Stockende Gebäudesanierung : Teure Kältewelle für Arme
Der derzeitige Dauerfrost treibt die Heizkosten in die Höhe. Da ist es bitter, dass die energetische Sanierung von Gebäuden nicht vorankommt.
D ie aktuelle Kältewelle in weiten Teilen Deutschlands kommt viele Menschen teuer zu stehen – ausgerechnet vor allem jene, die ohnehin wenig haben. Mit den sinkenden Temperaturen steigen die Heizkosten. Und die sind umso höher, desto schlechter ein Haus energetisch saniert ist, also keine mehrfach verglasten Fenster, keine gedämmte Fassade und kein gut isoliertes Dach hat. Wer in so einem Gebäude lebt, kann noch so sparsam heizen – gegen das Entweichen der Wärme kann er oder sie wenig tun.
Gerade Menschen mit geringem Einkommen leben öfter in nicht oder schlecht sanierten Häusern. Für sie sind Minusgrade nicht nur nervig, sondern eine hohe finanzielle Belastung. Es ist bitter, dass sich daran so schnell nichts ändern wird. Denn in Deutschland werden trotz Klimakrise immer weniger Gebäude energetisch saniert, wie gerade veröffentlichte Zahlen von Branchenverbänden zeigen. Das ist eine schlechte Entwicklung: Nach wie vor ist der CO2-Ausstoß der Gebäude in Deutschland viel zu hoch.
Die Klimaziele werden verfehlt, wenn die energetische Sanierung im aktuellen Schneckentempo weitergeht. Gleichzeitig ist angesichts der hohen Kosten, die mit einer klimagerechten Modernisierung verbunden sind, die Zurückhaltung von Immobilienbesitzenden mit wenig Kapital nachvollziehbar.
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Die Bundesregierung sollte sich dem Handlungsbedarf endlich stellen. Im Moment verhandeln Union und SPD über die Reform des Gebäudeenergiegesetzes, weil sie das Heizungsgesetz der Ampel „abschaffen“ wollen. Die Regierungsparteien sollten diese Gelegenheit nutzen, um die Modernisierung der Gebäude zu beschleunigen. Aber nicht, indem sie – wie Stimmen aus der Union fordern – die Förderung für neue Heizungen senken. Denn das würde das Erreichen der Klimaziele im Gebäudesektor noch schwieriger machen. Stattdessen müssen sie Eigentümer:innen die energetische Modernisierung erleichtern. Eine Möglichkeit ist eine höhere Förderung, die an eine stabile Miete gekoppelt wird, damit die Mieten nicht noch weiter steigen.
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