piwik no script img

Der Kanzler und der Klimawandel Nein, Merz ist kein Klimaaktivist

Gereon Asmuth

Kommentar von

Gereon Asmuth

Friedrich Merz zeigt sich im abgebrannten Hürtgenwald als Klimaaktivist – ohne Konsequenzen. Was ihm wirklich wichtig ist, verkündet er per „Bild“.

U ps, er hat es wirklich gesagt. Nicht nur erwähnt, als etwas, das ihn nicht interessiert. Sondern als etwas, das wichtig ist. „Das ist der Klimawandel“, sagte Friedrich Merz am Samstag bei seinem Besuch im Hürtgenwald, in dem fast eine Woche lang der bisher größte Waldbrand in Nordrhein-Westfalen gewütet hatte. Der Bundeskanzler legte sogar noch nach und versprach, alles zu tun, um den Klimawandel zurückzudrängen. Ist Merz auf seine alten Tage zum Seniorenbeauftragten der Fridays-for-Future-Bewegung geworden?

Leider nein. Und man muss es so formulieren: natürlich nicht. Denn auch wenn Merz gleich seinen ersten öffentlichen Termin nach dem dreiwöchigen Sommerurlaub den Wald­brand­be­kämp­fe­r:in­nen widmete, auch wenn er dort explizit den Kli­ma­leug­ne­r:in­nen widersprach. Ein Klimaaktivist ist der Kanzler noch lange nicht. Nicht nur, dass er vor Ort mit keinem Wort verriet, was genau er denn tun wolle, um die Klimakatastrophe wenn schon nicht abzuwenden, so doch wenigstens aufzuhalten. Nein, er verkündete auch noch gleich via Bild, was bei ihm vor allem anderen stehe: Wirtschaftswachstum. Und genau so sieht die Politik der regierenden Union auch aus.

Dabei wäre es nicht nur im Hürtgenwald höchste Zeit, dass die Bundesregierung den Löschzug holt und das Wasser aufdreht. Denn es brannten in diesem Sommer nicht nur tausende Bäume – es starben Menschen. 14.000 Hitzetote gab es laut konservativer Schätzung des Robert-Koch-Instituts. Davon 10.000 allein binnen weniger Tage bei der extremen Hitzewelle Ende Juni. Solch extreme Sterbezahlen gab es nicht mal zu den Hochzeiten der Coronapandemie beim Jahreswechsel 2020/21, als die damalige Bundesregierung das Land mit einem Lockdown zu schützen versuchte.

Das Logo der taz: Weißer Schriftzung t a z und weiße Tatze auf rotem Grund.
taz debatte

Die taz ist eine unabhängige, linke und meinungsstarke Tageszeitung. In unseren Kommentaren, Essays und Debattentexten streiten wir seit der Gründung der taz im Jahr 1979. Oft können und wollen wir uns nicht auf eine Meinung einigen. Deshalb finden sich hier teils komplett gegenläufige Positionen – allesamt Teil des sehr breiten linken Meinungsspektrums.

Dazu ist dem Kanzler bis heute nichts eingefallen. Und deshalb war der lautstarke Protest am Samstag gegen den Merzbesuch im Walde auch mehr als angemessen – auch wenn die Pfiffe den Kanzler sichtbar wütend machten. Doch diese Wut beruht zu Recht auf Gegenseitigkeit.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

Gereon Asmuth

Gereon Asmuth Ressortleiter taz-Regie

Leiter des Regie-Ressorts, das die zentrale Planung der taz-Themen für Online und Print koordiniert. Seit 1995 bei der taz. 2000 bis 2005 stellvertretender Leiter der Berlin-Redaktion. 2005 bis 2011 Leiter der Berlin-Redaktion. 2012 bis 2019 Leiter der taz.eins-Redaktion, die die ersten fünf Seiten der gedruckten taz produziert. Hat in Bochum, Berlin und Barcelona Wirtschaft, Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation und ein wenig Kunst studiert. Mehr unter gereonasmuth.de. Bluesky:@gereonas.bsky.social Mastodon: @gereonas@social.anoxinon.de Foto: Anke Phoebe Peters
Mehr zum Thema

59 Kommentare

 / 
  • Nachtsonne

    Lassen wir den Inhalt der Aussagen mal kurz beiseite. Dann bleibt eine Anbiederung durch Hr. Merz, die eines Kanzlers unwürdig ist. Seine Kanzlerschaft nähert sich dem Ende, den Herbst wird er kaum überstehen und er ist sich wirklich für nichts zu schade. Zum Fremdschämen, wenn es nicht ins Bild passen würde.

  • Tyre Extinguisher

    Merz wirkt wie ein Klimaleugner der neuesten Generation. Früher leugneten sie den Klimawandel noch komplett. Dann kam "Ja, aber wird nicht so schlimm". Und ganz neu: "Ja, aber kann man nix machen". Ich seh schon die nächste Stufe: "Man hätte früher was tun müssen, jetzt ist es eh zu spät".

    Laut Erkenntnissen der Wissenschaft ist das alles falsch. Jede Tonne CO2 und Methan extra wird zusätzliche Schäden anrichten. Und auch Merz erzählt Quatsch, wenn er die Wirtschaft über das Klima stellt. Die Wirtschaft "leidet" heute schon unter Klimawandel. Die Kosten werden höher als jede Prävention. Sagen die Ökonomen. Wenigstens auf die sollte Merz hören.

  • PfoteMila

    Klimaschutz bringt Wirtschaftswachstum !

    Klimaschutz kostet. Das ist doch auch gut so!



    Was auf der einen Seite Kosten sind, sind doch auf der anderen Seite Einnahmen! Pacht für Winradflächen , ja Windrad-Firmen, PV-Anlagen-Bauer, Installateure für Wärmepumpen, Häuserdämmung, und und und. Diese Kosten sind doch endlich die lange ersehnten Investitionen.



    Klimaschutz bringt Wirtschaftswachstum - dieses Mal halt nicht mehr für die Fossilen.

    • Nachtsonne

      @PfoteMila:

      Da haben Sie völlig recht, nur ist das schlicht nur für einen eingeschränkten Teilnehmerkreis am Wirtschaftsleben der Fall, nicht für die Gesamtwirtschaft. Kann man auch gut daran erkennen, wie die deutsche Wirtschaftsentwicklung im Verhältnis zu den europäischen Nachbarn dasteht. CO2-Neutralität kostet Geld und deswegen muss man auch ökonomisch optimiert vorgehen um gute Ergebnisse zu erzielen. Ach ja, mehr als 300g/KWh CO2 sind kein guter Wert und die Strompreise sind es auch nicht.

  • Wunderwelt

    Merz (und unser) größtes Problem ist, daß er die Dinge nicht zusammen denken kann.







    Er ist nicht der Kanzler die dieses Land *einen* würde.



    Und genauso wenig versteht er, daß wir im jetzt anstehenden Paradigma, Wirtschaft und Klima nicht mehr als Gegensätze betrachten dürfen, sondern Klimaschutz und Wirtschaft Hand in Hand gehen müssen..und sich als größter Wachstumsmarkt erweisen könnten, wenn die politischen Rahmenbedingungen dafür geschaffen würden. China macht es uns gerade vor und verdient sehr gut daran..







    Naja..die Tage von Hr Merz als Kanzler dürften gezählt sein. Von daher ist so eine Formulierung wie: " wir werden ALLES zu tun, um den Klimawandel zurückzudrängen", dann doch eher ein Hinweis auf seine mögliche *Anschlussverwendung als Komödiant* zu verstehen..

    ;-))

  • DiMa

    "Nein, Merz ist kein Klimaaktivist"

    Wenn Herr Merz Klimaaktivist wäre, wäre er nie Bundeskanzler geworden.

  • Deep South

    Merz ist halt ein Fettnapfsuchspezialist. Zu sagen, "wir werden alles tun" fällt ihm wieder genau so auf die Füße, wie vorherige großspurige Ansagen. Aber mal im Ernst. Niemand, wirklich niemand auch nicht der Naivste würde auf die Idee kommen, dass Merz ein "Klimaaktivist" ist. Und natürlich braucht das Land wieder ein vernünftiges Wirtschaftswachstum. Denn sonst regieren hier bald die Blauen und wies dann mit Klimazielen aussieht, dafür brauchs auch keine Expertenmeinung.

    • Janix

      @Deep South:

      Vernünftig hieße dann wohl mindestens, dass nach Abzug von Klimaschäden etwas übrigbleibt. Dann unterlässt man gewisse Spielchen wie letzte Maßnahmen für Verbrennerautos besser und setzt auf die Zukunft mit Umwelttechnologie.

      • Deep South

        @Janix:

        Das mag im Blick auf die Zukunft so sein. Die Transformation der Automobilbranche haben wir aber vor 15 Jahren verschlafen. Und auch die Vorgängerregierung hat nichts Entscheidendes dagegen getan. Deutsche E-Autos verkaufen sich einfach nicht, weil sie viel zu teuer sind und weil uns andere Nationen bei der Technologie längst überholt haben. Wenn Merz freudig einen schnellen Ausstieg aus dem Verbrenner ankündigen würde, wäre das der letzte Sargnagel für die Automobilindustrie und damit für Hundertausende Arbeitsplätze. Ein Dilemma, aber eben Realität.

  • Günter Witte

    Bei Maßnahmen gegen den Klimawandel würde es sich 1:1 so verhalten wie bei den geplanten Reformen bei Krankenkasse und Rente. Jeder weis das es so nicht mehr weitergeht, nur bitte mit Sparmaßnahmen bei jedem anderen ansetzen nur nicht bei mir.

    • Janix

      @Günter Witte:

      Wenn wir nicht mehr Energieraushauen und Verbrennerautos/Flüge direkt und indirekt belohnen und sich die Klimaerhitzung dadurch verlangsamt, ist viel gemeinsamer zusätzlicher 'Kuchen' da, im Vergleich zu einem Weiter-So.



      Solange man vereinzelten fetten Katzen auch mal gegen den Strich bürstet, sollte das zu machen sein.

      • Günter Witte

        @Janix:

        DANKE, mit ihrer Antwort bestätigen Sie voll meinen Beitrag. Es sind immer die anderen wo man ansetzen muss, dann ist Klimaschutz ganz einfach !

        • Janix

          @Günter Witte:

          Sorry, das ist jetzt Unterstellung.



          Sie wissen gar nicht, ob ich fliegender autofahrender Schwerreicher bin, um damit zu beginnen.



          Recht klar ist freilich, dass solche spürbar beitragen müssen, damit es a) einen Effekt hat und damit das Gesamtpaket b) allgemein getragen wird.



          Universal denken, darauf können wir uns einigen. Der gute alte Kant. Danach ist abschätzbar, was verallgemeinerbar ist und was eher nicht.

    • Gerhard Krause

      @Günter Witte:

      Interessanter Punkt. Aber stimmt das wirklich so? Dies scheint mir mindestens Ebenen aufzuweisen. Eine - vor einigen Jahren haben sich prominente und unbekannte zumindest wohlhabende Menschen im Rahmen der Bewegung "umfairteilen" dafür ausgesprochen, mehr Steuern zu zahlen. Die andere - die Menschen haben womöglich Angst davor, kleine und große Freiheiten, zB die nicht unwesentliche Mobilität, zu verlieren, oderund nicht zu wissen, wo und wie sie sich einschränken können. Beides erfordert gemeinsamen Dialog bzw gute Kommunikation.

  • Kaboom

    Merz will den Klimawandel also zurückdrängen. Hört sich für mich nobelpreisverdächtig an. Ich bin schon sehr gespannt auf die Ausgestaltung dieser wahrscheinlich großartigen Pläne.

  • Ricky-13

    Im wissenschaftlichen Fachblatt 'Bild' verkündet unser Kanzler also, was bei ihm vor allem anderen steht: Wirtschaftswachstum.

    Klimaschutz wird es mit dem (ehemaligen) BlackRock-Lobbyisten nicht geben, denn das gefährdet die Gewinne der Wirtschaft und wäre auch nicht gut für das klimaschädliche Wirtschaftswachstum der CDU/CSU. Wir müssen aber endlich mal aus der Denkweise der letzten Jahrhunderte herauskommen und ein neues Wirtschaftssystem einführen, denn ganz ohne Wirtschaft geht es ja auch nicht. Aber dafür braucht man natürlich intelligente Politiker, die nicht auf dem Schoß der umwelt- und klimazerstörenden Wirtschaftsbosse sitzen.

    Friedrich Merz ist aber ein politisches "Fossil" aus dem letzten Jahrhundert, der mit seiner Politik weiterhin unsere Wälder und dann die Zukunft unserer Kinder und Enkel verheizt - und die Bürger applaudieren sogar noch brav dazu.

    Übrigens verfügt Deutschland nur über 'ein einziges' dauerhaft stationiertes Löschflugzeug. Das Flugzeug ist nicht einmal staatliches Eigentum des Bundes, sondern wird vom Landkreis Harz in Sachsen-Anhalt über einen privaten Dienstleister für die Waldbrandsaison gepachtet. Frankreich hat aktuell 18 Löschflugzeuge. ✈ 🔥

  • FtznFrtz

    Erinnert ein bisschen an den entgeisteren Blick von Markus Söder beim (erstaunlicherweise immer öfter) auftreteneden Jahrhunderthochwasser. Es scheint wirklich so, als sei der Klimawandel in den Köpfen der Schwarzen und Braunen ein linkswokes Hirngespinst, zumindest will man es mit aller Gewalt dazu machen.



    Beste Methode: Zerteile das Klima in Wetter, heiße Tage gab es doch auch früher schon, ebenso wie Überschwemmungen, Erdrutsche, Dürreperioden. Zwei oder drei veregnete Sommer und der Klimawandel löst sich mal wieder in Luft auf. Tino Chrupalla schwadronierte von einem normalen heißen Sommer, in dem es heiß aber auch feucht war (was glatt gelogen war), dröhnende Ignoranz zu einem der drängendsten Probleme unserer Zeit. Bezeichnend (auch für das Publikum) dass die dröhnendsten Ignoranten die meisten Stimmen einheimsen. Wie Hühner, die die Augen schließen, wenn der Fuchs den Stall betritt. Physik ist ein Gegner, den man weder weglügen noch wegdefinieren kann.

  • nothingness

    Wirtschaftswachstum vs. Klimaneutralität: Woher kommt um Himmelswillen die absurde Idee, dass Windräder, Solaranlagen, Elektroautos, Wärmedämmung, Wärmepumpen NICHT zum Wirtschaftswachstum gehören?



    März et al. geht es offensichtlich nicht um Volkswirtschaftswachstum, sondern Wachstum bestimmter Klientelbranchen. Man könnte es Fossilwirtschaftswachstum nennen.

    • Herma Huhn

      @nothingness:

      Danke.



      Die Umstellung auf eine klimaneutrale Wirtschaft könnte dermaßen große Wachstumspotentenziale freischalten, dass selbst der Aufbau nach dem Krieg daneben klein aussehen könnte.



      Der Unterschied ist nur: Damals waren sich alle einig, dass man mit den Trümmern nicht mehr viel machen konnte. Heute versuchen zu viele, die fossilen Überbleibsel weiterzureiten, bis tatsächlich nichts anderes mehr geht. Was zwangsläufig zu Stagnation führt.

  • sujall

    Das hat Methode. Wenn man CDU-Regierungsmitgliedern zuhört, läuft immer das gleiche Schema ab: Den Klimawandel vordergründig anerkennen, aber nicht danach handeln.

  • Sikasuu

    Friedrich Merz zeigt sich im abgebrannten Hürtgenwald als Klimaaktivist – ohne Konsequenzen. Was ihm wirklich wichtig ist, verkündet er per „Bild“.



    ----



    DAS zeigt doch seine Liebe zum "Konservatismus"! "Klassisches Printmedium" nicht "Tic-Tac usw.!"



    Doch unseren "Sauerland Fritz" als Klimaaktivist zu labeln, heißt Ihn komplett FALSCH zu verstehen.



    Klima ist ihm in seinem "langen Leben" NUR als "Investitions- bzw. Gewinnklima" begegnet. Es war in diesem Jahr halt "schlechtes Wetter"! Etwas trocken, kann ja mal vorkommen.



    Btw. Erst wenn der Schornstein wieder raucht, das Wirtschaftswachstum, ER gießt das ja fleißig mit "Euros aus der Zukunft", wird auch das "Wetter" wieder gut werden!



    Da ist Ihm jedes Mittel recht!



    Ananas an der neuen Nordseeküste am Lippestrand, Rennkamelzucht in MV & Brandenburg, selbst ein "Blaues Erzgebirge" mit Vorland ist ihm da recht!



    Mein Fazit: Weiter so Fritz! Du Schafts DAS! Wie deine "Vorgängerin mal so schön sagte! :-(



    Ps. Doch den leisen Nebensatz von Ihr nicht vergessen! War der nicht so:



    "Wenn wir DAS nicht hinbekommen ist das nicht mehr MEIN Deutschland, in dem ich leben möchte?"



    Bei 'ner Greencard wirst Du wohl keine Probleme haben!"

  • Manfred Schmid

    In der Tat bietet eine brummende Wirtschaft deutlich mehr Spielraum um die Klimakrise zu beackern. Leider hat Merz für beides aber keinerlei zielführende Strategie. Mehrarbeit als Lösung für leere Auftragsbücher ist genauso sinnlos wie Kernkraft an Flüssen ohne Wasser.

  • Troll Eulenspiegel

    Wurde zurecht ausgebuht. Keiner kann seine vermeintlichen Klimapläne ernst nehmen, wenn Wirtschaftswachstum wichtiger sein soll.

  • Garak

    Das Problem ist noch nicht mal, dass ihm Wirtschaftswachstum wichtig ist, sondern wie es definiert wird - nehmen wir mal ne Nummer kleiner als Klimawandel, nehmen wir einen Autounfall: Carambolage, ein Fahrzeug Totalschaden, eines reparierbar. Bisschen Infrastruktur beschädigt, z.B.. ein Laternenmast, ein Beinbruch, eine Gehirnerschütterung. Nix davon Wünschenswert, oder? Aber halt: Fahrzeug ersetzen: BIP! Fahrzeug entsorgen: BIP! Fahrzeug 2 und Infrastruktur wiederherstellen: BIP! Medizinische Versorgung einschließlich Reha: BIP! Aus reiner Wirtschaftslogik müsste die Regierung Unfälle fördern. Wir müssen weg von der "wertneutralen" Wirtschaftsbewertung.

  • Martin Rees

    "Dazu ist dem Kanzler bis heute nichts eingefallen. Und deshalb war der lautstarke Protest am Samstag gegen den Merzbesuch im Walde auch mehr als angemessen – auch wenn die Pfiffe den Kanzler..."



    Für die Zukunft im Klimawandel braucht es eine neue Erzählung von Zukunft und Veränderungen.



    Dafür steht der konservative Kanzler nicht. Diejenigen, die dafür standen und stehen, wurden systematisch desavouiert, gar diffamiert.



    Menschen mit entsprechender Dynamik und Glaubwürdigkeit sind in der Ebene der Ministerpräsidenten eher zu finden.



    Die Ära des alten weißen Mannes als Galionsfigur und Bestimmer ist endlich, das Weltbild wandelt sich mit der Klimakrise.



    Zum Narrativ:



    "Anders als mein Kollege Herfried Münkler bin ich der Auffassung, dass Narrative nicht übergestülpt, nicht von Intellektuellen kreiert werden dürfen, sondern gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern entwickelt werden müssen.



    Für ein künftig erfolgreiches Narrativ wird entscheidend sein, dass es den Kern unserer Demokratie im Mittelpunkt trägt: den Streit und die Auseinandersetzung. Ein progressives Narrativ kann kein Elitenprojekt sein..."



    A. Römmele 2019



    frankfurter-hefte.de



    »Narrativ« – eine neue progressive Erzählung

  • Frank N. Stein

    Wer von dem "AfD-Halbierer" noch irgendwas vernünftiges erwartet, dem ist eh nicht mehr zu helfen.

  • Gerhard Krause

    Hier wird ordentlich verdrängt, weil man keine (Lösungs-)Strategie hat. Allerdings ist hier Wirtschaftswachstum, wenn mit Umweltschutz genug Kredite aufgenommen werden undoder Bestandsgeld in Umlauf gelangt. Die sekundär schädlichen Güter müsste man ebenfalls berücksichtigen. Das wäre ja dann einmal eine echte Strategie.

  • Warim Wilke

    Herr Merz:



    Wirtschaftswachstum ist die Ursache der Klimakatastrophe.



    Ihre Maßnahmen um Wirtschaftswachstum anzukurbeln sind kontraproduktiv, da sie die Kaufkraft schwächen.

    Nix zu danken.

  • Evi Holtendorp

    Das RKI schreibt in seinem Wochenbericht zur hitzebedingten Mortalität vom 20.8.: "Der größte Anteil hitzebedingter Sterbefälle entfällt auf die Altersgruppen ab 75 Jahren."



    Diese Altersgruppen sind wohl nicht so wichtig, weil sie eher wenig zum angestrebten Wirtschaftswachstum beitragen ...

    • Christian Lange

      @Evi Holtendorp:

      Cave: 2025 war jeder vierte (!) Wahlberechtigte über 70 und davon haben 80 Prozent tatsächlich gewählt. Vielleicht kommt hier ja unerwartet Schützenhilfe für den Umweltschutz ...



      (www.demografie-por...lbeteiligung.html)

  • EchteDemokratieWäreSoSchön

    Nein, Merz ist kein Klimaaktivist. Und dabei wäre es super wichtig, dass etwas gegen den Klimawandel unternommen wird.

    Aber wer das fordert, sollte auch sagen, woher das Geld dafür kommen soll. Denn sonst haben viele vor allem ärmere Menschen Angst, dass sie die Zechen zahlen müssen. Und dann muss man sich nicht wundern, wenn ein Teil davon Parteien wie die AfD wählen, die ihnen vorliegen, dass Klimawandel gar nicht wichtig sei.

    Meiner Meinung wird man den Klimawandel und die anderen Probleme, mit denen sich Deutschland derzeit rumschlägt (u.a. wirtschaftliche Krise und soziale Krise) nicht lösen können, wenn man die 5000 Milliardäre und Superreichen (>100 Mio. $) in Deutschland nicht um 1,5-3,5% ihres Vermögens höher besteuert. Das wären 50-100 Mrd. € pro Jahr und damit könnte man wohl alle Probleme inkl. des Klimaproblems lösen, und gleichzeitig die Wirtschaft wieder auf Vordermann bringen und für mehr soziale Gerechtigkeit sorgen.

    Solange der Autor nicht sagt, woher er das Geld nehmen will, gehen solche Apelle leicht nach hinten los.

    • Marcelo

      @EchteDemokratieWäreSoSchön:

      Das Geld was durch die Reichensteuer eingenommen wird, hat der Bund kein Zugriff drauf. Dafür müsste erst das Grundgesetz geändert werden aber die Länder wären schön dumm auf das Geld zu verzichten.

      • mwanamke

        @Marcelo:

        Wär doch toll, wenn die Länder und Kommunen endlich mal wieder ordentlich bei Kasse wären.

        • Marcelo

          @mwanamke:

          Natürlich, aber es gibt trotzdem Nebenwirkungen für uns

      • Gerhard Krause

        @Marcelo:

        Ich weiß immer leider nicht, was nun immer tagaktuell mit "Reichensteuer" gemeint sein soll. Jedenfalls ist die Einkommenssteuer eine Gemeinschaftssteuer, Bund, Länder, Kommunen.

    • Cornelia Gliem

      @EchteDemokratieWäreSoSchön:

      Na, da hatten wir aber schon eine gute Methode genannt: das klimageld, welches gerade die ärmeren bevorzugt hätte, schließlich produzieren sie am wenigsten co2 etc.



      Aber da will die Regierung lieber weiterhin Milliarden Subventionen an Bauern und Großkonzerne geben...

      • Günter Witte

        @Cornelia Gliem:

        Kunst wird 3X so hoch subventioniert wie die Landwirtschaft, da wird das Geld rausgeworfen.

        • mwanamke

          @Günter Witte:

          Wo haben Sie das denn jetzt her, gibt es da auch was belegbares zu? Außerdem meine ich, dass die Landwirtschaft doch wohl vor allem von der EU subventioniert wird.

  • David Lejdar

    Das mit dem Wirtschaftswachstum, ich finde es einen interessanten Indikator, der sicherlich Aussagekraft hat. Aber wenn z.B. Mieten steigen, und Gewerkschaften vehement mehr Verschuldung erwarten, um sich davon 1% noch mit auf Konten zu legen, während die Mieten irgendwo den nächsten Cocktail für $100 finanzieren - da mag das BIP rasant steigen, und als voller Erfolg für Jahre an "Arbeit" gelten - aber irgendwie macht das nicht wirklich Sinn so, was meine Ansicht betrifft.

    Im Unterschied dazu, wenn man sich Karten ansieht, mit Daten wie dazu in welchem Kreis welche Arbeitslosigkeit, und dazu Idee hat, wie man dort (anhand weiterer Daten, zu z.B. Bildungsstand der Arbeitslosen), Jobs schafft, da hilft das, damit die Leute mehr Einkommen haben, wovon wohl Großteil vor Ort ausgeben, und somit vor Ort mehr Geld in Zirkulation, womit noch paar Jobs, wie für Verkäufer/innen. Und in dem Sinne würde auch helfen, wenn statt Cocktail-Dividenden mehr lokale Reinvestition.

  • Astrid Sehnefeld

    "Und deshalb war der lautstarke Protest am Samstag gegen den Merzbesuch im Walde auch mehr als angemessen – auch wenn die Pfiffe den Kanzler sichtbar wütend machten. Doch diese Wut beruht zu Recht auf Gegenseitigkeit."



    Bloß dass die Pfiffe und Buh-Rufe gegen Merz nicht wegen verpasster Klimapolitik waren, sondern weil der Kanzler erst eine Woche nach der Katastrophe im Krisengebiet sich hat blicken lassen.



    Auch wenn es sachlich gesehen total kontraproduktiv gewesen wäre, wenn Merz sich während laufender Löscharbeiten zur Erhaschung effektvoller Bilder an den Brandherd hätte fliegen lassen, um da mit Leibwächtern und Polizeischutz zwischen Schläuchen und Feuerwehrleuten umherzustolpern, wird solche Alibiteilnahme von Toppolitikern halt erwartet.



    Ein Schröder in Gummistiefeln hat ihm die zweite Amtszeit gebracht und Laschets kurzes Lachen hat ihn seine Amtszeit gekostet...



    Hätte Merz wissen müssen. Er hätte letzten Samstag durch den Wald stolpern müssen.



    Was er dazu sagt ist egal. Hat eh jeder nächste Woche wieder vergessen.



    Es geht um Bilder heutzutage.



    Selenski aus dem Zentrum Kievs nach dem Kriegsbeginn, etc...



    Die Sprache des Bildes kann Merz nicht.



    Und seine Berater auch nicht.

    • mwanamke

      @Astrid Sehnefeld:

      Blöd ist halt, dass Merz meint, AN und sogar Rentner sollten mehr und länger arbeiten. Wenn er sich dann 4 Wochen Urlaub gönnt, obwohl zu Hause die Hütte brennt (war ja mehr los als 1Waldbrand), dann kann er wohl keine Begeisterung erwarten.

      • Marcelo

        @mwanamke:

        Die Interviews über den besuch des Kanzler und Urlaub im Fernsehen sagen was anderes

    • Jens Köster

      @Astrid Sehnefeld:

      Tatsächlich ist Merz in Absprache mit den Rettungskräften nicht während des Einsatzes da gewesen, sondern hinterher, damit er die Arbeiten nicht behindert.



      www.n-tv.de/31222094

    • Marcelo

      @Astrid Sehnefeld:

      Wo ist in der Geschichte Deutschlands mal kein Kanzler ausgepfiffen und ausgebuht worden wenn er in ein Katastrophengebiet war?

  • Andreas Flaig

    Ein professioneller Politiker hätte sofort ein politisches Statement abgeliefert, selbst wenn die Hälfte davon gelogen wäre. Abgesehen von wahren Emotionen für die Opfer und die Helfer. Dort muss ein Politiker Herz beweisen. Nicht so bei Merz.



    Merz steht nur dumm rum und blubbert vom Klimawandel und dem Wirschaftswachstum.

    Schon wieder hat er bewiesen, dass er Kanzler niemals kann.



    Es ist mittlerweile unerträglich, wie er in seiner Cloud empathielos auf die Bürger schaut.

  • Janix

    Die menschengemachte Klimaerhitzung frisst jegliches Wachtum der Wohlfahrt locker wieder auf, also muss ein Kanzler da mal ran.



    Merz kann doch mit der jetzigen Bilanz selbst nicht zufrieden sein.

  • Lowandorder

    Danke für‘s Fotto - wiedermal.

    Boofke - der Lümmel von der letzten Bank -



    Ist älter geworden! Wollnichwoll

    unterm——-



    cms.berliner-schnauze.wtf/wort/boofke

  • Jens Köster

    Man kann den Kanzler für viel kritisieren. Aber was soll das sinnlose gegen einander ausspielen von Klimaschutz sowie dem Schutz gegen Auswirkungen des Klimawandels gegen Wirtschaftswachstum? Deutschland braucht doch beides. Denn ohne Wohlstand ist Klimaschutz nicht möglich.

    Die Störer bei der Merz-Rede haben sich nicht mit Ruhm bekleckert.



    Hier die Rede des Landrates der betroffenen Gegend und von Merz.

    • Jörg Schubert

      @Jens Köster:

      "Denn ohne Wohlstand ist Klimaschutz nicht möglich."



      Dummerweise dreht sich diese Aussage langsam um: Ohne Klimaschutz wird Wohlstand nicht mehr möglich sein.

      • Deep South

        @Jörg Schubert:

        Mag sein. Aber wenns wirtschaftlich bergab geht, Arbeitsplätze verloren gehen und Wohlstand schwindet, dann werden nicht Diejenigen gewählt, die für mehr Klimaschutz eintreten, sondern die, die den Klimawandel anzweifeln und den Klimaschutz abschaffen wollen.

        • mwanamke

          @Deep South:

          Wär vielleicht ganz gut gewesen, wenn die führende Union schon damals, als Zinsen historisch niedrig waren, Geld in die Hand genommen und die Infrastruktur in Ordnung gebracht hätte, samt der Bahn. Wär schon seit 20 Jahren fällig gewesen. Dann hätten wir jetzt weniger Probleme und der Standort wäre auch gerettet. Statt dessen haben 2 Verkehrsminister nur darüber gebrütet, wie sie EU Gesetze umgehen und eine Ausländermaut einführen können. Und im selben Stil geht es jetzt weiter, mit Volldampf zurück ins vergangene Jahrtausend. Und immer auf den Spuren der blauen Partei mit dem braunen Touch.

          • Deep South

            @mwanamke:

            Absolut. Damit rennst du bei mir offene Türen ein. Die größten Versäumnisse hat die GroKo vor der Ampel zu verantworten. Und das bei Weitem nicht nur im Bereich Energiewende.

    • Francesco

      @Jens Köster:

      »Denn ohne Wohlstand ist Klimaschutz nicht möglich.«



      Warum soll das richtig sein? Weniger Wohlstand heißt in der Regel weniger Energieverbrauch und damit weniger CO2-Ausstoß. Es sind die wohlhabenden Staaten, die am meisten CO2-Ausstoßen.

    • Jalella

      @Jens Köster:

      Unbremstes unendliche Wirtschaftswachstum, wie es der Kapitalismus für sich fordert, hat die Klimakatastrophe hervorgebracht. Es ist auch ein sinnloses Wachstum - wer hätte Freude daran, wenn die eigenen Kinder nicht mehr aufhörten zu wachsen? Wirtschaftswachstum ist also schon deswegen mindestens niedriger zu priorisieren.

      Die gute Nachricht: es gibt ohne Klimaschutz sowieso kein Wirtschaftswachstum, denn die Folgen sind so viel teurer, dass sie jegliches Wachstum auffräßen, wenn es denn überhaupt welches gäbe. Die Wirtschaft wird ja ebenfalls von der Katastrophe aufgefressen.

    • Janix

      @Jens Köster:

      Ohne Klimaschutz ist Wohlstand nicht möglich.



      Wer noch auf obsoletes (und volkswirtschaftlich teures) Fossil, Auto, Flugzeug setzt, vernichtet Wohlstand.

      Glaubt Merz das eigentlich, was er da an Stanzen herausbringt?

      • Jens Köster

        @Janix:

        Alle Menschen wollen Wohlstand. Deshalb entscheidet sich die Zukunft des weltweiten Ausstoßes an Klimagasen in den Schwellenländern. Was nicht heißt, dass wir hier nichts tun sollten. Wer glaubt, irgendwer würde aktiv Klimaschutz betreiben, wenn es ihm schlecht geht, lügt sich in die Tasche.

        • Janix

          @Jens Köster:

          Es ist scheinbarer (!) Wohlstand, der nach allen mir bekannten Studien mit Umweltverschmutzung korreliert.

          Die - nennen wir es deutlich so: klare Ineffizienz, sich erst dann "glücklich" zu fühlen, wenn fette Autos vor einem übergroßen Haus stehen und der Flugurlaub kommt.



          Das ist Fettleibe, nicht Wohlstand.

          Zugleich gibt es auch Fortschritt, der Aufräumen, Filtern, bessere Prozesse ermöglicht. Die Thermodynamischen Sätze erinnern uns daran, dass auch dies womöglich Energie frisst.

          Entscheidender wird sein, dass nicht ineffizient rausgehauen wird, dass vor allem nicht Anreize dies sogar noch belohnen.



          In Ost- wie Westdeutschland wurde etwa (fossile) Energie künstlich "billig" gemacht, auf Kosten von Gegenwart und Zukunft. Oder Fliegen/Fleisch/Auto indirekt bezuschusst. Das Modell weltweit wäre ein Problem.