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Mietenpolitik in BerlinDer Deckel soll's richten

Ein SPD-Vorschlag für einen neuen Mietendeckel ist heftig umstritten. Kann er eine Vergesellschaftung ersetzen? Oder ist er ein Wahlkampfmanöver?

Schweißperlen auf dem Mietendeckel Foto: imago
Uwe Rada
Erik Peter

Aus Berlin

Uwe Rada und Erik Peter

Die SPD-Fraktion hat auf ihrer Klausur in Rostock einen Neuanlauf zum Mietendeckel beschlossen. Wie soll der funktionieren?

Die Mieten sollten ab einem bestimmten Stichtag eingefroren werden und danach nur noch in Höhe der Inflation steigen dürfen. Gleichzeitig sollen die Gewinne der Eigentümer auf maximal 4 Prozent der Einnahmen aus der Jahresnettokaltmiete begrenzt werden, der Rest muss für Instandhaltung, energetische Modernisierung und Neubau verwendet werden. Betroffen wären alle Vermieter mit mehr als zwei Wohnungen, die SPD spricht von 1,4 Millionen Wohnungen.

Diesmal soll er mit dem Vergesellschaftungsparagrafen 15 im Grundgesetz begründet werden. Wie realistisch ist das?

Die SPD sagt, die Anwendung des Paragrafen sei der Auftrag aus dem Volksbegehren. Zugleich will sie einen Schutzstatus für alle Mieter:innen, nicht nur für jene, die von einer Vergesellschaftung profitieren würden. Die Meinungen darüber gehen wenig überraschend auseinander. Der Bielefelder Verfassungsrechtler Simon Kempny sieht dafür gute Chancen. Bis Frühjahr will er dies in einem Gutachten belegen. Kempny sagt aber auch, dass nur etwa 10 Prozent aller Fragen, die den Paragrafen 15 betreffen, durch Rechtssprechung geklärt sind. Jeder Vorstoß, der sich darauf bezieht, wird beim Landesverfassungsgericht oder auch beim Bundesverfassungsgericht landen.

Andere Experten sind skeptischer.

Der Verfassungsrechtler Ullrich Battis argumentiert, dass auch der Verweis auf das Grundgesetz die Gesetzgebungskompetenz des Bundes beim Mietrecht nicht außer Kraft setzen könne, und erinnert an den 2021 an Karlsruhe gescheiterten Mietendeckel. „Das Bundesverfassungsgericht hat klar gesagt, für soziales Mietrecht ist der Bund zuständig, nicht Berlin“, sagte Battis dem Tagesspiegel.

Und was sagt die Expertenkommission zum Vorstoß der SPD?

Isabel Feichtner von der Universität Würzburg zum Beispiel sieht in dem Vorschlag „ein gutes Instrument“, wie sie im Gespräch mit der taz sagt. Sie spricht von einer „gebotenen Regulierung der Wohnraumbewirtschaftung“, für die das Land die Kompetenz habe und die „nicht entschädigungspflichtig“ sei. Dies müsste offensiv begründet werden, etwa mit der „starken Sozialbindung“, die für das Eigentum an Wohnraum existiere. Den argumentativen Weg über Artikel 15 empfindet Feichtner als „Etikettenschwindel“. Damit wolle die Partei den Anschein erwecken, dem Volksentscheid gerecht zu werden, ohne allerdings tatsächlich zu vergesellschaften und darüber Mitbestimmungsrechte für Mie­te­r:in­nen herzustellen.

Dieses hohle Wahlkampfmanöver lassen wir der SPD nicht durchgehen

Ida Mühlhaus, Sprecherin DW enteignen

Die SPD hat auch eine Sozialquote und ein Mietenkataster in einem verschärften Wohnraumsicherungsgesetz gefordert und will das noch in dieser Legislaturperiode umsetzen. Was heißt das?

Die Idee ist eine gesetzliche Sozialquote, die nicht nur den Neubau, sondern auch Bestandswohnungen betrifft. Zudem soll jede Wohnung vollständig erfasst werden, um die Rechtmäßigkeit von Mieten überprüfen zu können. Für Ersteres fehlt bislang das Konzept, bei Zweiterem müsste die CDU mitziehen. Bislang waren sowohl Christdemokraten als auch SPD-Bausenator Christian Gaebler der Meinung, dass ein Mietenkataster bundesrechtlich geregelt sein müsse und nicht von einem Bundesland geschaffen werden kann. Offenbar hat da die Fraktion Druck auf den eigenen Bausenator ausgeübt.

Ist die SPD plötzlich wieder Mieterpartei?

Die SPD hat vor allem Angst. Angst, dass die Linkspartei mit dem Mietenthema und der Forderung nach Vergesellschaftung ins Rote Rathaus einzieht. Weil die SPD nicht enteignen will, setzt sie nun auf den Mietendeckel 2.0. Das ist natürlich auch der Versuch, Boden gegenüber der Linkspartei gutzumachen, die in Umfragen vor der SPD liegt.

Sowohl bei Enteignung als auch bei flächendeckenden Sozialquoten, womöglich auch bei einem neuen Mietendeckel, müssten die privaten Wohnungskonzerne entschädigt werden. Gleichzeitig wird eine neue Landesregierung massiv sparen müssen. Wie geht das zusammen?

In der SPD kursiert immer noch eine alte Zahl des Landesrechnungshofs, nach der eine Vergesellschaftung 40 Milliarden Euro kosten würde. In einem Gutachten der Initiative Deutsche Wohnen & Co enteignen vom November wird die Entschädigungssumme auf zwischen 10 bis 17 Milliarden Euro beziffert. Diese könnte eine noch zu gründende Anstalt des öffentlichen Rechts über Kredite finanzieren, ohne dass dies den Landeshaushalt belastet.

Und was würde eine Entschädigung für eine Sozialquote sowie einen Mieten- und Gewinndeckel kosten?

Darüber schweigt die SPD-Fraktion bislang. Eine Verpflichtung für Sozialquoten für 1,4 Millionen Wohnungen wird nicht kostenneutral zu haben sein. Wenn, wie von der SPD gefordert, nur 4 Prozent der jährlichen Mieteinnahmen an die Eigentümer ausgeschüttet werden dürfen, habe der Eigentümer nichts mehr von seiner Wohnung, sagt der Düsseldorfer Verfassungsrechtler Martin Morlok dem Tagesspiegel: „Das wird horrend teuer.“

Und was sagt die Linkspartei?

Spitzenkandidatin Elif Eralp spricht von einer „Scheinlösung“. „Statt leerer Versprechungen sollte die SPD besser einen Mietendeckel umsetzen, wo es sofort möglich ist, nämlich bei den landeseigenen Wohnungsunternehmen“, sagt sie.

Und die Initiative DW enteignen?

Sie besteht, auch das wenig überraschend, auf Vergesellschaftung. Die Vorschläge der SPD seien kein Weg in die Gemeinwirtschaft, wie sie der Paragraf 15 vorsehe, sondern eine bloße und teure Regulierung von Marktwirtschaft, bei der die Wohnungen bei den Konzernen verblieben. „Dieses hohle Wahlkampfmanöver lassen wir der SPD nicht durchgehen“, sagt Initiativensprecherin Ida Mühlhaus.

Wäre eine Enteignung privater Wohnungskonzerne nicht auch ein Fall für Karlsruhe?

Natürlich. Aber in diesem Fall geht es nicht um einen Eingriff in die Bewirtschaftung von Wohnungen privater Konzerne, sondern um deren Vergesellschaftung. Die Expertenkommission, die der Senat nach dem Volksentscheid Deutsche Wohnen & Co enteignen eingesetzt hat, kommt zu dem Ergebnis, dass eine solche Vergesellschaftung verfassungskonform ist.

Was sagt der Mieterverein?

Geschäftsführerin Wibke Werner: „Jeder Versuch, der eine funktionierende Mietenregulierung zum Ziel hat, ist zu begrüßen.“ Den Ansatz der SPD, einen Mietendeckel auf der Grundlage des Grundgesetzes einzuführen, findet sie interessant. Zudem hofft Werner, dass das Thema Mieten im Wahlkampf nicht zu einem Streit zwischen Linken, SPD und Grünen führt.

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87 Kommentare

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  • Es ist überfällig die seinerzeit aus neoliberalen Gründen 1990 abgeschaffte Wohnungsgemeinnützigkeit unverzüglich wieder einzuführen. Dafür müsste die Gesellschaft eingestehen, dass Wohnen zur Daseinsvorsorge zählt und nicht für Rendite und Gewinn. Hier sind ja viele nicht mal bereit für ein leistungsloses Einkommen, welches 4% Rendite erwirtschaftet, zu investieren. So gierig ist diese Gesellschaft mittlerweile. 4% sollen nicht genug sein. Die Dividenden der ETF (oder andere Aktien) werden von Euch erwirtschaftet, die Ihr bei Aktiengesellschaften arbeitet. Es ist also leistungsloses Einkommen für diejenigen, die vermögende genug sind in Eure Unternehmen zu investieren. Die Arbeit habt Ihr geleistet, aber um diesen Teil der Verfügung seid Ihr im Prinzip "betrogen" worden.



    Das Kostenmietenprinzip muss wieder Einzug halten und private GbR sollten in die Lage versetzt werden von Steuervorteilen zu profitieren, wenn sie zum Selbstkostenpreis an Mitglieder vermieten und in die eigene Immobilie re-investieren. Bürger könnten sich als Gegenmacht zu den Konzernen so zusammenschließen.

  • Die einen sparen auf eine Wohnung für die Altersversorgung, die anderen verbrennen ihr Geld am Ballermann.

    • @Johann63:

      Und andere arbeiten ihr Leben lang und können sich trotzdem keine Immobilien kaufen.

      • @Andreas J:

        Es gibt Menschen, die haben weniger als ich und es gibt Menschen, die haben mehr als ich. Was sind die Kriterien, ob das eine gerecht ist und das andere nicht?

      • @Andreas J:

        Die meisten besitzen eine Immobilie, weil sie auf was verzichtet haben oder sie haben geerbt.

  • Ich wusste gar nicht, das man das Recht hat in Berlin zu wohnen und wenn, dann muss man auch die Kosten übernehmen und wenn man die Preise mit anderen Hauptstädten in Europa vergleicht ist Berlin sogar sehr billig im Verhältnis zum Einkommen und ist gerade dabei sich an die Preise der anderen Städte von unten anzupassen.



    Leider ist das Anspruchsdenken in Teilen der Berliner Bevölkerung extrem hoch und das möglichst auf Kosten anderer. Günstigen Wohnraum gibt es zu genüge, halt nur nicht in den hippen Scenevierteln und die Diskussion über Enteignung und Mietpreisdeckel ist nicht gerade förderlich neuen Wohnraum zu schaffen - weil viel zu riskant.

    • @Reinero66:

      Mit Verlaub, vollkommener Unsinn. Meine Miete ist seit 1999 um mehr 140% gestiegen mit ganz normalen Mietsteigerungsintrumenten, wie Erhöhung nach §558 BGB (Mietspiegel) und §559 BGB (Modernisierung). Ich wohne im Außenbezirk ohne jede "Szene" oder was Sie auch immer sonst unterstellen. Die Kosten für Energie in einer Heizungsart, die ich nicht beeinflussen kann, steigen seit Jahren auch immer mehr. Mein Gehalt bzw Rente ist nicht um 140% gestiegen.



      Der Mietspiegel wird zudem von Preisen von Immobilien beeinflusst, die aus Spekulationsgründen leer gelassen, billig saniert und teuer weiter vermietet werden (hier greift die Mietpreis-Bremse nicht) und zu überhöhten illegalen Mieten vermietet werden, weil wir haben ja Vertragsfreiheit in Deutschland und jeder Mieter kann aufgrund der Notlage sich ausbeuten lassen und nach Vertragsabschluss nicht gegen den Vermieter vorgehen, denn kein Mieter will sich als erstes mit seinem Vermieter über die Einhaltung der Mietpreisbremse juristisch streiten. Wozu Verbraucherschutz? Ich kann much nicht einmal verkleinern, denn das wäre teurer. Also lassen Sie Ihre zynischen ahnungslosen Kommentare über den hiesigen Mietmarkt.

    • @Reinero66:

      Doch, doch, es gibt ein Menschenrecht auf eine billige Wohnung in Berlin mit guten ÖV-Anschluss.



      Ich habe das auch lange nicht glauben wollen. ;)

  • Der Gesetzgeber muss unbedingt nachbessern. Es geht nicht an, wenn Vermieter von ihren Mietern verlangen, zur Miete auch noch die Finanzierung, sprich Zinsen für die sogenannten Immobilieneigentümer, für die auf ihren Namen gebauten / gekauften aber noch nicht bezahlten Wohnraum, zu zahlen.



    Eine Regulierung , bezüglich der Mitpreisfestlegung muss von unseren Parlamentariern erarbeitet werden, falls sie dazu nicht in der Lage sind, wie es scheint, fix externe Experten beauftragen, für sich die Arbeit machen zu lassen.

  • Gewinne auf maximal 4% deckeln wollen. Na klar, da bringt ja selbst Tagesgeld mehr, von ETFs und Aktien will ich erst gar nicht anfangen.



    Die Idee, das höhere Mietgewinne zwar erzielt werden dürfen, aber in Instandhaltung und energetische Modernisierung fließen müssen, ist das Krönchen des Paralleluniversums.



    Schon jetzt wartet man auf viele Handwerker ein halbes Jahr und länger. Es gibt überhaupt keine Kapazitäten im Handwerk einen plötzlichen Run auf Sanierungen abzufedern. Es herrscht Fachkräftemangel. Das Handwerk hat weder leere Auftragsbücher noch einen Personalüberschuss.



    Und wenn dann tatsächlich einige Wohnungen komplett energetisch saniert sind - wer soll die sich dann leisten können...?



    Energetische Sanierungen sind sehr teuer. Eigenheimbesitzer kennen das, es liegt nicht oft am Willen aber sehr oft am Geld...



    Aber selbst wenn jemand so irre wäre, diese Kosten sich hinterher mit nur 4% Mietzins veredeln zu lassen, reden wir da immer noch über Mietpreise von 20€ der qm minimum.



    Die komplette Idee ist völlig an der Realität vorbei.



    Andererseits kennt man aus Berlin ja nichts anderes🤷

    • @Antje1971:

      Für 4% vermiete ich ebenfalls sicher keinen Wohnraum. Ab 6% würde ich vielleicht anfangen darüber nachzudenken. Wo liegt Ihre "ich denke darüber nach" Grenze? Frage aus reiner Neugier ;-).

      • @Nachtsonne:

        Das kann man pauschal nicht sagen, 4% können auch okay sein, wenn die Wohnung in einem Gebiet/Stadt liegt, wo hoher Wertzuwachs absehbar ist. Leipzig war so eine Stadt bis vor ein paar Jahren. Da war klar das sowohl Wert als auch Mietspiegel massiv zulegen werden.



        In Berlin aber sind die Immobilienpreise längst durch die Decke gegangen, da ist fast kein Unterschied mehr zu München, Hamburg, etc...



        Ohne realistisches Steigerungspotential bezüglich Wert oder Mietspiegel möchte ich eine Nettorendite von 6%, besser 8% rechnerisch erzielen können, um Ausfälle durch Leerstand (zunehmend da Handwerker nun oft Wartezeiten aufrufen und so der Leerstand zwischen Mietverhältnissen stark steigt) oder Vandalismus/Mietausfall durch Mietnomaden (leider stark zunehmend seit Jahren) einzupreisen.



        Das ist vergleichbar mit Diebstählen - die ehrbaren Mieter müssen leider die Kosten/Schäden/Ausfälle der nicht erbahren mittragen🤷



        Ich empfehle Studentenwohnungen und dann immer die Eltern mit in den Mietvertrag nehmen oder Vermietung an den Landkreis (sichere Zahlung, Haftung für Schäden). Das erspart viel Ärger und die Kreise zahlen mittlerweile gut, da sie händeringend Wohnraum für Migranten benötigen

    • @Antje1971:

      Also der höchste angebotene Tagesgeldzins, den ich eben im Netz bgefunden habe, beträgt nur 3,33 % und nur für die ersten 3 Monate. Für zweijährige Laufzeiten sind es dann nur noch 2,33 %...



      Wohlgemerkt die max. 4 % werden nach Abzug aller Kosten und Arbeiten gefordert. Also ist hier der komplett leistungslose Gewinn gemeint. Fair enough, würde ich sagen...



      Und wenn Sie keine Handwerker kriegen, hilft eine höhere Miete von ja auch nicht wirklich weiter, sondern sie sollte ohnehin erst nach einer erfolgten Instandsetzung erhöht werden, und dann auch nur angemessen.



      Mietwohnungen gehören ohnehin in öffentliche Hand, vorzugsweise als Genossenschaften. Dann ist da niemand mehr, der daran mitverdienen will/muss.

      • @Earth & Fire :

        Für 4% mache ich mir als Privatmann sicher nicht die Mühe eine Wohnung zu vermieten und die damit verbundenen Risiken zu tragen. Da bezahlt man lieber sein selbst bewohntes Eigentum ab und investiert, falls möglich, in Aktien, ETF, etc. Hinweis: Festzins ist nun wirklich die einfachste und am schlechtesten verzinste Anlageform, die man sich denken kann. Das kompensiert gegenwärtig gerade mal die Inflation, wenn überhaupt. Wenn Sie glauben, die öffentliche Hand errichtet und verwaltet Immobilien grundsätzlich besser, dann werden Sie wohl die Erfahrung machen müssen. DW und V sind nicht der Standard.

        • @Nachtsonne:

          "Wenn Sie glauben, die öffentliche Hand errichtet und verwaltet Immobilien grundsätzlich besser, dann werden Sie wohl die Erfahrung machen müssen." In einer Wohnungsbaugenossenschaft sind die Mieter gleichzeitig Miteigentümer und entscheiden somit gemeinsam über die Arbeitsweise der Genossenschaft. Dabei können genauso gut qualifizierte Mitarbeiter beschäftigt werden wie durch einen externen Eigentümer.



          "Für 4% mache ich mir als Privatmann sicher nicht die Mühe eine Wohnung zu vermieten und die damit verbundenen Risiken zu tragen. Da bezahlt man lieber sein selbst bewohntes Eigentum ab und investiert, falls möglich, in Aktien, ETF, etc." Gerne, nur zu.

      • @Earth & Fire :

        Jo, ei Tagegeld Konto ust Risikofrei, ich habe keine Investitionskosten, kann das Geld jederzeit wieder abziehen. Vergleichen mit einer vermieteten Immobilie ist das super. Aber wenn die Mietdeckel Fans der Meinung sind, dass ein Investor aufgrund gesetzlicher Vorgaben extrem teuer baut, um 4% Rendite zu bekommen, dann irren die gewaltig. Wer hat den da noch Bock in Wohnungen zu investieren?

        • @Müller Christian:

          Genau das ist ja auch das Ziel der Vergesellschaftung von Wohnraum, keine Konzentration des Eigentums auf einige wenige externe Vermieter sondern eine Verteilung auf die Mieter (Genossenschaft), hilfsweise auch auf alle (Staat). Dann müssen von den Mieten nur die Kosten gedeckt werden, nicht auch noch die Renditen externer Eigentümer.

      • @Earth & Fire :

        "Mietwohnungen gehören ohnehin in öffentliche Hand, vorzugsweise als Genossenschaften. Dann ist da niemand mehr, der daran mitverdienen will/muss."



        Bitte gern, niemand hindert den Staat🤷



        Aber der Staat schaffts nicht mal genügend Sozialwohnungen zu bauen. Nicht mal annähernd die letzten Jahre...



        Die Privatwirtschaft hat den Wohnungsmarkt doch nur für sich entdeckt, weil der Staat da seit Jahrzehnten konsequent versagt.



        Der Staat hat mal über 700.000 Wohnungen im Jahr gebaut... - aber statt zu bauen und den Wohnungsmarkt zu entspannen, geiselt sich der Staat lieber mit extrem hohen Bauauflagen...



        Soll er mal machen, der Staat. So ziemlich jedes Projekt das der Staat anfässt dauert fünfmal länger und explodiert in den Kosten.



        Wer glaubt das Wohnen billiger werden würde wenn den Markt komplett der Staat übernehmen würde, der ignoriert jegliche Bauergebnisse 🏗️ der öffentlichen Hand der letzten Jahre.



        Der Staat kanns nicht, deshalb sprangen private Investoren in die Bresche. Die wollen natürlich Gewinn. Logisch. Ich auch. Gewinnoriertiertes Handeln ist Unternehmenspflicht - die Gewinnerzielungsabsicht steht im Gesetz.

        • @Antje1971:

          Das liegt an der Austeritätspolitik, die immer schlimmere Ausmaße annimmt. Dabei ist der Staat - bestehend aus Regierung und Zentralbank - der Schöpfer der Währung, technisch gesehen gibt er keine Steuergelder aus sondern gibt jeden Tag auf Knopfdruck neu erzeugtes Geld aus und vernichtet die Steuereinnahmen ( politischeoekonomi...ben-taetigen-kann/ ). Um Inflation brauchen wir uns dabei angesichts der aktuellen Nachfragekrise übrigens keine Gedanken machen, erst bei Vollbeschäftigung, welche aber in weiter Ferne liegt.



          Und warum haben wir diese Defizitregeln? Durch den Lobbyismus der privaten Investoren, nicht nur in der Baubranche. Wirtschaftsverbände geben Unmengen für Parteispenden und andere Schm***gelder aus, um sich immer mehr Bereiche des öffentlichen Lebens zu sichern und damit Gewinn zu machen. Siehe z.B. den Deutschlandfonds, durch den wir möglicherweise bald Wucherpreise an BlackRock & Co. für unser Trinkwasser werden zahlen müssen: www.geldfuerdiewel...-das-tor-zur-holle . Das macht mir richtig Angst!

        • @Antje1971:

          ... und wenn man mit den Vermietungen zu wenig Rendite macht, kommt das Finanzamt und streicht einem die Abschreibung von Kosten, weil man ka keine Gewinnerzielungsabsicht verfolgt. :)))

  • Ein weiterer Versuch sich davor zu drücken dem Wähler reinen Wein einzuschenken, und ebenso offensichtlich verfassungswidrig wie die Vorstellungen der DWE.



    Es einfach absurd zu glauben, dass man günstiges Wohnen irgendwie verordnen könne - der Bau und Erhalt von Wohngebäuden ist schlicht sehr Resourcen- und Arbeitsintensiv. Irgendeiner muss das am Ende bezahlen. Dass das die Nutzer der Wohnungen sind ist naheliegend und gerecht. Der Umstand, dass die landeseigenen Gesellschaften auch kein Wohnen zu Wunschpreisen ermöglichen können, sollte Beweis genug sein.

    • @Samvim:

      @Samvim



      Wie gut, wenn die Investoren aus dem Ausland, seit Jahrzehnten den Immobilienmarkt in Deutschland etwas " BE - UN - RUHIGEN "....

    • @Samvim:

      Vergesellschaftetes Wohnen wäre schon deutlich günstiger, da Gewinnerzielungsverbot. Und wenn es dann für bestimmte Gruppen immer noch zu teuer ist, muss der Staat eben helfen. Er hat schließlich das Monopol auf seine Währung. Technisch gesehen druckt er sich jeden Tag seine Ausgaben und vernichtet seine Steuereinnahmen ( politischeoekonomi...ben-taetigen-kann/ ). Inflationsangst ist dabei übrigens unbegründet, da wir einen großen Nachfragemangel in der Wirtschaft haben.

      • @Earth & Fire :

        So funktioniert Wirtschaft leider nur in der Fantasie: Wohnen ist nicht wegen der vermeintlichen Raffgier der Vermieter teuer sondern siehe mein Ausgangspost. Auch ganz ohne Gewinnerzielungsabsicht baut man heute für mehr als 20€ Miete pro qm. Und bauen müssen wir, weil ein massiver Wohngebäudemangel vorliegt, der durch eine (sehr wahrsch. verfassungswidrige) Vergesellschaftung nach Art der DWE in keiner Weise beseitigt wird.

        • @Samvim:

          Über 1.000.000 Wohnungen stehen leer, teilweise aus Spekulationsgründen. Andere Wohnungen sind dem Mietmarkt entzogen durch möblierte Kurzzeit-Vermietung. Da sollte der Gesetzgeber erst einmal ansetzen.

        • @Samvim:

          "Genossenschaftswohnungen in Berlin sind in der Regel günstiger als frei finanzierte Mietwohnungen, da sie oft sozial orientiert sind und nicht primär auf Gewinnmaximierung ausgelegt sind. Konkrete Durchschnittspreise für Genossenschaftswohnungen in Berlin liegen meist unter dem allgemeinen Mietspiegel, der 2026 bei etwa 13,11 € pro Quadratmeter für normale Mietwohnungen liegt." (Quelle: www.immobilienscout24.de )

        • @Samvim:

          Lassen Sie ihn/sie/es träumen...

  • Wenn in Deutschland auch nur halb soviel Geld für Wohnen, Gesundheit und Pflege ausgegeben worden wäre (es ist nur EINE Nachkriegsgeneration, die mit überflüssigem Konsumismus geimpft wurde, der Nachwuchs muss sehen, wo er bleibt) wie für das private Auto, hätten wir kein Wohnungsproblem mehr und bei einer gerechten Verteilung des erarbeiteten Fortschritts keine Armut ! Wer kümmert sich um die Schäden der falschen Ernährung , an dem Konzerne und Supermarktketten verdienen ? Dass Geschäftemacher den Gewerkschaften und Kommunen einmal die genossenschaftlich gebauten Siedlungen, die heute Vonovia und anderen Abzockern überlassen hatten, war -das wissen wir heute- verantwortungslos und asozial, genauso wie der Verkauf von Coop oder die Abschaffung von Strassenbahnen zugunsten 'freier Fahrt' auf heute kaum noch zu finanzierbarem Verkehr. Haben wir nicht aufgepasst auf 'unsere' Politiker und Gewerkschaftler, wenn wir heute zwar 400 € für die Haltung eines PKW bezahlen dürfen, aber keinen Wohnraum mehr finden ? Zuviel ist zu viel und schadet dem Klima, nur Börsianer hatten gut davon, wir müssen sie von ihrer 'Last' befreien, ganz demokratisch!

    • @Dietmar Rauter:

      Das ist eine sehr pauschale Abrechnung, die Ursachen und Verantwortung munter vermischt. Das Wohnungsproblem lässt sich weder allein auf „Konsumismus“ noch auf das Auto reduzieren. Entscheidend waren politische Fehlentscheidungen über Jahrzehnte: zu wenig Neubau, kompliziertes Baurecht, steigende Bodenpreise, Privatisierungen ohne wirksame Regulierung und das Ausbleiben einer sozialen Boden- und Wohnungspolitik.

      Auch Gewerkschaften und Kommunen pauschal als „verantwortungslos und asozial“ zu brandmarken greift zu kurz – viele Verkäufe erfolgten unter massivem finanziellem Druck und im damaligen politischen Mainstream. Im Rückblick ist man immer klüger.

      Dass private Mobilität Kosten verursacht, ist unstrittig, aber der Vergleich „400 € fürs Auto vs. kein Wohnraum“ führt in die Irre: Menschen können auf dem Land oft gar nicht auf das Auto verzichten, wohl aber auf renditegetriebene Wohnungsunternehmen, wenn der Gesetzgeber klare Regeln setzt.

      Wer ernsthaft Lösungen will, braucht weniger Schuldzuweisungen und mehr konkrete Schritte: kommunalen und genossenschaftlichen Wohnungsbau stärken, Bodenpolitik reformieren, Mieten wirksam regulieren, Sozialleistungen an reale Kosten anpassen

  • Ein Mietendeckel, der rechtlichen Bestand hat, wäre natürlich dringend nötig. Die 4%-Gewinnregel scheint mir aber etwas undurchdacht. Zu Neubau dürften viele nicht in der Lage sein wegen der horrenden Grundstückspreise. Und Kosten energetischer Modernisierung können auf die Miete umgelegt werden (§559 BGB). Mithin würden Vermieter genau zu jenem Instrument gedrängt, mit dem sich ein Mietendeckel umgehen ließe.

  • "Die Mieten sollten ab einem bestimmten Stichtag eingefroren werden und danach nur noch in Höhe der Inflation steigen dürfen. "

    Wenn das nicht ein offener Aufruf an die Vermieter ist, unverzüglich die Mieten bis zum Anschlag zu erhöhen. ;-)

    • @Black & White:

      Jeder Deckel kann umgangen werden.



      Untervermieten, möbliert vermieten, minimal sanieren (weiseln, Bodenbeläge tauschen, etc) - das waren die Ideen bisher.



      Ein neuer Deckel wird neue Ideen hervorbringen. Die Nachfrage bestimmt den Preis🤷



      Das war im kapitalistischen Westen so, das war im sozialistischen Osten so.



      Da können Linke noch so sehr von Vergesellschaftung träumen, so lange hunderttausende Menschen mehr in Berlin leben wollen als Wohnraum da ist, wird Wohnraum umkämpft bleiben.



      Es ist ja schon jetzt so, dass sehr viele in den hippen Quartieren wie Prenzlauer Berg, Friedrichshain oder Kreuzberg ihre Wohnung behalten und heimlich Untervermieten oder einzelne Zimmer vermieten um abzukassieren. Gerade da wo angeblich die Progressiven wohnen wird am meisten Reibach gemacht...



      Das sollte der eigenen Szene mal zu denken geben - aber daran haben die noch nie Interesse gezeigt, viel lieber schimpft man auf das Kapital und die schnöden Bonzen...



      Selbstgefälligkeit par execellence

  • Vier Prozent? Alles klar, das führt zu folgendem: Als erstes werden ALLE Mieten auf das Maximum erhöht, denn ab dem Stichtag ist dann das Vermieten keine vernünftige Einnahmequelle mehr. Zweitens werden sämtliche Mieter, egal wie groß die Wohnungen sind, in diesen wohnen bleiben. Das geht dann zu Lasten junger Familien, die es NOCH schwerer haben eine passende Wohnung zu finden. Und natürlich kann ich auch weiterhin die Miete über die Nebenkosten (Hausmeisterservice etc) hochtreiben. Es braucht vor allem MEHR Wohnraum, das haben aber weder die SPD, noch die LINKE hinbekommen. Und Zeit genug hatten sie, das Ganze auf die CDU/CSU zu schieben kann ich auf dem bayrischen Land machen, in Berlin, München etc. zieht die Schuldzuweisung nicht...

  • Die Mieten in Deutschland müssten sich an den Berechnungsgrundlagen, der für als ein menschenwürdiges Überleben erachtetes / von politischen Akteueren verabschiedeten Höhe der Grundsicherung richten. Bedeutet bei ca. 1.000 Euro für eine Einzelperson inklusive Mietkostenübernahme , bei einer zulässigen Wohnungsgröße von ca. 50 qm, und der Berücksichtigung einer Berechnungsgrundlage von, bei der durchschnittlichen Bevölkerung, ein Drittel des Einkommen für die Mietkosten aufgebracht werden, 1.000 Euro durch 3 , macht 333,33 Euro für 50 qm Wohnraum, Also 333,33 geteilt durch 50 qm , macht 6,66 Euro Warmmiete, bedeutet in der Konsequenz, über 6,66 Euro Warmmiete dürfte Wohnraum in Deutschland nicht angeboten werden. Gesetz erlassen und die Parlamentarier hätte mal eine vernünftige Arbeit geleistet.



    Wohnraum gehört zu den essentiellen, lebeserhaltenden Grundlagen in einem Staat. Hier mit Angebot und Nachfrage zu argumentieren verstößt eklatant gegen unser GG Artikel 3 Abs. 1 :



    " Alle Menschen sind gleich zu behandeln ".

    • @Alex_der_Wunderer:

      Sie können für 333,33€ Warmmiete in Deutschland wohnen. Aber nicht alleine auf 50qm in Berlin.

    • @Alex_der_Wunderer:

      Die Rechnung klingt auf den ersten Blick bestechend einfach, hält aber weder ökonomisch noch rechtlich stand. Grundsicherung definiert ein Existenzminimum, nicht den allgemeinen Maßstab für Preise in einer gesamten Volkswirtschaft. Aus ihr eine bundesweit einheitliche Warmmiete abzuleiten, ignoriert Bau-, Instandhaltungs-, Energie-, Boden- und Finanzierungskosten – die verschwinden nicht per Gesetz.

      Auch der Rückgriff auf „ein Drittel des Einkommens“ ist kein Rechtsprinzip, sondern eine sozialpolitische Faustregel. Sie eignet sich zur Bewertung von Belastungen, nicht zur staatlichen Preisfestsetzung für alle.

      Verfassungsrechtlich greift der Verweis auf Art. 3 GG ebenfalls zu kurz. Gleichbehandlung bedeutet nicht Gleichpreisigkeit, sondern Gleichheit vor dem Gesetz. Das Grundgesetz schützt zugleich Eigentum (Art. 14 GG) und erlaubt Eingriffe nur verhältnismäßig. Eine pauschale Deckelung auf 6,66 € Warmmiete würde Neubau faktisch abwürgen und das Wohnungsangebot weiter verknappen – zulasten genau der Menschen, denen geholfen werden soll.

      • @Zippism:

        @Zippism



        Quatsch - gequirlt.



        Wie verschieden sehen denn Mietkalkulationen aus, zwischen Vermietern, die schuldenfreie Immobilien ihr eigen nennen und bei sogenannten " Eigentümern " von Wohnraum, die noch die, für " ihre " Immobilien aufgenommenen Kredite & Zinsen bedienen müssen ? Sehen Sie, Zippism da den eklatanten Unterschied ?



        Ich kann Ihnen doch nicht etwas zum Gebrauch überlassen und Sie bezahlen mir nicht nur die Nutzung für etwas, was mir gar nicht gehört, sondern finanzieren dem Vermieter zusätzlich den ganzen Spaß.



        Also wir vermieten seit Generationen bezahlten Wohnraum, ich würde im Traum nicht darauf kommen, mehr als die Miete einzufordernd. Bei uns wurde und wird Kapital unter anderem in Immobilien angelegt, allein die Wertsteigerung / Verdoppelung der Immobilien, gerade in den letzten 10 Jahren rechnete sich.



        Da müssen keine Mieter verarscht werden.

        • @Alex_der_Wunderer:

          Dass schuldenfreie Altimmobilien anders kalkulieren als hoch fremdfinanzierte Neubauten, ist unstrittig – genau deshalb taugt Ihr persönliches Vermietungsmodell nicht als allgemeiner Maßstab. Gesetzgebung muss für alle gelten, nicht nur für Generationenvermögen mit abgeschriebenem Bestand.

          Miete ist kein „Abzahlen fremder Kredite“, sondern Entgelt für Nutzung, Risiko, Instandhaltung und Kapitalbindung. Ob der Eigentümer fremd- oder eigenfinanziert ist, ist rechtlich irrelevant – sonst würde Eigentum vom Finanzierungszeitpunkt abhängen, nicht vom Gesetz.

          Dass Immobilien in den letzten zehn Jahren massiv an Wert gewonnen haben, ist richtig. Das lag aber an Niedrigzinsen, Knappheit und Nachfrage – nicht an moralischer Zurückhaltung einzelner Vermieter. Genau diese Knappheit würde ein pauschaler Mietdeckel weiter verschärfen, weil Neubau und Sanierung wirtschaftlich unmöglich würden.

          Kurz: Ihr Modell funktioniert im Einzelfall, aber nicht als Systemregel. Staatliche Mietpolitik kann sich nicht auf „bei uns hat das immer geklappt“ stützen, sondern muss Angebot, Investitionen und Eigentum insgesamt berücksichtigen.

        • @Alex_der_Wunderer:

          @Alex

          Die Wertsteigerung ist einzig auf die steigenden Mieten zurückzuführen..

    • @Alex_der_Wunderer:

      Und nach 10 Jahren in denen niemand gebaut hat, nicht saniert wurde haben wir dann eine Wohnsituation die absolut katastrophal ist. Selbst Genossenschaften können nicht für 6.66€ warm vermieten. Woher kommt überhaupt dieses Anspruchdenken nicht mehr als ein Drittel des Gehaltes für Wohnen ausgeben zu müssen und 50qm² wohnfläche zu haben?

      • @Machiavelli:

        Das Konzept, ein Drittel des Netto-Einkommens für das Wohnen auszugeben, ist als "30-Prozent-Regel" eine klassische Orientierungshilfe für eine gesunde Haushaltsführung.

        Warum nennen Sie sich eigentlich Machiavelli? Finden Sie den so gut? Der Machiavellismus bezeichnet eine rücksichtslose, manipulative Machtpolitik oder Charaktereigenschaft, bei der persönliche oder staatliche Ziele (Staatsraison) moralische Bedenken überlagern.

        • @Ricky-13:

          Machiavelli war Republikaner der für seine Ansichten gefoltert wurde. Der Brutus zum höchsten republikanischen Ideal erhob, weil dieser seine eigene Söhne hinrichten ließ als sie sich gegen die Republik verschworen.

          Il Principe ist ein Bewerbungsschreiben nicht mehr...

      • @Machiavelli:

        @Machiavelli



        Ein Drittel vom Monatseinkommen für Wohnkosten, beruht auf einem statistischem Durchschnittswert.

        • @Alex_der_Wunderer:

          Wenn es sich um einen Durchschnittswert handelt, dann ist es kaum eine sinnvolle Obergrenze.

          • @Moby Dick:

            @Moby Dick



            Sondern - sinnvoll wäre ?

            Es geht darum, " unsere " Politiker können doch nicht noch langer planlos & inkompetent den Mietwohnungsmarkt so untätig ewig laufen lassen. Ich vermisse da ein Mindestmaß an Verantwortung.



            Ich habe lediglich eine Inspiration lvorgeben wollen, wie anhand sonst so " lustig " , schlau implizierten Richtwerten, in Bezug auf Sozialleistungen für unsere Mitmenschen von " unseren " Politikern, Berechnungen erarbeitet und Ergebnisse die leider ziemlich an der Realität vorbei schrammen aufgezeigt.



            Woran würden Sie denn eine Bemessungsgrundlage für Mietpreisberechnungen als Orientierungshilfe schaffen / anbieten wollen ? Kommen Sie mir jetzt bitte nicht mit einer 100 % Immobiliefinanzierungen, die durch die Mieter zu übernehmen wären plus möglichst noch 4 - 5 % Rendiete, plus nicht nur Rückzahlung der Hypotheken, sondern zusätzlich auch noch die Zinsbelastungen bis Tilgungsablauf. Ach ja, & ein wenig zur Rücklagenbildung für Instandhaltungskosten sollten auch von den Mietern übernommen werden, oder ?

            • @Alex_der_Wunderer:

              Diese phantastischen Renditen gibt es nur in ihrer Phantasie. Wenn das so wäre, dann könnte der Mieter ja auch selbst kaufen und würde dabei noch etwas sparen. Ich würde meine vermietete Wohnung jederzeit gerne an meinen Mieter verkaufen, aber das ist ihm zu teuer.

        • @Alex_der_Wunderer:

          1000 € pro Monat sind weder Durchschnitt noch Median. Ein Verstoß gegen Art. 3 Abs. 1 GG ist natürlich auch Blödsinn – Welche staatliche Maßnahme behandelt Menschen ohne Grund unterschiedlich? –, dafür würde Ihr Vorschlag eine entschädigungspflichtige Vergesellschaftung darstellen. Steht auch im Artikel.

        • @Alex_der_Wunderer:

          Wie gesagt durchschnittlich wer in Berlin Mitte wohnen will muss mehr berappen, in einer strukturschwachen Gegend weniger. Ein Recht auf finanziellen Durchschnitt obwohl die Wohnsituation nicht durchschnittlich ist, gibt es nicht.

        • @Alex_der_Wunderer:

          Anders gesprochen: Weil das "früher", zu Großmutters Zeiten, so war, muss das bis in alle Ewigkeit auch so bleiben. Dass "früher" dafür ein viel größerer Teil des Einkommens z.B. für Lebensmittel draufging als heute, lässt man dabei geflissentlich außer acht.

  • Bauvorschriften die nicht der Sicherheit oder Wohnqualität dienen streichen. Mindestanzahl an Stockwerken innerhalb des S-Bahn Rings und dann bauen und gleichzeitig den Mietmarkt zunehmend befreien. Steigen die Mieten ziehen Menschen weg und andere ziehen hin, das ist eine gesunde Dynamik und tut der Stadt gut. Langfristig wird durch viel bauen, Wegzug ein Überschuss erzeugt und die Mieten fallen wieder. Gleichzeitig müssen Arbeitgeber entweder höhere Löhne zahlen oder in andere Städte ziehen um Mitarbeiter zu bekommen/zu halten. Das ist ein win-win für alle. Eine lebendige Stadt heißt das Gegenden teurer und günstiger werden, Menschen umziehen und die Stadt sich verändert. Gentrifizierung und Verfall gehören zu einer gesunden Stadt wie Geburt und Tod zum Leben gehören.

    • @Machiavelli:

      Ihrer Argumentation möchte ich hier klar widersprechen:

      1. Wohnen ist nicht-substituierbar, was der Angebotsseite bereits eine enorme Marktmacht verleiht. Sie setzen jedoch einen funktionierenden Wettbewerbsmarkt voraus, der so überhaupt nicht existiert.

      2. Abgesehen von den Kosten des Wegzugs fallen für die Betroffenen zudem soziale Bindungen weg (z.B. Schule, Arbeit, Kinderbetreuung) und/oder erhöhen die Kosten an anderer Stelle, z.B. für Mobilität. Ich sehe hier keine gesunde Dynamik.

      3. Wie bereits Beispiele aus London oder Vancouver zeigen, reichen massiver Neubau und Deregulierung des Mietenmarkts allein nicht aus, um überhöhte Mieten zu verhindern. Stichwörter: Spekulative Nachfrage und Finanzialisierung.

      4. Das Gleichnis Gentrifizierung/Verfall = Geburt/Tod naturalisiert zudem politische Entscheidungen und eine dysfunktionale Eigentumsordnung im Wohnungsmarkt. Diese können und sollten gesellschaftlich und politisch gestaltet werden.

    • @Machiavelli:

      Das ist offenbar das Credo eines "Upper Middle Class Anywhere". Danach ist Stadt keine Heimat, für niemanden, und wer es sich nicht leisten kann, der oder die soll wegziehen ... und überhaupt soll doch niemand so sehr am engeren sozialen und räumlichen Umfeld hängen. ... Das ist doch alles austauschbar, hey! Und "in the very long run" wird es der Markt regeln. Warum habt ihr euch bloß alle so?



      .



      Die meisten Leute sind aber "Lower Middle Class Somewhere". Sie möchten bleiben wo sie sind, oder sie möchten doch über das Bleiben oder Gehen selbst entscheiden. Sie möchten nicht ihre Lebensplanung, ihre Arbeits- und Familienverhältnisse dadurch durcheinander werfen lassen, dass die Wohnung plötzlich nicht mehr bezahlbar ist.



      .



      Zu der von Ihnen weiter oben gestellten Frage (Verhältnis der Mietkosten zum Nettoeinkommen, "Anspruch") möchte ich anmerken, dass jeder in Mietzahlungen fließende Anteil des Einkommens nicht mehr für den Konsum im lokalen Gewerbeumfeld zur Verfügung steht. Hohe Mieten sind wirtschaftsschädigend.

      • @Kohlrabi:

        Dieden Menschen ist am meisten geholfen wenn viel Wohnraum zur Verfügung steht und dadurch die mieten sinken. Die Mieten sind hoch weil es zu wenig Wohnraum gibt. Die lower middle class Oma wird von upper middle class Pärchen vertrieben. Und der einzige der Wohnungen in großer Anzahl bauen kann ist der freie Markt, dafür muss er aber frei sein.

  • Anstatt SPD sollte man 'Die Linke' wählen, dann klappt es auch mal wieder mit sozialer Politik in Deutschland.

    Wir haben seit vielen Jahren in Deutschland Rentnerarmut, Kinderarmut, Hartz4/Bürgergeld-Armut, Millionen schlecht bezahlte Jobs (Arbeitnehmer die vom Amt zusätzlich Geld erhalten, da ihr Lohn nicht ausreicht) und ca. 1000 Tafeln, an denen mittlerweile jeden Monat schon 2 Millionen arme Menschen anstehen müssen um nicht zu hungern.

    Darüber hinaus haben wir ca. 450.000 Wohnungslose und ca. 50.000 reale Obdachlose (Menschen die schon auf der Straße "leben" müssen), weil es kaum noch bezahlbare Wohnungen gibt.

    Ist das nicht toll, dass in diesem Land teure Eigentumswohnungen seit Jahren gebaut werden, die armen Menschen, die sich aber keine Wohnung zwischen 400.000 und ein paar Million Euro leisten können, auf der Straße oder in einer kommunalen Einrichtung übernachten müssen? Was wir brauchen sind bezahlbare Wohnungen (Sozialwohnungen) und nicht noch mehr "Schickimicki"-Eigentumswohnungen.

    Die SPD redet gerne "sozial" daher, sie handelt aber seit Gerhard Schröder nur noch neoliberal. Und jetzt als Steigbügelhalter der Merz-Union ist es unerträglich mit der SPD geworden.

    • @Ricky-13:

      Mehr Sozialwohnungen sind nötig, richtig, seh ich genauso. Darum ist es auch völliger Blödsinn, Milliarden für die Vergesellschaftung von Bestandswohnungen auszugeben. Das Geld muss in den Bau von Sozialwohnungen gesteckt werden.

      • @AndreasM:

        **Das Geld muss in den Bau von Sozialwohnungen gesteckt werden.**

        Es wird aber kein Geld in den Bau von Sozialwohnungen gesteckt. Das wissen die Reichen und Mächtigen, und natürlich auch ihre 'willigen Claqueure'. Das ist alles nur ein geschicktes Manöver, um von der Vergesellschaftung von Bestandswohnungen abzulenken. Besonders die CDU lehnt die Vergesellschaftung (Enteignung) von Bestandswohnungen großer Immobilienkonzerne ab, da sie diese als rechtlich bedenklich und wirtschaftlich schädlich betrachtet.

        "Wirtschaftlich schädlich" wäre es aber nur für ihre reichen Freunde aus den Immobilienkonzernen, deshalb lehnt die CDU es ja auch kategorisch ab.

        Die Vergesellschaftung von Bestandswohnungen bezeichnet die Überführung von privatem Eigentum großer Immobilienkonzerne (oft >3.000 Einheiten) in Gemeineigentum, um Mieten zu senken und Spekulation zu stoppen. Sie basiert auf Art. 15 Grundgesetz, erfordert eine angemessene Entschädigung und ist rechtlich grundsätzlich möglich.

  • Zunächst sollte wertfrei zur Kenntnis genommen werden, dass sich die Kosten für die Schaffung von Wohnraum nicht mehr mit dem durchschnittlichen Gehaltsgefüge in Einklang bringen lassen.



    Dies betrifft sowohl die öffentlichen Wohnbaugesellschaften als auch die freie Wohnungswirtschaft.



    Die Frage ist, wie Wohnraum künftig für alle Mieter bezahlbar realisiert werden kann.



    Eine wirkliche Antwort habe ich noch nicht gefunden.



    Die Vorstellung, Wohnraum könnte durch börsenorientierte Unternehmen oder private Investitionen, die nur auf eine höhere Rendite abzielen, erschwinglich realisiert werden, hat sich als falsch erwiesen.



    Wir haben einen sozialen Konflikt mit Sprengstoffpotenzial.



    Es braucht kluge Köpfe und kluge Antworten.



    Ohne Subventionen aus öffentlichen Mitteln wird sich das Problem nicht lösen lassen.

    • @Ratio:

      "Die Frage ist, wie Wohnraum künftig für alle Mieter bezahlbar realisiert werden kann."

      Es gibt durchaus noch bezahlbaren Wohnraum, nur eben nicht dort wo ein Übermaß an Menschen leben will. Auf dem flachen Land im tiefen Ostern oder Südwesten kann man durchaus noch billige Mietwohnungen bekommen nur ist das eben bei weitem nicht so hip wie in Berlin oder Hamburg zu leben.

      • @Zippism:

        Ja, dafür wurde ja das "Deutschlandticket" erfunden.



        Das Prekariat muss ja irgendwie in die Städte kommen, um uns die Treppenhäuser zu putzen oder beim Discounter bedienen.



        Danach dürfen die wieder in der Prärie verschwinden.

        • @Ratio:

          Naja die Abwertung der ländlichen Flächen Deutschlands als "Prärie" ist schon ziemlich dreist. Ich wohne selbst in einem kleinen 1300 Seelen Ort im Südwesten, selbst wenn es finanziell kein Problem wäre würde mich nichts in eine Stadt ziehen.

          • @Zippism:

            Ok, ich wollte Ihnen nicht auf die Füße treten.



            Nicht in der Stadt wohnen zu wollen, kann ich sogar durchaus verstehen.



            Städte dürfen trotzdem nicht für die Besserverdienenden reserviert bleiben.



            Das ist Gentrifizierung aller übelster Sorte.

            • @Ratio:

              Das Recht in einer Stadt zu wohnen hat natürlich prinzipiell jeder. Das Problem ist hier aber, dass die Städte vollkommen überlaufen sind von Zuzüglern, deshalb der knappe und so um ein vielfaches verteuerte Wohnraum.

  • "Die Idee ist eine gesetzliche Sozialquote, die nicht nur den Neubau, sondern auch Bestandswohnungen betrifft. Zudem soll jede Wohnung vollständig erfasst werden, um die Rechtmäßigkeit von Mieten überprüfen zu können."



    Das bedeutet viel Arbeit und deshalb viel Personal, selbst wenn der Hauptteil über 100-Seitige Fragebogen auf die Vermieter abgewälzt wird, und es wird lange Dauern und viele Prozesse nach sich ziehen.



    Folglich schiebt die Politik das Problem auf die lange Bank.



    Die übliche Praxis der Politik, wenn sie ein Problem nicht lösen will.



    Auf die Vereine der Mieter und Vermieter sowie auf Rechtsanwälte kommt viel Arbeit zu und deshalb viel Geld.



    Die Mitgliederzahlen werden steigen.

  • Kann man alles machen, aber wer baut dann neue Wohnungen? Dass es der Staat nicht kann, wissen wir alle. Weder westdeutsche Großstädte noch die ex-DDR hat es hinbekommen.



    Und wenn der Anreiz des Gewinn machens wegfällt, suchen sich die Leute mit Geld neue Betätigungsfelder.



    Im übrigen ist die "Vergesellschaftung" eine zweispältige Sache. Warum soll der Bürger in z.B. Sachsen Wohnungen in Berlin Mitte finanzieren, wenn bei ihm zuhause weder eine ordentlicher PNV existiert noch genug Schulen und Krankenhäuser?

    • @Donni:

      Sie gehen von einer falschen Dichotomie (entweder privatwirtschaftlicher Gewinn oder gar kein Bau). Die Bauvorhaben in der BRD bis 1990 (Abschaffung des Gemeinnützigkeitsgesetzes) hat doch gezeigt, dass der Staat durchaus in vernünftiger Zeit bezahlbaren Wohnraum bereitstellen kann. Alles was danach passiert ist, war eine Folge der Privatisierungen und der Kürzung der Sozialbauförderung. Das war seitens des Staats keine technische Unfähigkeit sondern eine politische Entscheidung. Zudem finde ich problematisch, dass Sie die existierende Eigentumsordnung damit naturalisieren, dass Sie sagen ohne Gewinnanreize ginge es nicht. In Wien bspw. gibt es seit den 1920er Jahren kommunalen Wohnungsbau. Die Ergebnisse sprechen für sich und lassen sich hier in aller Kürze nicht ausführen.

      Zudem: Der Bürger in Sachsen oder anderen Bundesländern finanziert hier überhaupt nichts. Falls Sie auf den Länderfinanzausgleich anspielen, der gilt nur für laufende Haushalte. Vermögenskäufe (wie z.B. durch Vergesellschaftung) werden über die Emission von Landesanleihen finanziert. Den initial hohen Investitionskosten stehen zudem Mieteinnahmen gegenüber, sodass Potenzial zur Refinanzierung besteht.

    • @Donni:

      Genossenschaften gibt es auch im Westen.

  • "Die SPD hat vor allem Angst. Angst, dass die Linkspartei mit dem Mietenthema und der Forderung nach Vergesellschaftung ins Rote Rathaus einzieht."

    Ja. Die sPD hat den Nachteil, dass jeder weiß, dass sie seit Jahrzehnten mit in der Regierungsverantwortung (Bund) ist. Es ist schwer, ihnen soziale Tendenzen zu glauben, nachdem sie auch in Regierungsverantwortung nie etwas gegen den Status "Freiwild" der MieterInnen in Deutschland getan habe. Ich bin strenggläubiger Atheist, aber ich würde mal sagen: an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Ich lasse mich hier aber sehr gerne eines Besseren belehren.



    Wenn ich allerdings daran denke, was für Unmenschlichkeiten sie schon mit durchgewunken, oder sogar selbst initiiert haben, fehlt mir die Fantasie, dass sich das geändert haben könnte. Ich denke an "wir müssen im großen Stil abschieben" (Scholz) und an "wir werden (mit den Demütigungen der Bürgergeldempfänger) an die Grenzen dessen gehen, was das Grundgesetz zulässt" (Bas).

  • "Wenn [...] nur 4 Prozent der jährlichen Mieteinnahmen an die Eigentümer ausgeschüttet werden dürfen, habe der Eigentümer nichts mehr von seiner Wohnung" - DAS ist die "spätrömische Dekadenz", von der man früher mal so viel gehört hat.

    • @My Sharona:

      Joar, nur ist es so, dass selbst bei Neubauwohnungen min. 2% Instandhaltung pro Jahr gerechnet werden müssen. Da bleibt dann von der Miete weniger als beim Tagesgeldkonto, nur dass dieses vollkommen frei ist von Risiken und Arbeit. Ganz im Gegensatz zu Bau und Vermietung von Wohngebäuden.

      • @Samvim:

        Im Artikel steht, dass die Instandhaltung nicht von den 4% abgehen soll.

    • @My Sharona:

      Für Tagesgeld gibts bis 3%, wer in eine Dividendenaktie wie Allianz investiert bekommt sicher mindestens 5 % pro Jahr. Plus Kursgewinn. Ich denke, für 4% wird sich keiner den Ärger mit Mietern und Hausverwaltungen einhandeln wollen. Da muß das Schmerzensgeld schon höher ausfallen. Ich würd als DW die Wohnungen sofort abgeben und das Geld in neue Projekte investieren, frei nach dem Motto des letzten sächsischen Königs: Macht doch euren Dreck alleene.

      • @Metulski:

        das wäre doch ein schöner Nebeneffekt wenn DW ihre Wohnung abstoßen würden weil sie keine Traumrendite auf Kosten der Mieter mehr einfahren würden. Dann würde man auch deutlich sehen was diese Häuser ohne die ganze Spekulation wirklich wert sind - da wäre man dann bestimmt auch deutlich unter den 7 Milliarden als bei den 40 (sic!) Milliarden.



        Sollen sie ihre Wohnungen doch verkaufen - wo ist da das Drohpotenzial?

        • @Petros:

          Das klingt nur deshalb harmlos, weil ausgeblendet wird, wer diese Wohnungen realistisch kaufen würde. Es sind nicht die Mieter, nicht die Kommunen und auch nicht plötzlich neu entstehende Genossenschaften in ausreichender Zahl – dafür fehlt Kapital, Zeit und Struktur.

          In der Praxis würden große Bestände entweder an andere Finanzakteure gehen oder stückweise verkauft, oft mit Modernisierungs- und Umwandlungsdruck. Für Mieter ist das regelmäßig kein „schöner Nebeneffekt“, sondern eine Phase erhöhter Unsicherheit.

          Und zur Bewertung: Der Marktwert von Wohnimmobilien bemisst sich nicht an „Spekulation“, sondern an erwarteten Erträgen unter geltendem Recht. Wenn diese politisch abrupt gedeckelt werden, sinken Werte – ja. Aber das betrifft dann auch kommunale Wohnungsunternehmen, Pensionskassen und Genossenschaften, also genau jene Akteure, die man eigentlich stärken will.

          Wohnungsmarktpolitik ist kein Nullsummenspiel „böser Konzern verliert – Gesellschaft gewinnt“. Wer so argumentiert, unterschätzt systemische Effekte. Entscheidend ist nicht, ob DW bleibt oder geht, sondern wer danach die Verantwortung trägt – und ob der Staat bereit ist, diese auch finanziell zu übernehmen.

      • @Metulski:

        Huch, jetzt soll man für "sein" Geld (für das faktisch andere schuften) auch noch arbeiten (oder sich wenigstens rumärgern, statt nur einzustreichen). Wenn es so käme wie von Ihnen prophezeit wäre es eine gute Sache. Negativ wäre höchstens, dass noch mehr Geld, statt produktiv investiert zu werden, Spekulationsblasen treibend (vielleicht diesmal ja mit Lebensmitteln oder Trinkwasser statt Wohnraum) dem globalen Finanzkasino zugeführt würde.

        • @My Sharona:

          Genau, das Problem ist weniger das „Arbeiten“ für die Rendite als die Struktur des Systems: Solange Wohnraum vorrangig als Spekulationsobjekt gesehen wird, werden Mieten und Kaufpreise künstlich hochgetrieben – egal, ob der Eigentümer aktiv verwaltet oder nur passiv kassiert.

          Wenn die Rendite gedeckelt würde oder nur über echte Bewirtschaftung erzielt werden könnte, würden sich die Kapitalströme automatisch dorthin verlagern, wo gesellschaftlicher Nutzen entsteht, statt das globale Finanzkasino weiter anzufüttern. Das Ziel ist also nicht, Eigentümer zu bestrafen, sondern das System so zu gestalten, dass Geld nicht automatisch auf Kosten von Grundbedürfnissen „arbeitet“.

          Spekulation mit Lebensmitteln, Wasser oder Wohnraum zeigt: Profitmaximierung ohne Verantwortung ist das eigentliche Problem – nicht, dass Eigentümer für ihr Geld auch ein bisschen Management leisten müssen.

  • Mit dem "Mietendeckel" hat man sich ja schon einmal die Finger verbrannt. Viel einfacher wäre es, die Kappungsgrenze von 15%/20% Mieterhöhungen innerhalb von 3 Jahren (BGB §558) auf Werte abzusenken, die der Inflation entsprechen. Dafür benötigt man jedoch eine Mehrheit im Bundestag.

    • @Aurego:

      Die Mieten an die Inflation zu koppeln hätte man vor vielen Jahrzehnten machen müssen. Inzwischen sind die Mieten dermaßen unbezahlbar geworden, dass das alleine nicht reicht. Die Mieten müssten mindestens für eine gewisse Zeit komplett eingefroren werden, um den Rückstand aufzuholen.

      Außerdem muss zusätzlich ein solider Bestand an staatlich - alternativ genossenschaftlich - organisierten Wohnungen geschaffen werden. Wohnen ist Grundrecht und der Staat hat im Rahmen der öffentlichen Daseinsvorsorge die Pflicht, bezahlbaren Wohraum zu schaffen. Und das ist nicht "linksradikal", sondern konservativ. Denn so war es zum teil früher mal. Bevor unser Staat ein fundamentalistisch religöser Staat wurde, in dem die Mullahs des Neoliberalismus das Sagen haben.

      • @Jalella:

        Nö. War auch nie so.

      • @Jalella:

        Dass Wohnen ein Hrundrecht sei, finden Sie im Grundgesetz leider nicht. Dazu müssen Sie schon Art. 25 der UN-Menschenrechtscharta zu Rate ziehen.



        Besser, als die Mieten zu deckeln, wäre, für ordentliche Einkommenszuwächse für alle zu sorgen. Das Hauptproblem der Wohnkosten sind jedoch die hohen Grundstückspreise. Seit ich in Berlin investiert bin, ist der Bodenrichtwert dort teilweise auf das 10-Fache gestiegen.

      • @Jalella:

        Volle Zustimmung.

      • @Jalella:

        Super Idee: "Der Staat hat die Pflicht .."

        Nope. Hat er nicht.

  • "eine Vergesellschaftung 40 Milliarden Euro kosten würde. "



    Was für ein Unsinn.



    Denn das ist ja lediglich eine Umwandlung von "Geld" in "Grundbesitz". D.h. die Gesamtsumme bleibt gleich.

    Hinzu kommt dass die Gewinne aus der Vermietung nach einer gewissen Zeit (nämlich der Zeit die durch die "Entschädigungen" an die Alteigentümer abgefedert wird) der Allgemeinheit zu Gute kommen.

    Aber davon abgesehen:



    Unsere Politiker haben den Wohnungsmarkt kaputt gemacht.

    Wohlmeinend könnte man sagen aus Dummheit.



    Ehrlich betrachtet aus Klientelpolitik und Eigennutz.

    • @Bolzkopf:

      Welche Gewinne aus Vermietung?



      Wer den Zustand der Wohnungen von Vonovia und Konsorten, nicht nur in Berlin, kennt, der weiß, das hier massive Sanierungen notwendig sind. Auch wenn der neue Besitzer eine Genossenschaft wäre. Auch diese muß wenigstens kostendeckend arbeiten. Was nichts anderes heißt, das auf die Mieter der nun enteigneten Wohnungen erhebliche Mieterhöhungen zukommen müssen. Sonst wird das Ganze für den neuen Besitzer einfach nur zu einem Fass ohne Boden. Und damit wäre dann was erreicht?

      • @Oleg Fedotov:

        Ich habe durchaus ordentliche Gewinne aus Vermietung und das trotz regelmäßiger Instandhaltung und Einhaltens der gesetzlichen Vorschriften (Kappungsgrenze & Mietpreisbremse).

        • @Aurego:

          Da kann man Ihnen nur gratulieren. Sie haben die Mietobjekte offenbar geerbt oder geschenkt bekommen. Wer dagegen Wohnraum auf eigene Kosten schaffen will braucht es im Moment garnicht erst versuchen.

      • @Oleg Fedotov:

        Naja, die Entschädigung wird knapp den Marktwert betragen, wenn der sich in etwa hält, o.K. - aber was ist dann mit der energetischen Gebäudesanierung? Das müssen die Genossenschaften auch umlegen auf die Miete plus vielleicht einige Modernisierungen?

        Die allgemeine Erfahrung bei Großprojekten ist bisher: Kosten stimmen selten, es wird immer viel teurer und dauert sowieso viel länger.

        Berlin???

        • @ttronics:

          Da haben Sie völlig Recht. Ich wundere mich auch immer über die Tagträumereien bei diesem Thema. Geht ja schon los bei „wir enteignen unter dem Marktwert“. In your dreams!