piwik no script img

Buch über SuperdiversitätWeniger Gebildete kommen oft besser mit Diversität klar

Maurice Crul und Frans Lelie schauen pragmatisch auf superdiverse Städte. Auch migrationskritische Menschen tragen oft zum guten Zusammenleben bei.

Vielfalt ist die neue Norm. Was gemeinsame Traditionen wie den Frittenkonsum in Brüssel nicht ausschließt Foto: Yves Herman/reuters

Die Migration aufhalten, das ist ein zentrales Versprechen rechter europäischer Parteien – und es ist ein leeres. Das schreiben die So­zio­lo­g:in­nen der Freien Universität Amsterdam Maurice Crul und Frans Lelie in ihrem Buch „Gesellschaft der Minderheiten. Leben in der Superdiversität“. Allein wegen seiner Realitätsferne sollte man den Wunsch nach einer inexistenten Vergangenheit getrennter Kulturen aufgeben. Crul und Lelie möchten die politisch aufgeladene Frage des Ob in die pragmatische Frage des Wie überführen.

Ihre Ausgangsthese: Auch eine schärfere Einwanderungspolitik könne den allgemeinen menschlichen Drang zur Mobilität und den globalen Trend zur Superdiversität langfristig nicht stoppen. In Brüssel, Amsterdam oder Frankfurt sind Menschen ohne Migrationshintergrund längst selbst eine Minderheit unter vielen anderen. Und immer mehr Städte sind auf dem Weg zu solchen „Mehrheitlich-Minderheiten-Städten“. Der Begriff „Superdiversität“ soll dabei nicht nur ethnische Diversität umfassen, sondern auch religiöse, soziale, sexuelle und andere Pluralitäten.

Wenn Vielfalt die neue Norm wird, muss sich auch das Paradigma der Integration ändern, so das Plädoyer. Weg von der Forderung nach Assimilation, hin zu „Integration in Vielfalt“. Ein funktionales Zusammenleben zwischen diversen Gruppen hängt dann nicht mehr nur von Mi­gran­t:in­nen ab, sondern von allen. Diversität wird in zunehmend superdiversen Vierteln und Berufsumfeldern ein Skill, den es sich zu üben lohnt.

Zwischen Meinung und Praxis können weite Diskrepanzen liegen

Spätestens nach dieser Botschaft würden Mi­gra­ti­ons­geg­ne­r:in­nen tendenziell wohl angesäuert das Buch zuklappen. Dann würden sie aber eine selten bewusste Wahrheit über sich selbst verpassen. Die „Becoming a Minority“-Studie, in der Crul, Lelie und andere Forschende von 2017 bis 2023 Tausende Ein­woh­ne­r:in­nen ohne Migrationshintergrund in superdiversen Vierteln europäischer Großstädte befragt haben, zeigt: Zwischen Meinung und Praxis können weite Diskrepanzen liegen. So geben unter Mi­gra­ti­ons­geg­ne­r:in­nen circa genauso viele positive Kontakte zu Nach­ba­r:in­nen mit Migrationshintergrund an wie neutrale oder konflikthafte.

wochentaz

Dieser Text stammt aus der wochentaz. Unserer Wochenzeitung von links! In der wochentaz geht es jede Woche um die Welt, wie sie ist – und wie sie sein könnte. Eine linke Wochenzeitung mit Stimme, Haltung und dem besonderen taz-Blick auf die Welt. Jeden Samstag neu am Kiosk und natürlich im Abo.

Aber auch diejenigen, die sich politisch links verorten, bekommen den Spiegel der Praxis vorgehalten. Tatsächlich beteilige sich gerade diese Gruppe aus Kontaktscheu und Angst, etwas falsch zu sagen, selten aktiv an einer multikulturellen Gesellschaft. Hingegen tragen vor allem Menschen mit einem niedrigen Bildungsgrad, die Vielfalt seltener als Bereicherung ansehen, zum funktionierenden Zusammenleben bei. Durch das häufigere Aufwachsen in migrantischen Vierteln sind sie diverse Beziehungen gewohnt.

Geteilte Gemüsegärten und gemeinsames Chorsingen

Die Au­to­r:in­nen räumen manchmal repetitiv und wenig überraschend mit Migrationsmythen auf. Die Erinnerung, dass Menschen nicht immer logisch denken und handeln, ist trotzdem erhellend – und ernüchternd. Sowohl bei dem Viertel der Befragten, die Diversität als Bedrohung, als auch der Mehrheit, die sie als Bereicherung sieht, sitzen die Voreinstellungen fest. Selbst positive Erfahrungen mit Menschen mit Migrationshintergrund ändern oft nichts an negativen Einstellungen gegenüber der Gruppe, die sie repräsentieren.

Was aber, wenn das nicht das oberste Ziel ist? Auch hier plädieren Crul und Lelie für Pragmatismus. Wenn es statt politischer Überzeugung erst einmal darum geht, gewaltvolle Eskalation zu vermeiden und das Wohlbefinden im eigenen Viertel zu stärken, können geteilte Gemüsegärten und gemeinsames Chorsingen sehr wohl helfen. Auch könnten kontaktscheue Linke hier interethnische Freundschaften knüpfen: einer der effektivsten Wege, um Unsicherheiten im Umgang mit superdiversen Kontexten zu überwinden.

Probleme nicht zu benennen hilft nur den Ultrarechten

Die Herausforderungen, die Superdiversität mit sich bringen kann, lassen Crul und Lelie derweil nicht unerwähnt. Diese aus Angst vor Rassismusvorwürfen unter den Tisch zu kehren, sei eine indirekte Wahlempfehlung für rechte Parteien, warnen sie. Lokale Probleme wie Kriminalität, Lärm und Vermüllung sollen Ein­woh­ne­r:in­nen am besten gemeinsam angehen, um zu merken: Auch Menschen mit Migrationshintergrund wünschen sich – Überraschung! – ein sicheres Viertel. Die Beispiele einer „Bewegung von unten“, wie sie Crul und Lelie befürworten, beschränken sich aber eher auf Beschwerdebriefe an die Stadtverwaltung. Der Verweis auf politische Maßnahmen wie die Schaffung von öffentlichen Begegnungsräumen bleibt unverzichtbar.

Maurice Crul, Frans Lelie: „Gesellschaft der Minderheiten. Leben in der Super­diversität“. Aus dem Niederländischen von Annette Wunschel. C. H. Beck, München 2025, 191 Seiten, 16 Euro

Neben der menschlichen Unverbesserlichkeit erinnert das Buch auch an eine schöne Wahrheit. Was alle Menschen verbindet, unabhängig von Hintergrund oder Einstellung, ist wohl der Wunsch nach einem friedlichen Zusammenleben. Für Lelie und Crul können auch die größten Mi­gra­ti­ons­pes­si­mis­t:in­nen dieses Angebot des Pragmatismus nicht ausschlagen. Das Buch droht jedoch an dieser Stelle die Macht der Emotionen zu unterschätzen. Ein transkontinentaler Blick in die USA, eigentlich Vorzeigeland der Superdiversität, und die aggressive Migrationspolitik unter Trump zeigt, dass Verlustgefühle sich nicht leicht in Gewinngefühle wandeln lassen.

Gemeinsam für freie Presse

Als Genossenschaft gehören wir unseren Leser:innen. Und unser Journalismus ist nicht nur 100 % konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung. Unser nächstes Ziel: 50.000 – und mit Ihrer Beteiligung können wir es schaffen. Setzen Sie ein Zeichen für die taz und für die Zukunft unseres Journalismus. Mit nur 5,- Euro sind Sie dabei! Jetzt unterstützen

Mehr zum Thema

89 Kommentare

 / 
  • Reiche können flüchten, arme müssen bleiben.



    Das heisst nicht dass die ärmeren das wollen

    • @Todesfister:

      Die Frage lautet jedoch nicht: „Warum treffen Menschen in migrantischen Vierteln vermehrt auf Migranten?“. Insoweit geht es eher um die Frage, warum einige Menschen, die ihre persönlichen Erfahrungen mit Diversität in den Befragungen positiv bewerten, zugleich angeben, dass sie sich davon bedroht fühlten und an dieser Einstellung trotz gegensätzlicher Alltagsempfindungen festhalten.

      Dass auch dieser Gegensatz nicht nur in Armenvierteln vorkommt, können Sie (u. a.) am Beispiel einer wohlsituierten, queeren, migrierten Parteivorsitzenden einer rechtsradikalen Partei erkennen, die sich trotz ihrer eigenen Vielfalt relativ einfältig für Remigration starkmacht und im Bundestag auch noch gegen die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare stimmt.

      • @Yes:

        Interessant, dass das für Sie ein Widerspruch ist. Das zeigt, dass sie die Augen vor den Details verschließen.

        Wenn Sie in die Details schauen, dann sehen Sie, dass Remigration eben NICHT als pauschale Zurückweisung ALLER Menschen mit Migrationshintergrund vorgesehen ist, sondern sich auf diese Personen beziehen soll, die hier keinen Aufenthaltstitel haben oder kriminell sind.



        Davon wäre die Lebenspartnerin von A.W. nicht betroffen. Widerspruch aufgelöst.

        Ähnliches gilt für die Ehe. Wer (aus welchen Gründen auch immer) die Ehe als einen Bund zwischen (biologisch) unterschiedlichen Geschlechtern versteht, kann diese für queere Paare ablehnen, selbst wenn er selber betroffen ist. Das ist nicht notwendigerweise ein Widerspruch. Wenn es für queere Paare ein äquivalentes rechtliches Konstrukt gibt, kann das für den ein oder anderen völlig akzeptabel sein.



        Ich vermute jedoch, dass in diesem Fall Frau W. ihre privaten Interessen hinter ihre beruflichen stellt.

  • "Weniger Gebildete kommen oft besser mit Diversität klar" Das müssen Sie auch, denn schon aus finanziellen Gründen können sie die günstigen Viertel nicht verlassen, wenn die Kinder in die Schule kommen. Ob das freiwillig geschieht, sei dahin gestellt.

  • Diversität als "Bewegung von unten" klingt gut. Denn aus der Sicht bestimmter Milieus scheint es eher um Angleichung von Lebenswirklichkeiten (möglicherweise an die eigene) zu gehen, als andere Lebenswirklichkeiten einfach zu akzeptieren und zu respektieren.

  • Es ist erstaunlich, aber gut, das die taz hier endlich einmal differenziert beschreibt, was die meisten "Migrationskritiker" (von linken oft als "rechts" diffamiert) schon lange wissen:

    Migration als Prozess kritisch zu sehen bedeutet, zu erkennen dass sie Konflikte hervorrufen muss, was wiederum Gefahren birgt.

    Das steht aber nicht im Widerspruch dazu, auch die Chancen des Prozesses zu sehen.

    Und vor allem steht es nicht im Widerspruch dazu, die betroffenen Menschen respektvoll zu behandeln und sie bei der Integration zu unterstützen.

    Ganz im Gegenteil: Menschen, die Migration uneingeschränkt positiv sehen und ihre negativen Seiten negieren, haben oft nur theoretische, ideologisierte Vorstellungen von Migration und verhindern durch ihre Tabus, das anstehende Probleme gelöst werden.

    Insbesondere ist das verbreitete Framing von "Migrationskritikern" als "Rassisten" Zeichen einer übermäßig vereinfachten und ideologischen Weltsicht, die nur Freunde und Feinde kennt und nicht in der Lage ist zu verstehen, dass "Kritik am Prozess" nicht gleich "Hass auf Menschen" ist.

    Danke!

    • @WildEast:

      Unsere Familie hat zum großen Teil einen Migrationshintergrund. Wir sehen das genauso und können uns mit den Inhalten identifizieren.



      Danke für ihren Kommentar.

    • @WildEast:

      Wenn es über dem Artikel heißt, dass auch migrationskritische Menschen oft zum guten Zusammenleben beitrügen, bedeutet das nicht, dass das an deren Haltung zur Migration läge, sondern vielleicht lediglich, dass diese Menschen ihre Alltagsbekanntschaften zu wenig reflektieren. Die Buchautoren wollten dem Artikel zufolge gerade nicht die Migrationskritik verteidigen, sondern aufzeigen, dass Menschen mit verschiedensten Hintergründen bereits gemeinsame Praktiken des Miteinanders entwickeln, ohne dass es überhaupt auf ihre persönliche Einstellung zur Migration ankomme. Sie plädieren deswegen dafür, Migration zu akzeptieren und Versuche, sie einzudämmen oder als Gefahr zu betrachten, aufzugeben.

      • @Yes:

        Reine Spekulation! Über die Gründe, warum migrationskritische Menschen zu einem guten Zusammenleben beitragen, wird im Text nichts gesagt. Aber es entspricht linker Ideologie, dies als Ergebnis negativ konnotierter Eigenschaften (z.B. geringe Reflexion) zu sehen. Man könnte jedoch diesen Menschen auch einfach Lebenserfahrung, gesunden Menschenverstand und ein stabiles moralisches Fundament unterstellen. Die Tatsache, dass sie aufgrund der Erkenntnis im täglichen Leben, dass Einwanderung vieler Menschen mit anderen Wertevorstellungen und niedrigem Bildungs- und Finanzniveau zu Problemen führt und deshalb GESTEUERT UND BEGRENZT (wohlgemerkt, nicht notwendigerweise gestoppt) werden sollte, steht eben NICHT im Widerspruch zur Erkenntnis, dass man denen, die schon hier sind, nach Kräften helfen muss, diese Unterschiede zu überwinden. Im Gegenteil, diese Erkenntnisse sind hochgradig konsistent zueinander.

        Die Buchautoren plädieren keineswegs dafür, Versuche aufzugeben, Migration zu begrenzen/bremsen/steuern. Sie sagen nur, das es unmöglich ist, sie zu verhindern. Die wird von der Mehrheit der Migrationskritiker (übrigens auch Frau A.W.) gar nicht gefordert.

    • @WildEast:

      Richtig, aber was noch fehlt ist die Lösung: Nämlich gemeinsame Sozialisation!

      Das dreigliedrige Schulsystem gehört abgeschafft. Alle müssen dieselbe weiterführende Schule besuchen!

      Ferner braucht jede Großstadt ein vollständiges Angebot an Erwachsenenbildung! Das heißt, Berufsschulen für alle Ausbildungsberufe, eine Fachhochschule und eine Universität!

      Städte die das nicht haben, haben eine negative Bilanz in ihrer sozialen Dynamik. Die meisten jungen Menschen machen heutzutage Abitur, gibt es keine Hochschule ziehen diese Menschen weg und es kommt auch niemand neues nach!

      Diese Dynamiken führen mittlerweile dazu, dass wir toxische soziale Umfelder haben, welche zu Vereinsamung führen und zu sozialer Abgrenzung nach Bildungsabschluss!

      Ich wünsche mir, dass das endlich angegangen wird! Auch in der taz ist das Thema "Bildung" nicht besonders präsent, dabei geht es immer einher auch mit Sozialisation und gemeinsame Sozialisation ist der Schlüssel zu einer gemeinsamen Gesellschaft trotz aller Unterschiede und Differenzen!

      • @Schatten:

        Sie haben meine volle Unterstützung!



        Dieses "trennende" Schulsystem betrifft ja nicht nur Migranten. Es ist faktisch eine (sozial-)ökonomische Trennung, die das gegenseitige Verständnis im späteren Leben massiv verhindert.

        Im Gymnasium meiner Kinder in einer wohlhabenden Mittelstandsgegend, wohnt die überwiegende Mehrheit der Kinder in Wohneigentum, sind aber völlig überzeugt, nicht "zu den reichen" zu gehören. Faktisch resultiert aus dieser Fehleinschätzung die Annahme, das sie selbst den Normalfall und damit auch eine Art "Referenz" für andere darstellen.



        In diesen Kreisen sind teure "grüne" Ideen sehr verbreitet, weil sie keine Vorstellung davon haben, das sich der größte Teil der Bevölkerung diese Ideen nicht leisten kann. Dies ist aber leider ebenfalls die Klientel, die zukünftige Politiker stellt.



        Wenn wundert also noch die Entfremdung der Politik von der Mehrheit der Bevölkerung?

      • @Schatten:

        "Das dreigliedrige Schulsystem gehört abgeschafft. Alle müssen dieselbe weiterführende Schule besuchen!"

        Das geht nicht, dafür ist der Leistungsunterschied einfach zu groß. Das ist schlicht unfair den Leistungsstarken Schülern gegenüber. Umgekehrt aber genauso, wenn die eher schwächeren den stärkeren nicht hinterher kommen.

        Weder für die eine noch die andere Seite ist diese Vereinheitlichung fair. Gesamtschulen gibt es zwar, aber auch die werden irgendwann ausdifferenziert

        • @Walterismus:

          An Ende, ist es nur eine Frage des WIE. Wird verschenken unglaublich viel in den Jahren VOR der Schule. Die Franzosen haben z.B. 3 Jahre Vorschule. (Mit 3, 4 und 5 Jahren). Hier bereits lernen sie die Sprache und viele vorbereitende Dinge (Zahlen, Buchstaben, Feinmotorik, Kunstgeschichte, ...) auf sehr spielerische Weise. Die "Erzieher/Betreuer" sind alle ausgebildete Lehrer für dieses Alter und Grundschule.

          Wenn die Kinder in die Schule kommen, ist ihr Leistungsstand bereits deutlich höher als bei uns und vor allem sehr viel homogener.

          Die Inhomogenität bei uns liegt ja nicht an breiten Spektrum von IQ's. Sondern an breiten Spektrum der Vorbildung, die im Wesentlichen vom sozialen Umfeld abhängig ist. Dieser ist aber homogenisierbar.

        • @Walterismus:

          Zwar sind Leistungsunterschiede heute stärker als früher, aber das mehrgliedrige Schulsystem ist nicht die Lösung. In den Ostländern gab es 10 Klassen gemeinsam und danach erst Abitur. Das ging prima. Die Bildung war (abseits der politischen Einflüsse) hervorragend. Die Guten Schüler waren - insbesondere in Naturwissenschaften und Deutsch - besser als Gymnasiasten hier.

          Grundsätzlich ziehe ich nach 50 Jahren Lebenserfahrung in Zweifel, ob die Fairness gegenüber den guten Schülern entscheidend ist.

          Gute Schüler finden immer jemanden, der sie fördert, weil es einfach dankbar ist und Spaß macht, jemanden zu fördern, der es aufsaugt wir ein Schwamm. Gute Schüler können ohne großen Aufwand angemessen gefordert werden, denn sie können (und lieben) selbständig arbeiten.



          Sie können Schwächeren helfen und lernen selbst dabei sowohl den Stoff tiefer, als auch Softskills wie Geduld, erklären, fragen, zuhören.

          Viel kritischer für eine Gesellschaft ist es aber, die Schwachen nicht zu fördern. Denn die können dann ihr Potenzial nicht ausschöpfen oder landen im Sozialsystem. Die Kosten für die Gesellschaft sind sehr viel höher.

        • @Walterismus:

          Natürlich geht das. Gesamtschulen gibt es seit über 40 Jahren. Abiturienten von der Gesamtschule sind nicht schlechter als Abiturienten vom Gymnasium. Eine höhere soziale Kompetenz haben sie allemal.

          Zwei Drittel des Schulstoffs sind für Abiturienten irrelevant, werden auf Bulimie gelernt und danach vergessen. Wer keine Naturwissenschaften mag, wird kein Arzt. Wen Geschichte nicht interessiert wird kein Historiker. Wer kein Musikinstrument lernt braucht keine Musiknoten lernen. Das ist Zeitverschwendung, man könnte genauso gut was anderes lernen. Sport- und Kunstnoten sind gesellschaftlich völlig irrelevant (selbst in den entsprechenden Feldern) und Fähigkeiten in diesen Bereichen haben wenig mit der Schulform zu tun.

          So viel mehr "Leistung" ist da also gar nicht. Einen verbindlichen Kanon an Allgemeinbildung und Lösungsansätze für epochaltypische Schlüsselprobleme (z. B. Klimawandel) kann man einem Hauptschüler genauso alltagstauglich vermitteln, wie einem Gymnasiasten, welchem wiederum Toleranz und ein nicht herabwertendes Sozialverhalten vermittelt werden müssen.

  • Für mich entscheidend sind gemeinsame Werte. Ich möchte mit niemanden zusammenleben, der indiviuelle Freiheit und Entfaltung ablehnt. Ist mir dann auch egal, ob es ein Reichsbürger oder ein strenggläubiger Moslem ist.



    Und grade da wird oft mit zweierlei Maß gemessen.

    • @Sybille Bergi:

      Es klingt zwar abgedroschen, aber jede individuelle Freiheit endet doch dort, wo die Freiheit des Gegenüber beginnt. Und damit ist dann auch wieder der persönlichen Entfaltung eine Grenze gesetzt. leider etwas, was viele Mitmenschen heute nicht mehr akzeptieren wollen, egal ob links oder rechts, Christ, Atheist oder Moslem.

      • @Oleg Fedotov:

        Das ist doch gar nicht das Thema. "Der indiviuelle Freiheit und Entfaltung ablehnt." steht da, nicht "der auch seine Freiheiten haben möchte". Natürlich gibts da Grenzen und die allermeisten Menschen wissen das auch. Dafür muss man weder Reichsbürger, noch religiöse Hardliner verteidigen. Wo individuelle Freiheit endet, wird von Gesetzen geregelt, nicht von idelogischen oder religiösen Überzeugungen.



        Und nochwas. Es ist genau dieses nicht verstehen wollen, was die Debatten so schwierig macht.

    • @Sybille Bergi:

      Naja Freiheit und Entfaltung müssen schon auch geregelt sein.



      Zudem sind individuelle Freiheit und Entfaltung schwammige Begriffe die Jeder etwas anders definiert.

  • Können wir erst mal über das Konstrukt "Gebildet" sprechen?



    Das hat leider meist wenig mit geistiger Reife und viel mit Einbildung zu tun.



    Bei unseren "Bildungssystem" auch kein Wunder.



    Es werden ständig von sogenannten Bildungseliten Fehler begangen die jeden gesunden Menschenverstand widersprechen.



    Was genau ist also diese Bildung von der wir sprechen?



    Das Maß in dem man auswendig lernen kann und vor Autoritäten buckelt?



    Das dieses Kilentel sich rechts besser verstanden fühlt verwundert dann genau Wen?



    So bilden sich für mich die Zusammenhänge und das ganz ohne dafür eine Schwarte verfassen zu müssen.



    Genau deshalb lese ich solche Bücher nicht. Ok und weil sie meist sterbenslangweilig sind.

    • @Das B:

      "Bildung" hat irgendwie auch viel mit "Erziehung" gemeinsam. Es gehört anfangs sowohl dazu zu lernen, wie man eine Kreuzung überquert als auch, dass man Leute nicht einfach hauen darf, wie man seine eigenen Bedürfnisse kommuniziert und wie man seinen Namen schreibt.



      Die Bildungselite wird aber in der Regel darauf reduziert, dass sie ihren Namen am besten schreiben kann und oft die eigenen Bedürfnisse besser zu vertreten weiß.

      • @ImInternet:

        Nur wird in der Diskussion Bildung immer mit dem erworbenen Schul- oder Hochschulabschluss gleichgesetzt.

  • Das Buch steht auch auf der Anschaffungsliste, zumal vom Umfang her überschaubar. Wenn ich es recht verstehe, geht es nicht darum, "Superdiversität" als das neue Normativ zu preisen. Sondern darum zu untersuchen, wie solche real existierenden "superdiversen" Zusammenhänge funktionieren. Ob die Autoren da einen normativen Überschuss haben, kann man ja wohl erst beurteilen, wenn man das Buch wirklich gelesen hat. :-)

    Natürlich wird eine Gesellschaft nie "superdivers" sein, das wäre ein Widerspruch in sich. Aber es gibt diese urbanen Teilräume, in denen es nur relative Minderheiten gibt. Die gab es immer schon, etwa in den alten Handelsstädten (Venedig, Antwerpen, Amsterdam). Weder die superdiversen noch die vergleichsweise homogenen Räume können ein Leitbild für das Ganze abgeben. Sie sind beide da, sie sind immer schon da gewesen, und sie haben jeweils ihre ganz eigene Würde.

  • Sagen wir's mal so: Weniger Gebildete müssen mit der Diversität klar kommen, die können nicht in bessere Viertel unter ihresgleichen ziehen oder ihre Kinder auf Privatschulen in Dänemark schicken.

    • @Gerald Müller:

      Genau das habe ich beim Lesen der Überschrift auch gedacht.

    • @Gerald Müller:

      In Dänemark sind sie dann doch selbst Migranten und machen schon deswegen Erfahrungen mit dieser Art von Diversität. Dass man in „besseren Vierteln“ z. B. seltener schwul wird, ist, glaube ich, auch eher fernliegend. Und wenn man sich einmal die in Krankenhäusern, Gerichten, Unis usw. arbeitenden Menschen ansieht, ist da doch auch ein recht hoher Anteil an diversen Akademikern (Ärzte, Richter, Anwälte, Forscher, Studierende, Lehrer…) anzutreffen. Gebildete „müssen“ also ebenfalls mit Diversität klarkommen und tun das in der Regel auch, ohne dass es allzu große Schwierigkeiten bereitet.

      • @Yes:

        Es geht ja aus dem Post offensichtlich hervor, dass es nicht um jene Diversität der reichen Milieus geht, also etwa um syrische Ärzte und schwule Anwälte. Die sind doch auch bei der CDU völlig akzeptiert. Sondern um die ökonomisch Abgehängten, deren Migrationshintergrund nunmal oft mit Armut korrespondiert, was wiederum bedeutet, dass sie in den einschlägigen Vierteln auf die "Biodeutschen" Abgehängten treffen und beide zwangsläufig miteinander auskommen müssen. Der hippe Anwaltssohn hingegen sucht sich das Viertel vielleicht aus Coolnessgründen aus, weil es edgy ist, könnte aber jederzeit wieder wegziehen. Die anderen nicht.

        • @Axotono:

          Gerald Müller meint, dass die einen mit Diversität umgehen müssten, weil ihnen die Möglichkeiten der anderen fehlten. Dieses Bild wäre nur zutreffend, wenn in beiden Personenkreisen keinerlei Eigenmotivation bestände, diverse Kontakte zu knüpfen. So verhält es sich allerdings nicht. Arme wie reiche Menschen müssen nicht bloß, sondern wollen friedlich zusammenleben und auch in einem diversen Umfeld persönliche Kontakte schließen, da es ihr Wohlbefinden steigert. Dass man nun nur in armen Vierteln auf diverse Personen treffe, habe ich versucht, zu widerlegen. Sie meinen, damit sei eine andere Diversität gemeint. Ich meine, Sie meinen keine Diversität, sondern schlicht Migranten.

    • @Gerald Müller:

      Ich denke auch, dass es der größte Unterschied ist. Die Leute, die sich in gutbürgerlichen Gegenden mit Diversität befassen, denken ausschließlich an die Handvoll priviligierter anderer, die sie kennengelernt haben. Die anderen denken an das Drittel des Viertels, das halt einfach da wohnt und sich das auch nicht sonderlich ausgesucht hat.



      Wobei ich feststelle, dass es trotzdem nicht heißt, dass der Umgang mit Diversität damit in Stein gemeißelt ist. Die Leute reagieren sehr unterschiedlich. In den "niederen" Gegenden ist es gefühlt eher Gleichgültigkeit statt Akzeptanz.

    • @Gerald Müller:

      Da ist was dran.

    • @Gerald Müller:

      Nein. Weniger gebildete machen sich keinen Kopp. Wenn der weniger gebildete auf Ali trifft, und was von ihm will, quatscht der den einfach an, wie alle anderen auch. Wenn der mehr gebildete das macht, kann (muss natürlich nicht) sich im Kopf das Karussell anfangen zu drehen. Beispiele? "Ist das ok wenn ich ihn duze? Mache ich sonst ja auch. Aber drücke ich denke vielleicht ein Gefühl der Überlegenheit aus? War das jetzt ein Vorteil?..."

      • @Kap:

        Ich gebe vollkommen zu meine eigenen Vorurteile zu bedienen aber wahrscheinlich schreibt in den weniger gebildeten Gegenden auch keiner Essays über Mikroaggressionen oder kulturelle Aneignung.

  • Je diverser, desto klarer müssen die Regeln des Zusammenlebens sein und desto konsequenter durchgesetzt werden.

    Und warum sollten diese Regeln nicht von den Autochthonen geprägt oder auch einfach aufgestellt werden? Zumal es ja in der Regel in einem Land eben nicht nur superdiverse Städte gibt.

    • @Suryo:

      Dass alle den gleichen Regeln folgen sollen ist ja klar. Deine Aussage lässt aber an zwei Dinge denken: Zuwanderer halten sich nicht an Regeln, was natürlich ein Vorurteil ist und nicht stimmt. Und zweitens, dass die schon vorhandenen das tun. Das ist natürlich auch lächerlich. Es klingt ein bisschen nach "die bösen Radfahrer fahren immer bei Rot" dabei sind an quasi jeder Ampel immer Autofahrer, die bei Rot fahren.

      • @Kap:

        Regeln aufzustellen und sich an sie zu halten sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Wenn sich sowieso alle an sie hielten, bräuchte man gar keine Regeln.

    • @Suryo:

      Auch die Regeln der "Autochthonen" (wie Sie sie nennen) sind ständigen Veränderungen unterworfen. Warum sollen die "Neubürger" diese Regeln also nicht mitgestalten?

      • @Il_Leopardo:

        "Warum sollen die "Neubürger" diese Regeln also nicht mitgestalten?"

        Ich meine, das hängt von den Mehrheitsverhältnissen ab. Beispiel: Solange die meisten Menschen in einem Land nicht sonderlich religiös sind, wird es vermutlich schwer sein, religiöse Regeln durchzusetzen.

      • @Il_Leopardo:

        Ich habe mich mißverständlich ausgedrückt.

        Bestimmte Grundregeln und vor allem der Rahmen, innerhalb dessen die Ausgestaltung der üblichen Regeln möglich ist, sind Ergebnis historischer Prozesse und kultureller Eigenheiten. Das Grundgesetz z.B. ist eben nicht einfach so von der deutschen Geschichte und der deutschen Kultur zu trennen, ganz zu schweigen von solchen Regeln wie dem Jugendschutzgesetz, das z.B. davon ausgeht, dass kleine Kinder spätabends nichts mehr auf der Straße verloren haben (was schon in Italien ganz anders gesehen wird). Umgekehrt ist Alkoholgenuss in der europäischen bzw. deutschen Kultur, anders als im arabischen Raum nicht per se unmoralisch und irgendwie anrüchig.

        Das ist nun mal so und es gibt keinen Grund, das zu ändern, nur, weil in den letzten Jahrzehnten Leute eingewandert sind, die das anders sehen.



        Trotz aller möglichen Kritik sehe ich persönlich die westeuropäische Kultur bzw. die sich aus ihr gebildete liberale, pluralistische, demokratische Ordnung tatsächlich als die derzeit beste der Welt an. Ich sehe keinen Grund dazu, das zu relativieren, da das immer zu weniger Freiheit führte. Mitgestaltung ja, aber nur oberhalb dieses Goldstandards.

        • @Suryo:

          "Trotz aller möglichen Kritik sehe ich persönlich die westeuropäische Kultur bzw. die sich aus ihr gebildete liberale, pluralistische, demokratische Ordnung tatsächlich als die derzeit beste der Welt an."

          Für Frauen, LGBTQIA+ und Juden ist diese Form des Zusammenlebens meiner Meinung nach fast überlebenswichtig. Heterosexuelle Männer haben es da leichter.

  • Für mich persönlich gehe ich diese Betrachtung anders an: ich bin einer von knapp 9 Milliarden Menschen. That's it.

    • @Perkele:

      Und wenn wir uns nur alle ein bißchen zuhörten, gäbe es keine Kriege mehr, was?

      Kumbaya, my Lord, kumbaya...

      • @Suryo:

        Was andere machen, will und kann ich nicht beeiflussen. Ich kann und will nur für mich selbst handeln. So einfach ist das....

    • @Perkele:

      Ziemlich oberflächlich.



      Vollkommen theoretisch gesehen stimmt das wohl.



      Praktisch ist es aber so das Menschen Gruppen bilden - schon immer - weil evolotionär relevant.



      Halten wir es mal einfach:



      Sie haben diese Meinung vom Indivduum und leben diese. Aber viel mehr Menschen fühlen sich Gruppierungen (von Hobby bis Religion, von interessiert bis fatalistisch alle Abstufungen) zugehörig.



      Das Ergebnis wird sein das diese Gruppen irgendwann aneinander stoßen, hoffentlich offen und friedlich.



      Die Geschichte zeigt jedoch das dies bei weitem nicht immer so gut abläuft.



      Dies sollte einen bewusst sein sonst wird man da reingezogen ob man will oder nicht.



      Oberflächlich ist ihre Betrachtung schon allein weil jede Entscheidung sie zum Teil einer Gruppe macht die so entscheidet während eine Andere es eben anders macht.



      Nehmen Sie Essen z.B.



      Nur weil sie sich das nicht eingestehen sind sie trotzdem entweder Fleischesser oder nicht. Das dies globale Auswirkungen hat sollte heutzutage klar sein.



      Sie sind durch Ihr Einkommen Teil einer Bevölkerungsgruppe, ebenfalls als Bsp.

      • @Das B:

        Und doch sind Sie Teil einer Gruppe. Oder versorgen Sie sich komplett selbstständig und verzichten auf jegliche Infrastruktur, leben also abgeschieden als Eremit?

      • @Das B:

        Ich kann in dieser Sache nur für mich selbst sprechen, nicht für andere. Und ich betrachte mich eben als einer von allen und nicht als einer der einen oder anderen Gruppe. Das erweitert den Blick....

        • @Perkele:

          Neulich korrigierten Sie mich aber noch, als ich Ihnen das weibliche Geschlecht zuordnete. Offenbar sehen Sie sich nicht nur als Mensch, sondern mindestens auch als Mann.

          • @Suryo:

            Moment mal bitte: ich sehe mich als Menschen, rein zufällig maskulin. Was hat das mit "Gruppenbildung" oder dergl. Zuordnung zu tun? Das wird jetzt aber zur Haarspalterei...

        • @Perkele:

          Allein daraus spricht (unter anderen) eine Identifikation als männlich ( einer ), deutsch (die Weltsprache von Allen ist Englisch), eine Lebensart (Leben und Leben lassen) und ein belehrendes Wesen (erweitert den Blick...).



          Das sind alles Merkmale die sie zu Gruppen zuordnen ob sie das wollen oder nicht.



          Ich will die gar nicht kritisieren - ich betrachte mich im großen und Ganzen ähnlich.



          Ich möchte Ihnen damit nur erklären, dass sie sich sehr wohl Gruppen zugehörig fühlen.



          Das muss wie gesagt nicht fatalistischen Eifer bedeuten sondern erwächst einfach aus den persönlichen Wesen eines Menschen.



          Wenn man jeden Menschen individuell betrachtet wird man den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen - was den Blick wohl kaum erweitert. Meiner Ansicht nach versteht man Menschen besser wenn man sich mit deren Gruppe befasst.



          Aber ich bin kein Soziologe und will es auch nicht sein 😅

          • @Das B:

            Wit sind in der Betrachtung nicht weit voneinander entfernt. Eines aber weise ich zurück: ich belehre niemanden und will das in keiner Form. Es erweitert MEINEN Blick - gefällt Dir diese Formulierung besser?

    • @Perkele:

      Das ist schon mal eine sehr gute Basis!

  • Die „Studie“ scheint kaum tragfähige Daten zu präsentieren und mehr auf Vermutungen zu basieren, wie die Zitate zeigen (und andere Foristen hier auch schon bemängeln).



    In Städten wie „Brüssel, Amsterdam oder Frankfurt sind Menschen ohne Migrationshintergrund längst selbst Minderheiten“. Wenn die Umfragen nur in solchen Millionenräumen erhoben wurden, spiegeln sie nicht die Realität wider. Allein in Ditschl leben 60 Prozent der Bevölkerung in Kommunen unter 50.000 E., also eher im ländlichen Raum. Herkunftstechnisch gemischte Schrebergärten und Chöre dürften da die absolute Ausnahme sein…



    Migrantische Menschen und andere Minderheiten zieht es aus vielen unterschiedlichen Gründen in Ballungsräume, wo sie oft selbst homogene Kommunitäten mit geringer Diversitätstoleranz bilden.



    Und die Behauptung, weniger gebildete Menschen seien diversitätsfreundlicher, müsste erstmal durch echte Fakten wenigstens annähernd belegt werden.

    • @Vigoleis:

      Dann könnten Sie auch gegen eine Untersuchung von Vorsteherdrüsen einwenden, dass sie die Realität der Frauen gar nicht widerspiegele, obwohl davon doch 42 Millionen in Deutschland lebten. In dieser Studie geht es um die Untersuchung superdiverser Gesellschaften in Städten, weil dort bereits viele unterschiedliche Menschen aus aller Welt auf engem Raum zusammenleben. Diese Vielfalt mag in ihrer Intensität vereinzelt auch auf dem Lande vorkommen, ich erahne aber schon, welche Kritik Sie geübt hätten, wenn die Befragungen nur dort stattgefunden hätten.

      • @Yes:

        Sie haben recht. Ich habe mit meiner Kritik mutmaßlich den Inhalt des Buches nicht getroffen und nehme sie so, wie sie da steht, zurück.

    • @Vigoleis:

      Auch hier warne ich davor, die tatsächlichen Ergebnisse, Inhalte und Methoden einer Studie damit zu verwechseln, wie sie in den Medien wiedergegeben wird.

      Journalist*innen sind leider häufig (unabsichtlich) die größten Förderer der Wissenschaftsfeindlichkeit, durch schlechte Wiedergabe. Gleichzeitig sind gerade manche wissenschaftliche Methoden auch einfach unintuitiv für Menschen, die sich von „Alltags-Empirie“ leiten lassen

  • In Frankfurt waren zum Jahresende 2024 178 Nationen zuhause. Zu den am stärksten vertretenen Ländern zählten die Türkei, Kroatien, Italien, Rumänien, Indien, Ukraine, Polen, Serbien, Bulgarien und Afghanistan. Die meisten AusländerInnen stammten aus der Türkei mit insgesamt 24.344 Einwohnerinnen und Einwohnern. Ich habe immer wieder überlegt, einen Türkischkursus an der VHS zu belegen - war dann doch nicht notwendig, weil die inzwischen hier Geborenen Deutsch sprechen.



    Ich fühle mich in "meiner Stadt" sehr wohl. Ich muss dazu aber sagen, dass ich mich seit meiner Jugend sehr häufig in London aufgehalten habe - bin also eine gewisse Vielfalt der Kulturen gewöhnt. In den 60ern trugen die Araber, Inder, Afrikaner noch Landestracht. Diese Vielfalt schon allein in der Kleidung fand ich einfach toll - ich fühlte mich irgendwie als "Weltbürger".



    Ich weis - das klingt jetzt alles ein wenig emotional. Aber: In meinem Alltag hier in Frankfurt mache ich eigentlich nur gute Erfahrungen mit unseren ausländischen Mitbürgern. Ich gehe freundlich und offen mit ihnen um - und sie begegnen mir ebenso.



    P.S.: Ich habe mehrere Jahrzehnte hauptberuflich minderjährige Flüchtlinge betreut.

    • @Il_Leopardo:

      Danke, dass Sie einen positiven Akzent für Frankfurt setzen. Ich kann Ihnen als Darmstädterin nur beipflichten, was Lebensgefühl als auch Erfahrung mit MigrantInnen betrifft. Seit Erstarken der AfD muss ich mich ständig dafür rechtfertgen, dass ich in einer Großstadt lebe (o.k. Darmstadt ist mini im Vergleich zu Frankfurt), wie ich mich da nur wohlfühlen könnte, Stadtbild usw. Wenn ich positives feedback zu MigrantInnen gebe, die in meiner Nachbarschaft leben oder die ich im Alltag treffe, höre ich schon mal: "Auf der Zeil und dem Luisenplatz sieht man gar keine blonden Menschen mehr! " Ich selbst bin im ländlichen Raum aufgewachsen, lebe seit über 30 Jahren in DA (bei Zuzug gab's auch nicht mehr Blonde, manche Leute ignorieren jegliche Erkenntnisse der Evolution zu Haar- oder Augenfarbe), war oft in Frankfurt und bin sozusagen in Diversität hineingewachsen.



      Um Missverständnissen vorzubeugen, ich möchte nicht die Problematik von Zuwanderung, oder Vierteln mit hohem Anteil von MigrantInnen klein reden, aber welche Vorurteile über Großstädte gepflegt werden, da kann ich nur den Kopf schütteln. In die vermeintlich heile Kleinstadt- bzw. Dorfwelt möchte ich nicht zurück.

      • @chat cat:

        Schön, Zustimmung von Ihnen zu bekommen. Zum letzten Absatz: Selbstverständlich kenne ich auch die Problemviertel - bin ja nicht blind. Aber gab es die nicht schon immer - sie sind keine "Erfindung" der Zugewanderten, sondern das Ergebnis falscher Politik!

        • @Il_Leopardo:

          Finde ich auch, und zwar u.a. das Ergebnis falscher Bau- und Sozialpolitik. Unsere jahrzehntelangen Problemviertel DA-Kranichstein und Eberstadt-Süd samt Hochhaus-Bauten sind definitiv keine "Erfindung" von MigrantInnen. Ich war "Lesepatin" für Zugewanderte, da für Sprachintegration viel zu wenig getan wurde. Die Kinder waren fixer im Lesen und Schreiben und haben es dann den Eltern beigebracht. Die Dankbarkeit und Herzlichkeit von Familien mit Migrationshintergrund hat mich oft beeindruckt.

    • @Il_Leopardo:

      Also, und das beweist, wir brauchen unkontrollierte Zuwanderung von Flüchtlingen, weil das genauso Menschen sind wie du und ich, die einfach nur weg von ihren Peinigern wollen.



      Tun wir das nicht, behandeln wir sie wie Menschen zweiter Klasse.

  • Die Studie wirft bei mir leider viele Fragen auf. Entweder wurde unzureichend daraus zitiert oder die Studie selber ist bereits eine Ansammlung von Vermutungen. Ein Beispiel:



    "Durch das häufigere Aufwachsen in migrantischen Vierteln sind sie diverse Beziehungen gewohnt."

    Migrantische Viertel sind (eigentlich) geprägt durch homogene Gruppen und den immer gleichen Angeboten. Diversität ist mir dort noch nie aufgefallen. Ich würde sogar soweit gehen und von einem Ausschlusskriterium sprechen.

    • @Mopsfidel:

      Gehen Sie doch mal ins Detail: von welchen migrantisch geprägten Vierteln reden Sie im Speziellen aus Ihrer Erfahrung? Was genau ist Ihre Wahrnehmung, welche Homogenität meinen Sie?

    • @Mopsfidel:

      In ärmeren Vierteln ist die Miete niedriger und hier gibt es dann auch meist auch einen höheren Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund.

      Und dadurch gibt es dann logischerweise auch mehr Berührungspunkte im Alltag.

      Homogen sind eher Villenviertel oder sehr ländliche Gebiete.

      Der Schein trügt. Nur weil die Inhaber von Bars, Restaurants oder Händler und auch deren Kund:innen meist nicht "deutsch" aussehen, heißt das nicht, dass dort nur Menschen mit Migrationshintergrund + deren Nachkommen leben.

      Ich habe einige Jahre im Beton-Block gelebt in Dresden Neustadt. Unter den Einwohnern ein ziemlich hoher Anteil von AFD Wähler:innen (für die Neustadt) und Flüchtlingen zur gleichen Zeit. Stress gab es aber keinen.

  • "...eine selten bewusste Wahrheit ...[..] .. Mi­gra­ti­ons­geg­ne­r:in­nen circa genauso viele positive Kontakte zu Nach­ba­r:in­nen mit Migrationshintergrund .."

    Das ist neu? Kann man täglich beobachten. Das persönliche Umfeld wird immer anders betrachtet, als anonyme Gruppenzuordnungen. Gilt auch bei Religion oder sexueller Orientierung.

    Dabei wollen die Leute aber nicht mit Lösungsvorschlägen von der universitären, vermeintlichen Elite "..können geteilte Gemüsegärten und gemeinsames Chorsingen sehr wohl helfen..." behelligt werden.

    Zumal das ein gewisser Zirkelschluss ist. Der Nachbar im Gemüsegarten oder die Mitsingerin im Chor gehören schnell zum persönlichen Kreis und trotzdem können andere Gruppen wieder abgelehnt werden (wobei gerade der Gemüsegarten erheblich Toleranz auf allen Seiten erfordern kann, während im Chor nach strikten Regeln verfahren wird, die es einfacher machen).

  • Und nicht alle Italienier sind in der Mafia. Das wird auch immer wieder vergessen.

  • Ich glaube man muss schon sehr naiv sein um an eine "Superdiversität" zu glauben.

  • Während meiner Reise neulich nach New York wurde mir klar: Ohne alte weiße Männer (außer, wenn sie als Touristen unterwegs sind) klappt die Integration eigentlich ganz gut ... ;)

    • @Aurego:

      Ist da ein Quäntchen Hass zu spüren? Oder wie kommt es zu dieser unterkomplexen, antidiversen, hochspekulativen Aussage? Wie wäre es mit mehr vereinen und weniger spalten?

      • @Christof Kehr:

        Offensichtlich haben Sie meinen Beitrag nicht ganz verstanden. Wann waren Sie das letzte Mal in New York?

        • @Aurego:

          Anstatt hier aufs Arroganteste klugzuscheißen und mit Ihren angeblichen Insider-New-York-Kenntnissen zu prahlen, sollten Sie lieber auf Christof Kehre konkrete (wenn auch nicht ganz unpolemisch formulierte) Frage antworten. Also, erklären Sie Ihre Aussage bitte einmal für Leute, die sich keinen New-York-Besuch leisten können...

          • @Volker Scheunert:

            Sorry, Herr Scheunert, aber in diesem Zusammenhang habe ich Sie nicht nach Ihrer geschätzten Meinung gefragt. Ich antworte grundsätzlich nicht auf beleidigende Aussagen.



            Und wenn Sie sich keine Reise nach New York leisten können, haben Sie mein Mitgefühl. Da hilft nur noch der bekannte Hinweis von Herrn Merz: Wir müssen mehr und effizienter arbeiten. Ob wir dafür auch mehr Geld bekommen, hat er nicht grsagt.

  • Nach meiner Erfahrung ist es wesentlich sinnvoller, wenn „Neuzugänge“ jeglicher Art sich einfach beim Bestehenden andocken lassen. Dann verändern sich die Sicht.weisen der „Alteingesessenen oftmals schneller als zugegeben. Hier könnten Metropolen viel vom „Platten Lamn“ lernen, wo mangels Maße die Milieutrennung im Alltag häufig nicht so absolut ist. Man begegnet sich einfach immer wieder in den unterschiedlichsten Zusammensetzungen und aus durchaus diversen Gründen.

  • Eine Folge der Superdiversität ist der fehlende Fortbestand der sozialen Kohäsion. EInwanderungsgesellschaften sind eben zumiest eher wenig solidarisch. Für Deutschland bedeutet das eine komplette Abkehr vom bisherigen Gesellschaftsmodell und mittelfristig das Aus für unseren Sozialstaat. Da wir ja aber hier nicht mehr über das Ob sondern nur noch über das Wie diskutieren sollen, müssen wir scheinbar das Beste daraus machen.

    • @Šarru-kīnu:

      Das haben Sie richtig erkannt. Typische Einwanderungsgesellschaften zeichnen sich in Regel durch ein reduzierten Sozialstaat aus. Hinzu kommen niedrige Hürden bezüglich Arbeitsaufnahme, Selbstständigkeit etc. Langwierige Prozeduren, um Abschlüsse anzuerkennen, gibt es meist nicht. Die Einwanderer sollen schnell eine Arbeit auf sich nehmen, für sich selbst sorgen und im besten Fall dann den Wohlstand des gesamten Landes mehren. Möchte man Deutschland in eine Einwanderungsgesellschaften umwandeln, müsste daher an vielen Stellschrauben gedreht werden, die lieb gewonnen Regelungen nicht mehr zulassen.

    • @Šarru-kīnu:

      Ist demnach unsere Gesellschaft solidarisch? Das wäre ein Idealzustand, eine Utopie. Ich verweise nur mal eben auf die derzeitige Diskussion um Besteuerung von Superreichen und Einschrumpfen der Hilfen für Bedürftige. Wenn das solidarisch sein soll, dann muss man das jedoch erklären.



      Nach meiner Erfahrung erlebe ich eine gewisse Solidarität durchaus innerhalb der "Einwanderer" .

    • @Šarru-kīnu:

      Guten Morgen,



      haben Sie eine Quelle für Ihre Aussage zur sozialen Kohäsion in superdiversen Gesellschaften? Frage aus eigenem Interesse. Wie kommen Sie darauf, dass es zur Auflösung des Sozialstaates führen wird? Was ich derzeit sehe ist, dass die politisch sehr einfältigen Kräfte auf dem Weg sind, den Sozialstaat abzuschaffen.

      • @Annadazumal:

        Zum Punkt der „sozialen Kohäsion“ nur eine Ergänzung aus der vergleichenden Wohlfahrtsstaatsforschung: Es gibt tatsächlich eine Reihe empirischer Arbeiten, die zeigen, dass heterogene Gesellschaften tendenziell niedrigere spontane Solidarität und geringere Zustimmung zu Umverteilung aufweisen (Putnam 2007; Alesina/Glaeser u.a.). Das heißt nicht, dass Superdiversität zwangsläufig Sozialstaat abschafft – aber dass Solidarität eben keine naturgegebene Ressource ist.

        Historisch ist Sozialstaatlichkeit in Deutschland nicht aus moralischem Universalismus entstanden, sondern erst nachdem die politische Kleinteiligkeit des 19. Jahrhunderts überwunden war und ein gemeinsamer Referenzraum existierte. Ohne diesen Rahmen (Nationalstaat, Einheitsrecht, Wehrpflicht, Standardisierung der Bildung etc.) wäre Umverteilung zwischen Gruppen politisch kaum legitimierbar gewesen.

        Sozialstaaten sind daher legitimationssensibel und funktionieren nur, solange die Nettoeinzahler das System als fair empfinden. Genau an dieser Stelle beginnt das Problem: Die Hartz-IV-Reformen haben die normative Grundlage des deutschen Sozialstaats erstmals sichtbar verschoben (vom Versicherungsprinzip zum Aktivierungs- und

        • @Desti:

          Wobei das Aktivierungsprinzip die Wahrnehmung des Systems durch Nettoeinzahler fairer werden müsste. Denn ich sorge zwar gerne dafür, dass hier keiner verhungert, erwarte aber, dass jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten zu unserer Gesellschaft beiträgt.

  • "Aber auch diejenigen, die sich politisch links verorten, bekommen den Spiegel der Praxis vorgehalten. Tatsächlich beteilige sich gerade diese Gruppe aus Kontaktscheu und Angst, etwas falsch zu sagen, selten aktiv an einer multikulturellen Gesellschaft. Hingegen tragen vor allem Menschen mit einem niedrigen Bildungsgrad, die Vielfalt seltener als Bereicherung ansehen, zum funktionierenden Zusammenleben bei."

    So sieht es aus. Nicht in kulturwissenschaftlichen Seminaren oder Theatergruppen findet die Integration statt sondern in Fußballvereinen oder der freiwilligen Feuerwehr...also Milieus in denen progressive Ideen eher skeptisch gesehen werden. Der interkulturelle Konsens ist nämlich weiter rechts verortet als Linksliberale zu wissen glauben....eben weil, man höre und staune, andere Völker aus dem gleichen Holz geschnitzt sind wie wir.

    • @Chris McZott:

      Wenn "andere Völker aus dem gleichen Holz geschnitzt sind, wie wir", wo ich Ihnen durchaus recht gebe, dann denke ich, wird es bei den "anderen Völkern" auch einen gewissen Prozentsatz geben, der seine Integration eher in kulturwissenschaftlichen Seminaren oder Theatergruppen findet als in Fußballvereinen oder der Freiwilligen Feuerwehr. Immigrant:innen aller Nationen sind untereinander genauso unterschiedlich, wie wir "Altdeutschen"...

      • @Volker Scheunert:

        Da bin ich genau bei Ihnen. Die Frage ist: Sind das jeweils 1,2 oder gar 3% der Menschen?

        Und die wahrscheinlich viel interessantere Frage ist: Wenn wie verbreitet angenommen, etwa 1/3 der Deutschen rechte oder mindestens rechtsoffene Fremdenfeinde sind, wie sieht das bei anderen Völkern aus?

        • @Chris McZott:

          Grundsätzlich sieht es bei anderen wohl auch nicht anders aus als bei uns, vielleicht eher noch schlimmer, da das Unbehagen wegen des "Dritten Reichs" fehlt.



          Man sollte sich allerdings davor hüten, Menschen mit einem formal niedrigen Bildungsabschluss pauschal zu Rassisten zu erklären. Das sind weiß Gott nicht alles AfD-Wähler:innen.



          Das Wichtige ist, dass wir miteinander einen Modus Vivendi finden, der nicht nur darin besteht, dass "die anderen" nicht durch die Straßen gejagt werden, sondern dass z. B. beim Grillen mit Muslimen deren religiöse Speiseregeln mitbedacht werden, man also auf Schweinefleisch verzichtet oder aber Alternativen dazu, wie auch einen Extragrill bereithält, dass andererseits Muslime etwa den Zauber der Weihnachtszeit, auch wenn diesem eine andere Religion zugrundeliegt, ohne schlechtes Gewissen annehmen und genießen können.



          Sie haben sicher recht, dass Seminare oder Theater nur eine Minderheit unter den Eingewanderten begeistern, aber gerade diese (Künstler und Intellektuelle) zeichnen sich oft als Repräsentanten sowohl ihrer Herkunftsgruppe als auch einer gelungenen Integration aus, auch wenn das Gesamtbild noch einmal vielfältiger ist.

    • @Chris McZott:

      Die älteren Feuerwehler bei uns halten Döner immer noch für eine exotische Speise. Das mit der Integration kann also länger dauern. Aber das war uns nach unseren Erfahrungen mit den Hugenotten ja ohnehin klar ...

    • @Chris McZott:

      Richtig. In Prenzlauer Berg oder Pöseldorf, also klassischen Vierteln grüner Wohlstandsbürger, leben vielleicht europäische Expats, aber keine Türken. Jeder Arbeiter im Ruhrgebiet hat engeren Kontakt zu denen als die Grünwählerin, die meint, dass es deutsch-türkische diversity ist, wenn sie einmal die Woche Gemüse bei Eurogida kauft.

      • @Suryo:

        Grüne in Pöseldorf? Sie kommen wohl nicht aus Hamburg?

        • @Volker Scheunert:

          Schon vor mehreren Legislaturperioden wählten in Pöseldorf erstaunlich viele die Grünen, weshalb Fegebank damals auf Twitter angesichts der dort so hohen SUV-Dichte augenzwinkernd von "modernem Ablasshandel" sprach.

          • @Suryo:

            Nun ja 2020 waren die Grünen in Rotherbaum tatsächlich mal stärkste Partei, allerdings kein Vergleich zu den Zahlen in echten Grünen-Hochburgen, wie Schanze, Eimsbüttel, Ottensen oder St. Pauli - aber auch dort haben sie bei der letzten Bürgerschaftswahl Federn lassen müssen...

    • @Chris McZott:

      Richtig, und meine Beobachtung auch aus dem Berufsleben, Abfall und Energiebranche: Bei den als "einfach gestrickt" identifizierten Menschen, Vorgesetzten wie Firmeninhabern (Gontainerdiensten, Abfallsortieranlagen...). Dort zwar ein ruppiger aber stets fairer und respektvoller Umgang mit den multiethnischen Mitarbeitern herrscht. Solange jeder seine Job macht, darf jeder sein wie er will.

  • Was manchmal ein guter Start ist: Es ist nicht "der Türke", sondern "Erhan" oder ...



    Und die Annahme der-die-dasjenige kann erst mal genauso klug/dumm/achtsam/asozial wie alle anderen auch sein. Vielleicht ist manches dabei wirklich auch ein anders gelerntes Kommunikationsmuster oder Ähnliches, doch wow, so einfach gibt es CO2-neutral mal eine Anregung!



    Ohne dass dies ja abschließend zu lösen wäre.



    Und weil wir das alles ohnehin schon wissen, probieren wir's ein-, zweimal dieses Jahr auch aus.