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Israel in Süd-LibanonIm Schatten des Krieges

Julia Neumann

Kommentar von

Julia Neumann

Den Großangriff auf Iran nutzt Israel, um zeitgleich in Libanon Fakten zu schaffen. Berlin zuckt mit den Schultern.

Israelisches Militär unterwegs im Grenzbereich zum Libanon Foto: Avi Ohayon/reuters

I srael kündigt an, Soldaten in den Süd-Libanon zu schicken und eine 15 Kilometer breite „Pufferzone“ zu errichten. Die israelische Armee redet von „Vorwärtsverteidigung“ – in Wahrheit heißt das: Einmarsch und Besatzung. Israels Militär veröffentlichte eine Karte, die das Gebiet zwischen Grenze und Litani-Fluss rot markiert. Alle Bewohner sollen ihre Häuser verlassen, sonst drohe Gefahr für ihr Leben.

Mit der Zerschlagung der Hisbollah lässt sich das kaum begründen. Die Miliz ist stark geschwächt. Über ein Jahr feuerte sie keine Raketen auf Israel. Ihre jüngsten Angriffe fängt die israelische Luftabwehr größtenteils ab. Die neue Regierung in Syrien blockiert den Landweg für Waffenlieferungen an die Hisbollah aus Iran.

Israels Militär ist seit 1978 sieben Mal in den Libanon einmarschiert. Zuletzt im Herbst 2024: Israelische Soldaten zerstörten und vermüllten Häuser. Ganze Grenzdörfer liegen in Trümmern. Mit weißem Phosphor und hochkonzentriertem Glyphosat wurden offenbar Agrarflächen verpestet. Trotz Waffenstillstand baute Israel fünf Posten – mit Überwachungstechnik, Betonmauern und Soldaten. Der Grundstein für Landnahme ist gelegt.

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Benjamin Netanjahus Ziel ist ein Großisrael. Nicht nur Teile Gazas hält Israel militärisch besetzt, Mitte Februar hatte die Regierung große Teile des Westjordanlands de facto annektiert. In Syrien nutzte Israel den Machtwechsel, um in eine von der UN überwachte, eigentlich neutrale Pufferzone einzudringen. Israels Soldaten bauten Straßen, Gebäude und Kontrollpunkte.

Im Schatten des Kriegs gegen Iran wird Libanon zum Nebenschauplatz. Das nutzt Israel für seine Expansionspolitik. Konsequenzen aus Washington oder Berlin? Keine. Keine Sanktionen, kein Stopp von Waffenlieferungen. Die Erfahrung zeigt: Israels Regierung ignoriert das Völkerrecht – und kommt damit durch.

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Julia Neumann
Korrespondentin Libanon
Auslandskorrespondentin für Westasien mit Sitz in Beirut. Hat 2013/14 bei der taz volontiert, Journalismus sowie Geschichte und Soziologie Westasiens studiert. Sie berichtet aus dem Libanon, Syrien, Iran und Irak, vor allem über Kultur und Gesellschaft, Gender und Fragen der sozialen Gerechtigkeit. Für das taz Wasserprojekt recherchierte sie im Libanon, Jordanien und Ägypten zu Entwicklungsgeldern.
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106 Kommentare

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  • Wie umgehen mit (ehemaligen ?) 'Verbündeten' ? Wie lange haben einstmals die Alliierten das Hitler-Regime gewähren lassen ? Ich bin der Meinung, dass wir nicht nur Putin, sondern auch Trump und Netanyahu als Kriegsverbrecher einstufen uns so auch bezeichnen müssen ! Das Hofieren dieser Kriminellen durch z.B. EU-Politiker nur aufgrund der nicht absehbaren ökonomischen Folgen dürfen wir nicht zulassen, wenn wir uns eigentlich um die Aufrechterhaltung demokratischer Bedingungen und den Wohlstand für alle kümmern müssten.

  • Wie soll oder könnte das Treiben der Terrortruppe namens Hisbollah beendet werden? Außer von Israel? Nach der Erfahrung der letzten Dekaden ja wohl nur auf militärischem Wege.



    Die wichtigste Frage beantwortet natürlich niemand. Wie kann man neuen Terror, danach und für immer, verhindern?



    Oder noch kürzer: Failed State Libanon ...wie in 'funktionierend' drehen?

    • @Tom Farmer:

      @ Tom Farmer



      Meinte natürlich den Iran

    • @Tom Farmer:

      @Tom Farmer



      - Wer finanziert noch gleich Hamas, Hisbollah, Sunniten und Schiiten ?



      - Wer unterstützt Irak ?



      - Wer liefert die Waffen ?



      - An welches Land liefert Irak Öl ?



      Doch wohl nicht an China - Trumps größten Konkurrenten mit Russland um die Weltmacht...

    • @Tom Farmer:

      Ach ja, Ihr Kommentar bezieht sich auf den Libanon und Hisbollah. Deren Zukunft hängt allerdings auch stark von den Entwicklungen im Iran ab.



      So lange die erbitterte Feindschaft zwischen Israel und Iran fortbesteht, wird auch der Libanon darunter leiden, ohne sich dem Konflikt entziehen zu können. Zwar konnte Israel die Hisbollah militärisch empfindlich schwächen, zumindest als mächtige politische Organisation wird sie im Libanon jedoch weiterbestehen. Und ich sehe nicht, wie der libanesische Staat diese Machtstellung eindämmen kann. Ihre Basis sind die libanesischen Schiiten als mittlerweile größte Bevölkerungsgruppe im Libanon. (Fatalerweise hat die Vertreibung der PLO aus dem Libanon 1982 durch Sharon den Aufstieg der Hisbollah erst ermöglicht.)



      Und auch hier: die permanente militärische Intervention Israels mit hohen Verlusten auch unter der libanesischen Zivilbevölkerung wird weder den Libanon politisch stabilisieren noch den Hass der Schiiten auf Israel eindämmen.



      Israel auszulöschen wird ihnen nicht gelingen, dazu sind sie militärisch nicht in der Lage. Aber wenn Israel die Region mit einem Feuersturm überzieht, werden die Israelis auch keinen Frieden finden.

    • @Tom Farmer:

      Gut möglich, dass das iranische Regime in diesem intensiven Kriegsmodus, dem es die USA und Israel aussetzen, überleben und sich sogar festigen kann. Bitte dazu unbedingt das Interview mit Volker Perthes hier in der taz lesen: taz.de/Nahostexper...ber-Iran/!6160624/



      Daher weiter die hartnäckige Frage: was sind die Ziele der USA in diesem Krieg? Das Israel sich damit zufrieden geben wird, das iiranische Atomprogramm und damit die Bedrohung durch den Iran auszuschalten, scheint offensichtlich zu sein. Also nix mit Regime Change.



      Die Gefahr der atomaren Bedrohung auszuschalten kann offenbar aber nicht durch die bisherige Strategie der Luftschläge erreicht werden, auch wenn sie den Iran damit in Schutt und Asche legen. Dazu müsste die Kontrolle des Regimes über das angereicherte Uran beendet werden.



      Und das geht nur unter Einsatz von Bodentruppen, wie der POTUS schon angekündigt hat - und er MUSS damit erfolgreich sein, sonst ist er politisch weg vom Fenster - oder durch … Verhandlungen.



      Fragen Sie nicht mich, was ich für vernünftiger halte. Jedenfalls wird Trumps Buddy Netanyahu letzteres schon zu verhindern wissen, Trump scheint ja wie Wachs in dessen Händen zu sein.

  • An die Freunde der Massaker - Mullahs - Original Nachricht aus dem Libanon



    =



    Hisbollah im Libanon hat erneut ihre Kampfbereitschaft unterstrichen. "Wir werden die Waffen nicht niederlegen und das Schlachtfeld nicht verlassen", heisst es in der jüngsten Erklärung der Terrortruppe. ---



    "Unser Gelöbnis gilt dem reinen Blut des Märtyrers Imam Ali Chamenei", teilte die schiitische Terrorgruppe mit.



    =



    Der libanesischen Hizbollah geht es genauso wenig um Palästina wie dem islamistischen Mörderregime in Teheran - das Schicksal der Palästinenser ist ihnen völlig egal und nebensächlich. Neben allem Zweifel an Ahmed al-Scharaa, dem Führer aus Syrien - er hat begriffen das die iranischen Quds Brigaden zusammen mit der libanesischen Hizbollah mit russischer Hilfe Syrien zerstört haben.



    =



    Al-Scharaa hat die Waffenversorgungslinie für den Libanon und für Gaza, die quer durch Syrien lief, gekappt.

    • @zartbitter:

      Den neuen syrischen Machthabern könnte die Destabiliserung des vergangenen syrischen Staates auch komplett egal sein, und sie könnten aktuell und in Zukunft auch einfach gerade den Willen ihrer überwiegend türkischen Geldgeber umsetzen. Soviel zum Pathos und zum "Verstandenhaben" der neuen Machthaber.

  • Die schiitische Terrortruppe vom Iran gesteuerte Hisbollah-Miliz im Libanon hat Israel in der Nacht vom 2.3. zum 3.3. mit Raketen angegriffen - das erste Mal seit Beginn einer Waffenruhe 2024. Israel reagierte mit Luftangriffen. Im Libanon gibt es mehr als 30 Tote und zahlreiche Verletzte.



    =



    Die libanesische Hisbollah-Miliz beschoss in der Nacht Israel mit Raketen. Es ist das erste Mal seit Beginn einer Waffenruhe im November 2024, dass die Terrortruppe der libanesischen Hizbollah Israel mit Raketen angreift.



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    Die Hisbollah begründete die Angriffe auf Israel mit der Tötung von Ajatollah Chamenei, bei einem israelischen Luftangriff am Samstag in Teheran.



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    Israel reagiert mit Gegenangriffen



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    Israels Armee fing nach eigenen Angaben ein Geschoss ab, andere seien in offenem Gelände niedergegangen. Die Hisbollah trage "die volle Verantwortung für jede Eskalation", erklärte der israelische Generalstabschef.



    =



    Für Freunde der iramischen Massaker - Mullahs und ihrem ehemaligen Oberindianer Chamenei - auch genannt der Schlächter von Teheran - ist das ein schwerer Schlag.



    =

    • @zartbitter:

      "Die schiitische Terrortruppe vom Iran gesteuerte Hisbollah-Miliz im Libanon hat Israel in der Nacht vom 2.3. zum 3.3. mit Raketen angegriffen - das erste Mal seit Beginn einer Waffenruhe 2024"



      Kurze Frage: Wie oft hat Israel die Hisbollah zwischen dem Beginn der "Waffenruhe" und dem 2.3. angegriffen und wie viele libanesische Zivilisten wurden während dieser "Waffenruhe" getötet?

    • @zartbitter:

      Der Kommentar arbeitet vor allem mit moralischer Selbstgewissheit: hier die „Freunde der Massaker“, dort die angeblich eindeutig legitime Gewalt. Politische Analyse ersetzt das allerdings nicht.

      Wenn man die Logik dahinter ernst nimmt, wird es schnell interessant: Raketen aus Grenzregionen rechtfertigen militärische Gegenangriffe, Grenzverletzungen und Eskalation. Gut – dann müsste diese Logik aber überall gelten.

      Dann könnte man genauso argumentieren, Israel sei für viele seiner Nachbarn selbst das größte Sicherheitsrisiko: militärische Interventionen in mehreren Ländern, Besatzung palästinensischer Gebiete, regelmäßig zivile Opfer. Nach genau derselben Logik ließen sich dann auch Angriffe gegen Israel als „Reaktion auf Bedrohung“ darstellen.

      Genau deshalb gibt es Völkerrecht: damit Gewalt nicht einfach mit Sicherheitsnarrativen legitimiert werden kann – weder von Milizen noch von Staaten.

      Der Nahostkonflikt wird jedenfalls nicht verständlicher, wenn man ihn mit moralischen Etiketten erklärt. Wer ernsthaft über Verantwortung sprechen will, muss sie nach denselben Maßstäben beurteilen – nicht nur dort, wo sie ins eigene Weltbild passt.

      • @Edda:

        Verantwortlich für die Eskalation ist die Hisbollah, sagt die Organisation ja selbst. Und die Pro-Palästina-Front in Deutschland will den Herren der Hisbollah ernsthaft erklären: "nee nee, Israel ist verantwortlich!"



        Stark.

  • "Über ein Jahr feuerte sie keine Raketen auf Israel. Ihre jüngsten Angriffe fängt die israelische Luftabwehr größtenteils ab".

    -Ist schon interessant, was hier für Israel der aktzeptierte Standard und Normalzustand sein soll.



    Kleiner fiktiver Spiegel:



    " Über ein Jahr feuerte die dänische Terrororganisation keine Raketen mehr auf Norddeutschland. Ihre jüngsten Angriffe fängt die Luftabwehr größtenteils ab( bis auf ein paar zerstörte Häuser in Flensburg also nicht weiter nennenswert).



    Wäre fraglich wie entspannt, das in diesem Fall in Deutschland gesehen werden würde.

    Nebenbei steckt der Teufel im Detail, denn die Hisbollah feuert nun wieder Raketen ab, weil sie Verbündete des iranischen Regimes sind.

    Die vielen gemäßigten und unbeteiligten Zivilist/innen, die es gerade im Libanon tatsächlich zuhauf gibt, tun mir selbstverständlich leid. Diese Menschen leiden schon lange unter der Hisbollah und geraten zwischen die Fronten, wie die ganze Region unter dem Einfluss des iranischen Regimes leidet.

    • @R. Mc'Novgorod:

      Die dänische Terrororganisation entstand als Widerstand gegen eine 20 jährige deutsche Besatzung von Teilen Jütlands.

    • @R. Mc'Novgorod:

      Der Kommentar versucht, mit einer fiktiven dänischen Analogie Israel zu relativieren, übersieht dabei aber zwei zentrale Punkte: Erstens wird die Gewalthistorie ausgeblendet – zwischen Dänemark und Deutschland besteht weder Besatzung noch strukturelles Machtgefälle, zweitens wird die Verantwortung für Eskalation einseitig zugeschrieben.

      Die Logik, dass Raketenangriffe automatisch Rechtfertigung für militärische Gegenangriffe liefern, ist selektiv. Wendet man sie konsequent an, könnte man auch Angriffe gegen Israel als legitime Reaktion auf dessen Besatzungspolitik und militärische Interventionen darstellen.

      Bemerkenswert ist zudem, dass der Kommentar die Zivilbevölkerung im Libanon zwar betont, aber zugleich die Rolle des Völkerrechts und der Schutzpflichten durch reguläre Staaten ausblendet. So entsteht eine moralische Schieflage: Täter werden zu Verteidigern stilisiert, Opfer bleiben abstrakt.

      Wer den Konflikt ernsthaft verstehen will, kommt mit politischen Kategorien und konsistentem Maßstab weiter – nicht mit Spiegelbildern, die nur die eigene moralische Überlegenheit bestätigen.

      • @Edda:

        "Wer den Konflikt ernsthaft verstehen will, kommt mit politischen Kategorien und konsistentem Maßstab weiter – nicht mit Spiegelbildern, die nur die eigene moralische Überlegenheit bestätigen"

        Eben.

      • @Edda:

        Gaza war aber nicht besetzt.

        Und natürlich gibt es ein Machtgefälle zwischen dem kleinen Dänemark und dem großen Deutschland.

        Und wenn man ein kleiner Staat ist, kann man Raketen schicken?

        Echt jetzt?

        Sind Sie sich sicher, dass Sie sich vor lauter Palästinensersolidarität nicht vergaloppiert haben?

        • @rero:

          Gaza wurde auch nach der Auflösung der Siedlungen so sehr von Israel kontrolliert, dass es praktisch unisono - auch vom deutschen AA - als besetzt betrachtet wurde. Außerdem ist es nicht unabhängig von den übrigen Palästinensergebieten zu betrachten, in denen die Besatzung direkt funktioniert - wenn Sie von einem kleinen Staat sprechen, lenken Sie daher von der Grundkonstellation ab: Israel kontrolliert die Gebiete, die für einen Palästinenserstaat vorgesehen sind (mit verschiedenen Methoden) und verweigert den Menschen dort sowohl die staatliche Selbstbestimmung als auch die Einbürgerung (denn das wäre die einzige Alternative zu einem eigenen Staat). Ich Frage mich also, wer sich vergaloppiert hat.

          • @O.F.:

            Von der "Grundkonstellation" hätte dann bereits Edda "abgelenkt".

            Ich schrieb nur eine Replique.

            Was Sie als Ablenkung betrachten, war unser Thema.

            Nach Ihrem Kommentar frage ich mich:

            Das heißt, Sie rechtfertigen den Dauerraketenbeschuss ebenfalls?

            Ist irgendwie ok?

            Sieht Edda ja augenscheinlich bereits so.

            Ist es für Sie dann auch ggf. ok, mal eben ins Nachbarland einzufallen und Zivilisten zu massakrieren, wenn man es "kontextualisieren" kann?

            So wie die fiktiven Beispiel-Dänen?

    • @R. Mc'Novgorod:

      Tja, und jetzt um das Bild zu ergänzen hätte dann aber Deutschland zuvor "bis zum Belt" gefordert, wäre mehrere Male nach Dänemark blutig eingefallen, schösse und bombte dort, hätte Proxy-Truppen. Am Ort lebten auch gewaltsam vertriebene Exil-Holsteiner.

      Das erklärt, warum selbst eine Hisb'Allah da eine Deckung dort die Bevölkerung hat. Weil sie als Schutz vor diesem Israel angesehen wird, ob zutreffend oder nicht

      • @Janix:

        Israel hat nie Anspruch auf irgendwelche Teile des Libanon erhoben oder die geringste Ambition sich dahin zu erweitern.



        Der Teilungsvorschlag von 1947 wurde nur und ausschließlich von Israel akzeptiert, alle arabischen Nachnbarn lehnten ihn geschlossen ab. Damit wurde er nie gültig oder wirksam. Die Unabhängigkeitserklärung von 1948 erfaßte folglich das ganze (Rest-)Mandatsgebiet nach der Abtrennung von Transjordanien 1922. Eine Waffenstillstandslinie wie die von 1949 hat keine völkerrechtliche Bedeutung und was ist eigentlich mit dem Rückkehrrecht der von der jordanischen Besatzung vertriebenen Juden?

    • @R. Mc'Novgorod:

      Da sprechen Sie einen interessanten Punkten an.

      Das ist auch in Bezug auf die Hamas so.

      Dauender Raketenbeschuss auf Israel scheint irgendwie niedlich oder Folklore zu sein.

      Tote Zivilisten können dabei ja mal passieren.

      Kommentatorinnen zählen aber ferne sämtliche israelischen Angriffe der letzten Jahre auf.

      Trifft auch in Bezug auf den Iran zu.

      Der hat gerade Drohnen auf zivile Ziele in 10 andere Staaten gesandt, die teilweise gegen den Angriff waren.

      Die Iraner versuchen, die ganze Region in Brand zu stecken.

      Weit entfernt von jedem Völkerrecht.

      Irgendwie ok.

      Macht mich immer wieder sprachlos.

      • @rero:

        Der Kommentar verdreht Realität und Moral konsequent: Raketen, die kaum Schaden anrichten auf Israel erscheinen ihm hochdramatisch, während er gleichzeitig die massiven israelischen Angriffe auf Wohngebiete mit Zehntausenden getöteten Palästinensern so wie die täglichen Pogrome jüdischer Extremisten und Nationalisten gegen Palästinenser und ihre ethnische Säuberung von ihrem eigenen Land, Kriegsverbrechen, mutmaßlichen Völkermord, den Israel begeht, komplett ausblendet. Ihr eigener Zynismus -„die paar Toten halt passieren“ – bricht damit kläglich zusammen, wenn man logisch konsequent ist.

        Wenn die israel. Opfer in zweistelliger Zahl dramatisiert werden, müssten Sie nach derselben Maßgabe auch die systematischen Angriffe auf palästinensische Zivilisten thematisieren und einordnen. Dass dies nicht geschieht, zeigt, dass moralische Entrüstung hier nach Narrativ selektiert wird – Opfer werden ausgeblendet, Gewalt wird nur dort relevant, wo sie ins eigene Weltbild passt.

        Wer den Nahostkonflikt ernsthaft verstehen will, kann sich nicht auf moralische Projektionen oder Zynismus verlassen; Realität erfordert konsistente Maßstäbe – und Ihre halten einer einfachen Spiegelung nicht stand.

        • @Edda:

          Mit dem Aufrechnen von Opfern kommen Sie im Palästinakonflikt nicht weit.

          Schon gar nicht als Whataboutismus zum Irankrieg.

          Zivile Ziele, wie Flughäfen, zu bombardieren, ist für sie ok, wenn es weniger Opfer kostet?

          Da interessiert Sie das Völkerrecht nicht mehr?

          Da will eine Regierung zum Machterhalt unbedingt eskalieren - entgegen jeglichem Völkerrecht.

          Alles irgendwie in Ordnung.

          Danke, genau diese Haltung meinte ich, die mich sprachlos macht.

          • @rero:

            Komisch, dass das Aufrechnen von Opfern bei Ihnen immer nur dann nicht klappt, wenn es zum Nachteil von Israels Kriegsverbrechen und Völkerrechts Brüchen ist, die man beim Namen nennt.



            Ansonsten funktioniert doch die gesamte Logik, des Leugnens der Kriegsverbrechen und des mutmaßlichen Völkermordes die Israel angeblich im Namen von Sicherheit Interessen begeht, gar nicht: denn da wird ja ständig jedes 10.000. arabische Opfer mit dem Tod von 1200 Israelis aufgerechnet

            • @Edda:

              Für mich funktioniert das Aufrechnen von Opfern nie.

              Damit wird man diesen Konflikt auch nicht lösen.

              Um diesen Konflikt überhaupt zu verstehen, muss man damit klarkommen, dass es zwei Seiten gibt, die sich beide als Opfer sehen.

              Und zwar durchaus begründet.

              Mit Kriegsverbrechen- und Völkerrechtsmoralismus wird man nichts lösen.

              Weil diese Perspektive nicht in der Lage ist, das Sicherheitsbedürfnis der Israelis wahrzunehmen.

              Das Krasse am 7.10. war nicht die Zahl von 1200 Toten.

              Das Heftige waren die Gräueltaten, die dann noch Stolz im Internet gepostet worden sind.

              Dieses Grauen war beabsichtigt.



              Die Folgen erleben wir.

              Das extreme Grauen ist etwas, was in Ihren Betrachtungen nie eine Rolle spielt.

              Dabei ist das der Grund, warum "Aber die Palästinenser!" nicht funktioniert.

        • @Edda:

          Sie schreiben "Wer den Nahostkonflikt ernsthaft verstehen will,..." und leiten den selben Kommentar mit "Raketen, die kaum Schaden anrichten auf Israel" ein - da scheitern Sie offenbar an den eigenen Maßstäben:

          Erstens war die Grenzregion zum Libanon wegen des ständigen Raketenbeschusses durch die Hisbollah unbewohnbar, ganze Ortschaften mussten für einen längeren Zeitraum evakuiert werden (auch Dörfer mit mehrheitlich muslimischer Bevölkerung). "Kaum Schaden anrichten" ist schlichtweg genau der Zynismus, den Sie anderen vorwerfen.

          Zweitens sollten Sie sich mal informieren, mit welchen Waffen der Iran die Hisbollah ausgerüstet hat. Darunter Fateh-110 und Fajr-5 Raketen; einfach mal googeln, was für eine Schlagkraft allein hinter den zwei genannten Waffensystemen Steckt und ob die wirklich "kaum Schaden" anrichten.

      • @rero:

        Es gibt auch eine dauernde Bombardierung des Gazastreifens durch Israel. Nur nimmt davon keiner Notiz.

        • @Francesco:

          Es gibt auch noch immer die Hamas in Gaza. Nur wird das immer ignoriert.

  • Offenbar der nächste Schritt bei der Verwirklichung der feuchten Träume der Rechtsradikalen in Israel von einem Eretz Israel.

    • @Kaboom:

      Eretz Israel gibt es schon.

      Davon muss man nicht mehr träumen.

      War auch ein Traum von vielen Linken.

      Erinnern Sie sich an den Grund?

      • @rero:

        Ethnische Säuberungen werden nicht besser, wenn sie von linken begangen werden.

        • @Francesco:

          Eretz Israel hat mehr arabische Bürger als Gaza und Westjordanland jüdische.

          Ist aber ein anderes Thema.

          Eretz Israel ist nicht per se ethnisch gesäubert.

      • @rero:

        Sie wissen natürlich, dass mit Eretz Israel nicht der Staat Israel in seinen heutigen Grenzen gemeint ist, sondern ein Großisrael, das nicht nur die Palästinensergebiete, sondern auch Teile mehrerer Nachbarstaaten umfasst.

        • @O.F.:

          Ihrer Expertise ist aber sicherlich auch nicht entgangen, dass der vermeintliche Wunsch einer Ausdehnung des Staatsgebietes nur von einschlägigen antiimperialistischen Kreisen kolportiert wird?

          • @Fisherman:

            Das ist faktisch falsch, das wissen Sie wiederum aber auch. Teile der israelischen Regierung nutzen sogar entsprechende Karten, die Greater Israel zeigen. Was ist das, wenn kein Anspruch?



            Es ist nur so, dass die von Ihnen genannten ‚einschlägigen antiimperialistischen Kreise‘ das Narrativ des israelischen Opferstatus geraderücken und sich deswegen - quelle surprise - den erwartbaren und dennoch faktisch falschen Vorwurf des Antisemitismus einfangen.

            • @EffeJoSiebenZwo:

              "Narrativ des israelischen Opferstatus"? Was soll das sein? Wenn hier eine Seite destruktiv rumheult und seit über 70 Jahren trotz massiver finanzieller internationaler Unterstützung außer Terror gegen die benachbarte und die eigene Bevöllkerung ausnahmslos NICHTS auf die Beine gestellt kriegt, ist das... nun ja, nicht Israel.

              Und was wollen Sie geraderücken? Dass auch antisemitische Narrative der Hamas in dem Konflikt berücksichtigt werden? Was soll das sein, wenn kein Antisemitismus?

          • @Fisherman:

            Der Expansionsanspruch wird von Vertretern der Regierungskoalition offen ausgesprochen (auch von Netanjahu selbst) und in den besetzten Gebieten mit aller Gewalt umgesetzt.

        • @O.F.:

          Was Sie beschreiben, ist die Interpretation der Rechtsnationalisten.

          Der Begriff wird aber von anderen als Bezeichnung für die Vorstellung ein jüdisches Heimatlandes benutzt.

          Ohne dass damit bestimmte Grenzen automatisch umrissen sind.

          "Aretz" ist ein Begriff aus der Alltagssprache, nicht zwingend nationalistisch aufgeladen.

          • @rero:

            Was ich beschreibe, ist der gängige Sprachgebrauch: der Begriff hat nie nur ein jüdisches Heimatland unabhängig von seinen Grenzen bezeichnet und geht im modernen politischen Kontext auch mit klaren Territorialansprüchen einher. Ich verstehe nicht, wieso man das verharmlost.

            • @O.F.:

              Aha. Daher wohl auch die ganzen "Land for Peace"-Initiativen, wie damals im Gaza-Streifen. Oder die beabsichtigten Abtretung/Aufgabe weiterer Siedlungsgebiete im Rahmen der (wegen Arafats Ablehnung nicht umgesetzten) Camp David-Verhandlungen. Krasser Expansionsanspruch. Klar, man kann die Entwicklung so interpretieren wie Sie und viele andere es tun. Muss dann aber flexibel mit Fakten umgehen und die wahnhaften Äußerungen rechtsnationaler Minderheiten als Israelische Staatsdoktrin zurechtbiegen. Das geht aber an dem von Ihnen so oft propagierten "Verständnis des NO-Konflikts" vorbei.

              • @Fisherman:

                Die "rechtsnationale Minderheit" stellt in Israel die Regierung - und spricht nicht nur über Expansion, sondern schafft in den besetzten Gebieten auch Fakten. Daran ändern Jahre zurückliegende Friedensinitiativen nichts, die übrigens nicht nur an Arafat gescheitert sind (es ist doch wirklich nicht zuviel erwartet, sich einmal mit den konkreten Streitpunkten und den Gründen für die palästinensische Position zu beschäftigen, statt den Opfern der Besatzung deren Fortbestand zum Vorwurf zu machen).

                • @O.F.:

                  Nein, das ist wirklich nicht zu viel erwartet. Genau deswegen kann ich Ihre Position bzgl. der Unterstellung der Ausweitung ohne Grenzen, die viel mit typischen Verschwörungstheorien gemein hat, nicht nachvollziehen. Außer, Sie Unterstützen diese Theorien, kann man ja auch mal machen.

                  • @Fisherman:

                    Sie vergreifen sich nicht nur im Ton, sondern liegen auch faktisch daneben - sowohl was die Gründe für das Scheitern bisheriger Verhandlungen angeht als auch hinsichtlich der Expansionsbestrebungen: die sind keine Verschwörungstheorie, sondern werden von Vertretern der rechtsextremen Regierungskoalition täglich herausposaunt. Das nicht sehen zu wollen, grenzt an Realitätsverweigerung.

                    • @O.F.:

                      "sondern werden von Vertretern der rechtsextremen Regierungskoalition täglich herausposaunt" - da habe ich Ihnen nie widersprochen. Aber das Herausposaunen dieser Verrückten dem gesamten Staate Istael Mutant Bevölkerung in die Schuhe zu schieben, überschreitet die Grenze zur Realitätsverweigerung. Sie blenden die gesamten zivilgesellschsftlichen Proteste und die Opposition zu diesen Schreihälsen aus.

                      • @Fisherman:

                        Nun habe ich nirgendwo behauptet, dass es keinen Widerstand gegen diese Politik gäbe (erinnere aber daran, dass die Proteste sich nicht unbedingt daran entzündet haben). Das ändert aber nichts daran, dass "diese Schreihälse" mehrheitsfähig sind und Wählen gewinnen. Das ist auch ein Indikator für das gesellschaftliche Klima dort.

  • Ein Gedankenspiel:



    Man stelle sich vor, im Grenzgebiet zwischen Deutschland und den Niederlanden hätte sich auf niederländischer Seite eine Miliz eingenistet, die immer wieder Raketen auf Deutschland abschießt. Es existieren zwar Resolutionen, dass diese Miliz unschädlich gemacht werden soll, aber die niederländische Regierung ist entweder nicht willens oder in der Lage sicherzustellen, dass dieser Beschuss aufhört. Wie sollte Deutschland dann auf erneuten Beschuss reagieren? Ein "Ach die wollen nur spielen, es kommt eh nichts durch" wäre kaum eine angemessene Reaktion.

    Auf die aktuelle Situation kann man natürlich die Frage stellen, ob die israelischen Angriffe der libanesischen Regierung helfen, das Hisbollah-Problem in den Griff zu bekommen. Wahrscheinlich eher nicht, da sicherlich der Rückhalt in der Bevölkerung sinkt, wenn ein Land angegriffen wird und die Staatsmacht offensichtlich nicht in der Lage ist, seine Bevölkerung zu verteidigen. Aber die Frage nach den Alternativen für Israel bleibt. Die Zerschlagung der Hisbollah ist für Israel die beste Option und perspektivisch für den Libanon ebenso.

    • @Katharina Reichenhall:

      Wenn wir schon bei Analogien sind: Der Vergleich mit Deutschland und den Niederlanden funktioniert nur, wenn man zentrale Realitäten des NO-Konflikts vorher gedanklich entfernt. Zwischen beiden Staaten existieren weder jahrzehntelange militärische Interventionen, Besatzung, Sicherheitszonen noch ein massives strukturelles Machtgefälle. In der Politikwissenschaft nennt man solche Konstruktionen eine falsche Äquivalenz: Zwei Situationen werden rhetorisch gleichgesetzt, obwohl ihre Voraussetzungen fundamental verschieden sind.



      Bemerkenswert ist auch, dass das Völkerrecht in Ihrer Argumentation gar nicht vorkommt – weil es der gewünschten Schlussfolgerung im Weg stünde? Denn nach derselben Logik hätte Deutschland auch türkische Militäroperationen in Nordirak oder Syrien kaum kritisieren dürfen: Ankara begründet diese ebenfalls mit Angriffen bewaffneter PKK-Gruppen aus Grenzregionen.

      Gerade deshalb existiert Völkerrecht: um zu verhindern, dass Staaten grenzüberschreitende Militärinterventionen allein mit Sicherheitsargumenten legitimieren. Analogien, die diesen Rahmen ausblenden, erklären Konflikte nicht – sie reduzieren sie so lange, bis sie in das gewünschte Narrativ passen.

      • @Edda:

        @Edda



        ....& die religiösen Aspekte bitte nicht unterschätzen...

    • @Katharina Reichenhall:

      Hat Deutschland vorher 20 Jahre lang Gebiete der Niederlande besetzt?

      • @Francesco:

        Nein, nur 5 Jahre.

        Und dieser Unterschied legitimiert für Sie, dass man Raketenbeschuss aus dem Nachbarland durch eine Miliz zu dulden hat?

        Halten Sie Ihren Standpunkt für realitätsnah oder zukunftsorientiert?

  • Pufferzone im eigenen Land ist Innenpolitik. Pufferzone im Nachbarland ist Eroberung und Besatzung. Was soll man sonst dazu sagen?

    • @Deutschfranzose:

      "Einen Tick komplexer ist es schon.", könnte man zum Beispiel dazusagen.

      Nicht nur in Bezug auf Israel und den Libanon.

  • Auf Kosten der Zivil-und Landbevölkerung?



    "Mit weißem Phosphor und hochkonzentriertem Glyphosat wurden offenbar Agrarflächen verpestet."



    Vor zwanzig Jahren:



    "In nur wenigen Tagen warf Israel im Jahr 2006 Millionen von Streubomben über dem Libanon ab. Unzählige blieben als Blindgänger liegen. Die Entminer befreien seitdem mühsam Felder und Olivenhaine - denn jedes geräumte Feld hilft den Menschen vor Ort."



    Daher vor gut 10 Jahren:



    "Im Jahr 2014 räumte jedes Teammitglied durchschnittlich 25 m2 pro Tag. „Die unebene Topographie des Geländes führt dazu, dass keine Hunde oder Maschinen eingesetzt werden können, “ erläutert Mohammed Kaakour, Programmdirektor von Handicap International im Libanon. „ Alles muss manuell gemacht werden.“



    Die meisten Regionen in denen Handicap International arbeitet, sind ehemalig landwirtschaftlich genutzte Flächen, hauptsächlich Olivenhaine und Obstgärten, die wegen der explosiven Kriegsreste nicht bewirtschaftet werden können. Sobald das Land geräumt ist, kann es für seine ursprünglichen Zwecke wieder genutzt werden, und die Eigentümer können wieder von einem Einkommen profitieren, das ihnen all die Jahre vorenthalten wurde."



    Quelle landmine.de



    Sisyphos...

  • Die Leserbriefe zeigen, wie naiv man in Deutschland immer noch das israelische Storytelling schluckt. Es wäre einfach mal angebracht, zur Kenntnis zu nehmen, was für eine Background Netanjahu hat und wovon er träumt. "From the river to the river", vom Euphrat bis zum Nil. Aber nicht sofort sondern in ganz kleinen Schritten, die niemand merkt. Hier mal eine Pufferzone, dann Siedlungen ... der territoriale Appetit ist nicht gestillt, solange es noch irgendeinen Hinweis auf biblisch erwähnte Gebiete gibt, die nicht zum Staatsgebiet gehören. Gaza und das Westjordanland sind nur ein kleiner Teil davon.

    Manchmal kann man auch in Europa das Gejammer über verlorene Größe hören. Die verlorenen Kolonialreiche werden in Großbritannien und Frankreich bedauert, das Deutsche Reich in früheren Grenzen, Großpolen, Großrussland, natürlich nicht gleichzeitig! All diese Gebietsverluste sind Jahrzehnte, manchmal Jahrhunderte her. Der Unterschied ist, das Netanjahu und Co. meinen, ein wage definiertes historisches Reich sei in seiner Maximalexpansion irgendwie von Gott versprochen worden und dieses Versprechen gelte noch heute.

    Da kann man doch gar nicht diskutieren!

    • @Deutschfranzose:

      " Es wäre einfach mal angebracht, zur Kenntnis zu nehmen, was für eine Background Netanjahu hat und wovon er träumt. "From the river to the river", vom Euphrat bis zum Nil. Aber nicht sofort sondern in ganz kleinen Schritten "

      - Wahnsinn, was hier für Verschwörungstheorien am Start sind. Israel ist ein Land von der Größe Hessens, was von allen Seiten angegriffen wird.



      Selbst wenn Israel tatsächlich das machen würde, was dem Land ständig vorgeworfen wird und den Gazastreifen und das Westjordanland vollständig annektieren würde, dann hätte Israel eine Staatsfläche von Mecklenburg-Vorpommern. Das ist nicht gerade ein imperiales Reich, aber nichtmal das wird in der Realität passieren; denn die Person Netanjahu und seine angeblichen Fantasien hin oder her; sind ebenfalls auf Bündnisse in der Region angewiesen.

      Sie sind wirklich ganz nahe dran, an der typischen antisemitischen Erzählweise vom " allmächtigen und verschlagenen Juden, der die Fäden zieht"

      • @R. Mc'Novgorod:

        Er schreibt nix vom "allmächtigen und verschlagenen Juden..." und er ist auch nicht nahe dran.



        Er schreibt von Benjamin Netanjahu. Und dessen geistige Programmierung ist seit Jahrzehnten durch diverse Äußerungen belegt...



        Was Ereignisse im Libanon betrifft: In Sabra und Schatila hat Israel "die Drecksarbeit" (Merz?) 1982 noch von anderen machen lassen. Das war damals freilich noch Ariel Scharon...



        Momentan sehe ich in Israel auch gerade kein Land, das "von allen Seiten angegriffen wird", sondern einen Agressor, der, wo immer es ihm nützlich erscheint, Trümmerwüsten errichtet.



        Unbestritten hat es solche Zeiten gegeben, da ringsum nur feindliche Staaten drohten.



        Aber noch nicht so lange her, da standen die Zeichen weitgehend eher auf Entspannung..

        • @Der olle Onn:

          Die vom Iran mit finanzierte Hamas hat am beim Massaker vom 7 Oktober den Krieg begonnen, nicht Israel.



          Die vom Iran gesteuerte Hisbollah feuerte gerade mal wieder Rakten nach Israel, um sich am Tod von Khamenei zu rächen und in Teheran steht die 2017 errichtete "Israel- Restzeit Uhr", die den Countdown bis zur Vernichtung Israel bis spätestens 2040 rückwärts zählt.

          Sie sehen also keine Aggression von Aussen, gegen ein 9 Millionen Einwohner Land in der Größe von Hessen? Okay...

          • @R. Mc'Novgorod:

            Habe ich geschrieben, dass ich keine Aggression von außen sehe? - Buff - muss ich nicht bemerkt haben...



            Kann mich nur erinnern angeführt zu haben, dass Israel gerade nicht "von allen Seiten" angegriffen wird, wie Sie behaupten. Hat Netanjahu aber dennoch nicht daran gehindert z.B. stets die Gunst der Stunde zu nutzen und z.B. in Syrien kaputt zu machen, was nur irgend ging.



            - Ach - das sollte eigentlich nur die Lage in Syrien stabilisieren?



            Und lassen Sie bitte den Hessen-Vergleich weg. Hessen verfügt doch nicht über Atomwaffen...

          • @R. Mc'Novgorod:

            Zwischen Israel und Gazastreifen herrschte schon seit Jahren Krieg. Zum Beispiel in Form der Seeblockade. Israel beruft sich zur Rechtfertigung explizit auf Kriegsrecht.

      • @R. Mc'Novgorod:

        "Wahnsinn, was hier für Verschwörungstheorien am Start sind."

        Die Satzung des Likud ist also eine "Verschwörungstheorie"?

        "Israel ist ein Land von der Größe Hessens,"



        und besitzt eins der größten Massenvernichtungswaffen-Arsenale außerhalb der NATO.

      • @R. Mc'Novgorod:

        Sie wollen hier etwas als Verschwörungstheorie abstempeln, was Netanjahu selbst geäußert hat. Entweder ist es Ihre Unwissenheit oder schon böse Absicht. Hierbei noch die Größe Israels als vermeintliches Argument gegen die Ausdehnungspläne anzubringen, entbehrt jeder Plausibilität. Am Ende machen Sie auch noch den Vorwurf des Antisemitismus, nur weil das wiedergegeben wurde, was Netanjahu selbst sagte.

        Jeder kann diese Aussage selbst leicht finden, man muss nur Netanjahu und Groß Israel in eine Suchmaschine eingeben und man findet viele Beiträge dazu.

      • @R. Mc'Novgorod:

        Was hat das mit Verschwörung zu tun?



        Das ist genau das was die israelische Regierung sagt und macht.



        Und egal wie viel oder wenig Land es ist, es ist illegale Landnahme von den Palästinensern.

        • @RonSlater:

          Nein. Es ist eine Verschwörungstheorie. Lesen Sie doch mal libanesische Medien, da wird mittlerweile - wenn auch hauptsächlich zwischen den Zeilen - weniger auf Israel als auf die Hisbollah geschimpft. Offiziell klingt das dann so:

          "Libanons Regierung hatte am Donnerstag jegliche Aktivität der iranischen Revolutionsgarden verboten und eine Visumspflicht für einreisende iranische Staatsbürger verhängt, um den Druck auf die Hisbollah zu erhöhen." www.tagesspiegel.d...ogen-10586281.html

  • "Im Schatten des Kriegs gegen Iran wird Libanon zum Nebenschauplatz. Das nutzt Israel für seine Expansionspolitik."

    Auch auf die Gefahr hin, des Antisemitismus bezichtigt zu werden, sollte vielleicht noch erwähnt werden, dass auf Westbank derweil rechtsradikale israelische Siedler die Gunst Stunde zu nutzen, um auch dort Fakten zu schaffen und Expansion Israels vorzutreiben.



    Gleichen war bereits während des Gaza-Kriegs zu beobachten.

    Dies zu kritisieren, verbietet freilich die deutsche Staatsräson.

    • @NormalNull:

      Wie kommen Sie darauf, dass es verboten sei, das zu kritisieren? Verliert man dafür seinen Job? Kommt man dafür ins Gefängnis?



      Nicht jede Kritik am Vorgehen Israel ist antisemitisch und wird auch nicht als solche diffamiert. Es kommt aber eben häufig vor, dass Antisemitismus als "Israelkritik" getarnt wird.



      Man sollte sich nicht in eine "Das wird man doch noch sagen dürfen"-Rhetorik flüchten.

      • @Katharina Reichenhall:

        "Verliert man dafür seinen Job?"



        Ja natürlich, kann passieren, oder ja doch zumindest droht dies, in befristeten Arbeitsverhältnissen in der Wissenschaft z. B. oder bei Nicht-Wiederbewilligung von Projektgeldern in der Kultur wegen politischer Unliebsamkeit. Vielleicht kann man wie Varoufakis auch einfach nur nicht einreisen bei angeblicher "EU-Freizügigkeit", und am Ende steht noch nicht mal eine Behörde dafür gerade, und alle zeigen auf jeweils andere - konsequent gelebte "westlich-liberale-transparente Verantwortungskultur" in der "besten aller denkbaren Welten", die wir hochmotiviert gegen die AfD verteidigen sollen, nachdem Kritik von links von AfD bis zu den Grünen über Jahrzehnte lächerlich und verächtlich gemacht werden musste und für die unsere Jugend bald wieder den Heldentod sterben soll - aber ich schweife ab.



        Das Land Berlin hatte da schon einige Skandälchen, und eine Bundesministerin der Ampel musste in letzter Sekunde zurückrudern und eine Staatsministerin opfern. Dann gibt es noch diesen konservativen Verleger mit quasi-Ministeramt, der sich jüngst nicht entblödete, auf die Berlinale und ihre Chefin Druck auszuüben. Und das war ja nicht das erste Mal seinerseits.

      • @Katharina Reichenhall:

        Ihre Rhetorik ist immer wieder bemerkenswert. Jemanden gezielt missverstehen, um ihn für eine nicht gemachte und nicht gemeinte Aussage mit einem Etikett zu versehen, das tatsächlich nur Projektion ist.



        Die "Deutsche Staatsräson" verbietet natürlich nicht im juristischen Sinne. Obwohl Sie das wissen, rücken Sie NormalNull in die Nähe von Menschen, die dafür bekannt sind, ihre manchmal schwer erträglichen, auch antisemitischen Äußerungen mit dem Satz "das wird man doch noch sagen dürfen" zu rechtfertigen.



        Solche rhetorischen Mittel erschweren die Diskussion unnötig.



        Hilfreich in der Kommunikation wäre es ebenfalls, wenn Sie zur Kenntnis nähmen, daß auch Palästinenser Semiten sind, und somit Geschwister vom selben Stammvater Sem. Nur wenn man das i.S. der jüdischen Mythologie ernst nimmt, kann man das Wort "antisemitisch" überhaupt irgendwie sinnvoll verwenden. Andernfalls ist es einfach nur ein moderner, gern genutzter Kampfbegriff. Vielleicht denken Sie daran, wenn Sie wieder mal anlässlich einer sachlich korrekten Feststellung über "als Israelkritik getarnten Antisemitismus" spekulieren.

  • Imperialismus ohne Grenzen. Weil ein Frieden so nie gelingen kann, spiralt man sich bombend, tötend und vertreibend, durch ein "Vorfeld" nach dem anderen. Netanyahu würde ich eine krachende Wahlniederlage wünschen und danach den anderweitig verdienten Knast. Ob Den Haag oder Tel Aviv, Hauptsache Spanien.

    Deutschland unter Merz sollte einfach mal Völkerrecht bei Wikipedia nachschlagen und außer U-Booten erst mal gar nichts liefern.

    • @Janix:

      U-Boote? Günter Grass ca. Ostern 2012:



      taz.de/Grass-und-Israel/!5096660/



      Auszug aus den Leser:innen- Kommentaren:



      „Mit wenig Tinte noch im Fass



      schrieb jetzt der Dichter Günter Grass.



      Für Kritiker ein schöner Fraß,



      bei dem sie sich nicht lange weilen.



      Sie merken an:



      ,Er bricht die Zeilen



      um an jedem Tag



      und jeder Stelle,



      wie er mag!'



      --



      Viel Schreiber wünschen ihn zur Hölle



      oder dass er als Geselle



      der boetischen Fraktion



      die Klappe hält. Ein rauer Ton



      schrillt durch den deutschen Blätterwald



      und manche wichtige Gestalt



      schreibt Zeilen voller Wortgewalt...."



      --



      Ostern naht. Trump wurde angeblich von Jesus gesalbt. Was sagt sein Schwiegersohn dazu?

      • @Mondschaf26:

        "Ostern naht. Trump wurde angeblich von Jesus gesalbt."



        So ist das mit Religionen,



        Das spüren angeblich Millionen:



        Erleuchtet und auch auserwählt



        Ist, was für Gläubige stark zählt:



        Der Brian war mir immer lieb,



        Und der das Drehbuch dafür schrieb.



        /



        youtu.be/XA3Czn4pT...s=xpd7j4EGiOZbeqEU



        /



        Wir Ostern heuer in Westfalen



        Tragen vielleicht wieder Sandalen,



        Denn dank Trumps Krieg & Welthandel,



        Beschleunigt wird der Klimawandel.

    • @Janix:

      Als ich Kind war, gehörten die Golanhöhen noch zu Syrien, damals war auch schon der limitierte Vorrat an Wasser erkennbar !überlebenswichtig und Bewässerung eine Maßnahme zu Verbesserung der landwirtschaftlichen Erträge.



      2024 b. tagesschau.de:



      "Die Golanhöhen gehören laut internationalem Recht zu Syrien. Seit Jahrzehnten hält Israel das Gebiet besetzt. Nun hat die Regierung angekündigt, seine Bevölkerung auf dem Plateau verdoppeln..."

      Im Mittelmeer liegt ein riesiges Gasfeld, das auch an Gaza grenzt:

      "12.08.2024



      Erdgashandel



      Das Gas vor Gazas Küste



      Israel ist dabei, eine der wichtigsten Erdgas-Exportnationen zu werden. Eine politisch sensible Sonderrolle spielt dabei ein kleines Gasfeld vor der Küste des Gazastreifens."



      Weiter dort:



      "Eine sensible Sonderrolle in der ganzen Geschichte spielt Gaza Marine – ein Gasfeld zwischen 17 und 21 Seemeilen vor der Küste Gazas. Im Oslo‑II-Abkommen ist geregelt, dass Palästina in den 20 Seemeilen vor der eigenen Küste exklusive Nutzungsrechte hat.



      Tatsächlich unterschrieb die Palästinensische Autonomiebehörde bereits 1999 einen Vertrag zur Förderung der Ressourcen mit dem damaligen britischen Mineralölkonzern BG Group."



      Quelle klimareporter.de

  • "Der Libanon" hat ein striktes Angriffs- und Eingriffsverbot an die Hisbollah ausgesprochen. Die hält sich nicht daran. Seit dem amerikanischen Angriff liegt der gesamte israelische Norden unter einer pausenlosen Raketen- und Drohnenwelle aus dem Libanon heraus. Das betrifft auch auch und vor allem dessen demilitarisierten Südrand, in dem die Hisbollah nach internationalem und libanesischem Recht keine Waffen bereithalten darf. Das ist ein klarer Verstoß und berechtigt ohne jeden Zweifel zur Verteidigung und zum Gegenangriff.

    • @Axel Berger:

      Und nein, nicht jeder Verstoßgefen das Waffenstillstandsabkommen (Die Hisbollah hält Waffen bereit) berechtigt zu einem Gegenangriff. Schon gar nicht berechtigen Verstöße der Hisbollah gefen libanesisches Recht Israel zu Angriffen gegen den Libanon.



      Im übrigen verstoßen die israelischen Siedler im Westjordanland auch laufend gegen internationales und israelisches Recht. Berechtigt das die Palästinenser zu Angriffen gegen Israel.



      Hier wird ein israelisches Gewaltmonopol herbeifantasiert.

      • @Francesco:

        Vollkommen richtig. Rechtswidrig bereitgehalten wurden die Waffen seit vielen Jahren ohne erkennbare Versuche von irgendeiner Seite, wirksam etwas dagegen zu unternehmen. Der notwendige und unvermeidliche Gegenangriff erfolgte erst dann, als diese Waffen tatsächlich gegen israelische Siedlungen und israelische Staatsbürger massiv und gezielt zum Einsatz kamen.



        Unter den Siedlern gibt es zweifellos wie in jeder Gruppe aber dort leider überdurchschnittlich häufig unappetitliche Gestalten, denen mit dem Strafrecht begegnet werden muß. Grundsätzlich aber war die einzige illegale und völkerrechtswidrige Besatzung dort die durch Transjordanien nach einem Eroberungskrieg über eine international anerkannte Staatsgrenze.

    • @Axel Berger:

      Und schon viel länger bombardiert Israel Ziele in Libanon bis nach Beirut und darüber hinaus. Ich kann nichtcsehen, dass due Hisbollah hier der Aggressor ist.

  • Danke. Was soll man da noch sagen wenn man nicht als Israelpatriot oder im verkehrt deutschen Wiedergutmachungsmodus durch die Welt taumelt?



    Nahezu alle Länder um Israel herum siechen zum Teil als Failed States nach Bürgerkriegen vor sich hin. Dass es so kam, dafür haben Israel und die USA einen gewissen Einfluss geübt, den man aber nicht übertreiben sollte. Aber dafür, dass es so bleibt, darauf haben beide Staaten einen großen Einfluss. Und Israel ist aktuell wieder voll dabei die Nachbarn zu verheeren und zu destabilisieren. Das Sicherheitsdenken ist zwar ein Grund, aber wie die Autorin darlegt nicht der einzige und er ist auch nicht dazu angetan, präventiv und ohne konkrete Bedrohung Völkerrechtsbrüche gegen Staaten zu begehen. NAtürlich zieht Netanjahu gleich wieder ein Argument aus dem Hut: Weil die Staaten destabilisiert sind können sie die Sicherheitsrisiken für Israel nicht selbst beseitigen also muss es Israel auf ihrem Land machen. Das aber ist - abgesehen davon dass es schlicht Unrecht ist - eine selbsterfüllende Prophezeiung weil mit jeder solchen Aktion Israels die Stabilität der Nachbarstaaten ja untergraben wird.



    Wir werden das noch spüren, dass wir das alles decken.

  • "Den Großangriff auf Iran nutzt Israel, um zeitgleich in Libanon Fakten zu schaffen." Eine ausgeschaltete Hisbollah wäre allerdings ein gutes Faktum.

    • @PeterArt:

      Das stimmt seit 1982.

      Aber Israel kriegt es trotz mehrmaliger Invasionen und rücksichtsloser Bombardierungen einfach nicht auf die Kette.

  • "Mit der Zerschlagung der Hisbollah lässt sich das kaum begründen. Die Miliz ist stark geschwächt."



    Es ist genau umgekehrt: Eben weil Hisbollah geschwächt, gibt es jetzt eine echte Chance, diese Terrorbande zu zerschlagen. Und genau deshalb positioniert sich jetzt auch die libanesische Regierung so eindeutig wie nie zuvor gegen die Hisbollah. Jetzt gibt es endlich eine Hoffnung, daß sich der Libanon von der Hisbollah befreien kann und der Weg geöffnet wird für eine friedliches gutnachbarschaftliches Verhältmnis zwischen Libanon und Israel - zum Wohle der Menschen in beiden Ländern.

    • @yohak yohak:

      Dann sollte die libanesische Regierung Israel oder saubererweise die UN offiziell darum bitten, die Hisbollah im Libanon militärisch zu bekämpfen. Dann wäre es wohl legitim. So aber?

  • Der Kommentar unterschlägt den zentralen Kontext: Südlibanon ist seit Jahrzehnten eine militärische Aufmarschzone der Hisbollah, die laut UN-Resolution 1701 eigentlich nördlich des Litani entwaffnet sein müsste - eine Resolution, die der Libanon und die Miliz systematisch ignorieren.

    Dass Israel auf eine dauerhaft bewaffnete Terrororganisation direkt an seiner Grenze reagiert, ist sicherheitspolitisch und historisch kein Selbstzweck "expansiver" Politik - zumal die Hisbollah den Krieg erklärt hat.

    Anscheinend ist Israel das einzige Land dieser Erde, das gefälligst permanenten Raketenbeschuss und Terroranschläge zu akzeptieren hat.

    • @Heike 1975:

      Ah. die 1701. Die war kurz nach der 242, die Israel seit 1967 ignoriert, nicht?

      • @Kaboom:

        Die Resolution 242 ist ein Rahmen für einen (beidseitigen!) Friedensprozess zwischen Staaten - Israel hat dieses Prinzip mit Ägypten und Jordanien bereits erfolgreich umgesetzt.

        Die 1701 hingegen ist eine konkrete Sicherheitsgarantie, um den Libanon vor dem Abgrund zu bewahren. Wer den systematischen Bruch der 1701 durch die Hisbollah mit Verweisen auf 1967 rechtfertigt, legitimiert den täglichen Raketenterror von heute mit den diplomatischen Sackgassen von gestern.

        • @Heike 1975:

          Bitte Resolution 242 nicht unberücksichtigt lassen. Von 1978 bis 2000 wurde der Südlibanon von einer von Israel finanzierten und ausgerüsteten Miliz (SLA) beherrscht. Die Hisbollah entstand um die Schiiten im Südlibanon vor der SLA und der israelischen Besatzung zu schützen und zu befreien.

  • "Den Großangriff auf Iran nutzt Israel, um zeitgleich in Libanon Fakten zu schaffen. Berlin zuckt mit den Schultern."



    'Ist dann jetzt auch egal...'

  • Wie hat sich eigentlich die Libanesische Regierung zum Vorgehen der Hizbollah geäußert?

  • Zur Erinnerung: Am 8. Oktober 2023 begann Hisbollah mit Raketenangriffen auf Israel. Das taucht im Artikel nicht auf.

    Ebenso wird der aktuelle massive Raketenangriff der Hisbollah auf das peinlichste relativiert: " Ihre jüngsten Angriffe fängt die israelische Luftabwehr größtenteils ab." Ist es für den Libananon völkerrechtlich ok seinen Nachbarstaat anzugreifen? So wie im Oktober 2023 ...

    • @Gesunder Menschenverstand:

      Israel greift den Libanon seit 1978 an.

      • @Francesco:

        Libanon griff im Jahr 1948 mit anderen arabischen Ländern Israel an. Seit 1949 gibt es Waffenstillstände, der Krieg wurde niemals beendet.

        Der letzte Waffenstillstand wurde vor wenigen Tagen durch einen massiven Raketenangriff aus dem Libanon beendet. Israel verteidigt sich und schon ist die Aufregung in diesem Forum groß.

    • @Gesunder Menschenverstand:

      Gesunder Menschenverstand denkt aber auch immer die Entwicklung die zu historischen Wendpunkten geführt hat mit. Oder?

  • Man fragt sich ja schon was die Hisbollah geritten hat, Israel so eine Steilvorlage zu geben und Raketen über die Grenze zu schießen. Und dann wurde wohl auch noch der britische Stützpunkt mit einer im Libanon abgeschickten Drohne attackiert und der libanesischen Regierung die Gefolgschaft gleich wieder verweigert. So ein Gegner ist wohl genau nach den Wünschen von Bibi, daran würde europäische Betroffenheitsrethorik sicher wenig ändern. Klug wäre es gewesen, wenn die Hisbollahführung sich dem Drängen der Teheraner Berufsrevolutionäre jetzt mal widersetzt und such stattdessen in einer neuen Rolle als staatstragende Gemeinschaft für den Libanon gezeigt hätte.

  • Dabei haben unsere Politiker uns doch erzählt, dass das Verschieben von Grenzen mit militärischen Mitteln gar nicht geht! Aber das gilt wahrscheinlich nur für Staaten, die wir nicht mögen.

  • "Berlin zuckt mit den Schultern. "



    Deutschland ist ein Nichts in der Weltpolitik. Wir glauben zwar, wir seinen der Nabel der Welt, sind aber völlig unwichtig. Ob wir nun mit den Schultern zucken oder Kontra geben, ändert rein gar nichts am Verhalten Israels.

    • @Hans Dampf:

      Trump und Netanjahu sind Verbrecher. Es macht einen gewaltigen Unterschied ob Deutschland diese Verbrecher moralisch unterstützt oder die Verbrechen verurteilt.

      Der Unterschied ist kriminelle Regierung oder nicht kriminelle - deutsche - Regierung.

      Mag sein, dass die Mullahs auch Verbrecher sind - Trump und Netanjahu sind jedenfalls nicht zu Richtern darüber berufen.

      • @A. Müllermilch:

        Sie mögen ja recht haben, aber Deutschlands Stimme ist den USA und Israel völlig egal, das wollte ich sagen. Also dient ein Protest nur der moralischen Selbstbefriedigung, nicht den Menschen im Kriegsgebiet.

        • @Hans Dampf:

          Naja, die deutschen Rüstungslieferungen an eine Regierung, deren Mitglieder teils als Verdächtige für einen Völkermord gesucht werden, wäre ja schon eine konkrete Stellschraube, an der nicht zu drehen am Ende von internationalen Gerichten oder Tribunalen vielleicht als ebenfalls strafbare Beihilfe gewertet werden könnte. Man erinnere sich an die ungewöhnliche Mäßigung Frau Baerbocks und ans Zurückrudern der damaligen Ampel ...

  • Sorry, aber wenn ein Land auch nur mit einer einzigen militärischen Rakete vom Territorium eines anderen Landes aus beschossen wird, und dieses Ausgangsland nicht sofort mit aller Macht dagegen vorgeht, wenn es sich um nichtstaatliche Akteure handelt, stellt das nach meiner Sicht absolut eine Legitimation für ein militärisches Vorgehen des Angegriffenen dar, egal, ob die Rakete abgefangen wurde oder nicht. Die Hisbollah hat ja völlig unverfroren die libanesischen Parlamentsbeschüsse zur Haltung des Friedens ignoriert, und die staatlichen libanesischen Institutionen sind ja offensichtlich komplett machtlos, oder Schlimmeres. Das Israel dann einfach die andere Backe hinhält kann man nicht verlangen.

    • @TheBox:

      Sorry: Israel ist derjenige, der trotz Waffenstillstandsvereinbarungen fortgesetzt das Nachbarland beschossen hat, nicht die Hisbollah.

      • @Francesco:

        Waren die massiven Raketenangriffe der Hisbollah aus dem Libanon nur ein Traum?

    • @TheBox:

      Was war denn der Hisbollah nach den Anschlägen auf ihre Funktionäre erlaubt? Wäre da Massenmord eine von Ihnen gebilligte Reaktion gewesen?

      • @Kaboom:

        Natürlich. Die Hisbollah ist eine Terrororgansiation und kein souveräner Staat. Leider ist weder der Libanon noch die Unifil Mission in der Lage, dem Terror der Hisbollah Einhalt zu gebieten. Dass Israel dabei noch weitere Fakten schafft und unter dem Kampf gegen den Terror mE weit über die Grenzen geht, steht auf einem anderen Blatt.



        Aber der Vergleich zwischen den Terrorangriffen auf Israel und dem Ausschalten der Hisbollah Führung ist doch ziemlich absurd.

  • Wer Krieg anfängt und ihn dann verliert, ist nun mal nicht automatisch das Opfer. Niemand hat die Hisbollah zu ihrem Terror gegen Israel gezwungen.

    • @Markus Wendt:

      Was war denn die Besatzung des Südlibanons durch Israel?

  • Man sollte vielleicht auch noch erwähnen, dass Israel seit der Waffenruhe den Libanon jeden Tag bombadiert hat. Auch am 28. Februar, dem Beginn des Irankrieges, gab es massive Bombardements im Libanon. Frau Neumann thematisiert das auch gut in ihrem anderen heute erschienenen Artikel auf taz.de.