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Iran-ProtesteLinke sind solidarisch – nur nicht mit Reza Pahlavi

Daniel Bax

Kommentar von

Daniel Bax

Schweigt „die“ Linke zum Iran? Diese Behauptung wird vor allem von Leuten verbreitet, die zum Grauen in Gaza geschwiegen haben. Sie ist falsch.

All eyes on Iran, no eyes on monarchists Foto: Boris Roessler/dpa

E in Gerücht geht um, und es setzt sich fest. Linken falle es angeblich schwer, den Freiheitskampf der Iraner zu unterstützen – so tönt es seit Wochen aus rechten Medien, von der Neuen Zürcher Zeitung bis zu Nius. Das behaupten der Ex-Tagesschau-Sprecher Constantin Schreiber, der Islamkritiker Ahmad Mansour und der TV-Kabarettist Florian Schröder, und so war es auch schon in der taz zu lesen.

Viele vergleichen die Proteste gegen den Genozid in Gaza mit der Empörung über das bisher größte Massaker des iranischen Regimes an der eigenen Bevölkerung und kommen dabei zu dem Schluss, Linke würden „bei Gaza schreien und beim Iran schweigen“, wie es etwa Schreiber formulierte.

Wenn man eine Behauptung nur oft genug wiederholt, wird sie für wahr gehalten. Dieses Phänomen ist psychologisch gut belegt und als „Wahrheitseffekt“ bekannt. Demagogen wie Donald Trump, Wladimir Putin und Benjamin Netanjahu bedienen sich dieser Methode gerne. Manchmal verbreitet sich eine Behauptung aber auch ganz von selbst, weil sie beliebten Annahmen entspricht und Vorurteile bestätigt. Deshalb lohnt es sich zu hinterfragen: Tut sich die Linke wirklich schwer damit, sich mit den Protesten im Iran zu solidarisieren?

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Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten, linken Meinungsspektrums.

Sicher, es gibt linke Splittergruppen, die sich hinter das iranische Regime stellen, weil sie glauben, es würde einen irgendwie gearteten „antikolonialen Kampf“ gegen die USA führen. Es gibt Prominente wie Roger Waters, der zu wissen meint, dass die meisten Iraner keinen „Regime Change“ wollten, sondern nur nach wirtschaftlichen Reformen verlangten. Und von Greta Thunberg hat man zum Iran bisher tatsächlich wenig gehört. Aber sonst? Ist diese Behauptung in dieser Pauschalität einfach falsch.

Die taz und andere linke und linksliberale Medien haben von Anbeginn ausführlich und emphatisch über die jüngste Protestwelle berichtet, die sich im Januar im Iran ausbreitete. Auch Linke und Grüne stellten sich früh und entschieden auf ihre Seite. Die Linken-Chefs Jan van Aken und Heidi Reichinnek nahmen schon am 11. Januar in Berlin an einer Iran-Demo teil und erklärten sich solidarisch mit den „Menschen im Iran, die mutig gegen das Mullah-Regime auf die Straße gehen“, wie sie sagten.

Die künftige Regierung des Iran sitze „nicht im Exil, sondern im Gefängnis“, setzte van Aken einen Seitenhieb gegen Reza Pahlavi hinzu – den Schah-Sohn, der sich Hoffnungen macht, auf den Thron zurückzukehren, von dem sein Vater einst gestürzt wurde. Es gibt gute Gründe, ihn und seine Anhänger mit Skepsis zu sehen. Aber sie sind nicht die einzigen Gegner des iranischen Regimes.

Von praktischer Solidarität bei Konservativen keine Spur

Die taz-Autorin Daniela Sepehri initiierte Mitte Januar einen offenen Brief, indem mehr als 30 Prominente – darunter Luisa Neubauer und Katja Riemann – die Bundesregierung aufforderten, mehr Druck auf den Iran auszuüben. Und Linken-Chefin Ines Schwerdtner forderte von der Bundesregierung bereits am 6. Januar einen sofortigen Abschiebestopp, „damit niemand an das Folterregime im Iran ausgeliefert wird“ – eine Forderung, der sich die Grünen anschlossen und die in einigen Bundesländern, in denen sie mitregieren, inzwischen umgesetzt wird. CSU-Innenminister Alexander Dobrindt dagegen lehnt einen generellen Abschiebestopp in den Iran bis heute ab: so viel zur praktischen Solidarität von Konservativen und Rechten.

Beim Thema Iran betreiben Konservative gerne „Virtue Signalling“: sie inszenieren sich als vermeintlich moralisch integre Menschen, denn es kostet sie wenig. Denn wer die blutige Unterdrückung der Proteste im Iran kritisiert und Sanktionen fordert, der stellt sich nicht gegen die Staatsräson. Im Gegenteil: Die Bundesregierung straft, gemeinsam mit den USA und der EU, das Regime in Teheran schon lange mit Sanktionen, um sein Atomprogramm zu behindern.

Es ist viel schwieriger, gegen den Strom zu schwimmen und sich für die Menschenrechte auszusprechen, wenn es der Staatsräson widerspricht. Die Bundesregierung liefert keine Waffen an den Iran, mit denen bereits Tausende von Kindern und Hunderte von Journalisten getötet wurden. Deutschland ist aber – nach den USA – der wichtigste Waffenlieferant Israels, und mit der EU der größte Handelspartner. Das macht einen großen Unterschied – und wäre ein zusätzlicher Grund, gegen die deutsche Komplizenschaft zu protestieren. Doch das hat einen höheren Preis.

Good protest, bad protest

Wer bei der Berlinale für die Menschenrechte im Iran demonstriert, bekommt dort den roten Teppich ausgerollt. Wer dagegen Menschenrechte für Palästinenser einfordert muss damit rechnen, dass sich die Festivalleitung von ihm distanziert. Denn die Berlinale wird vom deutschen Staat finanziert, und Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat dafür kein Verständnis.

Wer gegen das Massaker im Iran auf die Straße geht, wird von der Polizei freundlich begleitet, über fragwürdige Slogans wie „Tod den Linken“ hört sie geflissentlich hinweg. Wer gegen den Genozid in Gaza auf die Straße geht, muss damit rechnen, von der Polizei verprügelt und schikaniert zu werden – selbst Bagatellen werden als mögliche Straftat verfolgt.

Der Berliner Senat ließ, als Zeichen der Solidarität mit den Protesten im Iran, das Brandenburger Tor jüngst sogar in den iranischen Nationalfarben und dem Slogan „Freiheit für Iran“ anstrahlen. Berlins CDU-Bürgermeister Kai Wegner weigert sich aber strikt, als Zeichen der Solidarität mit allen Opfern im Nahen Osten neben der Israelflagge auch eine palästinensische Flagge vor dem Roten Rathaus zu hissen, wie es Linke und Grüne fordern.

Wem es um universelle Menschenrechte geht, der muss Freiheit und Gerechtigkeit für alle Menschen forden – ganz egal, ob sie nun vom iranischen Regime oder von Israel unterdrückt werden. Die Kritik an einem angeblichen „Schweigen der Linken“ ist ein durchsichtiges Manöver, um vom eigenen Schweigen zu den Verbrechen in Gaza und im Westjordanland abzulenken. Dieser Vorwurf wird meist von Leuten vorgebracht, die zum Grauen in Gaza geschwiegen haben.

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Daniel Bax
Redakteur
Daniel Bax ist Themenchef im Regieressort der taz. Er schreibt über Politik, Kultur und Gesellschaft in Deutschland und hat bisher zwei Bücher veröffentlicht: “Angst ums Abendland” (2015) über antimuslimischen Rassismus und “Die Volksverführer“ (2018) über den Trend zum Rechtspopulismus. Sein neues Buch "Die neue Lust auf Links" über das Comeback der Linkspartei ist gerade im Goldmann Verlag erschienen.
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89 Kommentare

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  • Herr Bax, Die beiden Artikel der Die Tageszeitung – ‚Erster Paulskirchenpreis geht an Masih Alinejad‘ und ‚Der Schah-Sohn ist kein Hoffnungsträger‘ – wirken weniger wie ausgewogene Berichterstattung, sondern wie eine klare politische Wertung. Während Masih Alinejad positiv herausgestellt wird, wird Reza Pahlavi ohne differenzierte Auseinandersetzung abqualifiziert.



    Deutsche Medien sollten nicht entscheiden, wer für Iraner als legitime Stimme gilt und wer nicht. Tatsache ist: Viele Iraner – im Land wie in der Diaspora – bekunden offen ihre Unterstützung für Reza Pahlavi. Diese Realität zu relativieren oder kleinzuschreiben, ist keine kritische Analyse, sondern selektive Darstellung.



    Eine ernsthafte journalistische Auseinandersetzung müsste die Vielfalt der Opposition abbilden, statt einzelne Akteure aufzuwerten und andere pauschal zu delegitimieren. Über die politische Zukunft Irans entscheiden allein die Iraner – nicht deutsche Redaktionen.



    PS: Heute haben zahlreiche Studierende renommierter Elitehochschulen öffentlich ihre Unterstützung für Reza Pahlavi kundgetan. Auch diese Stimmen gehören zur Realität – und dürfen nicht ausgeblendet werden.

  • Der Kommentar in taz stellt klar, dass Solidarität mit den Protestierenden im Iran nicht automatisch Unterstützung für Reza Pahlavi bedeutet. Das ist legitim – aber die Darstellung wirkt einseitig.



    Pahlavi wird dort vor allem durch die Brille seiner Herkunft betrachtet. Dabei wird ausgeblendet, dass er seit Jahren öffentlich für ein säkulares, demokratisches System eintritt und betont, dass allein das iranische Volk in einem Referendum über die Staatsform entscheiden soll. Er fordert keine „Rückkehr per Dekret“, sondern Selbstbestimmung.



    Gerade in einer fragmentierten Opposition kann eine bekannte, international vernetzte Persönlichkeit eine verbindende Rolle spielen. Ihn pauschal als nostalgisches Monarchie-Projekt darzustellen, ignoriert, dass viele Iraner in ihm eine Übergangsfigur sehen – nicht zwingend einen künftigen Monarchen.



    Solidarität mit den Protestierenden heißt auch, die Vielfalt ihrer Stimmen ernst zu nehmen. Und dazu gehört eben auch, dass ein großer Teil der Bewegung Pahlavi als legitime Option betrachtet.

  • Und wieder versucht Herr Bax, seine nicht einmal klammheimliche Israel-Feindschaft in einem anderen Thema unterzubringen. Übrigens hat er in einem völlig Recht. Wenn man lange genug Unsinn verbreitet wie den Genozid-Vorwurf, wird es von vielen irgendwann als wahr empfunden. Damit reiht sich Daniel Bax in die Reihe der von ihm zu Kronzeugen aufgerufenen Donald Trump, Wladimir Putin und Benjamin Netanjahu nahtlos ein. Hilft den Menschen im Iran nicht, hilft den Menschen in Israel und Gaza nicht – aber man hat dann als aufrechter Israelhasser ein Statement gesetzt, was den BDS-Freund:innen in Sachen Berlinale nicht gelungen ist.

  • Historisch und erfahrungsbedingt ist es vielleicht auch schlichtweg völlig irrelevant für iranische Oppositionelle, was westliche Linke für den Iran für richtig oder falsch erachten.

    • @DC Fix:

      Das möchte ich doch stark hoffen. Im Sinne der Iraner. Ich habe das Gefühl, dass diese verkopfte Debatte über einen Mann, der der Sohn des letzten Schahs ist, eine ist, die mit der Lebenswirklichkeit der Iraner nichts zu tun hat.

      • @Katharina Reichenhall:

        Gerade weil es um die Lebenswirklichkeit der Iraner geht, ist die Debatte nicht „verkopft“, sondern politisch relevant. Die Frage nach der Rolle von Reza Pahlavi ist für viele Iraner keine nostalgische Spielerei, sondern Ausdruck der Suche nach einer Alternative zum bestehenden System.



        Man muss ihn nicht unterstützen, um anzuerkennen, dass sein Name für einen Teil der Bevölkerung symbolisch für eine andere politische Ordnung steht – sei es als konstitutionelle Monarchie oder als Übergangsfigur in einem möglichen Transformationsprozess. Das einfach als realitätsfern abzutun, blendet aus, dass viele Iraner im In- und Ausland aktiv über zukünftige Staatsformen diskutieren.



        Natürlich sind wirtschaftliche Not, Repression und soziale Fragen im Alltag der Menschen zentral. Aber genau deshalb gehört auch die Frage dazu, wer und wie politische Verantwortung in Zukunft übernommen werden könnte. Politische Debatten über Führung und Systemalternativen sind kein Luxusproblem – sie sind Teil jeder ernsthaften Auseinandersetzung mit der Zukunft eines Landes.



        Ob Reza Pahlavi am Ende eine Rolle spielt oder nicht, entscheiden ohnehin nicht Debatten im Ausland, sondern die Iraner selbst.

  • Um das vielleicht noch einmal hervorzuheben:



    Solidarität ist eben auch die gelebte Praxis.



    Wer die Journalist:innen mit iranischen Wurzeln in Deutschland wahrnimmt und ihnen folgt, auf und in den Kanälen des ÖR und bei vielen Printmedien sowie online-Publikationen, der weiß, wovon ich spreche.



    Und wer meinen früheren Ausführungen gefolgt ist, weiß, dass man mit Spenden an geeigneter Stelle für die Betroffenen auch im Iran mehr erreichen kann als mit salbungsvollem Politiker-Geschwafel.



    www.medico.de/projekte/iran

  • Dabei hat grad Herr Bax selbst die Schliessung des IZH in Hamburg selbst ausdrücklich kritisiert - wie viele andere Linke auch.



    Wenn das keine Solidarisierung mit den Mullahs war, was dann?



    Und auch H. Reichinnek hat in einem Aufsatz davon gesprochen, dass man mit den Islamisten reden müsse, un gemeinsam den Kapitalismus zu überwinden.



    Noch klarer kann man sich ja kaum positionieren.

  • Der linke gebildete Antisemitismus ist seit 1979 ein sehr verlässlicher Freund der Mullah-Diktatur.

    Darauf aufbauend konnte das Regime über seine Stellvertreter-Armeen Hamas, Islamischer Jihad, Hizbollah, Huthis etc. am 07.10.2023 das Massaker auf dem Nova-Friedensfestival starten um mit der erwartbaren Reaktion Israels den Gaza-Krieg zu initiieren.

    Das Massaker ruckzuck marginalisierend war der linke Antisemitismus mit seinen Politikern und Medien fix dabei Israel in der Weltöffentlichkeit zu verdammen.

    Und die Mullahs ihrem Ziel "From Teheran to the Sea" näherzubringen. Politisch hat das bestens geklappt. Militärisch nicht. Die israelische Befreiungsarmee konnte über die Ausschaltung der Hizbollah die strategische Grundlage dafür liefern, dass Teherans Statthalter in Syrien, Assad, fluchtartig das Land verlassen musste.

    Das iranische Volk nutzte die Gelegenheit um gegen das verhasste Regime zu kämpfen. Seitdem dieses schwankt und zigtausend Menschen tötet (wie in der Vergangenheit) ist auch eine gewisse Linke plötzlich auf der anderen Seite.

    Zu spät, das nimmt euch keiner mehr ab.

    Diese Linke ist ultra-rechts.

    • @shantivanille:

      "Und die Mullahs ihrem Ziel "From Teheran to the Sea" näherzubringen. "

      Der Iran liegt schon am Meer.

    • @shantivanille:

      ‚israelische Befreiungsarmee‘

      Tausende befreite, unschuldige Opfer klatschen frenetisch Beifall. Und nochmal so viele im Iran, sollten sie (zb von der US-Befreiungsarmee) befreit werden. So wie das zB in Syrien, Afghanistan oder dem Irak ja klasse geklappt hat.

  • "indem mehr als 30 Prominente – darunter Luisa Neubauer und Katja Riemann – die Bundesregierung aufforderten..." Sorry, aber das ist zum Schmunzeln ;)

  • Man kann eher sagen, daß die Hamas und die iranische Regierung unschuldige Menschen überfallen und ermorden. Israel und die iranischen Demonstranten waren die Opfer.

    • @Puky:

      Netanyahu hat in den letzten 2 Jahren rund dreimal so viele mehr unschuldige Menschen ermorden lassen wie die Mullahs.

      Das muss man auch erst mal schaffen.

      • @Ajuga:

        Israel hat auch und Jahren davor zahllose unschuldige Menschen getötet. Nur halt unterhalb der Wahrnehmungsschwelle.

  • Es gibt in der politischen Linken keine Sympathie für die Islamische Republik oder Teile des Regimes. Das hat vor allem Gründe darin, dass die Islamische Republik die LInke des Irans nicht nur zerschlagen, sondern auch getötet und massiv gefoltert hat. In Kurdistan hat das Regime probiert, die linken Kurden zu vernichten. Das wissen auch viele Linke in Deutschland. Es ist kein Geheimnis.

    • @Andreas_2020:

      Aber dafür, gegen die USA und den Kapitalismus zu sein. Das scheint bei vielen Linken die anderen Schandtaten mehr als aufzuwiegen - leider!

      • @Emmo:

        Der Papst ist gegen den Kapitalismus ... Ist er ein Linker?

        • @Andreas_2020:

          Der Papst ist nicht gegen den Kapitalismus bzw. die Marktwirtschaft, er ist (zurecht) gegen dessen Auswüchse.



          Das zumindest ist der Apostolischen Exhortation "Dilexi Te" zu entnehmen.



          Macht ihn das zum "Linken"? Keine Ahnung, aber falls ja gehört er sicherlicht nicht zu denen, die sich mit Islamisten verbünden würden, um ihn zu überwinden - koste es was es wolle. Im Gegensatz zu H. Rechninek.

    • @Andreas_2020:

      ! so ist das !

  • „Killing Jews is not fighting for freedom"



    =



    Die Spaltung der linken Szene in auf pro Israel fokussierte antideutsche und auf pro Palästina fokussierte antiimperialistische Gruppen begann bundesweit Ende der 1980er Jahre.



    taz.de/Antiimperia...deutsche/!6038266/



    =



    Wenn es nun um den Iran geht, einem Land, in dem die Linke die seltsame Konstruktion einer Links - islamistischen Revolutionsregierung kreierte - die sie aber im Iran sehr bald sehr bitter bereute - blieb bei den Linken ausserhalb des Iran die absolute Gegnerschaft gegen Israel -- und vor allem gegen Amerika -- hängen.



    =



    Das nun Daniel Bax diese sich gegenseitig bekämpfenden tief drinnen verwurzelten antagonistischen Ideologien in der linken Brust nicht wahr haben möchte und wacker dagegen anschreibt



    erklärt seinen Satz: ......"" Reza Pahlavi (..) – den Schah-Sohn, der sich Hoffnungen macht, auf den Thron zurückzukehren.""



    =



    Bax will wenigstens noch ein bisschen Ideologie retten - Schahs sind böse - indem er den Sohn des Schahs zum Thronfolger erhebt - eine krude Behauptung aus der Luft gegriffen - ohne Erklärung wie er zu dieser Ansage kommt.



    =

    • @zartbitter:

      Links-islamische Revolutionäre gibt es durchaus: die Volksmudschahedin.

  • Wenn Rechte und Nazis irgend etwas behaupten ist es immer gelogen oder zumindest die Wahrheit so verdreht, daß sie nicht mehr zu erkennen ist. Man kann sich jetzt darüber auslassen oder es ignorieren. Den Wählern der Rechten und der Nazis ist das sowieso egal und jeder andere weiß das.

    • @Alberta Cuon:

      Nicht falsch verstehen, aber das ist ein sehr schmalen Grad. Was ist wenn, der Falsche etwas richtiges sagt? Damit muss man umgehen müssen. Wenn ein Fascho sagt, es braucht eine Mindestrente, um ein vernünftiges Leben im Alter führen zu können, dann ist das richtig, auch wenn es ein dummer Fascho sagt.

      • @Müller Christian:

        Und WENN Putin auf einmal zum Pazifisten wird, dann...

        Wird er aber nicht.

        Genausowenig wie ein Faschist ein vernünftiges Leben im Alter für das gesamte Volk (und nicht nur für "Reinrassige") fordern wird.

        • @Ajuga:

          Sie verstehen nicht was ich meine. Oder Sie wollen es nicht, keine Ahnung. Ich probiere es anders, vernünftige Ansätze oder Meinungen dürfen nicht tabu, sein, nur weil es der Falsche ebenfalls verkündet. Sonst hätten diese zu viel Macht über den Diskurs.

          • @Müller Christian:

            💯

  • Hierzu auch dies nochmal aus 2012, als die Proteste der Iraner+Israelis gegen ihre Regime durch Demos hier unterstützt wurde + danach Obama den Iran Nuklear Deal schmiedetefile:/home/zuala/Bilder...trike%20Berlin.png

  • Ich stimme generell zu,doch im Detail sind wichtige Versäumnisse zu erkennen:B old D emocrcy S olidarity!:Boykott warmongers Kampagne muss zu überall erweitert werden, denn mittlerweile haben die autoritären&imperial-patriarchalen Kräfte überall die Hand an der Macht, auch bei uns.Was hat das damit zu tun, dass es besser hätte laufen können? In 2012 noch gelang es den Bevölkerungen Israels&Irans &beider Frauenbewegungen per Internet laut die gegen die Kriegspläne der US Falken auf Iran zu zeigen, dass die Herrschenden beider Seiten nicht die Bevölkerung repräsentieren:darauf hätte aufgebaut werden müssen! Leider wurde das nicht, sondern mit einer millitärischen Romantisierung der Achse des Widerstands, wurde Islamistischen Verbündeten die Hegemonie auch nicht ausgeschlossen!Statt die -Boykott the war- Idee feministisch aus zu bauen und auf allen Seiten die Profitöre vom Krieg+dessen patriarchal-autoritäre Wirkung auf Gesellschaften inkl. rassistischer Feindbilder im Bewustsein zu halten.Es wäre mehr Arbeit gewesen,den Boykott auch auf Iranische Strukturen detailliert zusammen zu entwickeln.Doch da hätten einige in der Bewegung blockiert, die dabei sind aber mitnichten links sind

  • "Dass die Proteste gegen den Gaza-Krieg in Deutschland nicht ungeteilte Begeisterung finden, liegt doch nicht zuletzt daran, dass sie den Antisemitismus enorm befeuert haben, was sehr zurecht gegen unsere Staatsräson verstößt! "

    Ja. Das kann man sich zur Grundlage und moralisch-politischen Identität nehmen.



    Hat man den Antisemitismus der Moderne nicht einmal im Ansatz erkannt.

    Ich bin der vielüberlegten, querdifferenziert, in ihrer Widersprüchlichkeit ständig überprüften kritischen Auffassung,



    dass es zeitgenössisch keinen wirkmächtigeren Antisemitismus gibt als die Entschlossenheit, dem jüdischen Kulturkreis in der Welt, der Gesellschaft Israels vor Ort, ein weiteres kollektives Trauma zuzufügen.

    Denn die Behauptung das Schlachten in Gaza, die Entrechtung, Enteignung, Vertreibung als Staatsräson seit Jahrzehnten sei "Kampf gegen den Antisemitismus",



    ist wohl in seinem Kontext die ungeheuerlichste Formulierung und Durchsetzung eines Antisemitismus, die der langen Historie des Antisemitismus bis dato hinzugefügt wurde.

  • Am 11. Januar schon. Das ist ja Wahnsinn.



    Ich bin schon vor Jahren mit einem satirischen Spruch auf dem T-Shirt zum Kopftuch herumgelaufen, viele Genossen waren not amused.

    • @BS:

      Na ja, viele Genossen lieben das Mullah-Regime halt weil es antiwestlich, antizionistisch (milde ausgedrückt), antiamerikanisch etc. ist.



      Sogar antikapitalistisch soll es sein. Tja, wenn man die Verteilung des Volksvermögens auf das Regime und seine Terrorgruppen als antikapitalistisch sieht, na dann.

      Und das Kopftuch steht symbolisch dafür.

      Also wird es von gewissen Linken gehypt.

      Das Kopftuch ist ein Symbol für die Mullah-Herrschaft.

      • @shantivanille:

        "Na ja, viele Genossen lieben das Mullah-Regime halt weil (...)"

        Unsinn. Projektion. Bloße Erzählung. Demagogie. Null belastbare Evidenz.



        Der Schauer ist natürlich wunderbar, den man sich selbst dabei bereiten kann. Stellt man sich eine schauderhafte Linke, süffisant: "Genossen" vor, die angeblich in den Klerikalfaschismus des Mullahregimes verliebt sind.



        Es gibt überhaupt keine relevante Linke, die sich in dieser Weise positioniert.



        Wo sich angebliche "Linke" (welche denn bitte?) in derartige Argumente versteigt, spielt sie in realen, konkreten, materiell-tatsächlichen Kräftverhältnissen gar keine Rolle.



        Aber wär halt auch ein offenbar zu verhindernder Wahrheitsmoment, setzte man sich damit auseinander, wie es eigentlich mit den faktischen "Liebhabern" von allerlei Feudal-Klerikal-Diktaturen bestellt ist. Deren einzige "Qualität" darin besteht, Verbündete und nützlich für das US-dominierte Imperium zu sein.



        Interessant wäre, analysierte man mal, weshalb die geniale us-geführte gar nicht linke Weltaussen-Ordnungspolitik seit Jahrzehnten, die miesesten Herrscher an die Macht brachte. Zb. im Iran, Afghanistan, Libyen, Syrien, Gaza...

      • @shantivanille:

        Ich lese ihren Kommentar so, dass auch Linke in einer Blase leben. Da muss ich ihnen dann zustimmen. Sie machen Bildungsarbeit noch und nöcher und kommen geistig nicht aus dem alten Sumpf.

        • @BS:

          So ist das. Ist man erst einmal einer Erzählungen aufgesessen, deren Evidenz einzig und allein darin besteht, dass sie gebetsmühlenartig wiederholt wird



          - ohne überhaupt noch auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft zu werden -



          Dann kann man der freifliegenden Erzählung auch zustimmen. Während man andere in einer Blase behauptet.

          Wussten Sie, dass weltgeschichtlich und seit vielen Jahrzehnten nirgends auf der Welt eine "Linke" im Kräfteverhältnis die Macht hat(te) Also auch für keine gegenwärtige Zumutung im generellen Marsch in Oligarchie, Faschismus, Diktatur verantwortlich sein kann?

          Oder welche "Linke" kennen Sie in Bankvorständen, Konzernleitungen, Regierungen, Präsidialämtern, Generalstäben - gar von international die Dinge bestimmendem Gewicht?

          Auf welcher Grundlage sollte man sich über die Abwesenheit von Fakten auseinandersetzen, wenn noch nicht einmal dieser einfache Fakt gewusst und begriffen werden will?



          Weil man traditionell, so gerne und wie von denen verlangt, die tatsächlich die Macht haben, irgendeinen vollkommenen Unsinn über "Linke" verbreitet.



          MAGA und die Trump-Oligarchie feiert gerade Erfolge mit der Behauptung, sie hätten eine "Linke" entmachtet...

  • Hr. Bax hat's mal wieder auf den Punkt gebracht.

  • Nein, das überzeugt mich nicht, Herr Bax! Dass die Proteste gegen den Gaza-Krieg in Deutschland nicht ungeteilte Begeisterung finden, liegt doch nicht zuletzt daran, dass sie den Antisemitismus enorm befeuert haben, was sehr zurecht gegen unsere Staatsräson verstößt! Dazu hätte ich heute auch gerne einmal etwas gelesen. Umgekehrt sehe ich nicht, dass die Linke sich in gleichem Maße gegen die Mullahs einsetzt. Ich glaube schon, dass dies daran liegt, dass die Linke mit ihnen einst gemeinsam die Revolution gegen den Schah eingeleitet hatten (bis die Mullahs, die Linken dann ermordeten, folterten, einsperrten und vertrieben). Genauso, wie vor 1989 von links zu wenig Kritik am Realsozialismus kam, so tut man sich heute schwer damit, dass sich der iranische Widerstand möglicherweise um einen westlich orientierten Prinzen als Integrationsfigur formiert. Und wenn schon? Sind Spanien oder Dänemark undemokratisch, weil es Monarchien sind? Das kleinere Übel dürfte Pahlavi allemal sein und im übrigen ist dies allein Sache der Iraner.

    • @Tazilo:

      Und wenn es wieder so kommt wie 1978? Wenn die Linken wieder die Revolution unterstützt und diese sich dann gegen die Linke wendet? Warum soll man einem Reza Pahlevi mehr trauen als einem Ruholla Khomeini?

      • @Francesco:

        Das ist gut möglich. Irgendwie laufen ja Revolutionen meist nicht so, wie man sich das anfangs vorstellt. Aber wenn die Linke keine wichtige Rolle bei der Überwindung des Mullahregimes spielen will oder kann, kann sie auch nicht mitgestalten. Und Pahlevi? Sein Vater hat viel Schlechtes getan; allerdings haben Vater und besonders Großvater (der aus kleinen Verhältnissen kam, eigentlich Präsident werden wollte und erst von den Mullahs überredet werden musste, Schah zu werden) das Land auch in die Moderne katapultiert und die Frauen befreit, ähnlich Atatürk. Bei einer Reise in den Iran vor einigen Jahren spürte man bei den weniger Frommen einige Nostalgie für diese Zeit.

  • Danke für die Einordnung.



    Vielleicht wäre es an der Zeit, das Linke sich wieder mehr gegenseitig vertrauen und wertschätzen. Selbst wenn es hier und da inhaltliche Differenzen gibt.



    Und sich weniger häufig der veröffentlichten Meinung rechtsradikaler deutscher Pressehäuser anschließen...

  • Den grundsätzlichen Konflikt in Palestina gibt es schon seit Jahrzehnten. Für die aktuelle Eskalation ist allein die Hamas durch ihren Überfall und die dabei entstandenen Gräueltaten verantwortlich. Sie muss sich daher anrechnen lassen, was danach in Palestina passiert ist. Daher sind die Demos pro Palestina - ohne jegliche Berücksichtigung von israelischen Interessen - schon sehr einseitig. Und bei den Iran-Demos fehlt offenbar jegliches Interesse bei Linken. Außer ein paar Verkündigungen passiert - gerade im Vergleich mit den Palestina-Demos - herzlich wenig.

    • @Bommel:

      Dem aktuellen Konflikt ging die Geiselnahme zehntausender Einheimischer und ihre Verschleppung in Folterknäste durch die Besatzungstruppen voraus.

    • @Bommel:

      Für die aktuelle Eskalation ist Israel verantwortlich, was übrigens gerade dabei ist, große Teile des Westjordanlands zu annektieren - hat die Hamas dafür auch die Verantwortung? Auch für die menschenverachtende Sprache der israelischen Regierung, des menschenverachtenden Verhaltens ihrer Soldaten, das heuchlerische Anbiedern an die Trump-USA und das Spekulieren mit palästinensischem Territorium? Auch der entsetzliche Terrorausbruch der Hamas muss in die historische Entwicklung eingeordnet werden.

      • @KommissarBlind:

        @KommissarBlind



        Hier hätte die UNO nicht so lange auf einem Auge blind sein dürfen.



        Man darf sich echt fragen zu was der " Club " eigentlich da ist.



        Hier trägt die ganze Welt Mitverantwortung !

      • @KommissarBlind:

        Ja, tatsächlich ist die Hamas für all das verantwortlich, was seit Ende 2023 geschehen ist. Es ist natürlich spekulativ, aber ich denke, hätte die Hamas nicht dieses beispiellose Massaker an unschuldigen Menschen begangen, sähe der Nahe Osten heute deutlich friedlicher aus. Und auch die Situation der Palästinenser wäre wahrscheinlich eine deutlich bessere. Ich denke zwar nicht, dass der Nahostkonflikt beigelegt gewesen wäre, bin aber überzeugt, dass die Hamas alles schlimmer gemacht hat.

  • Danke für diesen Beitrag!

  • "Es gibt Prominente wie Roger Waters, der zu wissen meint, dass die meisten Iraner keinen „Regime Change“ wollten, sondern nur nach wirtschaftlichen Reformen verlangten."

    Das könnte ja auch durchaus der Fall sein. Ich würde sogar so weit gehen, dass dies auch 89 in Ostdeutschland der Fall war.

    Aber das bedeutet auf der anderen Seite ja auch nicht, den Kampf gegen fundamentalistische Unterdrückung nicht zu unterstützen.

    • @KommissarBlind:

      Damit haben Sie die eigentlich spannende Frage aufgeworfen, die man sich (nicht nur als Linker) auch mit Blick auf den Rest der Welt stellen muss: Was ist eigentlich der Maßstab für Solidarität? Das Recht auf nationale Selbstbestimmung (auch wenn das bedeutet, das man Bewegungen und Staaten unterstützt, die von den eigenen Idealen denkbar weit entfernt sind) oder universale Maßstäbe (auch dort, wo diese nicht mehrheitsfähig sind und man Gefahr läuft, dass Solidarität in eingebildetete Zivilisierungsmissionen umschlägt)? Oder wie genau könnte ein Mittelweg zwischen diesen beiden Extremen aussehen?

  • Wie sah denn die Haltung der Linken gegenüber dem Mullah-Regime in den vergangenen Jahren aus? Ein Beispiel: 2024 wurde das Islamische Zentrum Hamburg, eine Außenstelle der Islamischen Republik Iran, vom Bundesinnenministerium verboten. Das geschah aber nicht auf linken Druck; das IZH konnte viele Jahre in Hamburg tätig sein, ohne von Linken jemals nennenswert behelligt zu werden. Daniel Bax hat das Verbot übrigens damals kritisiert ( taz.de/Schliessung...amburg/!6025862&s/ ).

    Die im Artikel referierte Haltung der Linkspartei-Führung folgt dem Muster ihrer "Solidarität" mit der Ukraine: Warme Worte, aber alles ablehnen, was den Schlächtern konkret schaden könnte: Waffenlieferungen an die Ukraine hier, eine Zusammenführung der zersplitterten iranischen Opposition unter einer Galionsfigur, die dem Regime wirklich gefährlich werden könnte, dort. Man hört auch von Linken außerhalb der Linkspartei hauptsächlich die Sorge, dass die "Falschen" an die Macht kommen könnten, während man bei der Forderung nach einem Staat "Palästina" nicht wählerisch bei der Frage ist, wer in einem solchen Staat an die Macht käme.

    • @Budzylein:

      1978 KAMEN die falschen an die Macht. Was gibt einem die Gewissheit, dass es nicht wieder so sein wird?

      • @Francesco:

        Eine Gewissheit dafür gibt es nicht, und es kann sie auch gar nicht geben. Aber das kann kein Grund sein, einen Sturz der Diktatur per se abzulehnen.

        • @Budzylein:

          Darum geht es doch gar nicht. Sondern es geht um das Verhältnis zu Reza Pahlavi.

  • Meine persönliche Meinung ist: Wer sich gegen die angeblich falsche Behauptung wendet, die Linke täte sich schwer mit der Unterstützung der iranischen Revolution, sollte seinerseits nicht mit der unsinnigen Anschuldigung hausieren gehen, Reza Pahlavi wolle den Thron zurückfordern. Seit 47 Jahren sagt der Mann immer nur dasselbe: Er strebt weder Amt noch Krone an.

    • @Helle:

      Sind sie da sicher?

      Wikipedia:



      Nach dem Tod seines Vaters Mohammad Reza Pahlavi wäre Reza Pahlavi am 31. Oktober 1980, mit seinem 20. Geburtstag, nach der nicht mehr geltenden iranischen Verfassung von 1979 Nachfolger seines Vaters geworden. Aus diesem Anlass hielt er in Kairo eine Rede an die iranische Nation,[7] in der er sich als neuer Schah verkündete und sich Reza Pahlavi II. nannte.[8]

      • @BS:

        Die Rede ist 47 her und damit hat Helle nun Recht. Unabhängig davon unterstellen wir mal, dass man seine Meinung auch nachträglich anpassen darf.



        Hier die angegebener Quelle, aus der Ihr Wikipedia-Ausschnitt zitiert:

        www.upi.com/Archiv...hah/8221341816400/

        Man muss nicht immer alles auf die Goldwaage legen, unabhängig davon was man über diesen Menschen denkt

        • @DerLurch:

          Ja gut, aber in meinem Alter habe ich die Erfahrungen gemacht, dass die, welche ganz oben gestalten wollen, vorher dieses versprechen und nachher jenes tun. Skepsis ist also mein zweiter Vorname.

  • Es hat auch mit Selbstwirksamkeitserfahrung zu tun. Wir sind regelmäßig bei iranischen Demonstrationen in Münster dabei, aber mit all der Macht, das aus dem Öl fließt, schießen die Pastaran den Demonstranten einfach ins Gesicht - und wir können nichts tun. Auch die von Konservativen gelobten Bombardierungen von sicheren US-Flugzeugträgern aus werden sich bald als Symbolpolitik entpuppen.



    Bei Israel hingegen denkt man immer noch, dass es sich um eine Demokratie handelt und man irgendwie Einfluss nehmen kann.

    • @hedele:

      Israel ist keine Demokratie, und zwar nicht als emotionale Behauptung, sondern schlicht und einfach gemessen an den Parametern für Demokratie.



      Israel erfüllt nicht die universellen Mindestkriterien einer Demokratie, weil Demokratie unteilbar ist.



      Ein Staat, der demokratische Rechte ethnisch selektiert und Millionen dauerhaft Regierten politische Gleichheit verweigert, ist keine Demokratie, sondern höchstens eine ethnokratische Ordnung mit autoritären Zügen.

      • @Edda:

        Sie irren sich.



        Nach objektiven Kriterien ist Israel eine Demokratie.



        Die einige Demokratie im Nahen Osten übrigens.



        Eine Demokratie, die sich mit massiven Bedrohungen konfrontiert sieht.

    • @hedele:

      Ich glaube ohnehin, dass der Adressat solcher Proteste oft falsch verstanden wird: sowohl der iranischen als auch der israelischen Regierung sind Demonstrationen in Deutschland erst einmal egal. Druck kann man bestenfalls auf die deutsche Regierung ausüben. Und das ist vielleicht der Grund, warum die Motivation in beiden Fällen nicht dieselbe ist: Deutschland hat sich bereits gegen den Iran positioniert, unterstützt aber weiterhin Israel - es gibt im zweiten Fall also schlichtweg mehr, wogegen man protestieren kann.

  • So schreibfreudig ich auch sonst bin; dem ist wirklich absolut nichts mehr hinzuzufügen, vielen Dank Herr Bax dafür, dass sie wieder mal die eine sehr klare Stimme sind, die Heuchelei und selektive Empathie offen benennt und spiegelnd auf den Punkt bringt!

    Ihr Text spricht mir aus vollstem Herzen!

  • Ein zutreffender Kommentar. Wichtig ist der Hinweis auf die sachfremde, faktenferne und polemische Verallgemeinerung von Äußerungen "linker Splittergruppen" zu DER Position der Linken (wozu dann quasi alles in Politik und Kultur jenseits der Jungen Union gezählt wird). Das ist das Springer-Spiel! In meiner linken Blase aus Gewerkschaften, Pro Asyl, Attac und Stadtteilinitiativen gibt es niemanden, die*der für das derzeitige Regime im Iran (oder die Hamas) Partei ergreifen würde. Über den Beitrag inhaltlich hinausgehend: wir brauchen nicht nur den Abschiebestopp in den Iran, wir brauchen auch eine Aufnahmegarantie. Widerstand leisten die, die ihre Lieben in Sicherheit wissen und die berechtigte Hoffnung haben können, im schlimmsten Fall sichere Aufnahme zu finden.

  • Meinungsartikel.....irgendwie wird auch nicht mehr erwähnt, WARUM denn der Ghaza-Krieg stattgefunden hat, 27.10. .....war da was? Ghaza-Proteste, auf denen regelmäßig antisemitische Parolen gegrölt werden, von denen sich nur halbherzig distanziert wird. Und ich als ostzonale schwule Rotsocke habe auch ganz Un-Neurechts den Eindruck, dass die Linke/Grünisten sich schwer damit tun, eindeutig das islamistische Terrorregime in Teheran zu verurteilen. Ganz anders, wenn es gegen Israel geht....



    Das ist so mein ganz subjektiver Eindruck, Meinungstexte hin oder her.

    • @Leningrad:

      Und vor dem 27.10 war nichts?



      .



      Rechtfertigt ein barbarischer Terrorangriff die Art der Kriegsführung, oder wie die "Waffenruhe" aussieht, oder auch das Vorgehen im Westjordanland?



      .



      In meiner eigenen linken Blase gibt es durchaus Kritik an den Schlächtern im Iran und auch an der Hamas und an Israel. Das eine schließt das andere nicht aus.

  • Nuja, rechter Agitprop hat wie üblich nichts mit der realen Welt zu tun.



    Aber da sind ja - ebenfalls wie üblich - ein paar interessante Aspekte. Natürlich möchte der rechte Rand den Sohn des Diktators wieder inthronisieren. Der könnte sich ja zum nächsten "Föhrer" entwickeln, so eine Chance darf man sich nicht entgehen lassen.



    Und die Unterstützung der REALEN Opposition des Iran, des Nationalen Widerstandsrat Iran (NWRI) und Frau Rajavi reicht bis weit ins konservative Lager, Frau Süßmuth unterstützte die ebenfalls. Woran man mal wieder sehen kann, dass Konservative und Rechte eben gerade NICHT dasselbe sind.

    • @Kaboom:

      Nun ja, der NWRI (hinter der sich die arg sektenhaften MeK verbergen) ist im Exil recht aktiv, hat aber im Iran vermutlich noch weniger Anhänger als Pahlavi. Es gibt leider weder eine Organisation noch eine Person, hinter der sich die heterogene iranische Opposition versammeln könnte (und vielleicht sogar ein Teil der Anhänger der IR, der trotzdem en Bedarf einer politischen Erneuerung sieht). Das ist aber eine Luecke, die weder Despotensöhne noch skurrile Politkulte füllen können, sondern vermutlich eher trockene Zentristen, die freie Wahlen, ein Ende des Konflikts mit dem Westen und eine solidere Wirtschaftspolitik versprechen.

  • Ich danke für diesen richtigen und wichtigen Kommentar, möchte allerdings auf einen Aspekt hinweisen, der vielleicht etwas zu kurz kommt: den nämlich, dass die Linke (und alle anderen homines bonae voluntatis) hier eine Gradwanderung wagen müssen: denn auf der einen Seite steht die notwendige Kritik von Menschenrechtsverletzungen im Iran, auf der anderen die geistige Mobilmachung für den nächsten Krieg im NO, der sicher nicht die Interessen der Iraner im Auge hat. Und dazu gehört eben auch, Darstellung zu hinterfragen, die unvollständig oder falsch sind, weil sie das inneriranischen Meinungsbild verzerrt darstellen, Gewalt seitens der Protestierenden ausblenden (zu den Toten gehören auch Sicherheitskräfte und es trägt wohl nichts zur Demokratisierung bei, wenn Einrichtungen des roten Halbmonds angezündet werden), sowie externe Einflussnahme ausblenden. Der kreative Umgang mit Zahlen widerspricht auch journalistischen Standards (bzgl. der Teilnehmerzahlen an der Münchner Demo musste die SZ ja bereits zurückrudern, und auf einen stichhaltigen Beleg dafür, dass die offiziellen Opferzahlen falsch sind, warte ich bis heute. Solidarität entbindet nicht von Objektivität.

  • Sehr treffender Artikel, der die heuchlerische Art von Union und den restlichen Spezialisten aufzeigt. Internationale Solidarität mit allen Arbeiter*Innen weltweit bleibt das Credo und sicherlich nicht mit Monarchistenerben, die früher bereits erfolgreich Jagd auf Linke im Iran gemacht haben.

  • .…anschließe mich

  • Solidarisch? Iraner und Linke muessen nur nach Gaza, Lybien, Iraq und Syrien schauen um zu sehen was der Westen vor hat. Vom Handshake mit Isis, in Damskus, der “Waffenstillstand” oder die Rubiorede in Muenchen - its all on the table.

    Wer Solidaritaet einfordert sollte ersteinmal die Fakten berichten.

  • Natürlich kann man die Themen Gaza und Iran nicht trennen, weil es ohne das Terrorregime der Mullahs und deren Unterstützung der Hamas Terroristen gäbe es die heutige Situation in Gaza NICHT.

    • @Günter Witte:

      Ach Gottchen, die Unterstützung der Hamas durch den Iran, ist in Anbetracht der Unterstützung der Hamas durch Israels heute regierende Staatsterroristen, die beizeiten sogar verurteilt waren und Regierungsverantwortung, wirklich nicht ins Gewicht fallend.

      Ab davon sind Sie also der Meinung, dass nicht die Asymmetrie jahrzehntelanger Besatzung, Enteignung, Entrechtung und ethnische Säuberungen sowie die Verweigerung des Existenzrechts für Palästinenser, das Problem sind, sondern der Iran? In der logischen Konsequenz Ihrer Denklogik würde das dann ja bedeuten, dass die Hamas nur als Proxy des Iran existiert und nicht als Resultat dieser Asymmetrie der Machtverhältnisse?

      Vielleicht wollen Sie noch behaupten, dass, wenn Palästinenser nicht Muslime wären, was sie anscheinend in ihren Augen deswegen zu Terroristen macht, dann gäbe es gar kein Problem mit der Besatzung und dem Landklau, oder wie habe ich ihren Kommentar zu verstehen, denn er hört sich für mich übersetzt an, als ob sie Aussagen wollten: wenn der Iran nicht ständig in Gaza rumstochern würde, dann hätten sich die Palästinenser schon längst an die israelische Herrschaft und Besatzung gewöhnt?

      Korrigieren Sie mich gerne

      • @Edda:

        Es ist Ihnen nicht gelungen, Herrn Witte zu widerlegen.



        Ohne die Unterstützung durch den Iran wäre die Hamas handlungsunfähig.

        • @Katharina Reichenhall:

          Das stimmt auch nicht: Hamas war auch in Phasen handlungsfähig, in denen sie nicht oder nur sehr eingeschränkt von Iran unterstützt wurde (dass das Verhältnis der sunnitisch-nationalistischen Hamas zu Iran ein keineswegs konfliktfreies Zweckbündnis war, sollte sich inzwischen ebenso herumgesprochen haben wir die Tatsache, dass ihr wichtigster Geldgeber Katar war).

    • @Günter Witte:

      Das allerdings ist eine fragwürdige Behauptung: der NO-Konflikt ist älter als die islamische Republik, das Verhältnis von Hamas und Iran vorsichtig formuliert wechselhaft und der wichtigste Geldgeber von Hamas Katar. Ohnehin hat nicht Iran die Verhältnisse geschaffen, auf denen der palästinensische Radikalismus wächst – die Verantwortlichen für die perpetuierte Besatzungspolitik und ihre politischen Folgen sitzen nicht in Teheran…

      • @O.F.:

        Ein Regime das als Hauptziel die Auslöschung Israel anstrebt soll nicht verantwortlich sein ?



        Es ist doch unbestritten das die Machtergreifung der Mullahs vor über 45 Jahren im Iran der Ausgangspunkt für über 45 Jahre Terror Weltweit waren. Ohne diese Terrorregime hätte es keinen IS gegeben, keine Islamistische Bruderschaft oder Weltweite Terroranschläge im Namen Allahs !

        • @Günter Witte:

          Umgekehrt ist es nicht anders. Auch in Israel wird seit Jahrzehnten die Auslöschung des Mullah Regimes in Iran propagiert und gewettert. Für mich ist das kein Unterschied, ob die einen über das Mullah Regime zetern oder die anderen über das zionistische Regime zetern. Es ist narzisstisches, machtgeiles Brusttrommeln alter frauenverachtender Männer, die einen erlauben, kein sichtbares Haar (Iran), die anderen erlauben keine sichtbare Haut oder ganze Frauen in Bussen, in denen Männer fahren. Die gesellschaftliche Trennung von Männern und Frauen der Radikalenreligiösen in beiden Ländern in der Regierung, nimmt sich so gar nichts. Nur der Ausdruck und die Durchsetzung dieser fundamentalistisch religiösen Ideologien und die Zivilgesellschaft, die sich dem entgegen stellt und deren Macht und Unterstützung ist der Unterschied zwischen beiden Ländern.

          Und Terroristen unterstützt Israel, ebenso strukturell und systematisch schon seit Jahrzehnten, nur die Interessen und die Länder, gegen die sich diese Unterstützung richtet, sind andere.

          Dass hierzulande, die einen Sympathieträger sind und die anderen nicht ändert leider nichts an den Fakten.

          • @Edda:

            Also geben Sie mir Recht, ohne die Machtergreifung der Mullahs wäre das alles nicht geschehen. Somit ist im Umkehrschluss auch klar wer der Ausgangspunkt ist !

            • @Günter Witte:

              Hä? Ich weiß jetzt wirklich nicht, ob sie meinen Text gelesen haben, wenn Sie mich fragen, ob ich Ihnen Recht gebe...?!?

              Denn ich habe Ihnen ja in meinem Text erklärt, warum ihre These von und hinten nicht stimmt

        • @Günter Witte:

          Die Gründe dafür habe ich Ihnen ja oben dargelegt - was Sie in Ihrer Antwort ignorieren. Stattdessen stellen Sie weitere falsche Behauptungen auf: der IS war fanatisch antischiitisch und Iran hat bei seiner Zerschlagung geholfen, mit "Islamische Bruderschaft" meinen Sie vermutlich die Muslimbruderschaft und die ist viel, viel älter als die islamische Republik. Radikalismus und Gewalt florieren im Kontext konkreter Konflikte, nicht einfach, weil irgendwer in Teheran dazu aufruft. Über Hamas können Sie nicht sprechen, ohne die Besatzung zu thematisieren - und für die ist nicht der Iran verantwortlich.

          • @O.F.:

            Sie verschließen die Augen davor das durch die Machtergreifung der radikal Islamischen Mullahs im Iran der Islam, egal welche Glaubensrichtung, sich um ein paar Jahrhunderte zurück Entwickelt hat und somit Ausgangspunkt und Rechtfertigung für ALLE Kriege, Terroranschläge, Tote im Namen Allahs Weltweit seit her waren/sind. Es ist die fanatische Auslegung eines fehlgeleiteten Glaubens der die Welt dadurch im Würgegriff hält, und der ging/geht vom Iran aus !!

            • @Günter Witte:

              Ihr Kommentar ist bzgl der Verzerrung der Realität und seiner islamfeindlichen Falschbehauptungen eigentlich schon Hetzeund darf in Zeiten von "nie wieder" nicht unwidersprochen stehen bleiben:

              Der Islam ist keine monolithische Einheit, die weltweit gesteuert wird, und der Iran kontrolliert nicht „alle Muslime“. Etwa 85–90 % der Muslime sind Sunniten, die politisch und theologisch oft in direkter Gegnerschaft zum Iran stehen. Gewalt im Namen von Religion existierte zudem jahrhundertelang vor 1979 – Kreuzzüge, Kolonialkriege, Bürgerkriege und imperiale Expansion sind keine iranische Erfindung.

              Religiös legitimierte Gewalt entsteht nicht aus „Rückentwicklung eines Glaubens“, sondern aus politischer Instrumentalisierung, Machtinteressen und sozialen Konflikten. Der Iran mag einzelne Akteure unterstützen, aber er ist nicht der Ursprung aller Kriege oder Terrorakte weltweit.

              Kurz gesagt:



              Der Text ersetzt Differenzierung durch Dämonisierung, Politik durch Theologie und Analyse durch Schuldprojektion. Er erklärt nichts, sondern vereinfacht so weit, dass ein einziger Schuldiger übrigbleibt – kein Erkenntnisgewinn, nur ideologische Abkürzung.

            • @Günter Witte:

              Das ist schlicht und ergreifend falsch (sogar chronologisch!): islamischer Radikalismus ist älter als die Islamische Republik (googeln Sie doch einmal, wann die Muslimbruderschaft gegründet wurde - und wo), stammt teils aus anderen Traditionen und würde zeitweise sogar vom Westen gefördert (Afghanistan) und ist nicht zuletzt eine Reaktion auf Kolonialismus und die Unterdrückung durch einheimische Eliten. Iran als Buhmann für jeden Gewaltakt im NO zu benutzen, ist plumpe Propaganda, die sich konkreter Ursachenforschung (die z.B. auch die Rolle der israelischen Besatzungspolitik berücksichtigt) verweigert.

  • Vielen Dank für diese Klarstellung. Menschenrechte sind universell.

  • Schon ulkig: Herr Bax baut den Strohmann auf, dass angeblich behauptet würde, die gesamte Linke würde sich nicht mit den Menschen im Iran solidarisieren - und gibt dann zu, dass einige prominente Linke, die besonders für ihren Anti-Israel-Aktivismus bekannt sind, dies tatsächlich nicht tun. Das war der gesamte Vorwurf. Niemand würde behaupten, dass es gar keine Linken gibt, die sich mit den Menschen im Iran solidarisieren, sondern, dass Teile der Linken - und zwar insbesondere die als sehr antiisraelisch hervorgetretenen Teile - dies nicht tun, und das belegen die von Herrn Bax genannten Beispiele eindrücklich.

    In der zweiten Hälfte wird es dann etwas bizarr: Herr Bax fordert, sich bei allen Menschen gleichermaßen für Menschenrechte und Solidarität einzusetzen, egal, von wem sie unterdrückt werden? Dann ist er uns aber noch ungefähr 100 Kommentare zum Bürgerkrieg im Sudan schuldig. Gerade die Anti-Israel-Aktivisten sind es doch, die häufig ziemlich monothematisch unterwegs sind.

    • @Agarack:

      Und Sie interessieren sich für die Lage im Sudan?

    • @Agarack:

      Mmh, hier im Forum gab es zunächst ein irr anmutendes Unisono-Konzert, dass doch "die " Linken ...



      Und wie Hr. Bax zurecht betont, macht Wiederholung es nicht wahr.



      Ein Hinweis noch: Wir liefern keine Waffen an Töter im Sudan. Sudan sehen wir nicht als "einzige", als "westliche" Demokratie. Wir haben wenig Einfluss im Sudan. Verstehen Sie jetzt, warum das völkerrechtswidige Verhalten der israelischen Regierung so viel häufiger vorkommen kann?

      • @Janix:

        Das stimmt so aber nicht. Die EU hat in der Vergangenheit die RSF unterstützt, damit sie die Migration nach Europa unterbindet.

      • @Janix:

        " Ein Hinweis noch: Wir liefern keine Waffen an Töter im Sudan. Sudan sehen wir nicht als "einzige", als "westliche" Demokratie. Wir haben wenig Einfluss im Sudan. Verstehen Sie jetzt, warum das völkerrechtswidige Verhalten der israelischen Regierung so viel häufiger vorkommen kann?"



        Das kann man so sehen. Dann darf man aber nicht gleichzeitig sagen:



        "Wem es um universelle Menschenrechte geht, der muss Freiheit und Gerechtigkeit für alle Menschen forden – ganz egal, ob sie nun vom iranischen Regime oder von Israel unterdrückt werden. Die Kritik an einem angeblichen „Schweigen der Linken“ ist ein durchsichtiges Manöver, um vom eigenen Schweigen zu den Verbrechen in Gaza und im Westjordanland abzulenken. Dieser Vorwurf wird meist von Leuten vorgebracht, die zum Grauen in Gaza geschwiegen haben."

        Entweder, man darf aus dem Schweigen einer Person zu einem Verbrechen etwas ableiten, oder man darf es nicht. Jemandem vorzuwerfen, er würde zu einem bestimmten Verbrechen "schweigen", während man selbst seine Aufmerksamkeit ganz überwiegend einem einzigen mutmaßlichen Verbrechen widmet, geht nicht zusammen.