Konkurrenz für Deutsche Bahn : Grazie mille, Italo!
Das italienische Unternehmen Italo macht der Deutschen Bahn Konkurrenz. Keine Nachricht kann für Deutschlands Bahnverkehr besser sein als diese.
E ndlich mal eine gute Nachricht: Bahnfahren könnte bald wieder zuverlässiger werden. Dafür sorgt allerdings nicht die Deutsche Bahn, sondern das italienische Bahnunternehmen Italo. Das will ab 2028 so wichtige Strecken wie München–Frankfurt–Köln–Dortmund und München–Berlin–Hamburg befahren – im Stunden- und Zweistundentakt. Was die DB seit Jahren nicht schafft, übernimmt mal eben die ausländische Konkurrenz.
Grazie mille, Italo! Denn Bahnreisen in Italien ist wie Eintauchen ins Reiseparadies: Die Züge fahren immer, sie starten pünktlich und kommen pünktlich an. Die Waggons sind klimatisiert, selbst in jeder Bummelbahn, mit dem Ticketkauf erhält man in den Schnellzügen automatisch eine Platzkarte. Die Anzeigen in den Zügen funktionieren, Toiletten sind nicht gesperrt und haben immer Wasser. Und wenn man früh genug bucht, fährt man von Rom nach Neapel für 15 Euro.
Und die Deutsche Bahn? È arrabbiato – ist sauer. Und droht schon mal damit, weniger befahrene Anbindungen zu reduzieren. Weil ihnen durch die Konkurrenz auf den „Rennstrecken“ Geld verloren ginge, mit dem just die anderen Verbindungen finanziert würden. Was für ein scheinheiliges und durchsichtiges Argument. Mit all den Einnahmen auf den lukrativen Strecken hätte die DB ihr hausgemachtes Dilemma doch längst mildern können. Stattdessen lässt sie Züge ausfallen, um ihre Verspätungsstatistik aufzuhübschen.
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Drosselt die DB jetzt wie angekündigt weitere Verbindungen – ausgerechnet in Regionen, die ohnehin seltener angefahren werden –, holt sie sich ohne Not zusätzlichen Ärger an den Hals. Weitaus klüger und kundenorientierter wäre doch, sie nutzte die Kapazitäten, die ihr Italo mit dem Einstieg in den deutschen Markt schenkt, zur Reparatur der eigenen Infrastruktur. Auch ein Beratungsgespräch mit den italienischen Bahnkolleg:innen dürfte so verkehrt nicht sein. Wenn’s mit dem Italienischen hapert, kann man auch bei der ÖBB vorbeischauen. In Österreich klappt es mit der Bahn so gut wie in Italien.
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