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Disqualifikation eines Olympia-SportlersHut ab

Andreas Rüttenauer

Kommentar von

Andreas Rüttenauer

Der ukrainische Skeletonfahrer Wladislaw Heraskewytsch wird disqualifiziert, laut IOC nicht aus politischen Gründen. Es ist ein moralischer Tiefpunkt der Spiele.

Olympischer Tiefpunkt: die Disqualifizierung von Wladislaw Heraskewytsch Foto: Robert Michael/dpa

T ränen sind Kirsty Coventry, der Präsidentin des Internationalen Olympischen Komitees, über die Wangen gelaufen, als sie den Rausschmiss von Wladislaw Heraskewytsch von den Olympischen Spielen zu erklären versuchte. Echt jetzt? Der ukrainische Skeletonfahrer hatte sich partout nicht davon abbringen lassen, bei seinem olympischen Auftritt an die von Russen in deren Krieg gegen die Ukraine getöteten Sportler zu erinnern.

20 Bilder von ukrainischen Athleten, die im Krieg ihr Leben gelassen haben, hatte er auf seinen Helm aufbringen lassen. Er wollte der Welt zeigen, was Russland mit seinem Krieg auch im Sport angerichtet hat. Das darf er nun nicht. Und die IOC-Präsidentin weint.

Coventry sagt, sie könne Heraskewytschs Anliegen verstehen. Wirklich? Sie gibt ihm recht – und bestraft ihn doch. Dafür bemüht sie Regel 40 der IOC-Charta, nach der das „Field of Play“, das Spielfeld, frei von jeglichen kommerziellen oder persönlichen Botschaften bleiben muss. Das soll also der Grund sein, weshalb Heraskewytsch nicht um seine getöteten Sportkameraden trauern darf.

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Oder geht es vielmehr darum, den Eiskanal freizumachen für die geplante Wiedereingliederung der zwischenzeitlich ausgeschlossenen Russen in den Weltsport? Dort hört man die Botschaft vom Rausschmiss des Ukrainers gewiss gern. Den russischen Nachwuchsathleten hat das IOC bereits den roten Teppich ausgerollt. Gut möglich, dass der Ukrainer aus sportpolitischen Gründen seine Trauer nicht in den Wettkampf tragen darf.

Meinungsfreiheit habe ihre Grenzen, meinte Mark Adams, der stets aalglatte IOC-Sprecher, neulich zum Fall Heraskewytsch, und bemühte ein Bild: „Sie können nicht in ein Einkaufszentrum gehen und ‚Feuer!‘ schreien.“ Wird das dem gerecht, was Heraskewytsch vorhatte? Wollte er nicht eher in einem brennenden Einkaufszentrum „Hilfe!“ schreien? Wer solche Hilfeschreie bestraft, hat jeden Maßstab für Menschlichkeit verloren.

Ein moralischer Tiefpunkt

Der Ausschluss des ukrainischen Skeletonis markiert den moralischen Tiefpunkt dieser Spiele von Mailand und Cortina – da kann die IOC-Chefin noch so viele Tränen vergießen und noch so schöne Worte der Anteilnahme von sich geben.

Wladislaw Heraskewytsch dagegen ist mit seinem unbeugsamen Willen, am olympischen Eiskanal von Cortina d'Ampezzo an den verbrecherischen Krieg erinnern zu wollen, mit dem Russland die Ukraine überzogen hat und der in diesem kalten Winter brutaler geführt wird als je zuvor, schon jetzt, gut eine Woche vor dem Ende der Wettkämpfe, der Superstar dieser Spiele. Eine Medaille aus den Händen des IOC braucht er dafür nun wirklich nicht.

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Andreas Rüttenauer
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106 Kommentare

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  • Der Artikel bezieht sich ja auf Regel 40:

    Dazu hat das IOC vor einiger Zeit geäußert:

    The additional wording to Rule 40 makes it clear that all competitors, team officials and other team personnel at the Olympic Games shall enjoy freedom of expression, in keeping with the Olympic values and the Fundamental Principles of Olympism, and in accordance with the Guidelines determined by the IOC Executive Board.

    www.olympics.com/i...-141st-ioc-session

    (Absatz in Fettdruck)

    In Artikel 40 geht es vor allem um Marketing- und kommerzielle Werbeverbote. Dazu gibt es Handlungsanleitungen z.B. bei :



    cdn.dosb.de/user_u...nes_Paris_2024.pdf

    Außerdem steht in Regel 4 :



    The new wording in Fundamental Principle of Olympism 4 is:



    The practice of sport is a human right. Every individual must have access to the practice of sport, without discrimination of any kind in respect of internationally recognised human rights within the remit of the Olympic Movement. The Olympic spirit requires mutual understanding with a spirit of friendship, solidarity and fair play.

  • Das steht in der Präambel der olympischen Charta.

    " Der Olympismus ist eine Lebensphilosophie, die in ausgewogener Ganzheit die



    Eigenschaften von Körper, Wille und Geist miteinander vereint und überhöht.



    Durch die Verbindung des Sports mit Kultur und Bildung sucht der Olympismus,



    einen Lebensstil zu schaffen, der auf der Freude an Leistung, auf dem erziehe-



    rischen Wert des guten Beispiels, der gesellschaftlichen Verantwortlichkeit so-



    wie auf der Achtung universell gültiger fundamentaler moralischer Prinzipien



    aufbaut.

    2. Ziel des Olympismus ist es, den Sport in den Dienst der harmonischen Entwick-



    lung der Menschheit zu stellen, um eine friedliche Gesellschaft zu fördern, die



    der Wahrung der Menschenwürde verpflichtet ist.

    Die Wahrung der Menschenwürde verpflichtet, die Sportler wurde die Menschenwürde genommen, genau in dem Moment wo Russland einen Angriffskrieg in der Ukraine begonnen hat, also wieso ist das Gedenken an diese getötete Sportler ein politischer Akt? Es ist ein Gedenken an Sportler die durch einen Aggressor der eigenen Menschenwürde beraubt wurden, wenn das Gedenken nicht ein Gedenken an die Wahrung der Menschenwürde ist, was sonst sollte das sein.

    • @taz.manien:

      Es ist gut , dass Sie die Präambel der Charta im Originaltext zitiert haben, denn der Vorwurf ist ja Regelverstoß. Zwischenzeitlich hat der CAS gegen Heraskewytsch entschieden und die Sieger des Skeletonwettbewerbs haben ihren Sieg gefeiert. Was sie Heraskewytsch zum Trost gesagt haben weiß ich nicht. Lizzy Arnold und John Jackson z.B. haben aber vorher schon ihre Solidarität mit Heraskewytsch bekundet.

      Auch unser Grundgesetz hat eine Präambel, ob eine Präambel für die Rechtsprechung bindend ist, ist glaube ich umstritten.

      "Ziel des Olympismus ist es, den Sport in den Dienst der harmonischen Entwicklung der Menschheit zu stellen, um eine friedliche Gesellschaft zu fördern, die der Wahrung der Menschenwürde verpflichtet ist."

      Wenn sich jemand daran gehalten hat, dann Heraskewytsch, er hat den Ermordeten die Ehre erwiesen.

  • "Es ist ein moralischer Tiefpunkt der Spiele."

    Das ist kein moralischer Tiefpunkt sondern eine Bankrotterklärung und ein Verrat an der Bedeutung des olympischen Geistes.

  • taz: **Der ukrainische Skeletonfahrer Wladislaw Heraskewytsch wird disqualifiziert, laut IOC nicht aus politischen Gründen. Es ist ein moralischer Tiefpunkt der Spiele.**

    Wer schaut sich so etwas überhaupt noch an? Mit dem romantisierten Bild des Amateursports hat das doch schon lange nichts mehr zu tun. Die Olympischen Spiele sind nur noch ein Milliardengeschäft für den IOC. In den letzten paar Jahren hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) über 7,7 Milliarden US-Dollar eingenommen.

    Und jetzt wollte ein Sportler bei seinem olympischen Auftritt an die von Russen in deren Krieg gegen die Ukraine getöteten Sportler erinnern und wird mit Disqualifikation bestraft, weil die Olympischen Spiele ja "sauber" sein sollen. Was für ein Irrsinn in dieser irrsinnigen Welt, wo es nur noch um Geld geht.

    • @Ricky-13:

      @Ricky-13



      Immerhin durften die Europäischen Staaten, also außer Russland jetzt, noch an der Olympiade teilnehmen.



      4 X Gold, 3 X Silber & 2 X Bronze haben unsere Athleten schon für Deutschland geholt. Das positive an den Olympischen Spielen sind doch die Kontakte der Athleten miteinander und der Zuschauer aus den vielen verschiedenen Staaten. Das kann auch die Weltgemeinschaft fördern, unabhängig von der scheiß Politk.

  • Wenn da tatsächlich groß irgendein politischer Spruch geprangt hätte, dann würd ichs verstehen. Einen Helm mit den Gesichtern getöteter Sportler zu verbieten ist dagen peinlich bürokratisch, empathie- und instinktlos. Vor Allem, wenn man anderen Sportlern ähnliche Gesten gewährt. Und die Krodilstränen von Coventry find ich nicht weniger bigott, als das Menschenrechtsgeschwafel von Infantino.

    • @Deep South:

      Die Regeln sind bekannt, und die im Helm verkörperte politische Aussage war ausdrücklich gewollt. Wer den Helm sah, SOLLTE nicht nur Gesichter erkennen, sondern explizit einen Hinweis auf die vernichtende Rolle Russlands auf allen gesellschaftlichen Ebenen erhalten. Wenn extra anfragt und die intendierte Bedeutung dann noch lautstark verbreiet, ist dem IOC effektiv die Handhabe genommen, ein Auge zuzudrücken.

      Und dass Coventry den ganzen Vorgang sehr traurig findet, kann ich voll nachvollziehen: Das Alles sollte eben nicht passieren - weder so ein brutaler Angriffskrieg noch, dass der Idealismus eines Sportlers zum Anlass wird, ihm einen Olympiastart zu verweigern. Aber genau deshalb gibt es die Regeln: Weil das olympische Sportfest dem Frieden dienen und vom Krieg unbehelligt bleiben soll. Sie führen zum Ausschluss Russlands, aber eben auch zum Ausschluss von Heraskewytsch.

      • @Normalo:

        Und hätte sich das IOC jetzt tatsächlich einen abgebrochen, den Mann starten zu lassen? Wer wäre denn benachteiligt, auf welche andern Sportler hätte das wirklich Auswirkungen gehabt? Regeln sind sicher wichtig, aber dieses penible pochen darauf, ob nun wegen so eines Helms oder einer Armbinde beim Fußball, ist mir einfach zu kalt und zun bürokratisch. Russland ist ausgeschlossen bei den Spielen. Aus genau den Gründen, warum die Bilder auf dem Helm sind. Und während die Spiele laufen sterben täglich Menschen in der Ukraine. Da kann man auch mal etwas Fingerspitzenfgefühl zeigen. Wie gesagt, bei politischen oder nationalistischen Parolen hätt ichs verstanden.

        • @Deep South:

          "Ein bisschen politisch neutral" ist halt ähnlich schwierig in der Praxis wie "ein bisschen schwanger". Das einzige, was das IOC realistisch anders hätte machen können, wäre gleich bei der ersten Anfrage beide Augen fest zuzukneifen und den Einsatz des Helms ohne jeden Einwand zu genehmigen. Spätestens ab dem Moment, als publik wurde, dass es das nicht getan hatte und stattdessen ein Kompromiss vorgeschlagen hatte, wäre es eine eindeutig politische Entscheidung gewesen, NICHT die Regeln konsequent und unparteiisch anzuwenden.

      • @Normalo:

        "Weil das olympische Sportfest dem Frieden dienen und vom Krieg unbehelligt bleiben soll. "



        Bei den alten Griechen und wer auch immer noch bei Original-Olympia am Start war, gabs auch solche Konsequenzen: "oder auf Kosten des Regelverletzers wurden Zeusstatuen angefertigt und am Zugang zum Stadion aufgestellt, an deren Postament der Name und der Herkunftsort des Bestraften verewigt wurden." (de.wikipedia.org/w...Spiele_der_Antike)



        So technologieoffen das IOC "Ausschluß=keineFahne" definiert, so kammer auch die Regeln anwenden ;) .

      • @Normalo:

        Ihre ersten drei Sätze sind Spekulation und Unterstellung.

        • @Barnie:

          Nicht laut dem Artikel: "Er wollte der Welt zeigen, was Russland mit seinem Krieg auch im Sport angerichtet hat."



          Ich weiß zugegebenermaßen nicht, woher Herr Rüttenauer diese Erkenntnis hat, gehe aber mal davon aus, dass es KEINE reine Spekulation ist.

  • Ehrliche Trauer findet in aller Stille statt. Deshalb gibt es auch Schweigeminuten. Hier wird bewusst ein Skandal inszeniert durch diesen ukrainischen Sportler. Diesem Sportler war klar, dass er vor und nach dem Wettkampf seinen Helm tragen darf und der Öffentlichkeit präsentieren darf. Er ließ es aber auf einen Eklat ankommen.

    • @1 West-Berliner:

      Woher wissen Sie, dass es ihm um den Eklat ging? Und nicht etwa um eine Erinnerung an seine verstorbenen Sportkameraden?



      Eine Schweigeminute seitens des olympischen Komitees zu diesem Thema hätte ich als sehr angemessen aufgefasst. Es hätte zudem den "Wunsch nach Eklat" schön ins Leere laufen lassen.



      Dem olympischen Komitee war es klar, dass seine Aktion zu einem Eklat führen würde. Wollte man so seine Solidarität mit dem Aggressor deutlich machen?

  • IOC bot ihm an einen Trauerflor zu tragen, was die Regeln schon dehnt. Er hatte kein Interesse an einem Kompromiss. Für ihn sind die Sportspiele eine internationale Bühne seiner politischen Überzeugungen.

    • @Ramaz:

      Wo genau sind Trauerbekundungen für Verstorbene eigentlich "politische Überzeugungen"?

      • @Barnie:

        Es ist politisch, ob ich Verstorbene in der Ukraine gedenke, oder den gefallenen russischen Soldeten der für die Leichen in der Ukraine verantwortlich ist.



        Wie du selbst andeutest, ein Trauerflor ist nicht ausreichend aussagegräftig als politisches Statement. Nur ein Sportevent ist keine politische Bühne. Auch nicht wenn das Thema wichtig ist.

        • @Ramaz:

          @ Ramaz



          Zudem, wenn man sich in Trauer um seine Freunde, Sportkameraden oder um sein Land befindet, sich die Frage stellt, ob man an der Olympiade teilnehmen sollte. Im diesem Fall fragt es sich, hätten die Sportler der Ukraine nicht geschlossen durch eine offizielle Nichtteilnahme, Kriegsbedingt - ein enormes Zeichen an die Weltgemeinschaft und die verantwortlichen Regierungen setzen können ?

  • Wie mächtig das IOC ist sieht man sehr deutlich hier - denn wer noch hat es je geschafft ein eigenes Gesetz durch den Bundestag zu erpressen ?

    www.gesetze-im-internet.de/olympschg/



    § 1 Gegenstand des Gesetzes



    (1) Gegenstand dieses Gesetzes ist der Schutz des olympischen Emblems und der olympischen Bezeichnungen.

  • Tiefopunkt?

    Jeder Sportler sollte verinnerlicht haben, dass Regeln nur einen Sinn haben, wenn sie für alle gelten.



    Insofern mag man dem IOC vorhalten, dass es nicht immer konsequent mit dem Verbot umgeht. Aber man sollte nicht auch noch Inkonsequenz FORDERN, wie dieser Kommentar es effektiv tut.



    Denn mal ehrlich: Sie schreiben, als gäbe es das Verbot gar nicht - zumindest nicht für "richtige" politische Anliegen. Wenn ein mit Russland sympathisierender Sportler z. B. Konterfeis von "im antfaschistischen Kampf" gefallenen Russen auf seinen Helm klebte, wären Sie wahrscheinlich der Erste, der seinen achtkantigen Rausschmiss fordert - und zwar in dem Fall absolut zu Recht. Aber dann müssen die Regeln eben auch für Jene gelten, mit denen SIE sympathisieren.

    Daneben ist nicht viel Schlimmes passiert. Wie Sie am Ende richtig konstatieren, hat Heraskewytsch so wahrscheinlich seine politischen Absichten weit spektakulärer verwirklicht, als wenn er unter "ferner liefen" mit dem Segen des IOC den Wettbewerb absolviert hätte. Medaillen gibt's nämlich nicht für das nobelste Anliegen sondern für Fahrzeiten, die er noch nie gefahren ist.

    • @Normalo:

      Ja und nein. Nehmen wir an, ein Athlet hätte ein Bild seines bei einem Autounfall getöteten Sportlers. Kein Hahn würde danach krähen. Wenn der Sportler während den Spielen ums Leben gekommen wäre, würde es eine Schweigeminute geben.

      Jetzt ist es natürlich fadenscheinig zu behaupten, dass sei vorliegend keine politische Botschaft, wenn an gefallene/ermordete Sportler erinnert wird. Aber es ist eine Gratwanderung. Wenn man gewollt hätte, hätte man ohne sich zu verbiegen, den Helm zulassen können.

      Jetzt hat er eine "Märtyrer-Rolle" inne und da er nicht nur gegen Russland, sondern auch noch gegen das mächtige IOC handelte. Von daher würde ich sagen: Er hat sein Ziel voll erreicht.

    • @Normalo:

      Se sann ja sowas von normal o was!



      Und was diese Sportler sich alles so ausdenken können könnten und überhaupt



      Wo kämen WIR denn dahin! Normal?! Nichtwahr

      O. Ok Butter beie 🐟🐟🐟🐟 Woll



      Was ist mit Mexico 1968 & das Imperium schlägt zurück?! Na Walter laß mal hören - wa!



      UAWg & Dank im Voraus

      • @Lowandorder:

        1968 lief es im Prinzip ähnlich: Zwei Sportler nutzten die Olympischen Spiele, um ein politisches Zeichen zu setzen, und trugen die Konsequenzen dieses Regelverstoßes. Dass der damalige IOC-Präsident Brundage wohl eher Tränen der Wut auf die beiden "ungezogenen Schwarzen" in den Augen hatte, als er ihre Entfernung aus der Olympiamannschaft durchsetzte, ändert daran zunächst wenig. Richtig ist auch, dass sie für ihre Entscheidung lange nach den Olympischen Spielen (besser spät als nie) und außerhalb des Geltungsbereichs ihrer Regeln den Respekt gezollt bekamen, den ihre Entscheidung verdiente.

        Man kann an zwei Teilen dieser Geschichte Anstoß nehmen: Der größere ist die zutiefst rassistische Reaktion des IOC-Präsidenten und im Weiteren auch der amerianischen Sportwelt auf die Beiden. Der kleinere ist, dass ein paar Tage später das komplette Podium des 400m-Laufs der Herren in Black-Panther-Baretts auftauchte und das völlig folgenlos blieb. Da hatte Herr Brundage wohl entweder nicht mehr so genau hingeschaut oder kalte Füße bekommen.

        Aber worauf wollten Sie hinaus? Dass Mut wie der von Smith und Carlos oder Heraskewytsch die Regeln außer Kraft setze? Dann wäre es kein Mut.

        • @Normalo:

          Nanu - wsrum so oberflächlich der werte Herr Normalo?



          “Der unbekannte Dritte?!“



          taz.de/Protest-geg...assismus/!5178511/



          & dazu Lovando

          Worauf ich hinaus will?!



          Ist leicht gesagt & beantwortet sich durch ehra biedermeierliche selbstgefällige Suade zu einem begrenzten Regelverstoß - die ehran Nickname - geht doch nicht - wo kommmer denn da hin - wenn das aber jeder - so nicht - Rhabarber Rhabarber Gelaber.



          & nochens



          Dase gern die Wohlanständigkeits Platte reiten: 🏇 🤣: es gibt kein IOC§§Reader! Woll



          Verhältnismäßigkeit ist ehna ein Buch mit sieben Siegeln! Newahr



          Startverbot68 Entfernen - gehts auch kleiner?



          & Däh



          “ 1972 war Norman immer noch der schnellste Sprinter Australiens, aber das australische Olympische Komitee entschied sich, erstmals in seiner Geschichte, keinen Sprinter zu Olympischen Spielen zu schicken. "Sie wollten lieber niemanden dorthin schicken als so einen", sagt Matt Norman. "Man hatte Angst, dass mein Onkel wieder einen politischen Protest initiieren würde."

          kurz - Nicht nur Sie! Gelle



          Möchten in Ihrer Selbstgefälligkeit nicht gestört werden. Ehna fehlt jeglicher Respekt für davon abweichendes Verhalten!



          1968 IOC “Das gehört nicht hierher!“



          👎

        • @Normalo:

          ps und noch eine Parallele: Aktion UND Reaktion machen die Wirkung. Das Bild von den beiden Sprintern mit den hochgereckten Fäusten ist eine Ikone. Das kennt Jeder. Die 400m-Läufer, um deren schwarze Kappen kein Aufhebens gemacht wurde, sind dagegen kaum bekannt, verblassen politisch komplett im Schatten der beiden Rausgeschmissenen und sportlich in dem von Bob Beamons Fabelsprung.

          • @Normalo:

            Nunja - was immer ehna damit zu sagen belieben.



            Yes. No Remakes!



            So neu ist das ja nun nicht! Newahr



            &



            Ikonisieren ist dem ja längst herrschenden oligarchischem System (Joseph Vogl) ein leichter



            💨 auf der Gardinenstange



            “Gegenwartsdiagnostisch bestimmt Vogl einen spezifischen entdemokratisierenden Machttypus, den er in Anlehnung an Deleuze und Foucault als seigniorale Macht bezeichnet und der das internationale Governance-Regime des Finanzmarktkapitalismus strukturiert. „Die Figuren seignioraler Macht […] sind vielmehr informell, diffus, instabil und nicht in eine konzise Systemgestalt übersetzbar. Man könnte hier von einer offenen und konstellativen Verdichtung, Fusion und Interaktion von Kräften unterschiedlicher Herkunft sprechen, deren Wirksamkeit gerade in der Schwäche institutioneller oder systemischer Prägung besteht.“



            Normal



            de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Vogl

            kurz - Nicht ablenken lassen - wa!



            Diese IOCler & ähnliche Schranzen sind den Oligarchen doch nur willfährige Statisten & Staffage •

            & “…nicht in Demokratien leben, sondern in oligarchischen Systemen globalkapitalistischer Profitmaximierung, die von politischen und ökonomischen Eliten regiert werden.“

    • @Normalo:

      Danke für Ihren Kommentar. Das IOC hat so gehandelt wie es handeln musste aus einer strikt neutralen Position. Hat Skeletonfahrer Wladislaw Heraskewytsch richtig gehandelt? Ja sicher, aber das ist auch kein Widerspruch. Für ihn konnte es nur um die Frage gehen, wie die stärkste Öffentlichkeitswirksamkeit zu erzielen war. Wenn er eine Change auf eine Medaillie gehabt hätte, hätte er vielleicht ein wirksameres Zeichen bei der Verleihung gesetzt. Aber das ist lediglich eine Frage der Optimierung. Erstaunlich, wie wenig Rollenverständnis für die Akteure viele Foristen mitbringen.

      • @Nachtsonne:

        Naja, die Aufmerksamkeit ging halt auf Kosten seines Dabeiseins beim olypischen Skeletonwettbewerb. Es ist natürlich immer sehr bedauerlich, wenn ein Sportler - gerade in einer Randsportart - den Lebenshöhepunkt "Olympiastart" verhagelt bekommt. Wenn das dann auch noch passiert, weil er "zu" idealistisch gehandelt hat (die Regeln ihn also vor die harte Wahl zwischen seinem sportlichen und seinem menschlichen Ambitionenen stellen), bekommt das Bedauerliche etwas Tragisches. Daher finde ich auch die Tränen von Frau Conventry keinen Grund zum Spötteln.

        Das will ich auch gar nicht kleinreden - außer dass ich eben sage: Er HATTE die Wahl wie jeder Andere auch, und er hat entschieden, wo seine Prioritäten liegen. Das kann man respektieren und feststellen, dass eben Jeder in der vertrackten Situation gehandelt hat, wie er es für richtig halten durfte. Da muss man auch keine Heuchelei oder fiese russophile Hintergedanken reininterpretieren.

  • Wie schön, dass die deutsche Sprache einen Fachbegriff für diese Art von Tränen kennt:

    Krokodilstränen.

  • Immer stärkere Kommerzialisierung, Korruption, politische Manöver und kuscheln mit dubiosen Gestalten. Das Alles hat dazu geführt, dass ich Olympia schon vor Jahren von meiner Fernsehliste gestrichen habe.



    Das sich das IOC auch mal an die eigenen Regeln hält, sollte dagegen eigentlich selbstverständlich sein.



    Denkbar wäre gewesen, wenn während der Eröffnungsfeier der in den letzten 4 Jahren gewaltsam gestorbenen Sportler gedacht worden wäre. Gab es so einen Antrag oder hätte es das Bild gestört?

    • @warum_denkt_keiner_nach?:

      Nur dass leider auch die Olympiawahn-Immunen dafür bezahlen müssen.

  • Die Frage war und ist doch gar nicht, ob Sport ab einem bestimmten Level politisch ist oder nicht. Schon die Grundidee für die modernen Olympischen Spiele entzündet sich daran. Der Gründer Hr. de Coubertin wollte, dass die „Jugend der Welt“ sich bei sportlichen Wettkämpfen messen und sich nicht auf den Schlachtfeldern bekämpfen sollte (alles laut Wikipedia). Also wenn das nicht politisch ist?



    Bis heute gab es immer wieder irgend welchen politischen Gebrauch der Spiele, sei es initiiert vom IOC selbst oder von Sportlern, mit oder ohne dessen Billigung.



    Genau genommen hat die Absicht von Hr. Heraskewytsch, das Verbot dieser durch das IOC und die Diskussion darum schon mehr Wirkung gezeigt als wenn der Sportler ein- oder zweimal mit seinem Helm aufgetreten wäre. Insofern...



    Die wichtigere Frage ist: Hätte das IOC diskussionslos dem Ansinnen stattgegeben, wer wäre mit Berufung auf diesen Vorgang als nächstes mit einer explizit politischen Botschaft gekommen? Und mit welcher Begründung würde das IOC einen fragwürdigeren Vorstoß abwehren, ohne seine wenigstens ansatzweise vorhandene Neutralität zu wahren, solange praktisch sämtliche Diktaturen der Welt teilnehmen dürfen?

    • @Vigoleis:

      Schon bei den antiken olympischen Spielen waren Sport und Politik miteinander verknüpft. Ein Sieg in Olympia bedeutete Prestige für den Stadtstaat des jeweiligen Athleten. Der meistens auch reichlich belohnt wurde. Kommerz war zudem auch immer dabei. Allein die Gastronomie und das Beherbungsgewerbe haben gut verdient.

  • Demos und Propagana sind also verboten...

    Soso... strikt ausgelegt müsste dann ganz Olympia verboten sein. Denn was ist es anderes, als die Demonstration der sportlichen Stärke einer Nation?

    Politik gehört nicht in den Sport... was suchen denn dann Politiker und Nationalfahnen bei Olympia?

    • @Drehrummbumm:

      Wenn man "die Demonstration der sportlichen Stärke einer Nation" abzieht und keine Nationalfahnen/-hymnen mehr vorkommen, dann würde auch die gesamte nationale Sportförderung wegfallen. Wofür sollte ein Staat dies alles finanzieren? Die "Volksgesundheit" kann dann auch durch "Breitensport" günstig gepflegt werden.



      Das bedeutete aber noch nicht das Ende des internationalen Sportes. Dies würde dann tatsächlich als rein kommerzielle Show-Veranstaltung über die Bühne gehen. Das wäre auch ehrlicher, weil es ja jetzt schon um ganz viel Geld geht.

    • @Drehrummbumm:

      👍

  • Man sollte das mit der deutschen Bewerbung für diese Spielart des Sports doch nochmal überdenken. Ich jedenfalls würde ungern mit meinen Steuergeldern so einen arroganten Asozialen wie Mark Adams alimentieren.

    • @vieldenker:

      "...ich würde ungern..."



      Falls es ein Trost ist - ich werde auch nicht gefragt.

  • Fußballspielerinnen sind nicht politisch genug, wenn sie sich nicht auch ausdrücklich für Feminismus einsetzen und ein bedruckter Helm ist zu politisch. Die Bigotterie der Sportveranstalter aber auch des öffentlichen Diskurses ist allgegenwärtig. Jedoch tendiere ich zu Meinungsfreiheit besonders auch dort, wo man Präsenz hat, wie möchte man sonst verändern und Bewusstsein schaffen? Sportveranstaltungen vom aktuellen Weltgeschehen zu separieren ist bestenfalls naiv, jede*r Sportler kann, darf und sollte ihre/seine Selbstwirksamkeit nutzen, um auf Missstände aufmerksam zu machen – sofern sie/er es wünscht. Denn die Folgen sind absehbar, was die korrupten Großen dürfen, ist den einzelnen Gallionsfiguren noch lange nicht gestattet, so wundert auch Heraskewytsch‘s Ausschluss nicht.

  • Erinnert irgendwie an die verbotene „1-Love“ Armbinde die neben der National-11 noch weitere Teams 2022 während der WM in Katar tragen wollten. Von der FIFA verboten weil man dem spendablem aber transfeindlichen, homophoben und misogynem Gastgeberland nicht die Laune verderben wollte.

    • @PeterS:

      Überall wo es um unfassbar riesige Summen geht, da sollte mir bloß keiner erzählen das die Interessen des Geldes nicht an erster Stelle stehen und erst lange danach kommt vielleicht so etwas wie Menschenrechte ect. Das ist immer dasselbe, die Erzählung der großen Lüge, es gehe immer nur um Menschen, wie schon beschrieben, außen hui und innen pfui.

  • Olympia abschaffen, jetzt! Im Schein der Völkerverständigung geht es nur darum, Bauten zu errichten, die Jahre später verfallen werden und ums große Geld.



    Politische Neutralität ist Fehl am Platz wenn der Aggressor bekannt ist.

  • Ja, das mag sein.



    Der noch größere Tiefpunkt ist aber, dass es immer noch besondere „Para-„lympics gibt!



    Darüber sollten wir mal sprechen.

  • Passt zu Olympia. Mir ist früher schon mal aufgefallen, dass Olympia es schafft aus fast aller körperlicher Bewegung die Aspekte Freude und Spiel raus zu nehmen.

    Alleine die Idee, aus "Surfen" einen Wettbewerb nach Punkten zu machen ist ... sorry ... klein.

  • Sport, besonders in der Größenordnung, ist immer politisch. Er spiegelt Herrschaftsverhältnisse und ist gleichzeitig auf verschiedensten Ebenen ein Medium.



    Unabhängig davon, wie und wo sich politischer Protest im Sport verorten darf, gilt es wenigstens dieses ewige Mantra der Politiklosigkeit des Sports zu kritisieren.



    Erzählt mir ein Kimmich er habe keine Lust über Politik zu reden weil er nur da sei um Fußball zu spielen, sollte man den Herren fragen, ob er dann auf seine Millionen verzichtet, die von Organisationen bezahlt werden, um politischen Einfluss zu generieren

    • @Angst Hase:

      Warum soll ein Kimmich auf seine Millionen verzichten, wenn ihm Politik egal ist?

  • Die Freiheit der Kunst.



    Das wäre es gewesen:



    de.wikipedia.org/w...Spielen#Geschichte

  • Diese Veranstaltung gehört in den Topf mit anderen verlogenen Groß-Sportveranstaltungen. Angefangen bei angeblicher „politischer Neutralität“ (die natürlich nur an bestimmten/falschen Punkten verfolgt wird). Weitergehend mit Fehlen jeglicher Nachhaltigkeit und Raubbau an Landschaft und Umwelt. Fortgeführt mit ungeheurer Geschäftemacherei und schamlosen Einnahmen von Funktionären/Organisation (aber nicht der Bürger). Gipfelnd in vielfacher Ruinierung von Körper/Gesundheit/Leben wegen 100stel/1000stel, wo (beim angeblichem Dabeisein-Fest) schon bei Minimalrückständen von Enttäuschung/Versagen/ Warum bloß gesprochen (oder Förderung gestrichen) wird. Und dann gibt es noch vollständig seltsame hochherrschaftliche Entscheidungen/Verbote von oben über Zulassung von Sportarten/Sportlern und Kommentaren. Es lebe die übergroße Lüge, gesprochen als olympischer Eid und missbraucht von Machthabern politischer Systeme (die Sportlern Maulkörbe verordnen). Während zur gleichen Zeit die Zulassung von Russland greifbar wird, werden Tote (Ermordete) verleugnet und ein Sportler, der es schon schwer genug hat, gemaßregelt.



    1936 wurde auch eine olympische Feier (unpolitisch?) zelebriert.

    • @snowgoose:

      Absolut perfekt auf den Punkt gebracht!

    • @snowgoose:

      Dem ist nichts hinzuzufügen. Danke dafür. Diese olympischen "Wett"kämpfe sind längst kein Sport mehr, es ist nur noch Geldmacherei und Machtgehabe von größenwahnsinnigen Funktionären. Mich ärgert die allgegenwärtige Aufmerksamkeit dieser Farce in allen Medien - als ob es nicht bedeutend !!! Wichtigeres gäbe.

  • Der Ausschluss des ukrainischen Skeletonis markiert den moralischen Tiefpunkt dieser Spiele von Mailand und Cortina – da kann die IOC-Chefin noch so viele Tränen vergießen und noch so schöne Worte der Anteilnahme von sich geben.



    ----



    Dem stimme ich zu! Tränen? Können Krokodile weinen?



    Es ist mehr als nur peinlich, wenn eine "voll kommerzialisierte Organisation" mit solch durchsichtiger Doppelmoral hantiert!

    Sport? Kann ich mMn. solche "Geschäfte" nicht mehr nennen! :-(



    Brummt Sijasuu

  • Er haette vor und nach dem Rennen in Interviews seine Meinung aeussern oder waehrend des Rennens eine schwarze Trauerbinde tragen koennen - waere alles kein Problem gewesen. Aber er wollte lieber einen Eklat provozieren. Wenn Regeln nicht fuer alle gelten, wer entscheidet dann fuer wen sie gelten? Wer bestimmt wer gleicher als alle anderen ist? Die Entscheidung des IOC ist richtig, nur die Traenen haette man sich sparen koennen.

    • @elektrozwerg:

      Den Eklat hat das IOC verursacht.

    • @elektrozwerg:

      Wenn Bilder getöteter Sportler politisch sind, dann wäre das auch eine schwarze Armbinde.



      .



      Im Grunde ist das ja keine konkrete politische Forderung oder Werbung.

      • @sociajizzm:

        Die schwarze Armbinde wurde ihm vom IOC angeboten - wollte er nicht.

  • Trauer ist nichts für´s IOC . "The games must go on", Avery Brundage, 1972 . Man kann daraus auch machen : Die Spiele dürfen nicht gestört werden, und wenn jemand nicht 2 sondern 20 Freunde verloren hat, muss er es deswegen ganz besonders für sich behalten. Die Regel 50 verbietet Demonstrationen und Propaganda, das ist etwas anderes als eine bildliche Aussage über den eignen persönlichen Zustand, den man Heraskewytsch auch ohne Studium der Psychologie ansehen kann. Es gibt auch Beispiele, da durften Athleten die Bilder ihrer kürzlich verstorbenen Verwandten bei der Siegfeier zeigen, es waren aber eben nicht 20 sondern 2 Verstorbene. - Das IOC muss mal über sein Menschenbild , also was macht den Menschen zum Menschen, was wollen wir mit den Spielen überhaupt und grundsätzlich nachdenken, wenn´s geht. Z.B. Dienen wir dem Frieden, wenn wir die Opfer des Kriegs, noch dazu aus unserer eigenen Familie vertuschen, wenn wir vertuschen, dass sie nicht mehr, nicht einmal als Bilder auf einem Helm mit in den Wettkampf ziehen können weil eine Verbrecherbande sie ums Leben gebracht hat ?

    • @Hans - Friedrich Bär:

      Würde der olympische Geist richtig verstanden, müsste man bei jeder olympischen Eröffnungsfeier aller Athleten gedenken, die auf Grund kriegerischer oder unterdrückerischer Handlungen nicht teilnehmen können (tot oder noch am Leben), statt die Zulassung von Angriffskriegern zu erwägen (die zudem den Sport total politisch missbräuchlich benutzen).

      • @snowgoose:

        Was ist denn eigentlich "der Olympische Geist "? "Schneller, höher, stärker"? "Dabeisein ist alles"? Letzteres wird allein dadurch das man Medaillen verteilt und diese einen hohen psychologisch - ideologischen Stellenwert haben - Materialwert und Fertigungsqualität sind ja nicht so besonders - konterkarikiert.



        Das ist so mal wieder so ein Schlagwort, das jeder etwas anders interpretiert.

        • @Mustardmaster:

          Was ist denn eigentlich "der Olympische Geist "?

          Das steht in der Präambel zur olympischen Charta:

          "Ziel des Olympismus ist es, den Sport in den Dienst der harmonischen Entwicklung der Menschheit zu stellen, um eine friedliche Gesellschaft zu fördern, die der Wahrung der Menschenwürde verpflichtet ist."

          Das wusste ich auch nicht so präzis, hat taz.manien in seinem Beitrag oben recherchiert.

      • @snowgoose:

        Ja, so habe ich das gemeint. Gruppen, Firmen Organisationen, Familien gedenken ihrer verstorbenen/ermordeten Mitglieder. Ob es bei den olympischen Spielen deswegen Trauerfeiern/ Gedenkminuten in kleinerem Rahmen gibt weiß ich nicht, dazu kenne ich mich mit Olympia zu wenig aus. Die Regel 40 wird offiziell so ausgelegt: Die Wettkämpfe samt exaltierten Medaillenfeiern dürfen nicht durch Trauernde gestört werden. Das ist eine Geringschätzung der seelischen Qualitäten der anderen Athleten, die auch im Wettkampf damit zurecht kommen, dass es (alltäglich) Trauerfälle in ihrer Umgebung gibt. Hinterbliebene müssen trauern dürfen, so wie sie das für richtig halten, man macht keine sanktionierten Vorschriften, die die Hinterbliebenen zusätzlich kränken. Ich würde sagen viele Athleten sind menschlicher als das IOC das möchte obwohl das den Zuschauern und Zeugen eigentlich lieber wäre. "Der Athlet als Maschine" muss gewesen sein !

        Das IOC hätte eine Tauerfeier für die 20 Ermordeten anbieten sollen, ein Trauerflor war zu wenig.

        Es ist wichtig , dass die Gesellschaft samt TAZ - Lesern sich äußert was sie vom IOC hält: Grief is not for the IOC.

  • Ganz gleich, ob da eine IOC-Chefin Krokodilstränen vergießt oder ein FIFA-Präsident einen FIFA-Friedenspreis für Trump erfindet - die großen Sportverbände sind bis ins Mark verrottet und korrupt. Von ihnen ist hinsichtlich der Menschenrechte nichts zu erwarten.

    Vielleicht findet sich eine andere Gelegenheit, diesen aufrechten Menschen zu ehren.



    Noch besser wäre, seine Konkurrenten würden geschlossen dem Wettbewerb fernbleiben

    • @Klabauta:

      Anschließe mich.

  • „Und die IOC-Präsidentin weint."



    Krokodilstränen, wie mir scheint...

    • @Mondschaf26:

      Wer seine Arbeitslosigkeit selbst verursacht hat, bekommt für drei Monate die Stütze gestrichen ...



      Daß das selbst in solchen Kreisen die maßgebliche Rolle spielt, wenn es zwischen Rückgrat und Job zu wählen gilt, war mir bislang noch nicht so klar gewesen.

  • Laut Sportschau sind Meinungsäußerungen dagegen verboten während offizieller Zeremonien (etwa Siegerehrungen, Eröffnungs- und Schlussfeier), im Olympischen Dorf und während des Wettbewerbs auf dem Spielfeld ("During competition on the field of play"). Der israelische Skeletonfahrer Jared Firestone hatte bei der Eröffnungsfeier am Freitag eine Kippa getragen, auf der die Namen der elf israelischen Athleten und Trainer standen, die 1972 bei den Olympischen Spielen in München von Terroristen getötet wurden. Das ist nun natürlich nicht viel anders gelagert, das IOC hat dies zugelassen ohne eine Verwarnung auszusprechen.

    • @FancyBeard:

      Nur mal laut nachgedacht ohne Hintergrundwissen: ist die Eröffnungsfeier und die Siegerehrung Teil des "field of play" und vielleicht genau da der Unterschied zum Wettkampf selbst? Sprich, wäre Blankohelm im Eiskanal und Gedenkhelm bei der Siegerehrung oder anderer Stelle oder eine Gedenktafel beim IOC ok gewesen?

      • @travellingpete:

        Nein, es macht eben KEINEN Unterschied.

        Beides ist offiziell nicht erlaubt.

    • @FancyBeard:

      Ungeachtet dessen, dass ich die Sache auch nicht gut finde, ist das doch ein anderer Sachverhalt. Die getöteten Athleten 1972 stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit den Olympischen Spielen. Sie waren/sind Teil von den Olympischen Spielen.



      Macht die Sache mit dem Ukrainer jetzt nicht besser, aber der Sachverhat ist dann doch anders!

      • @Walterismus:

        Und die auf dem Helm abgebildeten waren auch alles Sportler und Olympioniken. Macht den Sachverhalt dann doch wieder gleicher.

  • Es ist schon richtig dem einen Riegel vorzuschieben. Unsere Welt wird immer komplexer, da sollte man einfache Regeln haben. Das IOC sollte seine Regeln sogar noch schärfer vormulieren um für die Zukunft gewappnet zu sein und Präzedenzfälle zu vermeiden. Das ändert nichts daran, dass es mir für Herr Heraskewytsch leid tut und ich hoffe es wird auch bei anderen so gehandhabt.

    • @FancyBeard:

      "Das ändert nichts daran, dass es mir für Herr Heraskewytsch leid tut und ich hoffe es wird auch bei anderen so gehandhabt."

      Heraskewytsch hatte die Wahl zwischen seiner sportlichen und seiner politischen Mission. Sportlich hätte er wohl erwarten dürfen, bestenfalls in den Top Ten zu landen, aber sicher nicht nahe der Medaillen. Er hat sich also ersichtlich für die Variante entschieden, die mehr Aufmerksamkeit nicht nur auf sein Anliegen sondern auch auf ihn selbst lenkt. Das sei ihm gegönnt, aber leid tut er mir wie alle Ukrainer, die unter diesem Krieg zu leiden haben.



      Ihrem Wunsch nach der Gleichbehandlung anderer politischer Statements (die vielleicht auch den politisch angehauchten Vorhaben des IOC nicht so zuwiderlaufen) schließe ich mich natürlich von ganzem Herzen an.

    • @FancyBeard:

      Das IOC sollte mal seinen eigenen Verlogenheiten den Riegel vorschieben. Da stimmt doch hinten und vorne nichts.



      Das ganze Leben besteht aus Regeln, sie werden allerdings überwiegend bei Machtlosen angewendet nicht bei den Mächtigen.

      • @snowgoose:

        Durch Russland getötete Sportler haben selbstverständlich auch einen direkten Bezug zu Olympia.



        .



        Der ausschlaggebende Unterschied dürfte sein, dass es kein anderes Land gibt, welches von der Aktion des israelischen Sportlers "provoziert"wird.

  • Chapeau

    Erinnerrt sch noch jemand?! Mexico 1968



    share.google/Ftc9FiibK8WudwnZD



    de.wikipedia.org/w...schen_Spielen_1968



    Außerdem trug er eine Kette, um an „diejenigen zu erinnern, die gelyncht oder anders ermordet wurden, diejenigen, für die nie gebetet, derer niemals gedacht wurde. Für die, die man auf dem Weg nach Amerika über Bord geworfen hatte“.[3][4] Bei der weltweiten Berichterstattung in den Medien waren aufgrund der Fotoauswahl von AP die Füße meist gar nicht zu sehen, laut Beatrice Schlag, weil Redaktionen nicht verstanden, weshalb Carlos und Smith keine Schuhe trugen; die von den Sportlern getragenen schwarzen Socken waren ein zusätzliches Zeichen für Armut in den USA …



    Alle drei Sportler, Smith, Carlos und auch Norman trugen Anstecker des Olympic Project for Human Rights (OPHR). Norman war ein Gegner von Australiens rassistischer White Australia Policy und wollte so seine Solidarität zeigen.[8] Norman war es auch, der vorschlug, Smith und Carlos sollten für den Protest ihre schwarzen Handschuhe teilen, nachdem Carlos sein Paar vergessen hatte.“ “Der Dritte Mann!



    Brundage mit Hitler-Gruß war ok!

    Na Mahlzeit

    • @Lowandorder:

      Danke für die Links zur Erinnerung an Mexico 1968

  • Natürlich hat er Feuer gerufen, zu Recht. Aber seid wann wird Kassandra verschont ?

  • wenn "das Spielfeld, frei von jeglichen kommerziellen oder persönlichen Botschaften bleiben muss", dann muss auch die Allianz-Banden-Werbung weg. Ich habe Lust das IOC zu verklagen.

    • @Bruno Dorn:

      Wo haben Sie Allianz-Bandenwerbung gesehen?



      Bei den olymischen Spielen dürfte es sowas tatsächlich nicht geben. Das IOC lässt seine eigenen Sponsoren (und nach entsprechendem BGH-Urteil unfreiwillig auch andere kommerzielle Anbieter) mit Olympia werben, aber eben NICHT innerhalb des "Field of Play". Deshalb sollten auf olympischen Banden außer den fünf Ringen in der Tat eigentlich keine Marken zu sehen sein.

    • @Bruno Dorn:

      Bravo!!

  • Das Gebot der politischen Neutralität gründet sich historisch auf die Ekecheiria, die olympische Friedenspflicht - unbestreitbar ein Grundpfeiler und Wesenskern der Spiele. Der Verzicht auf politische Äußerungen und Demonstrationen an Wettkampfstätten ist die moderne Ausgestaltung derselben: Die Jugend der Welt soll sich friedlich sportlich messen und unvoreingenommen begegnen - als Menschen und eben gerade nicht als Repräsentanten dieser oder jener politischen Entität.

    Die bloße Einhaltung dieses über 2000 jahre alten Grundsatzes nun zum moralischen Tiefpunkt zu erklären, ist mittelbar der Beweis seiner Notwendigkeit.

    Kriege fordern Opfer, meist auf sämtlichen beteiligten Seiten, und das ist lautstark zu betrauern, zu verteufeln und anzuprangern. Selbiges aber nun ausgerechnet auf einer Veranstaltung zu tun, die es sich erklärtermaßen zum zentralen Ziel gesetzt hat, die kriegerische Gegenwart für ein paar Tage und aus sehr guten Gründen auszublenden... nun ja, das macht bei allem Verständnis für den jungen Ukrainer leider nicht allzuviel Sinn.

    • @Igby Ybgi:

      Überlegen Sie: Sie sind ca. 20+ und haben in den letzten 4 Jahren 20 Freunde, Sportkameraden verloren, nicht weil diese am plötzlichen Herztod verstorben sondern immer von denselben Tätern ermordet worden sind. Das sind 5 Personen pro Jahr, also alle 2 Monate, ab und zu waren sie auch auf der Trauerfeier. Kennen Sie jemand hier, der das auszuhalten hatte und absehbar immer weiter aushalten muss ? Bei Olympia geht es um die Begegnung der Kulturen und der Menschen, die diese Kulturen sind. In der Tagesschau gestern war ein Bild des Grabfelds von Alexej Nawalny: auf allen Grabsteinen waren Bilder der Bestatteten. Das ist dort so üblich, es wäre ein Frevel diese Würdigung zu unterlassen.



      Wenn ein Krieg ein paar Kilometer östlich während der aktuellen Spiele geführt wird - ist das Sache der Opfer den Krieg auszublenden ?



      Wenn Sie die Präambel der Charta beachten ist es nicht Sache der Spiele Kriege auszublenden, sondern Kriege zu verhindern. Das ist etwas anderes. Am Beispiel : Haben Sie jemand aus dem IOC gehört, der den Russen gesagt hat: Hört wenigstens jetzt auf, wir haben gerade Spiele !

    • @Igby Ybgi:

      Hat der „junge Ukrainer“ irgendwo eine (berechtigte) politische Aussage gegen die Feinde seines Volkes plakatiert, oder nicht nur die Trauer gezeigt? Ihre Herleitung scheint mir in der aktuellen Situation etwas sehr weit aus der geschichtlichen Mottenkiste geholt. Wenn Sie schon wegen weniger Portraits den olympischen Frieden gefährdet sehen, sollte der ganze Zirkus vielleicht besser endgültig beendet werden.

      • @vieldenker:

        Nein, er hat ausdrücklich NICHT nur seine Trauer gezeigt - steht im Artikel: "Er wollte der Welt zeigen, was Russland mit seinem Krieg auch im Sport angerichtet hat. " Das ist eine inhaltlich völlig legitime, aber eben glasklar politische Aussage, und die ist halt bei olympischen Spielen gegen die Regeln.

        • @Normalo:

          Auf seinem Helm steht kein politisches Statement. Insofern hätte das IOC die Gestaltung einfach so durchgehen lassen können. Aber das war wohl nicht gewünscht.

          • @vieldenker:

            Wenn man ein Symbol wie diese Bilder verwendet und dazu selbst öffentlich erklärt, was es ausdrücken soll, fließt diese Erklärung in die Aussage des Symbols ein. Das sollte eigentlich klar sein. Der juristische Grundsatz lautet: "IM ZWEIFEL für den Angeklagten.". Hier gibt es keine Zweifel.

            Anders läge der Fall vielleicht, wenn Heraskewytsch NICHT so unmissverständlich bei der Interpretation seines Helms "geholfen" hätte. Dann könnte man eventuell(!) vom IOC erwarten, dass es seiner Entscheidung die mildestmögliche Auslegung der Konterfeis zugrundelegt. Aber selbst das hat Grenzen: Würden Sie z. B. Jemandem, der mit einer orange-schwarzen Armbinde aufliefe, die auch noch ein prominentes Z trüge, gütig unterstellen, dass er nur die Farben und den Buchstaben schick findet? Ich nicht, und ich würde es auch begrüßen, wenn das IOC die Armbinde ohne irgendwelches Federlesen verbieten würde.

            • @Normalo:

              Nun, er wurde ja nicht angeklagt, sonder hat indirekt auf die fehlende Würdigung der toten Sportler durch das IIOC verwiesen. Insofern hätten die Verantwortlichen ihm vielleicht die Teilnahme mit dem Helm verweigern können, Weilheim sich persönlich oder institutionell angegriffen gesehen haben. Oder weil die Auswahl der Motive andere Sportler in ihrer Wettkampffähigkeit negativ beeinflussen würden. Aber die „Krücke“ des problematischen politischen Statements halte ich in diesem Fall nicht für stichhaltig. Wird sicher in der Folge noch einige Präzisierungen in den Bestimmungen nach sich ziehen.

              • @vieldenker:

                Nochmal: Sie brauchen keine Erklärungen zu erfinden, was Heraskewytsch mit den Bildern auf dem Helm sagen wollte (und warum das das IOC stören könnte). Er hat es selbst öffentlich klargestellt und damit den Bildern ein ganz bestimmte Bedeutung verliehen. Diese Bedeutung ist so eindeutig politisch, wie sie es nur sein kann.

                ("in dubio pro reo" gilt übrigens zwar direkt nur in Strafprozess, der Gedanke wird aber auch sonst angewandt: Zweifel gehen zu Lasten dessen, der etwas zu beweisen hat, aber eben auch nur, wenn es wirklich Zweifel sind.)

                • @Normalo:

                  Nochmal, ich will und werde überhaupt keine Erklärungen beisteuern. Habe ich auch gar nicht erst versucht. Aber Ihre einfache Gleichung mit noch simpleren Beispielen geht eben auch nicht auf. Auch nicht mit zusätzlichen lateinischen Verweisen - die mir auch in der Originalsprache und allen denkbaren Analogien durchaus gegenwärtig sind. Es geht nicht um die Begleiterklärungen des Atlethen, sondern um die Frage, ob das IOC nicht eigentlich dankbar für den bildlichen Hinweis auf die eigene unterlassene Würdigung der getöteten Olympioniken sein müsste. Statt ihn dafür „abzustrafen“.

                  • @vieldenker:

                    Wenn Ihnen das juristische Gesummse so unheimlich geläufig ist, können Sie ja auch mitdenken und den Gedanken verstehen, statt spitzfindig über Prozessarten zu rabulisieren. Dann kann ich mir die Erklärungen auch sparen.

                    Aber zu Sache: Wenn ich einen Helm mit symbolträchtigen Motiven bepinsele und dann noch in jedes Mikrofon erzähle, was genau die Symbole aussagen sollen (damit auch möglichst Jeder, der den Helm sieht, WEISS, dass er eine politische Aussage macht), dann lasse ich den Entscheidern beim IOC keine Wahl, als mich beim Wort zu nehmen und die in dieser Hinsicht eindeutigen Regeln anzuwenden. Alles andere wäre durchschaubar krampfige Realitätsverdrehung, um eine Ausnahme zu erschwindeln.

                    Dass das IOC dabei erkennbar ein schlechtes Gewissen hat und auch bereit war, eine (eigentlich auch nicht unpolitische) Armbinde zuzulassen, lassen Sie leider unerwähnt. Heraskewytsch hat es bewusst darauf ankommen lassen, und er WOLLTE im Zweifel gar nicht, dass man seinen Helm dankbar als Erinnerung oder harmlos als "Sind doch nur unpolitische Gesichter" einstuft. Sonst hätte er ja nicht gesagt, wie er ihn gedeutet sehen möchte.

                    • @Normalo:

                      Was Heraskewytsch WOLLTE kann ich mir vorstellen: er wollte, dass seine 20 Kameraden noch am Leben wären, wenn nicht physisch, so doch als Bilder, das ist in den slawischen Kulturen etwas anders als bei uns. Heraskewytsch war/ist ja Fahnenträger der Ukrainer. Ich kann mir deswegen vorstellen, dass die Ukrainer das abgesprochen haben. Die Ukrainer sind insgesamt 46 Teilnehmer : hätte jeder mit der gleichen Begründung das Bild eines toten Kollegen auf dem Helm geführt, hätte das IOC knapp die halbe Delegation ausschließen müssen. Das IOC hat außer Acht gelassen was Heraskewytsch und Landsleute mitmachen und dass sie deswegen irrational und verbittert agieren. Dafür gibt es aber das olympische Grundprinzip 4 :

                      The practice of sport is a human right.



                      Every individual must have access to the practice of sport, without discrimination of any kind in respect of internationally recognised human rights within the remit of the Olympic Movement.



                      The Olympic spirit requires mutual understanding with a spirit of friendship, solidarity and fair play.

                      Heißt konkret: Wenn ein Teilnehmer viel zu leiden hat fügt man ihm keine weiteren Schmerzen zu.

                    • @Normalo:

                      Nun, ich habe nie behauptet, dass er keine Diskussion wollte. Und politisch ist es natürlich, wenn er dem IOC die eigene Politik des bewussten Wegschauens so sichtbar vor Augen führt. Aber ob die Entscheider in seinem Fall „keine andere Wahl hatten“, dass genau ist die Frage an der Geschichte. Bin mal gespannt, was sich daraus noch ergibt.

    • @Igby Ybgi:

      Sie liegen falsch.

      Weil Frieden der Kerngedanke Olympias ist ist es völlig richtig an einen Krieg zu erinnern der auch während dieser Olympiade läuft und den eine Seite vom Zaun gebrochen hat, der auch noch die "olymische Familie" um einige Menschen dezimiert hat.

      Das kann man drehen und wenden wie man will. Wenn man Frieden möchte während der Spiele (udn auch überhaupt Frieden natürlich, dafür setzt sich das IOC laut Selbstverständnis und historischem Verständnis wie auch implizit nach heutiger Charta selbst ein!) dann darf man Menschen, die an das Schlimme im laufenden Krieg erinnern und auch betrauern (!) nicht wegschicken.

  • " nach der das „Field of Play“, das Spielfeld, frei von jeglichen kommerziellen oder persönlichen Botschaften bleiben muss. Das soll also der Grund sein, weshalb Heraskewytsch nicht um seine getöteten Sportkameraden trauern darf."

    wer sagt , daß er nicht trauern darf?

  • Ein Armutszeugnis! Solche sportlichen Großveranstaltungen sind nur Kommerz und Umweltfrevel.

    youtu.be/lgnGRiv4Lw8

  • Die Wurzeln liegen in der Vergangenheit, 1968 war so ein Wendepunkt auch im Sport:



    Bei deutschlandfunkkultur.de



    Titel: "Olympische Spiele 1968



    Als der Sport politisch wurde"



    /



    "Sport als politische Bühne



    Degenhardt: Ich will noch mal auf diese Black-Power-Geste zurückkommen. Smith und Carlos wurden seinerzeit in Mexico City nach ihrer Aktion ja ausgebuht. Man könnte natürlich generell die Frage stellen: Warum musste der Sport überhaupt politisch aufgeladen werden?



    Becker: Ja, dass sie ausgebuht wurden, hängt natürlich ganz stark damit zusammen, dass insbesondere von den Sportfunktionären die Chimäre aufrechterhalten wurde, dass der Sport per se unpolitisch sei. Und das hatte sich auch in den Zuschauerköpfen derart verankert, dass man da mit dieser natürlich auch bewusst provokanten Geste der beiden amerikanischen 200-Meter-Läufer wenig anfangen konnte beziehungsweise sich darüber ärgerte. Der Sport muss nicht gesondert oder extra politisch aufgeladen werden. Er ist einfach dadurch, dass er sich im öffentlichen Raum abspielt, aus sich heraus kann er als politische Bühne zumindest genutzt werden."



    Autor Christian Becker im Gespräch m. Jörg Degenhardt



    Bald gilt: "Sechzig Jahre und..."

    • @Martin Rees:

      Alles live im TV gesehen…



      Aber die ehrenwerten Aktionen der Sportler fanden n a c h. den Wettkämpfen statt.



      (Und Tommie Smith hätte einen Weltrekord für die Ewigkeit aufstellen können, hätte er nicht 10 Mtr vor dem Ziel siegessicher die Arme hochgeworfen.)

    • @Martin Rees:

      Man könnte auch sagen: „90 Jahre und ….“

      • @snowgoose:

        In der Tat!



        Zu den Überzeugungen u. Fehleinschätzungen:



        "Die "blonde He": Die Weltmeisterin im Fechten, Helene Mayer, im Februar 1935 in den USA. Die Goldmedaillengewinnerin von 1928 hatte Deutschland aufgrund ihrer jüdischen Herkunft verlassen müssen und war in die USA ausgewandert. Für die Olympischen Spiele 1936 nahm sie vorübergehend noch einmal die deutsche Staatsbürgerschaft an, trat im deutschen Kader an und gewann die Silbermedaille."



        Quelle spiegel.de



        Ebda



        "Thomas Mann: Der Schriftsteller auf einem kolorierten Stahlstich von Johann Lindner aus dem Jahr 1904. Mann hatte 1936 zusammen mit anderen, die Fechterin Helene Mayer gebeten, nicht für das "Dritte Reich" anzutreten, nachdem sie in die USA hatte flüchten müssen. Sie hatte jedoch erklärt, es wäre ihr eine Ehre, für Deutschland zu fechten."



        Quelle idem



        "Franzosen mit erhobenem Arm



        Zur Eröffnung der Spiele stiegen aber erst einmal 20.000 Friedenstauben in den Himmel auf.



        ()



        Beim Einmarsch der Mannschaften ernteten die Franzosen, die den rechten Arm zum Olympischen Gruß emporstreckten, für den vermeintlichen Hitlergruß stürmischen Beifall. Die Sportler der USA, die sich in dieser Hinsicht zurückhielten, wurden dagegen..."

  • Jawoll!! Vielen Dank für den Beitrag, Herr Rüttenauer!

  • Erbärmlich.

  • Es geht um die Kohle, Moral ist da fehl am Platze.

    • @Deutschfranzose:

      Sieht man auch an den Antworten von Befragten. Je höher das Pöstchen umso mehr wird rumgeeiert.