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Gen-Z-Proteste Halbstarke in Turnschuhen

Daniel Bax

Kommentar von

Daniel Bax

Politiker von Union bis AfD betonen die Herkunft der Krawallmacher vom Wochenende. Viel wichtiger scheint das Geschlecht der Randalierer zu sein.

J ugendliche Delinquenz gab es schon immer. Wer jung ist, rebelliert gerne gegen soziale Normen und kann dabei schon mal mit dem Gesetz in Konflikt geraten. In der Regel legt sich das mit der Zeit. Selbst ein Friedrich Merz erinnert sich wehmütig an seine Jugend, als er mit langen Haaren auf dem Mofa seine Heimatstadt, das sauerländische Brilon, unsicher gemacht haben soll, wie er einst erzählte. Man sieht ja, was aus ihm geworden ist: ein mehr oder weniger anerkanntes Mitglied dieser Gesellschaft.

Wir wissen nicht, was Alexander Dobrindt in seiner Jugend getrieben hat. Ihm sei aber der Film „Die Halbstarken“ aus dem Jahr 1956 empfohlen – mit Horst Buchholz, der dadurch zu einem Teenageridol wurde. Er handelt von einer Gang von jugendlichen Kleinkriminellen, die sich ihre Zeit mit Schlägereien, Diebstählen und provokantem Auftreten vertreiben und so „gegen ihre Integration ins bürgerliche Leben auflehnen“, wie es in Filmlexika dazu heute heißt.

Die Jugendszenen von heute sind stärker migrantisch geprägt, und in Metropolen wie Frankfurt hat die große Mehrheit der Kinder und Jugendlichen heute einen Migrationshintergrund, weil ihre Eltern oder Großeltern eingewandert sind. Es ist deshalb kein Wunder, dass auch unter den Jugendlichen, die dort nach den Ausschreitungen vom Wochenende festgenommen wurden, die meisten einen Migrationshintergrund haben.

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Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten linken Meinungsspektrums.

Das macht diese Krawalle aber noch lange nicht zu einem „migrantischen“ Problem, wie Dobrindt und andere Politiker von Union bis AfD sowie konservative Kommentatoren von FAZ bis BILD suggerieren. Dieses Adjektiv ist stigmatisierend und führt auf die falsche Fährte. Ein paar Hundert Jugendliche haben in Frankfurt und anderen Städten am vergangenen Wochenende Scheiben eingeschlagen und vereinzelt Geschäfte geplündert. Vor allem auf Schuhgeschäfte mit Marken-Sneakern hatten sie es abgesehen.

Neu ist nicht, dass es in manchen Städten gelegentlich ein Problem mit Krawallmachern gibt. Neu ist bloß, dass viele von ihnen heute einen Migrationshintergrund haben und gerne Turnschuhe tragen. Welche Rolle die Herkunft ihrer Eltern spielt, um ihre Taten zu erklären oder zu verhindern, bleibt das Geheimnis von Dobrindt und Co. Wichtiger ist, dass es damals wie heute hauptsächlich Männer sind, die sich so verhalten. Vielleicht sollte der Innenminister da mal ansetzen.

Daniel Bax

Daniel Bax Redakteur

Daniel Bax ist Journalist und Autor und schreibt über Politik, Kultur und Gesellschaft in Deutschland. Er arbeitet als Themenchef im Regieressort der taz und hat mehrere Bücher veröffentlicht: “Angst ums Abendland” (2015) über antimuslimischen Rassismus und “Die Volksverführer“ (2018) über den grassierenden Rechtspopulismus. Sein aktuelles Buch "Die neue Lust auf Links" über das Comeback der Linkspartei ist Ende 2025 im Goldmann Verlag erschienen. Impressum: Daniel Bax c/o taz, die tageszeitung. taz Verlags- und Vertriebs GmbH, Friedrichstr. 21, 10969 Berlin
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50 Kommentare

  • Wanderin

    Das eigentliche Problem sind postdemokratische Zustände. Der Begriff wird in der rechten Propaganda zur Diskreditierung demokratischer Systeme missbraucht, kommt aber ursprünglich aus der akademischen linken Systemkritik von Politikwissenschaftlern wie C. Crouch. (www.bpb.de/shop/ze...1/postdemokratie/) Dieser wies in den Nullerjahren auf die Gefahr hin, dass Volksparteien immer mehr durch Lobby- Einflüsse entkernt werden und sich von den Wählern entfremden. Dadurch wächst das Risiko, dass das Vakuum, das in der pol. Landschaft entsteht, von rechtspopulistischen Parteien gefüllt wird. Zwar kann man die Wähler mit neoliberaler Ideologie eine Weile hinhalten, indem man ihnen einredet, sie hätten individuelle Probleme, an denen sie selbst Schuld seien, keine politischen. Wenn dies nicht mehr greift, muss durch das Präsentieren von Sündenböcken von den inhaltsleeren politischen Zuständen abgelenkt werden. Man kann aus jeder Gruppe ein Problem machen, wenn man die Probleme einer Gruppe hochskaliert. Der Brexit kam zustande, weil der weiße, katholische, polnische Bauarbeiter vom Boulevard zum Sündenbock/ zur Gefahr für die Sicherheit aufgebauscht wurde.

  • Puky

    Ja, es sind hauptsächlich Männer…… und jung und migrantisch.



    Warum ist es so schwer, diese Fakten zu benennen ?

  • Sam Spade

    Arg konstruiert der Kommentar. Zwischen Halbstarken, welche die Grenzen ausloten und rebellieren und gezielten Plünderungen besteht schon ein gewaltiger Unterschied.

    Wie so vieles hat dieser "Trend" seine Vorläufer in den USA. Bei den US Riots handelte es sich um organisierte Plünderungen von meist Schwarzen oder Latino Gangs. Die Begründung findet der Autor dafür bereits im US Hip Hop der 90er angelegt. Schon bei N.W.A. hieß es frei übersetzt "wir nehmen uns mit Gewalt, was sie uns verwehren".

    Damit war die weiße Bevölkerungsschicht gemeint, die vornehmlich Menschen aus der Black Community die Aufstiegschancen verwehrte, die sie ihresgleichen einräumte. Und wer aus dem Ghetto kam, hatte sowieso schlechte Karten.

    Dann nutzt man halt u.a. Riots oder Abzocken um sich mit Status auszustatten.

    In Frankreich schwappte das Prinzip bereits Anfang der 2000er in die Banlieues über. Nachzuhören bei Mafia K'1 Fry, 113 und natürlich Booba.

    Da braucht es auch keinen expliziten Verweis auf Männlichkeit um zu verstehen, warum diese Plünderungen stattfinden. Das ist Ghetto Culture, die es auch in Deutschland gibt. Diese Kultur lebt von Migration, da sie eine Antwort ist auf die Zustände.

  • StefanMaria

    Das Augenmerk muss Dobrindt und Co auf die Schulen legen. Dort sind fast alle gewesen, die jetzt auffällig waren. Und mehr Lehrer helfen da nicht, von der KiGa und Grundschule aus muss mit Fachkräften gehandelt werden

    • warum_denkt_keiner_nach?

      @StefanMaria:

      Geld für Schulen und die Ausbildung von Lehrern? Kann man doch nicht ernsthaft machen. Das gibt man lieber für Gaskraftwerke und Panzer aus.

  • Cededa Trpimirović

    Früher haben die Krawallmacher also keine Turnschuhe getragen. Was denn dann? Springerstiefel?

    Das Problem sollte hier sein, dass ein paar Idioten sich an einen berechtigten Protest anhängen, um Läden zu plündern, und der Protest damit u.U. delegitimiert wird, bzw. darüber auch gar nicht mehr gesprochen wird, weil die Krawalle alles überschatten. So bringt man junge Leute nicht dazu, sich aktiv an der Gestaltung der Gesellschaft zu beteiligen.

    @fly: Gute Idee, aber Testosteronblocker sind nicht wasserlöslich. Wir könnten Chips damit anreichern, die werden auch eher von jungen Männern konsumiert.

    • warum_denkt_keiner_nach?

      @Cededa Trpimirović:

      "Früher haben die Krawallmacher also keine Turnschuhe getragen. Was denn dann? Springerstiefel?"

      Oft ja.

      Mit dem Rest haben Sie den Nagel auf den Kopf getroffen.

  • fly

    Grundsätzliche Zustimmung und Freude beim Lesen der ersten Absätze.

    Bleibt aber noch die Frage nach dem Unterschied zwischen mit Mofa cruisen und Läden plündern. Klauen von teuren Sneakern deutet mehr auf eine Verinnerlichung des Kapitalismus hin, nicht auf dessen Bekämpfung (oder gar irgendein Zusammenhang mit den Zielen der Demos).

    Und zum Schluss - wie soll Dobrinth denn Männer als solche bekämpfen? Mit Testosteronblockern im Trinkwasser?

  • Vic Merz

    Diese verbrüderung mit der AFD, Brandmauer ade', das ist das Gesicht der Union, juhee!!

  • DerZimmermann

    Wie würde dieser Kommentar wohl ausfallen, wenn die Schaufenster von mehreren Hundert jungen Männern aus einem rechtsextremen Milieu eingeschlagen und Geschäfte geplündert worden wären? Würden wir dann ebenfalls vor allem über jugendlichen Übermut, Halbstarke und die Tatsache sprechen, dass sich solches Verhalten mit zunehmendem Alter meistens legt?

    • hierbamala

      @DerZimmermann:

      Rechtsextremist zu sein ist eine Entscheidung, irgendwie migrantisch zu sein oder zu scheinen (schwarze Haare, dunklere Haut und Augen als dein Lieblingsitaliener nebenan, zumindest mit der Oma vielleicht Arabisch oder Dari sprechend) ist es nicht.



      In den pädagogischen, sozialwissenschaftlichen und politischen Diskursen der 90er gab es in der Sicht auf die damaligen Neonazis übrigens durchaus den Aspekt der jugendlichen - männlichen - Devianz und Delinquenz, bei den in diesem Zeitraum einwandernden sog. russlanddeutschen Jugendlichen übrigens auch.

      Ja, man kann bei jugendlichen und heranwachsenden männlichen Personen, die sich so verhalten, oft mehr Ähnlichkeiten finden, als ihnen selbst mit ihrer eigenen subkulturellen Identitätszuschreibung lieb ist. ;)

    • Jalella

      @DerZimmermann:

      Wahrscheinlich nicht. Zu Recht, denn dann wären es vermutlich politisch motivierte Gewalttaten wenn es sich nur um Rechtsextremisten handelte. Hier handelt es sich aber zum größten Teil um Jugendliche, viele sogar noch Kinder, die keinerlei politisches Motiv hatten. Zumindest die Fälle, die ich gesehen habe. Das waren frustrierte aufgestachelte Jugendliche, die meisten mit niedrigem Bildungsniveau, die aus armen Verhältnissen kommen. Die "politische Haltung" war gewissermaßen "ihr habt uns alle gefickt, wir haben eh keine Chance, jetzt ficken wir euch halt mal". Plus Spaß an Randale und Zerstörung.

  • amigo

    Es ist gelinde gesagt abenteuerlich, wie Politik und Medien nach den jüngsten Krawallen krampfhaft versuchen, das Thema Herkunft in den Mittelpunkt zu rücken. Von der Union bis zur AfD wird gebetsmühlenartig auf Migrationshintergründe verwiesen – ein durchschaubares Ablenkungsmanöver! Das eigentliche, unübersehbare Bindeglied dieser Gewalteskalationen ist ein ganz anderes: das Geschlecht. Fast ausnahmslos handelt es sich um junge Männer, die Straßen als Bühne für ihre Aggressionen missbrauchen.



    ​Wer bei Krawallen reflexhaft nur über Herkunft spricht, blendet diese toxische Dynamik gezielt aus. Interessant ist auch die Doppelmoral: Wenn Anhänger der AfD oder rechtsextreme Gruppen bei Kundgebungen randalieren und Polizisten angreifen, wird das von genau jenen Kreisen schnell als „berechtigter Bürgerprotest“ verharmlost. Gewalt ist Gewalt – ganz egal, welche Fahne geschwenkt oder welches Parteibuch vorgeschoben wird. Hört endlich auf mit der selektiven Empörung!

    • Tom Farmer

      @amigo:

      Also Ihre Brahauptung Gewalt/Krawall sei "legitimer Bürgerprotest" wenn von rechts... Beispiel mit Quelle Bitte! Ich denke so platt-allgemein können wir nicht mit derlei Themen umgehen!?

  • Silberstreif2

    Es ist so ermüdend. Wann immer eine Gewalttat bekannt wird, sei es ein Terroranschlag, sexualisierte Gewalt gegen Frauen oder, wie jetzt, Krawalle und Plünderungen, wird reflexartig von rechter Seite gequakt: "Migranten!". Und genauso reflexartig blökt es von links zurück: "Männer!" Eine zugeschriebene Gruppenzugehörigkeit hilft aber nicht weiter, wenn es darum geht, die Gründe für Gewalttaten zu ermitteln oder diese sogar künftig zu verhindern. Zumal weit über 99% der Migranten nicht gewalttätig, genau so wie über 99% aller Männer.

  • Aurego

    Es ist immer einfach, solche jugendlichen Kriminellen als "Linksextremisten" zu bezeichnen, aber was ist daran links? Dass man, wenn man sich benachteiligt fühlt, einfach Geschäfte plündert, falls sich eine Gelegenheit bietet? Ist das "links" oder einfach nur kriminell?

    Ja, es handelt sich wohl i. d. R. um junge männliche Chaoten, die so etwas tun. Es mit migrantischen Familiengeschichten abzutun, ist jedoch eher eine Methode, das eigentliche Problem dahinter ignorieren zu wollen. Wie sagen uns auch Mediziner andauernd? "Vorbeugung ist besser als Heilung!" (Zitat von Christoph Wilhelm Hufeland, einem Zeitgenossen von Goethe). Es wäre also empfehlenswert, sich um diese jungen Mitbürger frühzeitig zu kümmern und ihnen die richtigen Zukunftsperspektiven zu bieten.

    Eine Frage hätte ich aber noch: Wo war die Polizei eigentlich, als die Geschäfte auf der Zeil geplündert wurden? Es wäre nicht so schwer gewesen, sie zu schützen. Die Zeil ist recht übersichtlich.

    • Jalella

      @Aurego:

      Von denen, die ich im Fernsehen und auf weniger einseitig berichtenden Medien gesehen habe, waren da überhaupt keine Linksextremisten und auch keine Rechtsextremisten dabei. Die Randalierer waren völlig unpolitisch. Und sie hatten auch nichts mit der Demo zu tun außer, der sie in deren Tross unterwegs waren. Die meisten waren ehrlich gesagt viel zu unterbelichtet um zu verstehen, worum es den Demonstrierenden ging.

  • Tom Farmer

    Egal was konservativ sagt: Links weiß es besser!



    Egal was Links sagt: Konservativ weiß es besser!



    Ein Prinzip! Freue mich auf die Zukunft!

  • Axotono

    Angesichts der Tatsache dass schicke Geschäfte geplündert wurden, spielt sicherlich auch Armut eine Rolle. Und die ist in unserer Gesellschaft nun mal mit Migration verknüpft. Warum sollte man das verschweigen? Die Kombination lautet wohl: junge Männer aus patriarchalen Gesellschaften plus migrantische Armut plus jugendliche Ablehnung des Bestehenden.

    • warum_denkt_keiner_nach?

      @Axotono:

      Warum muss man arm sein, um "schicke Geschäfte" zu plündern? Auch Menschen mit gut gefülltem Portemonnaies greifen gern zu...

  • Whying_Dutchman

    Beim G20 wurden einige Kioske und kleinere Läden, aber auch ein Apple Laden geplündert.



    Mit Erschrecken musste ich feststellen, das frühere Bekannte dabei waren: 20er, sogar 30er, links "Im Herzen" (was immer das inzwischen heißt), meist relativ "gut gestellt" (also: "Wohlstandslinke") ... und überwiegend "nicht migrantisch".

    Ich fand es ziemlich daneben, den (oft migrantischen) Kiosk zu plündern, um sich Alk zu holen ... zumal diejenigen auch ne Strasse weiter einfach ne Flasche oder zwei hätten kaufen können. Geld ist vorhanden...

    Was ich sagen möchte: wer Kleinläden und Kioske plündert (wo die Besitzer zumeist auch noch kleine Mittelständler sind), KANN für mich per Definition nicht links sein oder wirklich etwas für "die da unten" bewirken wollen.

    Und: der Demo Tourismus mit Event Charakter macht jegliche wohlgemeinte Intention der demonstrierenden Mehrheit zunichte.

    Wir (Punks/Anarchisten, in den 80ern) hatten zwei Regeln: NIEMALS Gewalt! NICHTS richtet sich gegen den "kleinen Mann"...

    Das sind nach wie vor gute Regeln, denke ich!?

    • Dorothea Pauli

      @Whying_Dutchman:

      Also ich kannte auch ein paar Punks in den 80ern, aber von solchen Regeln habe ich nie gehört.

    • Tom Farmer

      @Whying_Dutchman:

      So sieht das aus! Gut geschrieben.

  • FtznFrtz

    Es ist doch offensichtlich, was Poseck und Dobrindt mit diesen Aussagen bezwecken: die bösen (unwilligen, unintegrierbaren) Migranten sind das Problem, auf das man nur mit Polizeiknüppel und Knast, gerne auch Ausländerbehörde, einhauen muss, dann ist die Welt wieder in Ordnung, Law-And-Order-Trashtalk, immer gleich und unterkomplex. Problem abgeschoben, gerne im wahrsten Sinne des Wortes.



    Man schlägt mehrere Fliegen mit einer Klappe: mehr Polizei, mehr Befugnisse in der Strafverfolgung, mehr Härte gegen Migranten, gleichzeitig diskreditiert man die völlig berechtigten GenZ-Proteste. Man kann nur hoffen, dass die Mehrheit auf diesen Mummenschanz nicht hereinfällt.

  • warum_denkt_keiner_nach?

    Viel wichtiger, als ständig über die relativ kleine Anzahl Krawallmacher zu reden, wäre es, über die wichtigen Anliegen der sehr vielen friedlichen Demonstranten zu sprechen.

    Die Konzentration auf die Krawallmacher dient nur der Delegitimierung der Proteste.

  • Warim Wilke

    Bei "mehr oder weniger anerkanntes Mitglied der Gesellschaft" musste ich schmunzeln.

    Ansonsten: die Motivation der üblichen Hetzer ist offensichtlich. Die CDU wird davon allerdings, anders als die Faschisten und die Hetzpresse, nicht profitieren. Zwischen Konservativen und Rechten Mitgliedern hin und hergerissenen, verliert sie die Konservativen mit diesem erbärmlichen Gepöbel an das moderne Äquivalent der Merkel-Union, die Grünen. Die Inhumanen, sie wählen gleich die AfD. Hetzen ist auf die Dauer kein Ersatz für eine Identität, täuscht schon gar nicht darüber hinweg, dass diese Pfeifen außer Lobbyismus nix zu bieten haben.

  • Mr. Hello

    Für die Taten von heute (oder morgen) spielt es aber keine Rolle was gestern war. Es geht um den konkreten Fall, der möglichst genau beschrieben und analysiert werden muss.

    Was nicht hilft, ist immer wieder zu abstrahieren. Wenn junge, männliche Migranten oder Menschen mit Migrationshintergrund (wie u.a. in Frankfurt) Fehlverhalten an den Tag legen, sind Männer das Problem. Als es zum Anschlag auf den CSD in Berlin kam, fielen Aussagen wie „(Rechts-)Extremismus tötet“. Wie sollen so konkrete Lösungsansätze gefunden werden, wenn nicht einmal die Probleme an sich konkret beschrieben werden?

    Die Empfehlung zu geben, bei „Männern“ anzusetzen ist noch falscher als die populistische Formulierung eines „migrantischen Problems“, allein aufgrund der Größe und Heterogenität der Gruppen. Die Mehrheit der „Männer“ hat nicht randaliert. Genauso wenig die Mehrheit der „Migranten“.

  • Chaos-NRW

    "Neu ist bloß, dass viele von ihnen heute einen Migrationshintergrund haben"



    Mit diesem Zitat kommen Sie, wenn auch sicher ungewollt, also zu dem Ergebnis, dass die "migrantischen Milieus" von Herrn Dobrindt eine zutreffende Beschreibung waren.

  • StefanMaria

    Und wer glaubt, dass hartes Vorgehen und Haftstrafen alleine irgendein Problem lösen, wird nur recht bekommen am Stammtisch von heute, Instagramm und Co. Peinlich für Dobrindt, Poseck und Co, aber leider schon oft schädlich wirksam wie die Geschichte gezeigt hat.



    Fordern und Fördern hilft hier vielleicht eher, dann bekäme der dumme Spruch aus einem anderen Bereich mal Sinn.



    Vielleicht auch mal umgekehrt denken und erst mal fördern und dann fordern.

  • Bürger L.

    Noch deutlicher ist die dahinter stehende Absicht zu erkennen, wenn in die Welt hinausgeblasen wird, dass es sich um "Linksextreme Chaoten aus migrantischen Milieus " handelt, die nach den friedlichen Demos Gewalt ausgeübt und Läden geplündert haben.

    Wie praktisch - damit werden gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

    Soll bloß niemand behaupten, die Union und konservative Medien würden mit der AFD zusammenarbeiten.

    Sie verwenden nur "zufällig" die gleiche Sprache, verbreiten das gleiche Feindbild und bereiten so den Rechts-Nationalen den Weg zur Macht.

    Natürlich völlig unbeabsichtigt.....

    • Kawabunga

      @Bürger L.:

      Ich habe entsprechende Aussagen bisher eher nicht als Verknüpfung wahrgenommen, sondern als "linksextreme Chaoten [einerseits] und Randalierer aus migrantischen Mileus [andererseits]".

      Ich halte es da eher mit Hanlons Rasiermesser .

    • Goodfella

      @Bürger L.:

      Die Ermittlungsbehörden haben betont, dass viele der festgestellten Tatverdächtigen aus dem migrantischen Milieu stammen. Wenn dem so ist, ist das weder eine rechte, eine nationale oder linke Aussage, sondern eine Erkenntnis mit der man sich an Ursachenbekämpfung machen könnte. Dazu bedarf es allerdings einer gewissen Nüchternheit die in diesem Land anscheinend völlig verloren gegangen ist.

      • Kaboom

        @Goodfella:

        "Die Ermittlungsbehörden haben betont, dass viele der festgestellten Tatverdächtigen aus dem migrantischen Milieu stammen. "

        Wo kann ich das nachlesen?

        • Walterismus

          @Kaboom:

          Würden Sie die Quellen denn überhaupt akzeptieren?



          Egal ob Polizei, Ministerium, Presse, etc. es wird sich schon irgend ein Grund finden, warum man diese Quellen nicht ernst nehmen sollte.



          Sagen alle Quellen das gleiche, sind alle Rechts.

          Wollen Sie also wirklich eine oder mehrere Quellen?

  • c. F

    "Neu ist bloß, dass viele von ihnen heute einen Migrationshintergrund haben und gerne Turnschuhe tragen."

    Vielleicht die beste Einordnung, die ich so gelesen habe, aber man trägt Turnschuhe heute nicht mehr, sondern stellt sie, früher waren es Vitrinen, in Regalen aus, weil sie entweder einen Sammlerwert haben oder aus sazialem Status. Mit Turnschuhen kann man heute viel Geld und Ansehen verdienen. Ähnlich wie mit Schallplatten: Einige früher 3 Euro oder DM in der Plattenkiste, heute 300,-.

    Ich habe selbst einen Migrationshintergrund, aber einen coolen, der trotz Trump cool geblieben ist: US-amerikanisch. Der Migrationshintergrund, der gemeint ist, ist ein bestimmter Migrationshintergrund. Ich kenne da also so ein Problem: würde ich beim Plündern erwischt werden, würde mein Migrationshintergrund nicht erwähnt werden, jedenfalls hier in Deutschland nicht. Aus meiner Perspektive sehe da schon Rassismus.

    Ach ja, das mit der Jugend: ich mag solche Zuordnung nicht. Bei den rechten und/oder populistischen Mitbürgern hat sich doch in den letzten 10 Jahren gezeigt, dass das Alter nicht vor Weisheit schützt. Außerdem sind die meisten Jugendlichen eher harmlos und angepasst.

    • sociajizzm

      @c. F:

      Auch Trump ändert eben nicht die Hautfarbe.

      Bei mir sind es 25% Ukraine 25% Russland +-49% Deutsch +-1% Franzose.

      Weder bin ich von racial profiling betroffen, noch würde mein Migrationshintergrund je erwähnt werden.

      Das mit der Jugend ist keine Pauschalisierung in meinen Augen. So wie das Geschlecht ist es eben ein statistisch signifikanter Faktor.

  • Hans Dampf

    Soll ich jetzt als Mann ein schlechtes Gewissen bekommen, weil Gewalttäter Randale gemacht haben, Geschäfte geplündert und Polizisten verletzt haben?



    Ja, es waren vorwiegend Männer, aber die Art wie über "Männer" berichtet wird klingt für mich immer mehr wie ein Vorwurf weil man Mann ist.



    Wenn die Nationalität oder Herkunft der Täter keine Rolle spielen soll, dann darf auch das Geschlecht keine Rolle spielen.



    War das jetzt ein "typisch männlich toxischer" Kommentar von mir, würde mich auch nicht mehr wundern.

    • Andreas J

      @Hans Dampf:

      Mit reflektieren haben sie es offensichtlich nicht so, wenn sie sich angegriffen fühlen. Und nur um ihr Bild von Gewalttätern zu vervollständigen: es waren auch vorwiegend Männer, die auf die Demonstranten eingedroschen haben.

    • sociajizzm

      @Hans Dampf:

      * Alle Mörder sind Männer =/= *Alle Männer sind Mörder.

      *fast

    • dites-mois

      @Hans Dampf:

      Meine Güte, gleich persönlich beleidigt, wenn unschöne Männlichkeitsformen kritisiert werden?

      • Comerade Aardvark

        @dites-mois:

        Für mich als unschön geformten Mann irgendwie nachvollziehbar

    • sk_

      @Hans Dampf:

      Warum die Herkunft der Täter keine Rolle spielt, wurde ja erklärt: Weil die meisten Jugendlichen in diesen Orten einen migrantischen Hintergrund haben. Daher ist es durch die Menge erklärbar.

      Warum aber jetzt keine Mädchen dabei waren, wurde eben nicht erklärt. Die Erklärung zum migrantischem Hintergrund trifft ja auch auf sie zu. Es gibt nicht viel mehr Jungs als Mädchen.

      Warum haben sich also vornehmlich Jungs zu Randale entschieden? Warum haben sich so wenig Mädchen dazu entschieden?

      • Hans Dampf

        @sk_:

        1) Zauberwort Testosteron/Cortisol. Männer sind rein genetisch bedingt eher aggressiv und kämpferisch, wissenschaftlich erwiesen. Ist aber trotzdem keine Rechtfertigung dies auch zu tun, gehören alle verurteilt!



        2) Vielleicht weil es in vielen islamischen Familien gar nicht erlaubt ist, dass Frauen überhaupt daran teilnehmen?



        3) Vielleicht aber sind uns die Frauen was Vernunft und Gewalt betrifft hier einfach überlegen und vermeiden diese dumme und dumpfe Gewalt von vornherein.

        • Lizu Mutzson

          @Hans Dampf:

          Ich war auf einer der Demos, zwar nicht in einer Stadt in der es danach (wichtiger Punkt, alle Plünderungen fanden nach Beendigung der Demos statt, das wird oft kaum bis gar nicht kommuniziert) zu Plünderungen kam, die Teilnehmer dürften aber ähnlich gewesen sein. Und da gab es eine Menge Frauen mit sichtbarer Migrationsgeschichte, teils mit Kopftuch oder Hijab, meist aber ohne, definitiv aber aus dem islamischen Kulturkreis stammend. Es gibt sogar ein Video aus ich meine FaM in dem sich eine junge Frau Plünderern eines Sneakershops in den Weg stellt und diese versucht vom stehlen abzuhalten, Aussehen und Dialekt deuten auf eine Muslima hin. Es mag die ein oder andere muslimische Familie geben, in der weibliche Mitglieder nicht zu solchen Veranstaltungen gehen dürfen, Normalität ist das aber nicht.

  • Maira567

    Es soll vmtl. heißen "das sauerländische Brilon" statt "saarländische"... Abgesehen davon, Zustimmung.

  • Vollgut2000

    Kein sein, dass Merz sich mit seiner Mofa aufgemacht hat, um sich im Saarland daneben zu benehmen, um im heimischen Sauerland als unbescholten zu gelten. Was sollten denn die Nachbarn denken?

  • Ahnungsloser

    Brilon liegt immer noch im Sauerland.



    Und die Verharmlosung solcher "Raubzüge" werde ich wohl nie verstehen. Egal von wem sie begangen werden

    • sociajizzm

      @Ahnungsloser:

      Um die Krawalle selbst geht es in dem Kommentar von Daniel Bax nicht. Diese können daher auch nicht "verharmlost" werden.



      .



      Es geht um die Reaktion darauf und den darin enthaltenen Rassismus.



      .



      Stellen Sie sich vor, jemand behauptet, der Grund für Polizeigewalt liege am Migrationshintergrund dieser Beamten. Jemand anderes erwidert, diese Schlussfolgerung sei rassistisch. Verharmlost er/sie damit Polizeigewalt?

      • Ahnungsloser

        @sociajizzm:

        Dann habe ich den Kommentar wohl missverstanden.

      • Dr. McSchreck

        @sociajizzm:

        Es hat aber niemand behauptet, die Krawalle lägen am Migrationshintergrund der Randalierer. Er wurde nur erwähnt und dass er auffällig häufig vorhanden war. Das bedeutet nicht, dass er ursächlichlich war, zumal viele Geschädigte den gleichen Hintergrund haben.

        Sie haben nur in ihrer Jugend einen anderen Weg für sich gewählt.