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Handykonsum der älteren GenerationBildschirmzeit der Boomer boomt

Uli Hannemann

Kommentar von

Uli Hannemann

Das Doomscrolling 50- bis 70-Jähriger nimmt offenbar in beängstigendem Maße zu. Ist also gar nicht die Gen Z das Problem?

Wer sein Handy so hält, verrät etwas über sein Alter Foto: imagebroker/imago

K inder und Enkel schlagen Alarm. Wo sie vormals die Sorge um den körperlichen und geistigen Verfall ihrer geliebten Alterchen umtrieb, ist es heute deren Internetsucht. Denn laut der Washington Post haben Personen über 65 Jahre eine doppelt so hohe Bildschirmzeit wie noch vor zwei Jahren. Sie besitzen auch deutlich mehr Devices als Menschen unter 25, aber natürlich haben sie im Schnitt mehr Geld.

Zunehmend gilt die Formel: Boomer = Doomer. Das Doomscrolling 50- bis 70-Jähriger nimmt offenbar in beängstigendem Maße zu. Schlimmer wurde das, wie so vieles andere auch, vor allem mit der Pandemie. Dazu kommt, dass ältere Leute weniger schlafen, was mehr potentielle Zeit für den ungehemmten Medienkonsum bedeutet.

Haben wir, frei nach Winston Churchill, also „das falsche Schwein geschlachtet“ mit unseren Bemühungen, Kindern und Jugendlichen den unbeschränkten Zugang ins Netz zu verwehren?

Wären eingeschränkte Netzzeiten oder gar ein Internetführerschein nicht für die Boomer-Generation weitaus angebrachter? Denn während Kinder und Jugendliche zu Hause oder in der Schule wenigstens die Basics über die Gefahren digitaler Überlastung mitbekommen, sehen sich die Alten damit allein gelassen. Sie sind in der Beziehung wie ein Naturvolk, dass eingeschleppten Viren oder Feuerwasser unschuldig und wehrlos gegenüber steht.

Zwischen Sucht und mangelnder Netiquette

Sie sind mit diesen technischen Möglichkeiten nun mal nicht groß geworden, und haben sie sich erst als Erwachsene angeeignet. Eine Millennial-Kollegin, die mich auslachte, als sie mich mit klobigen Fingerchen auf meinem Handy herumtapsen sah, hat instinktiv den Punkt getroffen: Die unbeholfene mechanische Handhabung lässt Rückschlüsse auf den inhaltlichen und mentalen Umgang mit dem ungewohnten Medium zu.

Sucht und Kontrollverlust sind dabei nur das eine. Mangelnde Netiquette und unangemessenes Verhalten in der Kommunikation mit anderen, besonders fremden, Usern ist der andere große Problemkomplex.

So macht es für mich einen Unterschied, ob ich meinen Blutdruck vor oder nach dem morgendlichen Lesen der ersten Netzkommentare messe. Dass ich überhaupt messe, ist ja bereits ein Hinweis auf mein Alter. Und auch dass ich den Müll noch lese. Schließlich kann man das auch einfach sein lassen.

Die Jungen haben Facebook längst verlassen

So wie die Jungen. Auf Facebook ist längst keiner mehr von denen, was schon alleine ihre menschliche und mediale Kompetenz beweist. Sie haben die Plattform verlassen, die von Wut-Boomern zernagt und unbrauchbar gemacht wurde, wie ein Deich von Bisamratten, oder wie zuvor bereits X (vormals Twitter) von Rechten. Überall tummeln sich dort nun Meinesgleichen (Jahrgang 1965) und machen sich das Leben gegenseitig zur digitalen Vorhölle.

Allerdings ist gerade die Gruppe der Boomer äußerst heterogen. Denn in Deutschland ist wegen des Zweiten Weltkriegs die Boomer-Generation verschoben und bezeichnet die Jahrgänge 1955 bis 1969. Gerade in dieser Altersklasse ist die Bandbreite der digitalen Fähigkeiten jedoch gewaltig.

Denn sie schließt zwar zum einen auch die alten Schlachtrösser mit ein, die tatsächlich zu denken scheinen, man nähme sie und ihren Hass persönlich wahr: Die ganze Welt blickt gebannt auf ihn, Horst Nessel (65) aus Helmstedt, wie er es den Woken so richtig zeigt, die unser Land zerstören. Er ahnt nicht mal, dass er mitsamt seinen Deppenlachsmileys und Empathiedefiziten doch bloß ein winziges Untertönchen in einem einzigen lauten, unsagbar hässlichen Hintergrundrauschen ist. Man weiß noch nicht mal, ob er echt ist, so sehr geht er in der Masse unzähliger Russenbots, Sea Lions, und Accounts alkoholkranker FDP-Politiker unter.

Zum anderen aber hat man, gerade in den Endsechziger-Jahrgängen, die sich ja schon mit der Generation X überschneiden, Leute, die das sogar beruflich machen. Sie haben das Internet erfunden und weiterentwickelt, sie sind das Internet. Denen kann man das schlecht wegnehmen; denen braucht man all das auch nicht zu erklären. Es ist eben doch, wie die Washington Post schreibt: „Not all boomers!“

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Uli Hannemann
Seit 2001 freier Schreibmann für verschiedene Ressorts. Mitglied der Berliner Lesebühne "LSD - Liebe statt Drogen" und Autor zahlreicher Bücher.
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72 Kommentare

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  • lt. Washington Post? Wäre mir neu, daß da Umfragen in Deutschland getätigt werden!?

    Schön auch die Annahme, daß die "Jungen" Facebook verlassen und selbiges nur noch aus herumpöbelnden Trollen besteht. Sagen wissenschaftliche Studien was anderes. Nur meinen, nicht wissen reicht halt nicht.

  • Die computer, windows 95, Handy und Internet haben sich die Boomer ausgedacht!

    • @A.S.:

      Computer und Internet wurden von Prä-Boomern gebaut. Win95 und WWW sind nur Weiterentwicklungen.

  • Der Großteil aller Artikel zu diesem Thema in der taz gehen komplett am Thema vorbei. Da helfen weder Satire, Polemik oder Boomersprüche. Es ist völlig wurscht, wie inkompetent Erwachsene mit gefährlichen, suchtgefährdenten oder mißbräuchlich nutzbaren Medien, Inhalten, Konsumartikeln, etc. umgehen. Es geht schlicht um Jugendschutz.



    Wer plädiert, es sollte keine Beschränkungen nachweißlich gefährdender Medien für Minderjährige geben, weil auch viele Erwachsene damit nicht verantwortungsvoll umgehen können, der müsste dann auch auf allen anderen Gebieten des Jugendschutzes so argumentieren. Mal überspitzt formuliert: Keiner käme auf die Idee, Kinder U 13 allein in eine Trinkhalle, Spielothek, Technodisco, Horrorfilmfestival, Rotlichtkneipe, etc. lassen zu wollen, nur weil dort auch Erwachse abstürzen können. Das Argument ist komplett absurd.

  • „Das Doomscrolling 50- bis 70-Jähriger nimmt offenbar in beängstigendem Maße zu."



    Und die Bande „Siebzig plus"



    liest taz.de mit „Hochgenuss". 😎

    • @Mondschaf26:

      Das könnte so schön wahr sein...



      Wenn nur nicht soviel Zensur im around wäre...

  • Hallo.



    Mein Name ist Leon und ich bin Boomer



    Ich lese die Artikel von Uli Hannemann immer bis zum Ende inklusive der Kommentare. 😄

    • @Prinz Leonce vom Königreiche Popo:

      @Prinz Leonce vom Königreiche Popo



      Glückwunsch, da haben Sie aber, als ein in den 50er / 60er Jahren geborener Mensch, einen für die damalige Zeit, mondänen Namen abbekommen.

  • Soziologisch, chronologische Klassifizierung der Altersgruppen:



    -1946 Silent Generation



    -Entweder bereits von Nazis ermordet, in Pflegeheimen dahinsiechend.



    -1946-1964 Babyboomer oder auch nur kurz Boomer



    -Waren im Allgemeinen schon ab 1,5 Jahren stubenrein, weil Mutti die Schnauze voll vom Windelnwaschen hatte. Durften (- die frühen Jahrgänge -) noch relativ besoffen Autofahren, wodurch erfreulicherweise noch rudimentäre natürliche Auslese den schlimmsten Idioten einen frühen Unfalltod bescherte.



    -1965-79 Generation-X oder auch kurz Gen-X



    -In dieser Zeit eroberten die Wegwerfwindeln den deutschen Markt. Soziologische Statistiken belegen, daß ab da bis zu einem Alter von drei, in Extremfällen bis ins Vorschulalter in die Windel geschissen wurde. Theorien gehen davon aus, dass diese Verzögerung in der Persönlichkeitsentwicklung sich mit zunehmendem Alter proportional fortsetzt.

  • -1980-95 Generation Y im allgemeinen als Millenials bekannt.



    -Entscheidender Wendepunkt - Windows 95, das erste Internetfähige Betriebssystem. Bildung wurde indivduell obsolet und wurde auf Festplatten ausgelagert.



    -Gen-Z 1995-2010



    -Hirnfunktion wurde vollends obsolet. Kann vollständig durch Kl ersetzt werden. Auch die Notwendigkeit, überhaupt zu wissen was Kl ist, besteht nicht. (Wir können uns das ja von Kl erklären lassen.)



    Wer hier überbordenden Sarkasmus entdeckt, darf ihn behalten.

    • @Thomas Böttcher:

      „Überbordender Sarkasmus?" Das geht noch arger:



      „Was tun mit dem Heer der Überflüssigen durch Künstliche Intelligenz, Karsten Wildberger?" - fragt die NOZ den Digi-Mini. Dieser „Digitalminister Karsten Wildberger sieht ein KI-Zeitalter aufziehen, in dem die Gesellschaft komplett umgepflügt wird. " (ebenda)



      www.noz.de/deutsch...telligenz-50158968

  • Warum lässt man uns Boomer nicht endlich mal in Ruhe. Jahrzehnte Arbeitsleben liegen hinter uns. Und jetzt fühlt man sich bemühsigt uns die Welt zu erklären. Danke ich verzichten.

    • @Black Night:

      Wahrscheinlich weil die Generation gerade an der Macht ist. Das mag auf Sie persönlich nicht zutreffen, aber Ihre Alterskohorte verkabelt gerade ganz schön viel Blödsinn.🤷🏼

    • @Black Night:

      Warum denn so empfindlich? Und was heißt hier endlich? Es geht doch gerade es los den Scheiß der Vergangenheit aufzuräumen, das wird noch viel direkter passieren müssen in Zukunft und wird wenig Platz für Empfindlichkeiten lassen.

      Aber mal positiv und als Tipp: "Not all boomers". Nur weil es Dinge gibt die zu kritisieren sind, heißt das ja nicht, dass Sie davon sich alles annehmen müssen. Vielleicht haben Sie sich ja schon früh ökologisch, emanzipatorisch oder anders engagiert. Zu welcher Gruppe sie sich zugehörig fühlen entscheiden doch sie selbst. Ob es jetzt das Alter ist, Religion, Herkunft, Geschlecht, etc. Aber vielleicht stoßen sie sich ja auch nur daran, weil es bei Ihnen genau ins Schwarze trifft? Selbstreflexion ist eine große Stärke, lohnt sich.

  • Rentner haben viel Zeit, klar dass die meisten zu viel Medien nutzen und konsumieren. Einsamkeit ist auch ein Problem, da verschaffen Medien auch Ablenkung. Keine gute Entwicklung.



    Dieser übersteigerte Medienkonsum ist für Kinder und Jugendliche aber wesentlich schädlicher. Ihr Gehirn ist unausgereift und noch extrem formbar. Bereits sehr früh ist Suchtgefahr und Manipulation der eigenen Entscheidungsfähigkeit eine riesige Gefahr für die Entwicklung einer stabilen Persönlichkeit. Deshalb: Schuss mit Tiktok usw. bis 16 Jahren.

  • Generationengleichschaltung, langweilig. Die Boomer sind so die Millennials sind so, die Generation X ist so.



    Da erwarte ich aber mehr von der taz.



    Aber immerhin verlassen die Jungen Facebook und X, treiben die jetzt alle Sport, trinken ausreichend Wasser und lesen wöchentlich ein gutes Buch? Na dann ist ja wieder Hoffnung, wächst sich der Wahnsinn auf Social Media mit der Zeit aus.

  • Nicht zu vergessen WhatsApp. Eine Pest. Da prasselt der ganze Blödsinn ungefiltert rein und jegliche Urteilskraft geht flöten, alles so witzig.

    • @Momo33:

      Oh ja nervig, dauernd kommen da voll die blöden Gifs.



      Ich frag mich echt was aus denen mal werden soll. Wie wollen die es später schaffen ihren Partner/in zu pflegen wenn die die ganze Zeit am Smartphone hängen? Das bleibt wiedermal an uns Kindern hängen, seh ich jetzt schon kommen.

  • Die beste Medienkompetenz ist die Reflexion eigener Gefühle. Wer das meistert, merkt schnell, was die sozialen Medien mit uns machen.



    Reflexion eigener Gefühle gehört nun aber nicht zu den ausgewiesenen Stärken der Boomer, das beweist die Welt in der wir leben.



    Ich sage das ohne Vorwurf. Wer von Kriegskindern und „ehemaligen“ Nationalsozialisten groß gezogen wurde, der wird nicht den Zugang zu den eigenen Gefühlen beigebracht bekommen haben.

    • @Angst Hase:

      Medienkompetenz? Sollte mit dem Verzicht auf die Verbreitung von Vorurteilen und küchenpsychologischen Stereotypen beginnen.

      • @Jochen Laun:

        😂

    • @Angst Hase:

      Eine Interessante Einschätzung.



      Die Eingruppierung der "Generationen" ist ja etwas kompliziert.



      Grundsätzlich rechnet man*frau ja mit 25 Jahren, nach denen eine neue Generation einsetzt.



      Die "gesellschaftliche" Generation bemisst sich teilweise in 10 Jahresschritten.



      Abgesehen davon gibt es in Deutschland den Begriff der 68er Generation. Die bezeichnet die Kinder der Kriegsgenerantion.



      In der 68er Revolte hat diese Generation Vieles gesellschaftlich verändert, sich selbst ermächtigt, alte Nazis bekämpft und auch gefühlsmäßig Einiges auf den Kopf gestellt.



      Es war die Zeit der Hippies in der USA, die in Deutschland und Frankreich auch eine deutlich politische Ausrichtung hatte.



      Keine Ahnung, zu welcher Generation Sie sich zählen...

    • @Angst Hase:

      Lieber Angst Hase, stimmt der Anteil der hungernden Menschen ist von 40% auf 10% zurück gegangen, die durchschnittliche Lebenserwartung ist auf über 80 gestiegen, das sie heute ein www haben, verdanken sie den Boomern, laut Club of Rome sollte es 2000 kein Öl mehr geben, Kartoffeln in Gold aufgewogen werden und maximal 4 Milliarden Menschen auf der Erde leben können (sind heute fast bei 9).



      Da stehen wir heute deutlich besser da!



      Türlich würde auch Murks gemacht.



      Und im Internet waren wir schon vor www und HTML unterwegs, jedenfalls die, die nicht in Geisteswissenschaften unterwegs waren.



      Bereits in den 80ern wurde WOP gemacht (falls sie nicht wissen, was das ist googeln sie es, mit einem Betriebssystem das aus den frühen 90ern von einem gewissen Thorwald stammt)

      Wir Boomer sind vernetzt und befreundet mit Personen, die wir real kennen und mit den man in Kontakt bleiben möchte und nicht zum Sammeln von Click-Freundschaften

      Und wir vertändeln viel Zeit im schreiben von Kommentaren in Foren wie diesem.

      Von einem mal Boomer, mal Generation X oder auch Generation Golf je nach Definition und jede Mengen Fehlern und merkwürdigen Ansichten jedenfalls für jüngere Personen.

      • @Reinero66:

        Da sind noch die, die in den 80ern offline in Fabrikken gearbeitet haben, sich dann einen VHSVideorekorder angeschafft haben und jetzt online jeden AfDSch... dankbar konsumieren.

        • @Momo33:

          Lieber Momo33, schön wenn man Vorurteile pflegt, ach nee, das machen nur die Boomer.



          Bin FDP wähler

        • @Momo33:

          Ihnen ist hoffentlich bekannt, das die Afd überproportional von jüngeren Menschen gewählt wird, oder?

        • @Momo33:

          Zur Medienkompetenz gehört auch, öffentlich augestellte Behauptungen auf Faktenresistenz zu überprüfen.



          Die sogenannten "Boomer" sind heute zwischen 62 und 80 Jahre alt. Das ist exakt die Wählergruppe, die am wenigsten bei der AfD ihr Kreuz macht. Selbst aus der mit digitalen Medien aufgewachsenen und beim Boomerkritik eifrigsten Generation Z gabs mehr Stimmen für die Blauen.

          www.tagesschau.de/...mfrage-alter.shtml

      • @Reinero66:

        Danke!

        • @Krumbeere:

          Dass der Club of Rome vorhergesagt haben soll, 2000 sei das Öl zu Ende, ist so nicht richtig (auch wenn es von Boomern immer wieder verbreitet wird).

          Hier z.B. Wikipedia: A UK government report found that "In the 1990s, criticism tended to focus on the misconception that Limits to Growth predicted global resource depletion and social collapse by the end of the year 2000."[33]

          en.wikipedia.org/w...e_Limits_to_Growth

          • @derzwerg:

            Warum wehren sie sich so vehement gegen den Kern der Aussage, das Boomer eben nicht so blöd sind, wie sie von von bestimmten Kreisen gerne hingestellt werden?

          • @derzwerg:

            Wikipedia als Quelle?



            Wenn man die Veröffentlichung von 74 noch in gedruckter Form hat, ohne 100te Bearbeitungen und Verkürzen durch das Net, dann sieht das anders aus.

            • @Reinero66:

              Ich halte Wikipedia eigentlich für eine vernünftige Quelle, aber ich gebe zu, ich habe Konkurrenzprodukte noch nicht eingehend angeschaut (Grokipedia, haha, gibt’s die noch?)

              Haben Sie das Original zur Hand, unterscheidet sich die Aussage zu den Ölvorkommen von der typischen „Standardlauf“-Abbildung? Da ist ja um die 2000 noch viel übrig

  • Dieser Artikel ist für das gemacht, was er beklagt: doomscrolling.

  • Ok. Ältere Menschen nutzen vermehrt das Internet. Was das schon die News? Gibt es keine dadurch verursachten Hirnschäden bei den Boomern? Psychische Auffälligkeiten? Körperliche Missbildungen?

    Dann wird da wohl nur der übliche Boomer durch die Gazetten gejagt.

    • @Prinz Leonce vom Königreiche Popo:

      Warum reagieren die ganzen Boomer eigentlich immer so empfindlich wenn man Boomer sagt? Das ist so ein richtiges Boomer-Ding. Wird niemals langweilig wie Boomer rumboomern.

    • @Prinz Leonce vom Königreiche Popo:

      Es geht im Artikel nicht um die vermehrte Nutzung des Internets durch Ältere, sondern ums Doomscrolling oder Doomsurfing, welches das exzessive Konsumieren negativer Nachrichten im Internet meint. Und das kann schon schädigend zumindest für die Psyche sein.

      • @Il_Leopardo:

        @ II_Leopardo



        ...& ohne Boomer gäbe es noch kein Internet....😁

      • @Il_Leopardo:

        Das ist der Algorithmus



        Bei dem Jede:r mitmuss:



        www.youtube.com/wa...v=RuzTja-G9D8&t=6s

        • @Mondschaf26:

          Danke für den Link. Da kann sich jeder mehr oder weniger angesprochen fühlen!

  • Boomer, also, die die jetzt oder demnächst in Rente gehen, müssen ja was zu tun haben. Ob man die mit Sissi-Filmen, wie die Prä-Boomer, oder facebook ruhig stellt, ist egal. Vorteil ist, das können sich auch die meisten leisten und gehen nicht auf Kreuzfahrt. Nur, wie das immer bei so Gruppenaussagen ist, sollte die Dynamik des realen Lebens nicht unterschätzt werden.

    • @fly:

      Satire oder ernst gemeint?

  • Vom Doomscrolling gehts auf der Internetautobahn direkt zum Doomsday. Gurt anlegen nützt da wenig!

  • Ich habe manchmal ein Problem mit Artikeln, die sich nicht so recht zwischen Realität und Satire entschieden zu haben scheinen. Hiermit auch.



    Boomer haben ansonsten u.a. das taz-Forum. Alles gut!

  • Habe noch nie einen Boomer mit Dauer-Blick aufs Handy durch die Straßen gehen sehen ... Allerdings endlos viele Jugendliche, sogar Kinder.

    • @Gepixel:

      Gucken Sie mal morgens zwischen 8 und 9:30 Uhr in die öffentlichen Verkehrsmittel. Da sind die Generation X (*1965-80) und starrt auf die kleinen Bildschirme.

  • Ich spiele viel VR, da begegnen einem auch auffallend viele ältere Leute. Manche von denen sind schlimmer als jedes Kind mit seiner Playstation. Statt nämlich nur den TV zu belegen während sie zocken, kann ein Boomer auch schon mal das halbe Wohnzimmer zum Flugsimulator umbauen. Mit nem Cockpit das aussieht wie aus ner Boing und jeder Knopf funktioniert, was sie aber nichtmal sehen können weil sie ja die VR Brille auf haben.

    Mein aktuelles Lieblingsspiel ist ein Battlefield Clon für VR. Echt gutes Spiel, macht richtig Bock. Aber eine Klasse gibt es da die echt nervt, die Sniper. Leute die ewig irgendwo rum liegen und warten das mal einer vorbei kommt. Wer spielt diese Klasse wohl immer, wer hat da Bock drauf nur rum zu liegen und zu warten?



    2 von 3 sind Boomer. Klar, wer hätte sonst bock auf so langweilige Spielweisen...

    Verdammte Boomer, wir hätten damals das Internet vor denen Geheim halten sollen xD

  • Die gestiegene Bildschirmzeit, oder teils vollkommene Unfähigkeit von Boomern sich im Netz vernünftig zu bewegen, sollte nicht schon wieder mit der Debatte um ein Social-Media-Verbot von Kindern und Jugendlichen vermischt werden. Analog könnte man sonst auch sagen, dass der Alkoholkonsum bei Bommern höher ist als bei der jüngeren Generation und wir uns dann besser DARAUF konzentrieren müssten, das eine schließt das andere aber nicht aus. Und was Erwachsene mit ihrer Freizeit machen ist nunmal das Problem von Erwachsenen. p.s.: Wer WIRKLICH mal über das Internetverhalten von Boomern lachen möchte, sollte sich den YouTube Kanal der "Deutschen Backrooms" anschauen! Unter anderem die Videos "Wenn die Boomer Memes zu viel werden", oder "Boomer auf Social Media sind ein Fiebertraum" sind absolute Perlen...

  • „Denn in Deutschland ist wegen des Zweiten Weltkriegs die Boomer-Generation verschoben und bezeichnet die Jahrgänge 1955 bis 1969.“ Ist das so? Wer legt das fest? Wie ist das im mitgemeinten Teil Deutschlands? Das im Pillenknick geborene Baby Boomer sein sollen, macht den ganzen Quatsch ja noch quatschiger. Wem juckt was Boomer machen, die sind doch nicht die Zukunft?! Fragen über Fragen.

    • @Mendou:

      Das legt niemand fest. Es wird einfach nur geguckt, in welchen Jahren bis zum Pillenknick die meisten Kinder geboren wurden. Das war von Land zu Land sehr verschieden. Die Zahlen in der ehemaligen BRD und DDR sind allerdings recht ähnlich.

  • Ich habe bisher noch nie gelesen, dass TikTok nicht auch bei Alten wirkt. In meiner Einschätzung geht es um den Vergleich wie Alkohol und Glücksspiel, für alle schädlich, aber mit der Volljährigkeit sind viele Menschen reflektierter als als Kind.

  • Die Faktenlage hat viele Facetten.



    Faktor Einsamkeit nicht übersehen!



    Bei health.nau.ch



    "Wie die Studie zeigt, können jedoch auch einfache Massnahmen wie ein Internetanschluss helfen, insbesondere Einsamkeit und soziale Isolation von Senioren zu verringern. Trotz räumlicher Barrieren kann so etwa die Verbindung zu Familie und Freunden aufrechterhalten werden."



    Denn:



    "So zeigte die Studie, dass die Internetnutzung bei Menschen über 50 zu weniger Depressionen und einem besseren allgemeinen Wohlbefinden führen kann. Die Teilnehmer, die das Internet nutzten – sei es zum Informationsaustausch, E-Mail-Versand oder Online-Shopping – berichteten von weniger depressiven Symptomen und einer höheren Lebenszufriedenheit."

  • Perfekt auf den Punkt gebracht. Die Bittersüße Ironie macht das ernste Problem aushaltbar. Was noch fehlt ist eine Anmerkung zum KI Slop der fleißig geteilt wird, Jesus Schrimp und super süße Katzen die auf WhatsApp Status den eigenen Dunning Kruger Effekt zur Schau stellen. Lachsmiley mit Tränen in den Augen.

  • Fight fire with fire!



    Uhrzeit stimmt, der Rest auch.



    Folgt man*frau der Idee "Liebe statt Drogen", ist eine gewisse Wachheit folgerichtig.



    Ja, man*frau kann "dasalles" auch nicht lesen.



    Allerdings ist es auch schön, z.B. hier, im Boomerkindergarten des Netzes auf Gleichgesinnte zu stoßen.



    Morgens beim Bäcker kann die Antwort auf einen dummen Spruch nur ein weiterer Spruch sein, weitergehende Gedanken sind für die Zeit vorgesehen, wenn Hammer und Sichel aus der Hand gelegt werden.



    Klar unterscheiden sich Generationen.



    Nachdem ich mir in letzter Zeit allerdings die Augen bei aktuellen Klamotten zuhalten musste, war der Gedanke nur: es gab in den 80ern schon noch Schöneres, als Das.



    Es ist natürlich fraglich, was man mit Hass und Hetze macht.



    Ignorieren hilft meiner Ansicht nach nicht.



    Deine Meinung im Dorfgasthof vertreten geht auch nicht, die 80er sind Geschichte.



    Klar hilft es auch, mit offenen Augen durch die Welt zu laufen



    ( Generationen Vorteil) und gelegentlich die Klappe aufzureißen.



    Aber für nächtliche Debatten mit Gewaltaussichten ist man*frau dann doch - glücklicherweise - zu alt.

  • Es gibt heute keinen Boomer mehr unter 60.

  • Als Alter Boomer (Jhg. 65), kann ich statt Doomscrolling nur fixthenews.com empfehlen. Und weder ich noch mein Sohn hatten je einen Facebook-Account.

  • Natürlich sind die Jugendlichen nicht das Problem. Das Problem ist, dass die "sozialen Medien" nicht das sind, was sie zu sein vorgeben: Sie sind kein Kommunikationsmedium, sondern eine Datenzecke mit einem einzigen Ziel: Nutzer so lange wie möglich an sich zu binden.

    Das Verbot für Jugendliche ist nicht Lösung des Problems, sondern Schutz der Jugendlichen vor etwas Giftigem. Genau wie mit Alkohol.

    Würden die sozialen Medien wie Zeitungen behandelt (die auch für abgedruckte Leserbriefe/Kommentare verantwortlich sind), wäre das Geschäftsmodell schon lange kaputt und der Spuk wäre vorbei. DAS würde viele Probleme lösen, allem voran die Egomanisierung der Gesellschaft.

    Ein Kommunkationstool ist z.B. Jabber (XMPP). Das gibts seit 20 Jahre oder mehr, kann alles, was WhatsApp/Signal etc. auch kann - verführt aber nicht durch eine manipulierte Timeline.

    Oder Foren. Hat immer gut funktioniert, wurden moderiert, man konnte vieles finden - aber es waren Personen verantwortlich. Notfalls führte das zu Rausschmissen.



    Wer wird denn bei Facebook, TicToc o.ä. rausgeschmissen? Würde ja gehen, aber dann heist es "Mimimi, wir sind nur ein Medium".

  • > Sie haben die Plattform verlassen, die von Wut-Boomern zernagt und unbrauchbar gemacht wurde

    Und sind auf TikTok gegangen, das sie noch selbst im Dienste der lukrativen Empörung und zum Nutzen von dessen EU-feindlichen Besitzern zerstören können.

    Und Youtube verhetzt uns um-die-Vierziger.

  • Seit wann sind heute 50jährige Boomer?

    • @Bluewater:

      Das habe ich mich auch gefragt.

  • Was ist Doomscrolling?



    Ist ja toll, wenn der Autor sprachlich zeigt, wie hipp er ist, aber am Sprachgebrauch der Boomer über die er schreibt, vorbeiformuliert und nicht einmal umschreibt, was mit Doomscrolling gemeint sein könnte.



    Journalismus sollte die Welt erklären und nicht die Welt Googeln lassen.

    • @rakader:

      Doomscrolling ist das zwanghafte, endlose Scrollen durch Kommentare in der taz, selbst wenn dies Angst, Stress oder Hilflosigkeit auslöst. Es handelt sich um eine moderne Form des Medienkonsums, bei der Nutzer trotz schlechter Stimmung weiterlesen, oft angetrieben dem Bedürfnis, sich über Gefahren informiert zu halten.

      • @Prinz Leonce vom Königreiche Popo:

        Vielen Dank. Das zu erklären, wäre eigentlich der Job des Autos gewesen. Ich musste bei Wikipedia nachschlagen, aber Sie erklären es noch besser. Auch dier Kollege @Il_Leopardo.

    • @rakader:

      Doomscrolling oder Doomsurfing bezeichnet das exzessive Konsumieren negativer Nachrichten im Internet. Der gesteigerte Konsum vornehmlich negativer Schlagzeilen kann gesundheitsschädliche psychophysiologische Folgen haben. (Wikipedia)

      • @Il_Leopardo:

        Als wären die Nachrichten in den gedruckten Zeitungen oder in Radio und Fernsehen weniger negativ.

        • @Francesco:

          Die Nachrichten im Fernsehen sind aber nicht endlos, anders als der Feed by shorts.



          .



          Da gibt es ja unendlich viele neue Videos und die Gefahr durch Rabittholes schrittweise zu Verschwörungstheorien zu gelangen.



          .



          Das Fernsehprogramm wird ja nicht auf jeden Zuschauenden persönlich zugeschnitten. Das entfaltet da doch schon eine ganz andere Wirkung.

        • @Francesco:

          Auf's Fernsehen bezogen wäre das dann "Doomzapping". Ist vermutlich auch nicht so gesund.

          • @Il_Leopardo:

            Das gibt es nicht. Da landet man auch irgendwann beim Kinderprgramm - außer es ist Nacht und Bernd das Brot übernimmt.

  • Vermutlich ist das so eine Art Satire - klingt aber nach Fips Asmussen, schnell eine paar Witze heruntergeleiert.

  • Noch nie konnte man sich so gut informieren wie auf dem zahlreichen Seiten der seriösen Medien plus Wikipedia usw. Eigentlich ein Traum. Für Social Media bleibt da keine Zeit. Aber für alles andere wird es leider auch knapp. Bestens informierte Lethargie? Also noch schnell die neusten Podcasts runterladen. Vielleicht erklären die mir, warum auf der wichtigen Demo so wenig Leute waren...

  • Nix los hier. Alle im Internet.

    • @Mondschaf26:

      Ja, wo laufen sie denn?