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Flucht nach Europa über Ceuta Mächtige Feinde

Reiner Wandler

Kommentar von

Reiner Wandler

Sánchez ist der letzte Linke an der Spitze eines großen EU-Landes. Ging es den Mächtigen beim Massenansturm auf Ceuta eher um ihn als um die Flüchtenden?

E twa 60.000 Menschen umschwimmen den Grenzzaun zwischen Marokko und der spanischen Exklave Ceuta, mindestens 57 sterben dabei. Zwei Fragen bleiben danach: Wie verzweifelt muss man sein, um sich auf dieses Unterfangen einzulassen? Und: Wie inhuman sind diejenigen, die eben diese Verzweiflung für Machtinteressen ausnutzen?

Die erste Frage ist schnell beantwortet: Nirgends in der Welt ist an einer Grenze das Wohlstandsgefälle so groß wie zwischen Marokko und Spanien. Die Versuchung, den Weg ins vermeintliche Paradies zu suchen, ist groß. Wenn dann das Gerücht kursiert, Spanien würde niemanden abschieben, zieht das Zehntausende an.

Doch Marokko ist kein Ort, der für die Einhaltung von Menschenrechten bekannt ist. Deshalb schauen viele weg, wenn sich Tausende Menschen auf den Weg in Richtung Grenze nach Ceuta machen, während der allmächtige König Mohammed VI. nur 30 Kilometer entfernt sein Thronfest feiert.

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Eigentlich sind die diplomatischen Beziehungen zwischen Marokko und Spanien gerade gut. Die Regierung von Pedro Sánchez hat die Autonomielösung für die besetzte ehemalige spanische Kolonie Westsahara anerkannt und ist damit weit auf Mohammed VI. zugegangen. Warum lässt Marokko also nun den Massenansturm auf Ceuta zu?

Ein politischer Gegner soll weg

Geht es um spanische Energiedeals mit dem Erzfeind Algerien? Wohl kaum, die sind nicht neu. Was neu ist: Sánchez – Vorsitzender der Sozialistischen Internationalen – ist für viele ein Politiker, dessen es sich zu entledigen gilt.

Er ist der letzte Linke an der Spitze eines großen EU-Landes. US-Präsident Donald Trump und Benjamin Netanjahu hassen Sánchez. Er weigert sich, die US-Truppen von Basen in Spanien aus operieren zu lassen, und spricht vom „illegalen Krieg gegen den Iran“.

Zudem verurteilte Sánchez die Entführung von Venezuelas Präsidenten Nicolás Maduro, wofür er Drohungen von Trump erntete. Ähnlich beliebt ist Sánchez bei Netanjahu, dem er Völkermord in Gaza vorwirft.

Sánchez hat sich zu einer linken Leitfigur über Spaniens Grenzen hinaus entwickelt – und wurde so zur Zielscheibe vieler. Auch rechtsextreme Regierungen in Italien und Finnland reagieren mit Grenzkontrollen, als läge Ceuta nicht außerhalb Schengens und auf einem anderen Kontinent, sondern gleich nebenan. Am Ende stellt sich daher eine andere Frage: Was, wenn der marokkanische Monarch nur ein Instrument der neofaschistischen, trumpistischen Internationalen ist?

Transparenzhinweis: Der Begriff „Massensturm“ wurde nachträglich geändert zu „Massenansturm“.

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Reiner Wandler

Reiner Wandler Auslandskorrespondent Spanien

Reiner Wandler wurde 1963 in Haueneberstein, einem Dorf, das heute zum "heilen Weltstädtchen" Baden-Baden gehört, geboren. Dort machte er während der Gymnasialzeit seine ersten Gehversuche im Journalismus als Redakteur einer alternativen Stadtzeitung, sowie als freier Autor verschiedener alternativen Publikationen. Nach dem Abitur zog es ihn in eine rauere aber auch ehrlichere Stadt, nach Mannheim. Hier machte er eine Lehre als Maschinenschlosser, bevor er ein Studium in Spanisch und Politikwissenschaften aufnahm. 1992 kam er mit einem Stipendium nach Madrid. Ein halbes Jahr später schickte er seinen ersten Korrespondentenbericht nach Berlin. 1996 weitete sich das Berichtsgebiet auf die Länder Nordafrikas sowie Richtung Portugal aus.
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57 Kommentare

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  • Ceuta gehört nicht zum Schengenraum. Die meisten sind wieder zurück... Mehr muss man da eigentlich nicht zu wissen.

    Die ganze Show ist also wieder nur Migrationshysterie at it's best.

    • @Nansen:

      7000 Minderjährige sind noch in Ceuta und werden nach Spanien gebracht, dann kann man von nachfolgenden Famlilenzusammenführungen ausgehen - ich finde das ist keine Hysterie.

      • @Gerald Müller:

        7000!?!?!! Oh mein Gott! Familienzusammenführung! Wir werden alle sterben!

  • Zu den Bildern, auf denen marokkanische Sicherheitskräfte den Strom nur noch begleiten statt ihn zu stoppen: Das muss keine Anweisung von oben sein. Wenn der Druck an einem Punkt zu groß wird, bleiben zwei Optionen. Entweder man gibt nach und hält die Folgen für die öffentliche Sicherheit möglichst klein – oder man reagiert mit maximaler Härte bis hin zum Schusswaffengebrauch gegen die eigene Bevölkerung.

    Diese Weggabelung gab es am 9. November 1989 an der Bornholmer Straße. Auch dort hatte niemand die Öffnung befohlen; der Schlagbaum ging hoch, weil der Diensthabende vor Ort die Alternative nicht wollte – und für diesen Fall keine Befehle hatte.

    Der Vergleich hinkt in vielem, aber der Mechanismus ist derselbe: Ab einer bestimmten Menge liegt die Entscheidung nicht mehr bei der Behördenleitung, sondern bei einzelnen Einsatzkräften, die nicht schießen wollen.

    Gebrochen wurde der Zustrom dann auch nicht an der Grenze, sondern in Ceuta selbst – durch Resignation. Wer dort ankam, sah nach den ersten ruhigen Stunden, dass das für ihn kein gutes Ende nehmen kann, und meldete genau das zurück. Erst danach griff wieder Ordnung.

  • Bei allen Steuerungs- und Verschwörungsthesen wird ein naheliegender Mechanismus übersehen: Es kamen nicht am Donnerstag aus dem Nichts Zehntausende, nachdem vorher niemand gekommen wäre. Die Zahlen stiegen über Tage, vermutlich über zwei, drei Wochen – nur finden sich erste warnende Meldungen eben erst seit einer Woche.

    Entscheidend war das Urteil: Wer schwimmend Ceuta erreichte, wurde nicht mehr unmittelbar zurückgewiesen, sondern aufgenommen, in einer Erstaufnahme versorgt und ins Asylverfahren geschickt – ein Verfahren, das nach einigen Wochen sehr wahrscheinlich ebenfalls mit der Ausreise geendet hätte. Nur weiß das niemand, der sich gerade auf den Weg macht. Nach Hause gemeldet wird die kurze Version: „Ich bin drin.“

    Jeder hat ein paar Kontakte, direkt oder über soziale Medien, die ebenfalls vom Leben im Westen träumen. Die Nächsten brechen auf, dürfen vorerst bleiben, melden es weiter. Der Rest ist keine Regie, sondern eine Exponentialfunktion – und die entfaltet sich in Tagen, nicht in Monaten.

    Das schließt marokkanisches Kalkül nicht aus. Man braucht es nur nicht, um zu erklären, wie aus Hunderten Zehntausende wurden.

  • Kleiner klärender Nachklapp



    Flucht durch Basler Grenzwald



    -



    Der Weg in die Freiheit führte durch die «Eiserne Hand»



    Im Zweiten Weltkrieg gab es im Basler Wald eine Lücke im Grenzzaun. Viele entkamen hier den Nazis. Nur verirren durfte man sich nicht.

    Autor: Marlène Sandrin

    Der Basler Grenzwald «Eiserne Hand»



    03:58 min, aus Kultur-Aktualität vom



    Deutschland wollte im Zweiten Weltkrieg auf diesem schmalen Streifen eigentlich seinen Grenzzaun aufbauen und somit ein Stück Schweizer Territorium abschneiden.

    Die Schweiz habe dieses Ersuchen jedoch abgelehnt, erklärt die Historikerin Alexandra Heini. Somit sei bei der «Eisernen Hand» eine Lücke im Grenzzaun geblieben. Andernorts stand in dieser Zeit ein acht Meter breiter Grenzzaun aus Stacheldraht zwischen den beiden Ländern.

    Vor lauter Bäume die Grenze übersehen

    Viele Menschen versuchten in dieser Zeit aus dem nationalsozialistischen Deutschland in die Schweiz zu fliehen. Der Wald bei der «Eisernen Hand» bot ihnen Schutz. Er war aber auch eine Gefahr. Man riskierte die Lücke zu verfehlen, denn im Wal



    www.srf.ch/kultur/...h-die-eiserne-hand

  • Dass sich Hr. MP Sánchez keine Freunde in der EU macht, ist nichts Ungewöhnliches. Aber wie hat er neulich sinngemäß gemeint: Solidarität ist freiwillig, Verträge einhalten nicht. Spanien muss seine EU-Außengrenze vor illegaler Migration sichern. Schafft der Staat es allein nicht, kann er z.B. die Frontex um Unterstützung bitte. Hat Spanien auch auf dem Höhepunkt der Krise nicht getan, laut Frontex (die von sich aus nicht aktiv werden darf).



    "Was neu ist: Sánchez – Vorsitzender der Sozialistischen Internationalen – ist für viele ein Politiker, dessen es sich zu entledigen gilt." Hr. Sánchez ist seit acht Jahren MP. Also so neu ist das auch nicht, aber bislang ist gegen ihn aus dem Ausland nicht intrigiert worden.



    Was die span. Feindschaft zu den USA betrifft, ist das quasi spanisches Kulturgut, seit der Monroe-Doktrin 1823 ("Amerika den Amerikanern") über den span.-amerikan. Krieg 1898 bis zur Ächtung Spaniens durch den "Westen" unter der Franco-Diktatur. Hr. Sánchez kann sich mit seiner Politik einer breiten Mehrheit sicher sein.



    Ebenso gehört der Antisemitismus seit altersher zu Spanien. Auch hier muss sich der MP keine Mehrheiten suchen, ist also keineswegs moralischer Held.

  • ""Die Versuchung, den Weg ins vermeintliche Paradies zu suchen, ist groß...."



    ==



    Welches Paradies ist gemeint? Die ca. 60.000 haben defakto fast alle mit Ausnahme von wenigen hundert ohne Zwang freiwillig die Grenze aus Ceuta kommend nach Marokko überschritten.



    =



    Die Guardia Civil hat bereits 72 Tote aus dem Meer gefischt und sucht nach weiteren Toten. Wo bleibt die Aufklärung wer für den Irrsinn verantwortlich ist - und wem eine Klage droht jugendliche Marokkaner angestiftet zu haben ihr Leben zu riskieren?



    =

  • Manchmal treten Krisen oder Konflikte ein, die den Interessen der Kontrahenten der Betroffenen nützen, ohne dass diese sie bewusst vorantreiben So ist das auch im Verhältnis zwischen Staaten.



    Man muss kein Verschwörungstheoretiker sein, um zu erkennen, dass der US-Präsident ein starkes Interesse daran hat, die Position des spanischen Ministerpräsidenten zu schwächen bzw. ihm zu schaden. Insofern nutzen Trump die Ereignisse in Ceuta, auch wenn er sie (via Marokko) nicht initiiert hat.



    Fest steht ebenso, dass die EU auch in diesem Fall alles andere als ‚bella figura‘ macht - insbesondere ist hier die problematische Rolle Italiens bzw. Melonis anzusprechen.



    Welche Rolle indes Marokko und der marokkanische König in diesem zynischen Machtspiel spielen, darüber kann weiter kräftig spekuliert werden. Ebenso über die Ursachen, die zu dieser Massenflucht in die spanische Enklave führten.

  • Was noch bleibt ist die Frage nach dem EU-Asylrecht. Merz spricht von illegaler Migration. Laut spanischem Gericht haben die Migranten – sofern sie schwimmend Ceuta erreichen – ein Recht auf ein Asylverfahren. Sie sind also nicht illegal. Illegal ist allenfalls die Abwehr der Migranten durch Aushungern etc..

    • @test_name:

      "Laut spanischem Gericht haben die Migranten – sofern sie schwimmend Ceuta erreichen – ein Recht auf ein Asylverfahren."

      So habe ich das Urteil des spanischen Gerichtes auch verstanden. Ich ging sicher davon aus, dass Herr Ministerpräsident Sánchez Geflüchtete in dieser Anzahl auf das spanische Festland bringen "muss", da Ceuta bei selbst 85.000 Einwohnern mit ca. 60.000 Geflüchteten sicherlich überfordert wäre. Wenn ich es richtig weiß, erhielten die Geflüchteten nicht einmal Nahrung und Getränke, bei dieser Hitze und deren Erschöpfung. Letztendlich wurde das Militär eingesetzt, damit die Geflüchteten "freiwillig" nach Marokko zurückkehren.



      Somit verstehe ich nicht, wofür Herr Sánchez gelobt wird. Würden andere EU-Länder mit Geflüchteten so umgehen, ...

      (Ja, die Besonderheit von Ceuta und Melilla sind mir bekannt.)

  • Diese Meinung teile ich voll und ganz!

    Die spanische Regierung - nämlich Sanchez - haben hervorragend reagiert und gehandelt. Dass es leider Tote gab , muss man den Organisatoren dieses Spuks anlasten und keinesfalls den spanischen Sicherheitskräften.

    • @PfoteMila:

      @ PfoteMila



      Genau 👍 👍

  • An eine klassische Verschwörungstheorie glaube ich nicht. Doch die Wahrnehmung ist nicht falsch: vielen ist Pedro Sanchez ein Dorn im Auge, er agiert weltoffen, pragmatisch und mit Verständnis gegenüber den Menschen - nicht nur den Wirtschaftsprofiten. Das stört so manche*n Regierungschef*in gewaltig, auch Merz. Die freuen sich allesamt, wenn sie Sanchez zusetzen können.

  • Guter Kommentar. Sehe ich auch so.



    Das Ganze ist aber trotzdem auch ein moralischer Totalausverkauf Europas. Die Europäer fahren gerne nach Marokko in den Urlaub, finden das ganz toll dort, wir machen Geschäfte mit Marokko. Aber wenn dann mal plötzlich ein Gegenbesuch ansteht, dann müssen diese Gäste mit Waffengewalt aus Europa rausgehalten werden. Dass sie dafür nicht den NATO-Ernstfall ausrufen, ist ja schon alles.

    Die Xenophobie der Menschen wird ihnen noch das Genick brechen. Wer nicht zusammenarbeitet, sondern sich nach den Dogmen der vorherrschenden Religion auf der Erde, dem Neoliberalismus, nur mit Ellbogenmentalität bekriegt, der ist dem Untergang geweiht.

    Alle funktionierenden System funktionieren besser mit Zusammenarbeit. Das fängt ganz primitiv mit dem Genpool einer Population an, der von Vielfalt profitiert und endet nicht mit der Forschung, die nur international wirklich gut vorankommt.

    Und auch sonst sind Kinder, die nichts abgeben, schnell schlecht gelitten im Kindergarten.

    • @Jalella:

      Zusammenarbeit bedeutet geben und nehmen zum Vorteil beider Seiten. Dieser Vorteil ist hier wohl nicht gegeben. Im übrigen haben Spanier gewöhnlich keine Einwände gegen Touristen aus Marokko.

  • Das geht ganz ohne jede Verschwörungstheorie auf: Mohammed VI. von Marokko braucht Spanien als wichtigsten Kontakt in die EU und das auch, um ungestört weiter die Westsahara besetzt zu halten und sich seiner algerischen Nachbarn zu erwehren.



    Sein bestes Druckmittel sind Kontrollen seiner Polizei bei Migranten aus Afrika südlich der Sahara. Deren Leben und Hoffnungen sind ihm egal; er kann unter ihnen Lügen verbreiten und einen Weg in die EU eröffnen, und dann stürmen Zigtausende die Grenze.



    Was er nicht braucht, ist ein spanischer Regierungschef, der nach Algerien reist, um für Tauwetter zu werben und sehr öffentlich den großen und den kleinen Satan zu kritisieren und damit bei Islamisten lieb Kind zu machen.



    Und so hat es denn am Rande vielleicht mit Trump und Co. ein bisschen was zu tun, aber ganz viel damit, Spanien von weiterer Annäherung an Algerien und eventuell einem Kurswechsel in der Westsahara abzubringen.



    Der PP und Vox hätten genau das gleiche Problem gehabt wie Sánchez, nur mit dem Unterschied, dass ihre Reaktion noch mehr Menschenleben gekostet hätte. Vermeintlich linke deutsche Sichtweisen spielen dabei keine Rolle, so realistisch sollte man bleiben.

  • Einige Kommentare schweben hier im luftleeren Raum. Die Migrationsbewegung war zumindest teilweise organisiert und wie solche Bewegungen in einem autoritären Staat statt finden können, mit 4x so vielen Polizei- und Sicherheitskräften wie in Deutschland, ist ansonsten schwer verständlich. Etwas perfide auch die Behauptung, als guter Sozialist hätte Sanchez diese Migranten hineinlassen sollen, ohne ehrlicherweise zu sagen, dann wäre der Staat erpresst worden und seine Regierung am Ende.

  • Also es tut mir leid. Aber das grenzt schon an Verschwörungstheorie.

    Warum das ausgelöst wurde, ist ganz einfach. Die Nachricht von der Meldung des Gerichts. Alles andere ist dermaßen weit hergeholt.

  • Egal, wer, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass da jemand Regie geführt hat. Ich glaube eher, das Ziel war, Misstrauen in Europa zu schüren und die EU in Lager aufzuspalten. Und: Ziel erreicht!

    • @Stinepizza :

      Geht mir genauso. Das Wohlstandsgefälle war vielleicht Verstärker, gibt es aber ja (leider) schon lang, und das kürzlich gesprochene Urteil mag vielleicht willkommene Gelegenheit gewesen sein, aber dass sich plötzlich Zehntausende praktisch gleichzeitig auf den Weg machen geht nicht ohne Planung und Steuerung. Mafiagrupppen? Ja, als Werkzeug vielleicht, aber nicht als Initiatoren. Arab Spring Vibes.

  • Diese Forderungen nach Solidarität sind ein bisschen witzig. Ist Spanien solidarisch was die Militärausgaben zur Verteidigung Europas angeht?

    "Aber bei den spanischen Bürgern steht das Thema Sicherheit nicht an erster Stelle. Der Krieg in der Ukraine ist räumlich weit weg, die Spanierinnen und Spanier haben andere Sorgen: etwa die extreme Wohnungsnot, die sie viel mehr umtreibt. Das jüngste Euro-Barometer ergab, die Spanier machen sich im EU-Vergleich fast am wenigsten Sorgen um Sicherheit und Verteidigung"

    www.tagesschau.de/...sausgaben-100.html

  • Sehr guter Artikel. Diejenigen, die ihn als Verschwörungstheorie bezeichnen, verstehen nicht, dass psychologische Kriegsführung Teil der konventionellen Kriegsführung ist. In jedem Fall handelt es sich um ein dreidimensionales- Thema, das viele Ziele der Feinde Spaniens erreichen kann.

    Die USA wollen die Kontrolle über die Straße von Gibraltar erlangen, damit sie nicht in eine ähnliche Situation geraten wie in der Straße von Hormus mit dem Iran.

    Spanien war eines der wenigen NATO-Länder, das sich weigerte, die USA in irgendeiner Weise bei ihren Angriffen auf den Iran zu unterstützen. So erlaubte es den USA beispielsweise nicht, ihre Militärstützpunkte zu nutzen.

    Vor zwei Wochen verabschiedete der US-Kongress ein Gesetz, das die Übertragung spanischen Territoriums an Marokko genehmigte.

    Hier ist die Quelle:

    www.congress.gov/1...LS-119hr8595eh.pdf

    • @Kat Blanche:

      Die Quelle umfasst 290 Seiten. Können Sie das bitte genauer belegen, auf welcher/n Seite/n steht‘s?

  • Ohne die Gastarbeiter aus Marokko läuft in der spanischen Landwirtschaft fast nix. Nur weil so viele Helfer dort aktiv sind, können wir uns Nektarinen, Zitrusfrüchte oder Erdbeeren überhaupt noch leisten (schlecht bezahlter Trucker sollten wir auch nicht vergessen!) und Schwartz & Co verdienen Milliarden..... Diese Abrechnungen gegenüber Sanchez der vereinigten Rechten sind reine Ablenkungsmanöver.

  • ...und datt undemokratische Fräulein von der Leyen, tanzt mit ihren Komplizen schon wieder - wie der Papst im Kettenhemd, vor Freude...

  • Immer wieder erstaunlich, wie die rechten Narrative sofort hier im Forum verbreitet werden. Die Judikative ist Schuld. Die Legalisierung von dringend in Spanien benötigten Arbeitskräfte ist der Grund (btw, gilt nur für Asylanträge die in 2025 oder früher gestellt wurden).

    Aber keine Auseinandersetzung mit dem offensichtlichen: Das Ceuta nicht zum Schengenraum gehört, dass die Geflüchteten schon wieder in Marokko sind.

    Das scheint mir die Theorie vom Autor nicht so verschwörungstheoretisch zu sein, dass es da eher gegen Sanchez geht als um Migration.

    • @Anna Bell:

      Es war bis vor kurzem durchaus üblich, Migranten von Ceuta aus aufs Festland zu bringen.

      Gerade wenn es mutmaßlich Minderjährige ging.

    • @Anna Bell:

      Arbeitskräfte generieren sich aber nicht aus Asylanträgen. Die einen kommen zum arbeiten, die anderen fliehen, da ihre Sicherheit in der Heimat nicht gegeben ist. Natürlich können zweitere auch arbeiten, aber Sie vermischen hier Dinge miteinander

    • @Anna Bell:

      Warum benötigt Spanien bei einer allgemeinen Arbeitslosigkeit von 10 % und vor allem bei einer Jugendarbeitslosigkeit von 25 % dringend Arbeitskräfte ? Oder geht es nur um aller billigste Arbeitskräfte in den Gewächshäusern von Almeria damit wir im Winter billige Tomaten haben ?

    • @Anna Bell:

      Dass es u, Migration gehen würde, behauptet niemand.

      Ist ja nicht das erste Mal, dass Marokko zeigt, wer Ober und wer Unter ist.

      Der Artikel dreht sich um die Frage, warum Marokko seine Leute abzog.

      Wozu muss man sich da mit dem Umstand auseinandersetzen, dass die Flüchtlinge wieder zurück sind?

      Dass das passieren würde, wird Marokko gewusst haben.

      Es war eine Machtdemonstration.

      Trump kennen mt ja nun schon seit ein paar Tagen. Trumps große Stärke war es bisher eher nicht, den Mund halten zu können, wenn er erfolgreich ist.

      Vielleicht wissen wir einfach nicht, was Marokko von der spanischen Regierung wollte?

      Ja, so ohne Belege wirkt der Artikel recht verschwörungstheoretisch.

      Weil entweder Trump oder Putin schuld sein müssen?

  • Soso, der marokkanische König als Marionette des Präsidenten des jüdischen Staates und dessen Buddy aus Washington, um dem Sozialisten Sanchez zu schaden. Klingt für mich zu sehr nach Verschwörungstheorie. Oder stecken die auch hinter der Entscheidung des spanischen Gerichts, die diesen Massenansturm mutmaßlich zumindest mitausgelöst hat?

    • @Katharina Reichenhall:

      Ihre Skepsis ist verständlich, doch der folgende Artikel vom April 2026 beschreibt keine Verschwörung, sondern eine öffentlich diskutierte Strategie: www.ynetnews.com/o...rticle/bki11ns9tzx

      Demnach könnten Israel und die USA die Spannungen mit Spanien (wegen Sánchez' Iran- und Gaza-Politik) nutzen, um Marokkos Anspruch auf Ceuta diplomatisch zu unterstützen. Dass Marokko Migration als Druckmittel einsetzt, ist bekannt – und dass es dies im Interesse seiner Verbündeten tut, ist naheliegend.

    • @Katharina Reichenhall:

      Ich vermute sie meinen den Premierminister Netanjahu und nicht den Präsidenten Herzog.

    • @Katharina Reichenhall:

      Waren Sie dchon einmal in Marroko ? Nein, nicht Marrakesch. Im Rif und an der Nordküste, selbst zu normalen Zeiten alle 10 km eine Polizeikontrolle. Glauben Sie wirklich dass in diesem autokratischen Staat sich 50.000 versammeln können, mit Bussen angekarrt, ohne das die Staatsmacht es weiss, duldet und wahrscheinlich sogar fördert oder sogar initiiert ? Warum ? Es gibt derzeit keinen direkten Streitfall zwischen Marroko und Spanien. Der Vorfall schädigt das Ansehen des Königs im Inneren, und führt die Armut vor. Da müssen schon gehörige Interessen im Spiel gewesen sein.

  • Dieser mit Verlaub, mieser König Mohamed VI, lässt sein Volk hungern und feiert sein Dasein wie im Mittelalter.



    König Mohammed VI. von Marokko steht wegen des Kontrasts zwischen seinem extremen Reichtum und den anhaltenden sozialen Problemen im Land in der Kritik. Während der Monarch über ein Vermögen von mehreren Milliarden Dollar verfügt und traditionelle Hofzeremonien pflegt, kämpfen viele Menschen in Marokko mit Armut und Arbeitslosigkeit.



    "Was, wenn der marokkanische Monarch nur ein Instrument der neofaschistischen, trumpistischen Internationalen ist?"



    Daran gibt es wohl keinen Zweifel!

    • @Andreas Flaig:

      König ist auch nur ein anderes Wort für Diktator. Genau was Trump und Netanjahu gern sein möchte.

  • Naja, etwas zu viel Verschwörungstheorie für meinen Geschmack. Viel wahrscheinlicher: Spanien hat erst vor Kurzem angekündigt über eine Millionen illegale Einwanderer zu einem legalen Aufenhaltsstatus zu verhelfen. Die aktuelle Antragsfrist ist zwar abgelaufen, aber die Begehrlichkeiten sind geweckt.

    • @Samvim:

      Das hätte erklärt, wenn die Zahl der Grenzübertritte in den letzten Wochen und Monaten allgemein gestiegen wäre. Aber dass 60.000 Menschen plötzlich am selben Tag die Grenze stürmen, spricht für eine koordinierte Aktion, nicht für spontane "Begehrlichkeiten".

      • @Timothee Güsten:

        Dem stimme ich zu, denke jedoch auch, dass ohne die Legalisierung illegaler Einwanderung in Spanien die Resonanz gefehlt hätte.

  • Ich weiß nicht, ob man wirklich mit solchen Verschwörungstheorien anfangen und von einer neofaschistischen, trumpistischen Internationalen raunen sollte, solange es keine ernsthaften Hinweise dafür gibt.

    Der Artikel ignoriert vollkommen naheliegendere Faktoren: Das Urteil des spanischen Obersten Gerichtshofs zum Umgang mit Migranten hat sich sicher in Marokko verbreitet und Hoffnungen geweckt. Genauso könnte die Legalisierung von Hunderttausenden irregulären Migranten ein Pull-Faktor sein.

    Zudem hat Spanien nur zögerlich auf die immer weiter ansteigende Zahl von Migranten reagiert, weil man durch die Brände im Land abgelenkt war.

  • Also dafür, dass Sánchez "der letzte Linke an der Spitze eines großen EU-Landes" ist, hat er aber maximal rechts gehandelt🤷



    Spanien hat einfach alle Geschäfte in Ceuta geschlossen, so dass Migranten keine Lebensmittel und Wasser kaufen konnten. Unterkünfte wurden auch nicht gestellt und Fähren aufs spanische Festland wurden eingestellt - so sind die Migranten aus Mangel an Optionen einfach wieder nach Marokko zurückgewandert.



    Und einen Tag später hat Spanien nun eine schwimmende Barriere im Meer verankert, die 50cm über und 1 Meter tief unter Wasser ein zukünftiges durchschwimmen verhindert.



    Da frage ich: wo ist der Unterschied im Handeln von Sánchez im Gegensatz zu den im Artikel kritisierten Regierungen von Finnland oder Italien?



    Wäre Sánchez diese angeblich linke "Leitfigur über Spaniens Grenzen hinaus", hätte er anders handeln müssen, oder?

    • @Astrid Sehnefeld:

      Frau Sehnefeld einfach mal die Berichte der TAZ, über Ceuta "quer scrollen". Alleine im Jahr 2014 waren es 35.000.

      Über die Jahre kurz vor Corona berichten wir mal gar nicht.



      Ein Artikel - könnte NZZ oder SZ gewesen sein - berichtete, bezogen auf die Jahre 2018 / 2019 von 700 Versuchen - am Tag.

    • @Astrid Sehnefeld:

      Ceuta ist winzig - etwa so groß wie der Frankfurter Flughafen. Es hat etwa 84.000 Einwohner. Etwa 60.000 stürmten voller Adrenalin diesen kleinen Flecken. Ich finde es keineswegs verwerflich, wenn die Betreiber der Läden ihre Rollos herunterlassen. Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass die Bewohner Ceutas Angst hatten.



      Und woher hätten Sie genügend Lebensmittel, Schlafplätze und Wasser für die ganzen Leute hergezaubert, immerhin über 70% der Einwohner Ceutas?

    • @Astrid Sehnefeld:

      Am 6. November 1975 marschierten etwa 350.000 unbewaffnete Marokkaner in die Sahara. Die spanischen Streitkräfte griffen nicht ein. Etwas mehr als eine Woche später unterzeichnete Spanien das Madrider Abkommen, in dem Spanien, Marokko und Mauretanien vereinbarten, die Ansichten der lokalen Bevölkerung zu respektieren. Spanien erklärte sich bereit, sich bis Ende des darauffolgenden Februars aus dem Gebiet zurückzuziehen.

      Hier ist ein Artikel, der im März 2026 für einen amerikanischen konservativen Thinktank verfasst wurde und Folgendes fordert:

      „Marokko sollte einen neuen Grünen Marsch nach Ceuta und Melilla schicken.“

      Quelle:

      www.aei.org/commen...ceuta-and-melilla/

  • Die Finnische Regierung wird von Petteri Orpo geleitet, dem Vorsitzenden der liberalen und EU-freundlichen Sammlungspartei.



    Inwiefern ist diese "rechtsextrem"?

  • „US-Präsident Donald Trump und Benjamin Netanyahu hassen Sánchez."



    Und die Regierungen von 22 EU-Staaten schicken einen offenen Brief an Sánchez - Gewissermaßen als Ergebenheitsadresse an die beiden Vorgenannten. Irland, Frankreich, Luxemburg und Portugal haben nicht unterzeichnet.



    www.spiegel.de/aus...-9a76-e8e11f5bd90e

    • @Mondschaf26:

      "Neben Spanien und Irland haben auch Frankreich, Luxemburg und Portugal nicht unterzeichnet."



      Genau so ist das.



      Da gehen die Interessen auseinander. Keine Schleimer eben.

      • @Andreas Flaig:

        Dennoch hat Frankreich die Grenzkontrollen zu Spanien verstärkt.

        Dass ein Staat diesen Brief nicht unterzeichnet, heißt nicht dass sie bereit sind, Migranten aufzunehmen.

    • @Mondschaf26:

      Frankreich hat sofort die Grenzkontrollen verschärft.

  • Statt Solidarität zu bekunden und Hilfe anzubieten wie Frankreich es gemacht hat, unterzeichnen 22 Staats- und Regierungschefs der EU einen offenen Brief, der Spanien mit erhobenem Zeigefinger kritisiert. Ja nee, schon klar: so sieht europäische Solidarität im 21. Jahrhundert aus. Zum Fremdschämen...

    • @Grenzgänger:

      Asoziales und unsolidarisches verhalten innerhalb der EU wird von den meisten Mitgliedsstaaten, als selbstverständlich und als ein natürlich empfundenes verhalten verstanden ( siehe die Dublin Direktive ), wo wir uns einen schlanken Fuß gemacht haben. Die Staaten die an der Außengrenze liegen werden immer im Stich gelassen von allen anderen mit ihren Problemen, ist ja nicht deren vermeintliche Außengrenze. Die Verteilung von Flüchtlingen innerhalb der EU, ist genauso ein asoziales Thema wo viele Staaten sich einen schlanken Fuß machen, wo die Solidarität anscheinend auch kein Platz hat. Die EU ist viel mehr als ein Wirtschaftsraum oder eine Gemeinschaft, die EU ist eine ganz besondere gewachsene Idee nach zwei Weltkriegen, die leider noch nicht wirklich von vielen einzelnen EU Staaten gelebt und verstanden wird, leider!

      Die Präambel der Charta der Grundrechte der Europäischen Union legt fest, dass die Völker Europas entschlossen sind, eine friedliche Zukunft zu teilen, sich zu einer engeren Union zu verbinden und den Menschen in den Mittelpunkt ihres Handelns zu stellen. Sie ruft die universellen Werte der Menschenwürde, Freiheit, Gleichheit und SOLIDARITÄT auf.

    • @Grenzgänger:

      ja, traurig.

  • Natürlich ist es eine gute Idee, eine solche Situation von einem klaren Klassenstandpunkt aus zu betrachten bzw. von dessen internationaler Ebene als eine Auseinandersetzung zwischen ausgebeuteten Ländern und Imperialisten oder verschiedener, imperialistischen Fraktionen.

  • Wer links ist, sollte automatisch pro Asyl sein. Oder ist Sanchez etwa ein Stalinist? Oder gar ein harmloser Sozialdemokrat? Weil dann kann ich es ja noch verstehen, diese Ablehnung gegen Migranten.

    • @Troll Eulenspiegel:

      Hier ging es doch nicht um zehntausende Menschen, die politisch verfolgt wurden und um Asyl gebeten haben.

    • @Troll Eulenspiegel:

      Asyl bekommt in der Regel, wer im Herkunftsland politisch verfolgt wird, über kein sicheres Drittland eingereist ist und die gesetzlichen Schutzvoraussetzungen erfüllt.



      Scheint in diesen 40.000 Fällen nicht gegeben zu sein. Andernfalls würde das Asylrecht ad absurdum geführt.