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Nach dem CSD-Anschlag Das falsche Versprechen von Sicherheit

Jonas Wahmkow

Kommentar von

Jonas Wahmkow

Konservative und Rechte wollen uns glauben machen, mit Fußfesseln und Co könne man Anschläge verhindern. Aber wir brauchen eine vernünftige Debatte.

D er CSD-Anschlag war wie jeder Terrorakt auch ein gesellschaftlicher Kontrollverlust: Das Zusammenleben, wie wir es kennen und für selbstverständlich erachten, ist für einen Moment auf schreckliche Weise unterbrochen. Das Vertrauen darin, sich ohne Angst, besonders als queere Person in einer feiernden Menschenmenge zu bewegen, ist erschüttert.

Das Bedürfnis, dieses Vertrauen und diese Kontrolle wiederzuerlangen, ist nach einem Terroranschlag groß. Deshalb beschäftigen wir uns fast schon obsessiv mit der Frage, was falsch gemacht wurde und wer welchen Fehler gemacht hat und wie man sie in Zukunft vermeiden kann. Wie hätte der Anschlag auf den Berliner CSD verhindert werden können?

Es sind vor allem die Rechten, die auf diese schwierige Frage schnelle und einfache Antworten liefern. Noch Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) etwa fordert Fußfesseln, Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) Präventivhaft, sein Parteikollege Markus Söder schlägt einen vorsorglichen Führerscheinentzug für Gefährder vor.

Besonders KI-getriebene Überwachungstechnologien werden von Wegner und seinen Par­tei­kol­le­g:in­nen als Heilsbringer angepriesen: Auf magische Weise hätten die Algorithmen vorhergesagt, dass Abdul B. einen Anschlag plant. Mit erweiterten Rechtsbefugnissen hätten die Behörden B. in Präventivhaft gesteckt und Schlimmeres verhindert.

Mehr Überwachung, weniger Sicherheit

Die bittere Wahrheit ist, hundertprozentige Sicherheit kann es nicht geben. Einzeltäter wie Abdul B. brauchen nur ein Auto und ein Messer für ihre grausigen Taten

Man muss kein Kriminalexperte sein, um zu ahnen, das solch ein Vorgehen nicht für mehr Sicherheit sorgt. Wenn Menschen aufgrund eines wahrscheinlichkeitsbasierten Algorithmus in den Knast geworfen werden, trifft es vermutlich einige, die tatsächlich einen Anschlag planen, aber auch Unschuldige, meist Angehörige ohnehin schon diskriminierter Minderheiten. Der Pauschalverdacht gehört zur grundlegenden Funktionsweise algorithmischer Überwachung. Besser lässt sich der Hass auf Staat und Mehrheitsgesellschaft nicht schüren.

Die bittere Wahrheit ist, hundertprozentige Sicherheit kann es nicht geben. Einzeltäter wie Abdul B. brauchen nur ein Auto und ein Messer für ihre grausigen Taten. Aufwendige Planungen, die Spuren hinterlassen, gibt es nicht. Und der Pool an orientierungslosen und frustrierten jungen Männern, die sich von extremistischen Ideologien aufstacheln lassen, wird in Zeiten erodierenden sozialen Zusammenhalts und wachsender gesellschaftlicher Spaltung immer größer.

Das bedeutet nicht, dass man nichts tun kann und sollte. Doch statt dem Ruf nach immer mehr staatlicher Überwachung nachzugeben, sollten wir lernen, mit Unsicherheiten zu leben. Ver­an­stal­te­r:in­nen und Polizei können Sicherheitskonzepte überprüfen und optimieren, Sozialarbeit an Schulen kann verstärkt werden, um auffällige Jugendliche schneller zu erreichen. Auch mehr Geld für Aufklärungs- und Deradikalisierungprogramme sind sicherlich hilfreich.

Doch auch diese Maßnahmen können höchstens das Risiko minimieren und sind keine Garantie dafür, zukünftige Anschläge zu verhindern. Erst wenn wir das anerkennen, können wir eine vernünftige Debatte über politische Konsequenzen führen.

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Jonas Wahmkow

Jonas Wahmkow

Schreibt Geschichten aus dem Spätkapitalismus. Redakteur für Arbeit, Wirtschaft und Care im Berlin Ressort.
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54 Kommentare

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  • Alles richtig. Prinzipiell nimmt in Deutschland seit den 1990er Jahren in der Tendenz die Rate von Mord und Totschlag ab und ich möchte nicht das jeder Winkel meines Privatlebens durchleuchtet wird.



    Denn Sicherheitpakete liegen bei Politikern sowiso schon in der Schublade und da wird immer nur darauf gewartet, das mal was passiert, um diese dann durchsetzen zu können.

    Anderseits müssen wir dann die Debatte wirklich mal führen, auch wenn es weh tut- zum Beispiel über Islamisten und deren Umfeld des ultrakonservativen Islams...

  • Die Menschen sehnen sich nach Sicherheit. Union und AfD sprechen diese Sehnsucht an. Das war in Anbetracht der anstehenden Wahlen erwartbar und es entspricht ihrem Profil.



    Bei Die Linke sehe ich hingegen noch keine Taktik. Zuerst der Post aus Neukölln, der dermaßen schlecht ankam, dass er zurückgenommen werden musste. Dann forderte Frau Eralp, es müsse aufgeklärt werden, warum der Terrorist nicht überwacht wurde - was indirekt doch ein Ruf nach mehr Sicherheit ist. Und jetzt fordert man eine "vernünftige Debatte" statt mehr Sicherheit, also nicht mehr Polizei aber mehr Prävention.



    Ziemlicher Schlingerkurs.



    Man merkt, der Anschlag trifft Die Linke an ihrem wunden Punkt.



    Ein Deutscher mit libanesischen Wurzeln der dem IS beitreten wollte, Cousins die beim IS kämpften, etc



    Die Linke muss den Anschlag verurteilen um die Queere Community zu befrieden ohne die palästinasolidarische Community zu verärgern.



    Ein ziemlicher Spagat.



    Im Moment versucht es Die Linke noch mit wegmoderieren, Pantisano warf der Union zuletzt ein "unwürdiges Spiel" vor. Was soll er auch anderes machen - die Situation nach dem Anschlag ist für Union und AfD wie gemalt.

  • Nach jedem islamistischen Anschlag läuft inzwischen das gleiche Drehbuch ab: Erst wird beteuert, der Anschlag dürfe nicht instrumentalisiert werden. Dann wird erklärt, mehr Sicherheit bringe ohnehin nichts. Und am Ende wird lieber über die angebliche Instrumentalisierung durch Konservative gesprochen als über das Versagen des Staates.

    Der Täter war den Behörden bekannt, galt als islamistisch radikalisiert und konnte trotzdem einen tödlichen Anschlag verüben. Da ist es keineswegs absurd zu fragen, ob Überwachung, Gefährdermanagement oder das Strafrecht verbessert werden müssen.

    Das eigentliche "falsche Versprechen" ist doch die Behauptung, man müsse nur gesellschaftliche Ursachen diskutieren, während konkrete Sicherheitsmaßnahmen angeblich wirkungslos seien. Kein vernünftiger Mensch behauptet, man könne Terror zu 100 Prozent verhindern. Aber zu suggerieren, konsequentere Maßnahmen seien grundsätzlich sinnlos, ist genauso ideologisch wie die Behauptung, sie lösten jedes Problem.

    • @Zippism:

      Ach, Sie plaudern schon wieder über "konkrete Maßnahmen" ohne sich den konkreten Fall anzusehen?



      Welche konkreten Maßnahmen in diesem konkreten Fall getroffen werden könnten haben wir ja an anderer Stelle bereits besprochen.



      Waren Sie damit nicht zufrieden?



      Wie sehen denn ihre Vorschläge für "konkrete Sicherheitsmaßnahmen" aus?



      Oder einfach mal meckern?



      Jetzt würde ich tatsächlich gerne etwas konkretes von IHNEN hören, sonst kann ich das nicht mehr ernst nehmen und muss die Trollschublade öffnen...

    • @Zippism:

      Da der Anschlag mit einem Lieferwagen verübt wurde, kann man den CSD natürlich auf einen geschlossen bebauten Straßenabschnitt verlagern und alle Zufahrtswege links und rechts mit Poldern versperren. Dann wird der CSD aber wohl so teuer, dass ihn niemand mehr organisieren möchte.



      An die Fußfessellösung hingegen glaube ich nicht. Soll die Polizei jedesmal, wenn ein Gefährder mit seinem Van losfährt, eine Polizeieskorte schicken, die ihn abdrängt, wenn er, statt zum Baumarkt, etwa in Richtung irgendeiner der zahllosen Demonstrationen in Berlin abbiegt? Wo soll das Personal dafür herkommen?

      • @hedele:

        Ähm - das geschieht doch bereits.

        Der CSD findet auf der Straße des 17. Juni statt, weil man die Straße vorne und hinten zumachen kann. Es gibt nur eine Querstraße, die ebenfalls geschlossen wird.

        Natürlich stehen da seit Anis Amri entsprechende Betonbarrieren, damit niemand mit einem LKW reinfahren kann.

        Abdoul Balout fuhr deshalb mit seinem Lieferwagen in den Park.

        In einem Stück, das relativ weit weg ist.

        Dichter kam er nicht ran.

        Ob die tote Polin überhaupt den CSD besucht hat, wird nirgends berichtet.

        Wenn man den CSD umgehen will, würde man genau dort langgehen.

      • @hedele:

        So viele Poller können sie gar nicht bauen 🤷



        Ihr Vorschlag mündet unweigerlich darin, dass der CSD dann auf einer abgesperrten Strecke unterwegs sein müsste, beispielsweise auf dem Tempelhofer Feld oder dem ehemaligen Flughafen Tegel.



        Diese Flächen könnte man gegen Fahrzeuge hermetisch abriegeln. Zäune, Zufahrt, wie ein Festival.



        Das käme den Rechten ganz recht, die Queeren hinterm Zaun irgendwo im Abseits.



        Und auch die queere Community selbst will das verständlicherweise nicht. Die wollen ja gesehen werden, darum laufen sie ja durch die Stadt.



        Es wird keine vollkommene Sicherheit geben. Massenkundgebungen werden immer anfällig sein.

      • @hedele:

        Genau deshalb geht es ja nicht um die absurde Vorstellung, jedem Gefährder dauerhaft einen Streifenwagen hinterherzuschicken oder jede Veranstaltung in eine Festung zu verwandeln. Das ist ein klassisches Strohmann-Argument.

        Sicherheitsmaßnahmen bestehen nicht nur aus Betonpollern und Polizeieskorten. Es geht um bessere Gefährderbewertung, konsequente Überwachung bei konkreten Hinweisen, schnellere Eingriffe bei Verstößen gegen Auflagen und darum, bekannte Extremisten nicht aus dem Blick zu verlieren.

        Natürlich wird man niemals jeden Anschlag verhindern können. Aber aus der Tatsache, dass 100-prozentige Sicherheit unmöglich ist, folgt nicht, dass man bei bekannten Gefährdern nichts verbessern kann. Genau diese Logik wäre bei jeder anderen Form von Kriminalität völlig absurd: Weil man nicht jeden Einbruch verhindern kann, schafft man also gleich die Polizei ab?

  • Ich komme ja aus der repressiven Sowjetunion (baltische Staaten) und war seit der Jugend und bis noch vor 10-15 Jahren Linker, bevor die Entfremdung mich in die Mitte (SPD, CDU, Grüne) getrieben hat.



    Was ich nie richtig verstanden habe bei deutschen Linken, warum sie so gegen Überwachung und "Law and Ordner" sind. Vielleicht haben sie kein so misanthropisches Menschenbild wie ich? Ich bin ein Freund jeglicher Überwachung (z.B. wie in China + deren "Social Score") und strengen Gesetzen wie in Malaysia oder Singapur. Das ließe sich auch mit unserem Grundgesetz vereinbaren. Ich hätte weniger Angst auf der Straße. Die Wohnung zu verlassen ist für mich ein "Spießrutenlaufen" seit ich hier Lebe. Seit der Flüchtlingskrise ist es noch schlimmer (aggressiv auftretende (streng religiös) Junge Männer).

    Und an die Schlaumeier "dann wandere doch dorthin aus". Umfeld, Freunde verlassen? Niemals! Und kein Geld!

    • @Eulennest:

      Sie kommen aus einem repressiven Staat und befürworten Überwachung.



      Das war also nicht, was Sie dort gestört hat. Mir scheint, als trügen Sie dieses autoritäre Erbe noch in sich, wie auch so viele Menschen in Ostdeutschland es bis heute tun.



      Und nein, Zustände wrin China oder Singapur ließen sich schon allein mit Art. 1 des Grungesetzes vereinbaren.



      Ich weiß nicht, warum es für Sie ein "Spießrutenlaufen" ist, sobald Sie ihre Wohnung verlassen, denn darauf gehen Sie nicht näher ein, weshalb ich nicht beurteilen kann, ob es sich nur um Ihr rein subjektives Empfinden oder um einen objektiv feststellbaren Zustand handelt.



      Auch für viele das muslimische Kopftuch tragende Frauen ist es häufig ein Spießrutenlauf, sich im öffentlichen Raum zu bewegen. Vielleicht sollten Sie auch darüber einmal nachdenken.

      • @Klabauta:

        Ich kam aus der Sowjetunion hierher, weil diese sich mit ihrem Rüstungswahn finanziell ruiniert hat und kein Geld mehr für für den Gesundheitssektor hatte. Ohne Behandlung wäre ich beinahe gestorben, hier im Westen wurde ich dann Medizinisch angemessen behandelt, was mein Leben gerettet hat. Das war der Grund hierher zu migrieren (wir hatten verwandte hier, wodurch das gelingen konnte).



        An Freiheit, alles lesen und über alles informieren zu können und seien Meinung frei äußern zu dürfen, das war nicht der Grund für mich. Aber als Kind denkt man auch nicht an solche Themen. Ich muss aber auch nach Gesprächen mit Verwandet und Aussagen über deren Freunden und Verwandten sagen, dass die Menschen am Westen hauptsächlich den Reichtum begehrten. Nicht die Freiheit. Wir waren arm, (alle gleich arm außer Parteifunktionäre) aber nicht unglücklich. Im Westen angekommen war ich als Kind und Jugendlicher die ersten Jahre Überwältigt vom westlichen Reichtum. Aber danach lebte und lebe ich bis heute spartanisch, dieser ganze Materialismus und Wohlstand ist nichts für mich.

        • @Eulennest:

          Danke für Ihre offene Antwort, auch wenn meine eigentliche Frage.

          Ich fürchte, das vermeintliche Reichtums-Versprechen hat nicht nur Sie und Ihre Familie mehr gelockt als die Freiheit, sich äußern zu dürfen, und genau das ist jetzt das Problem.

          Freiheit wird oft missverstanden als maximales Streben nach individuellem Glück, das im Kapitalismus als Wohlstandsversprechen daherkommt, das der Mensch allerdings mit erbarmungsloser Konkurrenz bezahlt. Nach dieser Logik ist wer durchs Sieb fällt eben selber schuld, hat sich einfach nicht genug bemüht.

          Geradezu paradigmatisch für diese Haltung ist der Satz "Freie Fahrt für freie Bürger!", aber auch der neue Trend zur Selbstoptimierung.

          Sie können davon ausgehen, dass es viele Menschen gibt, die wie Sie empfinden. Vielleicht sollten Sie noch einmal überprüfen, wer wirklich eine Bedrohung für Sie und uns alle darstellt. Meiner Überzeugung nach sind es in der überwiegenden Mehrheit nicht die Deklassierten, die Zugewanderten oder Menschen mit einer anderen Religion, sondern die Apologeten des Jeder gegen Jede und der rücksichtslosen Menschenverwertung..

      • @Klabauta:

        "Zustände wie in China oder Singapur ließen sich schon allein mit Art. 1 des Grungesetzes vereinbaren."



        Da fehlt natürlich das kleine Wörtchen "nicht".

    • @Eulennest:

      "Was ich nie richtig verstanden habe bei deutschen Linken, warum sie so gegen Überwachung und "Law and Ordner" sind."



      Lehren aus der Geschichte, würde ich behaupten. Die Deutschen haben eher ungute Erfahrungen mit Gruppierungen gemacht, die das 'Law and order' auf der Zunge tragen... rechts wie links.



      "Ich komme ja aus der repressiven Sowjetunion (baltische Staaten) (...) Vielleicht haben sie kein so misanthropisches Menschenbild wie ich?"



      Hier frag ich mich, sorry, ob ein Vokabelfehler vorliegt. Ein menschenfeindliches Weltbild? Meinen Sie das wirklich?

    • @Eulennest:

      Naja, was genau verursacht denn dieses Gefühl des "Spießrutenlaufs" bei ihnen? Und wie denken Sie, könnte Überwachung dabei helfen dieses Gefühl zu vermeiden?



      Ich für meinen Teil sehe das so: ein gewisses Maß an Kontrolle und Zugriffsmöglichkeiten muss natürlich da sein für den Staat, denn sonst kann er seiner Aufgabe für Sicherheit zu sorgen nicht nachkommen. Aber andererseits müssen die Maßnahmen so definiert sein, dass ich mich noch wohl fühle überhaupt in diesem Land zu leben.



      Ihr Beispiel China: da will ich KEINESFALLS leben! Das wäre für mich ein Albtraum. Wenn ich bei jeder Bewegung die ich mache, bei jedem Klick, bei jedem "bei Rot über die Ampel gehen" wenn Nachts niemand auf der Straße ist Repression fürchten muss... Was ist das dann noch für ein Leben? Ich lebe dann nur noch EXAKT so, wie irgendjemand anders es sich vorstellt. Wieso sollte ich das wollen?



      Klar gibt es Masochisten die genau diese Art von "vollständig kontrolliert werden" gern haben, aber wie gesagt: für mich wäre das ein Albtraum. Ein Leben nicht des Lebens wert.

    • @Eulennest:

      Wenn sie in einem so sicheren Land wie Deutschland ernsthaft Angst davor haben die Wohnung zu verlassen, sollten sie deutlich andere Maßnahmen in Erwägung ziehen als den Umbau unserer liberalen Gesellschaft in einen autoritären Überwachungsstaat nach Vorbild der VR China zu fordern und ihrem übersteigerten Sicherheitsbedürfnis die Freiheit aller anderen opfern zu wollen.



      Und ich bin mir auch ziemlich sicher, dass eine flächendeckende Überwachung mit KI-Kameras die jede einzelne Person in ihrer Bewegung und ihrem Verhalten nahezu lückenlos überwacht und selbst lächerlichste Bagatellen sanktioniert kaum in Karlsruhe durchgehen würde. Ein klein wenig hat man aus zwei deutschen Diktaturen und deren Überwachungsapparaten dann eben doch gelernt.

      • @Ingo Bernable:

        "Wenn sie in einem so sicheren Land wie Deutschland ernsthaft Angst davor haben die Wohnung zu verlassen"



        Fragen Sie mal Juden, Migranten, Frauen, Queere.



        Alle diese Gruppen haben Angst die Wohnung zu verlassen.



        Das sind mehr als 50% der Bevölkerung!



        Und alle aus den gleichen Gründen - fehlende Sicherheit.



        Juden vor Nazis und radikalen als auch jungen männlichen Muslimen.



        Migranten vor Nazis und auch anderen Migranten, in Wohnheimen gibt es oft genug Konflikte zwischen Geflohenen aus verschiedenen Ländern.



        Frauen vor Männern generell.



        Und Queere vor ebenfalls Nazis, wieder radikalen als auch jungen männlichen Muslimen als auch anderen homophoben...🤷



        Man sieht, diese Gruppen haben teilweise voreinander Angst und teilweise vor anderen Gruppen.



        Ohne ein ordnendes Organ bekommen sie diese Gemengelage nicht befriedet.



        Die Polizei ist dieses Organ.



        Deshalb muss sie ausreichend ausgestattet werden mit Mann und Material als auch Befugnissen, diese Aufgabe so ausführen zu können, damit wieder deutlich mehr Menschen vertrauen in diesen Staat haben.



        Wenn Ihnen ein bessere realistische Lösung einfällt - ich bin ganz Ohr

  • Die Grauen Wölfe hatten doch schon Ende der 90gern in Kreuzberg ihr Büro im gleichen Gebäude, wie das SO 36. So fuhr mensch im Fahrstuhl zum Plenum für den T CSD in der Büroetage mit Islamisten, von denen mensch ahnte, dass sie einen eher hassten. Sie waren höfflich& es war trotzdem gruselig. Die Wölfe wurden nie verboten.Später,als 2Typen 1 Lesbenpaar angriffen, lief das Gerücht in der Protestdemo,die Täter kämen aus diesem Millieu:ist wahrscheinlich.Es lässt sich nicht so tun, als wenn es nicht,in allen Religionen patriarchal Autoritäre Gruppen gibt,die Muslime sind da davon, die bei uns auch noch von der Mehrheitsgesellschaft+AfD rassistisch in eine Ecke mit ihren Fundamentalisten gestellt wird:blind sein ist Gefahr! Bei den Christen&Judeo Supremazisten wird das nicht gemacht(oder wie?),nur sind die bei uns wahrscheinlich einflussreicher&= gefährlicher? Nur die haben kein IS artiges Programm globaler Terroristen.Sie haben dafür nur Trump+ICE. Was mir mehr Angst macht?Alles &daß die hiesigen Politnasen dem Trump Fascho Freunden nur gehorchen wollen: dann hier Listen für Homos& Psychiatriebetroffene schreiben&für Palanthir KI einsetzen. Dagegen ist ein Individuum rel.machlos!!

    • @R.L.:

      Sein sie mir nicht böse, aber: sie machen hier ein Faß auf, das ist so groß, dass wir es nicht mal ansatzweise ausschütten können an dieser Stelle.



      Kurzantwort: Trump und ICE sind natürlich eine Gefahr, ausufernder Kapitalismus ist natürlich eine Gefahr, Islamismus ist natürlich eine Gefahr, Palantir-Style-KI ist natürlich eine Gefahr.



      Aber bitte: lassen sie uns diese Gefahren nicht alle in einen großen Topf werfen und gut durchmischen. Das muss Stück für Stück behandelt werden. Dann sind wir als Gemeinschaft aus Individuen auch in der Lage, dem etwas entgegenzusetzen.

      • @Sonderzeichen:

        Oder man untersucht, was all diese einzelnen Gefahrenherde gemeinsam haben, um dann dieses Gemeinsame, den Kern aller Gefahren, unwirksam zu machen.



        Die Geschichte von Herkules’ Kampf gegen die Hydra beschreibt sehr anschaulich, was passiert, wenn man immer nur einzelne Phänomene bekämpft.

    • @R.L.:

      Ehrlich gesagt verstehe ich Ihren Beitrag nicht so richtig, aber eines muss ich doch berichtigen. Die Grauen Wölfe sind keine Islamisten, sondern türkische Rechtsradikale

  • Menschen die Islamisten werden kommen aus allen Schichten, Lebenslagen und Hintergründen. Eine Menge deutscher IS Anhänger sind Konvertiertiten oft aus mittelschicht Familien. Genauso bei Rechten, oder will jemand behaupten Weidel, Höcke oder Gauland machen das weil es sie nicht dazu gehören? Manche Menschen sind einfach arschlöcher die man wegsperren sollte bis der Sensenmann das Problem löst. Nicht jeder muss Resozialiert werden manche Menschen legt man besser in Ketten und lässt sie 18h am Tag Steine klopfen und gut ist.

    • @Machiavelli:

      Ihr Kommentar unterstellt, dass Queere grundsätzlich links sind.



      Weidel ist queer. Spahn ist queer. Unzählige Rechte sind queer. Das ist ja das Problem linker Logik - als ob Queere automatisch links sein müssten.



      Links fühlt sich verantwortlich für Queere - ob die das aber überhaupt wollen, wird nicht hinterfragt.



      Klar, junge und urbane Queere sind mehrheitlich links.



      Aber fragen Sie mal ältere Queere oder Queere vom Land. Da werden Sie öfter als sie denken andere Antworten bekommen.



      Queere sind keine homogene Masse wie zum Beispiel Antifaschisten.



      Queere haben nicht EINEN politischen Background.



      Queere können genausogut konservativ oder rechts sein.



      Auch unter den echten Nazis gab es schon viele Schwule und wie es im Berliner Nachtleben während der Nazis zuging ist auch gut dokumentiert.

    • @Machiavelli:

      Wenn sie den Tatbestand "A...loch sein" wirklich ins StGB aufnehmen wollen, wir man wohl sehr, sehr viele neue Gefängnisse bauen müssen.

    • @Machiavelli:

      P.S.



      Beim Steinklopfen stimme ich Ihnen aber zumindest zu.

  • *seufz* Ja, das ist aber auch jedes Mal das gleiche. Die Menschen werden es nicht mehr lernen, insbesondere die Deutschen. Sie wollen alles 150% abgesichert haben. Selbst der Tod muss sicher sein. Wenn irgendwas passiert - Kuchen nicht gelungen, Unfall gebaut, Todesfall, Krankheit, Anschlag, Job doof - immer muss jemand Schuld sein und eine Versicherung zahlen.

    Ebenso ist es Tradition, dass dann sofort die PolitikerInnen in den Tanz einsteigen, nach "härteren Strafen", "schärferen Gesetzen", "weitgehenderen Befugnissen (für welche Staatsschergen auch immer)" krakelen.

    Ich habe keine Ahnung, was man gegen diese Verblödung machen kann. Vielleicht á la George Bernhard Shaw, dass man ihnen ihre heißesten Wünsche einfach mal erfüllt: jeder bekommt zwei Polizisten an die Seite, die ihn kontrollieren - am besten präventiv mit Handschellen oder wenigstens elektr. Fußfesseln. In Bayern schon länger gerne auch verfassungswidrig einfach mal eingesperrt, ohne dass man etwas verbrochen hat. Mal sehen, ob das den Leuten auch noch gefallen würde. Wollt ihr die totale Sicherheit? *lautes zustimmendes Geschrei*.

    Für SF-Fans: der Film "Colossus"



    de.wikipedia.org/wiki/Colossus_(Film)

    • @Jalella:

      @ Jalella



      👍👍

    • @Jalella:

      Die Angst vor Terroranschläge mit "Kuchen nicht gelungen" und "Job doof" zu vergleichen, ist an jeder sachlichen Debatte komplett vorbei und absolut respektlos gegenüber den Opfern.

  • Eher überrascht darüber, dass so wenig passiert, möchte ich doch mal hinterfragen, was eine Fußfessel eigentlich bringen soll. Trotz einer Fußfessel kann sich eine Person mit einem Messer ausgerüstet in ein Auto setzen, in eine belebte Einkaufsstraße einbiegen und ein Dutzend Menschen ums Leben oder die Gesundheit bringen. Der Täter in München ist meines Wissens vor der Tat nicht auffällig geworden, hat sich innerhalb kürzester Zeit selbst radikalisiert und in die Verdi-Veranstaltung gerast. Wie hätte man das verhindern können?

  • “Hundertprozentigen Schutz vor Vergewaltigungen kann es nicht geben. Gerade junge Männer sind schwer kontrollierbar. Daher sind Fussfesseln wie in Spanien und ein Nur-Ja-heißt-ja-Gesetz sinnlos.”

    Erklär mir, warum das Unsinn ist, das Gleiche in Bezug auf islamistischen Terror aber nicht.

    • @Suryo:

      Eigentlich ganz einfach, wenn man es nur verstehen will.

      Das spanische Modell: Täter und Opfer tragen in Spanien ein elektronisches GPS-Gerät bei sich. Beim Täter ist es am Körper fixiert, die zu schützende Person trägt es wie ein Smartphone bei sich. Sobald der Abstand zwischen beiden weniger als 500 Meter beträgt, schlägt das System Alarm, und die Polizei kann schnell reagieren.

      Möchten Sie also alle an einer Demo Teilnehmenden und auch normale Passant*innen, also eigentlich Jede*n mit Warngeräten ausstatten? Und ebenso jeden Gefährder (sind ja anscheinend immer Männer, die mit Hilfe von Autos morden), der in der Stadt unterwegs ist? Denn wenn nur die Polizei weiß, wo er sich befindet, stellt sich mir doch die Frage: wann genau ist der Abstand zu wem genau unterschritten, ab dem es bedrohlich wird?

      • @Klabauta:

        Es reicht völlig, wenn die fussfessel Alarm gibt, wenn der Träger sich einer Demo, einem Weihnachtsmarkt oder einer Synagoge nähert.

        • @Suryo:

          In Berlin gibt es fast täglich Demonstrationen und Kundgebungen:



          www.berlin.de/poli...mmlungen-aufzuege/



          Und warum begrenzen Sie das auf Demo, Weihnachtsmarkt oder Synagoge? Was ist mit sonstigen jüdischen Einrichtungen, die sowieso schon teilweise polizeilichen Dauerschutz haben? Oder mit Schwulenbars und anderen queeren "Schutzräumen"?



          In so einigen Gegenden Schönebergs gäbe das Daueralarm. Und das sind nur die "Ausweichziele", die mir spontan einfallen.

          • @Mustardmaster:

            Aber immerhin weiß man dann sofort, wer es war.

            Mein Punkt ist: wenn in Spanien die Fußfessel eindeutig wirkt, dann kann man es ja wohl hier wenigstens versuchen.

            Aber mit dem Argument „100prozentig klappt es nie“ versucht man es hierzulande halt gar nicht erst.



            Warum nicht? Weil die armen Gefährder damit in ihrer Freiheit eingeschränkt werden? Das wird ein Frauengefährder in Spanien auch. Und???

      • @Klabauta:

        Reicht doch wenn an allen Rändern der Demo jemand e9nen Sender trägt?!

  • Dass es keine 100%ige Sicherheit gibt, ist eine Binsenweisheit. Damit kann man aber keine Debatte abwürgen.

    Deradikalisierungsprogramme und Sozialprojekte sind toll, und sollen nicht gekürzt werden, aber die gab es in diesem Fall zuhauf, und sie haben diesen Anschlag nicht verhindert! Die Deradikalisierungs-Organisation hat zwar erkannt, dass Ballout wohl einen auf "Wolf im Schafspelz" macht, aber fand es nicht der Mühe Wert, diese Einsicht mit den Behörden zu teilen.

    Fußfesseln und eine engmaschigere Überwachung hingegen hätten diesen Anschlag sehr einfach verhindert, Herr Wahmkow.

    • @a jugovic:

      Nun ja. Der Täter kümmert sich nicht um strafrechtliche Folgen seiner Tat, die Fußfessel hat also hier keine präventive Wirkung.



      Folglich müssten bei jeder Bewegung der 41 Gefährder in Berlin etwa je drei Beamte diese in täglich 2 x 8 h Schichten überwachen, um sie rechtzeitig abdrängen oder festsetzen zu können. Das macht permanent täglich 246 von 18.500 Vollzugsbeamten in Berlin, also etwa 1.3% der Polizeibeamten, die nur damit beschäftigt wären. Es wäre machbar aber unsäglich teuer.

      • @hedele:

        Die Überwachung mittels Fußfessel bedarf doch keines großen Personalaufwands. Software filtert "auffälliges" Verhalten und übermittelt es dann zur menschlichen Beurteilung. Kurzum, mit einer Fußfessel wäre sofort aufgefallen, dass der Islamist (a) einen Großwagen mietet (für ihn sehr unüblich, Indiz für intensive Überwachung) und (b) damit auf dem Weg zu *der* LGBTQ-Großveranstaltung ist (für amtsbekannte Islamisten hochverdächtig - Anlass für sofortigen Zugriff). Merken Sie selbst nicht wie schlecht Sie argumentieren?

        • @a jugovic:

          Das verstehe ich nicht. Die Fußfessel erkennt das Fahrzeugmodelle, welches sicher der potentielle Täter leiht? Und dann meldet es das?



          Unabhängig davon, dass auch ein Kombi tödlich sein kann ist das schon sehr Wunschdenken. Vielleicht besucht er in der Autovermietung nur einen Bekannten. Oder bewirbt sich. Oder fragt nach einer Toilette. Technisch zweifle ich sehr an ihrer Idee.

  • Der Hinweis, 100 prozentige Sicherheit werde es nicht geben mag zwar richtig sein, nur hilft er nicht im geringsten weiter, den er ist allenfalls eine Entschuldigung für das Nichtstun. Niemand erwartet 100 prozentige Sicherheit, sondern nur mehr Sicherheit, insbesondere dann, wenn sich bestimmte Tatmuster wiederholen. Das ist mein Anspruch an die Politik.

    Dazu gehört es, Taten aufzuklären, Täter zu benennen, Fehler zu beschreiben und Verbesserungsvorschläge zu erörtern.

    Was nicht hilft ist die Tat auszunutzen und Forderungen anzustellen, die nichts aber auch garniert zur Verhinderung der Tat beigetragen hätten.

  • "Die bittere Wahrheit ist, hundertprozentige Sicherheit kann es nicht geben. Einzeltäter wie Abdul B. brauchen nur ein Auto und ein Messer für ihre grausigen Taten"

    Aber natürlich ist das auch nur ein Teil der Wahrheit. Niemand behauptet das es "hundetprozentige" Sicherheit geben kann. Aber dass ein verurteilter terroristsicher Gefährder auf Bewährung, einfach so einen Transporter mieten kann und sich ungehindert einer Veranstaltung nähern und Menschen töten kann, kann man scvhon verhindern. Das BVerfG hat für die Fußfessel längst grünes Licht gegeben.



    Selbstverständlich haben die Menschen ein Recht darauf, vor solchen Straftätern bestmöglich geschützt zu werden. Bei Sexualstraftätern, Stalkern, notorischen Schlägern isses hier überhaupt kein Thema, Fußfesseln zur Überwachung als probates Mittel zu betrachten. Aber bei radikalisierten Menschen, die sich Terrororganisationen anschließen wollen und Anschläge planen nicht?



    Klingt für mich absolut unglaubwürdig und ist meiner Meinungn nach Wasser auf die Mühlen der Rechten.

    • @Deep South:

      Puh, Sie machen es sich hier wirklich zu einfach. Fußfesseln sind kein Problem? Natürlich sind sie das, sie sind ein tiefer Eingriff in die persönliche Freiheit, nur wer hoch gefährlich ist kann diese (unter hohen rechtlichen Hürden, die völlig zurecht bestehen) diese verpasst bekommen.



      Und selbst wenn Sie den terroristischen Gefährder komplett aus dem sozialen Leben ausschließen, ihn keine Autos mehr mieten oder Messer kaufen lassen, es wird immer einen Weg geben, mit krimineller Energie, diese Hürden zu überwinden.



      Es ist völlig unglaubwürdig, eine Scheinsicherheit vorzugaukeln, die es nicht gibt.

      • @FtznFrtz:

        Natürlich wird findige Terroristen möglicherweise Wege finden, ihre Pläne in die Tat umzusetzen, aber es ist Aufgabe des Staates, Terroristen ihr Handeln so weit wie möglich im Rahmen des Zulässigen zu erschweren.

      • @FtznFrtz:

        Wie gesagt, zur Fußfessel hat das BVerfG schon klar geurteilt. Natürlich gehts auch nur um wirklich gefährliche Personen, nicht um Jeden mit extremen Weltbild. Der Attentäter hat mehrfach versucht, sich dem IS anzuschließen, hatte vor nicht einmal einem 1 Jahr einen Terrorakt geplant, ist erst dieses jahr im Mai defür verurteilt worden. Wieviel gefährlicher darfs denn noch sein?



        Jemand, der bereits soweit gegangen ist, ändert doch wegen einer Jugendstrafe auf Vorbewährung sein Weltbild nicht urplötzlich. Und solange gibt es eben rechtliche Mittel, die Bevölkerung schützen können. Und die hat auch Freiheits- und Persönlichkeitsrechte. Das ohne Angst vor Terror und Gewalt zu leben zum Beispiel.

        • @Deep South:

          Es gibt tausende Spinner da draußen, die sonstwas planen und mit sonstwas drohen. Nur ein winziger Bruchteil dieser Leute begeht am Ende schwere Straftaten. Hinterher weiß man es natürlich immer besser, aus der ex-ante-Sicht muss man das aber beurteilen. Niemand weiß, was wirklich in den Köpfen der Menschen vorgeht. Es können nur Taten bewertet werden, keine Gesinnungen. Jeder hat das Recht, ohne Angst zu leben, das kann aber nicht zu einem durchdrehenden Polizeistaat führen, der unter dem Deckmantel der Sicherheit die Freiheit abschafft.

  • "Das falsche Versprechen von Sicherheit" suggeriert, dass Sicherheit eine Illusion ist. Im kosmischen Maßstab ist das gewiss so, aber im irdische eigentlich nicht so sehr. Es sind wir selbst, die Lebensverhältnisse schaffen, die Kriminalität und Terrorismus erzeugen und fördern. Natürlich kann man darauf reagieren, wie wir es aus amerikanischen Polizeiserien kennen, fast überall Kameras die angezapft werden können, GPS-Tracker, Gesichtserkennung, und Zugriff auf alles und überall. Das würde helfen, aber eben nur bedingt. Besser wären durchweg lebenswerte Verhältnisse und eine aufrichtige und transparente Reflektion unserer Blasen in denen wir leben, unserer Glaubenssätze und Ansichten. Corona hatte gezeigt wie anfällig die Menschen für Fehlinformation sind und wie leicht falsche Behauptungen nachgebetet werden und wie aggressiv Menschen werden können aus diesem Glauben heraus. Und natürlich darf eine Islamkritik nicht einfach islamophob genannt werden und die Bereitschaft zur Vernichtung der Kritiker und der "Ungläubigen" hervorrufen.

    • @shitstormcowboy:

      Ja, das sehe ich ebenfalls so.



      Hier einfach pauschal beim Strafrecht anzusetzen ist falsch. Die Prävention und das schaffen guter Verhältnisse ist wichtig.



      Bildung, verlässliche Informationen, und natürlich auch "einen Platz haben" in der Gesellschaft, das kann solchen Taten am besten vorbeugen.



      Das Strafrecht muss ggf. auch angepasst werden. Aber das Strafrecht greift ja erst, nachdem etwas passiert ist - oder eben kurz bevor es passiert. Falls die Polizei es rechtzeitig mitbekommt. Und das tut sie zum Glück in den meisten Fällen. Hier ja im Prinzip auch.

    • @shitstormcowboy:

      Der Islam ist nicht per se kriminell. Sowenig wie Judentum oder Christentum. Fundamentalistische extremistische Ausprägungen dessen schon. Darum ist das Wort "Islamkritik" hier nicht ganz passend.



      Als strenggläubiger Atheist kann ich aus guten Gründen mit keiner Religion etwas anfangen, egal ob kriminelle Ausprägung oder gemäßigter Schwachsinn. Aber die Differenzierung zwischen Islam und Islamissmus muss schon sein.

      • @Jalella:

        Bei allen Begriffen, die auf -ismus oder -tum enden, werde ich immer ganz kiebig.



        Ausnahme: Buddhismus.

        • @Il_Leopardo:

          Für Encantado und Comerade Aardvark:



          Sie haben recht und ich bin wieder um eine Illusion ärmer, es handelt sich offensichtlich um ein westliches Missverständnis des Buddhismus:

          • @Il_Leopardo:

            Nö, nicht einmal. Ist halt nur, dass selbst der friedfertigste Religionsgründer eine gegenteilige Exegese erfahren kann, wenn sich spirituelle und weltliche Hierarchien verbünden bzw. überlappen. Gerade der Vergleich zwischen Christus und Buddha, die in ihrem unmittelbaren überlieferten Wirken viele Parallelen haben, und dem, was jeweils nach ihnen kam, ist ein spannendes Feld. Ich meine, das Christentum ist vielfältig und hat viele Formen hervorgebracht... und ist dennoch sehr homogen verglichen mit den Formen, die der Buddhismus angenommen hat. Und klar wurde dafür auch Krieg geführt - der Dalai Lama ist im 17. Jahrhundert nicht durch gute Werke allein zur Nr. 1 in Tibet avanciert, genausowenig wie auf Sri Lanka die Sinhalesen die tamilischen Separatisten zur Aufgabe gebetet haben. Es ist nicht die Religion per se was falsches - es passieren halt nur Dinge, wenn Herrschaft mit ins Spiel kommt.

        • @Il_Leopardo:

          "Ausnahme: Buddhismus."



          Hm, darf ich hierzu Ihren Blick auf Burma oder Japan im 2. WK lenken?



          Buddhismus als per se gewaltfrei anzusehen, ist leider nur eine Illusion.

          • @Encantado:

            1) Il Leopardo hat gar nichts über Buddhismus gesagt, sondern nur über sich selbst gesprochen.



            2) Japan im WK II war eher shintoistisch geprägt.



            3) Buddhismus IST per se gewaltfrei, vergleichbar mit der Lehre Christi. Nur die Buddhisten sind es nicht immer, aber insgesamt allemal sehr viel gewaltärmer als die Christen.

        • @Il_Leopardo:

          Buddhisten können's auch, wenn es sein muss.