über das Jahr, sondern gezielt wenn der Akku leer ist, dann muss innerhalb einer sehr kurzen Zeit eine möglichst große Energiemenge durch die Leitungen gehen und genau daran hakt es. Diese Infrastruktur bez. Leitungen, Ladestationen, und sogar Stromerzeugung haben wir eben nicht.

        • @Gerald Müller:

          Also, wenn der Verbrauch der Glühbirne bei 24/7-Betrieb bei 2000 gewesen wäre, dann sind wir bei 20,30 bei rund 14,4–21,6Min Betrieb pro Tag.



          .



          Tatsächlich sind es 2–3h in Wohnzimmer und Küche, sogar 4–6h.



          .



          1 einzige Glühbirne konnte damals also schon bis zu 500kWh sein. Bei intensiver Nutzung.



          .



          Arbeitsweg sind bei 70 % der AN, die mit dem Auto fahren, 30min oder weniger. Bei den meisten steht es also rund 13–14h vor dem Haus, an einem Arbeitstag. Da muss niemand, der/die einen eigenen Ladeanschluss hat, mit 11 kWh laden. Wallboxen sind regulierbar. Am Arbeitsplatz könnten stinknormale Anschlüsse subventioniert werden. Extra Langzeitparkplätze in der Stadt für E‑Autos mit Stecker könnten auch eine Option sein. Bei rechtzeitiger Planung und Überangebot könnten E‑Autos einen Vorteil bei der Park- oder Stellplatzsuche bekommen. Freie Plätze/max. Parkdauer wären über eine App abrufbar und würden die Suche zusätzlich erleichtern.



          .



          Mittelfristig ist das schnelle Laden dann vorwiegend für Langstrecken und Urlaubsfahrten.



          .



          Den Rest regelt der Preis.

      • @Strolch:

        Es geht beim Laden nicht um den Verbrauch, es geht um die Netzlast. DC-Schnellladen findet mit 50 bis über 300 kW statt, das klassische AC-Laden mit 3,7 bis 22 kW.



        In der Wiener Zeitung wurde das einfach vorgerechnet:



        "Der Stromverbrauch allein ist allerdings nicht ausschlaggebend. Durch 1,6 Millionen Autos steigt der Verbrauch nur um rund vier Prozent. Wie die Autos geladen werden, wirkt sich viel stärker auf die Netze aus. Würden 1,5 Millionen E-Autos gleichzeitig mit einer Ladeleistung von 11 kW geladen werden, werden die Netze mit 3,3 Gigawatt (GW) belastet. Derzeit liegt die maximale Netzlast bei 10,8 GW. Durch ungesteuertes Laden würde im Netz um 30 Prozent mehr Leistung benötigt, sagt Johannes Zimmerberger, Geschäftsführer der Linz Netz GmbH, bei einem Hintergrundgespräch des Forums Versorgungssicherheit."



        Und genau da liegt der Hase. So wie sich das Gros alltäglich im Berufsverkehr trifft und zusammen im Stau steht, so werden auch alle e-Autos im Gros zwischen 16 und 22 Uhr nach Feierabend an die Steckdose gehangen. Im Falle von Berlin mit 1,25 Mio Autos hieße das 2-3 GW in der Spitze mehr...



        www.wienerzeitung....-stromnetze-heraus

        • @Antje1971:

          Und so, wie alle gleichzeitig an der Tankstelle stehen?

          • @Francesco:

            Zum Berufsverkehr steht man da öfter mal ein paar Minuten an.



            Obwohl:



            1. jede Tankstelle im Schnitt laut Statistik 6 Säulen hat



            2. alle paar Meter eine steht, wie gesagt, 15.000 Tankstellen in Deutschland



            3. Der Tankvorgang nur 2 Minuten dauert



            Rechnen wir das doch mal auf e-Autos um. Veranschlagen wir 20 Minuten für einen Ladevorgang. Da wird ein e-Auto nie und nimmer voll, aber von 20 bis 80% kann man in der Zeit schaffen.



            Also: 15.000 Tankstellen x 6 Säulen = 84.000 Kapazität für Verbrenner.



            Demgegenüber stehen 145.000 Ladeplätze und 49.000 Schnellladepunkte.



            Allerdings dauert das Laden 10x länger als das Tanken in unserer Rechnung, heißt, die Ladepunkte müssen sich noch vervierfachen um eine ähnliche Abdeckung zu ermöglichen, wie es Tankstellen tun.



            Und: jeder müsste beim Laden nebendran stehen bleiben und DIREKT nach dem Laden Platz für den nächsten machen.



            In Berlin habe ich gesehen, wie Ladepunkte vor Mietshäusern der HoWoGe stehen. 2 bis 4 Stück vor jedem Neubaublock. Da standen e-Autos dran - geparkt, über Nacht...



            Da wird der Ladepunkt stundenlang geblockt. So bräuchten wir Millionen von Ladepunkten🤷



            Mir geht's um Alltagstauglichkeit und den Mythos der Emissionsfreiheit.

        • @Antje1971:

          Es gibt längst intelligente Ladesysteme, die so etwas managen. Natürlich nicht in D, sondern weiter östlich.

          Und natürlich kann man auch Netze anpassen. Macht man ständig. Aber natürlich hinken wir auch da hinterher.

        • @Antje1971:

          Der verlinkte Artikel distanziert sich ziemlich schnell vom "worst case (alle 1,6 Mio E-Karren hängen am 21.12. bei -15°C um 8 abends mit maximaler Ladeleistung am Netz)".



          Genauso sind wohl die fünf obigen Argumente in die Welt gelangt, also von Leuten, die zuviel Zeit haben und sich mit ner gewissen Gruselei vor der Zukunft in Zahlen mit Zielrichtung "schlechtest anzunehmendes Szenario" verheddern. Des mit den TraFos ist, mal so am Rande, für die Kategorie "Ladestelleninfrastruktur" bis 18 Monate ab Bestellung.

        • @Antje1971:

          PS Der Artikel ist 5 Jahre alt...

        • @Antje1971:

          Klar geht es um die Netzlast. Der entscheidende Satz ist "durch UNGESTEUERTES Laden". Das Laden können Sie besser steuern als jede Waschmaschine. Denn: Das Auto muss nur zu einer bestimmten Uhrzeit geladen sein. Wann es geladen wird, ist egal. Ich komme um 19 Uhr heim und hänge das Auto an die Wallbox und gehe um 7:30 Uhr aus dem Haus. Wann in diesen 12,5h das Auto geladen wird, ist mir eigentlich egal. Allerdings habe ich einen Stromtarif, der zwischen 24 und 5 Uhr nur 16,7ct kostet. Raten Sie mal, wann ich das Auto lade: Wenn alle schlafen, keine Industrie an ist, keine Fernseher laufen, keiner kocht, etc. Ich spare auf 1kwh 13 ct. auf 100km EUR 2,60! Schauen Sie sich doch an, welche Schlangen an Tankstellen entstehen, wenn das Benzin 5ct billiger als normal ist. (und hier spart man in Summe nur 30-40ct auf 100km). Bislang schafft das Netz schon Spitzen morgens zwischen 6 und 8 Uhr und Abends bis 17 und 21 Uhr. Nur in diesen Zeiten würde das E-Auto laden Probleme bereiten. Das kann man mit Stromtarifen recht leicht lösen.

          • @Strolch:

            "Das Laden können Sie besser steuern als jede Waschmaschine."



            Dann brauchen wir aber Millionen von Ladepunkten, weil Sie und jeder andere Menschen haben wohl wenig Lust, nachts um 2 Uhr mal schnell aufzustehen und ihr Auto an den Ladepunkte zu fahren, weil jetzt ihr Ladefenster ist....🤷



            Und was ist, wenn ich auf der Autobahn stehe und Schnellladen will, die Anzeige mir dann aber sagt, dass auf Grund 'intelligenter Steuerung' mein Auto erst in einer Stunde geladen wird...



            Beim Tanken von Verbrennern gibt's diesen Flaschenhals nicht.



            E-Autos sind besser. Das stelle ich nie in Frage. Aber die Behauptung sie seinen emissionsfrei finde ich untragbar. Und ich zeige erhebliche Mängel in der Alltagstauglichkeit auf, die erst noch gelöst werden müssen.



            Sonst geht's uns mit der e-Mobilität wie mit dem Ausstieg aus Nuklear- und Fossilstrom.



            Da haben wir auch elend hohe Preise, weil ausgestiegen wurde bevor die Nachfolgeversorgung durch PV, Wind, Wassekraft und co ausreichend vorhanden war.