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KonsumReiche richten Umweltschäden in Billionenhöhe an

Der Konsum der reichsten zehn Prozent weltweit ist für Umweltkosten in Billionenhöhe verantwortlich. Die regionalen Unterschiede sind dabei enorm.

Die reichsten zehn Prozent der Weltbevölkerung verursachen Klimaschäden in Billionenhöhe. Der Schaden durch ihren Konsum beläuft sich jährlich auf 1,7 bis 5,7 Billionen US-Dollar – das entspricht 1,5 bis 4,9 Billionen Euro. Das berichten Forschende der Universität Leiden und der Universität Oxford in einer Studie, die im Fachjournal „Communications Sustainability“ erschien. Zu den reichsten zehn Prozent gehört bereits, wer über ein Nettovermögen von etwa 100.000 US-Dollar verfügt.

Die Kosten der Umweltschäden unterscheiden sich zwischen den Ländern deutlich. In den USA kommen die reichsten zehn Prozent auf 19.000 bis 63.000 US-Dollar verursachter Schäden pro Kopf im Jahr mit einem Mittelwert von 38.000 Dollar. In Indien sind es hingegen nur 410 bis 1.400 Dollar. In Deutschland beläuft sich die Schadenssumme der reichsten zehn Prozent auf einen Mittelwert von 10.000 Dollar pro Person.

„Das übersteigt die internationalen Finanzierungslücken in den Bereichen Klima und Biodiversität“, so die Au­to­r*in­nen in ihrer Studie. Sie nennen ein Beispiel: Auf der UN-Klimakonferenz im vergangenen Jahr wurde eine Klimafinanzierung von 1,3 Billionen US-Dollar jährlich bis 2035 vereinbart.

Die berechneten Schäden beziehen sich lediglich auf den Konsum, nicht zum Beispiel auf Anteile an fossilen Unternehmen. „Das Verhalten jener zehn Prozent, zum Beispiel durch regelmäßiges Fliegen und große Autos, verursacht den Schaden“, sagt Hauptautorin Inge Schrijver aus Leiden dazu. Auch Fleischkonsum und Heizen mit Öl und Gas seien Ursachen.

Geldwerte, um Verantwortlichkeit zu zeigen

Die Umweltschäden wurden anhand vier planetarer Grenzen betrachtet: Klimawandel, Artensterben, Emission von Stickstoff und Phosphor und Süßwassernutzung. Den größten Anteil der Schäden machen der Studie zufolge Klimawandel und Artensterben aus.

Die Daten stammen aus dem Jahr 2017. Mithilfe eines internationalen Referenzbuchs, des „Environmental Prices Handbook“, konnten die Wis­sen­schaft­le­r*in­nen den Umweltschäden einen Geldwert zuweisen: CO2-Emissionen wurden etwa danach bewertet, wie teuer es ist, den Ausstoß einer Tonne CO2 zu verhindern. Die Spannen ergeben sich aus der Unsicherheit in der Bepreisung, die vor allem im Bereich des Artensterbens relevant ist.

Mit den Geldbeträgen wollen die Au­to­r*in­nen das Ausmaß der Schäden und die Verantwortung der obersten zehn Prozent deutlich machen. „Nach dem Verursacherprinzip sollten diejenigen, die die Schäden verursachen, auch für deren Behebung verantwortlich sein“, heißt es in der Studie.

Als Lösungsansatz sprechen die Au­to­r*in­nen mögliche Umwelt- oder Wohlstandsteuern an, bemerken jedoch, dass eine finanzielle Kompensation allein nicht ausreiche. Um die Umwelt zu schützen, bedürfe es strengerer Regulierungen, damit die Schäden gar nicht erst auftreten.

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36 Kommentare

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  • Wir sind eine Gesellschaft, die zum Beispiel die Geissens bewundert. Diese haben es durch viel Arbeit und Cleverness zu beachtlichem Reichtum gebracht. Jetzt unterhalten sie im TV durch protzigen Lebensstil, dicke Autos, eignes Schiff, mehrere Wohnsitze, zu denen man natürlich permament fliegen muss.



    Nachhaltiges Leben ist was für Normalos, die kapitalistische Logik macht auch den CO2-Ausstoss zum Statussymbol, der Porsche Cayenne, der Hummer sind keine Autos, die man sich wegen der Nachhaltigkeit kauft.



    Die Leute finden das super, zu den Mackersprüchen des Robert und der verblitzten Muttertussigkeit von Carmen. Ist alles okay, nur zeigt es, dass die Gesellschaft in großen Teilen mit Sicherheit keinen ÖPNV fahren und sich eine Wärmepumpe einbauen will.

  • Hätte man den Reichen zuerst ganz öffentlichkeitswirksam die Yachten und Privatflieger beschlagnahmt, bevor die alleinerziehende Mutter zur Rettung des Klimas die Heizung runterdrehen sollte, hätte es mit Rückhalt in der Bevölkerung für solche Maßnahmen sogar klappen können.

  • Wir leben in einem System welches auf Konsum und Wachstum ausgerichtet und tief in das Bewusstsein der Bevölkerung eingedrungen ist.

    Solange nicht Instrumente greifen, die das System einschränken und für Nachhaltigkeit sorgen, ist es eine fruchtlose Diskussion, ob jetzt die reichsten 10% oder einzelne Nationen die größten CO2 Verursacher und Kostentreiber sind.

    Individuelle Nachhaltigkeit ist sowieso nur begrenzt möglich, wenn man die genutzten Infrastrukturen mit einbezieht. An anderer Stelle im Forum wurde zudem schon erwähnt, dass das setzen auf rein individuelle Verantwortung der Konsumenten ein alter Marketingtrick ist und um von den tatsächlichen Problemen abzulenken.

    Grundlage kann nur sein, dass Staaten die Rahmenbedingungen setzen an denen sich die Wirtschaft und die Verbraucher zu orientieren und zu halten haben. Solange Staaten aber die politische Linie verfolgen Wachstum Priorität vor Umweltschutz einzuräumen und eher darauf bedacht sind Wirtschaft und Bevölkerung nicht zu viel abzuverlangen, anstatt längst überfällige Maßnahmen zu ergreifen, wird sich nur wenig zum besseren ändern.

    • @Sam Spade:

      "Wir leben in einem System welches auf Konsum und Wachstum ausgerichtet und tief in das Bewusstsein der Bevölkerung eingedrungen ist"



      Sehe ich ganz anders: Wir leben SCHON IMMER in einem System welches auf Konsum und Wachstum ausgelegt ist.



      Früher war es nur nicht möglich, der Masse diesen Konsum zu ermöglichen. Aber Könige, Fürsten, Priester führten schon immer ein Leben in Saus und Braus und schon immer wollte jeder so leben wie König, Fürst, Priester.



      Es gab nur beinahe keine Aufstiegschancen.



      Auch der Wunsch nach Wachstum war schon immer da, nur früher hieß Wachstum rauben, plündern, versklaven oder gleich erobern.



      Der Unterschied seit der Moderne ist, dass wir mittlerweile sehr Vielen ein Leben in Saus und Braus ermöglichen können.



      Auch die soziale Durchlässigkeit ist enorm angestiegen. Studium und Karriere stehen fast überall jedem frei der motiviert ist - freilich hilft Geld im background ungemein, aber es ist kein Muss mehr.



      Der Kapitalismus hat NICHTS neu erfunden, er ist nur eine konsequente Weiterentwicklung urmenschlicher Träume: Reichtum und Überfluss.



      Selbst die Bibel spricht schon diesen Traum an mit dem gelobten Land, in dem Milch und Honig fließt...🤷

  • "Die berechneten Schäden beziehen sich lediglich auf den Konsum, nicht zum Beispiel auf Anteile an fossilen Unternehmen" - Das ist ja schon mal ein Fortschritt in Sachen Glaubwürdigkeit.

  • "Die reichsten zehn Prozent der Weltbevölkerung verursachen Klimaschäden in Billionenhöhe."



    Äh, ja. Und wie hoch sind die Klimaschäden, die die 90 % der nicht oder weniger Reichen verursachen? Wäre schön, wenn man das erführe, nur so zur Einordnung...



    BTW: Wer ist in Deutschland mit einem Vermögen im Wert von 100.000 USD "reich"?

    • @sollndas:

      Nettovermögen, die Hypothek aufs Haus also schon mal bitte abziehen. Im internationalen Vergleich sind jedoch so einige reich, so ungleich es dann im weiteren Kurvenverlauf auch hier sind. Schauen Sie allein hier im Forum, wie selbst hier manche Menschen nach ihrer geäußerten Aussage ohne größeres Auto, Flüge, Zweitpool, Steakrestaurants etc. anscheinend gar nicht mehr leben könnten.



      Ich teile ansonsten, dass Zahlen Einordnung brauchen. Und hätte mir die hier aus Prinzip auch gewünscht. Die Zahl ist, siehe einen Artikel neulich, dabei noch beschönigend, denn die e.on- oder BMW-Aktie hebelt den CO2-Wert ja noch mal richtig hoch. Vermögen ist da noch weniger gleichverteilt.

    • @sollndas:

      BTW: Wer ist in Deutschland mit einem Vermögen im Wert von 100.000 USD "reich"?

      Jeder

      • @rero:

        Wohl kaum. 100.000 € in liquiden Mitteln sind nicht anderes als ein Sicherheitspolster, kein Reichtum.

        • @Tom Tailor:

          "Die reichsten 10%" ist halt relativ. Tatsache ist aber wohl, dass 90% der Weltbevölkerung sich so ein "Sicherheitspolster" nicht gönnen (können).



          Aber natürlich ist auch diese Statistik im Grenzbereich logisch schief: Konsum ist ja gerade nicht, was man sich unter die Matratze stopft. Was ist z. B. mit Leuten, die eben KEIN 100k-Nettovermögen haben, weil sie ihr durchaus üppiges Einkommen eben nicht zurücklegen sondern fossil verblasen?

      • @rero:

        Sorry, die ca. 90.000 € sind nicht mehr als ein Notgroschen für die Wechselfälle des Lebens. Falls es zum Beispiel jemandem einfällt, den Leuten den Einbau einer Wärmepumpe oder den Kauf eines E-Autos vorzuschreiben. Und, nicht zu vergessen, als Altersvorsorge.



        Der Skandal ist nicht, dass es Leute gibt, die diesen Notgroschen haben.



        Der Skandal ist, dass sich nicht jeder diesen Notgroschen erarbeiten kann.

        • @sollndas:

          @ sollndas



          👍👍



          Genauso !

  • Und? In meiner Bubble genießt jeder sein Leben und Klimawandel oder Umweltschutz sind kein Thema. Ja fast alle haben Häuser und verdienen gut, aber bis auf eine Person würde ich niemanden als reich einstufen. Ich behaupte aber mal ganz frech, alle würden bei Reichtum mehr Ressourcen verballern. So wie wohl die meisten Menschen, wenn sie die finanziellen Mittel hätten. Aber warum auch nicht? Das Leben ist zu kurz um auf irgendwas zu verzichten.

    • @AmArschderHeide:

      Die nachfolgenden Generationen müssen dafür verzichten und deren Leben wird eventuell wirklich zu kurz. Pure Egozentrik.

    • @AmArschderHeide:

      Das Leben ist womöglich zu kurz, um sich mit Konsumrausch die Birne zu vernebeln und sich mit neoliberalen Platitüden die Gefühle zu betäuben? Auch das ließe sich daraus folgern.

      In Deutschland behauptet sogar Privatflieger Merz, er wäre nicht reich. Und ja, es gibt welche, die um vieles reicher sind. Hier aber ist es der globale Maßstab. Und auch innerhalb Deutschlands lohnt sich ein Blick, wie so häufig, in die Verteilungsstatistiken. Sie finden es.

    • @AmArschderHeide:

      Wem nur einfällt, möglichst viel zu verballern, führt ein sehr trauriges, armes Leben. Mit Haus und gutem Verdienst gehören Sie in der Tat zu den Reichen, wenn auch nicht zu den Super-Reichen. Sie können dann ohne Probleme Ihren Beitrag leisten unseren CO2 -Fußabdruck zu reduzieren - sofern man noch von einem Fuß sprechen kann -, indem Sie auf eine moderne, effiziente Energie-Versorgung umstellen. Aber gut, sicherlich eine unzumutbare Überforderung, denn Reichtum bedeutet ja nicht Einfallsreichtum.

  • Es stimmt wahrscheinlich, was hier resümiert wird.



    Aber ist das nicht wohlfeil ? Wir alle hier in Deutschland, in Europa,



    im sogenannten Westen , pflegen einen Lebensstil, der den Planeten ausbeutet und kaputt macht und das jede Sekunde am Tag und ohne zu zögern. Wir sind alle VerursacherInnen.

    • @NinaZ.:

      Wir alle im Westen sind Verursacher, richtig.



      Wir alle im Westen sind aber auch die Lösung.



      Egal welche Technik der Erneuerbaren, sie wurde im Westen entwickelt.



      Deutschlands Regierungen haben es leider zweimal geschafft, die heimische Solarindustrie zu Grunde gegen zu lassen, das wird sich noch bitter rächen, denn jedes Gut das kritisch für die Infrastruktur ist, sollte - wenn möglich - auf heimischen Boden produziert werden.



      Siehe Medikamente bei Corona, siehe PV Module. Wenn China mal Taiwan überfallt sitzen wir wieder da wie als Russland in die Ukraine einfiel. Abhängig und ausgeliefert.



      Aber das ist eine andere Geschichte. Wir sind nicht nur die bösen Umweltsünder, wir sind auch die Vorausdenker, der Anstoss jeglichen Klimaschutzes und wir finanzieren weltweit enorme Summen, damit andere Länder das fossile Zeitalter nicht wie wir 200 Jahre durchleben müssen, sondern schneller zum regenerativen Zeitalter durchstarten können.



      Wir sind also Problem und Prophet, Verursacher und Lösung.



      Die positive Rolle des Westens bezüglich der Eingrenzung des Klimawandels wird von links gern völlig vergessen.

    • @NinaZ.:

      Naja aber auch hier die einen mehr, die einen weniger. Ich kaufe mir kein neues Handy, bloß weil es ein neues gibt, kaufe seit immer alles was geht gebraucht, versuche Einkäufe und Essenplan so aufzustellen das kein Essen weggeworfen wird, kaufe dennoch regelmäßig auch Sachen die reduziert sind und werde sicher nicht nach weit wegfliegen, eine Kreuzfahrt machen oder andere solche Dinge. Ja, dennoch verbrauche ich mehr als Menschen im globalen Süden, aber dennoch im Rahmen dessen was geht so wenig wie möglich. Wenn wir alle aufhören wurden "wegwerf-ramsch" zu kaufen würde das schon ein Signal sein. Bspw textilen, ich kaufe wenn nur neu was in Europa sehr gut gefertigt wurde und lange getragen werden kann oder repariert werden kann. Lebt sich auch viel entspannter wenn man sich dem Kaufzwang entzieht.

  • Gut, dass das Aufmacherbild Yachten in Monaco zeigt und nicht Omas kleines Häuschen. So fühlt man sich doch eher auf de4 sicheren Seite, auch wenn das Häuschen mehr als 100k Wert ist. Die 100k Grenze wird in D schnell erreicht - auch wenn viele in der Grundsicherung sind etc. Ob aber der Weltmaßstab so sinnvoll ist?

    100k Dollar Vermögen in Indien und trotzdem nur ein kleiner CO2 Schaden? Schwer zu glauben, da der relative Wert da viel höher ist und der Reichtum auch gerne gezeigt wird. Aber klar, in Indien wird eher vegetarisch gegessen und Heizen ist exotisch.

  • taz: *Die reichsten zehn Prozent der Weltbevölkerung verursachen Klimaschäden in Billionenhöhe.*

    Die Reichen dürfen eben alles, sogar den Klimawandel weiterhin anfachen. Die Reichen sorgen im Augenblick auch dafür, dass überall an den politischen Schaltzentralen ihre Leute sitzen. Und den Normalbürgern erzählt man, dass sie auf ihren ökologischen Fußabdruck achten sollen, damit es der Umwelt und dem Klima besser geht.

    Sozialwissenschaftler und Umweltökonomen sagen ja schon lange, dass die Überwälzung der Verantwortung auf den einzelnen Bürger nur von den großen CO2-Verursachern ablenken soll.

    Der Begriff des persönlichen "CO2-Fußabdrucks" wurde übrigens 2004 durch eine Marketingkampagne des Ölkonzerns BP populär gemacht, um die Schuld auf die Verbraucher zu verlagern. BP engagierte die renommierte New Yorker PR-Agentur Ogilvy & Mather mit dem Ziel, das Image des Ölkonzerns grundlegend zu verändern.

    Die Menschheit befindet sich am Kraterrand eines glühenden Vulkan und bastelt brav Fackeln, damit ein paar reiche Leute aus Jux und Tollerei brennende Fackeln in den Schlund des Vulkans werfen können. Keiner sieht aber, dass der Druck im Inneren des Vulkans immer mehr ansteigt. 🌋

    • @Ricky-13:

      Hallo Ricky-13, sie gehören wahrscheinlich auch zu den 10% reichsten Menschen der Erde, also nicht über die "Reichsten " so reden, als wären das nur die anderen.



      Hier wird von global geredet und nicht lokal.



      Da mögen sie vielleicht Mitte sein, aber weltweit gehören sie damit zu den von ihnen gerade geschmähten Personenkreis.

      • @Reinero66:

        Wir können ja mal herausarbeiten, wie mensch Zaster haben kann, der aber nicht für Energieraushau-Orgien oder e.on-Aktien fließt, sondern für Sinnvolleres. Etwa Investitionen in Erneuerbare, Effizienz, Bildung.



        Aber andere hier werden noch viel bessere Ideen haben.

      • @Reinero66:

        Vielen Dank für Ihren Kommentar, denn er bestätigt sehr gut meinen obigen Satz: "Sozialwissenschaftler und Umweltökonomen sagen schon lange, dass die Überwälzung der Verantwortung auf den einzelnen Bürger nur von den großen CO2-Verursachern ablenken soll.“

        Die Behauptung, dass alle Menschen in Industriestaaten gleichermaßen für den Klimawandel verantwortlich sind, ist ein sehr wirksames politisches Ablenkungsmanöver. Es wird gerne genutzt, um die Verantwortung von den Extrem-Emittenten (also den Superreichen) auf die breite Masse abzuwälzen. Superreiche schädigen das Klima nicht nur durch ihre Yachten oder ihre Privatjets, sondern vor allem durch ihre Milliarden-Investitionen. Fast 60 Prozent der Investitionen von Milliardären fließen nämlich weiterhin in klimaschädliche Branchen wie Öl und Gas.

        Psychologen und Sozialwissenschaftler erforschen dieses Phänomen - 'warum viele Normalbürger die Superreichen verteidigen und in Schutz nehmen' - übrigens seit Jahrzehnten intensiv. Es gibt psychologische Theorien, die wissenschaftlich belegen, warum Menschen Systeme und Personen verteidigen, die ihren eigenen Interessen eigentlich widersprechen.

        Aber das würde jetzt zu weit führen.

        • @Ricky-13:

          Wenn eine Studie nunmal auf den reichtsten 10% der Welt ( also etwa 800 Mio. Menschen) aufsetzt, dann muss sie sich auch entgegenhalten lassen, dass ihre Ergebnisse kaum etwas speziell über die Superreichen aussagen und umgekehrt was auf die Kappe der übrigen 9+% uterndiesen Top Zehn geht. Dazu müsste sie wenigstens definieren, was eigentlich "superreich" ist, wieviel Prozent an der Weltbevölkerung die Superreichen ausmachen und was die an Schäden anrichten. So ist der Leser je nach Agenda wahlweise versucht, den Superreichen den Konsum einer weit größeren Zahl von Menschen gleich mit in die Schuhe zu schieben oder die weit weniger Reichen für die Privatjets und Yachten mit in die Haftung zu zerren. Es gibt ganz offensichtlich innerhalb dieser Gruppe der 10% Reichsten massive Unterschiede beim Vermögen und im Zweifel auch beim Lebensstil, die eine einheitliche Schadenssume einfach nicht besonders abbildet.

        • @Ricky-13:

          Sie machen es sich etwas zu leicht. Die These, dass die reichsten 10% weltweit mit ihrem Konsum die größten Schäden anrichten, kommt von den Verfassern der Untersuchung. Und zu diesen 10% gehören nunmal Sie und ich genauso. Und sei es nur durch unsere Rentenanwartschaften. Jeder der über mehr als 130 k € Nettovermörgen verfügt, ist Teil der obersten 10%. Der Hinweis, dass in diesen 10% ja auch die Superreichen enthalten sind, ist richtig, aber schlicht whatsaboutism....

        • @Ricky-13:

          Dann haben sie mich leider missverstanden, ich verteidige nicht die Supereichen, sondern sage das wir in Deutschland, sobald wir ein Einkommen haben, selbst zu den 10% Reichen der Erde gehören. Das wälzt nicht ab, dass machen diese Wissenschaftler - da gibt es welche die sind noch schlimmer - also nur die 1% Reichen, da fällt man dann selber nicht mehr drunter.



          Ich verteidige diese nicht, sondern verweise darauf, dass wir in D zu diesen 10% gehören, also nicht nur die reicheren als ich, sondern ich selbst auch.



          Das fängt mit den Öko Bananen aus Chile an und endet bei den tollen J... W.... Jacken.

  • Auch diese Menschen werden früher oder später unter den Folgen einer veränderten Umwelt leben müssen.



    Natürlich können sie dem nach Möglichkeit ausweichen und ihr Dasein fristen, mehr ist es dann auch nicht mehr.



    Viel Spaß im Luxusbunker mit Golfplatz.

    • @Flemming:

      "Viel Spaß im Luxusbunker mit Golfplatz."

      Da leben die Superreichen schon heute. Freiwillig. Die wollen doch nicht wirklich etwas mit den Pöbel zu tun haben.

  • Man muss natürlich berücksichtigen, dass es auch innerhalb der obersten 10% der Vermögensverteilung deutliche Unterschiede gibt.

    Desungeachtet muss ich mal ausrechnen, wie groß die Ausgleichsflächen wären, die ich zur Kompensation der von mir verursachten Umweltschäden aufforsten müsste.

    • @Aurego:

      Zitat: Lebensziel des Mannes: Haus bauen, Sohn zeugen, Baum pflanzen. Spruch der Großmütter. Gute Nacht!

    • @Aurego:

      Sollen wir denn bald alle in einem Urwald leben? Kühler wäre es allemal.



      Aber Achtsamkeit wäre auch so eine Idee.

      • @Sonnenhaus:

        Wenn ich etwas aufforste, wird es sicher kein Urwald, sondern eher fränkischer Eichen- oder Mischwald ... ;)

        • @Aurego:

          Wenn es dem 'fränkischen Eichen- oder Mischwald' nicht bald zu heiß wird! Vielleicht sollte man doch schon jetzt lieber den 'Urwald' Pflanzen, in Anbetracht der zu erwartenden steigenden Temperaturen?

  • Reiche richten Umweltschäden in Billionenhöhe an

    Der Konsum der reichsten zehn Prozent weltweit ist für Umweltkosten in Billionenhöhe verantwortlich. Die regionalen Unterschiede sind dabei enorm.



    -----



    Im 1. Moment dachte ich an unsere Wirtschaftsfee für's Fossile.



    Beim lesen des Artikels musste ich über die "Doppeldeutigkeit" der Headline nur noch schmunzeln! :-)



    Doch sowohl als auch! Beides trifft mMn. zu, auch wenn es auf der einen Seite nur EINE, aus der anderen Seite nur ein paar Prozent ist.



    Tax the rich!



    Doch nicht nur nach Vermögenswerten, sondern dabei auch die Umweltbelastung dieser Kleigruppe im Auge haben!

    • @Sikasuu:

      Daran dachte ich auch spontan. Mit Namenswitzen sparsam umgehen, doch wenn Reiche auch für Reiche Politik macht, dann ist es eben so. Vgl. die letzte 'Anstalt', die da noch viel zu zahm war.